Ambrosius – 7. Dez.


Ambrosius von Mailand (*339/40 – +397)

Ambrosius von Mailand wurde wahrscheinlich 339 n.Chr. in Trier geboren.
Er war noch Katechumene (= Taufbewerber), da wurde er zum Bischof von Mailand erwählt und dann sofort getauft, gefirmt und geweiht.

Er starb wahrscheinlich am 4. April des Jahres 397 in Mailand in Italien.
Sein Gedenktag (in der katholischen Kirche) ist jedoch nicht sein Todestag, sondern der Tag seiner Weihe am 7. Dezember 374 zum Bischof von Mailand.

Als Bischof setzte er sich mit ganzer Kraft für die Verbreitung und Vertiefung des wahrhaft katholischen Glaubens ein (gegen die damals weitverbreitete Lehre des Arianismus, welche die Gottessohnschaft Jesu Christi leugnete).

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Ambrosius tauft Augustinus – Grafik von G. M. Ehlert, Dez. 2017

 

Das Te Deum laudamus (= Dich Gott loben wir)  wird auch als ambrosianischer Lobgesang (Hymnus Ambrosianus) bezeichnet. Umstritten ist der ursprüngliche liturgische Ort – evtl. Teil einer Ostervigil –  sowie die Verfasserfrage. Der mittelalterlichen Tradition (Erwähnung in Handschriften seit dem späten 8. Jahrhundert) zufolge schufen die beiden vom Heiligen Geist ergriffenen Heiligen Ambrosius und Augustinus gemeinsam diesen Lobgesang. Als Augustinus als Erwachsener zu Ostern im Jahr 387 das Sakrament der Taufe empfing habe – so die Legende – Ambrosius diesen Hymnus angestimmt, Augustinus habe versweise darauf geantwortet.

–> Weiteres zu Leben und Wirken des Heiligen Ambrosius: „Der honigsüße Kirchenvater

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Er hat viele Hymnen verfasst –
so auch den Advents-Hymnus: „Intende qui regis Israel“ – bekannter unter dem Titel: „Veni redemptor gentium“ (= Beginn der ursprünglich 2. Strophe)
Dieser Hymnus ist in der Übersetzung von Markus Jenny als Adventslied bekannt geworden: „Komm, du Heiland aller Welt“ –
Im neuen Gotteslob zu finden unter: GL 227.

Intende qui regis Israel – Höre, der du lenkst Israel

Meine eigene Übertragung versucht möglichst textgetreu zugleich das ursprüngliche Versmaß beizubehalten. Ambrosius hat diesen Adventhymnus – wie seine anderen Hymnen auch – metrisch im akatalektischen jambischen Dimeter (= je 4 x 8 Silben pro Strophe) gefasst.

Zu singen ist diese Übertragung auf die Melodie von „O Heiland, reiß die Himmel auf“ (GL 231):

Text: Ambrosius
Revidierter Text Übersetzung (G. M. Ehlert)
Intende qui regis Israel
super Cherubim qui sedes
appare Ephraem coram excita
potentiam tuam et veni.
1. Höre, der du lenkst Israel,
der du thronst über Cherubim,
erscheine du vor Ephraim,
biet‘ auf dein Macht und komm ja, komm!
Veni redemptor gentium
ostende partum virginis
miretur omne saeculum
talis decet partus deo.
2. Komm, du, Erlöser der Völker,
zeig auf der Jungfrau rein Geburt,
es wund‘re sehr sich alle Welt:
solch ein‘ Geburt geziemet Gott.
Non ex virili semine
sed mystico spiramine
verbum dei factum est caro
fructusque ventris floruit.
3. Nicht aus dem Samen eines Mann’s,
sondern durch geisterfülltem Hauch,
ist Gottes Wort geworden Fleisch,
als Frucht des Leibes blüht es auf.
Alvus tumescit virginis
claustrum pudoris permanet
vexilla virtutum micant
versatur in templo deus.
4. Der Jungfrau Leib er schwillt nun an,
das Tor der Keuschheit unversehrt
die Fah’n der Tugend leuchten auf
in seinem Tempel wohnet Gott.
Procedat e thalamo suo
pudoris aula regia
geminae gigas substantiae
alacris occurrat viam.
5. Es tret‘ hervor aus dem Gemach,
dem reinen königlichen Saal,
der Held von zweifacher Natur
er lauf‘ voll Eifer seinen Weg.
Egressus eius a patre
regressus eius ad patrem
excursus usque ad inferos
recursus ad sedem dei.
6. Von seinem Vater ausgehend,
zu seinem Vater heimführend,
bis in die Hölle vordringend
und rückkehrend zu Gottes Thron.
Aequalis aeterno patri
carnis tropaeo accingere
infirma nostri corporis
virtute firmans perpeti.
7. Dem ew’gen Vater wesensgleich,
den Siegpreis über’s Fleisch leg an,
die Schwachheit uns’res Leibes stärk
mit Tugend, welche immer bleibt.
Praesepe iam fulget tuum
lumenque nox spirat Novum
quod nulla nox interpolet
fideque iugi luceat.
8. Schon glänze deine Krippe auf,
es hauch die Nacht ein neues Licht,
das keine Nacht verlöschen kann
und stets im Glauben leuchte auf.

Wie ein roter Faden zieht sich das gleichzeitig göttliche und menschliche Wesen Jesu Christi durch den Hymnus. Er ist gleichermaßen Gottes Sohn und Menschensohn.

In den ersten beiden Strophen wird Christus als der Erlöser angerufen.

Die folgenden 4 Strophen beschreiben das christliche Heilsgeschehen:
3. Strophe: Die jungfräuliche Empfängnis;
4. Strophe: Die Schwangerschaft Mariens;
5. Strophe: die Geburt Jesu
6. Strophe: fasst das gesamte Heilsgeschehen Christi
bis zu seiner Himmelfahrt zusammen.

Die letzten beiden Strophen sind wiederum gekennzeichnet durch Anrufungen Christi.

Ein weiterer Hymnus zum Morgenlob der Kirche findet sich im Stundenbuch der katholischen Kirche:

Splendor paternae gloriae – Du Abglanz von des Vaters Pracht

von Aurelius Ambrosius (339/40 – 397)

Ad laudes

Splendor paternæ gloriæ,
de luce lucem proferens,
lux lucis et fons luminis,
diem dies illuminans.

Verusque sol, illabere
micans nitore perpeti,
iubarque Sancti Spiritus
infunde nostris sensibus.

Votis vocemus et Patrem,
Patrem perennis gloriæ,
Patrem potentis gratiæ,
culpam releget lubricam.

Informet actus strenuos,
dentem retundat invidi,
casus secundet asperos,
donet gerendi gratiam.

Mentem gubernet et regat
casto fideli corpore;
fides calore ferveat,
fraudis venena nesciat.

Christusque nobis sit cibus,
potusque noster sit fides;
læti bibamus sobriam
ebrietatem Spiritus.

Lætus dies hic transeat;
pudor sit ut diluculum,
fides velut meridies,
crepusculum mens nesciat.

Aurora cursus provehit:
Aurora totus prodeat,
in Patre totus Filius
et totus in Verbo Pater. Amen.

Zum Morgenlob

1. Du Abglanz von des Vaters Pracht,
du bringst aus Licht das Licht hervor,
du Licht vom Licht, des Lichtes Quell,
du Tag, der unsern Tag erhellt.

2. Du wahre Sonne, brich herein,
du Sonne, die nicht untergeht,
und mit des Geistes lichtem Strahl
dring tief in unsrer Sinne Grund.

3. Wir rufen auch den Vater an,
den Vater ew’ger Herrlichkeit,
den Vater, reich an mächt’ger Huld;
Er halte fern, was uns versucht.

4. Er forme uns zu starkem Tun,
er stoße aus den Zahn des Neids,
in harter Lage steh er bei
er schenk‘ des Tragens seinen Dank.

5. Er stärke uns zum guten Werk,
er leite machtvoll unser Tun,
er sei uns Kraft in harter Fron
und lenke uns’ren schwachen Geist.

6. Und Christus werde unser Brot,
und unser Glaube sei uns Trank,
in Freude werde uns zuteil
des Geistes klare Trunkenheit.

7. Froh ziehe dieser Tag vorbei
ehrbar sei er wie Morgenrot
der Glaube wie die Mittagszeit
der Geist kenn‘ keine Dämmerung. 

8. Das Morgenrot steigt höher schon,
wie Morgenrot geh ER uns auf:
in seinem Vater ganz der Sohn
und ganz der Vater in dem Wort. Amen.

Deutsche Übersetzung von: „Splendor paternæ gloriæ“ aus dem Stundenbuch der katholischen Kirche (Strophen 1-3; 5-6;8) – G. M. Ehlert (Strophen 4 u. 7).
Dieser Hymnus hat eine klare Struktur: 8 Strophen mit je 4 Zeilen, jede Zeile = 8 Silben.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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