Ernte-Dank

Gedanken zum Erntedankfest

Gottes Gaben – unsere Aufgaben

Drei Kennzeichen eines sinnvollen Lebens

Als die Menschen sich mit den Tieren noch verstanden,
da wurden sie einmal von den Tieren gefragt,
was den Menschen zum Menschen mache.

Sie gaben ganz unterschiedliche Antworten:
Wir können aufrecht gehen, wir können sprechen und denken, das könnt ihr nicht;
wir können planen und produzieren, das könnt ihr auch nicht;
wir können die Natur manipulieren und mehr ernten, das könnt ihr schon gar nicht;

auf einmal kamen drei Kinder des Weges,
sie hielten frische Früchte in den Händen und sangen voller Freude.

Die Tiere hielten sie an und fragten sie:
Warum singt ihr so fröhliche Lieder?
– Weil wir uns freuen.
Warum haltet ihr die Früchte wie einen kostbaren Schatz in euren Händen?
– Weil wir dankbar sind für dieses Geschenk.
Und warum seid ihr drei zusammen?
– Weil wir uns lieben.

Nun brauchten die Tiere nicht mehr weiter zu fragen. –
Sie wussten, was den Menschen wirklich zum Menschen macht:
sich zu freuen; dankbar zu sein; und einander zu lieben.

Ernte-Dank-Fest – sich freuen, danken und teilen

Das heutige Erntedankfest lädt uns ein – sich über die Früchte der Erde, die wir in diesem Jahr wieder ernten konnten zu freuen und sie zu genießen;

Das heutige Erntedankfest ruft uns auf, – darüber nachzudenken, wem wir dies verdanken und dann auch dem Geber aller Gaben zu danken;

Das heutige Erntedankfest fordert uns schließlich auf, – die Gaben der Schöpfung gerecht miteinander und mit anderen zu teilen. – Denn:

Der schönste Dank für Gottes Gaben besteht darin, dass man die Gaben Gottes voll Liebe weitergibt.

Gottes Früchtekorb 

Viele Früchte sind in Gottes Früchtekorb
Und eines dieser Früchte, das bin ich.
Manche sind wie Stachelbeeren: herb und sauer,
andere zuckersüß wie griechische Rosinen.
Manche sind wie hochgewachsene Stangenbohnen,
andere rund und mollig wie ein Kürbis.
Manche sind geröstet, braun wie Kaffeebohnen,
andere sind vornehm bleich wie Blumenkohl.
Manche, die sind scharf wie Paprika und Curry,
andere sind zart, verhalten im Aroma.
Manche, die sind spritzig, saftig wie ein Pfirsich,
andere sind trockenes Dörrobst, extra dry.
Manche, die sind kernig, knackig, so wie Nüsse,
andere muss man schälen unter Tränen wie die Zwiebeln.
Manche, das sind Alltagsfrüchte wie Kartoffeln,
andere wollen was Besonderes sein: wie Mangos oder Kiwis.
Manche jucken dich und kitzeln wie die Hagebutten,
andere hinterlassen bitteren Nachgeschmack.
Manche, die sind giftig, trotz der schönen Farben,
andere sind wie Medizin: tun ganz einfach gut.
Manche Früchte hängen hoch, schwer zu erreichen,
andere, da muss man unten suchen und sich bücken.
Manche gibt’s, die brauchen lange, um zu reifen,
andere sind frühreif – oder werden niemals reif.
Manche, die werden faul schon auf den Bäumen,
oder sie sind hohl von innen: taube Nüsse.
Manche gibt’s im Sonderangebot: sehr billig,
und andere sind mit Gold nicht zu bezahlen.
Manche sind wie "Aufgesetzter", wie ein Rumtopf:
nur genießbar unter Alkohol!
Manche haben eine harte, rauhe Schale,
doch darunter einen weichen, süßen Kern.
Manche, die sind wirklich ungenießbar,
ganz geschmacklos – oder muffig – oder faul.
Manche sind das Hauptgericht in unserem Leben,
andere eher Nachtisch: wie Kompott flambiert.
Viele Früchte sind in Gottes Früchtekorb.
Und eines dieser Früchte, das bin ich.

Quelle: Hermann Josef Coenen
Meine Jakobsleiter – Meditationen S. 72f

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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