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Abgelehnt (4.C)

4. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 3. Februar 2019

Liturgische Texte zum 4. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 106,47)
Hilf uns, HERR, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen denen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jeremía (Jer 1,4-5.17-19)
„Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!“

Antwortpsalm: Ps 71,1-2.3.5-6.15 u. 17
Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit.

2. Lesung: aus dem1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,31 – 13,13) oder: (1 Kor 13,4-13)
„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Jes 61,1)
Halleluja. Halleluja.
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 4,21-30)
Wie Elija und Elischa, so ist Jesus nicht nur zu den Juden gesandt

* * *

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

–> Lk 4,16-44 Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

* * *

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Bild zur Meditation: Ablehnung Jesu in seiner Vaterstadt Nazaretmk-6-1-6

* * *

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Impulse zur Reaktion auf die Predigt Jesu in Nazaret:

Kein Prophet wird akzeptiert in seiner Vaterstadt

ein außerbiblisches Jesuswort:

„Es gibt keinen Propheten, der in seinem Dorf aufgenommen wird.
Ein Arzt pflegt die, die ihn kennen, nicht zu heilen.“

(Thomasevangelium Logion 31)

Das musste auch Jesus in seiner Heimatstadt Nazaret erfahren als er zu Beginn seines öffentlichen Wirkens auch in der Synagoge von Nazaret predigt.

Zuerst staunen alle über den beeindruckenden Inhalt seiner Predigt. Doch dann lehnen sie ihn ab, weil er doch nur ein Sohn Josefs ist.

Warum ist das so?

  • Die Herkunftsfamilie und die „Sandkastenfreunde“ aus dem Heimatort trauen einem oft keine besondere Entwicklung zu?
  • damals: „Ist das nicht ein Sohn Josefs?“…
  • heute: wie – der Bauernjunge will ein guter Arzt sein? – Das trauen wir dem nicht zu.
  • Das Vorurteil: genetischer Fehlschluss: von der Herkunft auf die Güte eines Menschen zu schließen?
  • der kommt doch aus einem guten Haus… wie konnte der nur so niederträchtig handeln?…

1.    Nazaret: Von Bewunderung zur Ablehnung

„Bewunderung und Ablehnung – dieses paradoxe Verhalten, dem auch ein paradoxes Gefühl entspricht, ist kennzeichnend für das Verhalten vieler zu Jesus (auch heute)

  • Die Ablehnung kann die Kehrseite der Bewunderung werden, wenn deutlich wird, dass eine Beziehung zu ihm zur Veränderung des eigenen Lebens führen müsste. Da entscheidet sich, ob Bewunderung und Verehrung zur Abhängigkeit führen oder für das eigene unverwechselbare Leben frei machen. ….Bewunderung ohne Veränderung zur Lebenserweiterung – das hat Jesus, soweit wir das aus den Evangelien ablesen können, offensichtlich abgelehnt.
  • Da, wo der Mensch, den wir bewundern, sich nicht in dieser Bewunderung sonnt, sondern die Frage stellt: Und was bedeutet das für dich selbst? Welche Kräfte und Gaben bewunderst du bei mir, die du selbst hast?
  • Wohin sollten sich nun die Verwandten, die Bewohner von Nazaret verändern? Nazaret bedeutet seinem Namen nach: „Ort des Sprosses“ (aus dem Hause Davids).Jesus bekräftigt nun bei seinem Auftritt in seiner Vaterstadt, dass sich die Verheißung des Messias in IHM erfüllt hat. Doch sie sind irritiert. Denn er erfüllt bestimmte Erwartungen nicht. (Einen Messias haben wir uns doch ganz anders vorgestellt…) – Wenn er kommt, wird er doch die Frommen belohnen und diejenigen, welche die Gebote Gottes nicht erfüllen, – z.B. die Heiden bestrafen? Doch Jesus verkündet, dass gerade auch an den Heiden Zeichen und Wunder geschehen.
  • Hier in diesem kleinen Kaff wohnte eine streng jüdische Sippe, die stolz darauf war, aus davidischem Geschlecht abzustammen. Sie befolgten eine strenge Torafrömmigkeit, verbunden mit der endzeitlichen Erwartung, dass aus ihrem Spross einmal der Messias kommen wird.
  • In Nazaret lernt Jesus wie schwer es ist, festgefügte Erwartungshaltungen, vor allem wenn sie religiös motiviert sind, aufzubrechen. Es gelingt ihm nicht, im Gegenteil.
  • Seine Lehre treibt sie zu Wut. Es kommt zu einem Aufstand und beinahe zu einer Lynchjustiz, der er sich gerade noch entziehen kann.

2.    Kafarnaum: „…denen aber, die ihn aufnahmen…“

Er verlässt Nazaret, den Ort seiner Herkunft und geht nach Kafarnaum, einem Ort mit Juden und Heiden am See Genezareth hinab. Dieser Ort wird nun zu seiner Wahlheimat.

Hier trauen ihm die Menschen heilende Kräfte zu – hier kann er heilsam wirken.

3.    Unterschiedliche Wirkungen der vollmächtigen Lehre Jesu:

„Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu heißen.“

in Nazaret (Lk 4,16-30) in Kafarnaum (Lk 4,31-44)
„alle staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen“ „Da waren sie bestürzt ob seiner Lehre, denn vollmächtig war sein Wort.“
(Skepsis): „ist das nicht ein Sohn Josefs?“ Ein Mensch mit einem dämonischen Geist bekennt:
„Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“
„Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt“ „Hinaus lief das Echo über ihn, an jeden Ort des Umlandes.“
„Von Wut erfüllt wurden da alle in der Synagoge, die das hörten.
Und sie standen auf, trieben ihn aus der Stadt hinaus…“
Die geheilte Schwiegermutter des Simon:

„Sofort stand sie auf und diente ihnen.“

„…um ihn hinunterzustoßen“ „Die Scharen suchten ihn…
und wollten ihn abhalten, sie zu verlassen.“
  • Wem gleichen wir? – Den Menschen in Nazaret mit ihren festgefügten Erwartungen, die Jesus ablehnen? Oder den Menschen in Kafarnaum, die auch in ihrer religiösen Erwartung offen sind und Jesus gerne aufnehmen?

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung – Jer 1,4-5.17-19: „Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt“

–> zum Antwortpsalm: Psalm 71: Gott – Zuflucht im Alter

–> 2. Lesung: 1 Kor 12,31 – 13,13: „Das ‚Zehnwort‘ (= Dekalog) der Liebe

–> Evangelium: Lukasevangelium 4,21-30
siehe Grafik zu Mk 6,1-6: Reaktionen auf Jesu Predigt in Nazaret
–> siehe: „Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

–> siehe auch: Predigt Jesu in Nazaret

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 4. Sonntag C

 

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 27. Januar 2019

 

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Freundschaftsdienst (6.O.B)


6. Sonntag der Osterzeit Rogate (Bittsonntag) (= 6. Mai 2018)

Vocem iucunditatis

O-6

Vocem iucunditatis annuntiate, et audiatur, alleluia,
nuntiate usque ad extremum terrae,
liberavit Dominus populum suum, alleluia.“

„Verkündet es jauchzend, damit man es hört, Halleluja;
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Der HERR hat sein Volk befreit. Halleluja.“
(vgl. Jes 48,20)

Tagesgebet:
Allmächtiger Gott,
lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn

1. Lesung:  Apg 10,25-26.34-35.44-48
Auch auf die Heiden wurde die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen

Antwortpsalm: Ps 98,1.2-3b.3c-4
Der HERR hat sein Heil enthüllt vor den Augen der Völker

2. Lesung: 1 Joh 4,7-10
Gott ist die Liebe

–> zu 1 Joh 4,7-10: Gott ist die Liebe!

Evangelium:  Joh 15,9-17
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt

–> zu Joh 15,9-17: Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt
siehe auch: „In Liebe verbunden

 

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zum 6. Sonntag der Osterzeit (B)

„Ich habe euch Freunde genannt…“

In Christus bleiben bringt reiche Frucht

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Joh 15,5)
Das war das Evangelium des letzten Sonntags.
Das heutige Evangelium schließt unmittelbar an Evangelium des letzten Sonntags an. Noch einmal geht es um das Stichwort „bleiben“.
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9) –
Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt bei uns Christen reiche Frucht hervor.

„Firm“ bleiben in der Verbundenheit mit Christus

Seit unserer Taufe gehören wir als Rebzweige zu Christus, dem wahren Weinstock. –
In der Firmung wird besiegelt, dass wir nun firm – d.h. fest, sicher, geübt und gestärkt genug sind, um selber Zeugnis geben zu können von der Botschaft unseres Glaubens.

Der Markenartikel unserer „Firma“ ist die Liebe Gottes.
Von dieser Liebe sollen wir Zeugnis geben in unserem Leben.
Das ist unser Auftrag als gefirmter Christ.

Worin sich in unserem Leben erweisen kann, dass wir in der Firmung besiegelt wurden mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist – das zeigt sich an drei besonderen Früchten des Geistes Gottes:

Die erste Frucht: die Liebe

Die erste und grundlegende Frucht, die in uns wächst, wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist die Liebe.

Aber Liebe nicht in erster Linie als Gebot: „Liebt einander!“ Nein, Liebe bedeutet zunächst einmal etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache: Du bist von Gott geliebt!

„Bleibt in meiner Liebe“, sagt Jesus.
Es geht nicht darum, dass wir uns Liebe irgendwie aus den Fingern saugen, sondern dass wir zunächst das Geschenk annehmen, dass Gott uns liebt.

Erst derjenige, der sich so richtig „eingehüllt“ weiß in die Liebe Gottes, der kann überhaupt richtig den Anderen lieben.

Diese Liebe ist auch nicht etwas, das wir produzieren müssten. Sie ist eine Frucht, die wächst. Ein Zweig am Baum produziert ja auch nicht Früchte, sondern er ‚trägt’ gleichsam diese Früchte.

Die grundlegende Frucht liegt in der Tatsache: Du bist von Gott geliebt, ohne Wenn und Aber. Und wenn nichts Liebenswertes mehr in dir ist, wenn du dich selber schon nicht mehr ausstehen kannst, wenn alle mit dem Finger auf dich zeigen, dann gilt das immer noch, dass Gott dich liebt.

Der Apostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief mit einem jubelndem Unterton: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (vgl. Röm 8,39) Es kann mit uns passieren, was will. Gott wird nicht aufhören, uns zu lieben.
Denn so sagt der erste Johannesbrief: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8) schlechthin!
Er kann gar nicht anders, als lieben.

Jesus schenkt uns sein Geheimnis – es ist ganz einfach:
„Bleibt in meiner Liebe“ und
„Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Die zweite Frucht: die Freude

Die zweite Frucht, die in unserem Evangelium genannt wird, die wächst, wenn wir mit Christus verbunden sind, ist die Freude.

Es ist der erklärte Wille Gottes, dass unser Leben geprägt ist von einer überströmenden Freude, dass wir randvoll frohe Menschen sind. Nicht umsonst heißt die Botschaft, die wir zu verkünden haben, nicht „Liebesbotschaft“, obwohl die Liebe ganz wichtig ist, sondern sie heißt „Frohe Botschaft“. Es ist eine Nachricht der Freude.

Unser Leben soll geprägt sein von einer ganz tiefen Freude.
Aber damit wir uns nicht missverstehen: Freude, die hier gemeint ist, ist etwas anderes als Lustigkeit. Manche Menschen sind nicht froh, sie sind nur lustig.

Die Freude, die Jesus meint, die Frucht, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, sie existiert auch dann noch, wenn es – menschlich gesehen – nichts Frohes mehr gibt in unserem Leben. Wenn man vielleicht von Sorge niedergebeugt ist, wenn man Lasten zu tragen hat, dann gilt diese Freude Jesu immer noch.

Denn diese Freude hat ihre Wurzeln nicht in einer vergänglichen Glückserfahrung; diese Freude hat ihre Wurzeln in Jesus Christus.

Wenn ein Mensch in Christus ist, mit Christus verbunden ist, dann wächst diese Frucht der Freude. Und das Tiefste bei dieser Freude ist dies: Das ganz große Fragezeichen hinter jeder menschlichen Freude ist ja der Tod. Der Tod ist nur noch Schmerz, Mühsal und Trauer.

Aber die christliche Freude, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, die bleibt auch dann noch, wenn Menschen dem Sterben in ins Auge sehen müssen. Ich habe das oft erlebt, wie Menschen, bei aller menschlichen Trauer einen tiefen Frieden hatten, ja sogar Freude.

Die dritte Frucht: die Freundschaft

Schließlich eine dritte Frucht die wächst, wenn man mit Christus verbunden ist.
Diese Frucht ist die Freundschaft mit Jesus Christus.

Jesus sagt heute im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ich nenne euch Freunde.“ (vgl. Joh 15,15)

In der Bibel wurden vor den Jüngern Jesu nur Abraham ( in Jak 2,23) und Mose ( in Ex 33,11) „Freunde Gottes“ genannt.
Und hier nennt Jesus, der Sohn Gottes seine Apostel erstmals „Freunde“.

Das typische Kennzeichen von Freunden ist, dass sie keine Geheimnisse vor einander haben. Jesus sagt: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15) Jesus nimmt uns mit hinein in die ganz tiefe Beziehung, die zwischen ihm und seinem Vater besteht.

Und wenn jemand wirklich entdeckt: Mein Leben ist eine Freundschaft mit Christus, dann hat das Auswirkungen auf ganz viele praktische, christliche Lebensbereiche. Das hat Auswirkungen auf unser Beten. Dann ist Beten nicht mehr eine Pflichtübung, dann wird Beten eine Art „Freundschaftsverkehr mit Gott“, wie Theresa von Avila einmal sagt. Wie ein Freund mit seinem Freund redet.

Doch eine Freundschaft muss man pflegen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt es anschaulich:
„Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.“

Jesus erwartet nicht, dass wir einen Katalog von religiösen Pflichten erfüllen. Nein, Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und er wirbt darum, dass wir uns auf seine Freundschaft einlassen.

Hingabe aus Liebe – ein Freundschaftsdienst

Im Evangelium sagt Jesus heute: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für die Freunde.“ (Joh 15,13) Jesus hat sein Leben in den Tod gegeben für uns, für seine Freunde. Sein Tod am Kreuz ist gleichsam das Siegel auf die Freundschaft, die er uns anbietet. Wenn wir in jeder Heiligen Messe den Leib Christi in unsere Hände gelegt bekommen, und wenn dann der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und wenn wir unser „Amen“ dazu sagen, dann ist es gleichsam das Amen zur Freundschaft, die Jesus uns anbietet. Dieses Amen bedeutet dann: Ja Jesus, ich will auch dein Freund sein. Amen.

zu Joh 15,9-17 siehe auch: „Ziel: Liebe

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 02.05.2018

 

Gottes Liebe Leben (30.A)

Das Grundgebot: Gott im Nächsten lieben

30. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 29. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Ps 105,3-4)
Freuen sollen sich alle, die den HERRN suchen.
Sucht den HERRN und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit.

Erste Lesung: Ex 22,20-26
Wenn ihr Witwen und Waisen ausnützt, so wird mein Zorn gegen euch entbrennen

Antwortpsalm aus Psalm 18
Ich will dich lieben, HERR, meine Stärke

–> zu Psalm 18: Danklied des Königs David für Rettung und Ermächtigung

Zweite Lesung: 1 Thess 1,5c-10
Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt, um dem wahren Gott zu dienen und seinen Sohn zu erwarten

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 14,23)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 22,34-40
Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben; deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst

–> siehe auch Mt 22,34-40: Ziel: lieben! (30. S.i.J. A)

Link: Messtexte zum 30. Sonntag im Jahreskreis A 

Das Doppelgebot der Liebe

Das Innenziel der Bibel: Gott Liebe erweisen –
indem wir dem Nächsten Liebe erweisen

Mt-22.34-40a

Das Innenziel der Bibel: Gott u. den Nächsten lieben – (c) G. M. Ehlert, Okt. 2017

Mt 22,34-40 = Evangelium am 30. Sonntag im Jahreskreis A

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie (bei ihm) zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:

.

Frage:

Meister, welches große Innenziel (ist) in dem (göttlichen) Gesetz* ?

(*= die Tora, die Sammlung der Lebensweisungen Gottes)?“

.

Die klare Antwort Jesu:

Du wirst Liebe erweisen

dem HERRN*, deinem Gott

*(= JHWH = Name des Gottes, der befreiend und heilend da ist)

mit deinem ganzen Herzen

und mit deiner ganzen Seele

und mit deinem ganzen Durchdenken. (= Zitat von Dtn 6,5)

Dies ist das große und vorrangige Innenziel.

„(Ein) Zweites aber (ist) gleich diesem selbst:

Du wirst Liebe erweisen

deinem Nächsten

dir gleich.“ (= Zitat von Lev 19,18)

Darin – an diesen beiden Innenzielen

hängt das (göttliche) Gesetz

und die Propheten.“
(Mt 22,34-40)

  • mit eigenen Worten: und du wirst/sollst Liebe erweisen dem, der dir im Leben zur Seite gestellt wird (dem Verwandten, dem Nachbarn, dem Fremden – ja auch dem Feind), denn er ist wie du – ein Geschöpf und Ebenbild Gottes.
    „Ich bin’s“ sagt unser Gott, der bei uns ist, um Gutes zu bewirken.

Aus dem Geometrieunterricht kennen manche noch den „Satz des Pythagoras:

a2 + b2 = c2

Mit Hilfe dieser Formel lässt mit Hilfe der beiden

bekannten Seitenlängen von a und b die unbekannte

Größe von c berechnen.

.

Angewandt auf den Bereich des christlichen Lebens:

Die wirkliche Größe der Liebe zu Gott (c2) Zwei Herzkammern der Gottes- u. Nächstenliebe

ist gleich zu setzten (=)

der Liebe zum Nächsten (a2) in Verbindung (+) mit der Liebe zu mir selbst (b²).

Oder mit anderen Worten:

Ob du Gott wirklich liebst,

erkennst du daran,

wie du mit deinem Nächsten umgehst.

.

.

.

Der Apostel Johannes sagt das so:

„Wer seinen Bruder (/Schwester) nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.“

(1 Joh 4,20)

.

Und der Apostel Paulus sagt dies so:

„Darauf kommt es im christlichen Leben an:

einen solchen Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“

(vgl. Brief an die Galater 5,6)

.

„Erweise Liebe deinem Nächsten – dir gleich – ICH bin(s) – der ICH BIN DA!“

(Lev 19,18)

.

„Die Beziehung zu Gott dem Vater
bezeugen wir nicht nur dadurch, dass wir ihn so nennen,
sondern dadurch, dass wir uns den Anderen gegenüber wie zu unseren Brüdern und Schwestern verhalten.

Die Beziehung zu Gott dem Schöpfer
bezeugen wir nicht nur mit unseren Ansichten über die Entstehung der Welt,
sondern wesentlicher durch unsere Beziehung zur Natur.

Die Beziehung zum Geheimnis der Menschwerdung
bezeugen wir nicht nur mit jenem Vers im Credo, den wir mit einer Verneigung beim Gottesdienst rezitieren,
sondern vor allem dadurch, wie wir mit unserem eigenen Menschsein und dem Menschsein der anderen Menschen umgehen.“

(aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden, S. 222f)

Die Begegnung mit dem nächst besten Menschen, der meinen Lebensweg heute oder Morgen kreuzt, kann zum Schlüssel werden
Gott, den Nächsten und sich selbst Liebe zu erweisen.

Von diesem Glauben zeugt auch ein Spruch im „Warschauer Ghetto“ aus der NS-Zeit:

„Ich suchte Gott, und er entzog sich mir;
ich suchte meine Seele und fand sie nicht;
ich suchte meinen Bruder und fand sie alle drei.“

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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In Liebe verbunden


6. Sonntag der Osterzeit (B) – (10. Mai 2015 – Muttertag)

2. Lesung: 1 Joh 4,7-10: „Gott ist die Liebe!“

Evangelium: Joh 15,9-17

„Ich habe euch Freunde genannt…“

In Christus bleiben bringt reiche Frucht

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Joh 15,5) Das war das Evangelium des letzten Sonntags.
Das heutige Evangelium schließt unmittelbar an Evangelium des letzten Sonntags an. Noch einmal geht es um das Stichwort „bleiben“.
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9)  –
Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt bei uns Christen reiche Frucht hervor.

„Firm“ bleiben in der Verbundenheit mit Christus

Seit unserer Taufe gehören wir als Rebzweige zu Christus, dem wahren Weinstock. – In der Firmung wird besiegelt, dass wir nun firm – d.h. fest, sicher, geübt und gestärkt genug sind, um selber Zeugnis geben zu können von der Botschaft unseres Glaubens.

Der Markenartikel unserer „Firma“ ist die Liebe Gottes. Von dieser Liebe sollen wir Zeugnis geben in unserem Leben. Das ist unser Auftrag als gefirmter Christ.

Worin sich in unserem Leben erweisen kann, dass wir in der Firmung besiegelt wurden mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist – das zeigt sich an drei besonderen Früchten des Geistes Gottes:

Die erste Frucht: die Liebe

Die erste und grundlegende Frucht, die in uns wächst, wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist die Liebe.

Aber Liebe nicht in erster Linie als Gebot: „Liebt einander!“ Nein, Liebe bedeutet zunächst einmal etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache: Du bist von Gott geliebt!

„Bleibt in meiner Liebe“, sagt Jesus. Es geht nicht darum, dass wir uns Liebe irgendwie aus den Fingern saugen, sondern dass wir zunächst das Geschenk annehmen, dass Gott uns liebt.

Erst derjenige, der sich so richtig „eingehüllt“ weiß in die Liebe Gottes, der kann überhaupt richtig den Anderen lieben.

Diese Liebe ist auch nicht etwas, das wir produzieren müssten. Sie ist eine Frucht, die wächst. Ein Zweig am Baum produziert ja auch nicht Früchte, sondern er ‚trägt’ gleichsam diese Früchte.

Die grundlegende Frucht liegt in der Tatsache: Du bist von Gott geliebt, ohne Wenn und Aber. Und wenn nichts Liebenswertes mehr in dir ist, wenn du dich selber schon nicht mehr ausstehen kannst, wenn alle mit dem Finger auf dich zeigen, dann gilt das immer noch, dass Gott dich liebt.

Der Apostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief mit einem jubelndem Unterton: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (vgl. Röm 8,39) Es kann mit uns passieren, was will. Gott wird nicht aufhören, uns zu lieben. Denn so sagt der erste Johannesbrief: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8) schlechthin! Er kann gar nicht anders, als lieben.

Jesus schenkt uns sein Geheimnis – es ist ganz einfach:
„Bleibt in meiner Liebe“ und
„Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Die zweite Frucht: die Freude

Die zweite Frucht, die in unserem Evangelium genannt wird, die wächst, wenn wir mit Christus verbunden sind, ist die Freude.

Es ist der erklärte Wille Gottes, dass unser Leben geprägt ist von einer überströmenden Freude, dass wir randvoll frohe Menschen sind. Nicht umsonst heißt die Botschaft, die wir zu verkünden haben, nicht „Liebesbotschaft“, obwohl die Liebe ganz wichtig ist, sondern sie heißt „Frohe Botschaft“. Es ist eine Nachricht der Freude.

Unser Leben soll geprägt sein von einer ganz tiefen Freude.
Aber damit wir uns nicht missverstehen: Freude, die hier gemeint ist, ist etwas anderes als Lustigkeit. Manche Menschen sind nicht froh, sie sind nur lustig.

Die Freude, die Jesus meint, die Frucht, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, sie existiert auch dann noch, wenn es – menschlich gesehen – nichts Frohes mehr gibt in unserem Leben. Wenn man vielleicht von Sorge niedergebeugt ist, wenn man Lasten zu tragen hat, dann gilt diese Freude Jesu immer noch.

Denn diese Freude hat ihre Wurzeln nicht in einer vergänglichen Glückserfahrung; diese Freude hat ihre Wurzeln in Jesus Christus.

Wenn ein Mensch in Christus ist, mit Christus verbunden ist, dann wächst diese Frucht der Freude. Und das Tiefste bei dieser Freude ist dies: Das ganz große Fragezeichen hinter jeder menschlichen Freude ist ja der Tod. Der Tod ist nur noch Schmerz, Mühsal und Trauer.

Aber die christliche Freude, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, die bleibt auch dann noch, wenn Menschen dem Sterben in ins Auge sehen müssen. Ich habe das oft erlebt, wie Menschen, bei aller menschlichen Trauer einen tiefen Frieden hatten, ja sogar Freude.

Die dritte Frucht: die Freundschaft

Schließlich eine dritte Frucht die wächst, wenn man mit Christus verbunden ist. Diese Frucht ist die Freundschaft mit Jesus Christus.

Jesus sagt heute im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ich nenne euch Freunde.“ (vgl. Joh 15,15)

In der Bibel wurden vor den Jüngern Jesu nur Abraham ( in Jak 2,23) und Mose ( in Ex 33,11) „Freunde Gottes“ genannt.
Und hier nennt Jesus, der Sohn Gottes seine Apostel erstmals „Freunde“.

Das typische Kennzeichen von Freunden ist, dass sie keine Geheimnisse vor einander haben. Jesus sagt: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15)  Jesus nimmt uns mit hinein in die ganz tiefe Beziehung, die zwischen ihm und seinem Vater besteht.

Und wenn jemand wirklich entdeckt: Mein Leben ist eine Freundschaft mit Christus, dann hat das Auswirkungen auf ganz viele praktische, christliche Lebensbereiche. Das hat Auswirkungen auf unser Beten. Dann ist Beten nicht mehr eine Pflichtübung, dann wird Beten eine Art „Freundschaftsverkehr mit Gott“, wie Theresa von Avila einmal sagt. Wie ein Freund mit seinem Freund redet.

Doch eine Freundschaft muss man pflegen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt es anschaulich:
„Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.“

Jesus erwartet nicht, dass wir einen Katalog von religiösen Pflichten erfüllen. Nein, Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und er wirbt darum, dass wir uns auf seine Freundschaft einlassen.

Hingabe aus Liebe – ein Freundschaftsdienst

Im Evangelium sagt Jesus heute: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für die Freunde.“ (Joh 15,13)  Jesus hat sein Leben in den Tod gegeben für uns, für seine Freunde. Sein Tod am Kreuz ist gleichsam das Siegel auf die Freundschaft, die er uns anbietet. Wenn wir in jeder Heiligen Messe den Leib Christi in unsere Hände gelegt bekommen, und wenn dann der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und wenn wir unser „Amen“ dazu sagen, dann ist es gleichsam das Amen zur Freundschaft, die Jesus uns anbietet. Dieses Amen bedeutet dann: Ja Jesus, ich will auch dein Freund sein. Amen.

zu Joh 15,9-17 siehe auch: „Ziel: Liebe

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Gottes- u. Nächstenliebe

Das Doppelgebot der Liebe

Über das zentrale Ziel christlichen Lebens berichtet das Matthäusevangelium

Mt 22,34-40 = Evangelium am 30. Sonntag im Jahreskreis A
(= 26. Oktober 2014):

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Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie (bei ihm) zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:

Frage:

Meister, welches große Innenziel (ist) in dem (göttlichen) Gesetz* ?

(*= die Tora, die Sammlung der Lebensweisungen Gottes)?“

.

Die klare Antwort Jesu:

Du wirst lieben

den Herrn*, deinen Gott

*(= JHWH = Name des Gottes, der befreiend und heilend da ist)

mit deinem ganzen Herzen

und mit deiner ganzen Seele

und mit deinem ganzen Durchdenken. (= Zitat von Dtn 6,5)

Dies ist das große und vorrangige Innenziel.

„(Ein) Zweites aber (ist) gleich diesem selbst:

Du wirst lieben

deinen Nächsten

wie dich selbst.“ (= Zitat von Lev 19,18)

Darin – an diesen beiden Innenzielen

hängt das (göttliche) Gesetz

und die Propheten.“
(Mt 22,34-40)

 

 

  • mit eigenen Worten: und du wirst/sollst Liebe erweisen dem, der dir im Leben zur Seite gestellt wird (dem Verwandten, dem Nachbarn, dem Fremden – ja auch dem Feind), denn er ist wie du – ein Geschöpf und Ebenbild Gottes.
    „Ich bin’s“ sagt unser Gott, der bei uns ist, um Gutes zu bewirken.

Aus dem Geometrieunterricht kennen manche noch den „Satz des Pythagoras:

a2 + b2 = c2

Mit Hilfe dieser Formel lässt mit Hilfe der beiden

bekannten Seitenlängen von a und b die unbekannte

Größe von c berechnen.

.

Angewandt auf den Bereich des christlichen Lebens:

Die wirkliche Größe der Liebe zu Gott (c2) Zwei Herzkammern der Gottes- u. Nächstenliebe

ist gleich zu setzten (=)

der Liebe zum Nächsten (a2) in Verbindung (+) mit der Liebe zu mir selbst (b²).

Oder mit anderen Worten:

Ob du Gott wirklich liebst,

erkennst du daran,

wie du mit deinem Nächsten umgehst.

.

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Der Apostel Johannes sagt das so:

„Wer seinen Bruder (/Schwester) nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.“

(1 Joh 4,20)

.

Und der Apostel Paulus sagt dies so:

„Darauf kommt es im christlichen Leben an:

einen solchen Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“

(vgl. Brief an die Galater 5,6)

.

„Erweise Liebe deinem Nächsten – dir gleich – ICH bin’s JHWH!“

(Lev 19,18)

 

„Die Beziehung zu Gott dem Vater
bezeugen wir nicht nur dadurch, dass wir ihn so nennen,
sondern dadurch, dass wir uns den Anderen gegenüber wie zu unseren Brüdern und Schwestern verhalten.

Die Beziehung zu Gott dem Schöpfer
bezeugen wir nicht nur mit unseren Ansichten über die Entstehung der Welt,
sondern wesentlicher durch unsere Beziehung zur Natur.

Die Beziehung zum Geheimnis der Menschwerdung
bezeugen wir nicht nur mit jenem Vers im Credo, den wir mit einer Verneigung beim Gottesdienst rezitieren,
sondern vor allem dadurch, wie wir mit unserem eigenen Menschsein und dem Menschsein der anderen Menschen umgehen.“

(aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden, S. 222f)

 

Die Begegnung mit dem nächst besten Menschen, der meinen Lebensweg heute oder Morgen kreuzt, kann zum Schlüssel werden
Gott, den Nächsten und sich selbst Liebe zu erweisen.

Von diesem Glauben zeugt auch ein Spruch im „Warschauer Ghetto“ aus der NS-Zeit: Er lautet:

„Ich suchte Gott, und er entzog sich mir;
ich suchte meine Seele und fand sie nicht;
ich suchte meinen Bruder und fand sie alle drei.“

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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Worauf es ankommt


Angesichts der himmlischen Herrlichkeit
stellt sich für den Menschen in der Jüngerschaft Jesu die Frage:

Was ist wirklich wichtig im Leben?

Lk 10,25-37

= Evangelium vom 15. Sonntag im Jahreskreis C (= 14. Juli 2013)

– Die Antwort der Heiligen Schrift:
Gott und dem Nächsten wie sich selbst Liebe zu erweisen. (vgl. Lk 10,25-28)

Die Frage: „Wer ist mein Nächster?“ (Lk 10,29)
dreht Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,30-35) um
in die wichtigere Frage: Wer ist dem Notleidenden am Wegesrand zum Nächsten geworden? (Lk 10,36f)
Nächstenliebe heißt: aus Barmherzigkeit (auch) einem Fremden das Not-wendende tun.

Lk 10,25-37

                                                    Barmherziger Samariter

Lk 10,38-42

Lk 10,38-42 = Evangelium vom 16. Sonntag im Jahreskreis C (= 21. Juli 2013)

Zur Ergänzung der Geschichte von der aktiv geübten Barmherzigkeit

schließt der Evangelist Lukas die Geschichte von der Begegnung Jesu
im Hause der Marta und Maria (Lk 10,38-42) an.
Diese Geschichte zeigt auf, dass in der Jüngerschaft Jesu
das Hören auf Gottes Wort (wie Maria)
Vorrang hat vor der tätigen Gastfreundschaft (Marta).

Lk 10.38-42

Lk 11,1-13 = Evangelium vom 17. Sonntag im Jahreskreis C (= 28. Juli 2013)
Der Evangelist Lukas schließt an diese zwei Geschichten direkt an
die Begebenheit, in der Jesus den Jünger das rechte Beten lehrt (Lk 11,1-13).
Im Vaterunsergebet kommen verschiedene Anliegen in der rechten Vorrangstellung zur Sprache.

Lk 11.1-13

Bild und Gedanken zum Sonntagsevangelium
vom 15. Sonntag im Jahreskreis C = Lk 10,25-37 (14. Juli 2013)
und
vom 16. Sonntag im Jahreskreis C = Lk 10,38-42 (21. Juli 2013) und

vom 17. Sonntag im Jahreskreis C = Lk 11,1-13 (28. Juli 2013):

Größte-Gebot-02 = Einem anderen zum Nächsten werden…

Größte Gebot-01 = Worauf es ankommt

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Gott ist Liebe


zum 6. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr B)
Evangelium Joh 15,9-17: “Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe

2. Lesung: 1 Johannes 4,7-11 – „Gott ist die Liebe

1 Joh 4,7. Geliebte – wir seien einander „Liebe schenkende“*

*(agapoomen, = sich schenkende (göttliche) Liebe
im Unterschied zur sexuellen Liebe,
zur begehrenden erotischen Liebe
und zur Freundesliebe)

Denn:
Das „Liebe schenken“ ist aus Gott,
und jeder, der „Liebe schenkt“,
gezeugt/hervorgebracht wurde von Gott*

* d.h. er ist ein „Kind Gottes“

und erkennt Gott.

8. Wer nicht „Liebe schenkt“,
hat Gott nicht erkannt,
denn der Gott „Liebe schenken“ ist*.

*Gottes Wesen besteht darin,
sich aus Liebe zu verschenken.
Gott ist ewiglich zugleich
Spender der Liebe (= „Vater“)
u. Empfänger der Liebe (= „Sohn“)
und die Liebesgabe (= „Heiliger Geist“)

9. In diesem wurde offenbart
das „Liebe schenken“ des Gottes
in/an/unter/zwischen uns (wie folgt:)
seinen Sohn – den einziggezeugten
abgesandt hat der Gott
in die (bewohnte) Welt hinein,
damit wir leben sollen/können durch ihn. 

10. In diesem ist „das Liebe schenken“:
Nicht, dass wir Liebe geschenkt haben (für) den Gott,
sondern dass er Liebe geschenkt hat uns
und abgesandt hat seinen Sohn
zur Sühnung* wegen/für/um… willen unserer Sünden.

*(ilasmos = Sühnung;
kommt in der Bibel nur 2 x vor: 1 Joh 2,2 u. 1 Joh 4,10)
Es bedeutet:
Christus versöhnt nicht nur (als Priester, der das Opfer darbringt),
sondern ist zur gleichen Zeit selbst die Versöhnung (= die Opfergabe).
Durch seine Lebenshingabe aus Liebe zu Gott und uns Menschen
wird ein- für allemal offenbar, dass wir mit Gott versöhnt sind. 

11. Wenn also der Gott „Liebe schenkt“ uns
so auch seien wir verpflichtet/schuldig
„Liebe zu schenken“ einander.

* vgl. Joh, 13,34
u. Röm 13,8: „Bleibt niemandem etwas schuldig,
nur die Liebe schuldet ihr einander immer.
Wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.“

  

„Ubi caritas et amor – Deus ibi est!“

„Wo die Güte und die Liebe – da ist Gott!“

vgl. auch: „Ziel: lieben!“

 

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