Schlagwort-Archive: Fastenzeit

Fastenzeit B 2018

Quadragesima – Fastenzeit – österliche Bußzeit – Umkehrzeit 2018

Aschermittwoch:
zur Bedeutung des Aschekreuzes
fasten + beten + Almosen geben

Die Namen der Sonntage der Fastenzeit/ österliche Bußzeit/ Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit – (18. Februar 2018)
2. Fastensonntag: Reminiscere – (25. Februar 2018)
3. Fastensonntag: Oculi – (4. März 2018)
4. Fastensonntag: Laetare – (11. März 2018)
5. Fastensonntag: Iudica – (18. März 2018)
Palmsonntag: Palmarum – (25. Februar 2018)

Ein Merkvers: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

 

zum Seitenanfang


1. Fastensonntag („Invocabit“) im Lesejahr B

18. Februar 2018

Eröffnungsvers:

Invocabit me, et ego exaudiam eum: eripiam eum, et glorificabo eum, longitudine dierum adimplebo eum.

Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. Ich sättige ihn mit langem Leben.
(Ps 91, 15f)

1-Invocavit-a

1. Fastensonntag:

Gen 9,8-15: Bund Gottes mit Noach
1 Petr 3,18-22: Der Errettung durch die Arche entspricht die Taufe
Mk 1,12-15: Vom Geist in die Wüste getrieben, um versucht zu werden
siehe auch: Versuchungen Jesu

Die Liturgischen Texte zum 1. Fastensonntag B

Eröffnungsvers (Psalm 91,15-16)
„Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören.
Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mit langem Leben und lasse ihn mein Heil schauen.“

1. Lesung: Genesis 9,8-15
Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen, nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben

Antwortpsalm (Ps 25,4-5.6-7.8-9)
Deine Wege, HERR, sind Huld und Treue für alle, die deinen Bund bewahren

2. Lesung: 1. Petrusbrief 3,18-22
Euch rettet jetzt die Taufe

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Mt 4,4b)
Lob dir, Christus, König und Erlöser
Nicht nur von Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium: Markus 1,12-15
Jesus wurde vom Satan in Versuchung geführt, und die Engel dienten ihm 

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 1. Fastensonntag B

.

Aufbau von Markus 1,9-15

Gedanken u. Impulse

Zusage Gottes in der Taufe

1. – Jesus kommt zu Johannes und lässt sich von ihm im Jordan taufen (V 9)
– Er erkennt Gottes Geist, der auf ihn kommt und in ihm bleibt (V 10)
– Er hört die Zusage Gottes: Du bist mein geliebter Sohn (V 11)

Erprobung in Konfrontation mit dem Bösen

2. – Sogleich wird er vom Geist in die Wüste getrieben (V 12)

„Vater unser im Himmel… und führe uns

– und wird dort 40 Tage vom Satan versucht (V 13a)

… nicht in Versuchung,
(wie Jesus sollten wir demütig beten,
dass die Versuchung Satans an uns vorübergehen möge,
doch sollten wir auch bereit sein zum Widerstand gegen das Böse,
wenn wir vom Bösen in Versuchung geführt werden.)
Im Matthäus- und im Lukasevangelium wird an dieser Stelle von drei Grundversuchungen berichtet –
der Versuchung, Besitz, Ansehen und Macht haben zu wollen, denen Jesus widersteht.
Kennst du deine „schwache Stelle“, wo du gefährdet bist, dem Bösen zu erliegen?

– und er ist dort mit den wilden Tieren und Engel dienen ihm. (V 13b)

sondern erlöse uns von dem Bösen“
Erlösung geschieht, indem auch wir wie Jesus lernen
– in Freundschaft mit den „wilden Tieren“ zu leben,
d.h. auch die „animalischen Kräfte“ in uns nicht zu bekämpfen,
sondern zu integrieren;
und – wie Jesus
– die Dienste der guten „Botenmächte“ (= Engel) dankbar anzunehmen.

Verkündigung der Heilsbotschaft

3. – Nach der Überlieferung des Johannes kommt Jesus nach Galiläa (V14a)
– er verkündigt das Evangelium vom Reich Gottes (V 14b-15a)
– und ruft zugleich zur Umkehr und Glauben auf (V 15b)

 

zum Seitenanfang

***




2. Fastensonntag („Reminiscere“) im Lesejahr B

25. Februar 2018

Eröffnungsvers:

Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiae tuae, quae a saeculo sunt: ne umquam dominentur nobis inimici nostri: libera nos Deus Israel ex omnibus angustiis nostris.

Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit. Lass unsere Feinde nicht triumphieren! Befreie uns, Gott Israels, aus all unseren Nöten.
(Ps 25,6.2.22)

2-Reminiscere

2. Fastensonntag B:

Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18: Gott stellt Abraham auf die Probe
+ Gen 22,1-19: Prüfung Abrahams
Röm 8,31b-34 Gott hat seinen eigenen Sohn hingegeben – zur Rettung aller
Mk 9,2-10: Verklärung Christi

zum Seitenanfang


3. Fastensonntag („Oculi“) im Lesejahr B           

4. März 2018

Eröffnungsvers:

Oculi mei semper ad Dominum, quia ipse evellet de laqueo pedes meos. Respice in me et miserere mei, quoniam unicus et pauper sum ego.

Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Füße aus dem Netz. Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und gebeugt.
(Ps 25,15f)
3-Oculi-a

 

3. Fastensonntag B:

Ex 20,1-17: Dekalog u.
Der Dekalog – die 10 Aufträge Gottes (Power-Point-Präsentation)
1 Kor 1,22-25 Wir verkünden Christus, den Gekreuzigten
Joh 2,13-25 Tempelreinigung Jesu

zum Seitenanfang


4. Fastensonntag („Laetare“) im Lesejahr B

6. März 2016

Eröffnungsvers:

Laetare Ierusalem: et conventum facite, omnes qui diligitis eam; gaudete cum laetitia qui in tristitia fuistis, ut exultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.

Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr traurig wart.
Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung.
(vgl. Jes 66,10f)

4-Laetare

4. Fastensonntag B:

2 Chr 36,14-16.19-23: Zerstörung des Tempels…
u. Verheißung eines neuen Tempels
Eph 2,4-10: Gott hat uns zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht
Joh 3,14-21: Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird u. „So sehr hat Gott die Welt geliebt…“; u. „aufgerichtet

zum Seitenanfang

5. Fastensonntag („Iudica“) im Lesejahr B

13. März 2016

Eröffnungsvers:

Iudica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta; ab homine iniquo et doloso eripe me, quia tu es Deus meus et fortitudo mea.

Verschaff mir Recht, o Gott, und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk! Rette mich vor bösen und tückischen Menschen, denn du bist mein starker Gott.
(Ps 43,1f)

5-Iudica

 

5. Fastensonntag B:

Jer 31,31-34: Ich schließe mit dem Haus Israel einen neuen Bund
Hebr 5,7-9 Der Sohn hat Gehorsam gelernt
u. ist so der Urheber des ewigen Heils geworden
Joh 12,20-33: „Die Stunde der Entscheidung

zum Seitenanfang


Palmsonntag (Lesejahr B)                            

25. März 2018

Statio: FEIER DES EINZUGS CHRISTI IN JERUSALEM

Lk 19,28-40
Gesegnet sei der König, der kommt im Namen es Herrn!
–> siehe: Lk 19.28-40

Palmsonntag1a

Einzug Jesu in Jerusalem – (c) G. M. Ehlert

zum Seitenanfang

Die Namen der Sonntage der Fastenzeit/ österliche Bußzeit/ Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit – (18. Februar 2018)
2. Fastensonntag: Reminiscere – (25. Februar 2018)
3. Fastensonntag: Oculi – (4. März 2018)
4. Fastensonntag: Laetare – (11. März 2018)
5. Fastensonntag: Iudica – (18. März 2018)
Palmsonntag: Palmarum – (25. Februar 2018)

Ein Merkvers: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

siehe auch:
1. Fastensonntag B (Mk 1,12-15): vgl. Versuchungen Jesu in der Wüste
2. Fastensonntag B (Mk 9,2-10): Verklärung Jesu auf dem Berg
3. Fastensonntag B (Joh 2,13-35): Tempelreinigung
4. Fastensonntag A (Joh 9,1-41): Licht des Lebens
5. Fastensonntag A (Joh 11,1-45): Auferweckung des Lazarus
Palmsonntag A: Passion Jesu Die Heilige Woche
und Karwoche – (Palmsonntag – Ostern)

zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Werbeanzeigen

Aschermittwoch

Aschermittwoch

Mit Aschermittwoch beginnt die „Quadragesima“ – die 40-tägige Fastenzeit, auch österliche Bußzeit genannt, eine Zeit der Besinnung auf die Passion Christi und Umkehr zum Leben aus dem Glauben.
(Wer genau nachrechnet, kommt jedoch von Aschermittwoch bis Karsamstag auf 4 + (6×7) = 46 Tage.
Da jedoch die Sonntage keine Tage des Fastens sind, ergeben sich die 40 Tage.)

Am Aschermittwoch empfangen die Christen beim Gottesdienst mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet.

Aschenkreuz-11a

Asche:
Asche ist Zeichen der Vergänglichkeit und Todesverfallenheit:
Alles, was du tust, ist vergänglich.
Heute oder morgen wird es zerfallen.
Und auch du wirst sterben und zur Erde zurückkehren (oder zu Asche verbrannt werden).

Asche ist aber auch Zeichen neuen Lebens.
In früheren Zeiten wurde mit Asche gewaschen:
Asche hat reinigende Kraft.
Auf den Feldern werden bis heute die Stoppeln verbrannt:
Asche schafft die Voraussetzungen für neues Wachsen.
Asche wird seit frühen Zeiten Sündern als Zeichen ihrer Bußbereitschaft auf das Haupt gestreut:
Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Mensch von Schuld gereinigt
und mit Kraft zu neuem Leben erfüllt werden möge.

Kreuz:
Die Asche für die Spendung des Aschenkreuzes
wird aus den Palmzweigen des Vorjahres bereitet, die verbrannt und gesegnet werden.
Dies erinnert an den Beginn des Passionsweges Jesu
mit dem feierlichen Einzug an Palmsonntag in Jerusalem.
Den begeisterten Hosianna-Rufen der Menge folgten schon bald die Rufe: „Kreuzige ihn!“
Jesu Tod am Kreuz zu unserem Heil und seine Auferstehung am Ostermorgen sind die Quelle neuen Lebens.
Jesus hat am Kreuz alles Unzulängliche, alles Vergängliche, alles Endliche durchkreuzt.
Selbst den Tod.

Aschenkreuz:
Wer sich am Aschermittwoch mit Asche ein Kreuz – als Zeichen des Heils –
auf die Stirn zeichnen lässt,
stellt sich hinein in die Gemeinschaft derer,
die bereit sind angesichts der Vergänglichkeit dieses irdischen Lebens
umzukehren und dem Evangelium Jesu Christi zu vertrauen:
damit neues Leben aufblühen kann.

Dies kommt auch in den zwei Sätzen zum Ausdruck, mit denen das Aschekreuz gespendet wird:

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist
und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ (vgl. Gen 3,19)

oder:

„Bekehre dich und glaube an das Evangelium“ (vgl. Mk 1,15)

Grau:

Grau ist die Farbe der Asche und des Aschekreuzes:
Gleichmäßig aus Schwarz und Weiß gemischt, deutet diese Farbe in der christlichen Symbolik auf die Auferstehung der Toten. Christus als der Totengräber trägt auf mittelalterlichen Darstellungen einen grauen Mantel.

 

Fasten + beten + Almosen geben“ sind gute Hilfen, damit die Umkehrbereitschaft im Sinne des Evangeliums Jesu Christi gelingen kann.

 

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Fastenzeit 2015

Fastenzeit – österliche Bußzeit – Umkehrzeit 2015

Aschermittwoch:
zur Bedeutung des Aschekreuzes
fasten + beten + Almosen geben

1. Fastensonntag:

Gen 9,8-15: Bund Gottes mit Noach
1 Petr 3,18-22: Der Errettung durch die Arche entspricht die Taufe
Mk 1,12-15: Vom Geist in die Wüste getrieben, um versucht zu werden
siehe auch: Versuchungen Jesu

2. Fastensonntag:

Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18: Gott stellt Abraham auf die Probe + Gen 22,1-19: Prüfung Abrahams
Röm 8,31b-34 Gott hat seinen eigenen Sohn hingegeben – zur Rettung aller
Mk 9,2-10: Verklärung Christi

3. Fastensonntag:

Ex 20,1-17: Dekalog u.
Der Dekalog – die 10 Aufträge Gottes (Power-Point-Präsentation)
1 Kor 1,22-25 Wir verkünden Christus, den Gekreuzigten
Joh 2,13-25 Tempelreinigung Jesu

4. Fastensonntag:

2 Chr 36,14-16.19-23: Zerstörung des Tempels…
u. Verheißung eines neuen Tempels
Eph 2,4-10: Gott hat uns zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht
Joh 3,14-21: Gott hat seinen Sohn in die Welt gesandt, damit die Welt durch ihn gerettet wird u. „So sehr hat Gott die Welt geliebt…“; u. „aufgerichtet

5. Fastensonntag:

Jer 31,31-34: Ich schließe mit dem Haus Israel einen neuen Bund
Hebr 5,7-9 Der Sohn hat Gehorsam gelernt
u. ist so der Urheber des ewigen Heils geworden
Joh 12,20-23 Das Weizenkorn muss sterben… Verherrlichung;
Die Stunde der Entscheidung

Palmsonntag und die Karwoche:

siehe: Die Heilige Woche

Aschermittwoch

Fastenzeit – Österliche Bußzeit – Passionszeit

(Gedanken zu Matthäus 6,1-18
= Evangelium am Aschermittwoch als eine „Zielvorgabe“
für die Gestaltung der Heiligen 40 Tage)

fasten + beten + freudig geben (c) G. M. Ehlert

fasten + beten + freudig geben Grafik (c) G. M. Ehlert, 22.03.2017

Drei geistliche Übungen, die in vielen Religionen
eingeübt werden.

Was können diese – heute für viele verstaubten
– Worte für uns heute bedeuten?


  • Fasten – selbstdiszipliniert leben

Wer seinem Körper wirklich etwas Gutes tun will,

der soll fasten,

d.h. bewusster Umgang mit all dem, was wir in uns aufnehmen
an: Nahrung, Getränken, Geräuschen; Lärm, Gerede… –

Angesagt ist hier: Verzicht auf Überflüssiges.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu uns selbst in Unordnung geraten ist.

Wenn wir falsche Abhängigkeiten an Irdisches aufgeben,
werden wir wahrhaft frei.

Fasten = Selbstdisziplin, die zur inneren Freiheit
führt.


  • Beten – spirituell leben

Wer seinem Geist wirklich etwas Gutes tun will,

der soll beten,

d.h. sein Leben, mit all dem, was einen innerlich bewegt,
in Verbindung zu Gott neu sehen lernen, all das Gute und Schöne, aber
auch Leid, Schuld und Tod…

Angesagt ist hier: Verzicht auf Zerstreuung und Ablenkung.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu Gott in Unordnung geraten ist.

Wenn wir den verführerischen Götzen unserer
Zeit eine klare Absage erteilen, dann können wir mehr und mehr aus
einem tiefen Gottvertrauen leben.

Beten = Spiritualität, ein Leben in der Kraft
des Geistes Gottes.


  • Almosen geben – solidarisch leben

Wer seinem Herzen wirklich etwas Gutes tun will,

der soll „Almosen geben“,

d.h. der soll es lernen, in guter, versöhnter Beziehung
zu den Menschen zu leben, und bereit sein, die Lebensgüter mit anderen
zu teilen. „Geben ist seliger als nehmen!“

Angesagt ist hier: Verzicht auf Neid, Habgier und Geiz.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu Mitmenschen in Unordnung geraten ist.

Wenn wir „egoistisches Verhalten“ überwinden durch
die Haltung des „Mitgefühls“, dann werden wir mehr und mehr aus den
Beziehungen zu dem Menschen Kraft schöpfen können.

Almosen geben = Solidarität mit den Menschen,
durch das ein friedvolles Zusammenleben möglich wird.


Für Menschen, die nach einem tragfähigen Sinn
für ihr Leben suchen, sei folgendes gesagt:

„Ich suchte mich selbst – und ich fand mich nicht.
Ich suchte meinen Gott – und ich fand ihn nicht.
Ich suchte meinen Nächsten – und ich fand sie alle drei!“


Pfeil-oben
zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

.

.

Umkehrzeit

zu Karneval (carne-vale = Fleisch ade!) –> siehe Masken

zum Start in die „Fastenzeit“ = „österliche Bußzeit“ = „Zeit der Umkehr zum Leben“ –> siehe die Gedanken zum Evangelium an Aschermittwoch: „österliche Bußzeit“  und „Beten + Fasten + Almosen geben

zum 1. Fastensonntag: Die Versuchungen Jesu in der Wüste

zum 2. Fastensonntag: Die Verklärung Jesu auf dem Berg

Fastenzeit

 

Fastenzeit – Österliche Bußzeit – Passionszeit 2010

(Gedanken zu Matthäus 6,1-18
= Evangelium am Aschermittwoch als eine „Zielvorgabe“
für die Gestaltung der Heiligen 40 Tage)

Drei geistliche Übungen, die in vielen Religionen eingeübt werden.

Was können diese – heute für viele verstaubten – Worte für uns heute bedeuten?


  • Fasten – selbstdiszipliniert leben

Wer seinem Körper wirklich etwas Gutes tun will, der soll fasten,

d.h. bewusster Umgang mit all dem, was wir in uns aufnehmen
an: Nahrung, Getränken, Geräuschen; Lärm, Gerede… –

Angesagt ist hier: Verzicht auf Überflüssiges.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu uns selbst in Unordnung geraten ist.

Wenn wir falsche Abhängigkeiten an Irdisches aufgeben,
werden wir wahrhaft frei.

Fasten = Selbstdisziplin, die zur inneren Freiheit
führt. 


  • Beten – spirituell leben

Wer seinem Geist wirklich etwas Gutes tun will, der soll beten,

d.h. sein Leben, mit all dem, was einen innerlich bewegt,
in Verbindung zu Gott neu sehen lernen, all das Gute und Schöne, aber
auch Leid, Schuld und Tod…

Angesagt ist hier: Verzicht auf Zerstreuung und Ablenkung.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu Gott in Unordnung geraten ist.

Wenn wir den verführerischen Götzen unserer
Zeit eine klare Absage erteilen, dann können wir mehr und mehr aus
einem tiefen Gottvertrauen leben.

Beten = Spiritualität, ein Leben in der Kraft des Geistes Gottes. 


  • Almosen geben – solidarisch leben

Wer seinem Herzen wirklich etwas Gutes tun will, der soll „Almosen geben“,

d.h. der soll es lernen, in guter, versöhnter Beziehung
zu den Menschen zu leben, und bereit sein, die Lebensgüter mit anderen
zu teilen. „Geben ist seliger als nehmen!“

Angesagt ist hier: Verzicht auf Neid, Habgier und Geiz.

Dabei geht es darum, das wieder in Ordnung zu bringen,
was im Verhältnis zu Mitmenschen in Unordnung geraten ist.

Wenn wir „egoistisches Verhalten“ überwinden durch
die Haltung des „Mitgefühls“, dann werden wir mehr und mehr aus den
Beziehungen zu dem Menschen Kraft schöpfen können.

Almosen geben = Solidarität mit den Menschen,
durch das ein friedvolles Zusammenleben möglich wird.


Für Menschen, die nach einem tragfähigen Sinn
für ihr Leben suchen, sei folgendes gesagt:

„Ich suchte mich selbst – und ich fand mich nicht.
Ich suchte meinen Gott – und ich fand ihn nicht.
Ich suchte meinen Nächsten – und ich fand sie alle drei!“


zum Seitenanfang
(c) Georg Michael Ehlert

Fastenzeit – Österliche Bußzeit
– Passionszeit
Fisch/Kreuz - Christus-Zeichen

Vierzig Tage

Vierzig Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste.
Vierzig Tage fastete und betete Jesus in der Einsamkeit.
Vierzig Tage liegen jetzt vor uns.

Nach dem Wüstenzug kamen die Israeliten in das Gelobte Land.
Nach den vierzig Tagen in der Wüste begann Jesus sein öffentliches Wirken.

Wie werden wir sein nach diesen vierzig Tagen?
Wo werden wir sein?

Vierzig Tage können wir uns neu besinnen, auf das, was das Leben ausmacht, was christliches Leben ausmacht.

Sie sind eine Chance, diese vierzig Tage, in denen wir uns neu auf uns besinnen können.

Jede und jeder von uns ist berufen, jede und jeder hat seine Berufung, sein Charisma, sein Talent.

Doch all das, was wir haben, haben wir, damit wir den Anderen nützen.
Dem Nächsten.
Der Fernsten.
Dem Mühseligen.
Der Beladenen.
Dem Kranken.
Der Verfolgten.
Dem Einsamen.
Der …

Damit wir dem Leben nützen.

Denn vierzig Tage gehen wir auf Ostern zu, auf den Tag, an dem der Tod besiegt wurde und neues Leben für uns möglich wurde.

Vierzig Tage – diese vierzig Tage – liegen vor uns.

zum Seitenanfang


Für jeden Tag der 1. Fastenwoche
ein Gedanke zum Thema: „Fasten“

1. Fastenwoche: Ein Gedanke
für den Tag:
1. Fastensonntag,
4. März
„Fasten
ist ein Weg, der uns in eine neue Solidarität mit den Armen und Leidenden
führt.“ 

(Anselm Grün, Benediktinerpater)
Montag, 5.
März
„Durch
Fasten, Enthaltsamkeit und Ruhe werden viele Krankheiten geheilt.“

(Hippokrates, griechischer Arzt 460-377 v.Chr.)
Dienstag,
6. März
„Wer keinen
Hunger kennt, vergisst schnell, dass viele Menschen nicht genug zum Leben
haben. Verzicht ist wertlos, wenn er nicht dazu führt, dass wir das
Leben miteinander teilen.“

(Misereor, Bischöfliches Hilfswerk)
Mittwoch,
7. März
„Das ist
ein Fasten, wie ich es liebe, die Fesseln des Unrechts zu lösen…
an die Hungernden dein Brot auszuteilen.“

(Jesaja, Prophet des Volkes Israel)
Donnerstag,
8. März
„Wir ermahnen,
dass man in diesen Tagen der vierzigtägigen Fasten in aller Reinheit
sein Leben bewahre und zugleich alle Nachlässigkeit der anderen Zeiten
tilge.“

(Benedikt von Nursia, Ordensgründer im 5. Jh.)
Freitag,
9. März
„Heile
durch weises Fasten zwei einander entgegengesetzte Zustände: deine
eigene Übersättigung und den Hunger des anderen.“

(Gregor von Nyssa, Kirchenlehrer im 4. Jh.)
Samstag,
10. März
„Im Fasten
verzichten wir auf etwas, das uns zusteht, um es den Armen zu geben. Fasten
ist eine konkrete Weise der Nächstenliebe.“

(Anselm Grün, Benediktinerpater)

zum Seitenanfang


Für die 2. Fastenwoche: Verklärung
– Klärung – Klarheit

Verklärung Christi

Evangelium am 2. Fastensonntag (Lk 9,28-36)

Klärung, wer Jesus Christus ist

„Das ist mein auserwählter Sohn…“ (Lk 9,15)

Klarheit, worauf es in unserem Leben ankommt

„…auf IHN sollt ihr hören.“ (Lk 9,15)


Abraham schaute den Sternenhimmel und vertraute den Verheißungen Gottes…

Die Jünger schauten die Herrlichkeit Jesu und vertrauten dem Wort Gottes…

Gipfelerfahrungen des Glaubens:
A
ugenblicke der Ewigkeit
Einblicke in die göttliche Herrlichkeit.
Lichtsekunden als Orientierung für den Alltag, in dem wir leben:

Entdecken auch wir, was uns verheißen ist?!

Menschen, die aus der Hoffnung leben,
sehen weiter.

Menschen, die aus der Liebe leben,
sehen tiefer.

Menschen, die aus dem Glauben leben,
sehen alles
in einem anderen Licht.

(Lothar Zenetti)

zum Seitenanfang


Für die 3. Fastenwoche:
Gott begegnen – in den Dornen der Not

aus den Dornen der Not

sprach

יהוה

 


Gott


mit Mose:

ICH bin
da,

  wo du bist.“ – 

          „Bist DU
da,


wo ich bin?“ – 

Wo du bist,

  bin ICH da!“ – 

           „DU
bist da,

wo bin ich?“ –

„Wo du bist,

  da bin ICH!

Gott begegnet Mose im brennenden Dornbusch in der Wüste - Batik von G.M. Ehlertיהוה = JHWH
= der Name Gottes

= „Ich bin, der ich bin da (für
euch)!“

In den Dornen der Not - Gott zeigt sich dem Mose im brennenden Dornbusch, - Zeichnung von G.M. Ehlert Was bedeutet es, dass Gott zu Mose
aus einem Dornbusch spricht?
Eine alte jüdische Auslegung sagt dazu:Gott hat den Berg verlassen und den dornbusch gewählt, aus
dem ER sprach: „Gesehen habe ich, gesehen das Elend meines Volkes.“ (Exodus
3,7) Der Dornbusch ist voller Stacheln und Dornen, dergestalt, dass kein
Vogel, der in ihm Zuflucht sucht, ohne Verletzung herauskommt: 
so will Gott selber aus der Bedrängnis der Bedrängnis
seines Volkes nahe sein! Er will gleichsam mit wundem Herzen und zerrissenen
Händen seinem Volk sein Erbarmen erweisen.

(gefunden in Johannes Bours, Wer es mit
Gott zu tun bekommt, Freiburg-Basel-Wien 1987, S. 27f)

zum Seitenanfang


4. Fastenwoche: „Irrwege und Umwege“

Das Gleichnis vom barmherzigen Vater

und dem „wieder-nach-Hause-finden“ der beiden Söhne

(Lukasevangelium, Kapitel 15, Verse 11-32)

Gedankensplitter zum Evangelium zum Weiterdenken und sich einfühlen:Der jüngere Sohn:

  • „Mein Erbe…“
  • „und er verschleuderte sein Vermögen…“
  • „Irrwege“
  • „Ich will aufbrechen…“
  • „Vater, ich habe mich versündigt…“

Der ältere Sohn:

  • „Was soll das bedeuten…“
  • „Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen…“
  • „Vorhaltungen gegenüber dem Vater…“
  • „Geht er schließlich doch hinein?“

Der Vater:

  • „Er teilt sein Vermögen auf…“
  • „Er hält Ausschau nach dem verlorenen Sohn…“
  • „Er (!) eilt dem Sohn entgegen…
  • „Er schließt ihn in die Arme und drückt ihn an sein Herz…“
  • „Er kommt dem älteren Sohn entgegen, um ihm gut zuzureden…“
Der barmherzige Vater und das wieder-nach-Hause-finden der beiden Söhne - Bild von G.M. Ehlert, 1999

zum Seitenanfang



zum Palmsonntag: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des
HERRN! Hosanna in der Höhe!

Psalm 118: Dankbares Bekenntnis zur Hilfe Gottes

Danket dem HERRN, denn er ist gütig. – Ja, seine
Huld währt ewig.
So soll Israel sagen: – Ja, seine Huld währt ewig.So soll das Haus Aaron sagen: – Ja, seine Huld währt
ewig.
So sollen alle sagen, die den HERRN fürchten
und ehren: – Ja, seine Huld währt ewig.

In der Bedrängnis rief ich zum HERRN; – der HERR
hat mich erhört und mich frei gemacht.

Der HERR ist bei mir, ich fürchte mich nicht.
– Was können Menschen mir antun?

Der HERR ist bei mir, er ist mein Helfer, – ich aber
schaue auf meine Hasser herab.

Besser, sich zu bergen beim HERRN, – als auf Menschen
zu bauen.

Besser, sich zu bergen beim HERRN; – als auf Fürsten
zu bauen.

Alle Völker umringen mich; – ich wehre sie ab
im Namen des HERRN.

Sie umringen, ja, sie umringen mich; – ich wehre sie
ab im Namen des HERRN.

Sie umschwirren mich wie Bienen, wie ein Strohfeuer
verlösen sie; – ich wehre sie ab im Namen des HERRN.

Sie stießen mich hart, sie wollten mich strüzen;
– der HERR aber hat mir geholfen.

Meine Stärke und mein Lied ist der HERR; – er
ist für mich zum Retter geworden.

Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten:
– „Die Rechte des HERRN wirkt mit Macht!

Die Rechte des HERRN ist erhoben, – die Rechte des
HERRN wirkt mit Macht!“

Ich werde nicht sterben, sondern leben, – um die Taten
des HERRN zu verkünden.

Der HERR hat mich hart gezüchtigt, – doch er
hat mich nicht dem Tod übergeben.

Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, – damit
ich eintrete, um dem HERRN zu danken. 

Das ist das Tor zum HERRN, – nur Gerechte treten hier
ein. 

Ich danke dir, dass du mich erhört hast; –
du bist für mich zum Retter geworden. 

Der Stein, den die Bauleute verwarfen, – er ist zum
Eckstein geworden. 

Das hat der HERR vollbracht, – vor unseren Augen geschah
dieses Wunder.

Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat; – wir
wollen jubeln und uns an ihm freuen. 

Ach, HERR, bring doch Hilfe! – Ach, HERR, gib doch
Gelingen!

Gesegnet sei er, – der kommt im Namen des HERRN. – 

Wir segnen euch, vom Haus des HERRN her. Gott, der
HERR, erleuchte uns. – 

Mit Zweigen in den Händen schließt euch
zusammen zum Reigen, – bis zu den Hörnern des Altars!

Du bist mein Gott, dir will ich danken; – mein Gott,
dich will ich rühmen.

Danket dem HERRN, ja er ist gütig; – ja seine
Huld währt ewig.

Einzug Jesu in Jerusalem - Zeichnung von G.M. EhlertAls Jesus an die Stelle kam,wo der Weg vom Ölberg hinabführt, begannen alle Jünger freudig

und mit lauter Stimme

Gott zu loben

wegen all der Wundertaten,

die sie erlebt hatten. 

Sie riefen:

Gesegnet sei der König, 

der kommt im Namen des Herrn.

Im Himmel Friede

und Herrlichkeit in der Höhe!

(aus dem Lukasevangelium 19,37f)

zum Seitenanfang


Drei Evangelische Räte

Die Urwünsche des Menschen – die Versuchungendie Kultivierung der Urwünsche

Zu einem Leben in Frieden gehört

– nach dem Wissen von Sagen, Mythen und Märchen, aber auch nach Erkenntnissen der Psychologie, oder der Soziologie –
die Erfahrung,

  • Wurzeln zu schlagen (Besitz/Beheimatung)
  • wachsen zu können (Freiheit/Macht).
  • und einen Namen zu haben (Ansehen/Zuwendung).

Thema der Versuchung Jesu in der Wüste (Mt 4,1-11)

sind die leibhaftigen Urwünsche jedes Menschen:

  • aus Steinen Brot machen (Der Wunsch nach Besitz)
  • auf Händen getragen werden (Der Wunsch nach Ansehen)
  • über Königreiche herrschen (Der Wunsch nach Freiheit/Macht)

_________________________________________________________________

Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt
um vom Teufel versucht zu werden.

Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte,

hungerte ihn schließlich.

Da trat der Versucher herzu und sprach zu ihm:

Versuchung Jesu in der WüsteWenn du Gottes Sohn bist,

dann sage, dass die Steine hier zu Broten werden.

Er aber entgegnete:

Es steht geschrieben:

«Nicht vom Brot allein lebt der Mensch,

sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.» (Dtn 8,3)

Dann nimmt ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt,
und er stellte ihn auf die Zinne des Tempels.

Und er spricht zu ihm:

Wenn du Gottes Sohn bist,
dann stürze dich hinab.
Denn es steht geschrieben:

«Seine Engel ruft er für dich herbei.»

und «sie werden dich auf Händen tragen,

damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.» (Ps 91,11f)

Da spricht Jesus zu ihm:

Es steht wiederum geschrieben:

«Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» (Dtn 6,16)

Wieder nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg
und zeigt ihm alle Königreiche der Welt und ihre Pracht.

Und er sprach zu ihm:

Dies alles werde ich dir geben,

wenn du dich niederwirfst

und mich anbetest.

Da spricht Jesus zu ihm:

Fort mit dir, Satan.

Denn es steht geschrieben:

«Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten

und ihm allein dienen.» (Dtn 5,9; 6,13)

Da lässt der Teufel von ihm ab.
Und siehe,

Engel traten herzu und dienten ihm.

  • So soll er sich aus Steinen Brot machen: also sich selbstmächtig am Leben erhalten, statt „Gott seine Speise“ sein zu lassen.
  • Er soll sich in einer mächtigen Show dem Publikum präsentieren, das immer schon Brot und Spiele wünscht, um anerkannt zu sein und anzukommen.
  • Er soll sich alle Macht der Welt aneignen, um herrscherlich-gewaltsam sein Reich durchzusetzen: statt Gottes Reich in Ohnmacht anbrechen zu lassen.

Er soll „seinen Weg“ gehen, und aufhören, nach der Absicht seines Vaters mit ihm zu fragen. Ein „Macher-Messias“ wird ihm vorgegaukelt. Eine wahrhaft satanische, also ungläubige Variante zum Weg Jesu.“
(nach Paul M. Zulehner: Leibhaftig glauben – Lebenskultur nach dem Evangelium, Herder-Verlag 1983, S. 47f)



Eine Kultivierung der menschlichen Urwünsche

ist notwendig, denn typisch für diese menschlichen Urwünsche ist ihre „Maßlosigkeit“. Daher müssen sie im menschlichen Zusammenleben „kultiviert“ werden.

  • So wird der Wunsch nach Besitz geregelt durch den Schutz des Privateigentums.
  • Dem Wunsch nach Ansehen/Beheimatung kommt die Ordnung von Ehe und Familie entgegen.
  • Und der Wunsch nach Macht findet seine Ordnung in den Machtstrukturen des Staates.

Eine freiwillige Lebenskultur nach dem Evangelium

geht noch weiter.
Jesus gibt – aus der Erfahrung der teuflischen Versuchung heraus – folgenden Rat:

  • Christen sollen Menschen sein, die in einer großen Erwartung leben (in Bezug auf Ansehen und Beheimatung). Sie erwarten die end-gültige Beheimatung, die Gott für sie bereithält. Daher sind sie „jungfräuliche“ Menschen, die auf die Wiederkunft Christi, ihres „Bräutigams“ warten. (Eine besondere Form ist die christlich motivierte Ehe-losigkeit).
  • Christen sollen Menschen sein, die etwas aus ihrem Leben machen (Umgang mit der Macht). Wenn sie – wie Christus gesinnt sind – hören sie auf Gottes Willen, sie sind „gehorsam“ und stellen ihre Möglichkeiten in den Dienst an den Menschen.
  • Christen sollen schließlich Menschen sein, die der Umgang mit den Dingen in dieser Welt nicht besetzt hält (Umgang mit Besitz), sondern die sie loslassen können (Geschenk/Opfer) und so frei werden für Gott, um sich von ihm ganz beschenken zu lassen.(= die christlich motivierte Armut)

Besitz-losigkeit
Der Versuchung widerstehen, aus Steinen Brot zu machen…
«Nicht vom Brot allein lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.» (Dtn 8,3)

Armut =

Loslassen, was mich festhält und besetzt hält
offen werden für die Geschenke Gottes.

Macht-losigkeit
Der Versuchung widerstehen, über alle Königreiche zu herrschen…
«Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten
und ihm allein dienen.» (Dtn 5,9; 6,13)

Gehorsam =

Zulassen, was ich vor Gott bin und was um mich her ist
und offen werden für den Dienst an den Menschen.

Ehe-losigkeit
Der Versuchung widerstehen, den Schutz Gottes herauszufordern…
«Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.» (Dtn 6,16)

Jungfräulichkeit =

Mich Gott überlassen für das, was er mit mir will,wo ich aus seiner Kraft fruchtbar werden soll.

·        Wovon leben wir?

teuflisch geschickt ist die Aufforderung:

mach dir selbst, was immer du auch haben willst:

         aus Steinen mach Brot;

         aus Geld mach Freunde;

         aus medizinischem Wissen mach Gesundheit.

Doch du, Herr Jesus, sagst:

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4)

 

Du allein kannst unseren Lebenshunger stillen,

wenn wir auf unser Haben Wollen verzichten.

Herr, erbarme dich.

 

·        Wem können wir wirklich vertrauen?

teuflisch geschickt ist der Überzeugungsversuch –

mit Berufung auf die Heilige Schrift:

überprüfe doch auf eigene Faust die Zusagen Gottes,

         dass er dich stets behüte,

         dass dir nichts Böses geschehen kann,

         dass du immer sicher getragen wirst.

Doch du, Herr, sagst:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“(Mt 4,7)

 

Herr, du wirst unsere Glaubenskraft stärken,

wenn wir auf solches Überprüfen Wollen verzichten.

Christus, erbarme dich.

 

·        Vor wem gehen wir in die Knie?

teuflisch geschickt ist das Versprechen:

unterwirf dich

         der Macht des Geldes;

         der Macht der allgemeinen Meinung;

         der herrschenden Mode,

dann gehört dir die ganze Welt.

Doch du, Herr, sagst:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“(Mt 4,10)

 

Du, Herr, kannst mit uns dein Reich der Gerechtigkeit und der Liebe aufbauen,

wenn wir auf unser Teil-Haben Wollen an der Macht der Mächtigen verzichten.

Herr, erbarme dich.


Haben – gelten – herrschen wollen…

oder

… verzichten – beten – teilen können

Gott, wir möchten viel besitzen,

was unser Leben angenehm macht.

Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen

immer mehr haben zu wollen,

         an materiellen Gütern

         an all dem, was unseren Lebenshunger doch nie stillen kann.

Zeige uns im Fasten, worauf wir verzichten können,

um frei zu werden für das, was du uns geben willst.

 

Gott, wir wollen gut angesehen sein bei den Menschen

oder sogar im Rampenlicht stehen.

Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,

bei den Menschen  als etwas Besonderes gelten zu wollen,

         indem wir mit unseren Vorzügen prahlen

         oder indem wir unsere Fähigkeiten zur Schau tragen.

Zeige uns beim Beten, worauf wir verzichten können,

um frei zu werden für das, was du durch uns wirken willst.

 

Gott, wir möchten oft Einfluss haben

und unseren Willen durchsetzen.

Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,

über andere bestimmen zu wollen,

         und andere mit unserer Macht zu beherrschen,

         oder die Güter der Erde nur für uns zu gebrauchen.

Zeige uns im solidarischen Teilen, worauf wir verzichten können,

um frei zu werden, damit deine Gerechtigkeit beginnen kann.

 

Gott, führe du uns,

damit wir nicht der Versuchung erliegen,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

zum Seitenanfang ______________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert