Markus – 25. April

Evangelist Markus – Fest am 25. April

Dem Heiligen Markus verdanken wir die kürzeste und wohl älteste zusammenhängende Lebensbeschreibung Jesu Christi. In Form und Stil einer Vita ähnlich, wie sie sonst bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewidmet ist, beschreibt Markus das Leben Jesu von seiner Taufe im Jordan bis zum Tod am Kreuz und dem Entsetzen der Frauen als sie am Ostermorgen das leere Grab Jesu entdeckten (Mk 16,8).

Markus hat vielleicht Jesus selbst gekannt. Denn nur im Markusevangelium ist bei der Gefangennahme Jesu im Garten Getsemani von einem jungen Mann die Rede, der gerade noch nackt fliehen kann (Mk 14,51) – Vermutlich ist dies Markus selbst.

Im Haus seiner Mutter Maria versammelte sich die Urgemeinde von Jerusalem (Apg 12,12).
Johannes Markus, wie er eigentlich heißt, wurde nach Auskunft der Apostelgeschichte von Barnabas und Paulus auf die erste Missionsreise mitgenommen, kehrte aber in Perge in Pamphylien um. Zur zweiten Missionsreise wollte Barnabas Markus wieder mitnehmen, aber Paulus weigerte sich und wählte Silas zum Gefährten, während Barnabas mit Markus nach Zypern fuhr. Später besteht wieder ein gutes Verhältnis zwischen Paulus und Markus, der während der ersten Gefangenschaft bei dem Apostel in Rom weilte.

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Evangelist Markus mit Petrus oder Paulus in Rom – Grafik von G. M. Ehlert

Eine enge Beziehung soll Markus auch zum Apostel Petrus gehabt haben. Im 1. Petrusbrief wird er „Sohn“ genannt. Wahrscheinlich hat er für Petrus, der kaum griechische Sprachkenntnisse besaß, als dessen Dolmetscher gewirkt.

Eusebius, Hieronymus und Epiphanius berichten, dass Markus der Gründer der Gemeinde in Alexandria in Ägypten war. Die koptische Kirche sieht ihn daher als ihren ersten Papst an. Quellen aus dem vierten Jahrhundert berichten vom Märtyrertod des Markus in Alexandria am 25. April des Jahres 68. Seine Reliquien kamen im 9. Jahrhundert nach Venedig, wo ihm mit dem Markusdom die Hauptkirche geweiht ist.

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Kommentar zum Tagesevangelium (Mk 16,15-20)

aus einer Schrift des Heiligen Ireneus von Lyon im 2. Jh.:

(…)

Nachdem nämlich auferstanden ist unser Herr von den Toten und sie durch das Kommen des Heiligen Geistes mit der Kraft aus der Höhe ausgestattet waren, wurden sie in jeder Hinsicht erfüllt und hatten die vollkommene Erkenntnis; sie gingen heraus bis zu den Enden der Erde; verkündeten die gute Nachricht, die von Gott zu uns kommt, und machten die Menschen mit dem Frieden des Himmels bekannt, sie, die allesamt und jeder einzelne von ihnen, die das Evangelium Gottes (in sich) haben.

So hat Matthäus bei den Hebräern eine in deren Landessprache geschriebene Fassung des Evangeliums veröffentlicht als Petrus und Paulus Rom evangelisierten, und dort die Kirche gründeten.

Nach ihrem Tod aber hat uns Markus, der Schüler und Übersetzer des Petrus, dessen Verkündigungen ebenfalls schriftlich überliefert.

Und Lukas, der Begleiter des Paulus, hat seinerseits – auf dessen Verkündigung hin – in einem Buch das Evangelium niedergeschrieben.

Schließlich hat auch Johannes, der Schüler des Herrn, derselbe, der an seiner Brust ruhte, das Evangelium aufgezeichnet während seines Aufenthalts in Ephesus in Asien.

Markus, der Übersetzer und Begleiter des Petrus, hat die Niederschrift seines von ihm verfassten Evangeliums so begonnen:
„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.
Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja:
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, er soll den Weg für dich bahnen.“

(…)

Markus sagt deutlich, dass der Anfang des Evangeliums die Stimmen der heiligen Propheten seinen, und den, welchen sie als Herrn und Gott bekannt haben, weist er nach als den Vater unseres Herrn Jesus Christus.

(…)

Am Ende seines Evangeliums aber sagt Markus:
„Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes.“ (Mk 16,19)

Das ist die Bestätigung des Prophetenwortes:
„So spricht der HERR zu meinem Herrn, setze dich mir zur Rechten
und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.“ (Ps 109,1)

 

Irenäus von Lyon (* um 130 – + um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Häresien, 3. Buch, 1,1.10,6

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siehe auch: Evangelist Markus – eine Power-Point-Präsentation von G. M. Ehlert

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

 G. M. Ehlert

Stand: 25.04.2020