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Prägekraft (29.A)

Prägende Kraft

29. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 22. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Ps 17,6.8)
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,
birg mich im Schatten deiner Flügel.

Erste Lesung: Jes 45,1.4-6
Ich habe Kyrus bei der Hand gefasst, um ihm die Völker zu unterwerfen

Antwortpsalm aus Psalm 96

Zweite Lesung: 1 Thess 1,1-5b
Wir erinnern uns vor Gott an euren Glauben, eure Liebe und eure Hoffnung

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Phil 2,15d.16a)
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Worte Christi,
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 22,15-21
Gebt dem Kaiser zurück, was dem Kaiser gehört, Gott aber, was Gott gehört

–> siehe auch Studienübersetzung zu Mt 22.15-22  (von G. M. Ehlert)

Link: Messtexte zum 29. Sonntag im Jahreskreis A

 Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis A
22. Oktober 2017

„Gebt dem Kaiser zurück, was des Kaisers ist,
Gott aber, was Gottes ist“


 

Darauf gingen die Pharisäer – beratschlagten zusammen,
wie sie ihn umklammernd binden könnten
aufgrund eines Wortes.

Und sie sandten ab zu ihm
die Jünger von ihnen
(zusammen) mit den Herodianern und sagten:

„Lehrer,
wir wissen, dass du wahr(haftig)bist
und den Willen des Gottes in Wahrheit lehrst
und nicht kümmert dich (das Urteil) von irgendeinem;
nicht nämlich blickst du auf das Zuaugende (= äußeres Ansehen) des Menschen.

Sprich nun zu uns, was du meinst:
Ist es erlaubt zu geben den Zensus (= Kopfsteuer) dem Kaiser oder nicht?

Es hatte aber erkannt (der) Jesus die Bosheit von ihnen –
so sprach er:
„Was versucht ihr mich, ihr Durchtriebenen (= Schauspieler/Heuchler)?

Zeiget her mir die Gesetzliche (= Münze) des Zensus.“

Die aber brachten herbei ihm einen Denar.

Und er sagt (zu) ihnen:
„Wessen (ist) das Bild daselbst und die Aufschrift?“

Sie sagen ihm:
„Des Kaisers.“

Darauf sagt er zu ihnen:
„Gebt zurück also das des Kaisers dem Kaiser
und das des Gottes dem Gott.“

Und da sie dies gehört hatten, staunten sie,
und sie ließen ihn und gingen fort.

(Mt 22,15-22)

Prägende Kraft - (c) G. M. Ehlert

Prägende Kraft – (c) G. M. Ehlert

Der Kaiser prägt
die Münze
und er prägt ihr
sein Bild und seine Aufschrift ein;

und er prägt mit ihr
Handel und Wandel in seinem Reich;

und eines Tages
verlangt er zurück, was ihm gehört.

So gebt dem Kaiser,
was dem Kaiser
gehört!

Medien und Konzerne prägen
unsere Konsumgüter
und sie prägen ihnen
ihre Vorstellungen und Slogan auf;
und sie prägen mit ihnen
unsere Konsumgesellschaft
und sie wollen täglich neu
nur unser Bestes: unser Geld.

Und wer gibt ihnen nicht,
was ihnen (noch
nicht) gehört?

GOTT prägt seit jeher
den Menschen
und ER prägt ihnen – dem Mann und der Frau
sein Bild und Gleichnis ein;
und ER will, dass wir mit unserem Leben
die Welt nach seinem Bilde prägen.
Und von uns erwartet ER zurück
was allein IHM gehört:
die Ehre Seines Namens!

So gebt also GOTT,
was GOTT
gehört!

siehe auch (Bild-)Meditation: Prägende Kraft (zu Mt 22,15-21)

„…vor allem gebt Gott, was Gottes ist!“

Einstieg:

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ –

Diese Aussage Jesu aus dem heutigen Evangelium gehört zu den bekanntesten Sprichwörtern.

Es wurde oft benutzt, um zu verdeutlichen, dass wir sowohl dem Staat als auch der Kirche zu dienen haben.

Und doch – was können wir mit dieser Aussage anfangen?

Heutige Reaktionen auf den Imperativ Jesu:
a) Ich habe
keinen Kaiser
und keinen Gott
also
gehört alles mir!
(= egoistische, emanzipatorische Haltung)

b) Dem Konzern gehört meine Arbeitskraft;
Schalke 04 gehört mein Samstagnachmittag;
der Bank gehört (noch) mein Haus;
dem Staat zahle ich meine Steuern;
dem Fernseher gehört mein Abend;
der Elli gehört meine Liebe;

es bleibt nichts übrig
für dich, mein Gott!

Der religiös-politische Hintergrund der Fangfrage

Um die Brisanz der Frage und die Tragweite der Antwort Jesu besser verstehen zu können, ist es gut, sich die damalige Situation zu vergegenwärtigen.

Das Volk Israel wurde von der römischen Besatzungsmacht beherrscht. Die Bewohner der besetzten Gebiete wurden quasi als Eigentum Roms behandelt. Sie mussten die sogenannte Kopfsteuer entrichten, die mit dem römischen Denar zu bezahlen war.

Die frommen Juden – besonders die Pharisäer und ihre Schüler weigerten sich diese Kopfsteuer zu bezahlen, weil sie sich als Volk Gottes verstanden, die nur die Herrschaft Gottes, nicht jedoch die Herrschaft eines Kaisers akzeptierten.

Außerdem war auf der Münze ein Abbild des Kaisers und die Aufschrift, dass dieser Kaiser wie Gott sei, was dem Bilderverbot der Juden widersprach.

Die Herodianer dagegen hatten sich angepasst, und profitierten davon, dass sie für die Römer diese Steuer eintrieben.

Diese beiden Parteien – die gesetzestreuen Pharisäer und die romtreuen Herodianer – sonst zutiefst verfeindet, hatten sich nun zusammengetan, um im Tempelbezirk Jesus mit einer Fangfrage schaden zu können.

Im jüdischen Volk herrschte über diese Steuer großer Unwille, weil sie einem ständig die verhasste Fremdherrschaft zum Bewusstsein brachte.

Daher:

Die Fangfrage:

„Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“

Wenn Jesus dies bejaht –> indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruchs des römischen Kaisers = die Pharisäer können Jesu Unglaubwürdigkeit propagieren.

wenn Jesus dies verneint –> öffentlicher Aufruf zum Steuerboykott = Rebellion – die Herodianer können ihn anklagen, wegen Auflehnung gegen die staatliche Gewalt.

Jesus steckt mit dieser Frage also in einer Zwickmühle.

Wie kann er sich aus diesem Dilemma befreien?

Die geniale Antwort Jesu:

(wie Jesus sich gekonnt aus der Affäre zieht und seinerseits die Initiative ergreift):

a.) Er lässt sich eine Steuermünze zeigen
= der Besitz einer solchen Münze bedeutete die praktische Anerkennung der römischen Regierung d.h. die Schüler der Pharisäer beugen sich de facto den Forderungen Roms.
b.) Er lässt vorlesen, was auf der Münze mit dem Kaiserbild steht: „Kaiser Tiberius, der anbetungswürdige Sohn des göttlichen Augustus“ das bedeutete die indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruches des römischen Kaisers.“

Wenn ihr also Münzen benützt, die durch Bild und Aufschrift als Eigentum des Kaisers gekennzeichnet sind, dann gebt auch dem Kaiser zurück, was ihm gehört.

Soweit – so gut!

Doch wer Jesus fragt, der riskiert, dass ihm mehr gesagt wird, als er wissen will. Der entscheidende Teil der Antwort Jesu:

gebt Gott zurück, was Gott gehört.

Was gehört Gott?

Nach pharisäischer Auffassung ist die buchstabengetreue Erfüllung der göttlichen Gebote die geforderte Gabe an Gott.

Doch zwischen den Zeilen steckt in der Antwort Jesu noch viel mehr:

Nach biblischem Verständnis trägt jeder Mensch das Bild und die Aufschrift Gottes. (vgl. Gen 1,26f: Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild)

–> Gott hat uns sein Bild eingeprägt. Also gehört IHM unser ganzes Leben.

Wie können wir Gott zurückgeben, was allein ihm gehört?

Wir Menschen gleichen einer Münze.
Wir tragen das Abbild Gottes und das Siegel seines Geistes.
Gott hat uns sein Bild eingeprägt.
Ihm gehört unser Leben.
Im Umgang mit nichtgöttlichen Mächten (Staat, Konsum…) heißt das: sich nicht zu verkaufen, denn die Kaufkraft unserer Münze „Leben“ gilt es für einen anderen Bereich einzusetzen.

Der Wert dieser Münze ist ins Spiel zu bringen, wenn es um Gottes Willen um den Menschen geht.

Sie ist täglich im Gebrauch dort, wo Menschen aus Liebe und Versöhnungsbereitschaft entsprechend dem Willen Gottes ihr Leben gestalten.

Ausstieg:

„Kleine Münze Hoffnung,
mir umsonst geschenkt:
werde ich dich teilen,
dass du Zinsen trägst,
dass du wirst zur Gabe,
die uns leben lässt,
Reichtum selbst für alle,
alle, die in Armut sind.“

Zugabe: Eine Münze aus dem göttlichen Schatz

Wir sind geschaffen als Abbild Gottes, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Du, mein Christ, bist ein Mensch; du bist also eine Münze aus dem göttlichen Schatz, du bist ein Denar mit dem Bild und der Aufschrift des göttlichen Herrschers. Mit Christus frage ich dich: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Du antwortest: Es ist Bild und Aufschrift Gottes. Dann frage ich weiter: Warum gibst du dann Gott nicht, was ihm gehört?

Wenn wir aber wirklich ein Bild Gottes sein wollen, müssen wir Christus ähnlich werden; denn er ist das Bild der Güte Gottes und „das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3); alle aber, „die er im voraus erkannt hat, hat er auch dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (Röm 8,29).

Wer also in seinem Leben und Verhalten, wer in seinem Tugendwandel Christus ähnlich und gleichförmig ist, der stellt wirklich das Bild Gottes dar; die Erneuerung dieses göttlichen Bildes aber vollzieht sich durch die vollkommene Gerechtigkeit: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Gebt jedem, was ihm gehört!

Laurentius von Brindisi

Heiligengedenktage:

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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gerechter Lohn (25. A)

Drei Weinberggleichnisse Jesu:
25. Sonntag im Jahreskreis A = 24. September 2017 (Mt 20,1-16)
Gerechter Lohn für die Arbeit im Weinberg des Herrn

26. Sonntag im Jahreskreis A = 1. Oktober 2017 (Mt 21,28-32)
27. Sonntag im Jahreskreis A = 8. Oktober 2017 (Mt 21,33-44)

  • Was ist der rechte Lohn für die Arbeit im Weinberg des Herrn?
    Für die Arbeit am Reich Gottes gilt: Jeder bekommt einen Denar d.h. soviel, dass er und seine Familie jeden Tag genug hat für das tägliche Brot.
    Mt 20,1-16
    = 25. Sonntag im Jahreskreis A:
    –> arbeiter-im-weinberg-des-herrn-mt-201-16/ und tageslohn/

Wer von den beiden hat den Willen des himmlischen Vaters erfüllt?Wer von den beiden hat den Willen des himmlischen Vaters erfüllt?

weinberg-arbeiter

Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?“ (Mt 20,13) – (c) G. M. Ehlert

  • Wer erfüllt den Auftrag der Arbeit im Weinberg?
    Für die Arbeit am Reich Gottes gilt: Nicht fromme Absichtserklärung, sondern tatkräftiger Einsatz erfüllt den Willen des himmlischen Vaters.
    Mt 21,28-32
    = 26. Sonntag im Jahreskreis A:
    –> gottes-willen-tun/
    Wer von den beiden hat den Willen des himmlischen Vaters erfüllt?
mt 21,28-32

„Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters getan?“ (Mt 21,31) – Grafik: „Ja-Sager u. Ja-Wirker“ (c) G.M. Ehlert, 24. Sept. 2008

  • Wer ist tauglich für die Arbeit „im Weinberg des Herrn“?
    Nur wer bereit ist, Gott den erwarteten Anteil der Früchte zu bringen, dem kann die Sorge um die Menschen im Reich Gottes anvertraut werden.
    Mt 21,33-44
    = 27. Sonntag im Jahreskreis A:
    –> Mt 21,33-46
böse-Winzer2

„Böse Winzer“ – Bild zu Mt 21,33-44; (c) G. M. Ehlert

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25. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 24. September 2017

Eröffnungsvers ()
Das Heil des Volkes bin ich – so spricht der HERR:
In jeder Not aus der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.
Ich will ihr Herr sein für alle Zeit.

Erste Lesung: Jes 55,6-9
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken… Spruch des HERRN

Antwortpsalm Ps 145,2-3.8-9.17-18

–> siehe auch: Ps 145: „ABC des Lobpreises der Größe und Güte Gottes

Zweite Lesung: Phil 1,20ad-24.27a
Für mich ist Christus das Leben

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Apg 16,14b)
Halleluja. Halleluja.
HERR, öffne uns das Herz,
dass wir auf die Worte deines Sohnes hören.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 20,1-16
…oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?

Link: Messtexte zum 25. Sonntag im Jahreskreis A 


25. Sonntag im Jahreskreis A
Evangelium: Mt 20,1-16: (Studienübersetzung G. M. Ehlert)

Gerechter Lohn für die Arbeit im Weinberg des Herrn

 Petrus sagt:

„Jesus, Du weißt, wir haben alles verlassen

und sind dir nachgefolgt.

Was werden wir dafür bekommen?“

… und Jesus erzählte dieses Gleichnis:

„Hast du nicht einen Denar = den Tageslohn für eine ganze Familie – mit mir vereinbart?“ – Grafik (c) G.M. Ehlert, 16.09.2008

1 „Denn gleich ist das Königtum der Himmel…
(einem) welcher herauskam gleich in der Frühe,
zu mieten Arbeiter in seinen Weinberg.

2 Übereinkommend aber mit den Arbeitern auf einen Denar den Tag,
schickte er sie in seinen Weinberg.

3 Und herauskommend um die dritte Stunde, sah er andere untätig stehend auf dem Markt,

4 und zu jenen sprach er: ‚Geht auch ihr in den Weinberg, und was immer gerecht ist, werde ich euch geben!‘

5 Die aber gingen hin.

Wieder [aber] herauskommend um die sechste und neunte Stunde, tat er ebenso.

6 Um die elfte aber herauskommend, fand er andere stehend, und er sagt ihnen:

‚Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?‘

7 Sie sagen ihm: ‚Weil keiner uns mietete.‘

Er sagt ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg.‘

8 Als es aber Abend geworden war, sagt der Herr des Weinbergs seinem Verwalter:

‚Ruf die Arbeiter und erstatte ihnen den Lohn,
beginnend bei den Letzten bis zu den Ersten!‘

9 Und kommend die um die elfte Stunde, empfingen sie je einen Denar.

1 Denar = der Lohn eines Tagelöhners
mit dem „das tägliche Brot“ für seine Familie
für einen Tag bezahlt werden kann.

10 Und kommend meinten die Ersten, dass mehr sie empfingen;

und es empfingen [den] je einen Denar auch sie.

11 Empfangend aber murrten sie gegen den Hausherrn,

12 sagend: ‚Diese Letzten – eine Stunde machten sie, und gleich machtest du sie uns, die wir trugen die Last des Tages und die Hitze.‘

13 Der aber, antwortend, sprach zu einem von ihnen:
Freund, nicht tue ich Unrecht dir; kamst du nicht auf einen Denar überein mit mir?

14 Nimm den deinen und geh! Ich will aber diesem Letzten geben wie auch dir.

15 [Oder] ist mir nicht erlaubt, was ich will, zu tun mit dem Meinen?

Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?‘

16 So werden sein die Letzten Erste und die Ersten Letzte.“

(Mt 20,1-16)

„…oder ist dein Auge böse,
weil ich gut bin?“

1. Das ist doch ungerecht…

welcher Lohn wäre denn gerecht?

gleicher Lohn für gleiche Arbeit

  • also: wer 1 Stunde arbeitet, bekommt nur 1/12 dessen, der 12 Stunden arbeitet?
  • oder: wer in 1 Stunde so viel arbeitet, wie andere in 12 Stunden – sollen beide das Gleiche bekommen?- soll der mehr Lohn bekommen, der sich mehr bemüht hat?- soll mitberücksichtigt werden, ob einer Frau und Kinder von dem Lohn seiner Arbeit mitversorgen muss?
  • oder: welcher Lohn ist sozial gerecht?
  • oder: welcher Lohn wird dem Menschen gerecht?

2. Das bessere Los – Arbeiter der 1. oder der 12. Stunde?

Was würden Sie mit Blick auf das heutige Evangelium wählen: lieber Arbeiter der 1. Stunde oder Arbeiter der 12. Stunde zu sein.

Vorrang für schnell verdientes Geld? – oder:
Vorrang für Arbeit?

Arbeiter der 1. Stunde – zwar mühevolles Arbeiten – aber die Gewissheit, am Abend seine Familie ernähren zu können: „Mein Leben für diesen Tag ist gesichert“

Arbeiter der 12. Stunde – zwar wenig mühevolle Arbeit – aber 11 Stunden lang die bedrängende Sorge, ob es für die Familie an diesem Tag „das tägliche Brot“ geben wird.

Der Blick des Neides verzerrt die Wirklichkeit und hat keinen Blick mehr für die Barmherzigkeit des Gutsherrn, die über die Gerechtigkeit hinausgeht angesichts der Nöte der betroffenen Menschen:

3. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt damals:

Es gab: Selbständige; fest Angestellte oder Tagelöhner
Die meisten waren Tagelöhner.

Das bedeutet aber: Ein Taglöhner wurde jeden Tag, wenn er sich morgens angestellt hatte auf dem Marktplatz (dem damaligen „Arbeitsamt“), für einen Tag zur Arbeit angeworben.

Das bedeutet eine total ungesicherte Existenz. So ein Mann, so ein Familienvater weiß ja nicht, ob er morgen jemanden findet, der ihn anwirbt, der ihm Brot gibt. Eine total ungesicherte Existenz, diese Situation des Arbeitslosen und des Tagelöhners.
In diese Situation passt die Vater-unser-Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ genau hinein.

4. Ein ungewöhnlicher Arbeitgeber

Wenn hier in dem Gleichnis Jesu der Gutsbesitzer allen einen Denar gibt, dann bedeutet das: Jeder, der in seinem Weinberg gearbeitet hat, hat so viel bekommen, dass er für einen Tag seine Familie ernähren kann, nicht mehr und nicht weniger.

Letztlich steht hinter dieser Haltung des Gutsbesitzers die Erfüllung der Vater-unser-bitte: Gib uns heute das, was wir für diesen Tag nötig haben.
Genau das tut der Gutsbesitzer hier.

So handelt Gott

Dieser Gutsbesitzer ist zu jedem Einzelnen so gut, dass er dafür sorgt, dass die Familie am nächsten Tag etwas zu essen hat.

So handelt Gott:

  • gerecht: Er steht zu seinem Bund
  • und barmherzig: Er gibt auch denen, das zum Leben Notwendige, die keine entsprechende Leistung erbringen können

5. Wir = die Verwalter des göttlichen Vermögens

Am Ende dieses Gleichnisses ist es eigenartig. Der Gutsbesitzer ist zwar selber hingegangen zum Marktplatz und hat die Leute angeworben, aber er zahlt ihnen nicht selber den Lohn aus, das überlässt er seinem Verwalter.
Mit diesem Gutsbesitzer ist ja Gott gemeint.

Könnte es sein, dass wir die Verwalter sind, denen Gott anvertraut, den Lohn auszuzahlen an die Menschen heute?
Dann ist die Frage, zahlen wir den Lohn, indem wir berechnend sind,
oder zahlen wir den Lohn aus entsprechend dem gütigen Herzen Gottes? – aus dem Geist der Caritas?

Es ist zwar zu verstehen, dass sich Ärger über so viel großzügige Güte verbreitet, aber die Frage „Bist du etwa neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?” entwaffnet die Verärgerten.

Sich mitfreuen können oder sich von großzügiger Güte anstecken lassen, sind Alternativen zum Murren und zum Ärger.

Alternative Wege gehen Frauen und Männer, die in Einsätzen, Gebeten und Spenden Herz zeigen und Hände öffnen.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Gottes Abbild

Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis A =(19. Oktober 2014)

Matthäus 22,15 – 22:

„Gebt dem Kaiser zurück, was des Kaisers ist,
Gott aber, was Gottes ist“

Darauf gingen die Pharisäer – beratschlagten zusammen,
wie sie ihn umklammernd binden könnten
aufgrund eines Wortes.

Und sie sandten ab zu ihm
die Jünger von ihnen
(zusammen) mit den Herodianern und sagten:

„Lehrer,
wir wissen, dass du wahr(haftig)bist
und den Willen des Gottes in Wahrheit lehrst
und nicht kümmert dich (das Urteil) von irgendeinem;
nicht nämlich blickst du auf das Zuaugende (= äußeres Ansehen) des Menschen.

Sprich nun zu uns, was du meinst:
Ist es erlaubt zu geben den Zensus (= Kopfsteuer) dem Kaiser oder nicht?

Es hatte aber erkannt (der) Jesus die Bosheit von ihnen –
so sprach er:
„Was versucht ihr mich, ihr Durchtriebenen (= Schauspieler/Heuchler)?

Zeiget her mir die Gesetzliche (= Münze) des Zensus.“

Die aber brachten herbei ihm einen Denar.

Und er sagt (zu) ihnen:
„Wessen (ist) das Bild daselbst und die Aufschrift?“

Sie sagen ihm:
„Des Kaisers.“

Darauf sagt er zu ihnen:
„Gebt zurück also das des Kaisers dem Kaiser
und das des Gottes dem Gott.“

Und da sie dies gehört hatten, staunten sie,
und sie ließen ihn und gingen fort.

(Mt 22,15-22)

Prägende Kraft - (c) G. M. Ehlert

Prägende Kraft – (c) G. M. Ehlert

Der Kaiser prägt
die Münze
und er prägt ihr
sein Bild und seine Aufschrift ein;

und er prägt mit ihr
Handel und Wandel in seinem Reich;

und eines Tages
verlangt er zurück, was ihm gehört.

So gebt dem Kaiser,
was dem Kaiser
gehört!

Medien und Konzerne prägen
unsere Konsumgüter
und sie prägen ihnen
ihre Vorstellungen und Slogan auf;
und sie prägen mit ihnen
unsere Konsumgesellschaft
und sie wollen täglich neu
nur unser Bestes: unser Geld.

Und wer gibt ihnen nicht,
was ihnen (noch
nicht) gehört?

GOTT prägt seit jeher
den Menschen
und ER prägt ihnen – dem Mann und der Frau
sein Bild und Gleichnis ein;
und ER will, dass wir mit unserem Leben
die Welt nach seinem Bilde prägen.
Und von uns erwartet ER zurück
was allein IHM gehört:
die Ehre Seines Namens!

So gebt also GOTT,
was GOTT
gehört!

siehe auch (Bild-)Meditation:
Prägende Kraft (zu Mt 22,15-21)

„…vor allem gebt Gott, was Gottes ist!“

Einstieg:

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ –

Diese Aussage Jesu aus dem heutigen Evangelium gehört zu den bekanntesten Sprichwörtern.

Es wurde oft benutzt, um zu verdeutlichen, dass wir sowohl dem Staat als auch der Kirche zu dienen haben.

Und doch – was können wir mit dieser Aussage anfangen?

Heutige Reaktionen auf den Imperativ Jesu:
a) Ich habe
keinen Kaiser
und keinen Gott
also
gehört alles mir!
(= egoistische, emanzipatorische Haltung)

b) Dem Konzern gehört meine Arbeitskraft;
Schalke 04 gehört mein Samstagnachmittag;
der Bank gehört (noch) mein Haus;
dem Staat zahle ich meine Steuern;
dem Fernseher gehört mein Abend;
der Elli gehört meine Liebe;

es bleibt nichts übrig
für dich, mein Gott!

Der religiös-politische Hintergrund der Fangfrage

Um die Brisanz der Frage und die Tragweite der Antwort Jesu besser verstehen zu können, ist es gut, sich die damalige Situation zu vergegenwärtigen.

Das Volk Israel wurde von der römischen Besatzungsmacht beherrscht. Die Bewohner der besetzten Gebiete wurden quasi als Eigentum Roms behandelt. Sie mussten die sogenannte Kopfsteuer entrichten, die mit dem römischen Denar zu bezahlen war.

Die frommen Juden – besonders die Pharisäer und ihre Schüler weigerten sich diese Kopfsteuer zu bezahlen, weil sie sich als Volk Gottes verstanden, die nur die Herrschaft Gottes, nicht jedoch die Herrschaft eines Kaisers akzeptierten.

Außerdem war auf der Münze ein Abbild des Kaisers und die Aufschrift, dass dieser Kaiser wie Gott sei, was dem Bilderverbot der Juden widersprach.

Die Herodianer dagegen hatten sich angepasst, und profitierten davon, dass sie für die Römer diese Steuer eintrieben.

Diese beiden Parteien – die gesetzestreuen Pharisäer und die romtreuen Herodianer – sonst zutiefst verfeindet, hatten sich nun zusammengetan, um im Tempelbezirk Jesus mit einer Fangfrage schaden zu können.

Im jüdischen Volk herrschte über diese Steuer großer Unwille, weil sie einem ständig die verhasste Fremdherrschaft zum Bewusstsein brachte.

Daher:

Die Fangfrage:

„Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“

Wenn Jesus dies bejaht –> indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruchs des römischen Kaisers = die Pharisäer können Jesu Unglaubwürdigkeit propagieren.

wenn Jesus dies verneint –> öffentlicher Aufruf zum Steuerboykott = Rebellion – die Herodianer können ihn anklagen, wegen Auflehnung gegen die staatliche Gewalt.

Jesus steckt mit dieser Frage also in einer Zwickmühle.

Wie kann er sich aus diesem Dilemma befreien?

Die geniale Antwort Jesu:

(wie Jesus sich gekonnt aus der Affäre zieht und seinerseits die Initiative ergreift):

a.) Er lässt sich eine Steuermünze zeigen
= der Besitz einer solchen Münze bedeutete die praktische Anerkennung der römischen Regierung d.h. die Pharisäerschüler beugen sich de facto den Forderungen Roms.
b.) Er lässt vorlesen, was auf der Münze mit dem Kaiserbild steht: „Kaiser Tiberius, der anbetungswürdige Sohn des göttlichen Augustus“ das bedeutete die indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruches des römischen Kaisers.“

Wenn ihr also Münzen benützt, die durch Bild und Aufschrift als Eigentum des Kaisers gekennzeichnet sind, dann gebt auch dem Kaiser zurück, was ihm gehört.

Soweit – so gut!

Doch wer Jesus fragt, der riskiert, dass ihm mehr gesagt wird, als er wissen will. Der entscheidende Teil der Antwort Jesu:

gebt Gott zurück, was Gott gehört.

Was gehört Gott?

(nach pharisäischer Auffassung ist die buchstabengetreue Erfüllung der göttlichen Gebote die geforderte Gabe an Gott).

Doch zwischen den Zeilen steckt in der Antwort Jesu noch viel mehr:

Nach biblischem Verständnis trägt jeder Mensch das Bild und die Aufschrift Gottes. (vgl. Gen 1,26f: Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild)

–> Gott hat uns sein Bild eingeprägt. Also gehört IHM unser ganzes Leben.

Wie können wir Gott zurückgeben, was allein ihm gehört?

Wir Menschen gleichen einer Münze.
Wir tragen das Abbild Gottes und das Siegel seines Geistes.
Gott hat uns sein Bild eingeprägt.
Ihm gehört unser Leben.
Im Umgang mit nichtgöttlichen Mächten (Staat, Konsum…) heißt das: sich nicht zu verkaufen, denn die Kaufkraft unserer Münze „Leben“ gilt es für einen anderen Bereich einzusetzen.

Der Wert dieser Münze ist ins Spiel zu bringen, wenn es um Gottes Willen um den Menschen geht.

Sie ist täglich im Gebrauch dort, wo Menschen aus Liebe und Versöhnungsbereitschaft entsprechend dem Willen Gottes ihr Leben gestalten.

Ausstieg:

„Kleine Münze Hoffnung,
mir umsonst geschenkt:
werde ich dich teilen,
dass du Zinsen trägst,
dass du wirst zur Gabe,
die uns leben lässt,
Reichtum selbst für alle,
alle, die in Armut sind.“

Zugabe: Eine Münze aus dem göttlichen Schatz

Wir sind geschaffen als Abbild Gottes, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Du, mein Christ, bist ein Mensch; du bist also eine Münze aus dem göttlichen Schatz, du bist ein Denar mit dem Bild und der Aufschrift des göttlichen Herrschers. Mit Christus frage ich dich: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Du antwortest: Es ist Bild und Aufschrift Gottes. Dann frage ich weiter: Warum gibst du dann Gott nicht, was ihm gehört?

Wenn wir aber wirklich ein Bild Gottes sein wollen, müssen wir Christus ähnlich werden; denn er ist das Bild der Güte Gottes und „das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3); alle aber, „die er im voraus erkannt hat, hat er auch dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (Röm 8,29).

Wer also in seinem Leben und Verhalten, wer in seinem Tugendwandel Christus ähnlich und gleichförmig ist, der stellt wirklich das Bild Gottes dar; die Erneuerung dieses göttlichen Bildes aber vollzieht sich durch die vollkommene Gerechtigkeit: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Gebt jedem, was ihm gehört!

Laurentius von Brindisi

 

Lohngerechtigkeit (25. S.i.J. A)

25. Sonntag im Jahreskreis A 
Evangelium: Mt 20,1-16:

„Jesus, Du weißt, wir haben alles verlassen

und sind dir nachgefolgt.

Was werden wir dafür bekommen?“

… und Jesus erzählte dieses Gleichnis:

1 „Denn gleich ist das Königtum der Himmel …

„Hast du nicht einen Denar = den Tageslohn für eine ganze Familie – mit mir vereinbahrt?“ – Grafik (c) G.M. Ehlert, Okt. 2008

(einem) welcher herauskam gleich in der Frühe, zu mieten Arbeiter in seinen Weinberg.

2 Übereinkommend aber mit den Arbeitern auf einen Denar den Tag,
schickte er sie in seinen Weinberg.

3 Und herauskommend um die dritte Stunde, sah er andere untätig stehend auf dem Markt,

4 und zu jenen sprach er: ‚Geht auch ihr in den Weinberg, und was immer gerecht ist, werde ich euch geben!‘

5 Die aber gingen hin.

Wieder [aber] herauskommend um die sechste und neunte Stunde, tat er ebenso.

6 Um die elfte aber herauskommend, fand er andere stehend, und er sagt ihnen:

‚Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?‘

7 Sie sagen ihm: ‚Weil keiner uns mietete.‘

Er sagt ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg.‘

8 Als es aber Abend geworden war, sagt der Herr des Weinbergs seinem Verwalter:

‚Ruf die Arbeiter und erstatte ihnen den Lohn,
beginnend bei den Letzten bis zu den Ersten!‘

9 Und kommend die um die elfte Stunde, empfingen sie je einen Denar.

1 Denar = der Lohn eines Tagelöhners
mit dem „das tägliche Brot“ für seine Familie
für einen Tag bezahlt werden kann.

10 Und kommend meinten die Ersten, dass mehr sie empfingen;

und es empfingen [den] je einen Denar auch sie.

11 Empfangend aber murrten sie gegen den Hausherrn,

12 sagend: ‚Diese Letzten – eine Stunde machten sie, und gleich machtest du sie uns, die wir trugen die Last des Tages und die Hitze.‘

13 Der aber, antwortend, sprach zu einem von ihnen:
Freund, nicht tue ich Unrecht dir; kamst du nicht auf einen Denar überein mit mir?

14 Nimm den deinen und geh! Ich will aber diesem Letzten geben wie auch dir.

15 [Oder] ist mir nicht erlaubt, was ich will, zu tun mit dem Meinen?

Oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?‘

16 So werden sein die Letzten Erste und die Ersten Letzte.“

(Mt 20,1-16)

„…oder ist dein Auge böse,
weil ich gut bin?“

1.      Das ist doch ungerecht…

welcher Lohn wäre denn gerecht?

gleicher Lohn für gleiche Arbeit

  • also: wer 1 Stunde arbeitet, bekommt nur 1/12 dessen, der 12 Stunden arbeitet?
  • oder: wer in 1 Stunde so viel arbeitet, wie andere in 12 Stunden – sollen beide das Gleiche bekommen?- soll der mehr Lohn bekommen, der sich mehr bemüht hat?- soll mitberücksichtigt werden, ob einer Frau und Kinder von dem Lohn seiner Arbeit mitversorgen muss?
  • oder: welcher Lohn ist sozial gerecht?
  • oder: welcher Lohn wird dem Menschen gerecht?

2.      Das bessere Los – Arbeiter der 1. oder der 12. Stunde?

Was würden Sie mit Blick auf das heutige Evangelium wählen: lieber Arbeiter der 1. Stunde oder Arbeiter der 12. Stunde zu sein.

Vorrang für schnell verdientes Geld? – oder:
Vorrang für Arbeit?

Arbeiter der 1. Stunde – zwar mühevolles Arbeiten – aber die Gewissheit, am Abend seine Familie ernähren zu können: „Mein Leben für diesen Tag ist gesichert“

Arbeiter der 12. Stunde – zwar wenig mühevolle Arbeit – aber 11 Stunden lang die bedrängende Sorge, ob es für die Familie an diesem Tag „das tägliche Brot“ geben wird.

Der Blick des Neides verzerrt die Wirklichkeit und hat keinen Blick mehr für die Barmherzigkeit des Gutsherrn, die über die Gerechtigkeit hinausgeht angesichts der Nöte der betroffenen Menschen:

3.      Die Situation auf dem Arbeitsmarkt

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt damals:

Es gab: Selbständige; fest Angestellte oder Tagelöhner
Die meisten waren Tagelöhner.

Das bedeutet aber: Ein Taglöhner wurde jeden Tag, wenn er sich morgens angestellt hatte auf dem Marktplatz (dem damaligen „Arbeitsamt“), für einen Tag zur Arbeit angeworben.

Das bedeutet eine total ungesicherte Existenz. So ein Mann, so ein Familienvater weiß ja nicht, ob er morgen jemanden findet, der ihn anwirbt, der ihm Brot gibt. Eine total ungesicherte Existenz, diese Situation des Arbeitslosen und des Tagelöhners.
In diese Situation passt die Vater-unser-Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ genau hinein.

4.      Ein ungewöhnlicher Arbeitgeber

Wenn hier in dem Gleichnis Jesu der Gutsbesitzer allen einen Denar gibt, dann bedeutet das: Jeder, der in seinem Weinberg gearbeitet hat, hat so viel bekommen, dass er für einen Tag seine Familie ernähren kann, nicht mehr und nicht weniger.

Letztlich steht hinter dieser Haltung des Gutsbesitzers die Erfüllung der Vaterunserbitte: Gib uns heute das, was wir für diesen Tag nötig haben.
Genau das tut der Gutsbesitzer hier.

So handelt Gott

Dieser Gutsbesitzer ist zu jedem Einzelnen so gut, dass er dafür sorgt, dass die Familie am nächsten Tag etwas zu essen hat.

So handelt Gott:

  • gerecht: Er steht zu seinem Bund
  • und barmherzig: Er gibt auch denen, das zum Leben Notwendige, die keine entsprechende Leistung erbringen können

5.      Wir = die Verwalter des göttlichen Vermögens

Am Ende dieses Gleichnisses ist es eigenartig. Der Gutsbesitzer ist zwar selber hingegangen zum Marktplatz und hat die Leute angeworben, aber er zahlt ihnen nicht selber den Lohn aus, das überläßt er seinem Verwalter.
Mit diesem Gutsbesitzer ist ja Gott gemeint.

Könnte es sein, dass wir die Verwalter sind, denen Gott anvertraut, den Lohn auszuzahlen an die Menschen heute?
Dann ist die Frage, zahlen wir den Lohn, indem wir berechnend sind,
oder zahlen wir den Lohn aus entsprechend dem gütigen Herzen Gottes? – aus dem Geist der Caritas?

Es ist zwar zu verstehen, dass sich Ärger über so viel großzügige Güte verbreitet, aber die Frage „Bist du etwa neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?” entwaffnet die Verärgerten.

Sich mitfreuen können oder sich von großzügiger Güte anstecken lassen, sind Alternativen zum Murren und zum Ärger.

Alternative Wege gehen Frauen und Männer, die in Einsätzen, Gebeten und Spenden Herz zeigen und Hände öffnen.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Bild Gottes

Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis A =
Matthäus 22,15 – 22 – „Gebt dem Kaiser zurück, was des Kaisers ist, Gott aber, was Gottes ist“

Darauf gingen die Pharisäer – beratschlagten zusammen, wie sie ihn umklammernd binden könnten
aufgrund eines Wortes.  

Und sie sandten ab zuihm
die Jünger von ihnen
(zusammen) mit den Herodianern und sagten

„Lehrer,
wir wissen, dass du wahr(haftig)bist
und den Willen des Gottes in Wahrheit lehrst
und nicht kümmert dich (das Urteil) von irgendeinem;
nicht nämlich blickst du auf das Zuaugende (= äußeres Ansehen) des Menschen

Sprich nun zu uns, was du meinst:
Ist es erlaubt zu geben den Zensus (= Kopfsteuer) dem Kaiser oder nicht? 

Es hatte aber erkannt (der) Jesus die Bosheit von ihnen – so sprach er:
„Was versucht ihr mich, ihr Durchtriebenen (= Schauspieler/Heuchler)? 

Zeiget her mir die Gesetzliche (= Münze) des Zensus. 

Die aber brachten herbei ihm einen Denar.

Und er sagt (zu) ihnen:
wessen (ist) das Bild daselbst
und die Aufschrift?

Sie sagen ihm:
Des Kaisers. 

Darauf sagt er zu ihnen:
„Gebt zurück also das des Kaisers
dem Kaiser
und das des Gottes dem Gott. 

Und da sie dies gehört hatten, staunten sie,
und sie ließen ihn und gingen fort.

 (Mt 22,15-22)

siehe dazu meine (Bild-)Meditation:
Prägende Kraft (zu Mt 22,15-21)

Tageslohn

Zum Gleichnis Jesu von der Entlohnung der Arbeiter im Weinberg des Herrn (Matthäusevangelium 20,1-16)
siehe Bild und Gedanken:

https://gmehlert.wordpress.com/2008/10/06/arbeiter-im-weinberg-des-herrn-mt-201-16/

„oder ist dein Auge böse, weil ich gut bin?“

1.       Das ist doch ungerecht…

welcher Lohn wäre denn gerecht?
gleicher Lohn für gleiche Arbeit
–          also: wer 1 Stunde arbeitet, bekommt nur 1/12 dessen, der 12 Stunden arbeitet?

–          oder: wer in 1 Stunde so viel arbeitet, wie andere in 12 Stunden – sollen beide das Gleiche bekommen?

oder: welcher Lohn wird dem Menschen gerecht?
– soll der mehr Lohn bekommen, der sich mehr bemüht hat?

oder: welcher Lohn ist sozial gerecht?
– soll mitberücksichtigt werden, ob einer Frau und Kinder von dem Lohn seiner Arbeit mitversorgen muss?

2.       Das bessere Los – Arbeiter der 1. oder der 12. Stunde?

Was würden Sie mit Blick auf das heutige Evangelium wählen: lieber Arbeiter der 1. Stunde oder Arbeiter der 12. Stunde zu sein.

Vorrang für schnell verdientes Geld? – oder:

Vorrang für Arbeit?

Arbeiter der 1. Stunde – zwar mühevolles Arbeiten – aber die Gewissheit, am Abend seine Familie ernähren zu können: „Mein Leben für diesen Tag ist gesichert.

Arbeiter der 12. Stunde – zwar wenig mühevolle Arbeit – aber 11 Stunden lang die bedrängende Sorge, ob es für die Familie an diesem Tag „das tägliche Brot“ geben wird.

Der Blick des Neides verzerrt die Wirklichkeit und hat keinen Blick mehr für die Barmherzigkeit des Gutsherrn, die über die Gerechtigkeit hinausgeht angesichts der Nöte der betroffenen Menschen:

3.       Die Situation auf dem Arbeitsmarkt

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt damals u. heute:
Es gab Selbständige; fest Angestellte oder Tagelöhner
Man war (in der Regel) Tagelöhner.
Das bedeutet aber: Ein Taglöhner wurde jeden Tag, wenn er sich morgens angestellt hatte, modern gesprochen beim Arbeitsamt, damals auf dem Marktplatz, dann wurde er für einen Tag zur Arbeit angeworben. 

Das bedeutet eine total ungesicherte Existenz. So ein Mann, so ein Familienvater weiß ja nicht, ob er morgen jemanden findet, der ihn anwirbt, der ihm Brot gibt. Eine total ungesicherte Existenz, diese Situation des Arbeitslosen und des Tagelöhners. In diese Situation passt die Vater-unser-Bitte: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ genau hinein.

4.       Ein ungewöhnlicher Arbeitgeber

Und wenn hier in unserem Gleichnis der Gutsbesitzer allen einen Denar gibt, dann bedeutet das: Jeder, der in seinem Weinberg gearbeitet hat, hat so viel bekommen, dass er für einen Tag seine Familie ernähren kann, nicht mehr und nicht weniger.

Letztlich steht hinter dieser Haltung des Gutsbesitzers die Erfüllung der Vaterunserbitte: Gib uns heute das, was wir für diesen Tag nötig haben. Und genau das tut der Gutsbesitzer hier.

So handelt Gott

Und dieser Gutsbesitzer ist zu jedem Einzelnen so gut, dass er dafür sorgt, dass die Familie am nächsten Tag etwas zu essen hat.

So handelt Gott:

–          gerecht: Er steht zu seinem Bund

–          und barmherzig: Er gibt auch denen, das zum Leben Notwendige, die keine entsprechende Leistung erbringen können

5.       Wir = die Verwalter des göttlichen Vermögens

Am Ende dieses Gleichnisses ist es so eigenartig. Der Gutsbesitzer ist zwar selber hingegangen zum Marktplatz und hat die Leute angeworben, aber er zahlt ihnen nicht selber den Lohn aus, das überläßt er seinem Verwalter. Mit diesem Gutsbesitzer ist ja Gott gemeint. Könnte es sein, dass wir die Verwalter sind, denen Gott anvertraut, den Lohn auszuzahlen an die Menschen heute. Und dann ist die Frage, zahlen wir den Lohn, indem wir berechnend sind,

oder zahlen wir den Lohn aus entsprechend dem gütigen Herzen Gottes? – aus dem Geist der Caritas?

Es ist zwar zu verstehen, dass sich Ärger über so viel großzügige Güte verbreitet, aber die Frage „Bist du etwa neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?” entwaffnet die Verärgerten. Sich mitfreuen können oder sich von großzügiger Güte anstecken lassen, sind Alternativen zum Murren und zum Ärger.

Alternative Wege gehen Frauen und Männer, die in Einsätzen, Gebeten und Spenden Herz zeigen und Hände öffnen.

Steuermünze

Prägende Kraft

Der Kaiser prägt
die Münze
und er prägt ihr
sein Bild und seine Aufschrift ein;

und er prägt mit ihr
Handel und Wandel in seinem Reich;

und eines Tages
verlangt er zurück, was ihm gehört.

So gebt dem Kaiser,
was dem Kaiser
gehört!

Ein Denar

Ein Denar


Medien und Konzerne prägen
unsere Konsumgüter
und sie prägen ihnen
ihre Vorstellungen und Slogan auf;und sie prägen mit ihnen
unsere Konsumgesellschaftund sie wollen täglich neu
nur unser Bestes: unser Geld.

Und wer gibt ihnen nicht,
was ihnen (noch
nicht) gehört?


"So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist - GOTT aber, was GOTTES (Abbild) ist!"

Der Mensch = das Abbild Gottes

  GOTT prägt seit jeher
den Menschen
und ER prägt ihnen – dem Mann und der Frau
sein Bild und Gleichnis
ein;und ER will, dass wir mit unserem Leben
die Welt nach seinem Bilde
prägen.Und von uns erwartet ER zurück
was allein IHM gehört:
die Ehre
Seines Namens!

So gebt also GOTT,
was GOTT
gehört!


Meditation zu Mt 22,21: © Georg Michael Ehlert,
1996

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