Schlagwort-Archive: Nazaret

Abgelehnt (4.C)

4. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 3. Februar 2019

Liturgische Texte zum 4. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 106,47)
Hilf uns, HERR, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen denen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jeremía (Jer 1,4-5.17-19)
„Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!“

Antwortpsalm: Ps 71,1-2.3.5-6.15 u. 17
Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit.

2. Lesung: aus dem1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,31 – 13,13) oder: (1 Kor 13,4-13)
„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Jes 61,1)
Halleluja. Halleluja.
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 4,21-30)
Wie Elija und Elischa, so ist Jesus nicht nur zu den Juden gesandt

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

–> Lk 4,16-44 Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

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Bild zur Meditation: Ablehnung Jesu in seiner Vaterstadt Nazaretmk-6-1-6

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Impulse zur Reaktion auf die Predigt Jesu in Nazaret:

Kein Prophet wird akzeptiert in seiner Vaterstadt

ein außerbiblisches Jesuswort:

„Es gibt keinen Propheten, der in seinem Dorf aufgenommen wird.
Ein Arzt pflegt die, die ihn kennen, nicht zu heilen.“

(Thomasevangelium Logion 31)

Das musste auch Jesus in seiner Heimatstadt Nazaret erfahren als er zu Beginn seines öffentlichen Wirkens auch in der Synagoge von Nazaret predigt.

Zuerst staunen alle über den beeindruckenden Inhalt seiner Predigt. Doch dann lehnen sie ihn ab, weil er doch nur ein Sohn Josefs ist.

Warum ist das so?

  • Die Herkunftsfamilie und die „Sandkastenfreunde“ aus dem Heimatort trauen einem oft keine besondere Entwicklung zu?
  • damals: „Ist das nicht ein Sohn Josefs?“…
  • heute: wie – der Bauernjunge will ein guter Arzt sein? – Das trauen wir dem nicht zu.
  • Das Vorurteil: genetischer Fehlschluss: von der Herkunft auf die Güte eines Menschen zu schließen?
  • der kommt doch aus einem guten Haus… wie konnte der nur so niederträchtig handeln?…

1.    Nazaret: Von Bewunderung zur Ablehnung

„Bewunderung und Ablehnung – dieses paradoxe Verhalten, dem auch ein paradoxes Gefühl entspricht, ist kennzeichnend für das Verhalten vieler zu Jesus (auch heute)

  • Die Ablehnung kann die Kehrseite der Bewunderung werden, wenn deutlich wird, dass eine Beziehung zu ihm zur Veränderung des eigenen Lebens führen müsste. Da entscheidet sich, ob Bewunderung und Verehrung zur Abhängigkeit führen oder für das eigene unverwechselbare Leben frei machen. ….Bewunderung ohne Veränderung zur Lebenserweiterung – das hat Jesus, soweit wir das aus den Evangelien ablesen können, offensichtlich abgelehnt.
  • Da, wo der Mensch, den wir bewundern, sich nicht in dieser Bewunderung sonnt, sondern die Frage stellt: Und was bedeutet das für dich selbst? Welche Kräfte und Gaben bewunderst du bei mir, die du selbst hast?
  • Wohin sollten sich nun die Verwandten, die Bewohner von Nazaret verändern? Nazaret bedeutet seinem Namen nach: „Ort des Sprosses“ (aus dem Hause Davids).Jesus bekräftigt nun bei seinem Auftritt in seiner Vaterstadt, dass sich die Verheißung des Messias in IHM erfüllt hat. Doch sie sind irritiert. Denn er erfüllt bestimmte Erwartungen nicht. (Einen Messias haben wir uns doch ganz anders vorgestellt…) – Wenn er kommt, wird er doch die Frommen belohnen und diejenigen, welche die Gebote Gottes nicht erfüllen, – z.B. die Heiden bestrafen? Doch Jesus verkündet, dass gerade auch an den Heiden Zeichen und Wunder geschehen.
  • Hier in diesem kleinen Kaff wohnte eine streng jüdische Sippe, die stolz darauf war, aus davidischem Geschlecht abzustammen. Sie befolgten eine strenge Torafrömmigkeit, verbunden mit der endzeitlichen Erwartung, dass aus ihrem Spross einmal der Messias kommen wird.
  • In Nazaret lernt Jesus wie schwer es ist, festgefügte Erwartungshaltungen, vor allem wenn sie religiös motiviert sind, aufzubrechen. Es gelingt ihm nicht, im Gegenteil.
  • Seine Lehre treibt sie zu Wut. Es kommt zu einem Aufstand und beinahe zu einer Lynchjustiz, der er sich gerade noch entziehen kann.

2.    Kafarnaum: „…denen aber, die ihn aufnahmen…“

Er verlässt Nazaret, den Ort seiner Herkunft und geht nach Kafarnaum, einem Ort mit Juden und Heiden am See Genezareth hinab. Dieser Ort wird nun zu seiner Wahlheimat.

Hier trauen ihm die Menschen heilende Kräfte zu – hier kann er heilsam wirken.

3.    Unterschiedliche Wirkungen der vollmächtigen Lehre Jesu:

„Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu heißen.“

in Nazaret (Lk 4,16-30) in Kafarnaum (Lk 4,31-44)
„alle staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen“ „Da waren sie bestürzt ob seiner Lehre, denn vollmächtig war sein Wort.“
(Skepsis): „ist das nicht ein Sohn Josefs?“ Ein Mensch mit einem dämonischen Geist bekennt:
„Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“
„Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt“ „Hinaus lief das Echo über ihn, an jeden Ort des Umlandes.“
„Von Wut erfüllt wurden da alle in der Synagoge, die das hörten.
Und sie standen auf, trieben ihn aus der Stadt hinaus…“
Die geheilte Schwiegermutter des Simon:

„Sofort stand sie auf und diente ihnen.“

„…um ihn hinunterzustoßen“ „Die Scharen suchten ihn…
und wollten ihn abhalten, sie zu verlassen.“
  • Wem gleichen wir? – Den Menschen in Nazaret mit ihren festgefügten Erwartungen, die Jesus ablehnen? Oder den Menschen in Kafarnaum, die auch in ihrer religiösen Erwartung offen sind und Jesus gerne aufnehmen?

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Links:

–> zur 1. Lesung – Jer 1,4-5.17-19: „Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt“

–> zum Antwortpsalm: Psalm 71: Gott – Zuflucht im Alter

–> 2. Lesung: 1 Kor 12,31 – 13,13: „Das ‚Zehnwort‘ (= Dekalog) der Liebe

–> Evangelium: Lukasevangelium 4,21-30
siehe Grafik zu Mk 6,1-6: Reaktionen auf Jesu Predigt in Nazaret
–> siehe: „Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

–> siehe auch: Predigt Jesu in Nazaret

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 4. Sonntag C

 

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 27. Januar 2019

 

Erfüllt (3.C)

3. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 27. Januar 2019

Liturgische Texte zum 3. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 96,1.6 )
Singet dem HERN ein neues Lied, singt dem HERRN, alle Lande!
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Nehemía (Neh 8,2-4a.5-6.8-10)
„Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, vor und gab dazu Erklärungen, so dass die Leute verstehen konnten“

Antwortpsalm: Ps 19,8.9.10.12 u. 15
Deine Worte, o HERR, sind Geist und Leben

2. Lesung: aus dem1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,12-31a)
„Ihr seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Jes 61,1)
Halleluja. Halleluja.
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 1,1-4 und 4,14-21)
Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

–> Lk 4,16-44 Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

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Bild zur Meditation:

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

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Impulse zur Predigt Jesu in Nazaret:

 

Heute – wurde erfüllt dieses Wort
in euren Ohren

Als Jesus die Verheißungen des Propheten Jesaja vorgelesen hatte, waren die Augen aller in der Synagoge erwartungsvoll auf ihn gerichtet. Und seine Predigt war kurz – nur ein Satz: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ – Doch dieser Satz aus dem Munde Jesu schlug ein wie eine Bombe.

Doch der Reihe nach.
1. Das „Geheimnis“ von Nazaret
„Was kann aus Nazaret schon Gutes kommen?“ (Joh 1,46 )
Die heutige Großstadt Nazaret (120.000 Einwohner) war in der Zeit Jesu ein kleines unbekanntes Dorf.
In den Heiligen Schriften der Juden und in außerbiblischen Dokumenten jener Zeit wird dieser Ort gar nicht erwähnt.
(Was kann dann aus Nazaret also schon Gutes kommen?)

Doch vermutlich waren die Bewohner Nazarets stolz auf ihre Herkunft. Die Sippe der Nazarener berief sich darauf, dass sie Nachkommen des Königs David seien. Denn der Name „Nazaret“ – aramäisch „Nazara“ – leitet sich her vom hebräischen Wort NeZeR = Spross.
Und den biblischen Verheißungen gemäß werde ein Spross aus dem Hause Davids einmal der Messias sein. Daher waren Bewohnern Nazarets gerade die messianischen Verheißungen des Propheten Jesaja besonders wichtig.

2. Jesus – die erfüllte Jesajaverheißung
– dass Jesus, der 30 Jahre verborgen in Nazaret gelebt hat, aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, war nichts Besonderes. Einen solchen Lektorendienst durfte im damaligen Synagogengottesdienst jeder männliche Jude, seit seiner Bar-Mizwa (mit 12-13 Jahren) übernehmen.
– auch dass Jesus, nachdem er einige Zeit aus Nazaret fort gewesen war (Taufe im Jordan, 40-tägigen Wüstenaufenthalt, Predigt und Heilungen in Galiläa) nun ein paar Worte im Anschluss an die Prophetenlesung an die Gemeinde richten will, entsprach der damaligen Gottesdienstpraxis.

Doch der kurzen Satz, den Jesus im Anschluss an die messianischen Verheißungen des Propheten Jesaja sagt, ist in den Ohren der Bewohner Nazarets ungeheuerlich. „Heute (!) hat sich das Wort, das ihr eben gehört habt, erfüllt (!).“

Das „heute“ der Erlösung Gottes
Das „Heute“ in der Verkündigung Jesu ist hier – wie öfters im Lukasevangelium – keine Terminangabe, sondern eine „Heilszusage“.
Lk 2,11: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“
Lk 19,5: Jesus beim Zöllner Zachäus: „Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ und:
Lk 19,9: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.“
Lk 23,43: Jesus zum reumütigen Schächer am Kreuz: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

3. Jesu „prophetische Spiritualität“
Doch was hat sich in Jesus denn im einzelnen erfüllt:

a) gesalbt und ermächtigt
„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt.“ – Lukas geht es darum, durch dieses Zitat Jesus als den Heilsbringer in einem umfassenden Sinne darzustellen. Jesus ist derjenige, auf dem der Geist Gottes ruht.

b) gesandt für Gerechtigkeit und Befreiung
Gott hat Jesus gesandt,
– „den Armen eine gute Nachricht zu bringen“ – d.h. von materieller Not zu befreien:,
– „den Gefangenen die Entlassung zu verkünden“ – d.h. soziale Ausgrenzung zu überwinden
– „den Blinden das Augenlicht wiederzugeben“ – d.h. von körperlicher Not zu befreien:
– „die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen“ d.h. seelische Not zu überwinden.
Da Jesus sich nach dem Lukasevangelium besonders der Sünder annimmt, ist für Lukas hier sicher auch die Befreiung von Sünden gemeint.

c) ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen
„alle Jubeljahre“ einmal – d.h. alle 50 Jahre sollte es so ein „Gnadenjahr des Herrn“ geben, d.h. ein Jahr der Befreiung aus Schuldenlast und Versklavung. = das Jahr, das willkommen ist dem Herrn.
Und Jesus behauptet gerade hier in Nazaret, dass mit ihm „heute“ ein solches Heilsjahr begonnen hat. –
Er ruft hier ein „außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit Gottes“ aus.

4. Erfüllung des Wortes Gottes – „in deinen Ohren“
Ich komme noch einmal auf den einzigen Satz der Predigt Jesu zurück:
„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ – so steht es in der Einheitsübersetzung, die ich vorhin vorgelesen habe.
wörtlich aus dem Griechischen übersetzt heißt es jedoch:
„Heute wurde erfüllt diese geschriebenen (Worte) in den Ohren von euch.“ In euren Ohren.

Ich glaube, darin liegt etwas Wichtiges. Bevor wir die Erfüllung der Verheißungen Gottes in unserem alltäglichen Leben erfahren, erfüllen sie sich zunächst in unserem Innern, dadurch, dass ich durch das Ohr das Wort Gottes in mein Inneres hereinlasse, dass ich dann Frieden bekomme im Herzen manchmal mitten in einer bedrängenden Notlage. Dieses Wort, das ich durch das Ohr in mich hineinlasse, bewirkt in meinem Innern den Glauben, dass Gott zu seinen Verheißungen steht.

Die Verheißungen Gottes erfüllen sich zuerst in mir und in dir und dann sichtbar in deiner Umwelt, in deinem alltäglichen Leben.

5. Verbindung von „Gottesdienst“ und „Menschendienst“ bei uns
Jesus will den ganzen Menschen erneuern, was persönliche und gesellschaftliche Auswirkungen hat. Dies ist eine Verpflichtung auch für diejenigen, die in der Nachfolge Jesu stehen.
Das Evangelium mit der Kurzpredigt Jesu gibt eine gute Anregung für eine „Spiritualität des Alltags“:
Achten Sie in der kommenden Woche einmal darauf, welches Wort Gottes Sie in Ihren Ohren haben – und versuchen Sie, dieses Wort in Ihrem Alltag mit Leben zu erfüllen.

* * *

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Links:

–> zum Antwortpsalm: Psalm 19: Wie am Himmel so auf Erden – geschehe dein Wille
Psalm 19

–> zur 2. Lesung: 1 Kor 12,12-31a: „Ein Leib – viele Glieder

–> zum Evangelium:

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 3. Sonntag C

–> siehe auch: Predigt Jesu in Nazaret
–> und: Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

Gedenktage:

– 27. Januar: Angela Merici = g

– 31. Januar: Johannes Bosco = G

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 26. Januar 2019

Ein Prophet in seiner Heimat (14.B)

„Ist das nicht der Zimmermann,
der Sohn der Maria…“

Sonntag, 8. Juli 2018

Liturgische Texte zum 14. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 48,10-11)
Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Na, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

Tagesgebet
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ERSTE Lesung Ezechiel (Ez 1,28b – 2,5)
Sie sind ein widerspenstiges Volk, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war

Antwortpsalm Ps 123,1-2.3-4
Unsere Augen schauen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig ist.

–> zu Psalm 123: Aufblick zum gnädigen Gott

ZWEITE Lesung aus dem 2. Korintherbrief (2 Kor 12,7-10)
Ich will mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 4,18ab)
Halleluja. Halleluja.
Der Geist des HERRn ruht auf mir:
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen.
Halleluja.

Evangelium Mk 6,1b-6
Nirgends hat  ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat

–> zu Mk 6,1-6: Jesus in der Synagoge in Nazaret (14. S. i. J. B)

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Bild zur Meditation:

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

„Der Geist des HERRN ruht auf mir…“ Grafik zu Mk 6,1-6

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Evangelientext Mk 6,1-6Schott 14.S.i.J. BÜbersetzung G. M. Ehlert

Ablehnung Jesu in Nazaret (Mk 6,1-6)

1. Und er (= Jesus) ging weg von dort
und er kommt in seine Vaterstadt,
und es folgen ihm seine Jünger.

2. Und als es geworden war Sabbat
begann er zu lehren in der Synagoge
und viele Hörenden gerieten aus der Fassung
sagend:
„Woher (hat) dieser dieses,
und was (ist das für) eine Weisheit
die gegeben wurde diesem,
und was für Machttaten die geschehen
durch seine Hände geschehen?

3. Ist nicht dieser der Bauarbeiter,
der Sohn der Maria*

* es ist biblisch einmalig, dass jemand „der Sohn der Mutter…“ genannt wird.
Üblich ist es jemanden als „Sohn des Vaters…“ zu bezeichnen.
(= ein indirekter Hinweis auf die Jungfrauengeburt)

und Bruder* von Jakobus und Joses und Judas und Simon
und sind nicht die Brüderinnen* von ihm hier bei uns?“
Und sie nahmen Anstoß an ihm.

„adelphos = wörtl. „aus einem (Mutter-)Schoß“
= Geschwister, aber auch „nahe Verwandte“

4. Und es sagte der Jesus zu ihnen (folgendes):
„Es ist nicht ein Prophet ungeehrt
außer in seiner Vaterstadt
und bei seinen Verwandten
und in seinem Haus.“

5. Und nicht eine Machttat konnte er dort tun,
außer dass er wenigen Kranken auflegte die Hände – sie heilend.

6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens.

Und er zog durch die Dörfer im Umkreis lehrend.

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Gedanken zum Evangelium

„Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria…?“

zu Mk 6,1-6 vgl. Mt 13,54-58; Lk 4,16-30

“Die Weisheit des Schriftgelehrten vermehrt das Wissen.
Wer frei ist von Arbeit, kann sich der Weisheit widmen.“ (Sir 38,24)

„Jesus kam in seine Heimatstadt“
Nazareth, in Untergaliläa, etwa 100 km Luftlinie nördlich von Jerusalem in einem Talkessel (343 m hoch) am Fuß des Nebi Sain (488 m) gelegen, – heute eine Stadt von 120.000 Einwohnern – war damals ein unbekanntes und abseits der Verkehrsstraßen liegendes Dorf. Seine Vergangenheit war so wenig berühmt, dass es mit keinem Wort im Alten Testament erwähnt wird.

„seine Jünger begleiteten ihn“
Dass Jesus von Jüngern begleitet ist, erweist ihn als einen, der es zu einem angesehenen Rabbi gebracht hat.

„Am Sabbat lehrte er in der Synagoge“
Jesus beginnt auch in seinem Heimatort am Sabbat in der Synagoge zu lehren.

„ „staunten“
Wortgetreue Übersetzung: sie gerieten außer sich, sie gerieten aus der Fassung.

„und sagten: Woher hat er das alles?“
Die Übersetzung des griechischen Wortes für „woher“ hat auch die Bedeutung „aus welcher Quelle“, „von wem“.

„Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist“
Hier handelt es sich um eine Passivformulierung, die Gott nicht nennt, aber meint. Das ist eine Umschreibung des Gottesnamens, um den Gottesnamen nicht aussprechen zu müssen. Das heißt, die Weisheit ist ihm von Gott gegeben.

„Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen“
Wortgetreue Übersetzung: und solche Kräfte, solche Machttaten durch seine Hände (= durch seine Handauflegung) geschehene.
Diese „Eigenschaften“ (Weisheit und Machttaten) verweisen eigentlich in den Bereich Gottes, womit sich die Fragen selbst beantwortet hätten. Nach Jesaja 11,2 verleiht Gott diese Fähigkeiten dem Messias: „Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm (= auf dem Messias): der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.“
Das Staunen (= das Außer-sich-geraten) der Leute von Nazareth jedoch über Jesu Weisheit und Machttaten schafft kein Vertrauensverhältnis, das zum Glauben an ihn führen könnte.

„Ist das nicht der Zimmermann“?
Die Berufsbezeichnung „téknon“ (griech.) ist treffender mit „Bauarbeiter“ als mit dem bekannten „Zimmermann“ zu übersetzen. Holz war in dieser Gegend Mangelware. Jesus zog vermutlich „berufsbedingt“ umher und arbeitete auf den „Großbaustellen“ seiner Zeit. Solche Baustellen gab es beispielsweise in der Residenzstadt Sepphoris, die ca. eine Stunde Fußmarsch von Nazareth entfernt lag, oder auch in Tiberias, das 17-22 n.Chr. als neue Hauptstadt ausgebaut wurde. Durch die Berufsbezeichnung wird deutlich, dass Jesus nicht aus der Bildungselite stammt.

„der Sohn der Maria“
Die Bezeichnung nach der Mutter ist für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich. Üblicherweise trägt der Sohn den Namen des Vaters.
Diese Benennung könnte damit erklärt werden, dass der Vater Jesu, der im Markusevangelium nie erwähnt wird, verstorben ist. Aber auch dann ist diese Herkunftsangabe auffällig. Zweitens könnte mit der Nichterwähnung eines irdischen Vaters auf die jungfräuliche Empfängnis angespielt sein. Für Markus stellt sich vermutlich die Frage über Empfängnis und Geburt Jesu nicht, jedoch für Matthäus (Mt 1,18-25) und für Lukas (Lk 1,26-38; 2,1-20). Eine dritte Erklä-rung für „Sohn der Maria“ ist, die Bezeichnung als „Schimpfwort“ zu verstehen. Mit der Verwendung dieser Benennung wurde meist auf eine uneheliche Herkunft und Geburt angespielt.

„und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?“
Hatte Jesus Geschwister?
Hier werden vier Brüder genannt (Jakobus, Joses, Judas, Simon sind alttestamentliche Namen von 4 Stammvätern des Volkes Israel: Jakobus als Stammvater der zwölf Stämme des Volkes Israel und drei seiner Söhne – Joses steht für Josef. Und auch Schwestern werden hier erwähnt.
Die Alte Kirche deutet die Geschwister im Anschluss an Hieronymus als Vettern oder Halbgeschwister Jesu aus erster Ehe Josefs. Für Markus stellten sich solche Fragen vermutlich noch nicht und er dürfte an leibliche Geschwister Jesu gedacht haben.
Jesus hingegen „definiert“ seine Familie im Markusevangelium neu: Seine Mutter, seine Brüder und Schwestern sind die, die das Wort Gottes hören und tun.
Historisch eineindeutig lässt sich weder die eine noch die andere Meinung bezüglich der Geschwister Jesu beweisen.

„Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab“
Die Beziehung zwischen Jesus und seiner Familie wird im Markusevangelium als eine schwierige dargestellt (Mk 3,20f.31-35); sie halten Jesus für verrückt (Mk 3,21). Die Menschen in Nazareth schließen sich dem „Urteil“ der Verwandten Jesu an. Jesus sei nur „einer von ihnen“, daher können seine Worte und Taten nicht göttlichen Ursprungs sein. Die Reaktion auf Jesus ist offene Ablehnung. In den Augen der Bewohner von Nazareth ist er nur ein Bauarbeiter und nur der Sohn Marias. Sie erkennen das wahre Wesen Jesu nicht.

„Und er konnte dort kein Wunder tun“
Das Wirken Gottes setzt beim Menschen Vertrauen, Glauben und Offenheit zu Gott voraus.

„Und er wunderte sich über ihren Unglauben“
Wortgetreue Übersetzung des griechischen Textes: Und er staunte wegen ihres Unglaubens.
Staunen ist normalerweise die Reaktion der Menschen nach einer Machttat Jesu.
Hier staunt Jesus wegen des Unglaubens der Bewohner von Nazareth.

Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte
Die Leute in seiner Heimat haben Jesus abgelehnt. Jesus hat ihnen ihre Freiheit gelassen und sie nicht bedrängt. Er hat Nazareth verlassen und ging in andere Orte zu anderen Menschen, wo er aufgenommen wurde.
Damit gibt Jesus ein Lehrbeispiel für rechte Mission.


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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 01. Juli 2018

 

Jesu Predigt in Nazaret


zum 4. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) = 31. Januar 2016:

1. Lesung: Jer 1,4-5.17-19: „Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt“

2. Lesung: 1 Kor 12,31-13,13: „Das ‚Zehnwort‘ (= Dekalog) der Liebe

Evangelium: Lukasevangelium 4,21-30
siehe Grafik zu Mk 6,1-6: Reaktionen auf Jesu Predigt in Nazaret

zum 3. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) = 24. Januar 2016:

1. Lesung: Neh 8,1-4a.5-6.8-10 Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, vor und gab dazu Erklärungen, so dass die Leute verstehen konnten“

2. Lesung: 1 Kor 12,12-31a Ihr seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“ –> siehe: „Ein Leib – viele Glieder

Evangelium: Lk 1,1-4; 4,14-21 „Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt“
–> siehe: „Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

 

Heute – wurde erfüllt dieses Wort
in euren Ohren

Als Jesus die Verheißungen des Propheten Jesaja vorgelesen hatte, waren die Augen aller in der Synagoge erwartungsvoll auf ihn gerichtet. Und seine Predigt war kurz – nur ein Satz: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ – Doch dieser Satz aus dem Munde Jesu schlug ein wie eine Bombe.

Doch der Reihe nach.
1. Das „Geheimnis“ von Nazaret
„Was kann aus Nazaret schon Gutes kommen?“ (Joh 1,46 )
Die heutige Großstadt Nazaret (120.000 Einwohner) war in der Zeit Jesu ein kleines unbekanntes Dorf.
In den Heiligen Schriften der Juden und in außerbiblischen Dokumenten jener Zeit wird dieser Ort gar nicht erwähnt.
(Was kann dann aus Nazaret also schon Gutes kommen?)

Doch vermutlich waren die Bewohner Nazarets stolz auf ihre Herkunft. Die Sippe der Nazarener berief sich darauf, dass sie Nachkommen des Königs David seien. Denn der Name „Nazaret“ – aramäisch „Nazara“ – leitet sich her vom hebräischen Wort NeZeR = Spross.
Und den biblischen Verheißungen gemäß werde ein Spross aus dem Hause Davids einmal der Messias sein. Daher waren Bewohnern Nazarets gerade die messianischen Verheißungen des Propheten Jesaja besonders wichtig.

2. Jesus – die erfüllte Jesajaverheißung
– dass Jesus, der 30 Jahre verborgen in Nazaret gelebt hat, aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, war nichts Besonderes. Einen solchen Lektorendienst durfte im damaligen Synagogengottesdienst jeder männliche Jude, seit seiner Bar-Mizwa (mit 12-13 Jahren) übernehmen.
– auch dass Jesus, nachdem er einige Zeit aus Nazaret fort gewesen war (Taufe im Jordan, 40-tägigen Wüstenaufenthalt, Predigt und Heilungen in Galiläa) nun ein paar Worte im Anschluss an die Prophetenlesung an die Gemeinde richten will, entsprach der damaligen Gottesdienstpraxis.

Doch der kurzen Satz, den Jesus im Anschluss an die messianischen Verheißungen des Propheten Jesaja sagt, ist in den Ohren der Bewohner Nazarets ungeheuerlich. „Heute (!) hat sich das Wort, das ihr eben gehört habt, erfüllt (!).“

Das „heute“ der Erlösung Gottes
Das „Heute“ in der Verkündigung Jesu ist hier – wie öfters im Lukasevangelium – keine Terminangabe, sondern eine „Heilszusage“.
Lk 2,11: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“
Lk 19,5: Jesus beim Zöllner Zachäus: „Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ und:
Lk 19,9: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.“
Lk 23,43: Jesus zum reumütigen Schächer am Kreuz: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

3. Jesu „prophetische Spiritualität“
Doch was hat sich in Jesus denn im einzelnen erfüllt:

a) gesalbt und ermächtigt
„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt.“ – Lukas geht es darum, durch dieses Zitat Jesus als den Heilsbringer in einem umfassenden Sinne darzustellen. Jesus ist derjenige, auf dem der Geist Gottes ruht.

b) gesandt für Gerechtigkeit und Befreiung
Gott hat Jesus gesandt,
– „den Armen eine gute Nachricht zu bringen“ – d.h. von materieller Not zu befreien:,
– „den Gefangenen die Entlassung zu verkünden“ – d.h. soziale Ausgrenzung zu überwinden
– „den Blinden das Augenlicht wiederzugeben“ – d.h. von körperlicher Not zu befreien:
– „die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen“ d.h. seelische Not zu überwinden.
Da Jesus sich nach dem Lukasevangelium besonders der Sünder annimmt, ist für Lukas hier sicher auch die Befreiung von Sünden gemeint.

c) ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen
„alle Jubeljahre“ einmal – d.h. alle 50 Jahre sollte es so ein „Gnadenjahr des Herrn“ geben, d.h. ein Jahr der Befreiung aus Schuldenlast und Versklavung. = das Jahr, das willkommen ist dem Herrn.
Und Jesus behauptet gerade hier in Nazaret, dass mit ihm „heute“ ein solches Heilsjahr begonnen hat. –
Er ruft hier ein „außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit Gottes“ aus.

4. Erfüllung des Wortes Gottes – „in deinen Ohren“
Ich komme noch einmal auf den einzigen Satz der Predigt Jesu zurück:
„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ – so steht es in der Einheitsübersetzung, die ich vorhin vorgelesen habe.
wörtlich aus dem Griechischen übersetzt heißt es jedoch:
„Heute wurde erfüllt diese geschriebenen (Worte) in den Ohren von euch.“ In euren Ohren.

Ich glaube, darin liegt etwas Wichtiges. Bevor wir die Erfüllung der Verheißungen Gottes in unserem alltäglichen Leben erfahren, erfüllen sie sich zunächst in unserem Innern, dadurch, dass ich durch das Ohr das Wort Gottes in mein Inneres hereinlasse, dass ich dann Frieden bekomme im Herzen manchmal mitten in einer bedrängenden Notlage. Dieses Wort, das ich durch das Ohr in mich hineinlasse, bewirkt in meinem Innern den Glauben, dass Gott zu seinen Verheißungen steht.

Die Verheißungen Gottes erfüllen sich zuerst in mir und in dir und dann sichtbar in deiner Umwelt, in deinem alltäglichen Leben.

5. Verbindung von „Gottesdienst“ und „Menschendienst“ bei uns
Jesus will den ganzen Menschen erneuern, was persönliche und gesellschaftliche Auswirkungen hat. Dies ist eine Verpflichtung auch für diejenigen, die in der Nachfolge Jesu stehen.
Das heutige Evangelium mit der Kurzpredigt Jesu gibt uns eine gute Anregung für eine „Spiritualität des Alltags“:
Achten Sie in der kommenden Woche einmal darauf, welches Wort Gottes Sie in Ihren Ohren haben – und versuchen Sie, dieses Wort in Ihrem Alltag mit Leben zu erfüllen.

Die Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. – 25. Januar 2016)
steht unter dem Motto: „Berufen, die großen Taten des Herrn zu verkünden“ (1 Petrus 2,9)Sie ruft uns dazu auf, gemeinsam Zeugnis zu geben von dem, was in uns an Glauben lebendig ist.

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Jesus in Nazaret

14. Sonntag im Jahreskreis B (= 5. Juli 2015)

1. Lesung: Ezechiel (Ez 1,28b – 2,5)
2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 12,7-10)
Evangelium: Markusevangelium (Mk 6,1b-6)

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Ablehnung Jesu in Nazaret (Mk 6,1-6)

1. Und er (= Jesus) ging weg von dort
und er kommt in seine Vaterstadt,
und es folgen ihm seine Jünger.

2. Und als es geworden war Sabbat
begann er zu lehren in der Synagoge
und viele Hörenden gerieten aus der Fassung
sagend:
      „Woher (hat) dieser dieses,
      und was (ist das für) eine Weisheit
      die gegeben wurde diesem,
      und was für Machttaten die geschehen
      durch seine Hände geschehen?

3.    Ist nicht dieser der Bauarbeiter,
      der Sohn der Maria*

* es ist biblisch einmalig, dass jemand „der Sohn der Mutter…“ genannt wird.
Üblich ist es jemanden als „Sohn des Vaters…“ zu bezeichnen.
(= ein indirekter Hinweis auf die Jungfrauengeburt)

     und Bruder* von Jakobus und Joses und Judas und Simon
      und sind nicht die Brüderinnen* von ihm hier bei uns?“
Und sie nahmen Anstoß an ihm.

„adelphos = wörtl. „aus einem (Mutter-)Schoß“
= Geschwister, aber auch „nahe Verwandte“

4. Und es sagte der Jesus zu ihnen (folgendes):
      „Es ist nicht ein Prophet ungeehrt
      außer in seiner Vaterstadt
      und bei seinen Verwandten
      und in seinem Haus.“

5. Und nicht eine Machttat konnte er dort tun,
außer dass er wenigen Kranken auflegte die Hände – sie heilend.

6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens.

Und er zog durch die Dörfer im Umkreis lehrend.

siehe zum Evangelium: Mk 6,1b-6

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Predigt Jesu in Nazaret

zum 4. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) = 3. Februar 2013:
1. Lesung: Jer 1,4-5.17-19: „Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt“
2. Lesung: 1 Kor 12,31-13,13: „Das ‚Zehnwort‘ (= Dekalog) der Liebe
Evangelium:  Lukasevangelium 4,21-30
siehe Grafik zu Mk 6,1-6: Reaktionen auf Jesu Predigt in Nazaret

zum 3. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C) = 27. Januar 2013:

1. Lesung: Neh 8,1-4a.5-6.8-10 Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, vor und gab dazu Erklärungen, so dass die Leute verstehen konnten“
2. Lesung: 1 Kor 12,12-31a Ihr seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“ –> siehe: „Ein Leib – viele Glieder
Evangelium: Lk 1,1-4; 4,14-21 „Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt“
–> siehe: „Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Prophetenschicksal

zum 14. Sonntag im Jahreskreis B (= 8. Juli 2012)
zum Evangelium: Mk 6,1b-6