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Reich-Gottes-Gleichnisse (11.B)

11. Sonntag im Jahreskreis B –
Reich-Gottes-Gleichnisse

Sonntag, 17. Juni 2018

Liturgische Texte zum 11. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (Ps 27,7.9)
Vernimm, o HERR, mein lautes Rufen, sei mir gnädig und erhöre mich.
Du bist meine Hilfe:
Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, do Gott meines Heils!

Tagesgebet:
Gott, du unsere Hoffnung und unsere Kraft,
ohne dich vermögen wir nichts.
Steh uns mit deiner Gnade bei,
damit wir denken, reden und tun, was dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Ezechiel (Ez 17,22-24)
Ich mache den niedrigen Baum hoch

Antwortpsalm: Ps  92,2-3.13-14.15-16
Wie schön ist es, dem HERRN zu danken!

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 5,9-10)
Wir suchen unsere Ehre darin, dem Herrn zu gefallen

Ruf vor dem Evangelium: 
Halleluja. Halleluja!
Der Samen ist das Wort Gottes,
der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 4,26-34)
Das kleinste von allen Samenkörnern geht auf und wird größer als alle anderen Gewächse

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Bild zur Meditation:

von der selbst wachsenden Saat - zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

von der selbst wachsenden Saat – zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

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Evangelientext Mk 4,26-34 – Übersetzung G. M. Ehlert

+ Gedanken zum Evangelium:

Wir schauen oft auf das Große, auf das, was Schlagzeilen macht…
Gott schaut vor allem auf das Kleine, und auf die große Kraft, die im Kleinen steckt. –

Das Gleichnis Jesu von der automatisch wachsenden Saat (Mk 4,26-29)
und das Gleichnis vom winzigen Senfkorn, das eine große Staude werden kann (Mk 4,30-32), veranschaulichen dies.

Im 4. Kapitel des Markusevangeliums werden Gleichnisse Jesu vom Reich Gottes überliefert.
Zunächst berichtet das Evangelium, dass Jesus die Menschenmenge von einem Boot auf dem See Galiläa aus das Volk lehrt. (V1-2).

Das Königreich der Liebe Gottes beginnt im eigenen Herzen.
Voraussetzung dafür ist, dass der Same des göttlichen Wortes im eigenen Herzen sich verwurzeln, wachsen und Frucht bringen kann.
Davon erzählt das Gleichnis Jesu von dem Samen, der auf viererlei Boden fällt (Verse 3-11) und von der Deutung dieses Sinnbildes (Verse 12-20).

Doch kann durch das Wort eines Gesprächs, einer Predigt, einer Begegnung das verhärtete Herz eines Menschen verwandelt werden? – so mögen vielleicht die Jünger Jesu gedacht haben, denen Jesus Gleichnisse vom Reich Gottes erzählt hat. Sollte er das Herz der Menschen nicht durch seine Macht in die Knie zwingen, damit sie sich bekehren?

Doch Jesus handelt anders – barmherzig – er hat Geduld, er kann warten, bis das Herz eines Menschen von selbst zur Bekehrung bereit ist. Er geht vorüber und streut den Samen des Wortes Gottes aus, und ganz im Verborgenen wirkt dieser Same. Wenn der erste Same nicht Wurzel fasst, sät er noch einen… er gibt erst dann auf, wenn er sichere Beweise für die Nutzlosigkeit des Säens hat. Dazu betet er – sein Gebet ist wie der Tau aufs Erdreich, so kann der Same sprießen, wenn er sich erst einmal in einer „Felsspalte“ des verhärteten Herzens verfangen hat. Und das Herz beginnt sich zu verwandeln – vielleicht langsam, jedoch kontinuierlich wird es weich, empfänglich und fängt an zu glühen…

Vielleicht kennen auch Sie solche Worte, die – einmal einem zugesprochen – eine große Wirkung entfalten: z.B. das aus innerer Überzeugung gesprochene Wort: „Du schaffst das schon.“ …

So erzählt Jesus seinen Jüngern ein weiteres Gleichnis:

4,26 Und er sagte also:
Es ist die Königsherrschaft des Gottes
wie (wenn) ein Mensch würfe den Samen auf Erdboden

27 und legte sich schlafen und würde wieder aufgeweckt
Nacht und Tag
und der Same sprösse
und würde lang gemacht,
wie – er hat es nicht gewahrt –
(von) selbst.

28 Automatisch der Erdboden fruchtet:
zuerst (den) Gras/ Halm,
danach (die) Ähre,
danach Volles in dieser Ähre.

29 Wann gleichsam aber überliefert (= abgibt) die Frucht
sogleich schickt er aus die Sichel,
da bereitsteht die Ernte.

Das weitere Gleichnis Jesu geht auf die Sorge ein, ob nicht „ein Wort“ viel zu mickrig ist, um damit Großes bewirken zu können.

4.30 Und er sagte:
Auf welche Weise/ wie (können) wir vergleichen
die Königsherrschaft des Gottes
oder in was für ein Sinnbild (Parabel) können wir sie setzen?

31 wie (ein) Kern/Korn (des) Senfs
welcher – so oft als er gesät würde auf den Erdboden –
mickriger (= kleiner) seiend (als) jeder (beliebige) der Samen
die auf den Erdboden (sind)

32 und – so oft als er gesät würde –
er stiege hinauf
und brächte hervor
größeres/ mächtigeres/ hervorragenderes
(als) jedes (beliebige) Gartengewächs
und er machte Zweige groß
so dass unter dem Schatten daselbst
die Vögel des Himmels sich niederlassen/ nisten/ vermögen.

4.33 Und in derartigen Sinnbildern /Parabeln vielen
sagte er zu ihnen das Wort,
wie sie vermochten es zu hören.

34 Getrennt/ für sich/ abseits = ohne Sinnbilder /Parabel aber sprach er nicht zu ihnen,
für sich/ eigen aber den eigenen Jüngern löste er/ erklärte er alles.

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Kleines Senfkorn – Glaube, Hoffnung, Liebe…“

Das Senfkorn „ist das kleinste von allen Samenkörnern… und wird größer als alle anderen (Garten-)Gewächse.“

Wenn vom „Senfkorn“ die Rede ist, denken viele von uns an die gelbbraunen Körner, wie sie z.B. in einem Glas mit Gewürzgurken zu sehen sind.

Senfkörner - als Gewürz

Senfkörner – als Gewürz

Doch diese ca. 3 mm großen Senfkörner sind nicht gemeint, wenn Jesus von dem Senfkorn als dem „kleinsten von allen Samenkörnern“ spricht.

Der Same vom „Schwarzen Senf“ ist ca. 0,5 mm klein… doch was daraus wird – eine Senfstaude von 4 m – ist bis zu 8.000x so groß!

Ein Größenvergleich:

Wenn eine ca. 2 cm große Eichel es der Wachstumskraft eines Senfkorns gleich tun wollte, müsste daraus eine Eiche entstehen, die 160 m groß würde.

Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb damals, der Senf wachse derart ungestüm, dass man „das Land kaum wieder davon reinigen“ könne.

Gleichnis vom Senfkorn

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen,
mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?

Es gleicht einem Senfkorn.
.
.

Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern,
die man in die Erde sät.

Senfstaude - ca. 4 m groß

Ist es aber gesät,

dann geht es auf

und wird größer als alle anderen Gewächse

und treibt große Zweige,

so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

(Mk 4,30-32)

Säen wir unsere senfkornkleine Glaubenskraft, unsere senfkornkleine Liebesbereitschaft und unseren senfkornkleinen Hoffnungsfunken in den Mutterboden des Alltags hinein –

und warten wir dann geduldig ab,
was daraus wachsen kann, das anderen gut tut.

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Links:

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Stand: 10.06.2018

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Kehrt um zum Evangelium (3.B)

3. Sonntag im Jahreskreis B

 21. Januar 2018

Eröffnungsvers (Ps 96,1.6)
Singet dem HERRN ein neues Lied, singt dem HERRN, alle Lande!
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum!

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Jona 3,1-5.10 
Die Leute von Ninive wandten sich von ihrem bösen Taten ab

–> Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Antwortpsalm: Psalm 25,4-5.6-7.8-9
Zeige mir, HERR, deine Wege, lehre mich deine Pfade! 

–> zu Psalm 25: Das ABC der Bitten an Gott

2. Lesung: 1 Kor 7,29-31 
Die Gestalt dieser Welt vergeht

–> Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

Ruf vor dem Evangelium (Mk 1,15)
Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Halleluja!

Evangelium: Mk 1,14-20 
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium

Gedanken zum Evangelium (Mk 1,14-20)

I. Der Text Mk 1,14-20 – Übersetzung von G. M. Ehlert
II. Was bedeutet Jesu Wort vom „Menschenfischer“?
III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen
Das Fangnetz der Liebe


Gedanken zum Fest „Pauli Bekehrung“ (25. Januar)

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 Gedanken zu Jona 3,1-5.10

Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Stop-Absturz-Umkehr-2a(c) G. M. Ehlert

Nur an diesem Sonntag wird aus der wunderbaren Novelle Jona ein Textabschnitt in der sonntäglichen Eucharistiefeier vorgelesen. –
Es ist die zentrale Stelle, wo Jona der (gottlosen) Stadt Ninive verkündet:

„Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört*!“

Doch die Bewohner Ninives kehren um und die Stadt wird von Gott verschont. –

Hat der Prophet Jona sich also geirrt? – Nein! –
Jedoch die deutsche Übersetzung ist ungenau.

* Fast alle Übersetzungen verwenden an dieser Stelle Worte wie ,zerstört‘ (z.B. Elberfelder, Einheitsübersetzung, Lutherbibel: untergehen).

Im Hebräischen steht hier das Wort ‚haphak‚, das folgende Bedeutungen hat:

a) umwenden (wie ein Mensch sich in seiner Laufrichtung umwendet, Richter 20:39,41 und viele andere),

b) total verwandeln, ins Gegenteil umkehren (zum Beispiel Ostwind in Westwind, Exodus 10:19; Fluch in Segen, Dtn /5.Mose 23:6; das Unterste zuoberst, Richter 7:13; Unglück in Glück, Esther 9:1,22),

und wird in Bezug auf Menschen für zwei Arten von Verwandlung verwendet:
1. Die totale ‚Wende‘, die Bekehrung und Veränderung eines Menschen sei es vom Guten zum Schlechten: der Pharao verhärtet sich, Exodus 14:5, oder vom Schlechten zum Guten: Saul, 1.Samuel 10:6,9; die Bekehrung ganzer Völker, Zephanja 3:9. ·

2. Die totale Umkehrung und Vernichtung einer Landschaft oder Bevölkerung: insbesondere Sodom und Gomorrha, Genesis 19:21,25 u.a.; Edom, Jesaja 34:9.

Ein klassisches Beispiel ist die Verwandlung von König Saul durch Gottes Einwirken, die ihm vom Propheten Samuel angekündigt wurde: Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst weissagen und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden (hebr. haphak) (1.Samuel 10:6; eine Herzen-Wandlung bei Gott: Hosea 11:8)

Gott stellte den Menschen von Ninive also das Ultimatum, entweder innerhalb von vierzig Tagen ,umgekehrt‘, total vernichtet zu werden, oder sich von Gott total verändern zu lassen, sich selber zu ,bekehren‘ und verschont zu werden! Dies ist ein Wesenszug Gottes, der in den hebräischen Schriften der Bibel immer wieder betont wird: Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten zu wollen. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen (hebr. nacham), das ich ihm zu tun gedachte.

siehe auch zu Jona 1 – 4:
JONA (Übersetzung u. Erläuterungen von Ehlert)
Der Prophet Jona – (eine Power-Point-Präsentation)

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Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

1 Kor 7,29-31 (Einheitsübersetzung):

Ich sage euch, Brüder (und Schwestern):
Die Zeit ist kurz.
Daher soll, wer eine Frau hat,
sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine,
wer weint, als weine er nicht,
wer sich freut, als freue er sich nicht,
wer kauft, als würde er nicht Eigentümer,
wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht;
denn die Gestalt dieser Welt vergeht.“

Dieser Textabschnitt aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus ist nicht so leicht zu verstehen – Was bedeutet „haben als hätte man nicht“?

Wie Jesus zur Freiheit vom Besorgtsein um Nahrung, Kleidung und Familie aufruft, weil es uns primär um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen soll (vgl. Matthäusevangelium 6)
so will auch der Apostel Paulus nicht, dass wir uns zusätzliche Sorgen machen.

Alles Irdische bleibt letztlich enttäuschend, da es begrenzt und vergänglich ist:
Jedoch kann es – in seiner Vorläufigkeit – die Sehnsucht nach Fülle und Unendlichkeit wach halten.

Daher sagt er:
„angesichts der begrenzten Weltzeit
dass diejenigen, die verheiratet sind ebenso wie die Unverheirateten (voller Erwartung) sein sollen
auch diejenigen, die einen Verlust beweinen wie die, die keinen Verlust zu beweinen haben
auch diejenigen, die voller Freude sind wie die, die sich (hier) nicht freuen können
auch diejenigen, die sich etwas erworben haben wie die, die kein Eigentum haben,
auch diejenigen, welche die Welt in Gebrauch nehmen wie die, welche sie nicht gebrauchen:
((alle sollen voll hoffnungsvoller Erwartung sein)),
denn die Gestalt dieser Welt geht vorüber.“

(1 Kor 7,29-31 – Übersetzung G. M. Ehlert)

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I. Berufung zum Menschenfischer

Nachdem aber überliefert worden war der Johannes
(= nachdem Herodes Antipas ihn ins Gefängnis hatte werfen lassen)
kam der Jesus hinein nach dem Galiläa
verkündigend das Evangelium der Königsherrschaft des Gottes.

Und sagend (folgendes):
Vervollständigt (ist) die (rechte) Zeit
und es ist nahe gekommen die Königsherrschaft des Gottes.
Kehrt um
(Μετανοεῖτε = denket nach u. denket um u. ändert euren Sinn
= eine vollständige Umänderung des Herzens
und der Seele, des Lebens und der Handlungen)

und glaubt an das Evangelium.“

Umhergehend aber bei dem galiläischen Meer
er sah Simon und Andreas, den Bruder von ihm
auswerfend Rundnetze in das Meer –
sie waren nämlich Fischer (wörtl. Besalzer)

Und es sprach zu ihnen der Jesus
„Herbei, folget mir
und ich werde machen,
dass ihr ausgebildet werdet (wörtl. geboren werdet)
zu „Menschen-Fischern“.

Und sogleich verlassen habend die Netze
folgten sie ihm.

Und vorangeschritten von dort ein wenig
sah er Jakobus den (Sohn) des Zebedäus und Johannes, den Bruder von ihm
und sie, sie (waren) in dem Schiff herrichtend ihre Netze.

Und sogleich rief er sie
und verlassen habend den Vater von ihnen – Zebedäus
in dem Boot mit den Lohnarbeitern
gingen sie fort mit ihm.

(Mk 1,14-20 – Übersetzung G. M. Ehlert)

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

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II. Was bedeutet Jesu Wort vom ‚Menschenfischer‘?

 

1. Ausgehend von dem Vorgang des Fischens
Die Fischer im See von Galiläa fingen die Fische mit einem Rundnetz, das sie ins Wasser warfen und gefüllt wieder ins Boot zurückholten.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt von daher: Menschen herausfischen aus dem Morast des bisherigen Lebens und vertraut machen mit der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott.

Gefischt wurde und wird heute noch vor allem nachts – mit einem Scheinwerferlicht lockt man die Fische „nach oben“ – hinein ins Fangnetz.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt: mit dem Aufleuchten lassen des „wahren Lichtes“, das Christus ist die Menschen aus der Finsternis ins Licht des Lebens bringen.

1. Ausgehend vom griechischen Wort für ‚Fischer‘: alieis – wörtlich: „Besalzer“

Dieses griechische Wort hebt nicht so sehr den Vorgang des Fischens,
sondern den anschließenden Vorgang hervor, wo die gefangenen Fische ins Salz gelegt wurden, um so in dem heißen Klima im Mittelmeerraum haltbar gemacht zu werden.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, hieße von daher:
Dafür zu sorgen, dass das Leben der Menschen (mit der Liebe) haltbar gemacht wird und nicht der Fäulnis (der Sünde) verfällt.
Vgl. dazu auch Jesu Wort: „Ihr seid das Salz der Erde…“ (Mt 5,13)
und „Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander“ (Mk 9,50).

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III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen – Das Fangnetz der Liebe

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung.

Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

***

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Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

siehe auch: „Menschenfischer

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Gleichnisrede Jesu

 Die zweite große Rede Jesu im Matthäusevangelium:
Die Gleichnisrede Jesu (Mt 13,1-53) wird in drei Abschnitten in den Eucharistiefeiern am 15., 16. und 17. Sonntag im Jahreskreis A als Evangelium verkündet.

15. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 16. Juli 2017

I. Zeit der Aussaat: (Mt 13,1-23)
1. Gleichnis von der unterschiedlichen Beschaffenheit des Bodens
Einschub über den Sinn der Rede in Gleichnissen
Deutung des Gleichnisses

Linktipp: Schott – 15. Sonntag im Jahreskreis A

siehe auch: „Zeit der Aussaat
und: „Sämannmeditation

Same-Herz-a

von der selbst wachsenden Saat – zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

16. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 23. Juli 2017

II. Zeit des Wachstums: (Mt 13,24-43)
2. Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen
3. Gleichnis vom Senfkorn
4. Gleichnis vom Sauerteig
Einschub: Verkündigung in Gleichnissen als Erfüllung der Hl. Schrift
Deutung des Gleichnisses vom Unkraut unter dem Weizen

Linktipp: Schott – 16. Sonntag im Jahreskreis A

siehe auch: „Kleines Senfkorn
und: „Reich-Gottes-Gleichnisse

17. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 30. Juli 2017

III. Zeit der Ernte: (Mt 13,25-52)
5. Gleichnis vom Finden eines Schatzes im Acker
6. Gleichnis vom Finden einer Perle
7. Gleichnis vom Gefunden werden im Fischernetz
Abschluss der Rede Jesu in Gleichnissen

Linktipp: Schott – 17. Sonntag im Jahreskreis A

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Das Reich Gottes im Blick

zum 29. Sonntag im Jahreskreis B (= 18. Oktober 2015)

1. Lesung: Jes 53,10-11 Sein Leben als Sühnopfer hingeben
2. Lesung: Hebr 4,14-16 „in Versuchung geführt – ohne zu sündigen“  
Evangelium: Mk 10,35-45
„Ehrenplätze im Himmelreich“
(–> Eigene (Arbeits-)Übersetzung: Mk 10.35-45)

Wem dient die Macht – wer macht den Dienst?

zum 28. Sonntag im Jahreskreis B (= 11. Oktober 2015):

1.  Lesung: Weish 7,7-11
2. Lesung: Hebr 4,12-13
Evangelium: Mk 10,17-30 Wie kommt ein Reicher in das Himmelreich?
(–> eigene (Arbeits-)Übersetzung: Mk 10,17-31)

zum 27. Sonntag im Jahreskreis B (= 4. Oktober 2015)

1. Lesung: Gen 2,18-24
2. Lesung: Hebr 2,9-11
Evangelium: Mk 10,2-16
siehe:
Was aber Gott zusammengespannt hat…“)

Reich-Gottes-Gleichnisse

Kleines Senfkorn – Glaube, Hoffnung, Liebe…“

Gedanken zum Evangelium vom 11. Sonntag im Jahreskreis B: (14. Juni 2015)
Markusevangelium 4,26-34

Wir schauen oft auf das Große, auf das, was Schlagzeilen macht…

Gott schaut vor allem auf das Kleine, und auf die große Kraft, die im Kleinen steckt. –

Das Gleichnis Jesu von der automatisch wachsenden Saat (Mk 4,26-29), und das Gleichnis vom winzigen Senfkorn, das eine große Staude werden kann (Mk 4,30-32), veranschaulichen dies.

Im 4. Kapitel des Markusevangeliums werden Gleichnisse Jesu vom Reich Gottes überliefert.
Zunächst berichtet das Evangelium, dass Jesus die Menschenmenge von einem Boot auf dem See Galiläa aus das Volk lehrt. (V1-2).

Das Königreich der Liebe Gottes beginnt im eigenen Herzen.
Voraussetzung dafür ist, dass der Same des göttlichen Wortes im eigenen Herzen sich verwurzeln, wachsen und Frucht bringen kann. Davon erzählt das Gleichnis Jesu von dem Samen, der auf viererlei Boden fällt (Verse 3-11) und von der Deutung dieses Sinnbildes (Verse 12-20).

Doch kann durch das Wort eines Gesprächs, einer Predigt, einer Begegnung das verhärtete Herz eines Menschen verwandelt werden? – so mögen vielleicht die Jünger Jesu gedacht haben, denen Jesus Gleichnisse vom Reich Gottes erzählt hat. Sollte er das Herz der Menschen nicht durch seine Macht in die Knie zwingen, damit sie sich bekehren?

Doch Jesus handelt anders – barmherzig – er hat Geduld, er kann warten, bis das Herz eines Menschen von selbst zur Bekehrung bereit ist. Er geht vorüber und streut den Samen des Wortes Gottes aus, und ganz im Verborgenen wirkt dieser Same. Wenn der erste Same nicht Wurzel fasst, sät er noch einen… er gibt erst dann auf, wenn er sichere Beweise für die Nutzlosigkeit des Säens hat. Dazu betet er – sein Gebet ist wie der Tau aufs Erdreich, so kann der Same sprießen, wenn er sich erst einmal in einer „Felsspalte“ des verhärteten Herzens verfangen hat. Und das Herz beginnt sich zu verwandeln – vielleicht langsam, jedoch kontinuierlich wird es weich, empfänglich und fängt an zu glühen…

Vielleicht kennen auch Sie solche Worte, die – einmal einem zugesprochen – eine große Wirkung entfalten: z.B. das aus innerer Überzeugung gesprochene Wort: „Du schaffst das schon.“ …

von der selbst wachsenden Saat - zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

von der selbst wachsenden Saat – zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

So erzählt Jesus seinen Jüngern ein weiteres Gleichnis:

4,26 Und er sagte also:
Es ist die Königsherrschaft des Gottes
wie (wenn) ein Mensch würfe den Samen auf Erdboden

27 und legte sich schlafen und würde wieder aufgeweckt
Nacht und Tag
und der Same sprösse
und würde lang gemacht,
wie – er hat es nicht gewahrt –
(von) selbst.

28 Automatisch der Erdboden fruchtet:
zuerst (den) Gras/ Halm,
danach (die) Ähre,
danach Volles in dieser Ähre.

29 Wann gleichsam aber überliefert (= abgibt) die Frucht
sogleich schickt er aus die Sichel,
da bereitsteht die Ernte.

Das weitere Gleichnis Jesu geht auf die Sorge ein, ob nicht „ein Wort“ viel zu mickrig ist, um damit Großes bewirken zu können.

4.30 Und er sagte:
Auf welche Weise/ wie (können) wir vergleichen
die Königsherrschaft des Gottes
oder in was für ein Sinnbild (Parabel) können wir sie setzen?

31 wie (ein) Kern/Korn (des) Senfs
welcher – so oft als er gesät würde auf den Erdboden –
mickriger (= kleiner) seiend (als) jeder (beliebige) der Samen
die auf den Erdboden (sind)

32 und – so oft als er gesät würde –
er stiege hinauf
und brächte hervor
größeres/mächtigeres/hervorragenderes
(als) jedes (beliebige) Gartengewächs
und er machte Zweige groß
so dass unter dem Schatten daselbst
die Vögel des Himmels sich niederlassen/ nisten/ vermögen.

4.33 Und in derartigen Sinnbildern (Parabeln) vielen
sagte er zu ihnen das Wort,
wie sie vermochten es zu hören.

34 Getrennt/ für sich/ abseits (= ohne) Sinnbilder (Parabel) aber sprach er nicht zu ihnen,
für sich/ eigen aber den eigenen Jüngern löste er/ erklärte er alles.

Kleines Senfkorn – Glaube, Hoffnung, Liebe…“

Das Senfkorn „ist das kleinste von allen Samenkörnern… und wird größer als alle anderen (Garten-)Gewächse.“

Wenn vom „Senfkorn“ die Rede ist, denken viele von uns an die gelbbraunen Körner, wie sie z.B. in einem Glas mit Gewürzgurken zu sehen sind.

Senfkörner - als Gewürz

Senfkörner – als Gewürz

Doch diese ca. 3 mm großen Senfkörner sind nicht gemeint, wenn Jesus von dem Senfkorn als dem „kleinsten von allen Samenkörnern“ spricht.

Der Same vom „Schwarzen Senf“ ist ca. 0,5 mm klein… doch was daraus wird – eine Senfstaude von 4 m – ist bis zu 8.000x so groß!

Ein Größenvergleich:

Wenn eine ca. 2 cm große Eichel es der Wachstumskraft eines Senfkorns gleich tun wollte, müsste daraus eine Eiche entstehen, die 160 m groß würde.

Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb damals, der Senf wachse derart ungestüm, dass man „das Land kaum wieder davon reinigen“ könne.

Gleichnis vom Senfkorn

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen,
mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?

Es gleicht einem Senfkorn.
.
.

Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern,
die man in die Erde sät.

Senfstaude - ca. 4 m groß

Ist es aber gesät,

dann geht es auf

und wird größer als alle anderen Gewächse

und treibt große Zweige,

so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

(Mk 4,30-32)

Säen wir unsere senfkornkleine Glaubenskraft, unsere senfkornkleine Liebesbereitschaft und unseren senfkornkleinen Hoffnungsfunken in den Mutterboden des Alltags hinein –

und warten wir dann geduldig ab,
was daraus wachsen kann, das anderen gut tut.

siehe auch: „Reich-Gottes-Gleichnisse

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Berufung

Gedanken zu den biblischen Texten
vom 3. Sonntag im Jahreskreis B
(= 25. Januar 2015)

Gedanken zum Fest „Pauli Bekehrung“ (25. Januar)

Gedanken zur Lesung aus dem Buch Jona (Jona 3,1-5.10)

Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Gedanken zur Lesung aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 7,29-31)

Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

Gedanken zum Evangelium (Mk 1,14-20)

I. Der Text Mk 1,14-20 – Übersetzung von G. M. Ehlert
II. Was bedeutet Jesu Wort vom „Menschenfischer“? 
III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen
Das Fangnetz der Liebe

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Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Stop-Absturz-Umkehr-2a(c) G. M. Ehlert

Nur an diesem Sonntag wird aus der wunderbaren Novelle Jona ein Textabschnitt in der sonntäglichen Eucharistiefeier vorgelesen. –
Es ist die zentrale Stelle, wo Jona der (gottlosen) Stadt Ninive verkündet:

„Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört*!“

Doch die Bewohner Ninives kehren um und die Stadt wird von Gott verschont. –

Hat der Prophet Jona sich also geirrt? – Nein! –
Jedoch die deutsche Übersetzung ist ungenau.

* Fast alle Übersetzungen verwenden an dieser Stelle Worte wie ,zerstört‘ (z.B.  Elberfelder, Einheitsübersetzung, Lutherbibel: untergehen).

Im Hebräischen steht hier das Wort ‚haphak‚, das folgende Bedeutungen hat:

a)  umwenden (wie ein Mensch sich in seiner Laufrichtung umwendet, Richter 20:39,41 und viele andere),

b) total verwandeln, ins Gegenteil umkehren (zum Beispiel Ostwind in Westwind, Exodus 10:19; Fluch in Segen, Dtn /5.Mose 23:6; das Unterste zuoberst, Richter 7:13; Unglück in Glück, Esther 9:1,22),

und wird in Bezug auf Menschen für zwei Arten von Verwandlung verwendet:
1. Die totale ‚Wende‘, die Bekehrung und Veränderung eines Menschen sei es vom Guten zum Schlechten: der Pharao verhärtet sich, Exodus 14:5, oder vom Schlechten zum Guten: Saul, 1.Samuel 10:6,9; die Bekehrung ganzer Völker, Zephanja 3:9. ·

2. Die totale Umkehrung und Vernichtung einer Landschaft oder Bevölkerung: insbesondere Sodom und Gomorrha, Genesis 19:21,25 u.a.; Edom, Jesaja 34:9.

Ein klassisches Beispiel ist die Verwandlung von König Saul durch Gottes Einwirken, die ihm vom Propheten Samuel angekündigt wurde: Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst weissagen und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden (hebr. haphak) (1.Samuel 10:6; eine Herzen-Wandlung bei Gott: Hosea 11:8)

Gott stellte den Menschen von Ninive also das Ultimatum, entweder innerhalb von vierzig Tagen ,umgekehrt‘, total vernichtet zu werden, oder sich von Gott total verändern zu lassen, sich selber zu ,bekehren‘ und verschont zu werden! Dies ist ein Wesenszug Gottes, der in den hebräischen Schriften der Bibel immer wieder betont wird: Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten zu wollen. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen (hebr. nacham), das ich ihm zu tun gedachte.

siehe auch zu Jona 1 – 4:
JONA (Übersetzung u. Erläuterungen von Ehlert)
Der Prophet Jona – (eine Power-Point-Präsentation)

Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

1 Kor 7,29-31 (Einheitsübersetzung):

Ich sage euch, Brüder (und Schwestern):
Die Zeit ist kurz.
Daher soll, wer eine Frau hat,
sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine,
wer weint, als weine er nicht,
wer sich freut, als freue er sich nicht,
wer kauft, als würde er nicht Eigentümer,
wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht;
denn die Gestalt dieser Welt vergeht.“

Dieser Textabschnitt aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus ist nicht so leicht zu verstehen – Was bedeutet „haben als hätte man nicht“?

Wie Jesus zur Freiheit vom Besorgtsein um Nahrung, Kleidung und Familie aufruft, weil es uns primär um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen soll (vgl. Matthäusevangelium 6)
so will auch der Apostel Paulus nicht, dass wir uns zusätzliche Sorgen machen.

Alles Irdische bleibt letztlich enttäuschend, da es begrenzt und vergänglich ist:
Jedoch kann es – in seiner Vorläufigkeit – die Sehnsucht nach Fülle und Unendlichkeit wach halten.

Daher sagt er:
„angesichts der begrenzten Weltzeit
dass diejenigen, die verheiratet sind ebenso wie die Unverheirateten (voller Erwartung) sein sollen
auch diejenigen, die einen Verlust beweinen wie die, die keinen Verlust zu beweinen haben
auch diejenigen, die voller Freude sind wie die, die sich (hier) nicht freuen können
auch diejenigen, die sich etwas erworben haben wie die, die kein Eigentum haben,
auch diejenigen, welche die Welt in Gebrauch nehmen wie die, welche sie  nicht gebrauchen:
((alle sollen voll hoffnungsvoller Erwartung sein)),
denn die Gestalt dieser Welt geht vorüber.“

(1 Kor 7,29-31 – Übersetzung G. M. Ehlert)

I. Berufung zum Menschenfischer

Nachdem aber überliefert worden war der Johannes
      (= nachdem Herodes Antipas ihn ins Gefängnis hatte werfen lassen)
kam der Jesus hinein nach dem Galiläa
verkündigend das Evangelium der Königsherrschaft des Gottes.

Und sagend (folgendes):
Vervollständigt (ist) die (rechte) Zeit
und es ist nahe gekommen die Königsherrschaft des Gottes.
Kehrt um
(Μετανοεῖτε = denket nach u. denket um u. ändert euren Sinn
= eine vollständige Umänderung des Herzens
und der Seele, des Lebens und der Handlungen)

und glaubt an das Evangelium.“

Umhergehend aber bei dem galiläischen Meer
er sah Simon und Andreas, den Bruder von ihm
auswerfend Rundnetze in das Meer –
sie waren nämlich Fischer (wörtl. Besalzer)

Und es sprach zu ihnen der Jesus
„Herbei, folget mir
und ich werde machen,
dass ihr ausgebildet werdet (wörtl. geboren werdet)
zu „Menschen-Fischern“. “

Und sogleich verlassen habend die Netze
folgten sie ihm.

Und vorangeschritten von dort ein wenig
sah er Jakobus den (Sohn) des Zebedäus und Johannes, den Bruder von ihm
und sie, sie (waren) in dem Schiff herrichtend ihre Netze.

Und sogleich rief er sie
und verlassen habend den Vater von ihnen – Zebedäus
in dem Boot mit den Lohnarbeitern
gingen sie fort mit ihm.

(Mk 1,14-20 – Übersetzung G. M. Ehlert)

"Fischer zu Menschenfischer" - Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

II. Was bedeutet Jesu Wort vom ‚Menschenfischer‘?

1. Ausgehend vom griechischen Wort für ‚Fischer‘: alieis – wörtlich: „Besalzer“

Dieses griechische Wort hebt nicht so sehr den Vorgang des Fischens,
sondern den anschließenden Vorgang hervor, wo die gefangenen Fische ins Salz gelegt wurden, um so in dem heißen Klima im Mittelmeerraum haltbar gemacht zu werden.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, hieße von daher:
Dafür zu sorgen, dass das Leben der Menschen (mit der Liebe) haltbar gemacht wird und nicht der Fäulnis (der Sünde) verfällt.
Vgl. dazu auch Jesu Wort: „Ihr seid das Salz der Erde…“ (Mt 5,13)
und „Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander“ (Mk 9,50).

2. Ausgehend von dem Vorgang des Fischens
Die Fischer im See von Galiläa fingen die Fische mit einem Rundnetz, das sie ins Wasser warfen und gefüllt wieder ins Boot zurückholten.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt von daher: Menschen herausfischen aus dem Morast des bisherigen Lebens und vertraut machen mit der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott.

 

III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen – Das Fangnetz der Liebe

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung.

Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

***

Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

siehe auch: „Menschenfischer

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Glaubenskraft

Gedanken zum Evangelium vom 11. Sonntag im Jahreskreis B:
Markusevangelium 4,26-34

siehe: „Kleines Senfkorn…“