Allerseelen – 2. Nov.


Gedanken zu Allerseelen – Gedenktag für alle Verstorbenen
(2. November)

Die zu läuternde Kirche – „Fegefeuer“ – Die „Dusche Gottes“

Manchmal begegne ich der Aussage: eine Messe lesen lassen „für die armen Seelen“ –
Jedoch ist „Arme Seelen“ keine biblische Vorstellung.
Auch im Katechismus der katholischen Kirche (KKK) findet sich diese Bezeichnung nicht.
Die sog. „armen Seelen“ sind mit Gott versöhnte, aber noch mit Sünden beladene Verstorbene, die ihre Sündenlast im Fegefeuer abbüßen.
Sie gehören schon zu den Auserwählten Gottes – ihnen gilt der herzliche Glückwunsch Jesu aus den Seligpreisungen. Sie müssen nur noch von dem gereinigt werden, was nicht zu der endgültigen Gemeinschaft mit Gott passt.
Die Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten (!) – die von der Bestrafung der Verdammten (= Hölle) völlig verschieden ist – Purgatorium [Fegefeuer].
„Purgatorium“ = kein „Vor-höllenfeuer“, sondern Feuer der Liebe Gottes oder: – „Die Dusche der Liebe Gottes, die allen Schmutz der Sünde hinweg wäscht.“

Bsp. aus einem Familiengottesdienst:
An einem Festtag wollten Kinder gerne draußen spielen.
Sie wurden ermahnt, dass sie sich dabei nicht dreckig machen sollten, sonst könnten sie so nicht am festlichen Abendessen teilnehmen. – Doch während des Spiels verdreckten sie sich alles. Als sie nun nach Hause kommen, was wird wohl die Mutter sagen? – Ein Kind antwortete: „Ab unter die Dusche – so kommst du mir nicht an den Tisch!“. –
Das ist das „Purgatorium“ – „Die Dusche der Liebe Gottes, die allen Schmutz der Sünde hinweg wäscht.“

Daran denken wir, wenn wir am Allerseelentag aller Verstorbenen betend gedenken, die sich im Zustand der Reinigung befinden im Hinblick auf das himmlische Hochzeitsmahl. Wenn wir für Verstorbene beten, dann darum, dass sie bereit werden – wenn sie es noch nicht sind – für die Annahme dieser Liebe Gottes.

Die Gemeinschaft der Heiligen – Von den drei Ständen der Kirche:

„Bis also der Herr kommt in seiner Majestät […],
pilgern die einen von seinen Jüngern auf Erden,
die andern sind aus diesem Leben geschieden und werden gereinigt,
wieder andere sind verherrlicht und schauen klar den dreieinen Gott selbst, wie er ist.“

(2. Vatikanische Konzil: Lumen gentium Nr. 49)

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Kirche = Gemeinschaft der Heiligen: auf ihrer irdischen Pilgerschaft + im Zustand der Läuterung + verherrlicht im Himmel; (c) G. M. Ehlert, 02.11.2016

Das betende Gedenken an die Gemeinschaft der Heiligen im Eucharistischen Hochgebet:
– die pilgernde Kirche auf Erden; – sie ist ständig zu „reformieren“
– die zu läuternde Kirche im Purgatorium – „Fegefeuer“/ Reinigungszustand
– die verherrlichte Kirche – die Gemeinschaft der Heiligen im Himmel

Gedenke deiner Kirche auf der ganzen Erde
und vollende dein Volk in der Liebe,
vereint mit unserem Papst N.,
unserem Bischof N. und allen Bischöfen,
unseren Priestern und Diakonen
(Ordensleuten und Eheleuten)
und mit allen, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind
(und mit dem ganzen Volk deiner Erlösten).
Gedenke (aller) unserer Brüder und Schwestern,
die (entschlafen)/ gestorben sind in der Hoffnung,
dass sie auferstehen.
Nimm sie
und alle, die in deiner Gnade
aus dieser Welt geschieden sind,
in dein (himmlisches) Reich auf,
wo sie dich schauen
von Angesicht zu Angesicht.
Vater, erbarme dich über uns alle,
damit uns das ewige Leben zuteil wird
in der Gemeinschaft
mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria,
mit deinen Aposteln
und mit allen,
die bei dir Gnade gefunden haben
von Anbeginn der Welt,
dass wir dich loben und preisen
durch deinen Sohn Jesus Christus.

(aus dem 2. Eucharistischen Hochgebet)

siehe auch: 3-Stände-der-Kirche
siehe auch: Der Tod – das Tor zum Leben

Weitere Gedanken zum Gedenken an die Verstorbenen
siehe auch: die-toten-werden-auferstehen

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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