Archiv der Kategorie: Feste

Pfingstfest

Pfingstfest – Geburtstag der Sendung der Kirche


Zum Abschluss der Osterzeit feiern die Christen am 50. Tag nach dem Osterfest das Pfingstfest. –

*Die Seiten 7 Sonntage der Osterzeit
und re-qu-ie-m c-r-e-s(cit)
geben einen Überblick über die 50 Tage der Osterzeit

Die Bezeichnung Pfingsten kommt vom griechischen Wort „pentecoste“ = „der Fünfzigste“. Gefeiert wird an diesem Fest die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger und Jüngerinnen Jesu fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu.
Über dieses Ereignis berichtet die Apostelgeschichte.

* zu Apg 2,1-13 siehe: Das Pfingstgeschehen

Mit diesem Ereignis beginnt die Sendung der Kirche, zu Menschen aus allen Völkern zu gehen und sie mit dem Geist der Liebe Gottes vertraut zu machen.

Die Juden feierten (und feiern es bis heute) an diesem Tag das Erntefest „Shawuot“. An diesem Festtag erinnern sie sich auch an die Gabe der Tora fünfzig Tage nach dem Auszug aus Ägypten am Gottesberg Horeb.

* Wurzeln und Früchte von Pfingsten
– Zusammenhang des jüdischen Festes Shawuot und dem christlichen Pfingstfest

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Besondere Gottesdienste zur Einstimmung auf das Pfingstfest

Zur Einstimmung auf das Pfingstfest empfiehlt es sich, jeden Tag zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstsonntag in einem besonderen Gebet um die Kraft des Heiligen Geistes zu beten. d.h. eine Pfingstnovene zu beten – nach dem Vorbild der Apostel, die zusammen mit der Gottesmutter Maria in diesen 9 Tagen „einmütig im Gebet“ im Abendmahlssaal in Jerusalem versammelt waren.

* Hinweise zum 9-tägigen Gebet:
Pfingstnovene
(oder eine weitere Seite zu Meditationen zur Pfingstnovene)

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Die katholische Kirche kennt in ihrer Gottesdiensttradition die Feier von Vigilien = Nachtwachen. Besonders vor den großen Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten wurden solche nächtlichen Gebets- und Meditationsgottesdienste gehalten. Daraus hat sich zum einen die Christmette in der Heiligen Nacht vor dem Weihnachtstag und die Osternachtfeier vor dem Ostersonntag entwickelt.
Die Vigil vor dem Pfingstfest ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten.

* Aufbau und Texte für eine Pfingstvigil

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Liturgische Texte zum Pfingstsonntag

Eröffnungsvers:

„Spiritus Domini replevit orbem terrarum, Alleluia,
et hoc quod continet omnia, scientiam habet vocis, Alleluia.“

„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. Halleluja!
In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja.“ (Weish. 1,7)

1. Lesung: Apostelgeschichte 2,1-11
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen zu reden

–> Apg 2,1-13 „Der Pfingsttag“

Antwortpsalm Ps 104,1-2.24-25.29-30.31 u. 34
Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

–> zu Psalm 104: Ein Loblied auf die herrliche Schöpfung Gottes

2. Lesung: 1. Korintherbrief 12,3b-7.12-13
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen

oder: Galaterbrief 5,16-25

Pfingstsequenz:

  1. Komm herab, o Heil’ger Geist,
    der die finst’re Nacht zerreißt,
    strahle Licht in diese Welt.
  2. Komm, der alle Armen liebt,
    komm, der gute Gaben gibt,
    komm, der jedes Herz erhellt.
  3. Höchster Tröster in der Zeit,
    Gast, der Herz und Sinn erfreut,
    köstlich Labsal in der Not.
  4. In der Unrast schenkst du Ruh,
    hauchst in Hitze Kühlung zu,
    spendest Trost in Leid und Tod.
  5. Komm, o du glückselig Licht,
    fülle Herz und Angesicht,
    dring bis auf der Seele Grund.
  6. Ohne dein lebendig Weh’n
    kann im Menschen nichts besteh’n,
    kann nichts heil sein noch gesund.
  7. Was befleckt ist, wasche rein,
    Dürrem gieße Leben ein,
    heile du, wo Krankheit quält.
  8. Wärme du, was kalt und hart,
    löse, was in sich erstarrt,
    lenke, was den Weg verfehlt.
  9. Gib dem Volk, das dir vertraut,
    das auf deine Hilfe baut,
    deine Gaben zum Geleit.
  10. Lass es in der Zeit besteh’n,
    deines Heils Vollendung seh’n
    und der Freuden Ewigkeit.
    (Amen. Halleluja!)

Evangelium: Joh 20,19-23*
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch: Empfangt den Heiligen Geist!

oder Joh 15,26-27; 16,12-15

* siehe: Joh 20,19-23 (siehe Ostersonntag)

zu den liturgischen Texten von Pfingstfest siehe auch:
am Vorabend
Pfingstsonntag (B)
am Pfingstmontag (B)

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Gebete zum Heiligen Geist

Sammlung von Gebeten zum Heiligen Geist

Komm, du Heiliger Geist
und erneuere in uns
das göttliche Leben
dein Geschenk in der Taufe.

Komm, du Atem Gottes
und erfülle uns neu
mit deiner Frische
und Lebenskraft.

Komm, du frischer Wind
und bringe in Bewegung
jede und jeden von uns
und deine oft träge Kirche.

Komm, du Feuer der Liebe
und entflamme uns neu
den Armen Gerechtigkeit
und Freude zu bringen.

Komm, du Taube des Friedens
und beflüg’le unser Leben
als deine Friedensboten
in unserer Welt zu wirken.

(Georg Michael Ehlert)

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Meditationen in Wort und Bild zum Pfingstfest

Dornbusch-Pfingsten-5a

Dynamik der Liebe Gottes – Pfingstikone (c) G. M. Ehlert, Mai 2017

Pfingsten –
Wenn die Liebe Gottes
das Herz des Menschen entflammt

Pfingsten heißt: „Der fünfzigste (Tag)“ –
eine Meditation in 50 Worten zum Pfingstfest:

Pfingsten

Wind entfacht
Feuersglut
Herz entbrennt

Maria sagt JA
und sie empfing
vom Heiligen Geist…

Jesu Passion –
im Tod am Kreuz
haucht er den Geist aus…

An Ostern
haucht der Auferstandene
den Jüngern den Geist ein…

Seit Pfingsten
entfachen sie das Feuer des Geistes
damit das Herz vor Liebe brennt.

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Ein Impuls zum Pfingstfest:

Am Fest der Pfingsten
– sind die Geschenke am Geringsten?!?

• Weihnachten = ein „sehr großes Fest“:
viele Geschenke und 3 Wochen Schulferien…
• Ostern = ein „großes Fest“:
Ostereier und Osterhase und 2 Wochen Schulferien…
• Doch Pfingsten:
gerade mal 1-2 Tage Pfingstferien –

„Am Fest der Pfingsten –
da sind die Geschenke am geringsten.“

Was feiern wir Christen?
• Weihnachten:
Gott schenkt uns in Jesus seinen Sohn…
• Ostern:
Durch Tod und Auferstehung Jesu werden wir erlöst und bekommen Anteil am ewigen Leben
• Und Pfingsten?
Das jüdische Volk feiert am 50-sten Tag nach dem Pessachfest (= Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten) Shawuot = den fünfzigsten Tag, an dem Gott auf dem Gottesberg Horeb dem Volk die Tora als die Gabe der Lebensweisungen Gottes schenkte;
und wir Christen feiern 50 Tage nach Ostern das Geschenk des Heiligen Geistes.

Das Feuer seiner Liebe befähigt uns, die Tora im Sinne Jesu zu verstehen, zu leben und liebend weiterzugeben.

„Sind am Fest der Pfingsten –
die Geschenke am geringsten?

Es liegt an uns!
Das Pfingstfest sagt:
Wir sind Gottes Geschenk für die Welt!

Wenn wir uns durch Gottes Geist entflammen lassen…
wenn wir aus dem Evangelium leben und davon Zeugnis geben…
wenn wir die empfangenen Gaben Gottes liebend weitergeben…
dann wird Pfingsten zu einem „großartigen Fest“ der Liebe Gottes für alle Menschen in dieser Welt.

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Volksbrauchtum zum Pfingstfest:

Ein religiöses Brauchtum wie die Bescherung unterm Weihnachtsbaum oder das Ostereiersuchen hat sich rund um das Pfingstfest kaum entwickelt.

Schön wäre es z.B.

  • an Pfingsten Pfingstrosen zu verschenken

Pfingstrosen (eine Art der Hahnenfußgewächse) sind eine beliebte Zierpflanze, die nach dem Pfingstfest benannt ist – sie steht vor allem wegen ihrer Blütezeit mit diesem Fest in zeitlichem Zusammenhang.

Sie sind ausdauernde Pflanzen mit krautigen oder verholzenden Stengeln ohne Dornen, zusammengesetzten Blättern und großen weißen, gelben, rosafarbenen oder roten Blüten, denen heilende Wirkung zugeschrieben wird.

  • Pfingsttauben basteln…
    z.B. eine Pfingst-Taube aus Papier falten (Origamitechnik):
    Origami-taube-a

Die Taube galt im alten Orient eine (göttliche) Liebesbotin. Auch die Brieftauben brachten früher Botschaften zu den Menschen. Gottes Botschaft am Pfingstfest: Ich habe dir meine Liebeskraft zum weitergeben geschenkt.

Der Pfingstenkranz – ist ein besonderes Brauchtum zu Pfingsten in Oelde

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

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Taufe Jesu

Taufe des Herrn (1 B) – Fest

zum Festevangelium Mk 1,7-11 siehe Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert zu Mk 1,9-15.

Mit dem Fest der „Taufe des Herrn“ am Sonntag nach der Erscheinung des Herrn (Epiphanias / Hl. Drei Könige) schließt der Weihnachtsfestkreis und beginnen die Sonntage im Jahreskreis. (Im Jahr 2018 ist dies der Jahreskreis B).

Mit der Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer beginnt nach ca. 30 Jahren des verborgenen Lebens in Nazaret nun sein ca. 3-jähriges öffentliches Wirken in Galiläa und Judäa.

Taufe-Jesu1

Eine Bildmeditation zur Taufe Jesu im Jorden

Jesus setzt eine symbolträchtige Handlung an den Beginn seines öffentlichen Wirkens.
Er lässt sich von Johannes dem Täufer taufen d.h. er stellt sich in eine Reihe mit all denen, die bereit sind, zu Gott zurückzukehren.

Diese Taufe findet statt am tiefsten Punkt der Erdoberfläche. (ca. 395 m unter dem Meeresspiegel).

Hier zog einst das Volk Israel „über den Jordan“ hinein ins gelobte Land – angeführt durch Joschua. Nun zieht das „neue Volk Israel“ unter dem neuen Joschua = Jesus hinein ins Reich Gottes, das in der Gemeinschaft mit Jesus seinen Anfang nimmt.

Gedanken zum Festtag – die Antiphonen zu Magnificat u. Benedictus aus dem Stundengebet der Kirche:

„Der uns im Wasser der Taufe von der alten Verderbnis reinigt,
uns neu schafft und mit Unvergänglichkeit bekleidet,
er, unser Heiland, kommt heute zum Jordan und erbittet von Johannes die Taufe.“
(Magnificat-Antiphon, 1. Vesper)

„Christus wird getauft, und die Welt wird geheiligt.
Er schenkt uns Nachlass der Sünden;
wir werden gereinigt durch Wasser und Geist.“
(Benedictus-Antiphon, Laudes)

„Christus hat uns geliebt und durch sein Blut von unseren Sünden erlöst.
Er machte uns zu Königen und zu Priestern für Gott, seinen Vater.
Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.“
(Magnificat-Antiphon, 2. Vesper)

zum Fest „Taufe des Herrn“ siehe auch weitere Blogbeiträge:


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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Erscheinung des Herrn – 6.Jan.

Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias) –
6. Januar

allgemein bekannt unter dem Festtag der „Heiligen Drei Könige“

Eröffnungsvers (vgl. Mal 3,1; 1 Chr 19,12)
Seht, gekommen ist der Herrscher, der HERR.
In seiner Hand ist die Macht und das Reich.

Tagesgebet
Allherrschender Gott,
durch den Stern, dem die Weisen gefolgt sind,
hast du am heutigen Tag
den Heidenvölkern deinen Sohn geoffenbart.
Auch wir haben dich schon im Glauben erkannt.
Führe uns vom Glauben
zur unverhüllten Anschauung deiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung  Jes 60,1-6  
Die Herrlichkeit des HERRN geht leuchtend auf über dir

2. Lesung Eph 3,2-3a.5-6
Jetzt ist offenbart worden: Auch die Heiden haben an der Verheißung in Christus Jesus teil

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Mt 2,2)
Halleluja. Halleluja.
Wir haben seinen Stern gesehen
und sind gekommen, dem HERRN zu huldigen.
Halleluja!

Evangelium Mt 2,1-12     
Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen

Hochfest der Erscheinung des Herrn
und die „heiligen drei Könige“

Das Hochfest der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanias) – im allgemeinen Sprachgebrauch auch Fest der „Heiligen Drei Könige“ ist ein „zweites Weihnachtsfest.

Während an Weihnachten (25. Dezember) das Geheimnis der Geburt des Gottessohnes Jesus den Hirten – als Vertretern des jüdischen Volkes – durch Engel erschlossen wird,

kommen am Hochfest der Erscheinung des Herrn (6. Januar) mit den Sterndeuter aus dem Osten die Vertreter der Völker zu der Erkenntnis, dass in der Geburt Jesu der wahre Friedenskönig auf die Welt gekommen ist.

Das Evangelium von den Sterndeutern aus dem Osten, die den “neugeborenen König der Juden” in Jerusalem suchen und in Betlehem finden:

Mt 2,1-12

Wie aus den “Magoi” (aus dem Matthäusevangelium) die “heiligen Drei Könige” wurden:

  • Sie waren “Magoi (Magier)

= Mitglieder einer persischen Priesterkaste, die dem persischen Gott des Lichtes (Mithras) dienten. Sie waren zugleich Astrologen und wirkten oft als Berater von Königen, Fürsten und reichen Leuten.

Magier = Menschen, die im Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel sehnsüchtig nach der Erfüllung göttlicher Verheißung Ausschau hielten.

  • Sie waren “Sterndeuter – so nennt sie das Matthäusevangelium

d.h. Menschen, die aus dem Erkennen der Sterne die richtigen Schlüsse ziehen können.

Sterndeuter = Menschen, die in der Sternstunde ihres Lebens aufbrechen auf einen weiten Weg, um das Verheißene zu finden, im Vertrauen auf die Zeichen, die Gott gibt.

  • Es waren “Drei – so bezeugen es alte Traditionen

Die Dreizahl leitet sich wohl von den drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe her

  • Es waren 3 Männer – so in alten Schriften = Menschen mit Manneskraft – Tapferkeit und Ausdauer
  • Sie werden “Könige” genannt – seit dem 6. Jahrhundert
  • Sie bekommen die Namen: Caspar, Melchior, Balthasar – seit dem 9. Jahrhundert
  • Den “Mohrenkönig” gibt es seit dem 12. Jahrhundert.

Sie gelten als Vertreter – der drei Rassen (Inder, Europäer, Afrikaner) – der drei Erdteile (Asien, Europa, Afrika) – der drei Lebensalter (Jugend, Mannesalter, Greis)

  • Die Reliquien der Heiligen Drei Könige wurden in Mailand verehrt und 1164 nach Köln überführt, wo sie in einem Goldschrein im Dom aufbewahrt werden.
  • Sie gelten als die Patrone der Reisenden.

Die Gasthausnamen Mohr, Stern, Krone erinnern daran.

 

Das Hochfest Epiphanias am 6. Januar

– zeigt, wie die Völker zu Christus finden können.

Es ist „das zweite Weihnachtsfest“.

Kweg-a

zu einer Bild-Meditation: Der Königsweg – Bild u. Gedanken zu Mt 2,1-12
(Eine Power-Point-Präsentation – Klicken Sie sich durch! Zur Beendigung das Präsentationsfenster schließen)

 

Epiphanias

Erscheinung des Herrn – Taufe des Herrn – Hochzeit zu Kana

Das Hochfest, das die Kirche jedes Jahr am 6. Januar feiert, hat offiziell die Bezeichnung: „Epiphania Domini“ = Erscheinung des Herrn.

Mit „Erscheinung“ ist hier gemeint, dass durch Jesus die Herrlichkeit Gottes in der Welt erschienen ist.
Im Festevangelium dieses Tages (Mt 2,1-12) wird berichtet, wie Magoi (= Sterndeuter) aus dem Osten (d.h. aus heidnischen Völkern) zu Christus, dem „König der Juden“ finden und in Ihm den verheißenen König des Friedens erkennen. – Im Volksmund ist dieses Fest bekannter unter der Bezeichnung: „Heilige Drei Könige“ / „Dreikönigstag“.

Der Kehrvers zum Benediktus und zum Magnifikat an diesem Festtag (6. Januar) im kirchlichen Stundengebet deutet neben der Erscheinung des Herrn vor den Vertretern der nichtjüdischen Völkern auch auf die Erscheinung des Herrn bei der Taufe und bei der Hochzeit zu Kana hin.

Benedictus-Antiphon am 6. Januar:

„Heute wurde die Kirche dem himmlischen Bräutigam vermählt:
Im Jordan wusch Christus sie rein von ihren Sünden.
Die Weisen eilen mit Geschenken zur königlichen Hochzeit.
Wasser wird in Wein gewandelt und erfreut die Gäste.
Halleluja.“

Magnificat-Antiphon am 6. Januar:

„Drei Wunder heiligen diesen Tag:
Heute führte der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe.
Heute wurde Wasser zu Wein bei der Hochzeit.
Heute wurde Christus im Jordan getauft, uns zum Heil.
Halleluja.“

An all diese 3 Erscheinungsweisen der Herrlichkeit Gottes im menschgewordenen Sohn Gottes wurde lange Zeit in der Kirche an diesem einen Festtag gedacht.

Erst die Liturgiereform der katholischen Kirche im Jahr 1969 hat auf den Sonntag nach dem 6. Januar das Fest der Taufe des Herrn gelegt, mit dem nun der weihnachtliche Festkreis endet und die Zeit des Jahreskreises beginnt.

An die Hochzeit zu Kana wird seither alle drei Jahre am 2. Sonntag im Jahreskreis im Sonntagsevangelium (= Joh 2,1-12) erinnert.

Erscheinung der Göttlichkeit Jesu: a) in der Begegnung mit den Sterndeutern aus dem Morgenland; b) bei der Taufe Jesu im Jordan u. c) bei der Hochzeit in Kana - Grafik: (c) G. M. Ehlert, 13.01.2013

Erscheinung der Göttlichkeit Jesu: a) in der Begegnung mit den Sterndeutern aus dem Morgenland; b) bei der Taufe Jesu im Jordan u. c) bei der Hochzeit in Kana – Grafik: (c) G. M. Ehlert, 13.01.2013

Weihnachtliche Impulse von Bischof Lettmann (gestorben am 16.04.2013 in Betlehem, dem Geburtsort Jesu)

Was bleibt?

In der zweiten Vesper am Fest der Erscheinung des Herrn heißt es in der Antiphon zum Magnifikat:
„Drei Wunder heiligen diesen Tag:
Heute führte der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe.
Heute wurde Wasser zu Wein bei der Hochzeit.
Heute wurde Christus im Jordan getauft uns zum Heil. Halleluja.“

Drei Bilder lässt uns diese Antiphon schauen, die die Herrlichkeit Jesu Christi offenbaren.

Die Weisen haben den Stern des neugeborenen Königs der Juden aufgehen sehen und sind gekommen, ihm zu huldigen: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar(Mt 2,11).

Bei der Hochzeit zu Kana wurde das Wasser zu Wein verwandelt.
Im Johannesevangelium heißt es: „So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und sein Jünger glaubten an ihn“ (Joh 2,11).

Bei der Taufe Jesu „öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden haben“ (Mt 3,16-17).

Ein Hymnus im französischen „Magnificat“ nimmt Bezug auf diese dreifache Offenbarung der Herrlichkeit des Herrn. Doch er stellt fest: Der Stern, dem die Weisen gefolgt sind, ist erloschen. Die Stimme, die bei der Taufe Jesu erscholl, ist verstummt. Die sechs großen irdenen Krüge, die mit Wein gefüllt waren, sind leer.

Was bleibt?

Der Hymnus antwortet darauf:

Der Stern ist erloschen.
Doch der, auf den er hinweist, bleibt.
In seinem Sohn ist Gott bleibend in die Geschichte der Menschen eingetreten.

Die Stimme ist verstummt.
Doch Jesus, das Wort Gottes, bleibt.
Er ist unter uns in seinem Wort, im Wort des Evangeliums.

Die großen irdenen Krüge, die die Hochzeitsfreude aufkommen ließen, sind leer.
Doch Jesus bleibt bei uns im Sakrament,
im Wein, der in sein Blut verwandelt wird.
Im Wort und im Sakrament können wir dem Herrn begegnen.

Text: Bischof Reinhard Lettmann, 08.01.2006

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

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weihnachtlicher Festkreis

Die Weihnachtszeit

beginnt mit der 1. Vesper zum Weihnachtsfest am 24. Dezember.
(Für viele ist das Feiern am Heiligen Abend bzw. in der Heiligen Nacht schon der Höhepunkt)

Das Weihnachtsfest (=25. Dezember)

ist das Hochfest von der Geburt des Herrn Jesus Christus
Die katholische Liturgie kennt unterschiedliche Messtexte für die Eucharistiefeiern
– am Heiligen Abend,
– in der Heiligen Nacht (= Christmette)
– am Morgen (= Hirtenamt)
– am Tag (= Hochamt).
(siehe: Hochfest Geburt Christi)

Am Abend des 1. Weihnachtstages ist wie in den Geschäften für manch einen gefühlsmäßig Weihnachten schon vorbei. –
Doch im Stundengebet der katholischen Kirche wird eine ganze Woche lang „Weihnachten gefeiert“ – und zugleich der besonderen Heiligen und Feste in der Weihnachtsoktav gedacht:

Fest des Heiligen Stephanus (= 26. Dezember)

Nach dem ersten Feiertag folgt am 26. Dezember der Stephanustag.
Direkt nach der festlichen Besinnlichkeit geht es hier um den gewaltsamen Tod eines Diakons, des ersten Christen, der wegen seines Glaubens umgebracht wurde.
(siehe: Hl. Stephanus)

In Deutschland nahmen viele Christen den Tag zum Anlass, für die Märtyrer von heute zu beten. Seit 2012 begehen auch die Katholiken den Stephanustag als Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen. Die Nähe des Märtyrerfestes zum Weihnachtsfest zeigt, dass der christliche Glaube auch an Weihnachten das Kreuz nicht ausblendet. Weihnachten selbst ist nicht nur ein Fest der Geburt Jesu, sondern auch all dessen, für das Jesus steht: der Sohn Gottes, der den Tod erlitt und am dritten Tag auferstanden ist.

Fest des Heiligen Evangelisten Johannes (= 27. Dezember)

Am 27. Dezember gedenkt die Kirche des Evangelisten Johannes.

Fest der Unschuldigen Kinder (= 28. Dezember)

Am 28. Dezember begeht die Kirche das Fest der unschuldigen Kinder, das auf einen Bericht aus dem Matthäusevangelium (Mt 2,13-18) zurückgeht: Nachdem König Herodes von der Geburt Jesu gehört hatte, schickte er die Sterndeuter los, um nach ihm zu suchen. Als sie nicht zu ihm zurückkehrten, wurde der König zornig. Er ließ aus Angst um seinen Thron alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren in Bethlehem und Umgebung töten. Josef aber war nach der Warnung eines Engels mit Maria und Jesus nach Ägypten geflohen, um den Sohn Gottes in Sicherheit zu bringen.
Die alten Kirchenväter bezeichneten die Kinder später als erste Märtyrer, die an Jesu Stelle gestorben seien.
Seit den vergangenen Jahren wird an diesem Festtag auch besonders für den Schutz des ungeborenen Lebens gebetet.

Am Sonntag in der Weihnachtsoktav ist das
Fest der Heiligen Familie

Es handelt sich hierbei um ein jüngeres Fest. Im 19. Jahrhundert hatte die Verehrung der Heiligen Familie von Nazaret stark zugenommen. Von Kanada ging sie schließlich um die Welt, bis das Fest 1921 von Benedikt XV. für die Weltkirche verbindlich eingeführt wurde.
Da auch die Heilige Familie gesellschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt war – ein Beispiel ist die Flucht nach Ägypten –, kann sie heute ein Vorbild für guten Umgang miteinander sein.

Wenn alle am 31. Dezember Silvester feiern, kommt nur wenigen in den Sinn, dass an dem Tag auch an einen heiligen Papst Silvester I. gedacht wird.

1. Januar

  • Die meisten feiern am 1. Januar den Beginn eines neuen Kalenderjahres.
  • Am „Oktavtag“ von Weihnachten feierte die katholische Kirche (bis 1960) den Tag der Beschneidung Jesu.  (siehe auch: Beschneidung-Jesu)

  • Seitdem feiert die katholische Kirche an diesem Tag das Hochfest der Gottesmutter Maria. (siehe auch: 1. Januar)

Der Festtag der Gottesmutter Maria war wohl das erste Marienfest der römischen Kirche und geht auf die Zeit vor dem Konzil von Ephesus (431) zurück. Im Laufe der Zeit geriet es aber wegen der zunehmenden Bedeutung der Marienfeste am 25. März und am 15. August wieder in den Hintergrund.

  • Seit 1968 ist der erste Tag des Jahres auch der Weltfriedenstag.
    Die Päpste veröffentlichen jeweils am 8. Dezember eine Botschaft für diesen Tag.

Am 1. Januar 2018 gibt es zum 51.sten Mal diese Friedensbotschaft.
Im Jahr 2018 steht die Botschaft von Papst Franziskus unter dem Thema:

„Migranten und Flüchtlinge: Menschen auf der Suche nach Frieden“
(hier die Botschaft des Papstes im Wortlaut)

Jahreslosung 2018:

Ein schöner Brauch ist in der evangelischen Herrenhuter Brüdergemeinde
vor vielen Jahren entstanden:
das Jahr unter einen bestimmten biblischen Gedanken zu stellen,
der jeweils ausgelost wird.
Die Jahreslosung für 2018
ist dem Buch der Offenbarung des Johannes entnommen
und lautet:
Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6 (Lutherübersetzung)

Jahreslosung-2018g

Jahreslosung 2018, (c) G. M. Ehlert

Der heiligste Name Jesu ist seit 2002 ein nicht gebotener Gedenktag, der am 3. Januar gefeiert wird. (siehe: Namen Jesu)

Vor allem in der Ostkirche wird die Anrufung des Namens Jesu gepflegt; im Westen wird er seit dem 15. Jahrhundert verehrt – insbesondere von Franziskanern. Das 1721 eigeführte Fest wurde zunächst an unterschiedlichen Tagen begangen. In der Anrufung des Namens Jesu erbitten Christen die helfende Gegenwart Jesu in den Anliegen unserer Zeit.

Das Hochfest der Erscheinung des Herrn (= 6. Januar)

ist landläufig als „Dreikönigsfest“ bekannt. (siehe: Epiphanie)
Ein Fest, das vor allem deshalb bekannt ist, weil Kinder als Sternsinger verkleidet durch die Straßen gehen und die Häuser und deren Bewohner segnen. Früher sprach man auch von der „Epiphanie“. Es wird noch einmal an die menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi erinnert – und an den Besuch der drei Sterndeuter oder Könige, die das Jesuskind an der Krippe verehrten (Mt 2).

Kweg-a

„Der Königsweg“ – (c) G. M. Ehlert

Am Sonntag nach dem Hochfest der Erscheinung des Herrn feiert die Kirche

das Fest der „Taufe des Herrn“ (im Jahr 2018 = 7. Januar).

An diesem Fest erinnert die Kirche an die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan. Damit beginnt Jesu öffentliches Wirken – nach ca. 30 Jahren verborgener Wirksamkeit in Nazaret.
Mit diesem Fest, das zwischen dem 7. und 13. Januar liegt, endet auch die Weihnachtszeit.
Während bis dahin die liturgische Farbe festliches Weiß ist, ziehen Geistliche tags darauf in Grün in die Kirche ein, der Farbe für gewöhnliche Sonn- und Werktage.

Zwei weitere Festtage, die außerhalb des weihnachtlichen Festkreises liegen,
haben einen engen Zusammenhang zum Weihnachtfest:

Fest der Darstellung des Herrn (auch Mariä Lichtmess genannt)
am 2. Februar

und das

Hochfest der Verkündigung des Herrn (auch Mariä Verkündigung genannt)
am 25. März

– der „Tag der Menschwerdung des Sohnes Gottes“ mit dem Beginn der Schwangerschaft Mariens. Genau neun Monate später feiern wir wieder Christi Geburt.
Dann hat das Feiern wirklich ein Ende. Obwohl: Es gibt im Kirchenjahr auch dann noch Tage, die die Gläubigen noch einmal an das Weihnachtsereignis erinnern sollen:
Etwa die Darstellung des Herrn am 2. Februar oder
die Verkündigung des Herrn am 25. März.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Geburt Christi

Weihnachten – 25. Dezember

–> zu den Liturgischen Texten vom 4. Advent (= 24. Dezember 2017)

–> zu den Liturgischen Texten zum Weihnachtsfest

Gloria in excelsis Deo…

W-2016ga

„Gloria in excelsis Deo…“ – Grafik zum Weihnachtsfest, (c) G. M. Ehlert 2016

… et in terra pax
hominibus bonae voluntatis

Die raue Wirklichkeit

– ein Baumstumpf…

– Zeichen für abgeholzte Wälder
– Ausbeutung der Natur

– eine Grenzmauer mit Stacheldraht…

– sie steht auch zwischen Jerusalem und Betlehem…
– Zeichen für Abgrenzung und Ausgrenzung

– ein Bombenabwurf

– Zeichen für Krieg und Terror
– weltweit Unfriede, Flucht, Not und Tod…

Zeichen der Hoffnung inmitten aller Hoffnungslosigkeit:

– ein Davidstern

– in seiner Mitte: das Jesuskind
– und bei ihm Maria und Josef
– Geschenk aus den Händen Gottes
– Monstranz der Liebe Gottes

– himmlisches Licht leuchtet in die Dunkelheit hinein

– eine „Lichtleiter zum Himmel“

Verwandlung kann geschehen:

– zwei Menschen treten in die Bildmitte
– bereit, einander die Hände zur Versöhnung zu reichen…
– Hier wird die Verheißung des Propheten Jesaja wahr:
„… dann wohnt der Wolf beim Lamm…“

(G. M. Ehlert)


Am Heiligen Abend: (24. Dezember)

Eröffnungsvers: (vgl. Ex 16,6-7)
„Heute sollt ihr es erfahren:
Der HERR kommt, um uns zu erlösen,
und morgen werdet ihr seine Herrlichkeit schauen.“

1. Lesung: Jes 62,1-5
Der Herr hat an dir seine Freude

2. Lesung: Apg 13,16-17.22-25
Aus Davids Geschlecht hat Gott dem Volk Israel Jesus als Retter geschickt

Evangelium: Mt 1,1-25
Stammbaum Jesu und seine Geburt aus der Jungfrau

In der Heiligen Nacht (Christmette oder Engelamt):

Eröffnungsvers: (Ps 2,7)
„Der HERR sprach zu mir:
Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.“

1. Lesung: Jes 9,1-6
Ein Sohn ist uns geschenkt; man nennt ihn: Fürst des Friedens

2. Lesung: Tit 2,11-14
Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten

Evangelium: Lk 2,1-14
Geburt Jesu in Betlehem u. Botschaft der Engel an die Hirten

Am Morgen (Hirtenamt): (25. Dezember)

Eröffnungsvers (vgl. Jes 9,1.5)
„Ein Licht strahlt heute über uns auf,
denn geboren ist uns der HERR.
Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst,
Vater der kommenden Welt.
Seine Herrschaft wird kein Ende haben.“

1. Lesung: Jes 62,11-12
Sieh her, jetzt kommt deine Rettung

2. Lesung: Tit 3,4-7
Gott hat uns gerettet aufgrund seines Erbarmens

Evangelium: Lk 2,15-20
Die Hirten an der Krippe

Am Tag (Hochamt): (25. Dezember)

Eröffnungsvers (vgl. Jes 9,5)
„Ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt.
Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft.“

1. Lesung: Jes 52,7-10
Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes

2. Lesung: Hebr 1,1-6
Gott hat zu uns gesprochen durch den Sohn

Evangelium: Joh 1,1-18 (Wortgetreue Übersetzung)
Meditation zum Johannesprolog

Zum Fest des Heiligen Märtyrers Stephanus (26. Dezember):

siehe: „den Himmel offen sehen


Weitere Gedanken zum Weihnachtsfest:

„Gloria et Pax“ – ein Weihnachtsbild
Power-Point-Präsentation (5,28 MB)

Woher erlangen Menschen ihr Heil?

Zwischen Ochs und Esel

Gottes schönstes Wort

Die geweihte Nacht der Christgeburt

Ein neuer Anfang

Ein Lied vom göttlichen Liebeswort (Der Johannesprolog)

Krippe + Kreuz + Krone

Christus kommt – kann er bei uns ankommen?

Zwölf Heilige Nächte – Die Zeit zwischen Weihnachten u. Epiphanie

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Re-formation


Drei besondere Tage stehen am Ende Oktober/ Anfang November in unseren Kalendern:

Reformationstag – Allerheiligen – Allerseelen

Was hat es damit auf sich?

„Wir glauben an die Gemeinschaft aller Christgläubigen:
– derer, die hier auf Erden pilgern;
– derer, die nach Abschluss des Erdenlebens geläutert werden;
– und derer, die die himmlische Seligkeit genießen;
sie alle bilden zusammen die eine Kirche.
Wir glauben desgleichen, dass in dieser Gemeinschaft die barmherzige Liebe Gottes und seiner Heiligen stets unseren Gebeten Gehör schenkt.“

– so heißt es in einem feierlichen Glaubensbekenntnis aus dem Jahr 1968 von Papst Paul VI.

Die pilgernde Kirche, die mit all seinen Freuden, Mühen, Enttäuschungen und all ihren Verirrungen unterwegs ist, bedarf immer wieder der „Re-formation“ – d.h. die Christen müssen sich immer wieder zurückbesinnen auf die „ursprüngliche Form“ – auf Christus.
Daran erinnert der Reformationstag, der entstanden ist, da am 31. Oktober 1517 Martin Luther seine berühmten 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Kirchentür von Wittenberg genagelt haben soll.

Halloween – der Vorabend von Allerheiligen
Am Abend des 31. Oktobers ist Halloween – ein merkwürdiges Brauchtum, das seit den 90er Jahren mit ausgehölten Kürbisköpfen und gruseligem Spektakel aus den USA zu uns gekommen ist. Ursprünglich hieß Halloween – „All Hallows Eve“ – und das heißt schlicht: „Vorabend zu Allerheiligen“.

Doch was hat es mit dem Geister- und Totenkult in Verbindung mit Halloween auf sich?
Dazu ein Blick zurück. Bevor Europa christianisiert wurde, feierten die Kelten am 1. November das Ende des Sommers und holten ihr Vieh in die Ställe zurück. Sie glaubten, dass an diesem Tag auch die Seelen der Verstorbenen umherirrten auf der Suche nach ihrem Zuhause – und die Menschen erschreckten.
Die Kirche „taufte“ diesen Schreckenstag, indem sie im 7. Jahrhundert genau an diesen Tag das Allerheiligenfest legte, um aller Heiligen zu gedenken – auch der von der Kirche nicht offiziell heiliggesprochenen Menschen – die nun zur Vollendung bei Gott gelangt sind. Somit müssen ihre „Seelen“ nicht mehr herumirren auf der Suche nach ihrem Zuhause. Im Gegenteil – wir dürfen sie anrufen, damit sie mit dem Licht ihres Lebens uns helfen auf dem Weg zur Vollendung bei Gott.

Doch was ist mit all den anderen Verstorbenen?
Seit alters her ist es in der katholischen Kirche ein schöner Brauch am Nachmittag des Allerheiligentages – dem Vorabend von Allerseelen – der verstorbenen Familienangehörigen und Freunde zu gedenken.
Oft wird an den Gräbern auch ein Kerzenlicht entzündet – ein Hoffnungslicht, das die Bitte an Gott zum Ausdruck bringt, dass Gott – falls noch nötig – bei den Verstorbenen all das läutern wird, was noch der Reinigung bedarf, bevor sie endgültig ganz bei Gott im Himmel selig sein werden. Im Deutschen haben wir dafür das unglückliche Wort „Fegefeuer“ – gemeint ist ein Zustand der Reinigung durch die Liebe Gottes.

So können uns die drei Tage: Reformationstag, Allerheiligen und Allerseelen daran erinnern, dass auch wir auf dem Weg der Umkehr zu Christus und der Reinigung in seiner Liebe zur Freude aller Heiligen im Himmel gelangen.

–> weiter Gedanken zu Allerheiligen und zu Allerseelen

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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Gottesfurcht statt Menschenfurcht (12. A)

Hochfest: Heiligstes Herz Jesu

Freitag, 23. Juni 2017

Linktipp: Schott: Heiligstes Herz Jesu

Hochfest: Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Samstag, 24. Juni 2017

Linktipp: Schott: Geburt des Hl. Johannes d.T.

12. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 25. Juni 2017

Eröffnungsvers (Ps 28,8-9)
Der HERR ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.
HERR, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit.

Erste Lesung: Jer 20,10-13
Er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter

Antwortpsalm Ps 69,8 u. 10. 14. 33-34 

Zweite Lesung: Röm 5,12-15
Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 15,6b.27a)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich;
und auch ihr sollt Zeugen sein.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,26-33
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

„Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht“

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht - Grafik G. M. Ehlert, Juni 2017

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht – Grafik: (c) G. M. Ehlert

1. Menschenfurcht

vielleicht haben Sie das auch schon einmal erlebt:

In einem Gespräch kommen Themen von Kirche und Glaube zur Sprache. Die geäußerten Ansichten sind kritisch ablehnend. Nun schaut man Sie an. Was sagen denn Sie dazu – Sie gehen doch zur Kirche? – Viele trauen sich dann nicht, sich deutlich zur eigenen Überzeugung zu bekennen. Vielleicht aus Furcht davor, belächelt zu werden oder als altmodisch zu gelten… Manche passen sich an, indem sie sagen: Jeder hat da halt seine eigene Überzeugung…

Jedoch ist es beeindruckend, wenn einer weder sich von Lob oder Tadel beeinflussen lässt, sondern ruhig seine Überzeugung vertritt.

2. Von einem, der unbeirrt standhielt,

erzählt eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus:

„Ein großer, harter Samurai ging einmal einen kleinen Mönch besuchen. „Mönch“, sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, „lehre mich etwas über Himmel und Hölle!“

Der Mönch sah zu dem mächtigen Krieger auf und entgegnete voller Verachtung: „Dich etwas über Himmel und Hölle lehren? Überhaupt nichts könnte ich dich lehren. Du bist schmutzig. Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist eine Scham und Schande für die Klasse der Samurais. Geh mir aus den Augen. Ich kann dich nicht ertragen.“

Der Samurai war wütend. Er zitterte, wurde ganz rot im Gesicht, war sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und hob es in die Höhe, um den Mönch damit zu erschlagen.

„Das ist die Hölle“, sagte der Mönch sanft.

Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Ergebenheit dieses kleinen Mannes, der sein Leben hergab, um ihm diese Lehre zu geben und ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, erfüllt von Dankbarkeit und plötzlichem Frieden.

„Und das ist der Himmel“, sagte der Mönch sanft.

(Zen-Weisheit)

3. Was Menschen Kraft geben kann, dass er die Furcht vor den Menschen und ihre Bedrohung überwindet

  • Im Evangelium heute: 3 x „Fürchtet euch nicht vor den Menschen“
  • – was ist dafür ein tragfähiger Grund? –
  • – Wohin führt solche Furchtlosigkeit?…
  • Furcht vor den Menschen: Furcht nicht anerkannt zu sein; Bedrohung an Leib und Leben…
  • Die „Furcht des Herrn“ ist der Anfang der Weisheit…“
  • Gott fürchten (Handeln aus Angst vor Strafe Gottes) oder positiv aus dem Vertrauen in Gottes Hand geborgen zu sein
  • Gott ehren = ihn vor den Menschen zu bekennen – gelegen oder ungelegen

4. Beispiel Kardinal von Galen: „Nec laudibus – nec timore“

Clemens August Graf von Galen wurde im Jahr der Machtergreifung Hitlers im September 1933 zum Bischof von Münster geweiht. Er stellte seinen Dienst unter den Wahlspruch: „Nec laudibus – nec timore“ = „Das soll mein Wahlspruch sein, das soll uns allein Richtschnur sein: Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll uns bewegen! Aber das Lob Gottes zu fördern sei unser Ruhm, selbst in heiliger Gottesfurcht zu wandeln sei unser beharrliches Streben.“

Damals konnte noch niemand die Tragweite dieses Spruches ahnen. Doch schon bald verspürte er die Verantwortung, sich den kirchen- und glaubensfeindlichen Bestrebungen der Nazis entgegenzustellen ohne Furcht und ohne menschliches Lob dafür zu erwarten.

Seine unerschrockene Solidarität mit den Leiden der Verfolgten in den Konzentrationslagern kann bis heute als vorbildliche Haltung gelten. Bischof von Galen setzte sich vehement für die christlichen Werte und die Würde jedes Menschen ein.

Als die nationalsozialistische Regierung auf ihrer Kirchenfeindlichkeit beharrte, Klöster beschlagnahmte und geistig behinderte Menschen zu ermorden begann, erhob er dagegen seine gewaltige Stimme und hielt am 13. und 20. Juli und am 3 August 1941 seine in aller Welt berühmt gewordenen Predigten, die ihm bis heute den Beinamen „Löwe von Münster“ eintrugen.

5. Wahre Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht

Den Inhalt dieses Evangeliums hat auch der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der 1945 von den Nationalsozialisten im KZ hingerichtet wurde, 1937 in seinem Buch „Nachfolge“ in die Worte gefasst:

„Die Macht, die den Menschen für kurze Zeit auf dieser Erde gegeben ist, ist nicht ohne Gottes Wissen und Willen. Fallen wir in die Hände der Menschen, trifft uns Leiden und Tod durch menschliche Gewalt, so sind wir doch dessen gewiss, dass alles von Gott kommt. Er, der keinen Sperling fallen sieht ohne sein Wollen und Wissen, er lässt den Seinen nichts geschehen, als was ihnen und der Sache, für die sie stehen, gut und nützlich ist. Wir sind in Gottes Händen. Darum fürchtet euch nicht!“

*Angenommen, du würdest verhaftet, weil du Christ bist –
gäbe es genügend Beweise,
dich wegen deines Lebens aus dem Glauben an Gottes Liebe
zu überführen?

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