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Mach mal Pause (16.B)

„Mach mal Pause“

Sonntag, 22. Juli 2018

Liturgische Texte zum 16. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 54,6.8)
Gott ist mein Helfer, der HERR beschützt mein Leben.
Freudig bringe ich dir mein Opfer dar
und lobe deinen Namen, HERR,
denn du bist gütig.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
sieh gnädig auf alle, die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ERSTE Lesung aus dem Buch Jeremia (Jer 23,1-6)
Ich sammle den Rest meiner Schafe und bestelle Hirten für sie

Antwortpsalm: Psalm 23, 1-3.4.5.6
Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen

zu Psalm 23: JHWH – mein Wegbegleiter + Mahlbereiter + Heimatgeber ;
u. Psalm 23: JHWH – mein Hirt 

ZWEITE Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser (Eph 2,13-18)
Christus ist unser Friede: Er vereinigte Juden und Heiden 

Ruf vor dem Evangelium (Joh 10,27)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir.
Halleluja.

Evangelium Mk 6,30-34
Sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben

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Bild zur Meditation:

heute-schon-gelebt-3a

Heute schon/schön gelebt/geliebt/gelobt? – (c) G. M. Ehlert

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Evangelientext Mk 6,30-34 – Übersetzung G. M. Ehlert

–> Mk 6,30-34: Rückkehr der Apostel – Ruhezeit (16. S.i.J. B)

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Gedanken zum Evangelium

Mach mal Pause!

Die 12 Apostel, die Jesus zu einem „Berufspraktikum“ ausgesandt hatte, (vgl. –> Mk 6,7-13: Berufspraktikum ) kehren nun zu Jesus zurück.

Jesus lädt sie ein, in seiner Gegenwart „zu pausieren“.
Das Evangelium zeigt aber auch, dass es gar nicht so einfach ist, ungestört ausruhen zu können. (und dabei gab es damals ja noch gar nicht Handys und Internet und die andere Möglichkeiten, ständig erreichbar zu sein…).

Nicht nur in der Musik gehören die Pausen zum Musikstück dazu.
Auch im Alltag werden wir kurzatmig, wenn wir nur Aufnahme und Abgabe – ein und aus kennen.

Auch im religiösen Bereich gilt es, das „ora et labora“ – „bete und arbeite“ durch ein drittes Element zu ergänzen: und „mach mal Pause“.

Aller guten Dinge sind schließlich drei:

Atemrhythmus:

Einatmen – ausatmen – warten können…

Tagesrhythmus:

Beten – arbeiten – sich erholen können…

Wochenrhythmus:

Sonntag – Arbeitstage – Wochenende

Jahresrhythmus:

Feiertage – Arbeitstage – Ferientage

***

in Gottes Hand sind meine Zeiten
zu Psalm 31,16

Urlaub
ein altes Wort
vom Verb erlauben
eigentlich Erlaubnis wegzugehen
Urlaub
grundsätzliche Erlaubnis also:
einmal alles hinter sich lassen
aus dem gesunden Abstand heraus
das gewohnte Alte neu sehen können.

Ferien
aus dem lateinischen feriae
bei den alten Römern die Tage
an denen zu Ehren bestimmter Götter
die Arbeit – besonders die Rechtspflege – ruhte
mit dem Wort Feier verwandt
Ferien
Feier-Tage also:
freie Tage
Ruhe-Tage
Fest-Tage
kostbare Atempause
um Leib und Seele zu spüren

Vacances
leere Tage
sagen die Franzosen
auch aus dem Lateinischen
leer, ledig, frei sein
Vacances
Muße-Tage also:
langsam leer werden können
die Tage einmal frei halten von allem
was sonst bedrängt und umtreibt

Holidays
heilige Tage, gottgefällige Tage
sagen die Engländer
Holidays
geweihte Tage also:
innehalten und nachspüren
im Fließen und Zerrinnen der Zeit
neu entdecken können:

Gott, „in DEINER Hand sind meine Zeiten.”
(vgl. Ps 31,16)

(c) G. M. Ehlert

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 14. Juli 2018

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Ein Prophet in seiner Heimat (14.B)

„Ist das nicht der Zimmermann,
der Sohn der Maria…“

Sonntag, 8. Juli 2018

Liturgische Texte zum 14. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 48,10-11)
Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Na, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.

Tagesgebet
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ERSTE Lesung Ezechiel (Ez 1,28b – 2,5)
Sie sind ein widerspenstiges Volk, sie werden erkennen müssen, dass mitten unter ihnen ein Prophet war

Antwortpsalm Ps 123,1-2.3-4
Unsere Augen schauen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig ist.

–> zu Psalm 123: Aufblick zum gnädigen Gott

ZWEITE Lesung aus dem 2. Korintherbrief (2 Kor 12,7-10)
Ich will mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 4,18ab)
Halleluja. Halleluja.
Der Geist des HERRn ruht auf mir:
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen.
Halleluja.

Evangelium Mk 6,1b-6
Nirgends hat  ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat

–> zu Mk 6,1-6: Jesus in der Synagoge in Nazaret (14. S. i. J. B)

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Bild zur Meditation:

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

„Der Geist des HERRN ruht auf mir…“ Grafik zu Mk 6,1-6

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Evangelientext Mk 6,1-6Schott 14.S.i.J. BÜbersetzung G. M. Ehlert

Ablehnung Jesu in Nazaret (Mk 6,1-6)

1. Und er (= Jesus) ging weg von dort
und er kommt in seine Vaterstadt,
und es folgen ihm seine Jünger.

2. Und als es geworden war Sabbat
begann er zu lehren in der Synagoge
und viele Hörenden gerieten aus der Fassung
sagend:
„Woher (hat) dieser dieses,
und was (ist das für) eine Weisheit
die gegeben wurde diesem,
und was für Machttaten die geschehen
durch seine Hände geschehen?

3. Ist nicht dieser der Bauarbeiter,
der Sohn der Maria*

* es ist biblisch einmalig, dass jemand „der Sohn der Mutter…“ genannt wird.
Üblich ist es jemanden als „Sohn des Vaters…“ zu bezeichnen.
(= ein indirekter Hinweis auf die Jungfrauengeburt)

und Bruder* von Jakobus und Joses und Judas und Simon
und sind nicht die Brüderinnen* von ihm hier bei uns?“
Und sie nahmen Anstoß an ihm.

„adelphos = wörtl. „aus einem (Mutter-)Schoß“
= Geschwister, aber auch „nahe Verwandte“

4. Und es sagte der Jesus zu ihnen (folgendes):
„Es ist nicht ein Prophet ungeehrt
außer in seiner Vaterstadt
und bei seinen Verwandten
und in seinem Haus.“

5. Und nicht eine Machttat konnte er dort tun,
außer dass er wenigen Kranken auflegte die Hände – sie heilend.

6. Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens.

Und er zog durch die Dörfer im Umkreis lehrend.

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Gedanken zum Evangelium

„Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria…?“

zu Mk 6,1-6 vgl. Mt 13,54-58; Lk 4,16-30

“Die Weisheit des Schriftgelehrten vermehrt das Wissen.
Wer frei ist von Arbeit, kann sich der Weisheit widmen.“ (Sir 38,24)

„Jesus kam in seine Heimatstadt“
Nazareth, in Untergaliläa, etwa 100 km Luftlinie nördlich von Jerusalem in einem Talkessel (343 m hoch) am Fuß des Nebi Sain (488 m) gelegen, – heute eine Stadt von 120.000 Einwohnern – war damals ein unbekanntes und abseits der Verkehrsstraßen liegendes Dorf. Seine Vergangenheit war so wenig berühmt, dass es mit keinem Wort im Alten Testament erwähnt wird.

„seine Jünger begleiteten ihn“
Dass Jesus von Jüngern begleitet ist, erweist ihn als einen, der es zu einem angesehenen Rabbi gebracht hat.

„Am Sabbat lehrte er in der Synagoge“
Jesus beginnt auch in seinem Heimatort am Sabbat in der Synagoge zu lehren.

„ „staunten“
Wortgetreue Übersetzung: sie gerieten außer sich, sie gerieten aus der Fassung.

„und sagten: Woher hat er das alles?“
Die Übersetzung des griechischen Wortes für „woher“ hat auch die Bedeutung „aus welcher Quelle“, „von wem“.

„Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist“
Hier handelt es sich um eine Passivformulierung, die Gott nicht nennt, aber meint. Das ist eine Umschreibung des Gottesnamens, um den Gottesnamen nicht aussprechen zu müssen. Das heißt, die Weisheit ist ihm von Gott gegeben.

„Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen“
Wortgetreue Übersetzung: und solche Kräfte, solche Machttaten durch seine Hände (= durch seine Handauflegung) geschehene.
Diese „Eigenschaften“ (Weisheit und Machttaten) verweisen eigentlich in den Bereich Gottes, womit sich die Fragen selbst beantwortet hätten. Nach Jesaja 11,2 verleiht Gott diese Fähigkeiten dem Messias: „Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm (= auf dem Messias): der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.“
Das Staunen (= das Außer-sich-geraten) der Leute von Nazareth jedoch über Jesu Weisheit und Machttaten schafft kein Vertrauensverhältnis, das zum Glauben an ihn führen könnte.

„Ist das nicht der Zimmermann“?
Die Berufsbezeichnung „téknon“ (griech.) ist treffender mit „Bauarbeiter“ als mit dem bekannten „Zimmermann“ zu übersetzen. Holz war in dieser Gegend Mangelware. Jesus zog vermutlich „berufsbedingt“ umher und arbeitete auf den „Großbaustellen“ seiner Zeit. Solche Baustellen gab es beispielsweise in der Residenzstadt Sepphoris, die ca. eine Stunde Fußmarsch von Nazareth entfernt lag, oder auch in Tiberias, das 17-22 n.Chr. als neue Hauptstadt ausgebaut wurde. Durch die Berufsbezeichnung wird deutlich, dass Jesus nicht aus der Bildungselite stammt.

„der Sohn der Maria“
Die Bezeichnung nach der Mutter ist für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich. Üblicherweise trägt der Sohn den Namen des Vaters.
Diese Benennung könnte damit erklärt werden, dass der Vater Jesu, der im Markusevangelium nie erwähnt wird, verstorben ist. Aber auch dann ist diese Herkunftsangabe auffällig. Zweitens könnte mit der Nichterwähnung eines irdischen Vaters auf die jungfräuliche Empfängnis angespielt sein. Für Markus stellt sich vermutlich die Frage über Empfängnis und Geburt Jesu nicht, jedoch für Matthäus (Mt 1,18-25) und für Lukas (Lk 1,26-38; 2,1-20). Eine dritte Erklä-rung für „Sohn der Maria“ ist, die Bezeichnung als „Schimpfwort“ zu verstehen. Mit der Verwendung dieser Benennung wurde meist auf eine uneheliche Herkunft und Geburt angespielt.

„und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?“
Hatte Jesus Geschwister?
Hier werden vier Brüder genannt (Jakobus, Joses, Judas, Simon sind alttestamentliche Namen von 4 Stammvätern des Volkes Israel: Jakobus als Stammvater der zwölf Stämme des Volkes Israel und drei seiner Söhne – Joses steht für Josef. Und auch Schwestern werden hier erwähnt.
Die Alte Kirche deutet die Geschwister im Anschluss an Hieronymus als Vettern oder Halbgeschwister Jesu aus erster Ehe Josefs. Für Markus stellten sich solche Fragen vermutlich noch nicht und er dürfte an leibliche Geschwister Jesu gedacht haben.
Jesus hingegen „definiert“ seine Familie im Markusevangelium neu: Seine Mutter, seine Brüder und Schwestern sind die, die das Wort Gottes hören und tun.
Historisch eineindeutig lässt sich weder die eine noch die andere Meinung bezüglich der Geschwister Jesu beweisen.

„Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab“
Die Beziehung zwischen Jesus und seiner Familie wird im Markusevangelium als eine schwierige dargestellt (Mk 3,20f.31-35); sie halten Jesus für verrückt (Mk 3,21). Die Menschen in Nazareth schließen sich dem „Urteil“ der Verwandten Jesu an. Jesus sei nur „einer von ihnen“, daher können seine Worte und Taten nicht göttlichen Ursprungs sein. Die Reaktion auf Jesus ist offene Ablehnung. In den Augen der Bewohner von Nazareth ist er nur ein Bauarbeiter und nur der Sohn Marias. Sie erkennen das wahre Wesen Jesu nicht.

„Und er konnte dort kein Wunder tun“
Das Wirken Gottes setzt beim Menschen Vertrauen, Glauben und Offenheit zu Gott voraus.

„Und er wunderte sich über ihren Unglauben“
Wortgetreue Übersetzung des griechischen Textes: Und er staunte wegen ihres Unglaubens.
Staunen ist normalerweise die Reaktion der Menschen nach einer Machttat Jesu.
Hier staunt Jesus wegen des Unglaubens der Bewohner von Nazareth.

Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte
Die Leute in seiner Heimat haben Jesus abgelehnt. Jesus hat ihnen ihre Freiheit gelassen und sie nicht bedrängt. Er hat Nazareth verlassen und ging in andere Orte zu anderen Menschen, wo er aufgenommen wurde.
Damit gibt Jesus ein Lehrbeispiel für rechte Mission.


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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 01. Juli 2018

 

Ich sage dir – steh auf! (13.B)

Talita koum! – Mädchen, ich sage dir, steh auf!

Sonntag, 1. Juli 2018

Liturgische Texte zum 13. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: Ps 47,2
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände,
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

Tagesgebet
Gott, unser Vater
du hast uns in der Taufe zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

ERSTE Lesung Weisheit 1, 13-15; 2, 23-24
Durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt

Antwortpsalm Ps 30,2 u. 4.5-6b.6cd u. 12a u. 13b
Herr du zogst mich empor aus der Tiefe; ich, will dich rühmen in Ewigkeit.

–> zu Psalm 30: „Hoch soll ER leben…“

ZWEITE Lesung 2 Kor 8, 7.9.13-15
Euer Überfluss soll ihrem Mangel abhelfen

Ruf vor dem Evangelium vgl. 2 Tim 1, 10
Halleluja. Halleluja.
Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen
und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium.
Halleluja.

Evangelium Mk 5, 21-43
Mädchen, ich sage dir, steh auf!

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Bild zur Meditation: 

Mk 5.21-43ba

Jesus heilt blutflüssige Frau u. erweckt die Tochter des Jairus – (c) G. M. Ehlert

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Evangelientext Mk 5,21-43 – Übersetzung G. M. Ehlert

Heilung der an Blutfluss leidenden Frau
und Auferweckung der Tochter des Jairus:

Mk 5,21 Und (als) Jesus hinübergefahren war in dem Boot
wiederum zu dem gegenüber(liegenden Ufer)
versammelte sich (= synagogein) eine große (Volks-)Menge bei ihm
und er war an dem Meer (= See von Galiläa)

22 und es kommt einer – ein Synagogenvorsteher
namens Jairus* –
und ihn sehend fällt er nieder zu seinen Füßen
23 und er ruft ihn herbei (= parakletos) sehr (inständig bittend) sagend folgendes:
Mit meinem Töchterchen geht es zum Letzten;
auf dass gekommen seiend
du auflegst die Hände ihr,
damit sie gerettet wird und am Leben bleibe.“

24 Und weg ging er mit ihm
und nachfolgend ihm eine große (Volks-)Menge
und sie bedrängten ihn.

25 Und eine Frau, im Blutfluss seiend zwölf Jahre*
26 und vieles erlitten habend von vielen Heilenden
(=Ärzten)
und verausgabend alle ihre Habe
und keinen Nutzen
davon gehabt habend
– sondern (viel-)mehr zum Schlimmeren
gekommen seiend
27 hörend das über den Jesus,
kam sie in der (Volks-)Menge von hinten her
berührte
das Gewand von ihm
28 sie sagte (sich) nämlich folgendes:
wenn ich auch (nur) das Gewand von ihm berühre,
werde ich gerettet werden.

*Die Auswirkungen des Blutflusses auf die Frau, die schon 12 Jahre daran litt:

»Leidet eine Frau lange Zeit, außerhalb der Zeit ihrer (regelmäßigen) Unreinheit, an Blutfluß…, so ist sie unrein«. »Jedes Lager« und »jedes Gerät«, auf dem sie sitzt, »wird unrein«. »jeder aber, der jene Sachen berührt, muß seine Kleider waschen und sich in Wasser baden und ist unrein bis zum Abend. Wenn sie von ihrem Ausfluß rein geworden ist, so zähle sie sich noch sieben Tage ab, und danach wird sie rein« und soll die vorgeschriebenen »Sünd- und Brandopfer« darbringen (Lev 15, 25 – 30).

Diese Frau, die schon 12 Jahre an Blutfluss litt, war dadurch von jeglicher gottesdienstlichen Versammlung und von jeder sozialen Gemeinschaft ausgeschlossen.
Nach allgemeiner Auffassung wurde jeder, der mit ihr in Berührung kam, selber unrein.
Sie jedoch glaubte fest daran, dass sich nicht ihre Unreinheit auf Jesus übertrüge, sondern seine Reinheit und Heiligkeit ihre Unreinheit überwinde, wenn sie auch nur den Saum seines Gewandes berühre.

29 Und sofort wurde ausgetrocknet der Blutfluss
und sie erkannte (in) dem Leib, dass sie geheilt wurde
von der Geißel.

30 Und sofort erkennend bei sich
die aus ihm herausgegangene Kraft,

sich umwendend in der Volksmenge, sagte er:
„wer berührte die Gewänder von mir?“
31 Und die Jünger von ihm sagten (zu) ihm:
Du erblickst die (Volks-)Menge dich bedrängend
und du sagst: Wer berührte mich?“
32 Und herum blickte er die dies getan habende zu sehen.

33 Aber die Frau, sich fürchtend und zitternd,
und sehend, was mit ihr geworden ist,
kam und fiel vor ihm nieder
und sagte ihm die ganze Wahrheit.
34 Er aber sprach zu ihr:
„Tochter, der Glaube von dir hat dich gerettet;
gehe hin in Frieden und sei gesund von deiner Geißel.“

35 Noch (während) er redete,
kommen welche aus des Synagogenvorstehers (Haus)
sagend (folgendes):
Deine Tochter verstarb,
was belästigst du noch den Lehrer?“
36 (Der) aber Jesus überhörend das geredete Wort,
sagt dem Synagogenvorsteher:
„Nicht fürchte – sondern glaube.“
37 Und er ließ nicht fortgehen – nicht einen –
zusammen ihn begleiten
außer den Petrus und Jakobus und Johannes – den Bruder
(des) Jakobus.

Jesus fordert erneut den Glauben frommer Juden heraus,
indem er in das Haus des Jairus geht, nachdem die Tochter für tot erklärt und die Beerdigungsvorbereitungen bereits in vollem Gange sind.
Denn wer einen Toten berührt, wird selber unrein.

38 Und sie kommen in das Haus des Synagogenvorstehers
und er erschaut Tumult und Klagen und Heulende sehr,
39 Und hineingehend sagt er ihnen:
„Was lässt euch beunruhigen und klagen
das Kind (ist) nicht verstorben, es schläft.“
40 Und sie verlachten ihn

Er aber – hinauswerfend alle,
nimmt mit den Vater des Kindes und die Mutter
und die mit ihm (waren),
und geht hinein, wo das Kind war (hingelegt).
41 Und ergreifend die Hand des Kindes sagt er ihr:
„Talita kum!“ – das ist übersetzt:
Mädchen, dir sage ich: steh auf!

Jesus jedoch fasst das Mädchen an (!)
und sein Wort „Talitha koum!“ hat erweckende Kraft.

42 Und sofort auferstand das Mädchen und ging umher
– es war nämlich zwölf Jahre (alt).
Und sofort gerieten sie außer sich – sehr
43 und er schärfte ihnen ein – sehr folgendes:
„niemand solle erfahren davon.“
Und er sprach,
„es solle ihr gegeben werden zu essen.“

siehe auch: Mk 5,21-43

 

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 24.06.2018

Reich-Gottes-Gleichnisse (11.B)

11. Sonntag im Jahreskreis B –
Reich-Gottes-Gleichnisse

Sonntag, 17. Juni 2018

Liturgische Texte zum 11. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (Ps 27,7.9)
Vernimm, o HERR, mein lautes Rufen, sei mir gnädig und erhöre mich.
Du bist meine Hilfe:
Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, do Gott meines Heils!

Tagesgebet:
Gott, du unsere Hoffnung und unsere Kraft,
ohne dich vermögen wir nichts.
Steh uns mit deiner Gnade bei,
damit wir denken, reden und tun, was dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Ezechiel (Ez 17,22-24)
Ich mache den niedrigen Baum hoch

Antwortpsalm: Ps  92,2-3.13-14.15-16
Wie schön ist es, dem HERRN zu danken!

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 5,9-10)
Wir suchen unsere Ehre darin, dem Herrn zu gefallen

Ruf vor dem Evangelium: 
Halleluja. Halleluja!
Der Samen ist das Wort Gottes,
der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 4,26-34)
Das kleinste von allen Samenkörnern geht auf und wird größer als alle anderen Gewächse

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Bild zur Meditation:

von der selbst wachsenden Saat - zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

von der selbst wachsenden Saat – zu Mk 4,26-29 (c) G. M. Ehlert

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Evangelientext Mk 4,26-34 – Übersetzung G. M. Ehlert

+ Gedanken zum Evangelium:

Wir schauen oft auf das Große, auf das, was Schlagzeilen macht…
Gott schaut vor allem auf das Kleine, und auf die große Kraft, die im Kleinen steckt. –

Das Gleichnis Jesu von der automatisch wachsenden Saat (Mk 4,26-29)
und das Gleichnis vom winzigen Senfkorn, das eine große Staude werden kann (Mk 4,30-32), veranschaulichen dies.

Im 4. Kapitel des Markusevangeliums werden Gleichnisse Jesu vom Reich Gottes überliefert.
Zunächst berichtet das Evangelium, dass Jesus die Menschenmenge von einem Boot auf dem See Galiläa aus das Volk lehrt. (V1-2).

Das Königreich der Liebe Gottes beginnt im eigenen Herzen.
Voraussetzung dafür ist, dass der Same des göttlichen Wortes im eigenen Herzen sich verwurzeln, wachsen und Frucht bringen kann.
Davon erzählt das Gleichnis Jesu von dem Samen, der auf viererlei Boden fällt (Verse 3-11) und von der Deutung dieses Sinnbildes (Verse 12-20).

Doch kann durch das Wort eines Gesprächs, einer Predigt, einer Begegnung das verhärtete Herz eines Menschen verwandelt werden? – so mögen vielleicht die Jünger Jesu gedacht haben, denen Jesus Gleichnisse vom Reich Gottes erzählt hat. Sollte er das Herz der Menschen nicht durch seine Macht in die Knie zwingen, damit sie sich bekehren?

Doch Jesus handelt anders – barmherzig – er hat Geduld, er kann warten, bis das Herz eines Menschen von selbst zur Bekehrung bereit ist. Er geht vorüber und streut den Samen des Wortes Gottes aus, und ganz im Verborgenen wirkt dieser Same. Wenn der erste Same nicht Wurzel fasst, sät er noch einen… er gibt erst dann auf, wenn er sichere Beweise für die Nutzlosigkeit des Säens hat. Dazu betet er – sein Gebet ist wie der Tau aufs Erdreich, so kann der Same sprießen, wenn er sich erst einmal in einer „Felsspalte“ des verhärteten Herzens verfangen hat. Und das Herz beginnt sich zu verwandeln – vielleicht langsam, jedoch kontinuierlich wird es weich, empfänglich und fängt an zu glühen…

Vielleicht kennen auch Sie solche Worte, die – einmal einem zugesprochen – eine große Wirkung entfalten: z.B. das aus innerer Überzeugung gesprochene Wort: „Du schaffst das schon.“ …

So erzählt Jesus seinen Jüngern ein weiteres Gleichnis:

4,26 Und er sagte also:
Es ist die Königsherrschaft des Gottes
wie (wenn) ein Mensch würfe den Samen auf Erdboden

27 und legte sich schlafen und würde wieder aufgeweckt
Nacht und Tag
und der Same sprösse
und würde lang gemacht,
wie – er hat es nicht gewahrt –
(von) selbst.

28 Automatisch der Erdboden fruchtet:
zuerst (den) Gras/ Halm,
danach (die) Ähre,
danach Volles in dieser Ähre.

29 Wann gleichsam aber überliefert (= abgibt) die Frucht
sogleich schickt er aus die Sichel,
da bereitsteht die Ernte.

Das weitere Gleichnis Jesu geht auf die Sorge ein, ob nicht „ein Wort“ viel zu mickrig ist, um damit Großes bewirken zu können.

4.30 Und er sagte:
Auf welche Weise/ wie (können) wir vergleichen
die Königsherrschaft des Gottes
oder in was für ein Sinnbild (Parabel) können wir sie setzen?

31 wie (ein) Kern/Korn (des) Senfs
welcher – so oft als er gesät würde auf den Erdboden –
mickriger (= kleiner) seiend (als) jeder (beliebige) der Samen
die auf den Erdboden (sind)

32 und – so oft als er gesät würde –
er stiege hinauf
und brächte hervor
größeres/ mächtigeres/ hervorragenderes
(als) jedes (beliebige) Gartengewächs
und er machte Zweige groß
so dass unter dem Schatten daselbst
die Vögel des Himmels sich niederlassen/ nisten/ vermögen.

4.33 Und in derartigen Sinnbildern /Parabeln vielen
sagte er zu ihnen das Wort,
wie sie vermochten es zu hören.

34 Getrennt/ für sich/ abseits = ohne Sinnbilder /Parabel aber sprach er nicht zu ihnen,
für sich/ eigen aber den eigenen Jüngern löste er/ erklärte er alles.

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Kleines Senfkorn – Glaube, Hoffnung, Liebe…“

Das Senfkorn „ist das kleinste von allen Samenkörnern… und wird größer als alle anderen (Garten-)Gewächse.“

Wenn vom „Senfkorn“ die Rede ist, denken viele von uns an die gelbbraunen Körner, wie sie z.B. in einem Glas mit Gewürzgurken zu sehen sind.

Senfkörner - als Gewürz

Senfkörner – als Gewürz

Doch diese ca. 3 mm großen Senfkörner sind nicht gemeint, wenn Jesus von dem Senfkorn als dem „kleinsten von allen Samenkörnern“ spricht.

Der Same vom „Schwarzen Senf“ ist ca. 0,5 mm klein… doch was daraus wird – eine Senfstaude von 4 m – ist bis zu 8.000x so groß!

Ein Größenvergleich:

Wenn eine ca. 2 cm große Eichel es der Wachstumskraft eines Senfkorns gleich tun wollte, müsste daraus eine Eiche entstehen, die 160 m groß würde.

Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb damals, der Senf wachse derart ungestüm, dass man „das Land kaum wieder davon reinigen“ könne.

Gleichnis vom Senfkorn

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Schwarzer Senf: Fruchtkapsel u. winzige Samenkörner

Jesus sagte: „Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen,
mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?

Es gleicht einem Senfkorn.
.
.

Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern,
die man in die Erde sät.

Senfstaude - ca. 4 m groß

Ist es aber gesät,

dann geht es auf

und wird größer als alle anderen Gewächse

und treibt große Zweige,

so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.“

(Mk 4,30-32)

Säen wir unsere senfkornkleine Glaubenskraft, unsere senfkornkleine Liebesbereitschaft und unseren senfkornkleinen Hoffnungsfunken in den Mutterboden des Alltags hinein –

und warten wir dann geduldig ab,
was daraus wachsen kann, das anderen gut tut.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Stand: 10.06.2018

Verwandtschaft Jesu – (10.B)

10. Sonntag im Jahreskreis B –
Wahlverwandtschaft Jesu

Sonntag, 10. Juni 2018

Liturgische Texte zum 10. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (Ps 27,1-2)
Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Genesis 3,9-15
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und den Nachwuchs der Frau

Antwortpsalm: Ps 130,1-2.3-4.5-6b.6c-7a u. 8
Beim HERRN ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 4,13 – 5,1)
Wir glauben, darum reden wir

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
(So spricht der Herr:)
Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen.
Und wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde ich alle an mich ziehen.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 3,20-35)
Das Reich des Satans hat keinen Bestand

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Bild zur Meditation:

mk-3-20-35ba

An Jesus scheiden sich die Geister – Grafik zu Mk 3,20-35 – (c) G. M. Ehlert, 05.06.2018

 


Evangelientext Mk 3,20-35 – Übersetzung G. M. Ehlert

Jesus – von allen guten Geistern verlassen?

3,20 Und er (= Jesus) kommt (/sie kommen) ins Haus.
Und es kommt zusammen wiederum die Volksmenge,
so dass sie es nicht einmal vermochten Brot zu essen.
21 Und als es hörten die Seinen,
kamen sie heraus zu greifen ihn,
man sagte nämlich: „Er sei außer sich geraten.“

22 Und die Schriftgelehrten,
die von Jerusalem herabgestiegen waren, sagten: „den Beelzebul* hat er!“
Und: – „In/ Mit dem Anführer der Dämonen wirft er heraus die Dämonen.“

* Beel-zebul: von Baal = Herr und Zebul = Fürst,
= „Herr der Fürsten“
= ein Götze von der Stadt Ekron im Philisterland (vgl. 2 Kön 1,2ff); 

Beel-zebub: = eine Entstellung des Namens = „Herr der (Mist-)fliegen“ 

23 Und sie herrufend redete er in Gleichnissen zu ihnen:

„Wie vermag der Satan den Satan herauszuwerfen?
24 Und – wenn ein Königtum gegen sich selber sich spaltet,
nicht vermag Bestand haben dieses Königreich.
25 Und – wenn ein Haus gegen sich selber sich spaltet, nicht vermag dieses Haus Bestand haben.
26 Und – wenn der Satan aufgestanden wäre gegen sich selber und gespalten wäre, so vermag er nicht Bestand haben, sondern es hat ein Ende.
27 Sondern – nicht vermag es jemand in das Haus des Starken hineinkommend die Gefäße ihm zu rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt, und darauf sein Haus ausraubt.

28 Amen, ich sage euch:
alles wird nachgelassen den Söhnen des Menschen
die Versündigungen und die Gotteslästerungen,
soviel sie auch lästern mögen.

29 Wer auch immer aber gotteslästerlich ist
in
(Bezug auf) den Heiligen Geist,
hat bis in Ewigkeit/ Weltzeit hin keinen Nachlass,
sondern ewiger Versündigung ist er schuldig;“

30 sie sagten nämlich, er habe einen unreinen Geist.

.
31 Und es kommen seine Mutter und seine Brüder
und draußen stehend sandten sie zu ihm –
ihn rufend.

32 Und es saßen um ihn herum die Volksmenge,
und man sagt ihm:
„Siehe, deine Mutter und deine Brüder [und deine Schwestern] draußen suchen dich.“

33 Und anhebend sagt er zu ihnen:
„Wer sind meine Mutter und meine Brüder [und meine Schwestern]?“

34 Und umherblickend auf die um ihn ringsum Sitzenden sagt er:
„Seht – meine Mutter und meine Brüder.

35 Wer auch immer nämlich tut den Willen Gottes,
der ist mir Bruder und Schwester und Mutter*.“

* Maria ist nicht nur die biologische Mutter Jesu –
mehr noch ist sie auch im geistlichen Sinne Mutter Jesu,
da sie ganz bereit ist den Willen Gottes zu tun.

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Was ist die „Sünde gegen den Heiligen Geist?“

Sünde heißt: sich absondern von Gott
Sünde gegen den Heiligen Geist heißt: sich absondern von der Überzeugung, dass Gottes Geist die Liebe und das Verzeihen ist.
Wer also gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens lästert, wird nie annehmen können, dass er von Gott angenommen ist – solange wie er gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens eingestellt ist. –
Hier endet die Macht Gottes, welche eine Macht der Liebe und des Verzeihens ist. Wer sich nicht lieben lassen will, der kann nicht die Gemeinschaft mit Gott erfahren, denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8)

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Wer gehört zur Familie?

– wer miteinander blutsverwandt ist?
– wer in den Kreis einer Familie aufgenommen ist?
– wer zur Familie dazugehören möchte?

Jesus sagt, dass er Gott zum Vater hat –
und er sagt, dass auch wir Gott zum Vater haben.
Dann ist folglich Jesus – unser Bruder…
und auch wir untereinander Geschwister.

Wir sind Geschwister Jesu –
nicht im Sinne von biologischer Verwandtschaft,
sondern im Sinne von Glaubensverwandtschaft.

Jesus sagt im Evangelium:
„Wer den Willen Gottes erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mk 3,35)

Wir – ob Mann oder Frau – können „Mutter Jesu“ sein,
wenn wir ihn heute „zur Welt bringen“ –
wenn seine Botschaft durch uns „Hand und Fuß“, „Stimme und Herz“ bekommt.

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Links:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 05.06.2018

Einsatz gegen Aussatz (6.B)

6. Sonntag im Jahreskreis B

 11. Februar 2018

Eröffnungsvers (Ps 31,3-4)
Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Tagesgebet
Gott,
du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Lev 13,1-2.43ac.44ab.45-46 
Der Aussätzige soll abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers

Antwortpsalm: Ps 32,1-2.5.10-11
Du bist mein Schutz, o HERR,
du rettest mich und hüllst mich in Jubel. 

–> zu Psalm 32: Aufklärung über Sünde u. Vergebung

2. Lesung: 1. Korintherbrief 10,31 – 11,1 
Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 7,16)
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet trat unter uns auf:
Gott nahm sich seines Volkes an.
Halleluja!

Evangelium: Mk 1,40-45 
Der Aussatz verschwand, und der Mann war rein

–> Liturgische Texte siehe auch Schott-Messbuch 6. Sonntag im Jahreskreis B

 

***

zum 6. Sonntag im Jahreskreis B: Evangelium = Markus 1,40 – 45

„Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.“

Ein Aussätziger kam zu Jesus...

„Ich will es – werde rein!“ – Grafik zu Mk 1,40-45, (c) G. M. Ehlert, 06.02.2012

„Ich will es – werde rein!“

1,39 Und ER (= Jesus) kam verkündigend
in die Synagogen von ihnen
in das ganze (Gebiet) des Galiläas
und die Dämonen austreibend.

40 Und es kommt zu ihm ein Lepröser*
beiseiterufend ihn
[und kniefallend]
und sagend zu ihm (folgendes):

Wenn du willst,
vermagst du mich zu reinigen.

41a Und zuinnerst erregt
streckte er aus seine Hand
berührte ihn

41b und er sagte zu ihm;
„Ich will, werde gereinigt;“

42 Und sogleich kam weg von ihm die Lepra,
und er wurde gereinigt.

43 Und ergrimmend wegen ihm
sogleich trieb er hinaus ihn

44 und er sagt zu ihm;
sehe zu, (dass du zu) keinem in keiner Weise
sprichst,
sondern gehe weg
selber zeige dich dem Geweihten (= Priester)*
und bringe dar wegen der Reinigung deiner
das Zugeordnete des Moses*,
hin zum Zeugnis ihnen.

45 Der aber hinausgekommen
fing an zu verkündigen viel
und verbreitete das Wort,
so dass in keiner Weise er vermochte,
öffentlich in eine Stadt hineinzukommen,
sondern draußen auf öden Orten blieb er;
und sie kamen zu ihm allseitig (=von allen Seiten).

* lepros = Leprakranker, Aussätziger
Aussatz und verschiedene Hautkrankheiten schlossen nach dem Gesetz des Moses vom Zusammenleben mit anderen Menschen aus. Erst wenn die dafür zuständigen Priester die Heilung festgestellt hatten, war die Rückkehr in die ursprüngliche Lebensgemeinschaft wieder möglich (vgl. Lev 13-14).

Jesus heilt einen Aussätzigen – Collage zu Mk 1,40-45; (c) G. M. Ehlert, 06.02.2012

 

Einsatz gegen den Aussatz

1. Aussatz – unrein, unrein

• Aussatz – Lepra: heute eine heilbare Krankheit, damals tödlich; Hautpartien an den erkrankten Stellen schwellen an und werden eitrig. Die Wunden stinken. Langsam – aber unaufhörlich – frisst sich die Krankheit fort. Alle Teile des Körpers werden befallen. Ohne Medikamente starben die Kranken qualvoll nach Jahren der Aussonderung aus ihrem Dorf.
• Zum Schutz vor Ansteckung wurden sie aus der Gemeinschaft der Menschen ausgestoßen. Sie mussten
„unrein, unrein“ rufen und durften keinem zu nahe
kommen.
• Und sie waren aufgrund ihrer „Unreinheit“ auch aus der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen – so glaubte man es.

• Auch den Gesunden, den „Reinen“ war es verboten, mit diesen „Unreinen“ Kontakt aufzunehmen, um nicht selber unrein zu werden.

2. Ein Aussätziger kommt auf Jesus zu

Ein Aussätziger übertritt das Verbot des Mose – sich anderen Menschen zu nahen – er tritt in das Kraftfeld Jesu hinein und mutet sich ihm zu.
Er hat den Mut des Verzweifelten und ein grenzenloses Vertrauen: „Herr, wenn du willst, hast du die (göttliche) Kraft, mich rein machen!“

3. Jesus hat Mitleid

Es geht ihm buchstäblich unter die Haut – das Schicksal dieses Aussätzigen.
Jesus übertritt das Verbot des Mose – in Berührung mit einem Unreinen zu kommen – er hält ihn mit seiner Hand fest und heilt ihn und hebt damit auch seine Isolation auf.
Dann schickt er ihn mit einem Redeverbot fort – hin zu den Priestern. Damit er dort auch offiziell für rein erklärt werden kann; und als Zeichen dafür, dass Jesus selbst das Gebot des Mose einhält.
Doch ob der Geheilte sich daran hält, erfahren wir nicht.

4. Doch der Geheilte verkündet es überall

Jedoch etwas anderes erfahren wir:
Jesus hatte dem Geheilten ausdrücklich verboten, davon zu erzählen. Doch der Geheilte verkündet überall:
„Jesus ist der Heiland der Menschen – seht, er hat mich rein gemacht.“
Die Folge davon ist, dass nun Jesus sich nur noch an einsamen Orten aufhalten kann – wie zuvor der Ausgegrenzte.

Fazit: Eine Geschichte voller Verbote, die nicht eingehalten werden – zum Heil der Menschen und im Dienste des Glaubens an Jesus, den Heiland der Menschen.

Das Beispiel Jesu, in direkte Berührung zu treten mit den Aussätzigen, den Unberührbaren hat im Laufe der Kirchengeschichte viele Nachfolger gefunden:

• Franziskus küsst einen Aussätzigen, vor dem er sich bisher geekelt hat. Damit beginnt für ihn seine Bekehrung.
• Damian de Veuster: „Mit Liebe Lepra heilen“
• Ruth Pfau: „Wohin die Liebe führt“

5. Aussätzige heute – gefordert ist unser Einsatz

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden auch bei uns Menschen, die an Lepra erkrankt waren, aus-gesetzt. Eine solche Siedlung der Aussätzigen war zum Beispiel das sog. „Kinderhaus“ – heute ein Stadtteil von Münster.

Leprakranke gibt es bei uns nicht mehr – weltweit ist der Einsatz gegen Lepra mit moderner Medizin weiterhin notwendig.

Doch die Frage bleibt: wo berührt das damalige Geschehen uns? Was sind die Aus-sätzigen unserer Zeit u. unserer Gesellschaft?

• Aus-sätzige in unserer Umgebung können Menschen sein, die aufgrund von psychischer Erkrankung von uns als absonderlich angesehen werden und aus unserem Blickfeld abgesondert werden;
• „Aus-sätzige“ sind auch Menschen, die mit den Normen der Gesellschaft in Konflikt geraten sind, auch mit ihnen wollen viele nichts mehr zu tun haben;
• Auch in unseren binnenkirchlichen Kreisen gibt es „Aussätzige“, die aufgrund von bestimmten Überzeugungen oder Lebensweisen ausgegrenzt werden.

Das Evangelium lädt in besonderer Weise ein, die verschiedenen Ausgrenzungen zu überwinden.

Hier ist auch unser „Einsatz gegen den Aussatz“ gefragt.
Die für „unberührbar“ erklärten,
direkt berühren und anrühren;
statt Isolation – Integration;
statt Ausgrenzung – Eingliederung;
damit für alle nicht der Tod, sondern neues Leben blüht.

 

siehe auch: „sich anstecken

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Jesus der Heiland (5.B)

4. Sonntag i.J. B – Mk 1,21-28: Ent-dämonisiert

Mittwoch, 31. Januar – Gedenktag des Heiligen Johannes Bosco

Freitag, 2. Februar – Fest der Darstellung des Herrn

Samstag, 3. Februar – Gedenktag des Heiligen Blasius (Blasiussegen)

5. Sonntag im Jahreskreis B

 4. Februar 2018

Eröffnungsvers (Ps 95,6-7)
Kommt, lasst uns niederfallen,
uns verneigen vor dem HERRN, unserem Schöpfer!
Denn er ist unser Gott.

Tagesgebet
Gott, unser Vater,
wir sind dein Eigentum
und setzen unsere Hoffnung
allein auf deine Gnade.
Bleibe uns nahe in jeder not und Gefahr
und schütze uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Ijob 78,1-4.6-7 
Nächte voller Mühsal teilte man mir zu

Antwortpsalm: Ps 147,1-2.3-4.5-6
Lobet den Herrn, er heilt die gebrochenen Herzen

–> zu Psalm 147: Lobpreis auf Gottes besondere Fürsorge für Jerusalem

2. Lesung: 1. Korintherbrief 9,16-19.22-23 
Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Mt 8,17)
Halleluja. Halleluja.
Christus hat unsere Leiden auf sich genommen,
unsere Krankheiten hat er getragen.
Halleluja!

Evangelium: Mk 1,29-39 
Christus heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten

–> Liturgische Texte siehe auch Schott-Messbuch 5. Sonntag im Jahreskreis B

 

Evangelium: Markus 1,29-39

Und sogleich (= geradewegs) aus der Synagoge herausgehend
kamen sie in das Haus (des) Simon und Andreas
mit Jakobus und Johannes.

Aber die Schwiegermutter (des) Simon
lag darnieder fiebernd
und sogleich redeten sie mit ihm über sie.

Und herangekommen weckte/richtete er sie auf
kraftvoll anfassend die Hand
und es verließ sie das Fieber
und sie war dienstbar ihnen.

Spät aber war es geworden,
nachdem untergegangen war die Sonne
trugen sie zu ihm alle die Übel Habenden und die Dämonenbesessenen

und es war (die) ganze Stadt vor der Tür versammelt

und er therapierte viele Übel Habende an verschiedenartigen Krankheiten
und er warf heraus viele Dämonen,
und nicht ließ er zu, dass die Dämonen Laute gaben (= von ihm sprachen),
denn: sie hatten ihn erkannt [dass er der Christus ist].

Und früh – (als es noch) ganz Nacht (war) aufgestanden – ging er hinaus
und er ging weg an einen einsamen Ort
und dort betete er.

Und es eilten ihm nach Simon und die mit ihm (waren),
und sie fanden ihn und sagten ihm (folgendes):
„Alle suchen dich!“

Und er sagt zu ihnen:
„Lasst uns gehen anderswohin, in die in Reichweite seienden Ortschaften,
damit ich auch dort verkündige, dazu nämlich bin ich herausgekommen.“

Und er kam verkündigend hinein in ihre Synagogen
im ganzen (Gebiet) Galiläas,
und die Dämonen warf er heraus.

Jesus lehrt + befreit + heilt + betet + zieht weiter (Mk 1,21-39)

Ein Arbeitstag Jesu (Mk 1,21-39) – (c) G. M. Ehlert, 29.01.2012

Ein (Arbeits-)Tag in Kafarnaum (Mk 1,21-39)

Am Sabbat – Gottesdienst in der Synagoge:
Jesus lehrt in Vollmacht
–> und sie sind betroffen von seiner Lehre
Jesus befreit von einem unreinen Geist

Nach dem Sabbatgottesdienst – im Haus des Petrus
Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus
–> und sie dient ihnen
Am Abend (= nach dem Sabbat):
Jesus heilt viele von ihren Krankheiten u. treibt viele Dämonen aus

Am frühen Morgen – in der Einsamkeit
Jesus betet
–> Alle suchen dich! – sagen die Apostel
Doch Jesus zieht weiter, um das Evangelium zu verkünden.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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