Schlagwort-Archive: Heiliger Geist

1. Fastensonntag C

1. Fastensonntag (= „Invocabit“) –
Jahreskreis C

Sonntag, 10. März 2019

Liturgische Texte zum 1. Fastensonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers:

Invocabit me, et ego exaudiam eum: eripiam eum, et glorificabo eum, longitudine dierum adimplebo eum.

Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. Ich sättige ihn mit langem Leben.
(Ps 91, 15f)

1-Invocavit-a

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
du schenkst uns die heiligen vierzig Tage
als eine Zeit der Umkehr und der Buße.
Gib uns durch ihre Feier die Gnade,
dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
und die Kraft seiner Erlösungstag
durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 26,4-10)
Glaubensbekenntnis des auserwählten Volkes

Antwortpsalm: Ps  91,1-2.10-11.,12-13.14-15
„HERR, sei bei mir in der Not“

2. Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde Rom (Röm 10,8-13)
Bekenntnis der an Christus Glaubenden 

Ruf vor dem Evangelium (Mt 4,4b) 
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Nicht nur vom Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium nach Lukas (Lk 4,1-13)
Der Geist führte Jesus in der Wüste umher, und ER wurde vom Teufel in Versuchung geführt.

* * *

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EvangelientextLk 4,1-13 – 

* * *

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Bild zur Meditation:

„Von Gottes Geist erprobt…“

Versuchung-2

* * *

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Impulse

Evangelium: Lk 4,1-13 – 

 

f-7

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt;
  dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden
… und es kamen Engel und dienten ihm.“

(Mt 4,1 u. 11)

 

  • Wovon leben wir?f-1

teuflisch geschickt ist die Aufforderung:
mach dir selbst, was immer du auch haben willst:
– aus Steinen mach Brot;
– aus Geld mach Freunde;
– aus medizinischem Wissen mach Gesundheit.

Doch du, Herr Jesus, sagst:
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ (Mt 4,4)f-4

Du allein kannst unseren Lebenshunger stillen,
wenn wir auf unser Haben Wollen verzichten.
Herr, erbarme dich.

  • Wem können wir wirklich vertrauen?

f-2teuflisch geschickt ist der Überzeugungsversuch – mit Berufung auf die Heilige Schrift:
überprüfe doch auf eigene Faust die Zusagen Gottes,
– dass er dich stets behüte,
– dass dir nichts Böses geschehen kann,
– dass du immer sicher getragen wirst.f-6

Doch du, Herr, sagst:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“(Mt 4,7)

Herr, du wirst unsere Glaubenskraft stärken,
wenn wir auf solches Überprüfen Wollen verzichten.
Christus, erbarme dich.

  • Vor wem gehen wir in die Knie?

f-3teuflisch geschickt ist das Versprechen:
unterwirf dich
– der Macht des Geldes;
– der Macht der allgemeinen Meinung;
– der herrschenden Mode,
dann gehört dir die ganze Welt.

Doch du, Herr, sagst:f-5
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“(Mt 4,10)

Du, Herr, kannst mit uns dein Reich der Gerechtigkeit und der Liebe aufbauen,
wenn wir auf unser Teil-Haben Wollen an der Macht der Mächtigen verzichten.
Herr, erbarme dich.

Haben – gelten – herrschen wollen…
oder
… verzichten – beten – teilen können

Gott, wir möchten viel besitzen,
was unser Leben angenehm macht.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen
immer mehr haben zu wollen,
– an materiellen Gütern
– an all dem, was unseren Lebenshunger doch nie stillen kann.
Zeige uns im Fasten, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden für das, was du uns geben willst.

Gott, wir wollen gut angesehen sein bei den Menschen
oder sogar im Rampenlicht stehen.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,
bei den Menschen als etwas Besonderes gelten zu wollen,
– indem wir mit unseren Vorzügen prahlen
– oder indem wir unsere Fähigkeiten zur Schau tragen.
Zeige uns beim Beten, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden für das, was du durch uns wirken willst.

Gott, wir möchten oft Einfluss haben
und unseren Willen durchsetzen.
Führe uns, damit wir nicht der Versuchung erliegen,
über andere bestimmen zu wollen,
– und andere mit unserer Macht zu beherrschen,
– oder die Güter der Erde nur für uns zu gebrauchen.
Zeige uns im solidarischen Teilen, worauf wir verzichten können,
um frei zu werden, damit deine Gerechtigkeit beginnen kann.

Gott, führe du uns,
damit wir nicht der Versuchung erliegen,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung: –

–> zum Antwortpsalm: Psalm 91: … ICH lasse ihn schauen mein(en) Heil(and)

–> 2. Lesung: –

–> Evangelium: (Arbeitsübersetzung G. M. Ehlert)
siehe auch: 
Lk 4,1-13: Versuchungen Jesu

 

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 1. Fastensonntag i.J. C

Gedenktage:

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 09. März 2019

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

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Taufe des Herrn (1.C)

Fest der Taufe des Herrn

Sonntag, 13. Januar 2019

Abschluss der Weihnachtszeit

Liturgische Texte zum Fest der Taufe des Herrn (C)

Eröffnungsvers (vgl. Mt 3,16-17)
Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel,
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und die Stimme des Vaters aus dem Himmel sprach:
Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
bei der Taufe im Jordan
kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab,
und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart.
Gib, dass auch wir,
die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind,
in deinem Wohlgefallen stehen
und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung Jes 42,5a.1-4.6-7
Seht, das ist mein Knecht, an ihm finde ich Gefallen

Antwortpsalm Ps 29,1-2.3ac-4.3b. u. 9b-10
Der HERR schenkt seinem Volk den Frieden

(oder:
1. Lesung Jes 40,1-5.9-11
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alle Sterblichen werden sie sehen

Antwortpsalm Ps 104,1-2.3-4.24-25.27-28.29-30
Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, wie groß bist du!)

2. Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 10,34-38)  
Gott hat Jesus gesalbt mit dem Heiligen Geist

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Mt 3,16-17; Mk 9,7)
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel öffnete sich, und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
Halleluja!

(oder:
2. Lesung aus dem Paulusbrief an Titus (Tit 2,11-14; 3,4-7)
Er hat uns gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 3,16)
Halleluja. Halleluja.
Johannes sagte:
Es kommt einer, der stärker ist als ich.
Mit dem Heiligen Geist und mit Feuer wird er euch taufeen.
Halleluja.)

Evangelium aus dem Lukasevangelium (Lk 3,15-16.21-22)  
Jesus ließ sich taufen; und während er betete, öffnete sich der Himmel 

* * *

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Evangelium im Lesejahr C: Lukas 3,15-16. 21-22

15 Erwartend aber (war) das Volk
und alle (waren) Durchdenkende in ihrem Herzen
betreffend den Johannes,
ob nicht etwa er selbst der Christus sei, 

16 Es gab zur Antwort ihnen sagend der Johannes:
„Ich – nur (ins) Wasser tauche ich euch ein,
es kommt aber der Stärkere als ich,
          welchem ich nicht groß genug bin
          zu lösen die Riemen der Sandalen von ihm,
er selbst wird euch eintauchen in heiligem Geist und Feuer. 

((Verse 17 – 20))

21 Es geschah aber
in dem sich eintauchen lassend all das Volk,
auch Jesus (wird) eingetaucht
und betend
wird geöffnet der Himmel 

22 und herab steigt der Geist der Heilige
          in Gestalt sichtbar wie eine Taube
auf ihn

Und eine Stimme aus dem Himmel geschah:
„Du bist mein Sohn, der Geliebte,
an dir (habe ich) Wohlgefallen.“

* * *

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Bild zur Meditation:
Taufe-Jesu1

* * *

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Impulse zum Fest der Taufe des Herrn:

„Das ganze Volk war voller Erwartung!“
Zu Hunderten, vielleicht zu Tausenden sind damals die Menschen aus Jerusalem und von überall her zum Jordan geströmt, um Johannes zu hören.
„Das ganze Volk war voller Erwartung!“
Und im Stillen dachten sie: Ob Johannes nicht vielleicht selber der Messias ist?

Kurz eine Zwischenfrage: Gilt das für uns auch, dass wir voller Erwartung sind?
Voller Erwartung, dass wir damit rechnen: Wann tut Gott endlich etwas?
Wenn wir sonntags zur heiligen Messe kommen, sind wir dann voller Erwartung, dass Gott uns heute trifft, dass er uns anspricht?

„Das ganze Volk war voller Erwartung.“
Wenn wir nichts mehr erwarten, dann ist das so, als wenn wir dem Wirken Gottes einen Riegel vorschieben, ihm die Hände binden. Wer nichts mehr erwartet, der darf sich nicht wundern, dass letztlich das ganze Christenleben furchtbar langweilig wird.

„Ich taufe mit Wasser…“
Die Menschen damals haben große Erwartungen gehabt an Johannes.
„Ob er vielleicht selbst der Messias ist…?“
Doch er wehrt ab: „Ich taufe mit Wasser.“
Wir kennen die Redensart: „Der kocht auch nur mit Wasser.“
Johannes will damit sagen. Ich bin ein Mensch wie ihr. Wenn ihr von mir etwas erwartet, dann werdet ihr immer irgendwo enttäuscht.
Das gilt heute auch. Wenn wir von Menschen etwas erwarten, dann werden wir wechselseitig enttäuscht sein, weil wir alle „mit Wasser kochen“.

Und darum wird diese falsche Erwartung der Menschen im Evangelium umgebogen. Johannes sagt: „Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich. Und er wird nicht mit Wasser taufen, sondern er wird mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen.“

Was bei der Taufe Jesu geschieht:
Wenige Tage später kommt Jesus an den Jordan und lässt sich selber von Johannes taufen.

Er – der Gottessohn – steigt hinab zum Jordan – er steigt hinab, dorthin, wo wir Menschen sind;
Er – der Sündenlose – stellt sich in die Reihe der Sünder, die von Johannes die Taufe der Umkehr empfangen wollen;
Er – der Reine – unterzieht sich dem Taufbad der Reinigung.

Und dann geschieht das, was man mit einer „Gottesoffenbarung“ umschreiben kann.
„Während er betete (= die Verbindung mit Gott pflegte)
– öffnete sich der Himmel –
– und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, –
wie am Anfang der Schöpfung, wo Gottes Geist über den Wassern schwebte;
– und eine Stimme aus dem Himmel sprach: – wie bei der Gottesoffenbarung am Sinai…
– „Du bist mein geliebter Sohn, – vgl. Ps 2
– an dir habe ich Gefallen gefunden.“ – vgl. Gottesknechtslied bei Jesaja.

Bei der Taufe Jesu geschahen entscheidende Dinge.
Mich erstaunt, dass auf diese göttliche Offenbarung hin überhaupt keine Reaktion berichtet wird. Nur Johannes scheint sie wahrgenommen zu haben.
Er bezeugt an anderer Stelle von diesem Erlebnis:
„ Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. …
Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“ (Joh 1,33f).

Auch für uns Getaufte gelten diese drei Aussagen dieser Gottesoffenbarung.
1. Auch bei unserer Taufe öffnet sich der Himmel und Gottes Geist kommt auf uns herab
Das ist ein Bild dafür, dass Gott selbst die Verbindung mit uns aufnimmt.
Israel, das Volk Gottes hatte im Laufe der Geschichte den Eindruck gewonnen: Durch unsere Sünde ist der Himmel verschlossen. Wir kommen nicht mehr zu Gott durch. Gott hört uns nicht. Er greift auch nicht ein.
Doch das Evangelium sagt: Der Himmel öffnet sich über dir.
Du kannst mit Gott Verbindung aufnehmen durch das Gebet.
(Das griechische Wort für beten bedeutet: seine Wünsche zu Gott hin richten).
Wenn wir unsere Wünsche zu dem lebendigen Gott hin richten, dann öffnet sich der Himmel und Gottes Geist steht uns bei.

2. Gott sagt als erstes auch zu uns: Du bist mein geliebter Sohn / du bist meine geliebte Tochter.
Das gilt für jede und jeden von uns, denn durch die Taufe sind wir in die große Gottesfamilie aufgenommen worden.
„Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.“
Und an anderer Stelle: „Wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht, den Geist, in dem wir rufen: ABBA, guter Vater…“
Das heißt auch: das verheißene Erbe – die Gemeinschaft mit Gott im Himmel – kann uns keiner mehr nehmen.

3. Und auch uns wird zugesagt aufgrund der Taufe: an dir habe ich Gefallen gefunden.
Und das sagt Gott zu jeder und jedem: „Du bist ein Mensch, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Mit allen Macken und Kanten, so wie Du bist. Wenn Gott Dich anschaut, wenn er in Dein Gesicht schaut, dann ist es gleichsam so, als wenn er in einen Spiegel schaut, weil Du sein Ebenbild bist. Darum bist Du ihm ungeheuer wichtig. „Ich habe an dir Wohlgefallen.“ Das tut so gut, wenn man weiß: Gott hat an mir Wohlgefallen. Es kann nämlich sein, dass wir in Situationen kommen, wo kein Mensch mehr an uns Wohlgefallen hat, wo ich mich selber vielleicht nicht mehr ausstehen kann. Aber dann gilt immer noch. Gott hat an mir Wohlgefallen.

All das Große, das am Jordan seinen Anfang nimmt, beginnt mit dieser Haltung: „Das ganze Volk war voller Erwartung.“ Und ich wünschte mir dies Eine: Wenn wir schon keine große Erwartung haben, dann doch wenigstens eine kleine Erwartung, aber an einen großen Gott.

* * *

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Links:

–> zum Antwortpsalm: Psalm 29: Erscheinen der Herrlichkeit Gottes in Naturgewalten

–> zum Evangelium: –

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: Fest Taufe des Herrn

–> zu Johannes d. Täufer: siehe auch: – “Zeuge für das Licht

–> zum Afrikatag (im Bistum Münster = 13. Januar 2019): missio – Afrikatag 2019

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 10. Januar 2019

 

Verwandtschaft Jesu – (10.B)

10. Sonntag im Jahreskreis B –
Wahlverwandtschaft Jesu

Sonntag, 10. Juni 2018

Liturgische Texte zum 10. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (Ps 27,1-2)
Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Genesis 3,9-15
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und den Nachwuchs der Frau

Antwortpsalm: Ps 130,1-2.3-4.5-6b.6c-7a u. 8
Beim HERRN ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 4,13 – 5,1)
Wir glauben, darum reden wir

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
(So spricht der Herr:)
Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen.
Und wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde ich alle an mich ziehen.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 3,20-35)
Das Reich des Satans hat keinen Bestand

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Bild zur Meditation:

mk-3-20-35ba

An Jesus scheiden sich die Geister – Grafik zu Mk 3,20-35 – (c) G. M. Ehlert, 05.06.2018

 


Evangelientext Mk 3,20-35 – Übersetzung G. M. Ehlert

Jesus – von allen guten Geistern verlassen?

3,20 Und er (= Jesus) kommt (/sie kommen) ins Haus.
Und es kommt zusammen wiederum die Volksmenge,
so dass sie es nicht einmal vermochten Brot zu essen.
21 Und als es hörten die Seinen,
kamen sie heraus zu greifen ihn,
man sagte nämlich: „Er sei außer sich geraten.“

22 Und die Schriftgelehrten,
die von Jerusalem herabgestiegen waren, sagten: „den Beelzebul* hat er!“
Und: – „In/ Mit dem Anführer der Dämonen wirft er heraus die Dämonen.“

* Beel-zebul: von Baal = Herr und Zebul = Fürst,
= „Herr der Fürsten“
= ein Götze von der Stadt Ekron im Philisterland (vgl. 2 Kön 1,2ff); 

Beel-zebub: = eine Entstellung des Namens = „Herr der (Mist-)fliegen“ 

23 Und sie herrufend redete er in Gleichnissen zu ihnen:

„Wie vermag der Satan den Satan herauszuwerfen?
24 Und – wenn ein Königtum gegen sich selber sich spaltet,
nicht vermag Bestand haben dieses Königreich.
25 Und – wenn ein Haus gegen sich selber sich spaltet, nicht vermag dieses Haus Bestand haben.
26 Und – wenn der Satan aufgestanden wäre gegen sich selber und gespalten wäre, so vermag er nicht Bestand haben, sondern es hat ein Ende.
27 Sondern – nicht vermag es jemand in das Haus des Starken hineinkommend die Gefäße ihm zu rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt, und darauf sein Haus ausraubt.

28 Amen, ich sage euch:
alles wird nachgelassen den Söhnen des Menschen
die Versündigungen und die Gotteslästerungen,
soviel sie auch lästern mögen.

29 Wer auch immer aber gotteslästerlich ist
in
(Bezug auf) den Heiligen Geist,
hat bis in Ewigkeit/ Weltzeit hin keinen Nachlass,
sondern ewiger Versündigung ist er schuldig;“

30 sie sagten nämlich, er habe einen unreinen Geist.

.
31 Und es kommen seine Mutter und seine Brüder
und draußen stehend sandten sie zu ihm –
ihn rufend.

32 Und es saßen um ihn herum die Volksmenge,
und man sagt ihm:
„Siehe, deine Mutter und deine Brüder [und deine Schwestern] draußen suchen dich.“

33 Und anhebend sagt er zu ihnen:
„Wer sind meine Mutter und meine Brüder [und meine Schwestern]?“

34 Und umherblickend auf die um ihn ringsum Sitzenden sagt er:
„Seht – meine Mutter und meine Brüder.

35 Wer auch immer nämlich tut den Willen Gottes,
der ist mir Bruder und Schwester und Mutter*.“

* Maria ist nicht nur die biologische Mutter Jesu –
mehr noch ist sie auch im geistlichen Sinne Mutter Jesu,
da sie ganz bereit ist den Willen Gottes zu tun.

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Was ist die „Sünde gegen den Heiligen Geist?“

Sünde heißt: sich absondern von Gott
Sünde gegen den Heiligen Geist heißt: sich absondern von der Überzeugung, dass Gottes Geist die Liebe und das Verzeihen ist.
Wer also gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens lästert, wird nie annehmen können, dass er von Gott angenommen ist – solange wie er gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens eingestellt ist. –
Hier endet die Macht Gottes, welche eine Macht der Liebe und des Verzeihens ist. Wer sich nicht lieben lassen will, der kann nicht die Gemeinschaft mit Gott erfahren, denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8)

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Wer gehört zur Familie?

– wer miteinander blutsverwandt ist?
– wer in den Kreis einer Familie aufgenommen ist?
– wer zur Familie dazugehören möchte?

Jesus sagt, dass er Gott zum Vater hat –
und er sagt, dass auch wir Gott zum Vater haben.
Dann ist folglich Jesus – unser Bruder…
und auch wir untereinander Geschwister.

Wir sind Geschwister Jesu –
nicht im Sinne von biologischer Verwandtschaft,
sondern im Sinne von Glaubensverwandtschaft.

Jesus sagt im Evangelium:
„Wer den Willen Gottes erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mk 3,35)

Wir – ob Mann oder Frau – können „Mutter Jesu“ sein,
wenn wir ihn heute „zur Welt bringen“ –
wenn seine Botschaft durch uns „Hand und Fuß“, „Stimme und Herz“ bekommt.

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Links:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 05.06.2018

Pfingstfest

Pfingstfest – Geburtstag der Sendung der Kirche


Zum Abschluss der Osterzeit feiern die Christen am 50. Tag nach dem Osterfest das Pfingstfest. –

*Die Seiten 7 Sonntage der Osterzeit
und re-qu-ie-m c-r-e-s(cit)
geben einen Überblick über die 50 Tage der Osterzeit

Die Bezeichnung Pfingsten kommt vom griechischen Wort „pentecoste“ = „der Fünfzigste“. Gefeiert wird an diesem Fest die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger und Jüngerinnen Jesu fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu.
Über dieses Ereignis berichtet die Apostelgeschichte.

* zu Apg 2,1-13 siehe: Das Pfingstgeschehen

Mit diesem Ereignis beginnt die Sendung der Kirche, zu Menschen aus allen Völkern zu gehen und sie mit dem Geist der Liebe Gottes vertraut zu machen.

Die Juden feierten (und feiern es bis heute) an diesem Tag das Erntefest „Shawuot“. An diesem Festtag erinnern sie sich auch an die Gabe der Tora fünfzig Tage nach dem Auszug aus Ägypten am Gottesberg Horeb.

* Wurzeln und Früchte von Pfingsten
– Zusammenhang des jüdischen Festes Shawuot und dem christlichen Pfingstfest

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Besondere Gottesdienste zur Einstimmung auf das Pfingstfest

Zur Einstimmung auf das Pfingstfest empfiehlt es sich, jeden Tag zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstsonntag in einem besonderen Gebet um die Kraft des Heiligen Geistes zu beten. d.h. eine Pfingstnovene zu beten – nach dem Vorbild der Apostel, die zusammen mit der Gottesmutter Maria in diesen 9 Tagen „einmütig im Gebet“ im Abendmahlssaal in Jerusalem versammelt waren.

* Hinweise zum 9-tägigen Gebet:
Pfingstnovene
(oder eine weitere Seite zu Meditationen zur Pfingstnovene)

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Die katholische Kirche kennt in ihrer Gottesdiensttradition die Feier von Vigilien = Nachtwachen. Besonders vor den großen Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten wurden solche nächtlichen Gebets- und Meditationsgottesdienste gehalten. Daraus hat sich zum einen die Christmette in der Heiligen Nacht vor dem Weihnachtstag und die Osternachtfeier vor dem Ostersonntag entwickelt.
Die Vigil vor dem Pfingstfest ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten.

* Aufbau und Texte für eine Pfingstvigil

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Liturgische Texte zum Pfingstsonntag

Eröffnungsvers:

„Spiritus Domini replevit orbem terrarum, Alleluia,
et hoc quod continet omnia, scientiam habet vocis, Alleluia.“

„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. Halleluja!
In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja.“ (Weish. 1,7)

1. Lesung: Apostelgeschichte 2,1-11
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen zu reden

–> Apg 2,1-13 „Der Pfingsttag“

Antwortpsalm Ps 104,1-2.24-25.29-30.31 u. 34
Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

–> zu Psalm 104: Ein Loblied auf die herrliche Schöpfung Gottes

2. Lesung: 1. Korintherbrief 12,3b-7.12-13
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen

oder: Galaterbrief 5,16-25

Pfingstsequenz:

  1. Komm herab, o Heil’ger Geist,
    der die finst’re Nacht zerreißt,
    strahle Licht in diese Welt.
  2. Komm, der alle Armen liebt,
    komm, der gute Gaben gibt,
    komm, der jedes Herz erhellt.
  3. Höchster Tröster in der Zeit,
    Gast, der Herz und Sinn erfreut,
    köstlich Labsal in der Not.
  4. In der Unrast schenkst du Ruh,
    hauchst in Hitze Kühlung zu,
    spendest Trost in Leid und Tod.
  5. Komm, o du glückselig Licht,
    fülle Herz und Angesicht,
    dring bis auf der Seele Grund.
  6. Ohne dein lebendig Weh’n
    kann im Menschen nichts besteh’n,
    kann nichts heil sein noch gesund.
  7. Was befleckt ist, wasche rein,
    Dürrem gieße Leben ein,
    heile du, wo Krankheit quält.
  8. Wärme du, was kalt und hart,
    löse, was in sich erstarrt,
    lenke, was den Weg verfehlt.
  9. Gib dem Volk, das dir vertraut,
    das auf deine Hilfe baut,
    deine Gaben zum Geleit.
  10. Lass es in der Zeit besteh’n,
    deines Heils Vollendung seh’n
    und der Freuden Ewigkeit.
    (Amen. Halleluja!)

Evangelium: Joh 20,19-23*
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch: Empfangt den Heiligen Geist!

oder Joh 15,26-27; 16,12-15

* siehe: Joh 20,19-23 (siehe Ostersonntag)

zu den liturgischen Texten von Pfingstfest siehe auch:
am Vorabend
Pfingstsonntag (B)
am Pfingstmontag (B)

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Gebete zum Heiligen Geist

Sammlung von Gebeten zum Heiligen Geist

Komm, du Heiliger Geist
und erneuere in uns
das göttliche Leben
dein Geschenk in der Taufe.

Komm, du Atem Gottes
und erfülle uns neu
mit deiner Frische
und Lebenskraft.

Komm, du frischer Wind
und bringe in Bewegung
jede und jeden von uns
und deine oft träge Kirche.

Komm, du Feuer der Liebe
und entflamme uns neu
den Armen Gerechtigkeit
und Freude zu bringen.

Komm, du Taube des Friedens
und beflüg’le unser Leben
als deine Friedensboten
in unserer Welt zu wirken.

(Georg Michael Ehlert)

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Meditationen in Wort und Bild zum Pfingstfest

Dornbusch-Pfingsten-5a

Dynamik der Liebe Gottes – Pfingstikone (c) G. M. Ehlert, Mai 2017

Pfingsten –
Wenn die Liebe Gottes
das Herz des Menschen entflammt

Pfingsten heißt: „Der fünfzigste (Tag)“ –
eine Meditation in 50 Worten zum Pfingstfest:

Pfingsten

Wind entfacht
Feuersglut
Herz entbrennt

Maria sagt JA
und sie empfing
vom Heiligen Geist…

Jesu Passion –
im Tod am Kreuz
haucht er den Geist aus…

An Ostern
haucht der Auferstandene
den Jüngern den Geist ein…

Seit Pfingsten
entfachen sie das Feuer des Geistes
damit das Herz vor Liebe brennt.

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Ein Impuls zum Pfingstfest:

Am Fest der Pfingsten
– sind die Geschenke am Geringsten?!?

• Weihnachten = ein „sehr großes Fest“:
viele Geschenke und 3 Wochen Schulferien…
• Ostern = ein „großes Fest“:
Ostereier und Osterhase und 2 Wochen Schulferien…
• Doch Pfingsten:
gerade mal 1-2 Tage Pfingstferien –

„Am Fest der Pfingsten –
da sind die Geschenke am geringsten.“

Was feiern wir Christen?
• Weihnachten:
Gott schenkt uns in Jesus seinen Sohn…
• Ostern:
Durch Tod und Auferstehung Jesu werden wir erlöst und bekommen Anteil am ewigen Leben
• Und Pfingsten?
Das jüdische Volk feiert am 50-sten Tag nach dem Pessachfest (= Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten) Shawuot = den fünfzigsten Tag, an dem Gott auf dem Gottesberg Horeb dem Volk die Tora als die Gabe der Lebensweisungen Gottes schenkte;
und wir Christen feiern 50 Tage nach Ostern das Geschenk des Heiligen Geistes.

Das Feuer seiner Liebe befähigt uns, die Tora im Sinne Jesu zu verstehen, zu leben und liebend weiterzugeben.

„Sind am Fest der Pfingsten –
die Geschenke am geringsten?

Es liegt an uns!
Das Pfingstfest sagt:
Wir sind Gottes Geschenk für die Welt!

Wenn wir uns durch Gottes Geist entflammen lassen…
wenn wir aus dem Evangelium leben und davon Zeugnis geben…
wenn wir die empfangenen Gaben Gottes liebend weitergeben…
dann wird Pfingsten zu einem „großartigen Fest“ der Liebe Gottes für alle Menschen in dieser Welt.

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Volksbrauchtum zum Pfingstfest:

Ein religiöses Brauchtum wie die Bescherung unterm Weihnachtsbaum oder das Ostereiersuchen hat sich rund um das Pfingstfest kaum entwickelt.

Schön wäre es z.B.

  • an Pfingsten Pfingstrosen zu verschenken

Pfingstrosen (eine Art der Hahnenfußgewächse) sind eine beliebte Zierpflanze, die nach dem Pfingstfest benannt ist – sie steht vor allem wegen ihrer Blütezeit mit diesem Fest in zeitlichem Zusammenhang.

Sie sind ausdauernde Pflanzen mit krautigen oder verholzenden Stengeln ohne Dornen, zusammengesetzten Blättern und großen weißen, gelben, rosafarbenen oder roten Blüten, denen heilende Wirkung zugeschrieben wird.

  • Pfingsttauben basteln…
    z.B. eine Pfingst-Taube aus Papier falten (Origamitechnik):
    Origami-taube-a

Die Taube galt im alten Orient eine (göttliche) Liebesbotin. Auch die Brieftauben brachten früher Botschaften zu den Menschen. Gottes Botschaft am Pfingstfest: Ich habe dir meine Liebeskraft zum weitergeben geschenkt.

Der Pfingstenkranz – ist ein besonderes Brauchtum zu Pfingsten in Oelde

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Pfingsten

Pfingstfest – Geburtstag der Sendung der Kirche

Zum Abschluss der Osterzeit feiern die Christen am 50. Tag nach dem Osterfest das Pfingstfest. –

  *Die Seiten 7 Sonntage der Osterzeit 
und re-qu-ie-m   c-r-e-s(cit)
geben einen Überblick über die 50 Tage der Osterzeit

Die Bezeichnung Pfingsten kommt vom griechischen Wort „pentecoste“ = „der Fünfzigste“. Gefeiert wird an diesem Fest die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger und Jüngerinnen Jesu fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu.
Über dieses Ereignis berichtet die Apostelgeschichte.

 * zu Apg 2,1-13 siehe: Das Pfingstgeschehen

Mit diesem Ereignis beginnt die Sendung der Kirche, zu Menschen aus allen Völkern zu gehen und sie mit dem Geist der Liebe Gottes vertraut zu machen.

Die Juden feierten (und feiern es bis heute) an diesem Tag das Erntefest „Shawuot“. An diesem Festtag erinnern sie sich auch an die Gabe der Tora fünfzig Tage nach dem Auszug aus Ägypten am Gottesberg Horeb.

* Wurzeln und Früchte von Pfingsten
– Zusammenhang des jüdischen Festes Shawuot und dem christlichen Pfingstfest

Besondere Gottesdienste zur Einstimmung auf das Pfingstfest

Zur Einstimmung auf das Pfingstfest empfiehlt es sich, jeden Tag zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstsonntag in einem besonderen Gebet um die Kraft des Heiligen Geistes zu beten. d.h. eine Pfingstnovene zu beten – nach dem Vorbild der Apostel, die zusammen mit der Gottesmutter Maria in diesen 9 Tagen „einmütig im Gebet“ im Abendmahlssaal in Jerusalem versammelt waren.

* Hinweise zum 9-tägigen Gebet:
Pfingstnovene
(oder eine weitere Seite zu Meditationen zur Pfingstnovene)

Die katholische Kirche kennt in ihrer Gottesdiensttradition die Feier von Vigilien = Nachtwachen. Besonders vor den großen Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten wurden solche nächtlichen Gebets- und Meditationsgottesdienste gehalten. Daraus hat sich zum einen die Christmette in der Heiligen Nacht vor dem Weihnachtstag und die Osternachtfeier vor dem Ostersonntag entwickelt.
Die Vigil vor dem Pfingstfest ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten.

* Aufbau und Texte für eine Pfingstvigil

Liturgische Texte zum Pfingstsonntag

Eröffnungsvers:

„Spiritus Domini replevit orbem terrarum, Alleluia,
et hoc quod continet omnia, scientiam habet vocis, Alleluia.“

„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. Halleluja!
In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja.“ (Weish. 1,7)

1. Lesung: Apostelgeschichte 2,1-11

2. Lesung: Galaterbrief 5,16-25

Evangelium: Joh 20,19-23*
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch: Empfangt den Heiligen Geist!

oder Joh 15,26-27; 16,12-15

* siehe: Joh 20,19-23 (siehe Ostersonntag)

zu den liturgischen Texten von Pfingstfest siehe auch:
am Vorabend;
am Pfingstsonntag:
am Pfingstmontag

Gebete zum Heiligen Geist

Sammlung von Gebeten zum Heiligen Geist

Komm, du Heiliger Geist
und erneuere in uns
das göttliche Leben
dein Geschenk in der Taufe.

Komm, du Atem Gottes
und erfülle uns neu
mit deiner Frische
und Lebenskraft.

Komm, du frischer Wind
und bringe in Bewegung
jede und jeden von uns
und deine oft träge Kirche.

Komm, du Feuer der Liebe
und entflamme uns neu
den Armen Gerechtigkeit
und Freude zu bringen.

Komm, du Taube des Friedens
und beflüg’le unser Leben
als deine Friedensboten
in unserer Welt zu wirken.

(Georg Michael Ehlert)

Meditationen in Wort und Bild zum Pfingstfest

Dornbusch-Pfingsten-5a

Dynamik der Liebe Gottes – Pfingstikone (c) G. M. Ehlert, Mai 2017

Pfingsten –
Wenn die Liebe Gottes
das Herz des Menschen entflammt

Pfingsten heißt: „Der fünfzigste (Tag)“ –
eine Meditation in 50 Worten zum Pfingstfest:

Pfingsten

Wind entfacht
Feuersglut
Herz entbrennt

Maria sagt JA
und sie empfing
vom Heiligen Geist…

Jesu Passion –
im Tod am Kreuz
haucht er den Geist aus…

An Ostern
haucht der Auferstandene
den Jüngern den Geist ein…

Seit Pfingsten
entfachen sie das Feuer des Geistes
damit das Herz vor Liebe brennt.

Ein Impuls zum Pfingstfest:

Am Fest der Pfingsten
– sind die Geschenke am Geringsten?!?

• Weihnachten = ein „sehr großes Fest“:
viele Geschenke und 3 Wochen Schulferien…
• Ostern = ein „großes Fest“:
Ostereier und Osterhase und 2 Wochen Schulferien…
• Doch Pfingsten:
gerade mal 1-2 Tage Pfingstferien –

„Am Fest der Pfingsten –
da sind die Geschenke am geringsten.“

Was feiern wir Christen?
• Weihnachten:
Gott schenkt uns in Jesus seinen Sohn…
• Ostern:
Durch Tod und Auferstehung Jesu werden wir erlöst und bekommen Anteil am ewigen Leben
• Und Pfingsten?
Das jüdische Volk feiert am 50-sten Tag nach dem Pessachfest (= Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten) Shawuot = den fünfzigsten Tag, an dem Gott auf dem Gottesberg Horeb dem Volk die Tora als die Gabe der Lebensweisungen Gottes schenkte;
und wir Christen feiern 50 Tage nach Ostern das Geschenk des Heiligen Geistes.

Das Feuer seiner Liebe befähigt uns, die Tora im Sinne Jesu zu verstehen, zu leben und liebend weiterzugeben.

„Sind am Fest der Pfingsten –
die Geschenke am geringsten?

Es liegt an uns!
Das Pfingstfest sagt:
Wir sind Gottes Geschenk für die Welt!

Wenn wir uns durch Gottes Geist entflammen lassen…
wenn wir aus dem Evangelium leben und davon Zeugnis geben…
wenn wir die empfangenen Gaben Gottes liebend weitergeben…
dann wird Pfingsten zu einem „großartigen Fest“ der Liebe Gottes für alle Menschen in dieser Welt.

Volksbrauchtum zum Pfingstfest:

Ein religiöses Brauchtum wie die Bescherung unterm Weihnachtsbaum oder das Ostereiersuchen hat sich rund um das Pfingstfest kaum entwickelt.

Schön wäre es z.B.

  • an Pfingsten Pfingstrosen zu verschenken

Pfingstrosen (eine Art der Hahnenfußgewächse) sind eine beliebte Zierpflanze, die nach dem Pfingstfest benannt ist – sie steht vor allem wegen ihrer Blütezeit mit diesem Fest in zeitlichem Zusammenhang.

Sie sind ausdauernde Pflanzen mit krautigen oder verholzenden Stengeln ohne Dornen, zusammengesetzten Blättern und großen weißen, gelben, rosafarbenen oder roten Blüten, denen heilende Wirkung zugeschrieben wird.

  • Pfingsttauben basteln…
    z.B. eine Pfingst-Taube aus Papier falten (Origamitechnik):
    Origami-taube-a

Die Taube galt im alten Orient eine (göttliche) Liebesbotin. Auch die Brieftauben brachten früher Botschaften zu den Menschen. Gottes Botschaft am Pfingstfest: Ich habe dir meine Liebeskraft zum weitergeben geschenkt.

Der Pfingstenkranz – ist ein besonderes Brauchtum zu Pfingsten in Oelde

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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(c) G. M. Ehlert

Pfingstnovene

9 Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten

Pfingstnovene

Am Pfingstfest sandte der auferstandene und in den Himmel Gottes aufgefahrene Herr Jesus Christus seinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist.

Dieser Geist formte die Gemeinde Jesu zu seiner Kirche,
begleitete die Kirche durch die Zeit
und ließ sie zu einer weltweiten großen Gemeinschaft wachsen.

Dieser Geist Gottes stärkt auch heute unseren Glauben,
belebt unsere Hoffnung,
vertieft unsere Liebe,
als einzelne, vor allem aber als Gemeinschaft, als Kirche.

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu hatten sich auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereitet:
gemeinsam mit Maria – im Gebet – im Abendmahlssaal in Jerusalem.

Von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten haben sie
neun Tage lang
um den Geist gebetet
– die erste Pfingstnovene – das Neun-Tage-Gebet.

Chr-Himmelfahrt-4a

Heimkehr zum Vater – In Erwartung des Hl. Geistes – in der Kraft des Hl. Geistes; (c) G. M. Ehlert, 24.05.2017

Christi Himmelfahrt:
Christus kehrt heim zum Vater – zuvor hat er seinen Jüngern verheißen, dass sie in wenigen Tagen „eingetaucht“ werden in den Heiligen Geist – siehe Apg. 1,1-14.

In den 9 Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstfest
waren die Jünger zusammen mit Maria versammelt, um im Gebet den Heiligen Geist zu erwarten: den Geist der schenkenden Liebe Gottes, der sie befähigt, dass sie fortan mit „Augen des Herzens“ (vgl. Eph 1,18) erkennen, dass Christus in einem jeden von ihnen und durch sie in dieser Welt erfahrbar werden will.

Am Pfingstfest
befähigt der Heilige Geist die Jünger Jesu, dass sie sein Werk weiterführen, eine Gemeinschaft aufbauen (= die Kirche), so dass zwischen ihnen die herzliche Liebe Gottes erfahrbar werden kann.

 

–> zu Gebeten einer Pfingstnovene 

an Christi Himmelfahrt: *
Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

am Freitag (1.Tag):
Komm, der alle Armen liebt,
komm der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

am Samstag (2.Tag):
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.

am Sonntag (3.Tag): – 7. Sonntag der Osterzeit *
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

am Montag (4.Tag):
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

am Dienstag (5.Tag):
Ohne dein lebendig Weh’n
kann im Menschen nichts besteh’n,
kann nichts heil sein noch gesund.

am Mittwoch (6.Tag):
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du wo Krankheit quält.

am Donnerstag (7.Tag):
Wärme du, was kalt und hart, l
öse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

am Freitag (8.Tag):Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

am Samstag (9.Tag): *
Lass es in der Zeit besteh’n,
deines Heils Vollendung seh’n
und der Freuden Ewigkeit.

am Pfingstfest: *
Amen. Halleluja!

  • * zum 7. Sonntag der Osterzeit

Am 7. Sonntag der Osterzeit – d.h. zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstfest wird als Evangelium immer ein Abschnitt aus dem sogenannten “Hohepriesterlichen Gebet” Jesu – dem Abschiedsgebet des Herrn verkündet:
im Lesejahr A = Joh 17,1-11 (= 28. Mai 2017)
– im Lesejahr B = Joh 17,6a.11b-19 (= 17. Mai 2015)
– im Lesejahr C = Joh 17,20-26.

siehe dazu den Bibeltext: Joh 17,1-26 (in eigener Übersetzung);
siehe auch: “Ich will, dass alle eins sind wie wir

  • * die Nacht vor dem Pfingstfest – Texte für eine Pfingstvigil

  • *zum Pfingstfest  (= 50 Tage nach Ostern)

Pente-coste = “der Fünfzigste” – der Tag, an dem die Juden an die Gabe der Tora erinnen – der Tag, an dem die Christen die Ausgießung des Geistes Gottes feiern.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

in Verbindung bleiben (6.O.A)


6. Sonntag der Osterzeit Rogate (Bittsonntag)
                                   (= 21. Mai 2017)

Vocem iucunditatis

O-6

Vocem iucunditatis annuntiate, et audiatur, alleluia,
nuntiate usque ad extremum terrae,
liberavit Dominus populum suum, alleluia.“

Eröffnungsvers:

„Verkündet es jauchzend, damit man es hört, Halleluja!
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Der HERR hat sein Volk befreit. Halleluja.“
(vgl. Jes 48,20)

1. Lesung: Apg 8,5-8.14-17
Petrus und Johannes legten ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist

Antwortpsalm: Ps 66,1-3.4-5.6-7
Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! Halleluja.

2. Lesung: 1 Petr 3,15-18
Dem Fleisch nach wurde Christus getötet, dem Geist nach lebendig gemacht

Ruf vor dem Evangelium: Joh 14,2-3
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja.

Evangelium: Joh 14,15-21
Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben

Lesejahr A: (= 2017)
Apg 8,5-8.14-17;
1 Petr 3,15-18
Joh 14,15-21 Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben

Lesejahr B:
Apg 10,25-26.34-35.44-48;
1 Joh 4,7-10
Joh 15,9-17 Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt siehe auch: „In Liebe verbunden

Lesejahr C (01.05.2016):
Apg 15,1-2.22.29; ((zu Apg 15,1-35 siehe: Konfliktlösung in der Kirche))
Offb 21,10-14.22-23
Joh 14,23-29 Der Heilige Geist wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe

siehe auch: Abschiedsrede Jesu – 1. Teil: „Damit der Vater verherrlicht werde in dem Sohn“ –  joh-13.31-14.31 (= Übersetzung, Gliederung und Erläuterung)

.

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.

–> zu den Liturgischen Texten vom 6. Sonntag der Osterzeit (A) siehe: „Schott

.

Gedanken zum Sonntagsevangelium vom 6. Sonntag der Osterzeit:
Johannes 14,15-21

Wenn ihr hochschätzt/ liebt mich,
die Weisungen – die meinen – ihr werdet sie bewahren.

Und ich – ich werde bitten/ fragen den Vater,
und einen anderen (zur Unterstützung)
Herbeigerufenen/ Beistand/ Anwalt
wird er euch schenken/ geben,
auf dass er sein wird mit/in/bei euch in die Ewigkeit hinein:
den Wind/ Atem/ Geist der Wahrhaftigkeit/ Zuverlässigkeit/ Wahrheit,
den die Welt nicht vermag aufzunehmen,
weil sie ihn nicht wahrnehmen/ schauen/ finden vermag von sich aus.

Ihr (er)kennt ihn, denn bleibend ist er bei/ in/ mit euch
und wird in/ bei/ mit euch sein.

Nicht will ich euch als Waisen (zurück)lassen:
ich komme zu euch.

Noch eine kleine (Weile),
und die Welt schaut mich nicht mehr;
ihr aber schaut mich,
weil ich lebe und ihr leben werdet.

An jenem Tag werdet ihr erkennen,
dass ich in/ mit/ bei meinem Vater bin,
und ihr in/ mit/ bei mir,
und ich in/ mit/ bei euch.

Wer meine Weisungen hat und sie wahrt:
der ist es, der mich hochschätzt/ liebt.

Wer aber mich hochschätzt/ liebt,
wird hochgeschätzt/ geliebt werden von meinem Vater.
Auch ich werde ihn hochschätzen/ lieben und mich ihm zeigen.

(Joh 14,15-21 – (Arbeits-)Übersetzung: G. M. Ehlert)

sich verabschieden – und verbunden bleiben

Verheißener Beistand - zu Joh 14,15-21; (c) G. M. Ehlert

Verheißener Beistand – Joh 14,15-21; (c) G. M. Ehlert, 14.05.2017

„Der Herbeigerufene – der Geist der Wahrheit“

1. Abschied nehmen – und verbunden bleiben

A-dieu! –> Abschied
Denk an das, was ich dir gesagt habe. –> Vermächtnis
Mach’s gut! –> Auftrag
Ich meld’ mich. –> Zusage
Bis bald. –> Verheißung

2. aus den Abschiedsreden Jesu

Abschied Jesu: A-dieu:
Ich gehe zum Vater – einen Platz für euch vorzubereiten

Vermächtnis Denkt an das, was ich getan habe.
„Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“

Auftrag: „Macht es gut!“
„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“

Zusage: „Ich meld‘ mich!“
„Ich werde euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben wird: den Geist der Wahrheit“

Verheißung: „Bis bald“ –
„Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch“ –> Es ist der Geist der Wahrheit (Wahrhaftigkeit, Verlässlichkeit…)

Wenn die Jünger Jesus in Liebe und im Halten seiner Gebote verbunden bleiben, dann gelten ihnen die Verheißungen Jesu.

Entsprechend dem größeren Textzusammenhang von Joh 14 verheißt Jesus seinen Jüngern nach seinem Fortgang ein erneutes Kommen.

  • Eine erste Weise seiner kommenden Gegenwart besteht in der Gabe des Geistes, der für immer bei ihnen bleiben soll (V. 16f.).
  • Doch auch Jesus selbst wird seine Jünger nicht als Waisen zurücklassen, sondern (erneut) zu ihnen kommen (V. 18-20).
  • Am Schluss wird Jesus dann verheißen, dass er zusammen mit dem Vater zu den Seinen kommen und bei ihnen Wohnung nehmen wird (V. 23).

Wie wir hier sehen können, ergibt sich so bei den Verheißungen Jesu eine trinitarische Struktur, die vom Geist über Jesus zum Vater führt.

siehe auch: „Abschiedswort

 

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