Lukas – 18. Okt.

Lukas – 18. Oktober – Fest

Evangelist, Märtyrer (?)

Historisch gewiss ist vom Heiligen Lukas nur wenig.
Geboren wann (?), wo? in Antiochia, heute Antakya in der Türkei (?)   oder in Philippi in Griechenland (?)
Gestorben wann (?), wo?  in Theben in Böotien, heute Thiva in Griechenland   oder in Bithynien in der Türkei (?)   oder in der Achaia in Griechenland (?).

Lukas – ein Begleiter des Paulus

Die kirchliche Tradition identifiziert den Verfasser des 3. Evangeliums und der Apostelgeschichte mit Lukas, dem gleichnamigen Begleiter des Apostel Paulus.

  • „der Arzt Lukas, unser geliebter Freund“ – Kol 4,14
  • „und Lukas, meine Mitarbeiter“ – Phil 1,24
  • „Nur Lukas ist noch bei mir“ – 2 Tim 4,11

siehe auch die „Wir-Berichte“ in der Apostelgeschichte:

  • auf der 2. Missionsreise des Paulus von Troas nach Philippi (Apg 16,10-17)
  • auf der 3. Missionsreise des Paulus von Philippi nach Jerusalem (Apg 20,5- 21,18)
  • auf der Fahrt des Apostels Paulus von Cäsarea nach Rom (Apg 27,1 – 28,16)

Die Identifizierung mit dem Lukas von Phlm 24; Kol 4,14 und 2Tim 4,11 ist hingegen ungesichert.

Nach der Mehrheitsmeinung der historisch-kritischen Exegese war der Autor Heidenchrist, vor seiner Konversion wohl ein „Gottesfürchtiger“, sehr gebildet, ein Angehöriger der 3. christlichen Generation; vermutlich lebte er in einer großen hellenistischen Stadt.

Die genaue Orts- und Situationskenntnis in Apg 16 legen nahe, dass er aus Troas oder aus Philippi stammt.

Lukas-1a

Evangelist Lukas – (c) G. M. Ehlert

Besonderheiten des Evangeliums nach Lukas

  • ein persönliches Vorwort zum Evangelium

„Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren.

Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.“     (Lk 1,1-4)

Teo-philus – gr. = „Gottesfreund“ – eventuell ein reicher Mäzen für die beiden kostbaren Schriftrollen des Evangeliums und der Apostelgeschichte.

I. Die Vorgeschichte

I. Die Vorgeschichte: 1,5 – 2,52
Verheißung der Geburt des Täufers: 1,5-25 – im Tempel
       Verheißung der Geburt Jesu: 1,26-38
         Besuch Marias bei Elisabet: 1,39-56 + Magnificat
               Geburt des Täufers: 1,57-80 + Benedictus
         Geburt Jesu: 2,1-20 Gloria in excelsis Deo“
       Zeugnis des Simeon und der Hanna über Jesus: 2,21-40 + Nunc dimittis
Zwölfjähriger Jesus im Tempel: 2,41-52

2. Weiterer Aufbau des Lukasevangeliums

II. Die Vorbereitung des Wirkens Jesu: 3,1 – 4,13

III. Das Wirken Jesu in Galiläa: 4,14 – 9,50

IV. Jesus auf dem Weg nach Jerusalem:  9,51 – 19,27

V. Die letzten Tage Jesu in Jerusalem:   19,28 – 21,38

VI. Das Leiden Jesu:    22,1 – 23,56

VII. Die Auferstehung Jesu: 24,1-36

VII. Die AuferstehungAm ersten Tag der Woche…
Botschaft der Engel im leeren Grab:   24,1-12
       Begegnung mit Auferstandenen – Weg nach Emmaus:   24,13-24
           Erkennen beim Brotbrechen    24,25-32
                 Rückkehr nach Jerusalem    24,33-35
           Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern   24,36-43
       Ihr seid Zeugen    24,44-49
Himmelfahrt Jesu      24,50 – 53

„Im Lukasevangelium, der ersten Hälfte des langen Werkes des Lukas, wird der Heilige Geist auf einen Einzelnen ausgegossen, der mit der Kraft Gottes handelt, mit der Vollmacht Gottes redet und mit Gottes Liebe liebt. Durch die Gabe des Geistes, die Jesus gegeben ist, verkündet und demonstriert Jesus Gottes Gerechtigkeit, indem er von Galiläa nach Jerusalem wandert und dabei die Kranken von ihren Gebrechen und die Gesunden von ihren Sünden befreit und die Armen mit der guten Nachricht reich macht, dass sie am messianischen Festmahl Anteil haben.“

„In der zweiten Hälfte (= Apostelgeschichte) wird nun derselbe Geist auf eine Gruppe, nämlich die Körperschaft der Söhne und Töchter Gottes, ausgegossen, die ihr Leben an den Vater ausliefern und sich füreinander und für das Heil der Welt hingeben. Sie setzen das Erlösungswerk fort, indem sie die gute Nachricht von dem verkündigen, was der Vater in Jesus getan hat – und indem sie diese gute Nachricht in ihrem Leben umsetzen. Bevollmächtigt vom Heiligen Geist, verbreiten sie die Worte und Taten Jesu erst in Jerusalem, sodann in Palästina, dann im gesamten römischen Imperium und schließlich in Rom selbst.“

(aus: Richard Rohr, Das auferstandene Buch – Die Lebenskraft des Neuen Testaments; Herder 3/1991, S. 117)

Prägung der christlichen Frömmigkeit durch das Lukasevangelium bzw. die Apostelgeschichte

a) Liturgisches Jahr

25. März    Verkündigung des Herrn (H)    Lk 1,26-38
25. Dezember    Geburt Jesu (H)    Lk 2,1-20
1. Januar    Beschneidung u. Namensgebung Jesu    Lk 2,21
2. Februar    Darstellung des Herrn im Tempel (F)    Lk 2,22-40

40 Tage nach Ostern Christi Himmelfahrt (H)    Apg 1,4-11
Pfingstnovene    Apg 1,12-14
Pfingsttag (H)   Herabkunft des Hl. Geistes auf die Jünger   Apg 2,1-13

b) Liturgisches Gebet

Vesper            Magnifikat     Lk 1,46-55
Komplet          Nunc dimittis     Lk 2,29-32
Laudes             Benediktus      Lk 1,68-79

c) bekannte Erzählungen:

– barmherziger Samariter    Lk 10,25-37
– Maria und Martha    Lk 10,38-42
– barmherziger Vater u. seine zwei verlorenen Söhne   Lk 15,11-32

Lukas und die ersten Marienikonen

Spätere Legenden berichten, dass Lukas sich in der Malerkunst auszeichnete.

Als er das Christentum angenommen hatte, malte er das Bild der Jungfrau und Gottesmutter Maria. Dieses Bild kam später in die Hände der heiligen Kaiserin Pulcheria und hierauf nach Rom, wo es in der Kirche „Maria Maggiore“ aufbewahrt wird.

Zur Zeit des heiligen Papstes Gregor des Großen wurde Rom von einer schrecklichen Pest heimgesucht. Da ordnete der heilige Papst eine feierliche Prozession an, bei welcher das Gnadenbild der heiligsten Jungfrau mitgetragen wurde, und durch die Fürbitte der göttlichen Mutter hörte die Pest auf. Seitdem wird dieses Bildnis in Rom immer in höchsten Ehren gehalten.

Tagesgebet:

Herr, unser Gott, du hast den Evangelisten Lukas auserwählt,
in Wort und Schrift
das Geheimnis deiner Liebe zu den Armen zu verkünden.

Gib, dass alle, die sich Christen nennen,
ein Herz und eine Seele sind,
und lass alle Völker der Erde das Heil schauen,
das du ihnen bereitet hast.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

siehe auch eine Power-Point-Präsentation (4,9 Megabyte): Evangelist Lukas-a

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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