Josef – 19. März

Das Hochfest des Heiligen Josef, dem Bräutigam der Gottesmutter Maria
feiert die Kirche am 19. März.

zu den Liturgischen Texten vom Hochfest siehe Schott: „Heiliger Josef

Bild-Meditation

Josef-4a

Botschaft der Engel an Maria und Josef – (c) G. M. Ehlert, 2017

Der Josef, wie er hier vor uns steht, hält inne und hört.
Er ist ganz Ohr. Er vergrößert das Ohr noch mit der Hand,
um noch besser zu hören, um ja nichts zu überhören.

Was hört er? Was er-lauscht er?
Was er hört, betrifft ihn. Es geht ihn an.

Josef: ein Lauschender, der ganz Ohr ist.
Inmitten vieler Stimmen öffnet er sich für Gottes Ruf.
Er hört sie in Träumen… aus dem Mund der „Boten Gottes“.

Als erstes hört er, dass er Maria – die schwanger geworden ist – durch Gottes Geist
zu sich nehmen soll.
Er hört – und gehorcht!

Diese Josefgestalt kennzeichnet Offenheit.
Seine Augen sind weit geöffnet, fast aufgerissen.
Sind sie erschrocken, erstaunt? Oder beides zugleich?

Der ganze Mensch ist offen und empfangsbereit.
Das Gewand macht seinen Leib zur offenen Schale.

Josef trägt einen Stab in der Hand.
Der Stab erinnert an Aufbruch, sich auf den Weg machen, unterwegs sein.
Der Stab erinnert an die vielen und langen Wege, die Josef zu gehen hatte:
Mit Maria von Nazareth nach Betlehem, die Herbergssuche, die Flucht nach Ägypten und wieder zurück nach Galiläa. Dann der Pilgerweg mit Maria und dem 12-jährigen Jesus nach Jerusalem.

Doch zunächst hält Josef inne und hört und lauscht.
Noch ist er gesammelte Aufmerksamkeit.
Noch vernimmt er Weisung und empfängt Auftrag und Sendung.

Und schon ist er bereit zu gehen.
Die Haltung der Füße und die Bewegung der Knie zeigen es.
Er wird gehen.
Er wird umsetzen, was er hört.
Er wird ausführen, was er vernimmt.
Er wird dem Ruf folgen, der an ihn ergeht.
Inmitten vieler Möglichkeiten lässt er sich ein auf den Weg der Verheißung.

Josef hört, horcht und gehorcht. Er hört und tut.
Er gehört zu denen, die Jesus einmal seligpreisen wird:
„Selig, die das Wort Gottes hören und danach handeln!“ (vgl. Lk 11,28)

Hören auf Gott bedeutet: Horchen, hinhorchen, hineinhorchen, er-horchen und dann handeln.

Weil Josef sich auf-macht zum Hören,
kann er sich auch auf-machen zum Gehen und Handeln.

Hören – horchen – gehorchen,
das ist der Dreischritt, den Josef uns vormacht und lehrt.

Josef tut, was Gott ihm sagt, ohne Zögern und Nachfragen.
Er geht, wohin Gott ihn schickt, ohne Wenn und Aber.
Mehrmals heißt es von Josef: Er stand auf.
In sein Leben griff Gott oft ein.
Immer wieder neue Weisungen und Sendungen.

Es braucht den Geist der Unterscheidung.
Und es braucht Stille und Schweigen.

Von Josef ist kein einziges Wort in der Heiligen Schrift überliefert.
Im Getöse der Worte, in der Flut der Stimmen, in Lärm und Hektik
weist er uns zum aufmerksamen Hören und Lauschen.
Inmitten vieler Worte und Reden weist er uns zum WORT.

Er wird zum Hüter des WORTES Gottes,
das durch Marias JA
FLEISCH geworden ist und unter uns gewohnt hat. (vgl. Joh 1,14)

 

Gebet (von Irmgard Mauch):
„Gott, schenke mir
ein Ohr, das zu lauschen weiß,
Augen, die offen und wach sind,
ein Herz, das annimmt und aufnimmt,
einen Ruf, der mich gehorchen und aufbrechen lässt.“

 

Josef – Leben mit dem Geheimnis Gottes

1.     Josef – ein Sohn Davids

–          königliche Herkunft – Träger der messianischen Verheißung
–> Erinnerung an das eigene „Vaterhaus“ aus dem ich stamme

2.     Josef – ein Gerechter (Zaddik)

–          treu und fromm, verwurzelt in der jüdischen Tradition;
er lebt das, was er aus der Tora als Weisung Gottes erkennt
–> Erinnerung an die eigene „religiöse Heimat“

3.     Josef – der Bräutigam der Gottesmutter Maria

–          seine eheliche Bindung an Maria – Vorbild für Eheleute
–> Erinnerung an das „Zuhause“, das jeder in Bindung und Treue aufgebaut hat

4.     Josef – eingeweiht in das Geheimnis der Mutterschaft Marias

–          Gottes Engel durchkreuzt seine Pläne und Gedanken
–> worin hat Gott mich eingeweiht? – Wo bin ich „Träger seines Geheimnisses?

5.     Josef – der Beschützer des Erlösers

–          der Dienst der Vaterschaft:
u.a. angstvolles Suchen und Finden des 12-jährigen Jesus im Tempel.
–> was ist mein „Auftrag“ – meine Lebensaufgabe?

6.     Josef – der Arbeiter/Baumeister

–          Arbeit = Mitwirken
– am Schöpfungsplan Gottes,
– am Erlösungswerk Christi
– zur Heiligung der Welt/Verherrlichung Gottes
–> die eigene Arbeit = Beitrag, um die Erde bewohnbar zu machen/erhalten? – Ausdruck der Liebe?

7.     Josef – der Schweigsame

–          der Vorrang des Innenlebens – Kontemplation vor Aktion
–> Gebetsleben = wohnen im Geheimnis Gottes

8.     Josef – der Patron der Kirche

–         der Eheleute, der Familien, der Sterbenden,
–         der Kirche unserer Zeit
–> verbunden sein mit der „Gemeinschaft der Heiligen“, die schon ganz in Gottes Herrlichkeit zuhause sind.

 

Pfeil-oben
zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

.

.

Werbeanzeigen