Schlagwort-Archive: Umkehr

3. Sonntag A

3. Sonntag im Jahreskreis A

„Sonntag des Wortes Gottes“

Sonntag, 26. Januar 2020

1. Lesung: (Jes 8,23b – 9,3) Verheißung: Das Volk… sieht ein helles Licht
2. Lesung: (1 Kor 1,10-13.17)  Sendung: das Evangelium zu verkünden ...
Evangelium: (Mt 4,12-23) Erfüllung: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe  …   

Weiterlesen

Johannes d.T.

Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Hochfest – Montag, 24. Juni 2019

1. Die Kirche feiert nur von drei Personen den Tag der Geburt als ein eigenes Fest: Christi Geburt an Weihnachten (25. Dezember); Mariä Geburt am 8. September und die Geburt des Täufers Johannes am 24. Juni.

2. „Sein Name ist JOHANNES!“ – d.h. „Gott hat sich als gnädig erwiesen“

3. Johannes ist schon von Beginn an dazu berufen, dem kommenden Christus den Weg zu bereiten.

Weiterlesen

Kehrt um zum Evangelium (3.B)

3. Sonntag im Jahreskreis B

 21. Januar 2018

Eröffnungsvers (Ps 96,1.6)
Singet dem HERRN ein neues Lied, singt dem HERRN, alle Lande!
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum!

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Jona 3,1-5.10 
Die Leute von Ninive wandten sich von ihrem bösen Taten ab

–> Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Antwortpsalm: Psalm 25,4-5.6-7.8-9
Zeige mir, HERR, deine Wege, lehre mich deine Pfade! 

–> zu Psalm 25: Das ABC der Bitten an Gott

2. Lesung: 1 Kor 7,29-31 
Die Gestalt dieser Welt vergeht

–> Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

Ruf vor dem Evangelium (Mk 1,15)
Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Halleluja!

Evangelium: Mk 1,14-20 
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium

Gedanken zum Evangelium (Mk 1,14-20)

I. Der Text Mk 1,14-20 – Übersetzung von G. M. Ehlert
II. Was bedeutet Jesu Wort vom „Menschenfischer“?
III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen
Das Fangnetz der Liebe


Gedanken zum Fest „Pauli Bekehrung“ (25. Januar)

zum Seitenanfang

 Gedanken zu Jona 3,1-5.10

Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Stop-Absturz-Umkehr-2a(c) G. M. Ehlert

Nur an diesem Sonntag wird aus der wunderbaren Novelle Jona ein Textabschnitt in der sonntäglichen Eucharistiefeier vorgelesen. –
Es ist die zentrale Stelle, wo Jona der (gottlosen) Stadt Ninive verkündet:

„Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört*!“

Doch die Bewohner Ninives kehren um und die Stadt wird von Gott verschont. –

Hat der Prophet Jona sich also geirrt? – Nein! –
Jedoch die deutsche Übersetzung ist ungenau.

* Fast alle Übersetzungen verwenden an dieser Stelle Worte wie ,zerstört‘ (z.B. Elberfelder, Einheitsübersetzung, Lutherbibel: untergehen).

Im Hebräischen steht hier das Wort ‚haphak‚, das folgende Bedeutungen hat:

a) umwenden (wie ein Mensch sich in seiner Laufrichtung umwendet, Richter 20:39,41 und viele andere),

b) total verwandeln, ins Gegenteil umkehren (zum Beispiel Ostwind in Westwind, Exodus 10:19; Fluch in Segen, Dtn /5.Mose 23:6; das Unterste zuoberst, Richter 7:13; Unglück in Glück, Esther 9:1,22),

und wird in Bezug auf Menschen für zwei Arten von Verwandlung verwendet:
1. Die totale ‚Wende‘, die Bekehrung und Veränderung eines Menschen sei es vom Guten zum Schlechten: der Pharao verhärtet sich, Exodus 14:5, oder vom Schlechten zum Guten: Saul, 1.Samuel 10:6,9; die Bekehrung ganzer Völker, Zephanja 3:9. ·

2. Die totale Umkehrung und Vernichtung einer Landschaft oder Bevölkerung: insbesondere Sodom und Gomorrha, Genesis 19:21,25 u.a.; Edom, Jesaja 34:9.

Ein klassisches Beispiel ist die Verwandlung von König Saul durch Gottes Einwirken, die ihm vom Propheten Samuel angekündigt wurde: Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst weissagen und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden (hebr. haphak) (1.Samuel 10:6; eine Herzen-Wandlung bei Gott: Hosea 11:8)

Gott stellte den Menschen von Ninive also das Ultimatum, entweder innerhalb von vierzig Tagen ,umgekehrt‘, total vernichtet zu werden, oder sich von Gott total verändern zu lassen, sich selber zu ,bekehren‘ und verschont zu werden! Dies ist ein Wesenszug Gottes, der in den hebräischen Schriften der Bibel immer wieder betont wird: Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten zu wollen. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen (hebr. nacham), das ich ihm zu tun gedachte.

siehe auch zu Jona 1 – 4:
JONA (Übersetzung u. Erläuterungen von Ehlert)
Der Prophet Jona – (eine Power-Point-Präsentation)

zum Seitenanfang

Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

1 Kor 7,29-31 (Einheitsübersetzung):

Ich sage euch, Brüder (und Schwestern):
Die Zeit ist kurz.
Daher soll, wer eine Frau hat,
sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine,
wer weint, als weine er nicht,
wer sich freut, als freue er sich nicht,
wer kauft, als würde er nicht Eigentümer,
wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht;
denn die Gestalt dieser Welt vergeht.“

Dieser Textabschnitt aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus ist nicht so leicht zu verstehen – Was bedeutet „haben als hätte man nicht“?

Wie Jesus zur Freiheit vom Besorgtsein um Nahrung, Kleidung und Familie aufruft, weil es uns primär um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen soll (vgl. Matthäusevangelium 6)
so will auch der Apostel Paulus nicht, dass wir uns zusätzliche Sorgen machen.

Alles Irdische bleibt letztlich enttäuschend, da es begrenzt und vergänglich ist:
Jedoch kann es – in seiner Vorläufigkeit – die Sehnsucht nach Fülle und Unendlichkeit wach halten.

Daher sagt er:
„angesichts der begrenzten Weltzeit
dass diejenigen, die verheiratet sind ebenso wie die Unverheirateten (voller Erwartung) sein sollen
auch diejenigen, die einen Verlust beweinen wie die, die keinen Verlust zu beweinen haben
auch diejenigen, die voller Freude sind wie die, die sich (hier) nicht freuen können
auch diejenigen, die sich etwas erworben haben wie die, die kein Eigentum haben,
auch diejenigen, welche die Welt in Gebrauch nehmen wie die, welche sie nicht gebrauchen:
((alle sollen voll hoffnungsvoller Erwartung sein)),
denn die Gestalt dieser Welt geht vorüber.“

(1 Kor 7,29-31 – Übersetzung G. M. Ehlert)

zum Seitenanfang

I. Berufung zum Menschenfischer

Nachdem aber überliefert worden war der Johannes
(= nachdem Herodes Antipas ihn ins Gefängnis hatte werfen lassen)
kam der Jesus hinein nach dem Galiläa
verkündigend das Evangelium der Königsherrschaft des Gottes.

Und sagend (folgendes):
Vervollständigt (ist) die (rechte) Zeit
und es ist nahe gekommen die Königsherrschaft des Gottes.
Kehrt um
(Μετανοεῖτε = denket nach u. denket um u. ändert euren Sinn
= eine vollständige Umänderung des Herzens
und der Seele, des Lebens und der Handlungen)

und glaubt an das Evangelium.“

Umhergehend aber bei dem galiläischen Meer
er sah Simon und Andreas, den Bruder von ihm
auswerfend Rundnetze in das Meer –
sie waren nämlich Fischer (wörtl. Besalzer)

Und es sprach zu ihnen der Jesus
„Herbei, folget mir
und ich werde machen,
dass ihr ausgebildet werdet (wörtl. geboren werdet)
zu „Menschen-Fischern“.

Und sogleich verlassen habend die Netze
folgten sie ihm.

Und vorangeschritten von dort ein wenig
sah er Jakobus den (Sohn) des Zebedäus und Johannes, den Bruder von ihm
und sie, sie (waren) in dem Schiff herrichtend ihre Netze.

Und sogleich rief er sie
und verlassen habend den Vater von ihnen – Zebedäus
in dem Boot mit den Lohnarbeitern
gingen sie fort mit ihm.

(Mk 1,14-20 – Übersetzung G. M. Ehlert)

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

zum Seitenanfang

II. Was bedeutet Jesu Wort vom ‚Menschenfischer‘?

 

1. Ausgehend von dem Vorgang des Fischens
Die Fischer im See von Galiläa fingen die Fische mit einem Rundnetz, das sie ins Wasser warfen und gefüllt wieder ins Boot zurückholten.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt von daher: Menschen herausfischen aus dem Morast des bisherigen Lebens und vertraut machen mit der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott.

Gefischt wurde und wird heute noch vor allem nachts – mit einem Scheinwerferlicht lockt man die Fische „nach oben“ – hinein ins Fangnetz.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt: mit dem Aufleuchten lassen des „wahren Lichtes“, das Christus ist die Menschen aus der Finsternis ins Licht des Lebens bringen.

1. Ausgehend vom griechischen Wort für ‚Fischer‘: alieis – wörtlich: „Besalzer“

Dieses griechische Wort hebt nicht so sehr den Vorgang des Fischens,
sondern den anschließenden Vorgang hervor, wo die gefangenen Fische ins Salz gelegt wurden, um so in dem heißen Klima im Mittelmeerraum haltbar gemacht zu werden.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, hieße von daher:
Dafür zu sorgen, dass das Leben der Menschen (mit der Liebe) haltbar gemacht wird und nicht der Fäulnis (der Sünde) verfällt.
Vgl. dazu auch Jesu Wort: „Ihr seid das Salz der Erde…“ (Mt 5,13)
und „Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander“ (Mk 9,50).

zum Seitenanfang

III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen – Das Fangnetz der Liebe

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung.

Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

***

zum Seitenanfang

Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

siehe auch: „Menschenfischer

zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Berufung

Gedanken zu den biblischen Texten
vom 3. Sonntag im Jahreskreis B
(= 25. Januar 2015)

Gedanken zum Fest „Pauli Bekehrung“ (25. Januar)

Gedanken zur Lesung aus dem Buch Jona (Jona 3,1-5.10)

Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Gedanken zur Lesung aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther (1 Kor 7,29-31)

Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

Gedanken zum Evangelium (Mk 1,14-20)

I. Der Text Mk 1,14-20 – Übersetzung von G. M. Ehlert
II. Was bedeutet Jesu Wort vom „Menschenfischer“? 
III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen
Das Fangnetz der Liebe

—————————————————

Bußpredigt des Jona: „Haphak“ – zerstört oder verwandelt?

Stop-Absturz-Umkehr-2a(c) G. M. Ehlert

Nur an diesem Sonntag wird aus der wunderbaren Novelle Jona ein Textabschnitt in der sonntäglichen Eucharistiefeier vorgelesen. –
Es ist die zentrale Stelle, wo Jona der (gottlosen) Stadt Ninive verkündet:

„Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört*!“

Doch die Bewohner Ninives kehren um und die Stadt wird von Gott verschont. –

Hat der Prophet Jona sich also geirrt? – Nein! –
Jedoch die deutsche Übersetzung ist ungenau.

* Fast alle Übersetzungen verwenden an dieser Stelle Worte wie ,zerstört‘ (z.B.  Elberfelder, Einheitsübersetzung, Lutherbibel: untergehen).

Im Hebräischen steht hier das Wort ‚haphak‚, das folgende Bedeutungen hat:

a)  umwenden (wie ein Mensch sich in seiner Laufrichtung umwendet, Richter 20:39,41 und viele andere),

b) total verwandeln, ins Gegenteil umkehren (zum Beispiel Ostwind in Westwind, Exodus 10:19; Fluch in Segen, Dtn /5.Mose 23:6; das Unterste zuoberst, Richter 7:13; Unglück in Glück, Esther 9:1,22),

und wird in Bezug auf Menschen für zwei Arten von Verwandlung verwendet:
1. Die totale ‚Wende‘, die Bekehrung und Veränderung eines Menschen sei es vom Guten zum Schlechten: der Pharao verhärtet sich, Exodus 14:5, oder vom Schlechten zum Guten: Saul, 1.Samuel 10:6,9; die Bekehrung ganzer Völker, Zephanja 3:9. ·

2. Die totale Umkehrung und Vernichtung einer Landschaft oder Bevölkerung: insbesondere Sodom und Gomorrha, Genesis 19:21,25 u.a.; Edom, Jesaja 34:9.

Ein klassisches Beispiel ist die Verwandlung von König Saul durch Gottes Einwirken, die ihm vom Propheten Samuel angekündigt wurde: Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst weissagen und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden (hebr. haphak) (1.Samuel 10:6; eine Herzen-Wandlung bei Gott: Hosea 11:8)

Gott stellte den Menschen von Ninive also das Ultimatum, entweder innerhalb von vierzig Tagen ,umgekehrt‘, total vernichtet zu werden, oder sich von Gott total verändern zu lassen, sich selber zu ,bekehren‘ und verschont zu werden! Dies ist ein Wesenszug Gottes, der in den hebräischen Schriften der Bibel immer wieder betont wird: Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten zu wollen. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen (hebr. nacham), das ich ihm zu tun gedachte.

siehe auch zu Jona 1 – 4:
JONA (Übersetzung u. Erläuterungen von Ehlert)
Der Prophet Jona – (eine Power-Point-Präsentation)

Umkehr der Lebenseinstellung angesichts der Zukunft Gottes

1 Kor 7,29-31 (Einheitsübersetzung):

Ich sage euch, Brüder (und Schwestern):
Die Zeit ist kurz.
Daher soll, wer eine Frau hat,
sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine,
wer weint, als weine er nicht,
wer sich freut, als freue er sich nicht,
wer kauft, als würde er nicht Eigentümer,
wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht;
denn die Gestalt dieser Welt vergeht.“

Dieser Textabschnitt aus dem 1. Korintherbrief des Apostels Paulus ist nicht so leicht zu verstehen – Was bedeutet „haben als hätte man nicht“?

Wie Jesus zur Freiheit vom Besorgtsein um Nahrung, Kleidung und Familie aufruft, weil es uns primär um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen soll (vgl. Matthäusevangelium 6)
so will auch der Apostel Paulus nicht, dass wir uns zusätzliche Sorgen machen.

Alles Irdische bleibt letztlich enttäuschend, da es begrenzt und vergänglich ist:
Jedoch kann es – in seiner Vorläufigkeit – die Sehnsucht nach Fülle und Unendlichkeit wach halten.

Daher sagt er:
„angesichts der begrenzten Weltzeit
dass diejenigen, die verheiratet sind ebenso wie die Unverheirateten (voller Erwartung) sein sollen
auch diejenigen, die einen Verlust beweinen wie die, die keinen Verlust zu beweinen haben
auch diejenigen, die voller Freude sind wie die, die sich (hier) nicht freuen können
auch diejenigen, die sich etwas erworben haben wie die, die kein Eigentum haben,
auch diejenigen, welche die Welt in Gebrauch nehmen wie die, welche sie  nicht gebrauchen:
((alle sollen voll hoffnungsvoller Erwartung sein)),
denn die Gestalt dieser Welt geht vorüber.“

(1 Kor 7,29-31 – Übersetzung G. M. Ehlert)

I. Berufung zum Menschenfischer

Nachdem aber überliefert worden war der Johannes
      (= nachdem Herodes Antipas ihn ins Gefängnis hatte werfen lassen)
kam der Jesus hinein nach dem Galiläa
verkündigend das Evangelium der Königsherrschaft des Gottes.

Und sagend (folgendes):
Vervollständigt (ist) die (rechte) Zeit
und es ist nahe gekommen die Königsherrschaft des Gottes.
Kehrt um
(Μετανοεῖτε = denket nach u. denket um u. ändert euren Sinn
= eine vollständige Umänderung des Herzens
und der Seele, des Lebens und der Handlungen)

und glaubt an das Evangelium.“

Umhergehend aber bei dem galiläischen Meer
er sah Simon und Andreas, den Bruder von ihm
auswerfend Rundnetze in das Meer –
sie waren nämlich Fischer (wörtl. Besalzer)

Und es sprach zu ihnen der Jesus
„Herbei, folget mir
und ich werde machen,
dass ihr ausgebildet werdet (wörtl. geboren werdet)
zu „Menschen-Fischern“. “

Und sogleich verlassen habend die Netze
folgten sie ihm.

Und vorangeschritten von dort ein wenig
sah er Jakobus den (Sohn) des Zebedäus und Johannes, den Bruder von ihm
und sie, sie (waren) in dem Schiff herrichtend ihre Netze.

Und sogleich rief er sie
und verlassen habend den Vater von ihnen – Zebedäus
in dem Boot mit den Lohnarbeitern
gingen sie fort mit ihm.

(Mk 1,14-20 – Übersetzung G. M. Ehlert)

"Fischer zu Menschenfischer" - Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

II. Was bedeutet Jesu Wort vom ‚Menschenfischer‘?

1. Ausgehend vom griechischen Wort für ‚Fischer‘: alieis – wörtlich: „Besalzer“

Dieses griechische Wort hebt nicht so sehr den Vorgang des Fischens,
sondern den anschließenden Vorgang hervor, wo die gefangenen Fische ins Salz gelegt wurden, um so in dem heißen Klima im Mittelmeerraum haltbar gemacht zu werden.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, hieße von daher:
Dafür zu sorgen, dass das Leben der Menschen (mit der Liebe) haltbar gemacht wird und nicht der Fäulnis (der Sünde) verfällt.
Vgl. dazu auch Jesu Wort: „Ihr seid das Salz der Erde…“ (Mt 5,13)
und „Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander“ (Mk 9,50).

2. Ausgehend von dem Vorgang des Fischens
Die Fischer im See von Galiläa fingen die Fische mit einem Rundnetz, das sie ins Wasser warfen und gefüllt wieder ins Boot zurückholten.

„Menschenfischer“ im Sinne Jesu zu werden, heißt von daher: Menschen herausfischen aus dem Morast des bisherigen Lebens und vertraut machen mit der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott.

 

III. Menschenfischer sein? – Heraus aus den Verstrickungen – Das Fangnetz der Liebe

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung.

Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

***

Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

siehe auch: „Menschenfischer

zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Umkehrzeit

zu Karneval (carne-vale = Fleisch ade!) –> siehe Masken

zum Start in die „Fastenzeit“ = „österliche Bußzeit“ = „Zeit der Umkehr zum Leben“ –> siehe die Gedanken zum Evangelium an Aschermittwoch: „österliche Bußzeit“  und „Beten + Fasten + Almosen geben

zum 1. Fastensonntag: Die Versuchungen Jesu in der Wüste

zum 2. Fastensonntag: Die Verklärung Jesu auf dem Berg

Heimkehr


Gedanken zum 24. Sonntag im Jahreskreis im Lesejahr C (= 12. September 2010)
Lukasevangelium 15,1-32

„Irrwege – Umwege – Heimwege“

______________________________________

Gleichnis vom barmherzigen Vater
und dem „wieder-nach-Hause-finden“ der beiden Söhne
(Lukasevangelium, Kapitel 15, Verse 11-32) 

Bild von G. M. Ehlert, 1999

Gedankensplitter zum Evangelium 
zum Weiterdenken und sich einfühlen:

Der jüngere Sohn:

  • „Mein Erbe…“
  • „und er verschleuderte sein Vermögen…“
  • „Irrwege“
  • „Ich will aufbrechen…“
  • „Vater, ich habe mich versündigt…“

Der ältere Sohn: 

  • „Was soll das bedeuten…“
  • „Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen…“
  • „Vorhaltungen gegenüber dem Vater…“
  • „Geht er schließlich doch hinein?“

Der Vater: 

  • „Er teilt sein Vermögen auf…“
  • „Er hält Ausschau nach dem verlorenen Sohn…“
  • „Er (!) eilt dem Sohn entgegen…
  • „Er schließt ihn in die Arme und drückt ihn an sein Herz…“
  • „Er kommt dem älteren Sohn entgegen, um ihm gut zuzureden…“

zum Seitenanfang 

___________________________________ 

Gedanken – Meditationen – Einblicke 

© Georg Michael Ehlert 

(c) G. M. Ehlert