Blasius – 3. Febr.

Heiliger Blasius – 

„Bischof mit dem erbarmenden Herzen“

Blasius war Bischof im 4. Jahrhundert von Sebaste in Armenien.
Gedenktag = 3. Februar
Namensbedeutung: Blasius – wahrscheinlich von gr. Basileios = der Königliche

Lebensbeschreibung nach der „Legenda aurea“ von Jacobus de Voragine, 13. Jh.

1 Blasius – zum Bischof erwählt – von Kaiser Diocletian verfolgt – Zuflucht in Höhle – Tiere versorgen ihn
Blasius war groß in Sanftmut und Heiligkeit. Das sah das Volk des Landes Cappadocia an, darum erwählte es ihn zu einem Bischof in der Stadt Sebaste. Da nun Sankt Blasius das Bistum empfangen hatte, da ward des Kaisers Diocletian Verfolgung wider die Christen so groß, dass er in eine Höhle musste fliehen. Daselbst führte er ein Einsiedlerleben. Die Vögel brachten ihm Speise in seine Höhle, und das Wild kam einmütiglich zu ihm, und gingen nicht von ihm, er legte denn seine Hand auf sie und gab ihnen seinen Segen. War eines der Tiere krank, so kam es alsbald zu ihm, und er erwarb ihm Gesundheit.

2 Tiere suchen Zuflucht bei Blasius vor Rittern auf der Jagd
Es geschah, dass der Herr des Landes seine Ritter aussandte zu jagen; die fuhren durch den Wald und fanden kein Tier. Zuletzt kamen sie von ungefähr vor die Höhle, darin Sankt Blasius wohnte: da sahen sie alle die Tiere in Scharen stehen, die sie im Walde hatten gesucht; doch mochten sie ihrer keines fangen. Da erschraken sie und kehrten wieder zu ihrem Herrn; und sagten ihm das Wunder, das ihnen begegnet war.

3 Blasius zieht mit den Rittern fort
Da sandte der Herr alsbald viele Ritter aus und gebot ihnen, dass sie den Menschen fangen sollten und alle Christen mit ihm. In der Nacht erschien unser Herr Sankt Blasius zu dreien Malen und sprach ‚Hebe dich auf und bringe mir dein Opfer‘. Mit dem waren auch die Ritter da und sprachen zu Blasius ‚Geh heraus, der Herr des Landes hat nach dir gesandt‘.
Antwortete Sankt Blasius ‚Seid willkommen, lieben Kinder, ich sehe nun wohl, dass Gott mein nicht vergessen hat.‘ Also fuhr er mit den Rittern, und predigte ihnen, und tat große Zeichen vor ihren Augen.

4 Blasius bittet um Heilung für einen Jungen, der eine Gräte verschluckt hatte
Da war ein Weib, das brachte ihren Sohn dar, dem war eines Fisches Gräte in seiner Kehle stecken geblieben, dass er dem Tode nahe war; und bat mit weinenden Augen um Hilfe. Sankt Blasius legte seine Hände auf den Kranken und betete, dass dieser Knabe gesund würde, und alle, die sonst in Blasii Namen um Heilung bäten; und alsbald war er gesund.

5 Auf Blasius Wort hin bringt ein Wolf das Schwein zurück, das er einer armen Frau geraubt hatte
Eine arme Frau hatte ein einziges Schwein, das raubte ihr ein Wolf. Sie bat Sankt Blasius, dass er es ihr wiederschaffe. Da lächelte er und sprach ‚Frau, betrübe dich nicht, du sollst deine Schwein wiederhaben.‘ Alsbald war der Wolf da, und gab der Witwe das Schwein wieder.

6 Blasius vor dem Fürsten der Stadt
Da nun Sankt Blasius in die Stadt kam, ließ ihn der Fürst in einen Kerker werfen. Des anderen Tages hieß er ihn vor sich führen, und grüße ihn mit sanften Worten und sprach ‚Freue dich Blasius, Freund der Götter.‘ Antwortete Blasius ‚ Freude auch dir, guter Fürst; aber die du Götter nennst, das sind Teufel, die die Pein des ewigen Feuers müssen leiden und mit ihnen alle, die an sie glauben.‘
Da ward der Fürst zornig, und hieß ihn mit Knütteln schlagen und wieder ins Gefängnis werfen.
Aber Blasius sprach ‚Du törichter Mensch, wähnest du durch deine Strafen die Liebe meines Gottes aus mir zu vertreiben, der meine Kraft und Stärke ist?‘

7 die arme Frau bringt ihm Schweinskopf, Kerze u. Brot
Als das die Witwe vernahm, der er das Schwein hatte wie-der gegeben, ging sie hin und schlachtete das Schwein, und brachte ihm des Schweines Kopf und Füße, und eine Kerze und Brot.
Er dankte ihr und aß; und sprach zu ihr ‚Opfere jedes Jahr in der Kirche, die meinem Namen ist geweiht, eine Kerze, das soll ein Segen sein dir und allen, die es tun.‘
Sie tat, wie er ihr gesagt hatte, und es brachte ihr Glück und Segen.

8 Blasius wird das Fleisch vom Körper abgezerrt
Darnach nahm man Blasius aus dem Gefängnisse; aber da er zu den Abgöttern nicht mochte bekehrt werden, gebot der Fürst, dass man ihn an ein Holz henke, und hieß ihm das Fleisch mit eisernen Kämmen abzerren und ihn darnach wieder in den Kerker werfen.

Das Martyrium von sieben Frauen

– 1) sammeln Blutstrophen auf
Da gingen ihm sieben Frauen nach, die sammelten die Tropfen seines Blutes.

– 2) sollen den Göttern opfern
Alsbald griff man sie und wollte sie zwingen, dass sie den Abgöttern ihr Opfer brächten.
Sie aber sprachen zu dem Fürsten ‚Willst du, dass wir deine Götter mit Würdigkeit anbeten, so sende sie zu dem Teich, dass ihre Angesichter gewaschen werden und wir sie also rein mögen anbeten.‘
Da ward der Fürst froh, und ließ die Götter zu dem Teiche tragen.

– 3) werfen die Götterstatuen in den Teich
Da nahmen die Frauen die Götterbilder und warfen sie ihn den Teich und sprachen ‚Nun sehen wir wohl, ob dies Götter sind.‘ Als der Fürst das vernahm, kam er vor Zorn fast von Sinnen; und schlug sich selbst und sprach zu seinen Knechten ‚Warum habt ihr die Götter nicht gehalten, dass sie nicht ins Wasser wurden geworfen?‘ Sie antworteten ‚Die Frauen haben dich mit schalkischen Worten betrogen, dass sie die Götter ins Wasser brächten‘. Aber die Frauen sprachen ‚Ein wahrer Gott leidet keine Listen; wären es Götter gewesen, so hätten sie vorher nicht wohl gewusst, was wir ihnen wollten tun.‘

– 4) schlagen Belohnung aus u. sind bereit für Peinigung
Da ließ der Richter voll Grimmes siedend Blei und eiserne Kämme und sieben glühende Eisenpanzer auf die eine Seite tun und sieben weiche leinene Hemden auf die andere Seite, und sprach ‚Nun wählet unter den zweien.‘ Da trat der Frauen eine hervor, die hatte zwei junge Kinder; die nahm die leinenen Hemden und warf sie in den Feuerofen. Sprachen die Kinder ‚Mutter, lass uns nicht hinter dir: speise uns mit der Süßigkeit des Himmels wie du uns mit der Süßigkeit deiner Milch hast gespeist.‘

– 5) ertragen Marter – gestärkt durch Engel
Da ließ der Richter die Frauen aufhenken und ihr Fleisch mit den eisernen Kämmen abzerren: siehe, da war ihr Fleisch weiß wie der Schnee und an des Blutes Statt floss Milch von ihrem Leib. Da sie aber in der Marter wollten verzagen, erschien ihnen der Engel des Herrn und stärkte sie, und sprach ‚Fürchtet euch nicht; der ist ein guter Werkmann, der sein Werk wohl anhebt und wohl vollbringt: sein Herr wird ihn segnen für das vollbrachte Werk, er wird ihm Lohn geben für seine Arbeit, und sein Lohn ist ewige Freude.‘

– 6) Feuerofen
Darnach hieß der Richter sie herabnehmen und in den feurigen Ofen setzen; aber das Feuer verlosch von Gottes Fügung, und sie gingen unverletzt hervor.

– 7) bereit zur Vollendung
Da sprach der Fürst ‚Nun lasset eure Zauberei und betet unsere Götter an.‘ Sie antworteten ‚Vollende, was du begonnen hast, denn schon sind wir gerufen zu der himmlischen Herrlichkeit.‘

– 8) Enthauptung
Da gab er das Urteil, dass man sie solle enthaupten. Sie aber knieten nieder und sprachen das Gebet ‚Herr vom Himmel, wir loben dich, dass du uns aus der Finsternis hast geleitet in dein süßes Licht, und uns dir zu einem Opfer hast auserwählt: nimm nun unsere Seelen auf und lass uns kommen ins ewige Leben.‘
Also wurden sie enthauptet, und fuhren ihre Seelen zu Gott.

9 Blasius wird vor die Wahl gestellt
Darnach ließ der Fürst Sankt Blasius vor sich führen und sprach zu ihm ‚Willst du nun unsere Götter anbeten oder nicht?‘ Antwortete Blasius ‚Gottloser, ich fürchte dein Dräuen nicht, tue was du willst, ich gebe diesen Leib gänzlich in deine Gewalt.‘

10 Blasius wird in den Teich geworfen…
Da hieß der Fürst ihn in den Teich werfen. Er aber machte das Kreuz über dem Wasser, da ward es fest gleich einem dürren Erdreich.
Und Blasius sprach ‚Sind nun eure Götter wahre Götter, so lasset mich ihre Gewalt schauen, und gehet her zu mir auf dem Wasser.‘ Da gingen zu ihm fünfundsechzig Mann, die ertranken alle.

11 Der Engel des Herrn bestärkt ihn in das Martyrium einzuwilligen
Aber der Engel des Herrn kam und sprach ‚Blasius, geh von dem Teich und empfange die Krone, die dir Gott bereitet hat.‘ Und da er von dem Wasser ging, sprach zu ihm der Fürst ‚Hast du dich gänzlich bedacht, dass du den Göttern nicht willst opfern?‘ Antwortete Sankt Blasius ‚Erkenne, du armer Mensch, dass ich bin ein Diener Christi, darum bete ich keine Teufel an.‘

12 Enthauptung Blasius
Da befahl der Fürst, dass man ihn enthaupte; er aber betete zum Herrn, dass alle Menschen, die da ein Gebresten an ihrer Kehle hätten oder sonst ein Siechtum, und in seinem Namen Gesundheit begehrten, dass sie ihrer Bitte würden gewährt. Da kam eine Stimme vom Himmel, die sprach, dass nach seiner Bitte sollte geschehen.
Also ward er enthauptet mit den zwei Kindlein; um das Jahr 287.

Blasius

Hl. Blasius 1. mit wilden Tieren in einer Höhle – 2. Segen für einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte – 3. Martyrium des Hl. Blasius – (c) G. M. Ehlert, Januar 2018

Gedanken zum Blasiussegen

Gegen Halsleiden wird Blasius schon seit dem 6. Jahrhundert angerufen.
Seit dem Spätmittelalter zählt er zu den 14 Nothelfern.
Im 16. Jahrhundert entstand der sogenannte „Blasius-Segen“.

Eine kleine Anekdote:
Da kommt einmal ein junger Mann und sagt vor dem Blasiussegen: „Ich brauche den Blasiussegen nicht zu empfangen, ich esse sowieso keinen Fisch.“ Immerhin – er kannte die Legende vom Heiligen Blasius, der vor seinem Martyrium einen Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, durch sein Gebet geheilt hat.  „Ich esse sowieso keinen Fisch, da brauche ich den Blasiussegen nicht.“ Und dann hat ein anderer zu diesem jungen Mann gesagt: „Weißt du, der Blasiussegen ist dafür da, damit alles geheilt wird, woran wir im Leben schwer schlucken müssen.“

Wenn Sie in ihrem Leben etwas haben, woran Sie schwer schlucken müssen, dann ist es gut, den Blasiussegen zu empfangen und mit einem Gott zu rechnen, der Heil und Heilung schenkt.

Bei der Spendung des Blasiussegens  werden zwei gesegnete Kerzen in Form des Andreaskreuzes vor den Hals gehalten und dazu gesprochen:

»Auf die Fürsprache des heiligen Blasius
bewahre dich der Herr vor Halskrankheit

und allem Bösen.
Es segne dich Gott,
der Vater, und der Sohn + und der Heilige Geist.
Amen.«

Was tun, wenn man „so einen dicken Hals“ hat?

Im übertragenen Sinn drücken wir damit aus, dass wir etwas nicht herunterschlucken können, dass uns ein Wort im Hals stecken bleibt, uns die Kehle zugeschnürt wird.
Jeder von uns kennt ähnliche Situationen. Wir sprechen vom „dicken Hals“. Wie gehen wir damit um?

  • Wie oft bleibt auch uns etwas im Hals stecken, an dem wir – im übertragenen Sinn – „würgen“…
  • Wie oft bleiben uns Worte im Hals stecken, weil wir kein Wort der Versöhnung finden …
  • Wie oft schnürt sich uns der Hals ab, aus Angst, aus Sorge – um uns selbst und um andere…
  • Wie oft bringen wir keinen Ton heraus, weil uns die Worte fehlen, um zu helfen und zu trösten …  
  • Wie oft bleibt uns aber auch die Stimme weg, wenn wir eigentlich mutig etwas sagen, uns einmischen sollten  …
  • Wie oft müssen wir etwas hinunterschlucken, was uns weh tut und verletzt …

Oft wäre es besser, ein Wort bewusst auszusprechen, als es immer nur hinunter zu schlucken.
„Spucks aus“ sagt der Volksmund, bitten wir, dass Gott uns auch dabei hilft

Du guter Gott, bewahre uns vor Krankheit und Schaden –
hilf uns Menschen zu sein, die auch mit ihren Worten anderen gut tun.
Lass uns aussprechen, was wir fühlen und woran wir glauben.
Lass uns nichts Bitteres „im Hals steckenbleiben“.
Lass uns dich voll Freude loben und preisen. Amen

 

 

zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

 

Advertisements