Charles de Foucauld – 1. Dez.

Charles de Foucauld

Charles de Foucauld – Jesus + Caritas – Collage (c) G. M. Ehlert

Eine Bildlegende: Bildcollage Ch.de.Foucauld

Eine Power-Point-Präsentation zum Leben von Charles de Foucauld: „Bruder aller Menschen

Charles de Foucauld: Jesus + Caritas

Ein wechselvolles Leben
Einst hatte er in Paris den Ruf eines Frauenhelden und Lebemannes, am 13. November 2005 wurde er in Rom selig gesprochen.
Die Rede ist von Charles de Foucauld.
Die radikale und wechselvolle Geschichte seines Lebens hat mich schon seit Studienzeiten fasziniert und ich bin selber Mitglied in der Priestergemeinschaft Jesus – Caritas geworden, die sich auf ihn zurückführt.
Wer war dieser Charles de Foucauld?
Und was kann er uns heute sagen?

Charles de Foucauld – ein Lebemann und Taugenichts – ein Draufgänger und Abenteurer
(Straßburg – Nancy – Paris – Algerien – Marokko)
Charles de Foucauld wird am 15. September 1858 als Sohn einer der angesehensten Adelsfamilien Frankreichs in Straßburg geboren. Als er 6 Jahre alt ist, sterben Vater und Mutter und er wächst bei seinem Großvater auf, der ihn sehr verwöhnt. – Er hat viele Talente, aber er ist faul und macht nichts daraus. Auch den Glauben seiner Kindheit verliert er.

In Paris wird vom Jesuiten-Gymnasium ausgeschlossen und stürzt sich mit 17 in sexuelle Abenteuer und rauschende Partys. Mit 18 kommt er zur elitären Offiziersschule. Dort gilt er als fetter, fauler und wohlhabender Lebemann. Als er mit 22 nach Algerien verlegt wird, schmuggelt er seine Geliebte aus Frankreich mit und gibt sie als seine Frau aus. Dafür fliegt er unehrenhaft aus der Armee. –
Wie vermag es Gott, aus solch einem Taugenichts einen Heiligen zu machen?

Gott packt ihn bei seiner Ehre. Charles de Foucauld, der bisher nur sein eigenes Vergnügen gesucht hat, entdeckt nun seine Verantwortung für die Soldaten, die in Algerien kämpfen. Er bewirbt sich erneut beim Militär, um ihnen in Afrika beizustehen. Doch bald verlässt er das Militär wieder.

Er will tun, was noch keiner getan hat. Er lernt Arabisch, liest den Koran und erkundet – als jüdischer Rabbi verkleidet – das verbotene Land Marokko.
Seine abenteuerliche Forschungsreise bringt ihm in Frankreich zu hohen Ehren. Doch die Begegnung mit dem Islam hat in ihm eine große Erschütterung bewirkt. Er schreibt darüber: „Angesichts dieses Glaubens dieser Menschen, die in ständiger Gegenwart Gottes leben, ahnte ich, dass es etwas Größeres und Wahreres geben musste jenseits der Geschäftigkeit der Welt.“
Und mit dieser Sehnsucht nach Gott beginnt ein neuer Abschnitt im Leben Charles de Foucauld. Charles de Foucauld ist inzwischen 28 Jahre alt.

Bruder Charles von Jesus – ein Gottsucher – auf den Spuren des Jesus von Nazaret
(Paris – Akbes – Nazaret – Jerusalem)
Gott schickt ihm zwei Boten seiner Liebe: zum einen die Cousine Marie de Bondy, deren Friede, den ihre religiöse Persönlichkeit ausstrahlt, in ihm die Suche nach dem Sinn seines Lebens verstärkt. Er schreibt:
„Eine sehr starke innere Gnade bewegte mich: ich begann, zur Kirche zu gehen, ohne zu glauben. Aber nur dort fühlte ich mich wohl und verbrachte lange Stunden damit, dieses merkwürdige Gebet zu wiederholen: „Mein Gott, wenn es Dich gibt, lass mich Dich erkennen.“

Der zweite Bote der Liebe Gottes war der Priester Huvelin, der fortan sein geistlicher Begleiter sein wird:
Eines Tages traf er ihn in der St. Augustin-Kirche in Paris und bat um Religionsunterricht. Doch dieser ließ ihn sofort hinknien und beichten und schickte ihn gleich danach zum Empfang der heiligen Kommunion.
Das war der entscheidende Wendepunkt seiner Bekehrung. Er schreibt: „Sobald ich glaubte, dass es einen Gott gibt, wurde mir klar, dass ich nichts anderes tun konnte, als für ihn allein zu leben.“

Er beschließt zunächst Trappist zu werden (die Trappisten galten als der ärmste Orden). Nach einer Wallfahrt ins Heilige Land lebt er 7 Jahre als Mönch in einem Trappistenkloster in Frankreich und dann in einem noch ärmeren in Syrien.
Doch das Leben als Trappist ist ihm nicht arm genug und so verlässt er den Orden und geht mit Einwilligung seines geistlichen Vaters Abbé Huvelin nach Nazaret ins Hl. Land, um dort als Hausdiener in einem Schuppen beim Kloster der Klarissen zu leben.
Unzählige Stunden der stillen Anbetung verbringt er vor dem Tabernakel mit der Meditation des Evangeliums
„um Jesus immer ähnlicher zu werden.“
Allmählich begreift er, dass Jesus zu lieben auch bedeutet, an seiner Erlösungsarbeit teilzuhaben und dass ihm nachzufolgen bedeutet, der Bruder aller zu werden, besonders der Bruder derer, die noch nicht die Liebe Christi kennen.
So lässt er sich schließlich mit 42 Jahren zum Priester weihen. Nun entwickelt sich das Profil seiner besonderen Berufung:

Einsiedler und Missionar – auf dem Weg zum Bruder aller Menschen
(Beni Abbes – Tamanrasset)
Er geht in die Wüste Sahara nach Béni Abbès in Algerien, nahe der Grenze zu Marokko. Hier errichtet er eine Einsiedelei in der Erwartung, bald Gefährten zu bekommen.
Er beschreibt seine Sendung dort so:
„In der Sahara das verborgene Leben Jesu von Nazaret weiterleben, nicht um zu predigen, sondern um wie Jesus in Einsamkeit, Armut und einfacher Arbeit zu leben.“
So will er den Menschen die Liebe Christi nahe bringen.

Sein Leben in Beni Abbes besteht darin, sich um die französischen Soldaten zu kümmern, um die armen Araber und um die Sklaven. Drei von ihnen kauft er frei. Das Drama der Sklaverei drängt ihn auch zum beharrlichen Protest bei den Behörden.

Ein weiterer Schritt in seinem Leben ist der Umzug in das 1000 km weiter in der Wüste gelegene Tamarasset. Dort lebt er ganz auf sich gestellt ein Leben mitten unter Muslems.
Er durchlebt Zeiten der Verlassenheit (lange auch ohne die Erlaubnis, ohne mit feiernde Gläubige die Hl. Messe feiern zu dürfen).
Er studiert eifrig die Sprache der Tuareg und erstellt ein Wörterbuch. So lernt er das stolze Volk der wilden Tuareg kennen und schätzen. Die Tuareg verehren ihn bald als „großen Marabut“ – einen heiligen Gottesmann.

Erschöpft erkrankt er im Alter von 50 Jahren schwer und überlebt nur knapp dadurch, dass er die Hilfe der armen Tuareg dankbar annimmt. Dadurch vertiefte sich seine Freundschaft mit ihnen.

Er lebt in der Spannung zwischen den beiden Seiten: als Einsiedler allein mit Gott sein zu wollen und als Missionar der Liebe Gottes sich der Nöte der Menschen anzunehmen.

Doch äußerlich gesehen ist sein Einsatz umsonst:
er hat in all den Jahren keinen Tuareg bekehren und taufen können. Seine drei Reisen nach Frankreich, um Gefährten für seine Mission zu finden, bleiben erfolglos.

Er gleicht einem, der all seine Talente eingesetzt, aber keines dazu gewonnen hat.
Er schreibt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. … Betet für meine Bekehrung, so dass ich sterben und reiche Frucht bringen kann.“
Seine Bitte wird erfüllt.

• „Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt – bringt es reiche Frucht!“
Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbricht, erreichen seine Auswirkungen auch die Sahara. Charles de Foucauld, der Bruder aller Menschen sein will, bleibt unter Gefährdung seines eigenen Lebens bei den Dorfbewohnern der Tuareg.

Am Abend des 1. Dezember 1916 wird er von einer Bande bewaffneter Männer überfallen, die bei ihm Waffen und Wertsachen suchen. Ohne Widerstand lässt er sich festnehmen und berauben. Ein junger Mann, der ihn bewachen soll, hört das Herannahen von anderen Truppen, verliert die Nerven und erschließt Bruder Karl.
So wird auch er ein Opfer der Weltkriege, derer wir am heutigen Volkstrauertag gedenken.

Zum Zeitpunkt seines Todes war Charles de Foucauld allein – ohne Weggefährten.
Heute versuchen weltweit Laien, Priester und Ordensleute in 19 verschiedenen Gemeinschaften das Evangelium nach seinen Ideen und Vorbild zu leben.

In zwei Gedanken lässt sich der Kern dieses geistlichen Lebens zusammenfassen:
• Freundschaft mit Jesus in Evangelium u. Eucharistie und
• die Begegnung mit ihm in der Liebe zu den Armen.
in einer Kurzformel: Jesus – Caritas.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert