Teresa von Avila – 15.Okt.

Teresa von Avila

(Ordensfrau u. Kirchenlehrerin):
Gedenktag = 15. Oktober
Teresa von Avila, als Teresa de Cepeda y Ahumada (so der Name ihrer Mutter) wurde am 28. März 1515 in Avila geboren, dort stirbt sie am 4.10.1582, einen Tag später wird sie beerdigt, angesichts der Gregorianischen Kalenderreform ist dies der 15. Oktober.
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Teresa wird „die emanzipierte Nonne“ (Hans Conrad Zander) genannt.
„Nicht alle Nonnen dürfen das“, was sie getan hat, heißt ein Buchtitel von Erika Lorenz.
Sie wurde von ihren Zeitgenossen als „Spinnerin“ bezeichnet, jedoch 400 Jahre danach, gilt sie als eine der größten Heiligen der katholischen Kirche und als Klassikerin der christlichen Meditation.
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Sie reformiert den Karmel.
Von 1562 an, das Jahr der Gründung des ersten Reformklosters San José in Avila, wird Teresa unermüdlich in ganz Spanien unterwegs sein, 18 Frauenklöster und 15 Männerklöster, die sog. „Unbeschuhten Karmeliter“ konnte sie zu ihren Lebzeiten – oft auch gegen massive Widerstände etablierter Orden – gründen, und aus diesem Geist werden nach dem Tod Teresas europa- und weltweit Klöster gegründet.
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Von ihr sind viele Schriften überliefert.
In ihnen finden sich auch markante Sprüche z.B.

„Vor törichter Andacht und sauertöpfischen Heiligen bewahre uns, o Herr!“

„Eine beengte Seele kann Gott nicht freudig dienen.“

„Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein Leben lang zu suchen.“

„Die Vernunft ist gut, aber besser ist die Liebe, die uns der Vernunft entreißt.
Es kommt nicht darauf an, viel zu denken, sondern viel zu lieben.“

„Ob wir Gott lieben, lässt sich nicht sicher wissen,
wenn es auch wichtige Merkmale dafür gibt.
Die Liebe zum Nächsten aber, die können wir wissen.
Je mehr wir darin fortschreiten, umso größer wird auch die Gottesliebe.“

Sie beklagte sich einmal im Gebet über all die vielen Drangsale und Widerwärtigkeiten, unter denen sie zu leiden hätte.
„So behandele ich meine Freunde“, antwortete ihr der Herr.
Teresa versetzte: „Darum hast Du auch nur so wenige.“

Mit 62 Jahren verfasst sie im Jahre 1577 ein Buch über ihre Erfahrungen mit dem inneren Gebet: „Las Moradas del Castillo Interior“ – „Die Wohnungen des Inneren Schlosses“. Bekannt unter dem Titel: Die innere Burg oder die Seelenburg.

–> siehe: Teresa-von-Avila_Innere-Burg

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Teresa von Avila – Wohnungen des Inneren Schlosses – (c) G. M. Ehlert, Okt. 2017

Papst Paul VI. hat ihr 1970 als erster Frau den höchsten katholischen Ruhmestitel verliehen: „doctor Ecclesiae – Lehrerin der Christenheit“.
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Von ihr stammt das dreimal dreizeilige Gedicht: Nada te turbe
mit dem Schlussvers: „Solo Dios basta!“ – Gott allein genügt!
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Doch „Gott allein“ genügt nicht! – jedoch: „Gott nur ist genug!“ –
alles Irdische erfüllt uns nicht ganz – nur bei Gott ist die Fülle des Lebens.

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Nada-te-turbe

Eine Übertragung dieses Liedes von E. Lorenz –
singbar auf die Melodie aus Taize: Nada te turbe:
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Nichts soll dich verwirren,
nichts soll dich beirren,
alles vergeht. (Gott nur besteht).

Gott wird sich stets gleichen.
Geduld kann erreichen
was nicht verweht. (Gott nur besteht).

Wer Gott kann erwählen,
nichts wird solchem fehlen:
Gott nur besteht.

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 15. Okt. 2018

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