ABC des Lebensweges

ABC des Lebens

– 22 Schritte der geistigen und spirituellen Entwicklung

Das hebräische Alphabet
– 
die symbolische Bedeutung der einzelnen Buchstaben

Das Wort „Alphabet“ hat seinen Ursprung in der hebräischen Sprache und ist der Name der ersten beiden Buchstaben des hebräischen Alphabets:
„Aleph – Bet“ heißt wörtlich übersetzt: „vertraut werden – drinnen/Haus“

Das Alphabet des Glaubens besteht darin:
Vertraut damit werden – im Haus Gottes zu sein

Die hebräische Schrift hat ganz andere Schriftzeichen als unsere Schriftzeichen.
Auch die Leserichtung ist anders: von rechts oben nach links unten.
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א ב ג ד ה ו ז ח ט י כ ל מ נ ס ע פ צ ק ר ש ת

Die 22 Buchstaben des hebräischen „Aleph-Bet“ laden nacheinander betrachtet zu einem Weg der geistigen und spirituellen Entwicklung des Menschen ein.

Das Aleph-Bet des Lebens –
22 Schritte der spirituellen EntwicklungAleph-Bet-Collage

א ALEPH – Stierkopf – 1

ALEPH – Stierkopf: der lautlose Anfang
– noch verborgen in der Einheit Gottes

* * *

I. Zeit spielerischer Welterkundung

ב BET – Haus – 2

BET – Haus: Geborgenheit erfahren im Zuhause

ג GIMEL – Kamel – 3

GIMEL – Kamel: spielerischer Umgang mit Gegenständen der Welt
(Gimel als „Spielzeug“)

ד DALET – Tür – 4

DALET – Türflügel: erkennen von „drinnen“ und „draußen“ –
von „mein“ und „dein“

ה HE – Fenster – 5

HE – Fenster: Neues sehen und bestaunen…

 

II. Zeit der „Jüngerschaft“ – in der Schule des Lebens / der Thora…

ו WAW – Haken – 6

WAW – Haken: lernen, wie alles miteinander verbunden ist…

ז SAJIN – Waffe – 7

SAJIN – Waffe/Schwert: lernen zu (unter-)scheiden zwischen gut und böse…

ח CHET – Umzäunung – 8

 CHET – Umzäunung: lernen, was es durch „Umzäunung“ zu schützen gilt…

ט THET – Gebärmutter – 9

THET – Gebärmutter: den rechten Umgang mit „neuem Leben“ erlernen
– auch mit seiner Geschlechtlichkeit

III. Zeit des Mündigwerdens

י JOD – Hand – 10

JOD – Hand/Schwurhand: lernen, für sein Leben Verantwortung zu übernehmen („Schwurhand“)

כ KAF – Greifhand – 20

KAF – Greifhand: lernen, seine Lebensgestaltung selbst in die Hand zu nehmen (in Familie, Beruf, Gesellschaft)

ל LAMED – Ochsenstachel – 30

LAMED – Ochsenstachel: lernen, mit den (An-)triebskräften des Lebens
kreativ zu arbeiten

מ MEM – Wasser – 40

MEM – Wasser: lernen, mit den Unsicherheiten „im Meer der Welt und Zeit“
so zu leben zu leben, dass man darin weiterkommt

IV. Zeit der Ausgestaltung des erwachsenen Lebens

נ NUN – Fisch – 50

NUN – Fisch: lernen, Neuland zu betreten
u. Fähigkeiten zu entfalten und einzubringen

ס SAMECH – Wasserschlange – 60

SAMECH – Wasserschlange: lernen, mit den „Schlangengiften“ des Lebens heilsam umzugehen…

ע AJIN – Auge – 70

AJIN – Augenpaar: lernen, Ansehen zu erwerben
und vor allem Ansehen zu schenken

פ PE – Mund – 80

PE – Mund: lernen, Zeugnis zu geben in Wort und Tat
von dem selbst Erlebten

V. Zeit der Weisheit des gereiften Lebens

צ ZADE – Angelhaken – 90

ZADE – Angelhaken: sich aus dem Wasser herausziehen zu lassen
– ein Zadik (= Gerechter) werden, der andere herauszieht…

ק QOPH – Nadelöhr – 100

QOPH – Nadelöhr/ Affe?: Besitztümer loslassen lernen
– gelassen werden

ר RESCH – Haupt – 200

 RESCH – Haupt: mit erhobenem Haupt durchs Leben gehen
– anderen die Stirn bieten…

ש SCHIN – Zahn – 300

 SCHIN – Zahnreihe: „schmecken“,
was wahrhaft den Durst und Hunger des Lebens stillt.

+ + +

ת TAW – Zeichen – 400

TAW – Kennzeichen: Das Kreuz Christi
– das Zeichen der Vollendung, die Gott schenkt.

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Hebräische Schriftzeichen

Zu den Eigentümlichkeiten der hebräischen Schrift gehört, dass sie ursprünglich keine Vokalzeichen kannte. Geschrieben hat man lange Zeit nur die Konsonanten; die für die Aussprache unverzichtbaren Vokale mussten jeweils beim (lauten) Lesen ergänzt werden.
Die richtige Vokalisation musste vom Kontext her erschlossen werden.
Das Wort „WRT“ – kann z.B. „WeRT“ oder „WiRT“ oder „WoRT“ heißen.

Die Buchstaben wurden ohne Leerzeichen, ohne Punkt und Komma, aneinandergereiht.
Das sah dann etwa so aus:
      MNFNGSCHFGTTHMMLNDRD:

Mit Leerzeichen zwischen den einzelnen Worten sähe es etwa so aus:
      M NFNG SCHF GTT HMML ND RD:

Erst im 6. bis 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung kam eine Vokalisierung durch „Pünktchen“ hinzu – der so genannte Masoretentext.
Dann sieht es etwa so aus:
.     iM aNFaNG SCHuF GoTT HiMMeL uND eRDe.

Nun können wir den Text erkennen:
.     „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ –

Es ist der Beginn des Schöpfungsberichtes in dem Buch Genesis.

_______________________________________________

Das hebräische Alphabet
und die symbolische Bedeutung
der einzelnen Buchstaben

„sich vertraut machen“ mit dem hebräischen Alphabet…

Die hebräische Schrift mit ihren 22 Buchstaben
kann sowohl qualitativ (= er-zählen)
wie quantitativ (= zählen)* gedeutet werden.

Die Namen der Buchstaben:

Aleph – Bet – Gimel – Dalet – He –
Waw – Sajin – Chet – Thet –

Jod – Kaf – Lamed – Mem – Nun –
Samech – Ajin – Pe – Zade –

Qof – Resch – Schin – Taw

Wovon sie erzählen:

Stierkopf – Haus – Kamel – Tür – Fenster –
Haken – Waffe – Zaun – Gebärmutter –

Hand – Greifhand – Ochsenstachel – Wasser – Fisch –
Wasserschlange – Auge – Mund – Angelhaken –

Nadelöhr – Haupt – Zahn – Zeichen

Welchen Zahlenwert die einzelnen Buchstaben haben*:

„1“ – „2“ – „3“ – „4“ – „5“ –
„6“ – „7“ – „8“ – „9“ –  

„10“ – „20“ – „30“ – „40“ – „50“ –
„60“ – „70“ – „80“ – „90“ –

„100“ – „200“ – „300“ – „400“

* Ursprünglich rechneten die Hebräer mit Hilfe von eigenen Zahlzeichen (Ziffern), so dass die 22 Buchstaben zunächst mit Zahlen nichts zu tun hatten. Erst in späterer Zeit, vermutlich nach 300 v. Chr., übernahm man von den Griechen die Gewohnheit, die Schriftbuchstaben gleichzeitig auch als Zahlenbuchstaben zu benutzen. (vgl. Ludger Thier: S. 91)

Die hebräische Schrift mit ihren 22 Schriftzeichen
Die Leserichtung ist von rechts  nach links.
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א ב ג ד ה ו ז ח ט י כ ל מ נ ס ע פ צ ק ר ש ת


א  – ALEPH – Haupt (des Stieres) – „1“

1-aleph-1aa

Schriftzeichen: א

Name des 1. Buchstabens: ALEPH

ALEPH ist ein semitischer Kehllaut, ein stummer Konsonant, der für sich gar nicht hörbar wird, gewissermaßen gerade mal der Ansatz zum Sprechen. entspricht: ( ‘ ) – ((a,e,i,o,u))
Aus ihm wurde erst im griechischen Alphabet der Vokal a (Alpha).

Aleph – die Urkraft von urher
bricht aus dem ewigen Urlicht hervor im Zeichen des Stierkopfes.

Wortbedeutung: ALEPH – Haupt (des Stieres)
Der Buchstabe leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Stierkopfes her.

Übersetzung von Aleph:
ALaPh = einüben / mit etwas vertraut werden
ALuPh = Altvertrauter / Tausendführer

Erklärung:

Aleph ist (wie Ajin) einer der beiden Konsonanten, die nicht ausgesprochen werden – ohne eigenen Lautwert. Er deutet auf Verborgenes, Unerklärliches, Unendliches hin (letztlich auf den verborgenen Gott). – Aleph bezeichnet den „Ur-anfang“ – noch bevor etwas in die Ex-sistenz übergeht.

ALEPH – als stilisierter Stierkopf ist Symbol der Schöpferkraft, durch die alles in Gang gesetzt wird: ALEPH steht am Anfang der 22 Buchstaben. In der Mythologie ist der Stier wegen seiner Stärke zu einem Symbol unzerstörbarer Lebenskraft geworden, die der Welt immer neu „von oben“ mitgeteilt werden muss, soll sie bestehen bleiben. Letztlich weist das Zeichen auf die Schöpferkraft Gottes hin. Erst wo Aleph wirksam geworden ist und wirksam bleibt, kann das Leben des Menschen beginnen und sich kraftvoll entfalten.

Der Ochse ist das kraftvolle Tier, das vor den Wagen gespannt wurde, um den Boden fruchtbar zu machen und die Saat einzubringen. – Aleph verbindet uns mit der einen ursprünglichen Lebenskraft. (EL = Gott = Kraft)

Das Aleph weist auf den Ursprung, den Anfang, den Anführer hin. Es erinnert den Menschen an die Urquelle, aus der alles Sein hervorgegangen ist. Alles liegt noch in der höchsten Potenz bereit und „wartet“ darauf, sich zeigen zu dürfen

Zahlenwert:  „1“

„1“ ist die erste Primzahl und zeigt den Beginn an. Es gibt zwei verschiedene Standpunkte, wie man die Zahlenqualität „1“ sehen kann: als das „Einzelne“ – als Anfang eines Zahlenstranges oder als die „Einheit“ („‘eCHaD“) – in „Eins“ steckt schon (verborgen) alles drin, was sich dann entfaltet.

Impuls:

„Echad“ – der Eine/ Einzige ist auch ein Name Gottes. (Dtn 6,4).

Jesus betet darum, dass wir aus der Zerstreutheit in diese ursprüngliche Einheit kommen. (Joh 17)

* Aleph-Bet heißt wörtlich übersetzt: „vertraut werden – Haus“ –
Das Alphabet des Glaubens besteht darin:
„Vertraut damit werden – im Haus Gottes zu sein“.

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ב – BETH – Haus – „2“

Schriftzeichen: ב2-bet-aa

Name des 2. Buchstabens: BET

BET ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Hauses herleitet. Das Zeichen BET wird geschrieben aus einem Dach, einer abschließenden Wand und einer Bodenplatte. Im Stil eines orientalischen Einraumhauses (Zelt) ist es zu einer Seite hin geöffnet

Bet – Wohnhaus – Ort der versöhnenden Begegnung.
– Bereschit = Im Anfang… – Beginn des Schöpfungsberichtes.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe B (Beta)
Lateinische Entsprechung: (B / V)

Wortbedeutung: BeJT = Haus/ Wohnraum

Erklärung:

B ist der Laut „des Erschaffens“ (bara): des Beginns (Bereschit).

Der Laut „B“ ist wie das Zerplatzen der Stille, wie die Entfaltung der LIEBE GOTTES in die polare Vielfalt der Welt. Das Beth stellt den Durchbruch „der Wirklichkeit“ in den von „normalen Menschen“ wahrnehmbaren Bereich dar. „Bereschit bara elohim…“ – Im Anfang schuf Gott… (Gen 1,1) Das Wort „bereschit“ ist das erste hebräische Wort, mit dem die Bibel beginnt und bedeutet „im Anfang“ oder auch „im Haupt“.

Zahlenwert: „2“

Die Zwei ist die erste Zahl, die sich teilen lässt. Infolgedessen steht der sie symbolisierende Buchstabe Beth auch für „Polarität“ oder „Dualität“. 1. Die Polarität: – Verbindung und Ergänzung zweier Seiten zu einer höheren Einheit, in der beide gleichbedeutend aufgehen (Synthese). 2. Die Dualität: eine höhere Einheit wird negiert, beide sich widersprechende Seiten werden als voneinander getrennt betrachtet.

Impuls:

Das „Ganze“, das im Aleph noch verborgen ist, wird mit dem „Bet“ – zur Existenz (lat. „ex“ = heraus; „sisto“ =   stellen) also – zu etwas Herausgestelltem. (= Offenbarung) Eine „Idee“ bekommt erfahrbare „Gestalt“. Beth symbolisiert also „einen Zweiheitszustand“ der ursprünglichen Einheit, so wie auch Du als „In-dividuum“ die Existenz der „Divinität“ (= Gottheit) darstellst. – „Gott schuf den Menschen als sein Bild“ (Gen 1,26f)

Die Erfahrung von BET ist:
– Schutz finden im Zuhause, Bleiben im Ge-HEIM-nis Gottes, der in sich Raum schafft, damit Schöpfung sich entfalten kann… – Dann wirst du ein „Baruch“ = ein „Gesegneter“ sein.

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ג – GIMEL – Kamelhöcker – „3“

Schriftzeichen: ג3-gimel-aa

Name des 3. Buchstabens: GIMEL

Gimel ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Kamelhöckers herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Gamma.
Lateinische Entsprechungen: (C / G / DSCH)

Wortbedeutung: GäMeL =Kamel“,

der gleiche Wortstamm findet sich in „GaMaL“ = „reifen, reif werden, entwöhnen“, „GoMeL“ = Gutes tun und auch „GaMuL“ = vollziehen und „fertig“ und „reif“ sein.

Erklärung:

Der Kamelhöcker ist der Ort, an dem das Tier die überlebensnotwendige Nahrung speichert. Es kann aus seinem Vorrat leben und ist nicht ständig gefangen in der Sorge um das eigene Leben.
Das Kamel symbolisiert somit die gesunde Fähigkeit zur Selbständigkeit, zum Leben in Unabhängigkeit.

Die ursprüngliche Bedeutung von GIMEL ist wahrscheinlich „Wurfholz“. Hier als Spielzeug verstanden, steht GIMEL für das Bemühen des Kindes, die Umgebung und die darin vorhandenen Wirklichkeiten zu ergreifen und auszumessen. Fremde und unbekannte Welten tun sich auf. Die bisherige selbstverständliche Geborgenheit in der Nähe der Mutter geht über in die für die Entfaltung des Lebens so notwendige unterscheidende Erfahrung des Gegenübers der Welt.

Zahlenwert: „3“

„3“ ist eine weitere unteilbare Primzahl. Es ist dieses Zeichen, das die Synthese der Zweiheit herbeiführt, indem es „die dritte Dimension“ mit ihrem „raum/zeitlichen“ Charakter darstellt.

3 – symbolisiert das Heilige
– In der Gestalt dreier Männer besucht der eine Gott den Abraham bei den Eichen von Mamre. (Gen 18,1ff)
– Die Engel rufen das Dreimal heilig vor Gottes Thron (Jesaja 6,3)

Impuls:

Gimel als Gomel ist auch „Entwöhnung“. Da versiegt die Muttermilch und das Kind lebt künftig von den Fruchten der Erde. – Es wird nun – wie ein Kamel mit seinen Wasserreserven im Höcker – unabhängiger, die Welt zu erkunden. Seine „Reife“ besteht im „Gutes tun“. – Gabriel ist „die Kraft Gottes“.

* Aleph – Bet – Gimel = ein Hinweis auf den dreifaltigen Gott:
der verborgene Vater in eins mit dem geoffenbarten Sohn in eins mit der göttlichen Lebenskraft (= Hl. Geist).

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ד – DALET – Tür – „4“

Schriftzeichen: ד4-Dalet-aa

Name des 4. Buchstabens: DALET

DALET ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung einer Tür mit geöffnetem Türflügel herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Delta.
Lateinische Entsprechung: D

Wortbedeutung: DäLäTh = Tür(flügel)
Ursprachlich bedeutet Da-leth „Gabe der Geburt“. Neu geboren werden, heißt eine Tür zu durchschreiten, auf deren anderen Seite sich eine komplexere Welt befindet.

Erklärung:

Mit Dalet/Tür ist auf die unmittelbare Verbindung des Hauses mit der umgebenden Welt hingewiesen. Einerseits symbolisiert die Tür die Möglichkeit des Ein- und Ausgehens für Bewohner und Besucher, andererseits ist sie aber auch das Symbol der Grenzlinie zwischen einem Innen und einem Außen, zwischen denen, die zur Gemeinschaft des Hauses gehören und denen, die außerhalb sind. Mehr als ein Symbol des Sich-Schließens ist die „Tür“ jedoch ein Symbol des Sich-Öffnens.

In der Tür/ an der Schwelle/ im Tor finden lebenswichtigen Begegnungen statt (Dtn 22,21f; Jesaja 2,19, Lukas 7,11f).

Zahlenwert: „4“

„4“ – symbolisiert den Kosmos, die irdische Welt:
4 Himmelsrichtungen
4 Jahreszeiten
4 Paradiesflüsse (Gen 2,10-14)

Die Zahl 4 steht als Symbolzahl für die ganze Welt in ihrer zeitlichen und räumlichen Wirklichkeit. Der verwirrenden Vielfalt und Mannigfaltigkeit der geschaffenen Dinge wird damit eine fest gefügte Ordnung gegeben.

Der Zugang zu dieser Wirklichkeit ist in vierfacher Weise möglich. Man kann auch sagen, dass es 4 Türen gibt, die sich zur Welt und zum Leben öffnen und die entsprechenden Wege freigeben.

Zum Segen werden diese Wege aber nur, wenn auf jedem von ihnen die verborgen anwesende 4 beachtet wird, die als 1 + 2 + 3 + 4 = 10 zu lesen ist. Sie steht für die 10 Gebote, die als göttliche Wegmarken alle Wege des Menschen entscheidend mitbestimmen sollen.

Impuls:

DALET steht für das sich öffnen für „diese Welt in dieser Zeit“ mit ihren vier Elementen (Erde, Wasser, Luft und Feuer) in ihren vier Himmelsrichtungen.

An der Schwelle von „Außen“ und „Innen“ erleben wir das Außen als eine notwendige Bereicherung und Erweiterung des Innen und befinden uns selbst doch noch in einem notwendigen „Schutzraum.

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ה – HE – Fenster – „5“

Schriftzeichen:  5-he-aaה

Name des 5. Buchstabens: HE

HE ist ein semitischer Kehllaut, aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal E Epsilon wurde.

Das Zeichen leitet sich vermutlich von der stilisierten Darstellung eines Hauses mit einer kleinen Fensterluke (links oben) her.
HE ist auch der sogenannte „Atembuchstabe“. Es ist Raum zum Ein- und Ausatmen da.
Lateinische Entsprechung: H (E).

Wortbedeutung: Hej = Siehe!
bedeutet soviel wie geöffnetes Fenster.

Erklärung:

HE – Ein Fenster lässt Licht in das Haus und ermöglicht den Blick nach draußen. Das Licht lässt Gegenstände im Haus erkennen und einordnen.

Zahlenwert: „5“

Die 5 Sinne (Seh-, Tast-, Hör-, Geruchs- und Geschmackssinn), mit denen der Mensch die Welt erfahren kann, stehen symbolisch für die „Wahrnehmung“ an sich.
Die „5“ steht als Symbol für das Leben zwischen Bedrohung und Gottes Schutz:
– Schutz in der 5-jährigen Hungersnot (Gen 45,11)
– 5 als Element in der Tempelarchitektur (Ex 26,26; 1 Kön 6,31),
vgl.  auch das Pentagramm (Fünfeck), das in vielen Religionen als Schutzzeichen gilt!

Impuls:

Nicht umsonst bedeutet im Hebräischen das Wort „he“ den Ausruf „Siehe!“, „Siehe da!“, „Da!“. Es ist der Akt des Sehens und Erkennens, welcher im Zeichen HE ausgedrückt wird. Der Mensch kann dadurch eine persönliche Sichtweise, einen individuellen Standpunkt einnehmen.

In der hebräischen Grammatik bezeichnet das „HE“, wenn es vor einem Wort steht, häufig auch einen Artikel: der, die, das.

Das von Licht durchströmte Fenster ist ein Symbol für die Verbindung von Innen und Außen im Sinn der Verbindung zwischen Himmel und Erde, also auch zwischen dem ewigen Gott und dem zeitlichen Menschen.

So ist das Fenster Symbol für das den Weg zum Menschen suchende und findende göttliche Licht und Leben. Dies gilt besonders für das geöffnete Fenster, das, einem geöffneten Auge vergleichbar, bereit ist, das Licht in den Innenraum des Lebens hineinzulassen. Licht und Leben sind zwar unzertrennlich, doch steht das Fenster mehr für das Licht, während die Zahl 5 mehr für das Leben steht.

* Das bekannte Wort „Halleluja“ ist hebräisch und bedeutet „Lobet den Herrn“. Durch dieses kleine Fenster, diesen Spalt, der die Wahrnehmung ermöglicht, kann der Mensch Gott in seiner Pracht und Vielfalt erkennen und loben.

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ו – WAW – Haken – „6“

Schriftzeichen: 6-waw-aaו

Name des 6. Buchstabens: WAW

WAW ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung eines Hakens oder eines Nagels herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Ypsilon.
Lateinische Entsprechungen: (U / V / W / Y)

Wortbedeutung: „WaW“ bedeutet Haken oder auch Nagel,
auch „ineinander haken“, meint eine gleichberechtigte Zuordnung, eine Nebenordnung der Glieder. Damit wird die Möglichkeit einer „Verbindung“ ausgedrückt, oder der Akt des „Festnagelns“ bzw. „Fixierens“ versinnbildlicht.

Der Vorhang des Bundeszeltes
wurde auf dem Zug durch die Wüste an solchen Haken befestigt.

Erklärung:

Bei Waw/Haken ist an zwei Haken zu denken, die sich ineinander hakend vereinen. Der eine Haken als Symbol des lernenden Menschen und der andere als die ihm vermittelte (göttliche und menschliche) Wert- und Wissenswelt. Das Ziel ist ein Bündnis zwischen beiden.

Wird „Haken“ jedoch als „Nagel“ oder „Pflock“ verstanden, dann treten mehr die Maßstäbe und Werte in den Blick, an denen der Mensch sein Leben festmachen soll.

Mit „Haken“ wird die Vorstellung von „Verbindung“ oder „Bund“, die dem Buchstaben wohl von Anfang an innewohnte, konkret ausgedrückt.

Durch das WAW wird die Aussage des „sowohl … als auch“ übermittelt, denn „links und rechts“, „oben und unten“, „Stress und Ruhe“ sind gleich wichtig und bedingen einander. Das WAW vereint und verbindet, wobei beide Seiten immer noch wahrnehmbar (getrennt) bleiben.

Zahlenwert: „6“

„6“ = Zahl der Unvollkommenheit – sie ist (erwartungsvoll) geöffnet zur 7 hin.
– 6 ‚Werk-Tage’ der Schöpfung (Gen 1,1ff) ;
– am 6.  Tag (Freitagnachmittag) wird der Mensch als sexuelles Wesen männlich-weiblich erschaffen und im Kreuzestod Jesu (am Kar-Freitag) erlöst;
-6 Reinigungskrüge bei der Hochzeit zu Kana (Joh 2,6);

Übertragung:

Das „W“ (= und) meint in der hebräischen Sprache mehr als nur ein Aneinanderreihen. Es bedeutet „in Verbindung sein mit“ –

 * so können wir dank der Technik im „www.internet.com“ in Verbindung sein mit vielen Menschen und Ideen (;-) – Doch für manche ist das „WWW“ = 666 ein „Werk des Teufels“ (siehe Offb 13,18). 

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ז – SAJIN – Waffe – „7“

Schriftzeichen: ז 7-Sajin-aa

Name des 7. Buchstabens: SAJIN / ZAJIN

ZAJIN ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Schwertes oder eines kleinen Beiles (oder einer Waage?) herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Z (Zeta).
Lateinische Entsprechung: Z. (S)

Wortbedeutung:

Das Wort „SaJiN“ ist ein selten benutztes altes Wort für „Waffe“ / „Schwert“;
eine Waffe nicht zum Kampf, sondern zum Schächten und Richten.

Erklärung:

SAJIN wird beschrieben als WAW, dessen horizontaler Strich wie eine Krone nach links und rechts streckt.

Als Schwert, also Waffe gedeutet, weist es „auf Konflikte hin, die der irdischen Welt innewohnen… auf den Kampf gegen sich selbst, um die göttliche Gnade zu erlangen“. Das Schwert ist ein Werkzeug mit dem Dinge getrennt werden.

ZAJIN, Zeichen für die Ent-Scheidung, für das Ab-schneidende und Ab-trennende, für den notwendigen Ein-schnitt. Sinn und Zweck jeder Scheidung/Abtrennung ist das Leben.

Aus dem Aktiven (6 Tage Schöpfung) hin zum Re-aktiven der Gottes-Brache (Sabbat).

Zahlenwert: „7“

„7“ – Zahl der Fülle, Vollkommenheit, Treue Gottes
– 7-Tage-Woche, der 7. Tag – der „Sabbat“ ist die „Krone der Schöpfung (Gen 1).
– Die „7“ im Traum des Pharaos, welcher von Joseph gedeutet wird, und auf Grund dessen er Herrscher über Ägypten wird, handelt von den 7 fetten und 7 mageren Kühen, sowie von den 7 fetten und 7 mageren Ähren (Gen 41)
– Rückkehr zur von Gott gegebenen Besitzverteilung im 7. Jahr (Dtn 15,12).
– Im 7. Monat findet die große Versöhnung mit Gott statt (Lev 23,27).
– in der Offenbarung des Johannes 7 Siegel, 7 Gemeinden, 7 Hörner, 7 Posaunen, 7 Plagen, 7 Strafengel, 7 Könige, 7 Häupter, 7 goldene Leuchter usw.

Impuls:

Als Zepter gedeutet symbolisiert das ZAJIN Gottes Herrschaft. Es steht für den siebten Tag, die Ruhe am Sabbat „und damit die Einkehr in sich selbst durch das Meditieren über das Göttliche, nach sechs Tagen außerhalb des eigenen Ich“.

Diese Zeit des Sieben-Tage-Geschehens ist andauernde Entscheidung, Ausrichtung.

„SeCHoR“ = Gedenke des Sabbat (Ex 20; Dtn 5) meint: Wir leben nicht in einem abgeschlossenen, fertigen Raum, sondern in der Vorausschau auf das Kommende –

Nach alter hebräischer Überlieferung leben wir gegenwärtig am „siebten Tag“. Der siebte Tag ist nämlich noch immer am Werden und das bis heute. Er wird von Streit, Schwert, Waffen, Tötung und Konflikten beherrscht.

Der „Sabbat“ als Ruhetag lädt ein, hoffend Ausschau zu halten auf Gottes Vollendung.

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 ח – CHET – Zaun – „8“

Schriftzeichen:  8-chet-aaח

Name des 8. Buchstabens: CHET

CHET ist ein semitischer Kehllaut.
Das Zeichen ist gebildet aus Elementen eines Lattenzaunes.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe H (Eta)
Lateinische Entsprechung: Ch.

Wortbedeutung: ‏

CHET meint die abschließende Umzäunung. – Zaun – Das Wort steht für „eingepfercht“, wie in einen Käfig, „umringt“ oder für „Neubeginn“.

Erklärung:

CHET – Zaun steht für eine deutliche Grenzziehung zwischen der eigenen Lebenswelt und der anderer Menschen. Dadurch entsteht ein Innen und ein Außen und somit eine Abgrenzung der persönlichen Ansichten – die hier stark durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe geprägt sind -, von denen anderer Menschen. Aber jeder Zaun hat seine Tore, sodass auch hier, wie schon bei Dalet/Tür, das Einlassen zur Begegnung und Gemeinschaft mitbedacht werden muss.

CHET – ist eine schützende Umzäunung. Der Mensch ist in sich selbst, in der eigenen Welt. Man weiß sich geborgen und im Inneren getragen. – voll der Gnade (= „CheN“)

Im Inneren, im Schoß, in der Umzäunung finden wir den gesammelten Ort, aus dem pulsierendes Leben (= „ChaJiM“) herausströmen kann.

Aber im CHET liegt auch die Gefahr, sich „einzurichten“, nichts und niemanden mehr an sich heran zu lassen.

Zahlenwert: „8“

acht: Überstieg über die endliche Welt: Einheit mit Gott als Neuanfang und Weltvollendung

– Acht Menschen werden mit der Arche gerettet (1 Petr 3,20);
– die Beschneidung ist am 8. Tag (Lev 12,3);
– am 8. Tag nach Beginn der Monatsblutung gilt die verheiratete jüdische Frau wieder als rein (Lev 15).
– Chanukka (= Erneuerung): Fest der Tempelweihe (vgl. Joh 10,22) dauert acht Tage: es wird „mit Öl gefeiert, das acht Tage lang brennt“;
– Acht Seligpreisungen der Bergpredigt (Mt 5,1-8);
– die Auferstehung Jesu als Erlösung und Neuschöpfung der Welt ist am 8. Tag (= Sonntag).

Übertragung:

Das CHET ist das Prinzip des Zusammenführens, der Umzäunung. Es umfasst stets eine untere Vielheit zu einem neuen, höheren Komplex (Einheit). Das kann von der Zusammenfassung einer kleinen Menge an Dingen, bis zur geistigen Umschließung der ganzen Schöpfung gehen.

So ist z.B. die Ehe – ein „umzäunter Schutzraum“ für die Nachkommenschaft, die einen Lebensraum umschließen.

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ט – ThET – Gebärmutter – „9“

Schriftzeichen: 9-thet-aaט

Name des 9. Buchstabens: ThETH

ThET ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Gebärmutter (oder einer Garnrolle?) herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Theta.
Lateinische Entsprechung: T / Th

Wortbedeutung: – Gebärmutter –

ThET ist der Überlieferung nach der Ort, an dem alles Werden beginnt: die Gebärmutter.
Das mit dem Wort Thet verwandte hebräische Wort „thith“ bedeutet „entwerfen, Entwurf schreiben, konzipieren“.

Erklärung:

Dieses Bild umfasst alles Dunkle (die 9. Plage in Exodus 10,21f ist die Finsternis), in dem der noch verborgene Neuanfang werden kann.

Der neunte Buchstabe, Teth, ist kein eigentliches Wort, sondern eher ein Konzept. Er weist auf „neues Leben“ hin. Nach hebräischer Überlieferung steht Teth für eine gebärende Frau oder für einen Ort, an dem etwas Neues hervorgebracht wird, etwas, das aus dem Dunkel ins Licht drängt, wie ein Samenkorn, das aus der Erde treibt.

Nach einem anderen Sinn heißt Teth so viel wie „Frucht“ oder „Geist“.

Zahlenwert: „9“

neun: Grenze des ersten Zahlenzyklus; die einstelligen Grundzahlen enden hier, die neue Ebene der zweistelligen Zahlen wird eingeleitet.
Mit der 9 wird so ein neuer Zyklus geboren.

Neun bringt immer das Neue mit sich. Diese Verbindung kann man auch in vielen Sprachen erkennen. Als Beispiel hier das Lateinische: novem = neun; novus = neu.

– Das irdische Leben von Jesus endete in der 9. Stunde – es begann sein neues, himmlisches Leben.
– 9 Monate (9 x 30 Tage) dauert eine Schwangerschaft von der Befruchtung bis zur Geburt – neues menschliches Leben entsteht.

Impuls:

THET weist hin auf einen Ort, auf dem ich mich als dem Urort der Bergungen bergen kann, einen Ort des unbedingten Umsorgt seins.

Zugleich ist die Gebärmutter nicht der Ort, der eine Beheimatung einer/eines Wachsenden ermöglicht.

Die Symbolik von ThET – Doppeltes: hier ist an eine Zeit des Übergangs zu denken, in der sich das Lebensgefühl des Menschen wandelt und inmitten des gelebten Lebens etwas völlig Neues heranwächst. Verborgen bereitet sich etwas Neues auf seine Geburt vor. Das „Doppelte“ symbolisiert hier den Übergang vom Kindesalter zur Jugendzeit, das Geborenwerden eines „Abbildes“ aus den „Urbildern“, das entstehende „Selbstbild“ aus den „Vorbildern“.

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י – JOD – Hand – „10“

Schriftzeichen: 10-jod-aaי

Name des 10. Buchstabens: JOD / JUD

JOD ist ein semitischer Kehllaut,
aus dem erst im griechischen Alphabet der Vokal „i“ wurde.
Lateinische Entsprechung: (I) / J / Y

JOD ist das kleinste Zeichen, es ist gebildet aus einem „Tropfen“, der an der oberen Linie hängt.

Wortbedeutung: Hand
JOD knüpft an das hebräische Wort „JaD “ = „Hand“ an.
Es symbolisiert besonders „die ruhende Hand“, denn Gott hat das Ganze schon bereitet und für alles gesorgt, was wir brauchen.

Erklärung:

Im Hebräischen schreibt sich der 10te Buchstabe JoD, was mit dem Wort JaD „Hand, Denkmal, Mahnmal“ zusammenhängt.

Der Buchstabe JOD am Ende eines Wortes bedeutet „mein/meine“.
So, wie die Hand den verlängerten, aktiven Teil des Menschen bildet, mit dem er handeln kann, genauso hat GOTT den Menschen (= „ich“) als seinen aktiven Stellvertreter in der Schöpfung erschaffen.

Zahlenwert: „10“

– 10 Schöpferworte Gottes (vgl. Gen 1,1ff) und entsprechend auch
– 10 Lebensweisungen Gottes (Dekalog),
– auch zehn Plagen (Ex 10f),
– 10 Aussätzige, die Jesus heilt (Lk 17),
– 10 Jungfrauen im Gleichnis Jesu, davon 5 Törichte und 5 Kluge (Mt 25).

Impuls:

„JOD ist der kleinste Buchstabe des Hebräischen Aleph Bet.- Es ist das am meisten gefährdete Zeichen: Dieser eine Tropfen kann leicht verloren gehen, wenn er nicht empfangen wird. Aber wenn er empfangen wird, ist er das Innerste, der Kern des Ganzen.

Die Hand ist der Ort der Berührung, der Glaubwürdigkeit, des Schwurs, des Festmachens.

JOD – Hand steht für das tatkräftige Eingreifen in die vorgegebene Lebenswirklichkeit, um sie nach eigenen Einsichten zu gestalten. Damit sind Konflikte unvermeidbar.

JOD = Jud: Die Juden verstehen sich als das von Gott auserwählte Volk, an und mit dem Gott seinen Heilswillen in dieser Welt kundtun will. So ist JOD auch im Sinn von „Gesetz und Verantwortung“ zu verstehen. Die Zehn Gebote bilden die Grundlage des Gesetzes Gottes.

Der Buchstabe JOD vor ein Wort gesetzt meint: „Er / sie“ – als Abschluss eines Wortes = „Mein / meine“. – Ein Buchstabe, der in Beziehung setzt: „Mein bist du“ spricht Gott. – Lassen wir uns von Gott in Dienst nehmen?

„JOD JOD“ – steht auch stellvertretend für den geheimnisvollen Gottesnamen:
יהוה = JHWH (=Gott) – der von frommen Juden nicht ausgesprochen wird. – Gott will auch durch unser Leben in dieser Welt erfahrbar werden.

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כ – KAF – Hand – „20“

Schriftzeichen: 20-kaf-aaכ
Name des 11. Buchstabens: KAF

KAF ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer geöffneten (zugreifenden) Hand herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe K – Kappa.
Lateinische Entsprechung: K / Ch / H

Wortbedeutung: Handfläche

Das Wort „Kaph“ selbst heißt übersetzt „(innere) Handfläche, Löffel“ bzw. „gekrümmte Handfläche“.

Erklärung:

KAF meint die innere Handfläche, die beim Zugreifen mit Neuem in Berührung kommt. KAF ist das Gegenüber, die aktive, geöffnete Hand

Mit dem KAF wird der erste Schritt vollzogen, damit sich der göttliche Samen des Jod entfalten kann.
KAF bedeutet ebenso wie das Jod Hand. Nunmehr, im Gegensatz zur passiven Hand des Jod, ist es die aktive Hand, die bereit ist zum Greifen, um die Wirklichkeit zu be-greifen.
KAF steht auch für das Halten und Erhalten.

Mit KAF – Handfläche kommt die Hand als Symbol der Herrschaft und Macht ins Spiel. Damit ist einerseits der Wille, dem Guten zum Sieg zu verhelfen, angesprochen, andererseits aber auch die Gefahr gegeben, vermeintliche Ansprüche allein nach eigenem Gutdünken durchsetzen zu wollen. Je absoluter jemand seine Vorstellungen durchsetzen will, desto mehr wird die „Hand“ zum Symbol der Unterdrückung.

Zahlenwert: „20“

– für 20 Silberstücke wird Josef, der Sohn Jakobs, an Ismaeliter verkauft (Gen 37,28)
– ab 20 Jahre ist ein junger israelitischer Mann wehrfähig (Num 1,3)
– 20 Jahre lang baut Salomo an Tempel und Königspalast (1 Kön 9,10)

Impuls:

KAF bedeutet „Handfläche“, im weiteren Sinne auch „Halten oder Reichen der Hand“ und steht somit für Absichtsbekundung oder Sühne.

KAF steht im Zusammenhang mit dem körperlichen Aspekt unseres Wesens und verweist auf unsere irdische Existenz.

Altem hebräischem Recht zufolge musste eine Person mindestens zwanzig (20) Jahre zählen, um als Erwachsener zum Militärdienst herangezogen werden zu können und vor dem Gesetz rechenschaftspflichtig zu sein.

Sind wir bereit, Rechenschaft von unserem Glauben zu geben, wenn man uns danach fragt?

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ל – LAMED – Ochsenstachel – „30“

Schriftzeichen: 30-lamed-aaל

Name des 13. Buchstabens: LAMED,

LAMED ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Stabes herleitet – ein stilisierter Ochsenstachel. LAMED ist das einige Zeichen, das über die Oberzeile hinausragt.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Lambda.
Lateinische Entsprechung: L

Wortbedeutung:

Das hebräische Wort LaMeD bedeutet „lernen, üben, studieren (Schüler)“, sowie „lehren, unterrichten (Lehrer)“ und „stechen, anstacheln“. („Ochsenstachel“)

Erklärung:

Der Ochsenstachel ist ein gerader, fester, stachelartiger Stock (↑), mit dem der Bauer die Ochsen beim Pflügen des Erdbodens antreibt. Dies ist der symbolische Ausdruck der „treibenden Kraft“ des geistigen Lichtes, die Schöpfungsvielfalt zu offenbaren.

LAMED  als Vorsilbe bedeutet im Hebräischen „zu, hin, nach“, aber auch „von …weg“ und drückt eine „Ausbreitung oder Orientierung (Wille) in eine bestimmte Richtung“ aus.

Zahlenwert: „30“
– 30 Tage Trauerzeit (Num 20,29; Dtn 34,8)
– Im Alter von 30 Jahren wurde David König (2 Sam 5,4)
– Für 30 Silberstücke verrät Judas Jesus (Mt 26,15).

Impuls:

LAMED ist ein Symbol des Treibens und Getrieben Werdens. Die entscheidende Frage ist, wer wen treibt und wohin jemand getrieben wird oder sich treiben lässt. Bei diesem Treiben und Getrieben werden geht es letztlich darum, nach welcher gesellschaftlichen Ordnung die Welt gestaltet werden soll. So sehr der Einzelne auch davon betroffen ist, so ist es letztlich doch ein Kampf von Gruppen. Wo der „Ochsenstachel“ von Ausbeutern, Diktatoren und ihren Anhängern geschwungen wird, kommt es zum Kampf der Unterdrückten gegen die Unterdrücker. Letztlich ist es ein Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit von jeglichem falsch benutzten „Ochsenstachel“. In dem durch Lamed/Ochsenstachel verkörperten Lebensabschnitt geht es um die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Ordnungen.

Der andere Sinn von LAMED ist „Lernen, Jüngerschaft, Hingabe“. Das hat durchaus einen Bezug zum Leben Jesu. Er trat nämlich im Alter von dreißig (30) Jahren sein geistliches Amt in der Öffentlichkeit an. Dem Alten Testament zufolge musste ein Mann mindestens dreißig Jahre alt sein, um den Anforderungen eines Hohepriesters entsprechen zu können.

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מ – MEM – Wasser – „40“

Schriftzeichen: 40-mem-aaמ

Name des 14. Buchstabens: MEM,

MEM ist ein Konsonant, der sich von der Darstellung einer Wasserlinie herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe M – My.
Lateinische Entsprechung: M

Wortbedeutung:
MEM klingt wie das hebr. Wort „majim“ = Wasser, worauf er auch hindeutet.

In der Wüste schlägt Mose auf den Felsen,
und Gott lässt Wasser hervorquellen. (vgl. Ex 17,7; Dtn 33,8)

Erklärung:

MEM (= 40) war ursprünglich wellenförmig und meint daher auch fließende Zeit.

Mit MEM ist symbolhaft die Unsicherheit und Ungewissheit umschrieben, in die der getriebene Mensch und die menschliche Gesellschaft schließlich hineingelangen. Das Bewusstsein, dass es nur noch ein Vorwärts und kein Rückwärts mehr gibt, macht sich breit. Das Meer der „Welt“ bietet sich zwar wie eine beliebige und grenzenlose Freiheit dar, doch kann man schnell darin ertrinken. Durch dieses Meer hindurch rettet sich nur derjenige, der das jenseitige Ufer fest im Blick hat und nicht aufhört, dorthin zu schwimmen.

Zahlenwert: „40“

Die „40“ bedeutet biblisch häufig eine Zeit der Vorbereitung und des Wartens, der Reifung und des Sich-Noch-Entwickeln-Müssens an. (Eine Zeit der „Metamorphose“ oder der „Transformation“):

– 40 Tage regnet es bei der Sintflut (= MaBuL) (Gen 7, 17)
– 40 Tage lang bleibt Mose (MoScheH = der aus dem Wasser gezogene) auf dem Berg Sinai und empfängt die 10 Gebote
– 40 Tage nach der Offenbarung auf dem Sinai wird das ‚goldene Kalb’ gemacht (Ex 32,4).
– 40 Jahre muss das biblische Volk Israel durch die Wüste (MiDBaR) wandern, bis es (reif geworden) im gelobten Land einziehen kann.
– 40 Tage und 40 Nächte dauert die Wanderung des Propheten Elija, bis er den Gottesberg Horeb erreicht und mit Gott sprechen kann. (1.Kön 19,8)
– Jona verkündet: „Noch 40 Tage und Ninive wird „total umgewendet“ sein! (Jona 3,4) – und Ninive kehrt um.

– 40 Tage bleibt Jesus in der Wüste – eine Zeit der Versuchung (vom Satan) und Erprobung – (vgl. auch die vorösterliche Fastenzeit von 40 Tagen)
– 40 Tage lang erscheint Jesu nach seiner Auferstehung bis zur Himmelfahrt (Apg 1,3);

Impuls:

Die Grundbedeutungen des Mem sind Wasser und Zeit.
Wie steht nun das Wasser mit der Zeit in Verbindung? Wasser reinigt, Wasser fließt – wie auch die Zeit reinigt und fließt: Kein Moment bleibt. Der Fluss der Zeit besänftigt den Menschen, er erweckt in ihm das Gefühl, dass es auf ein Ziel zugeht.

Deshalb reinigt nach der hebräischen Lehre das Wasser den Menschen von der Gefangenschaft im Tod: Im Hebräischen wird das Leben als Eintauchen in die Zeit beschrieben, im Brauch der Mikwa, des Tauchbades. Der Mensch taucht ein in die Zeit, aber er bleibt nicht im Wasser.

Eine „Transformation“ ganz besonderer Art ist die christliche Taufe – das Untergetaucht werden und wieder auftauchen – als wirksames Zeichen für eine „neue Geburt“ als Kind des lebendigen Gottes.

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נ – NUN – Fisch – „50“

Schriftzeichen: נ 50-nun-aa

Name des 15. Buchstabens: NUN

NUN ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines schlangenartigen Fisches herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe N – Ny.
Lateinische Entsprechung: N.

Wortbedeutung: NuN = Fisch

„NuN“ bedeutet im Ursemitischen „Fisch“. Das gleichlautende hebräische Wort „NiN“ lässt sich mit „sprießen“ übersetzen.

Erklärung:

NUN ist ein Buchstabe, der das „Wir“ hervorhebt. Wenn das Zeichen NUN als Vorsilbe vor einem Wort steht, dann wird es „wir“ übersetzt. Als Suffix dagegen mit einem WAW am Ende eines Wortes verbunden „-WAW NUN“ bedeutet es „unser, unsere“.

Zahlenwert: „50“

50: Überstieg über die 49 = 7² als Zahl der 7-Tage-Schöpfung
– (die Arche Noah steigt bei der Flut auf 49 Ellen, die Öffnung der Dachluke = 1 Elle führt zur 50 – vgl. Gen 6,16). – – Josua, der Sohn des Nun (= 50), führt das Volk in das Gelobte Land (Num 27,18.23);
– Jobeljahr (Jubeljahr, Gnadenjahr): Jedes fünfzigste Jahr soll die Freilassung
für alle Bewohner des Landes ausgerufen werden (Lev 25,10; vgl. Lk 4,19); ähnlich das Sabbatjahr.
– Offenbarung der Thora mit den Zehn Geboten und der Erneuerung des Bundes am 50. Tag (= Schawuot) nach dem Auszug aus Ägypten;
– an Pfingsten (= ’50. Tag‘ nach Ostern) wird der Heilige Geist auf die Gläubigen ausgegossen, Beginn der Mission der Apostel (Apg 2).

Impuls:

NUN, der Fisch, repräsentiert alles, was im Wasser lebt und sich bewegen kann.

Die biblische Geschichte erzählt von Josua, dem Sohn Nuns. Josua ist der, der die Israeliten – nach 40-jähriger Wüstenerfahrung – über den Jordan führt. Unter ihm ziehen sie in das von JHWH (=Gott) gegebene Land; ein fruchtbares Land, in dem Milch und Honig fließen. (Josua 5,6)

Jesus ist eine Abwandlung des hebräischen Namens Josua und der damit verbundenen Erfahrung und Hoffnung im Volk. So wie Josua einst bringt auch Jesus heute die Menschen ins „gelobte Land“.

Jesus ist der neue „Fisch“ – griechisch „I-Ch-Th-Y-S“. Das ist zugleich eine Abkürzung für: “ Jesous Christos Theos Yiuos Soter“ – das heißt: „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter!“

* Mit dem 50ten beginnt oft etwas Besonderes, was eine entscheidende Wandlung mit sich bringt.

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 ס – SAMECH – Wasserschlange – „60“

Schriftzeichen: 60-samech-aaס

Name des 16. Buchstabens: SAMECH

SAMECH ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung einer Schlange (oder eines Stützpfeilers?) herleitet.
Im Griechischen wurden daraus die Buchstaben Xi und Chi.
Lateinische Entsprechung: S / ß

Wortbedeutung:

Das Wort „SaMeCh“ kann übersetzt werden mit den Begriffen „Unterstützung, Stützfläche, Beweis, stützen, vertrauen auf“.
Im Altsemitischen hatte es die Bedeutung (Wasser-) Schlange.

Erklärung:

SAMECH – im Bild eine Schlange. Die Schlange ist bekannter Weise ein sehr vielseitiges Symbol.

Sie steht sowohl für einen immer neuen Lebensgewinn; ein Leben, das durch viele Häutungen neu wird. So ist die Schlange Symbol für „ewiges Leben“, „wiederkehrendes Leben“.

Ebenso ist sie Hinwies auf die Versuchung, alles schlüssig und eindeutig haben zu wollen, sein zu wollen wie Gott, den Kreis zu schließen, das Leben einzuengen – und bald ist alles „tot-sicher“.

Zahlenwert: „60“
Die Zahl 60 ist 6 x 10. Sechs ist die unvollkommene „teuflische“ Zahl. 10 ist die Zahl der Gebote Gottes.

Impuls:

SAMECH ist ein geschlossenes, rundes Zeichen. Bildlich gesprochen findet man hier die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt.

Man kann einen Bezug herstellen zur Versuchung der Schlange: Ihre Verführung liegt darin, die Welt einzuengen, einen Kreis um die eigenen geordneten Paradigmen zu ziehen, sich in der eigenen logischen Weltsicht zu verlieren. – Das ist ihr „Gift“.

Doch der Mensch kann aus diesem „Gift“ der Schlange heilsame Medizin herstellen. (Siehe als Symbol dafür den Äskulapstab).

„Wie Mose die Schlange in der Wüste ((an einem „Stützpfeiler“)) erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ (Joh 3,14; vgl. Num 21,8f)

So steht das SAMECH für die Aufgabe, zu unterstützen und zu heilen.
So steht SAMECH für die Aufgabe, zu unterstützen und zu heilen.

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ע – AJIN – Auge – „70“

Schriftzeichen: ע70-ajin-aa

Name des 17. Buchstabens: AJIN

AJIN ist ein semitischer Kehllaut: ( ‘ ) ((a / e / i / o / u)), – der wie das ALEPH nicht gesprochen wird.
Aus ihm wurden erst im griechischen Alphabet die Vokale O = Omikron und OO = Omega wurden.
Lateinische Entsprechung: –

Das Zeichen leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Auges her.

Wortbedeutung: Ajin = Auge

„AJiN“ = 1. Auge; übertragen: Glänzen, Aussehen, Oberfläche;
2. Quelle

Erklärung:

Das AJIN spricht nicht, es schaut nur. Es versinnbildlicht unter anderem das „Auge“ des geistigen Menschen.

Die Wörter „sehen“ und „säen“ liegen sinnverwandt nahe beieinander: Nur das, was der Mensch selbst in seinem Leben „sät“, wird er früher oder später auch wieder zu „sehen“ bekommen!

Interessant sind die gegensätzlichen Bedeutungen mancher hebräischer Worte, bei denen statt eines ALEPH ein AJIN steht:
Das Wort „or“ mit Aleph zum Beispiel bedeutet „Licht, Feuer / leuchten, hell werden“, wohingegen das Wort „or“ mit Ajin „Fell, Haut, Kleid / blind werden, erblinden“ bedeutet. –

Im Paradies, in der Welt der Einheit (= ALEPH), ist der Mensch noch aus Licht und in eine höhere Ganzheit eingebettet, während er nach der Vertreibung aus dem Paradies die Welt nur noch als Mühsal sieht (AJIN), und sich mit einem „Kleid aus Fell“ bedecken muss.

Zahlenwert: „70“

– Alle Seelen des Hauses Jakob, die nach Ägypten kamen, waren 70 (Gen 46,27).
– Mose setzte 70 Älteste ein (Num 11,16).
– Jesus sendet 70 Jünger aus zu den 70 Völkern (Lk 10,1), um sie zur Einheit des einen Gottesvolkes zu sammeln.

Die Zahl siebzig (70) ist Ausdruck der „Gesamtsumme dieser Welt“.
Alte hebräische Überlieferungen besagen, dass es auf der Erde siebzig Nationen, siebzig Sprachen, siebzig Wörter für Weisheit und siebzig Älteste gibt, um das Volk zu führen.
Damit ist keine konkrete Anzahl gemeint, vielmehr drückt sich darin die Vorstellung von etwas Vollständigem aus.

Impuls:

AJIN ist gemeinsam mit dem ALEPH das zweite Zeichen, das nicht gesprochen wird.
Es symbolisiert das Auge, in dem – auch wortlos – Empfinden und Denken sich ausdrücken und widerspiegeln.

Somit werden die Augen zu einem „Quell“: Ausdruck für die Zeit, die aus dem Verborgenen „quillt“; für eine Zeit, die heranströmt.

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פ – PE – Mund – „80“

Schriftzeichen: פ 80-Pe-aa

Name des 17. Buchstabens: PE

PE ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Mundes (mit Zunge) herleitet.
Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Pi.
Lateinische Entsprechung: P / PH / F

Wortbedeutung: PäH = Mund
Im Hebräischen wird das Wort Päh mit „Mund, Öffnung, Mündung“ übersetzt.

PE – der Mund –
mit seinen geöffneten Lippen steht PE  für Ein- und Ausgang,
für Singen, Küssen, Atmen und Sprechen des Menschen.

Erklärung:

Das PE als Zeichen sieht optisch wie ein geöffneter Mund mit innen verborgener Zunge aus. Zusammengesetzt kann man es als ein KAF und ein JOD betrachten. Und so hat man schon den hebräischen Kindern das PE eingeprägt: „Das Kaf sei der Mund, und das Jod die Zunge – denn der Mund sei das Offenbare und die Zunge das Verborgene. Die Sprache ist im Mund verborgen, genauso wie das Jod im Kaf.“

Zahlenwert: „80“

– Mose war 80 Jahre alt, als er mit dem Pharao verhandelte und das Volk aus Ägypten führte (Ex 7,7)
– 80 Jahre = ein hohes Lebensalter (Ps 90,10)

Impuls:

Im PE liegt die Kraft verborgen, das „Wort“ hervorzubringen = Ursprung der Sprache, der Verständigung, der Kommunikation.

Im ersten Schöpfungsbericht der Bibel (Gen 1) heißt es 10mal: „und Gott sprach“. Er erschafft durch sein Wort die Welt. –

Auch wir kennen Worte, die für andere eine „neue Welt“ erschaffen: z.B. das Wort: „Ich liebe dich!

PE ist auch das Zeichen für den Kantor im Gemeindegottesdienst. –
Unser Auftrag – unser „Amt“ ist es Gott zu loben.

Sprache hat ungeheure Kraft. Ein König herrscht mit seinen Worten. Doch auch eine gewöhnliche Person kann mit ihren Worten viel bewegen. Worte des Lobes können eine Person in die größten Höhen heben, und mit nur einem einzigen verleumderischen Wort kann das Ansehen eines Menschen zerstört werden.

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צ – ZADE – Angel – „90“

Schriftzeichen: 90-Zade-aaצ

Name des 18. Buchstabens: ZADE

ZADE ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der Darstellung eines Angelhakens (oder einer Heuschrecke?) herleitet.

Lateinische Entsprechung: Tz / Z

Wortbedeutung:

ZADE wird in älteren hebräischen Überlieferungen häufig als „Angelhaken“ bezeichnet, mit dem die Fische aus dem Wasser gefischt werden können
(„ZaD“ bedeutet „jagen, fangen, fischen“).

Wir leben in der Dimension (Mem = „Wasser“), doch zieht uns jemand mit einem Haken (Tsade) heraus, sobald der Mund (Pe) gesprochen hat.
So sollen auch wir zum „Menschenfischer“ werden.

Erklärung:

Dem Bild des „Fischens“ liegt eine tiefe mystische Metapher zugrunde: Es ist das Geborenwerden auf einer neuen Entwicklungsstufe, was mit dem Herausziehen des Fisches aus dem Wasser versinnbildlicht wird.

ZADE ist auch das Symbol für Gerechtigkeit und Gnade, durch die der Mensch aus dem Wasser als Ufer gezogen wird. Er hat wieder festen Boden unter den Füßen, aber es ist ein anderes Land, ähnlich und doch grundverschieden von dem früheren. Aus dem Wasser gezogen, kommt jetzt ein neuer Mensch zum Vorschein, dessen Existenzweise nicht mehr wie zuvor unaufhörlich vom Wellenschlag der Welt und der Zeit bestimmt sein wird, sondern geprägt von ungeahnten Erfahrungen am neuen Ufer.

Zahlenwert: „90
Die Zahl Neun bezeichnet das Geborenwerden – das Neu werden. 10 x 9 meint ein „Neugeborenwerden“ aus dem Wasser.

Impuls:

ZADE, im Bild ein Angelhaken. Mit ihm wird das Leben aus dem Wasser gezogen.

Ein Zadik – ein/e Gerechte/r – ist jemand, der/die Menschen aus dem Wasser zieht. (Wasser = Bild für eine Krise; Gefahr und Untergang).
Ein/e Gerechte/r = ein „Menschenfischer“, der den Menschen aufs Trockene holt.

Der Pharao Ägyptens lässt den Menschen im Wasser ertrinken.
Mose = „der aus dem Wasser Gezogene“ – gibt durch seine eigene Lebens-Haltung auf JHWH (=Gott) den sich im Meer Verlierenden Israeliten eine Ausrichtung, festen Boden unter den Füßen, Trockenland.

Jemand, der so Menschen aus-richtet, rettet, erhält im Nachhinein den Titel: „Zadik“ – ein/e Gerichtete/r von JHWH (=Gott) her und auf Gott hin.

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ק – QOPH – Nadelöhr – „100“

Schriftzeichen: ק 100-qof-aa

Name des 19. Buchstabens: QOPH

QOPH ist ein Konsonant, der sich von der von der stilisierten Form eines Nadelöhrs (oder eines sitzenden Äffchens mit herabhängendem Schwanz?) herleitet. Lateinische Entsprechung: Q / K

In der äußeren Form des Zeichens Koph liegen zwei Besonderheiten verborgen: einmal die Trennung in zwei Teile, was das Koph auch noch mit dem He h gemeinsam hat, und zum andern das Durchbrechen der untersten Linie (Erdenlinie).

Wortbedeutung: allg.: Nadelöhr

das Hebräische Wort „QoJPh“ bedeutet jedoch: Affe.

Erklärung:

QOPH – verstanden als Nadelöhr – ist ein Bild dafür, dass der Zugang zur „anderen Seite“ so schmal sein kann, dass man nicht einmal an einen Durchgang glaubt.

QOPH steht für eine bedrängende Enge, durch die der Mensch hindurch muss. Das neue Ufer ist ein heiliger Boden. Ein schmaler Weg führt zum „Heiligtum auf dem Berg.“ Eng ist die Pforte, die Einlass gewährt. Er muss alles los-lassen, was ihn hindert, durch das Tor, eng wie ein „Nadelöhr“, einzutreten. Ein aussichtsloses Bemühen, so scheint es. Doch ruft er um göttliche Hilfe, so erfährt er das Wunder der Gnade.

In der Wortbedeutung „Affe“ tritt symbolhaft der Widersacher hervor, der durch Täuschungen den Weg zum „Heiligtum“ verhindern will. Mit „Affe“ ist vor allem auf das rein Naturgemäße des Menschen hingewiesen, das sich selbst genügen will und sich so Vollendung, Endgültigkeit und Ewigkeit vorgaukelt. Doch der Weg zum „Heiligtum auf dem Berg“ der ganzen Wahrheit und Freiheit führt – ein Wunder der Gnade – unausweichlich durch das „Nadelöhr“.

Zahlenwert: „100“

Abraham – der 100-jährige – fällt auf sein Gesicht nieder und lacht über die Verheißung, dass ihm noch der Sohn Isaak geboren werden soll.

Es ist unglaublich, aber für Menschen, die noch auf dem Weg sind (100 = 10 x 10) eröffnet sich mit „100“ eine neue Welt.

Impuls:

Jesus sagt: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt… Doch was für Menschen unmöglich ist, das ist für Gott möglich.“ (Mk 10,25ff)

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  ר – RESCH – Haupt – „200“

Schriftzeichen:  ר 200-resch-aa

Name des 20. Buchstabens: RESCH,

RESCH ist ein Konsonant, der sich von der stilisierten Darstellung eines Menschenkopfes im Profil herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Rho.
Lateinische Entsprechung: R

Wortbedeutung: RoSch = Haupt

eine weitere Bedeutung des Wortes Resch:
es bedeutet als „RiSch“ ausgesprochen auch „Armut“ und „verarmen“.

Erklärung:

RESCH – Der Kopf ist der Sitz der Lenkung und des Urteilens – ob in einem Körper oder einem Unternehmen.

RESCH steht hier für das menschliche Denken, Wollen und Tun, das die ganze Wahrheit und Gerechtigkeit beachtet und das nun die Herrschaft übernimmt. Nachdem der Mensch durch das „Nadelöhr“ hindurch gelangt ist und nunmehr das „Heiligtum“ vor sich sieht, erlebt er sich als ein in seinem tiefsten Wesen erneuerter Mensch, ganz der Gerechtigkeit und Wahrheit verpflichtet. Wo er jetzt erscheint, entstehen klare Fronten. An ihm scheiden sich die Geister. Von der Weisheit geleitet, ist er jeglicher Torheit Feind.

Zahlenwert: „200“

Als Jesus seine Jünger aufforderte, die fünftausend Männer, die ihm zur entfernten Küste des Sees von Galiläa gefolgt waren, zu speisen, erwiderte Philippus: Für zweihundert Denare Brot ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme. (Joh 6:7).

Impuls:

Der Kopf, das Haupt, steht für den gesamten Körper, er ist Ausdruck für die Haltung, für die Gesinnung eines Menschen.

Frauen und Männer, die den „Kopf oben tragen“, die von Gott aus-gerichtet und auf Gott hin leben (Zadik = aus-ge-richtet), sind Menschen, die einem anderen die „Stirn zeigen können“, die sich dem Nächsten zuwenden, die im Gespräch mit Gott leben.

* RESCH – Kopf: Bei der Geburt kommt zuerst der Kopf aus dem Mutterschoß. Aleph ist der Stierkopf, doch RESCH ist der menschliche Kopf. Er hat einen Mund und kann zu Gott sprechen. Deshalb kann RESCH auch für das Gehirn stehen, worin alle körperlichen Funktionen verankert sind.

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 ש – SCHIN – Zahn(reihe) – „300“

Schriftzeichen: 300-sin-aaש

Name des 21. Buchstabens: SchIN / SsIN

SCHIN ist ein Konsonant, der sich vermutlich von der stilisierten Darstellung einer Zahnreihe herleitet.

Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Sigma.
Lateinische Entsprechung: Sch bzw. Ss

Wortbedeutung: ScheN = Zahn(reihe)

SchIN lautet ähnlich wie das hebräische Wort für „Zahn“.

Erklärung:

Das Zeichen SchIN bedeutet eigentlich „Zahn“ / „Zahnreihe“.
Mit den Zähnen beginnt alles, was wir uns einverleiben;
so „isst“ der Mensch all das, was er hört, sieht – alles, was und wer ihm begegnet. – Transformation…

Die Zähne werden benutzt, um einen Teil der Nahrung „abzubeißen“ (trennen einer Einheit), ihn im Mund (Päh = Mund) „zu zerkauen“
und danach entweder zu „essen“ (= sich damit zu verbinden, um daraus Nährstoffe zu ziehen)
oder wieder auszuspucken (ihn „abzulehnen“ bzw. „zu hassen“) – „Hass“ (= „SsiNaH“), während es als rechtspunktiertes SchIN „wiederholen“ und „lernen“ (= „ScheNaH“) bedeutet.

Zahlenwert: „300“

– Vorwurf der Jünger Jesu bei der Salbung Jesu: Man hätte das kostbare Öl für 300 Denare verkaufen und das Geld den Armen geben können (Mk 14,5; Joh 12,5)

Impuls:

Ein Blick auf entsprechende Literatur zeigt, dass das Wort Zähne im symbolischen Sinn oft im Zusammenhang mit Freudenmahl oder Hochzeitsmahl vorkommt. – SCHIN weist hin auf das Verlangen nach jenem Mahl, das den wahren Hunger und Durst des Lebens stillt. Es ist die Sehnsucht nach jener Gemeinschaft, in der alle versöhnt und in Frieden sind. Vor allem bedeutet dies Tisch- und Mahlgemeinschaft mit Gott – als Erfüllung aller Sehnsüchte des Lebens.

Die Erfahrung einer solchen Mahlgemeinschaft in der Eucharistiefeier ist schon ein Vorgeschmack dieses endzeitlichen Mahls.

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ת – TAW – Zeichen – „400“

Schriftzeichen: 400-taw-aaת

Name des 22. Buchstabens: TAW (TAU)

TAW  ist  der letzte Buchstabe im hebräischen Aleph-Bet,
TAW ist ein Konsonant, dessen schriftliche Form ein Markierungszeichen ist.
Im Griechischen wurde daraus der Buchstabe Tau.
Lateinische Entsprechung: T

Wortbedeutung: TaW = Kennzeichen

– Zeichen; Beglaubigungszeichen einer Urkunde.
Der Buchstabe TAW hatte in der (alt)-hebräischen Schrift eine Kreuzesform (X).

Erklärung:

TAW – hat als der letzte Buchstabe die Bedeutung von ‚Zeichen’ (des Leidens), auch ‚Siegel Gottes’ (vgl. Ez 9,4.6; Offb 7,2);

TAW – Mit einer Signatur wird ein Vertrag besiegelt. Die Vertragspartner sind sich einig und es herrscht ein Zustand der Harmonie.

TAW ist das „Besiegelungszeichen – für Christen ist „das Zeichen“ schlechthin das Zeichen des Kreuzes Christi.

Zahlenwert: „400“

– Esau zieht mit „400 Mann“ gegen seinen Bruder Jakob (Gen 33,1);
– Israel ist „400 Jahre“ in der Gefangenschaft in Ägypten (Gen 15,13);
Hier endet unsere Welt – die Jahre der Knechtschaft währen 400.

Impuls:

Das TAW steht auch für alle Grenzerfahrungen des Lebens. Erfahrungen, die nach dem „warum“ – besser nach dem „wozu“ meiner „durchkreuzten“ Lebensentwürfe Ausschau halten lassen.

Das TAW wird in der Symbolik immer als ein Zeichen der endgültigen Besiegelung verstanden, wodurch das Leben seinen ewig bleibenden Wert erhält.

Das ist jedoch ein Vorgang, der nicht mehr zum eigentlichen Lebensweg gehört, sondern jenseits der Zeit in der Ewigkeit angesiedelt ist, darin der Symbolik des Buchstabens ALEPH vergleichbar, der seinerseits der Zeit und somit dem Lebensweg des Menschen vorausliegt. Aber wie ALEPH, das heißt die Schöpferkraft Gottes, in der raumzeitlichen Schöpfung sich ihren Ausdruck gab und den ganzen Pilgerweg durchwaltet, so zeigt das TAW, das heißt das Endsiegel, schon jetzt auf allen Stufen des Pilgerwegs seine prägende Kraft.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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