Schlagwort-Archive: Jahreskreis C

21. Sonntag C

21. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 25. August 2019

1. Lesung: (Jes 66,18-21) Alle Völker werden von Gott zusammengerufen
2. Lesung: (Hebr 12,5-13 ) Über die rechte Erziehung
Evangelium: (Lk 12,22-30) Die Himmelstür ist offen, aber…

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19. Sonntag C

19. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 11. August 2019

1. Lesung (Weish 18,6-9) – Die Nacht der Befreiung
2. Lesung (Hebr 11,1-2.8-19) – Glaube = Grundlage des Erhofften
Evangelium (Lk 12,32-48) – Loslassen + wachsam sein + Verantwortung übernehmen

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5. Fastensonntag C

5. Fastensonntag (= „Iudica“) –
Jahreskreis C

Sonntag, 7. April 2019

Liturgische Texte zum 5. Fastensonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers:

Iudica me, Deus, et discerne causam meam de gente non sancta; ab homine iniquo et doloso eripe me, quia tu es Deus meus et fortitudo mea.

Verschaff mir Recht, o Gott, und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk! Rette mich vor bösen und tückischen Menschen, denn du bist mein starker Gott.
(Ps 43,1f)

5-Iudica

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch des Propheten Jesaja (Jes 43,16-21):
„Seht her, ich schaffe Neues; ich tränke mein Volk“

Antwortpsalm: Psalm 126,1-2b.2c-3.4-5.6
„Großes hat der HERR an uns getan. – Da waren wir fröhlich.“

2. Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi (Phil 3,8-14):
„Um Christi willen habe ich alles aufgegeben – sein Tod soll mich prägen.“ 

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joel 2, 12-13)
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Kehr um zum Herrn von ganzem Herzen;
denn er ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Güte.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium nach Johannes (Joh 8,1-11):
Jesus und die Ehebrecherin

* * *

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Evangelientext – Joh 8,1-11 (Arbeitsübersetzung G. M. Ehlert)

1Dtn 22,22-24:
22 Wenn ein Mann dabei ertappt wird, wie er bei einer verheirateten Frau liegt, dann sollen beide sterben, der Mann, der bei der Frau gelegen hat, und die Frau. Du sollst das Böse aus Israel wegschaffen. 23 Wenn ein unberührtes Mädchen mit einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann ihr in der Stadt begegnet und sich mit ihr hinlegt, 24 dann sollt ihr beide zum Tor dieser Stadt führen. Ihr sollt sie steinigen, und sie sollen sterben, das Mädchen, weil es in der Stadt nicht um Hilfe geschrien hat, und der Mann, weil er sich die Frau eines andern gefügig gemacht hat. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.
.
2vgl. Jer17,13:
„Du Hoffnung Israels, Herr! Alle, die dich verlassen, werden zuschanden, die sich von dir abwenden, werden in den Staub geschrieben; denn sie haben den Herrn verlassen, den Quell lebendigen Wassers.

3vgl. Dtn 17,6-7:
Wenn es um Leben oder Tod eines Angeklagten geht, darf er nur auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin zum Tod verurteilt werden. Auf die Aussage eines einzigen Zeugen hin darf er nicht zum Tod verurteilt werden.
Wenn er hingerichtet wird, sollen die Zeugen als erste ihre Hand gegen ihn erheben, dann erst das ganze Volk. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.

1 Jesus aber ging hin auf den Ölberg.

2 In der Morgenfrühe aber tritt er wiederum im Heiligtum auf und alles Volk kam zu ihm,
und er setzte sich –
sie lehrend.

3 Es führten herbei aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau beim Ehebruch ertappt und stellten sie in die Mitte.

4 Und sie sagen zu ihm:
„Lehrer, diese Frau ist ertappt worden beim Ehebruch bei der Tat selbst:
5 In dem Gesetz aber hat uns Mose befohlen, derartige zu steinigen.1
Du aber, was sagst du (dazu)?“

6 Dies aber sagten sie, ihn versuchend,
damit sie ihn anklagen können.

Jesus aber beugte sich nieder
und schrieb mit dem Finger auf die Erde.2

7 Als sie aber dranblieben ihn zu fragen,
beugte er sich hoch und sprach zu ihnen:

„Der ohne Sünde ist von euch
werfe als erster einen Stein auf sie.“3

8 Und abermals beugte er sich nieder
(und) schrieb auf die Erde.

9 Als sie das jedoch gehört hatten,
gingen sie hinaus, einer nach dem anderen –
angefangen von den Ältesten

und er blieb – er allein und die Frau,
die in der Mitte stand.

10 Es beugte sich aber Jesus hoch und sprach zu ihr:
„Frau, wo sind sie?
Hat keiner dich verurteilt?“

11 Sie aber sprach:
„Keiner, Herr.“

Es sprach aber Jesus:
„Auch ich verurteile dich nicht:
Geh! (und) von nun an sündige nimmermehr.“

 

* * *

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Bild zur Meditation:

„Der von euch
werfe als Erster einen Stein auf sie…

Jesus und die Ehebrecherin (c) G. M. Ehlert

…der ohne Sünde ist.“
(Joh 8,7)

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Impulse zum Weiterdenken und sich einfühlen:

statt Hartherzigkeit – Barmherzigkeit

Steinhart
sind nicht nur die Mauern des Tempelbezirks;
sind auch die Herzen der Pharisäer und Schriftgelehrten

Stein des Anstoßes –
eine Ehebrecherin, auf frischer Tat ertappt
das Gesetz ist steinhart: sie muss gesteinigt werden.

Als Stolperstein
Jesus in den Weg gelegt:
„Nun, was sagst du dazu?“

Vom Stolperstein zum Baustein eines neuen Weges –
oder:
von der Hartherzigkeit zur Barmherzigkeit

Was den Stein ins Rollen bringt:
„Der von euch werfe als Erster einen Stein auf sie –
der ohne Sünde ist“ – ist Seine Antwort

Da bleibt kein Stein auf dem anderen:
die Mauer der Verhärtung bricht auf;
Stein für Stein wird abgelegt

Wenn einem ein Stein vom Herzen fällt…
Du wirst nicht verurteilt – sondern freigesprochen:
Dein Leben wird dir neu geschenkt.

(Bild und Text: © G. M. Ehlert, 25.03.07)

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung:

–> zum Antwortpsalm:  Psalm 126: Heimkehrer – mit Tränen säen – mit Jubel ernten

–> 2. Lesung: –

–> zum Evangelium: Joh 8,1-11 Jesus und die Ehebrecherin

 

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 5. Fastensonntag i.J. C

Gedenktage:


* * *

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In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 31. März 2019

 

 

3. Fastensonntag C

3. Fastensonntag (= „Oculi“) –
Jahreskreis C

Sonntag, 24. März 2019

Liturgische Texte zum 3. Fastensonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers:

Oculi mei semper ad Dominum,
quia ipse evellet de laqueo pedes meos.
Respice in me et miserere mei, quoniam unicus et pauper sum ego.

Meine Augen schauen stets auf den Herrn;
denn er befreit meine Füße aus dem Netz.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn ich bin einsam und gebeugt.
(Ps 25,15f)
3-Oculi-a

Tagesgebet
Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an.
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Exodus (Ex 3,2-8a.13-15):
Berufung des Mose am brennenden Dornbusch –
die Offenbarung des Namens Gottes „ICH-BIN-DA“

Antwortpsalm: Ps 103,1-2.3-4.6-7.8 u. 11
„Gnädig und barmherzig ist der HERR,
voll Langmut und reich an Güte“

2. Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 10,1-6.10-12):
Das Leben des Volkes mit Mose in der Wüste wurde uns zur Warnung aufgeschrieben

Ruf vor dem Evangelium (Mt 4,17)
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
(So spricht der Herr:)
Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium nach Lukas (Lk 13,1-9):
Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt

* * *

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EvangelientextLk 13,1-9 (Studienübersetzung)

13,1 Es waren aber herbeigekommen einige
zu derselben rechten Zeit
(Kairos),
verkündend ihm über die Galiläer, deren Blut Pilatus vermischte
mit dem ihrer Opfer
(tiere).*

Ein aktuelles Ereignis ist Ausgangspunkt:
Der römische Statthalter Pontius Pilatus
hat Leute aus Galiläa beim Opfern im

Tempel umbringen lassen.
Während sie Opfertiere schlachteten, wurden sie getötet. 
(Wird Jesus einstimmen in die Klage
über die Gewalt der römischen Besatzungsmacht…
oder war diese Entheiligung des heiligen Tempelbezirks
gar eine Strafe Gottes für die Sünden dieser Galiläer?)

2 Und antwortend sprach er zu ihnen:
Meint ihr, dass die Galiläer – neben all den
(anderen) Galiläern –
Sünder geworden waren, da sie dies erlitten haben?

3 Nein, ich sage euch vielmehr:
wenn ihr nicht mitdenkt
(= umkehrt),
werdet ihr alle gleicherweise zu Grunde gehen.

4 Oder jene, die achtzehn,
auf die der Turm bei dem Schiloch
(teich) fiel
und sie umbrachte,

meint ihr, dass sie Schuldige geworden waren
neben all den
(anderen) Menschen, die in Jerusalem wohnen?

5 Nein, ich sage euch vielmehr:
wenn ihr nicht mitdenkt
(= umkehrt),
werdet ihr alle gleicherweise zu Grunde gehen.

6 Er sagte aber die (folgende) Parabel/ Gleichnis/ Sinnbild:

Einen Feigenbaum hatte irgendeiner
der gepflanzt worden war in dem Weinberg
/ -garten von ihm –
und er ist gekommen
suchend Frucht an ihm
und nicht
(s) fand er.

7 Er sprach aber zu dem Weinbergwirker (= Winzer)
Siehe! drei Jahre seit dem ich komme
suchend Frucht an dem Feigenbaum – diesem (da)
und nicht
(s) finde ich;

hau heraus also diesen!
wozu auch soll er die Erde aussaugen?

8 Der aber antwortend sagt zu ihm:
Herr,
lasse
/ erlasse/ gestatte/ verlasse ihn (auch) dieses (folgende) Jahr,
solange während/ bis  ich umgraben möge um ihn herum
und werfe Mist
(als Dünger),

9 und wohl/ vielleicht aber tut/ macht er Frucht
in dem zukünftigen
wenn aber nicht, dann wirst
/ magst du heraushauen ihn. 

* * *

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Bild zur Meditation:

„In den Dornen der Not – das Feuer der Liebe Gottes“

Dornbusch-ex3a

Mose vor brennendem Dornbusch – 17.03.2019, (c) G. M. Ehlert

Wer es mit dem lebendigen Gott zu tun bekommt,
der steht in einer Feuerzone…

wie Mose,
der in der Wüste am Gottesberg
einen brennenden Dornbusch sieht
und aus der Feuerflamme
den Anruf Gottes hört.

Aus den Dornen der Not…
– spricht der Gott des Lebens:

יהוה

=  J H W H  = ICH BIN DA – bei euch.

I.CH bin da = Jesus Christus, die menschgewordene Liebe Gottes…

* * *

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Impulse

„Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde,
heute wird getan oder auch vertan,
worauf es ankommt, wenn ER kommt!“

Lukasevangelium: 12,54 – 13,9 erzählt
von der Gnadenfrist, die uns geschenkt wird,
um das zu tun, worauf es ankommt.

Gnaden-Frist

Irgendein Weinbergbesitzer
schaut auf die Effizienz – auf den bestmöglichen Ertrag seines Weinberges.
Für ihn ist ein fruchtloser Feigenbaum darin nutzlos – ja schädlich.
Hau ihn heraus! – sein Auftrag an den Weinbergarbeiter.

Dieser Weinbergarbeiter jedoch
schaut auf den Feigenbaum, den er trotzdem mag.
Für ihn ist dieser Feigenbaum inmitten des Weinbergs nützlich,
weil er in seinem Schatten gut ausruhen kann…

Er setzt sich für den fruchtlosen Feigenbaum ein
und erwirkt vom Weinbergbesitzer eine Gnaden-frist.
Diese Zeit will er nutzen, für den Feigenbaum bestmögliche Bedingungen zu schaffen,
endlich Frucht hervorzubringen.

Doch uns zur Warnung wird gesagt:
Es gibt dennoch – bei aller Gnaden-frist – ein „zu spät“.
Darum ergreife die Chance, die deine Lebenszeit dir bietet,
kehre um! und bringe in deinem Leben Frucht hervor.

G. M. Ehlert zu Lk 12,6-9

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung: –> zum Gottesnamen JHWH

–> zum Antwortpsalm: Psalm 103: „Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“ 

–> 2. Lesung: –

–> zum Evangelium: Lk 12,54 – 13,9: Gnadenfrist

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 3. Fastensonntag i.J. C

Gedenktage:

– 25. März: Verkündigung des Herrn = Hochfest
– 26. März: Liudger = 1. Bischof von Münster

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In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 18. März 2019

Maß der Liebe (7.C)

7. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 24. Februar 2019

Liturgische Texte zum 7. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 13,6)
HERR, ich baue auf deine Huld,
mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.
Singen will ich dem HERRN, weil er mir Gutes getan hat.

Tagesgebet
Barmherziger Gott,
du hast durch deinen Sohn zu uns gesprochen.
Lass uns immer wieder über dein Wort nachsinnen,
damit wir reden und tun, was dir gefällt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem 1. Buch Samuel (1 Sam 26,2.7-9.12-13.22-23)
„Der HERR hat dich in meine Hand gegeben;
doch ich wollte mich an dir nicht vergreifen“

Antwortpsalm: Ps 103,12.3-4.8 u. 10.12-13   
„Gnädig und barmherzig ist der HERR,
voll Langmut und reich an Güte.“

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,45-49)
„Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 13,34)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr):
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt hab, so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 6,27-38)
Seid barmherzig, wie es euer Vater ist

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EvangelientextLk 6, 27-31;    32-36;    37-38

Euch, die ihr mir zuhört, sage ich:

I. Was wir tun sollen

Liebt eure Feinde;
tut denen Gutes, die euch hassen.
Segnet die, die euch verfluchen;
betet für die, die euch misshandeln.

Dem, der dich auf die eine Wange schlägt,
halte auch die andere hin,
und dem, der dir den Mantel wegnimmt,
lass auch das Hemd.

Gib jedem, der dich bittet;
und wenn dir jemand etwas wegnimmt,
verlang es nicht zurück.

Was ihr von anderen erwartet,
das tut ebenso auch ihnen.

II. Wem wir dies tun sollen

Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben,
welchen Dank erwartet ihr dafür?
Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.

Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun,
welchen Dank erwartet ihr dafür?
Das tun auch die Sünder.

Und wenn ihr nur denen etwas leiht,
von denen ihr es zurückzubekommen hofft,
welchen Dank erwartet ihr dafür?
Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung,
alles zurückzubekommen.

Ihr aber sollt eure Feinde lieben
und sollt Gutes tun und leihen,
auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt.

Dann wird euer Lohn groß sein,
und ihr werdet Söhne des Höchsten sein;
denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Werdet barmherzig,
wie auch euer Vater barmherzig ist!

III. Mit welchem Maß wir es tun sollen

Richtet nicht,
dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden.

Verurteilt nicht,
dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden.

Erlasst einander die Schuld,
dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt,
dann wird auch euch gegeben werden.
In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß
wird man euch beschenken;

denn

nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt,
wird auch euch zugeteilt werden.

(Lk 6,27-38)

* * *

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Bild zur Meditation:

„Das Maß der Liebe (Gottes) ist ohne Maß zu lieben“

lk-6-27-38a

allumfassende Barmherzigkeit (zu Lk 6,27-38), (c) G. M. Ehlert

* * *

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Impulse

Jesu Liebesgebot ist radikal

1. Menschliches Vergeltungsdenken: „Wie du mir, so ich dir!“
allg. menschliche Erkenntnis: Gleiches ist mit Gleichem zu vergelten: „Wie du mir, so ich dir!“ – „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“
= Die Goldene Regel:
„Was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“

2. Jesus geht weit über das vernünftige Maß hinaus
Er will,
1. dass wir – seine Jünger – die Spirale der Gewalt aktiv durchbrechen.
„Besiege das Böse durch das Gute!“
–> Entfeindungsliebe –
2. dass wir über den vernünftigen Tausch-Bereich der (Geschäfts-)Partner hinaus bereit werden etwas zu verschenken dort, wo keine Gegenleistung zu erwarten ist.
–> Geben, ohne Gegenleistung zu erwarten
3. dass wir die Position der Überlegenheit nicht ausnutzen, um andere zu richten, zu verurteilen; sondern so nutzen, dass wir
–> „Gnade vor Recht“ walten lassen.
„Werdet barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,36)

Zusammenfassung: „Gebt – ohne Berechnung, nach dem Maß der Barmherzigkeit,
dann wird euch auch nach diesem Maß gegeben werden.“

Jesu Begründung: So handelt Gott

Vorbild und Begründung für ein solch radikales „ganz anderes Verhalten“ wie es Jesus verkündet und selber lebt
ist Gottes Vollkommenheit, d.h. seine bedingungs- und schrankenlose Barmherzigkeit.
„Denn auch Er – Gott – ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Er lässt die Sonne seiner Liebe aufgehen über Gerechte und Ungerechte.“
Gott handelt nicht nach dem Vergeltungsprinzip, sondern nach dem Vergebungsprinzip.
Von dieser Grunderfahrung her lässt sich die Aufforderung Jesu allein verstehen:
„Werdet barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“

Jesus will das Böse von der Wurzel her überwinden –
indem er auf den guten Kern aufbaut, der in jedem Mensch vorhanden ist.

Nicht nur Feindesliebe – sondern Entfeindungsliebe
= ein faszinierendes Ideal, aber:

3. Einwände: Das geht doch nicht in unserer Welt! –
Das funktioniert doch nicht! –
Lässt sich so etwa die Spirale der Gewalt im Nahen Osten überwinden?
Oder bei uns die vielen Prozesse vor Gericht vorher lösen?
Ist Jesus mit dieser radikalen Forderung nicht doch ein welt-fremder Spinner – ein fantastischer Idealist?

Jesu Liebesgebot will uns nicht überfordern –
sondern herausfordern
• Die gegnerische Energie sich zu nutze machen!
Bsp. japanische Kampfeskunst: Aikido
Eher eine Bewegung mit als gegen den Gegner.
• mit dem Gegner schimpfen – nicht gegen ihn.
Bsp. Strategien zur Konfliktentschärfung:
„An Ihrer Stelle wäre ich sicherlich genau so ärgerlich…“

4. Dieses Evangelium wörtlich nehmen?! –
Ermutigende Beispiele sind selten, aber sie gibt es!

  • Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin
    So verrückt ist doch wohl keiner? – Doch!
    Der Priester Klemens Maria Hofbauer, der Apostel Wiens, liebte vor allem die armen Menschen. Eines Tages ging er wieder mit seinem Hut durch eine Gaststätte, um für die Notleidenden Geld zu sammeln. Dabei kam er auch zu einem Mann, der alles hasste, was mit der Kirche zu tun hatte.
    Der fuhr ihn an:
    „Wie kommen Sie dazu, mich um Geld zu bitten?“
    Und er spuckte dem Priester ins Gesicht.Dieser zog ruhig sein Taschentuch heraus, machte sich das Gesicht wieder sauber
    und sagte dann ganz bescheiden: „Das war für mich.
    Nun geben Sie mir bitte noch etwas für meine Armen.“
    Und er hielt ihm erneut den Hut hin. –
    Es wird berichtet, dass dieser Mann so beeindruckt war,
    dass er ihm den ganzen Inhalt der Geldbörse in den Hut schüttete.
    .
  • Wer dir den Rock wegnimmt, dem lass auch das Hemd.
    Es wird von einem erzählt, der wurde von Räubern überfallen und ausgeplündert. Als sie ihm alles Wertvolle genommen hatten, fragten sie ihn: War das alles? –
    Er sagte: „Ja!“ –
    Kaum waren die Räuber mit ihrer Beute verschwunden, da fiel ihm ein, dass noch ein paar Geldtaler in seinem Rock eingenäht waren. Er lief den Räubern nach und bekannte seinen Irrtum und bot sie ihnen an.
    Die Angesprochenen waren so verdutzt, dass sie ihm all ihre Beute wieder zurückgaben.

Die Aufforderung, die Feinde zu lieben, oder selbst Halunken gegenüber gut zu sein, ist eine Einladung zur Entdeckung, dass unter der Oberfläche des Lebens etwas anderes als das Prinzip der Gegenseitigkeit gültig ist.

5. Wie Gott zu mir, so ich zu anderen

Das übliche Prinzip der Gegenseitigkeit:
„Wie du mir, so ich dir!“
Das neue Prinzip der Gegenseitigkeit:
„Wie Gott zu mir, so soll ich zu anderen sein!“

Ich höre aus dem heutigen Evangelium einen Appell heraus:
Entdecke, wie Gott dich behandelt (hat)
und lerne, anderen gegenüber genau so zu handeln.

Wer entdeckt, wie Gott uns beschenkt, hat so viel,
dass er nicht mehr abwägen und berechnen muss,
bevor er selbst schenken kann.

Ob das auch im großen politischen Bereich funktioniert? –
Ich weiß es nicht, aber
sollte uns das daran hindern, im kleinen Bereich
damit anzufangen die Aufforderungen Jesu umzusetzen?

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Links:

–> zur 1. Lesung: –

–> zum Antwortpsalm: Psalm 103: „Hohelied der Barmherzigkeit Gottes“

–> 2. Lesung:

–> Evangelium: Lk 6,27-38 (Arbeitsübersetzung G. M. Ehlert)
siehe auch: „Die Feldrede Jesu im Lukasevangelium

–> Gebet: „Werkzeug des Friedens

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 7. Sonntag C

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 23. Februar 2019

Wohl und wehe (6.C)

6. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 17. Februar 2019

Liturgische Texte zum 6. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 31,3-4)
Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Tagesgebet
Gott,
du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jeremía (Jer 17,5-8)
„Verflucht, wer auf Menschen vertraut;
gesegnet, wer auf den HERRN sich verlässt“

Antwortpsalm: Ps 1,1-2.3.4 u. 6 
„Gesegnet, wer auf den HERRN sich verlässt.“

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,12.16-20)
„Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos“ 

Ruf vor dem Evangelium (Lk 6,23ab)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr):
Freut euch und jubelt!
Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 6,17.20-26)
Selig, ihr Armen! – Weh euch, ihr Reichen!

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Und ER (=Jesus) erhob seine Augen zu seinen Jüngern und sagte:

 Glückselige, die Armen:
(denn) euer ist das Königtum Gottes.
Jedoch:
Weh euch, den Reichen,
(denn) weg habt ihr euren Herbeigerufenen/ Beistand.
Glückselige, die Hungernden jetzt:
(denn) gesättigt werdet ihr.
Weh euch, die vollgestopft wordenen jetzt:
(denn) hungern werdet ihr.
Glückselige, die Weinenden jetzt:
(denn) lachen/ heiter sein werdet ihr.
Weh euch, die Lachenden jetzt:
(denn) trauern werdet ihr und klagen.
Glückselige seid ihr, wenn euch hassen die Menschen, und wenn sie euch ächten und fluchen und euren Namen als bösen verwerfen – um des Menschensohnes willen. Weh, wenn zu euch angenehm sprechen alle Menschen
Freut euch an jenem Tag und hüpft.
Siehe! nämlich euer Lohn (ist/ wird sein) groß im Himmel.
Denn so machten es ihre Väter mit den Propheten. denn gerade so machten es ihre Väter mit den Pseudopropheten.

(Lk 6,20-26)

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Bild zur Meditation:

selig-wehe-text-a

Vom Wohl und Wehe – (c) G. M. Ehlert, 30.01.2019

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Impulse

O welch ein Glück! – O welch ein Unglück!

Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben gewonnen! Holen Sie sich ihren Gewinn ab!
Herzlichen Glückwunsch – sagen wir:
– bei Geburtstagen, Jubiläen,
– beim Erreichen von Zielen u. Bestehen von Prüfungen.

O welch ein Unglück!
Sie sind aber zu bedauern – sagen wir:
– nach traurigen Schicksalsschlägen,
– bei einer schweren Erkrankung…

Doch wer ist wirklich zu beglückwünschen / wer zu bedauern? –
Wer etwas hat bzw. etwas verloren hat?
oder: wer etwas schönes/ schlimmes zu erwarten hat?

gute oder erschwerende Voraussetzungen zur Nachfolge Jesu
Das Evangelium (Lk 6,20-26) zeigt auf, was aus der Sicht Jesu gute oder erschwerende Voraussetzungen für den Weg der Jüngerschaft = der Nachfolge Jesu sind:

Das erste: Jesus sieht (liebevoll) seine Jünger an: – er schenkt ihnen Ansehen.
Auch ich darf mich immer wieder von Jesus anschauen lassen.
Ich bin angesehen bei Gott.

Armut – Hunger – Trauer – Verfolgung
glücklich zu preisen, wer die folgenden 4 Voraussetzungen mitbringt:
– „ihr Armen“ – materiell, geistig,
gemeint ist die Haltung der Armut = leere Hände
– „die ihr jetzt – auf dem Weg der Nachfolge – hungert“ – nach Brot, oder nach Gerechtigkeit…
gemeinst ist die Haltung der Sehnsucht
– „die ihr jetzt – auf dem Weg der Nachfolge – weint“ über den Zustand dieser Welt…
gemeint ist die Haltung des Mitgefühls
– „die – weil sie zu Christus gehören – Benachteiligungen zu ertragen haben“…
gemeint ist die Haltung der Tapferkeit
= ihr Lohn im Himmel wird groß sein.

Herzlichen Glückwunsch, wer in diesem Sinn arm, hungrig, traurig ist und von Menschen deshalb ausgegrenzt wird.

Reichtum – Sattheit – Vergnügungen – Schmeicheleien
Oder wird uns Jesus mit seinem „O weh!“ bedauern, weil wir eine der folgenden 4 Voraussetzungen mitbringen?
Weh euch:
– „die ihr jetzt reich seid“… (Hände, die festhalten sind nicht frei zu empfangen…)
– „die ihr jetzt satt seid“… (= vollgestopft u. abgestumpft)
– „die ihr jetzt lacht“ – (= über andere lacht, )…
– „die von jedermann geschmeichelt werden“
sie sind zu bedauern, denn sie haben es schwer, sich zu öffnen für die Botschaft und Wirklichkeit des Reiches Gottes.

Und wo stehen wir?
Sind wir nach den Kriterien Jesu eher zu beglückwünschen oder zu bedauern?
Haben wir gute Voraussetzungen, das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit annehmen zu können…
oder müssen wir erst anderes loslassen, was uns bisher in seinen Bann zieht: Besitz, Übersättigung oder die Ausschau nach Vergnügen?

Was in den Augen der Menschen als gute Lebensbedingungen erscheint: Reichtum, Sättigung, Vergnügungen und Anerkennung, das kann den Weg zu Gott erschweren. Und dazu sagt Jesus sein O weh! O weh!.

Doch zu beglückwünschen ist ein Mensch, der auf dem Weg zur vollkommenen Freude geht in der Nachfolge Jesu.

Ein Beispiel dafür ist Franziskus, der freiwillig auf Reichtum, Sättigung, Vergnügungen und Anerkennung bei den Menschen verzichtete und in frei gewählter Armut Christus nachfolgte.

Wer auch in den Widrigkeiten seines Lebens sich nicht aus dem inneren Gleichgewicht bringen lässt aus der Verbundenheit mit Christus heraus, dem gilt: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gewonnen! Holen Sie sich ihren Gewinn ab!

Glück oder Unglück

War ein Bäuerlein,
hatte nur ein Pferd.
Lief das Pferd davon –
und ist nicht heimgekehrt.
Kamen alle Nachbarn an,
klagten laut: „Du armer Mann!
So ein Unglück! So ein Unglück!
So ein Unglück, nein!“
Doch das Bäuerlein sprach leis‘:
„Ob’s ein Unglück ist, wer weiß?!“
Morgen bin ich schlauer…“

Als das Pferd tags drauf
durch das Hoftor schritt,
brachte es dem Bäuerlein
noch ein Wildpferd mit.
Kamen alle Nachbarn an,
freuten sich: „Du guter Mann!
So ein Glück, hej! So ein Glück, hej!
So ein Glück, hej, hej!“
Doch das Bäuerlein sprach leis‘:
„Ob’s ein Glück ist, nun, wer weiß?!
Morgen bin ich schlauer…“

Und des Bauern Sohn
ritt das Wildpferd ein.
Stürzte von dem Pferd
und brach sich ein Bein.
Kamen alle Nachbarn an,
klagten laut: „Du armer Mann!
So ein Unglück! So ein Unglück!
So ein Unglück, nein!“
Doch das Bäuerlein, sprach leis‘:
„Ob’s ein Unglück ist, wer weiß?!
Morgen bin ich schlauer…“

Als ein Krieg im Land ausbrach,
zog man die Burschen ein.
Nur des Bauern Jungen nicht
mit dem gebroch’nen Bein.
Kamen alle Nachbarn an,
freuten sich: „Du guter Mann!
So ein Glück, hej! So ein Glück, hej!
So ein Glück, hej, hej!“
Doch das Bäuerlein sprach leis‘:
„Ob’s ein Glück ist, nun wer weiß?!
Morgen bin ich schlauer…“

Dein Verhängnis ist
doch vielleicht dein Glück?!
Und dein Hauptgewinn
bricht dir das Genick?!
Sei heut‘ zufrieden, dass Du lebst
und noch einen Finger hebst.
Morgen oder übermorgen
oder überübermorgen kommt…
der Tod.

(Gerhard Schöne, nach einer orientalischen Parabel)

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung: Jeremia 17,5-11 Fluch und Segen

–> zum Antwortpsalm: zu Psalm 1 + 2: = „Das Doppelportal“ zum gesamten Psalter
.      Psalm 1 und 2 (Bild und textgetreue Übersetzung)

–> 2. Lesung: –

–> Evangelium: Lk 6,20-26 Vom Wohl und Wehe
siehe auch: „Die Feldrede Jesu im Lukasevangelium

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 6. Sonntag C  

Gedenktage:

  • 14. Februar: Cyrill u. Methodius = F
    u. Valentin von Rom = g

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 17. Februar 2019

 

Abgelehnt (4.C)

4. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 3. Februar 2019

Liturgische Texte zum 4. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 106,47)
Hilf uns, HERR, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen denen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jeremía (Jer 1,4-5.17-19)
„Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!“

Antwortpsalm: Ps 71,1-2.3.5-6.15 u. 17
Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit.

2. Lesung: aus dem1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,31 – 13,13) oder: (1 Kor 13,4-13)
„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Jes 61,1)
Halleluja. Halleluja.
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 4,21-30)
Wie Elija und Elischa, so ist Jesus nicht nur zu den Juden gesandt

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

–> Lk 4,16-44 Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

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Bild zur Meditation: Ablehnung Jesu in seiner Vaterstadt Nazaretmk-6-1-6

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Impulse zur Reaktion auf die Predigt Jesu in Nazaret:

Kein Prophet wird akzeptiert in seiner Vaterstadt

ein außerbiblisches Jesuswort:

„Es gibt keinen Propheten, der in seinem Dorf aufgenommen wird.
Ein Arzt pflegt die, die ihn kennen, nicht zu heilen.“

(Thomasevangelium Logion 31)

Das musste auch Jesus in seiner Heimatstadt Nazaret erfahren als er zu Beginn seines öffentlichen Wirkens auch in der Synagoge von Nazaret predigt.

Zuerst staunen alle über den beeindruckenden Inhalt seiner Predigt. Doch dann lehnen sie ihn ab, weil er doch nur ein Sohn Josefs ist.

Warum ist das so?

  • Die Herkunftsfamilie und die „Sandkastenfreunde“ aus dem Heimatort trauen einem oft keine besondere Entwicklung zu?
  • damals: „Ist das nicht ein Sohn Josefs?“…
  • heute: wie – der Bauernjunge will ein guter Arzt sein? – Das trauen wir dem nicht zu.
  • Das Vorurteil: genetischer Fehlschluss: von der Herkunft auf die Güte eines Menschen zu schließen?
  • der kommt doch aus einem guten Haus… wie konnte der nur so niederträchtig handeln?…

1.    Nazaret: Von Bewunderung zur Ablehnung

„Bewunderung und Ablehnung – dieses paradoxe Verhalten, dem auch ein paradoxes Gefühl entspricht, ist kennzeichnend für das Verhalten vieler zu Jesus (auch heute)

  • Die Ablehnung kann die Kehrseite der Bewunderung werden, wenn deutlich wird, dass eine Beziehung zu ihm zur Veränderung des eigenen Lebens führen müsste. Da entscheidet sich, ob Bewunderung und Verehrung zur Abhängigkeit führen oder für das eigene unverwechselbare Leben frei machen. ….Bewunderung ohne Veränderung zur Lebenserweiterung – das hat Jesus, soweit wir das aus den Evangelien ablesen können, offensichtlich abgelehnt.
  • Da, wo der Mensch, den wir bewundern, sich nicht in dieser Bewunderung sonnt, sondern die Frage stellt: Und was bedeutet das für dich selbst? Welche Kräfte und Gaben bewunderst du bei mir, die du selbst hast?
  • Wohin sollten sich nun die Verwandten, die Bewohner von Nazaret verändern? Nazaret bedeutet seinem Namen nach: „Ort des Sprosses“ (aus dem Hause Davids).Jesus bekräftigt nun bei seinem Auftritt in seiner Vaterstadt, dass sich die Verheißung des Messias in IHM erfüllt hat. Doch sie sind irritiert. Denn er erfüllt bestimmte Erwartungen nicht. (Einen Messias haben wir uns doch ganz anders vorgestellt…) – Wenn er kommt, wird er doch die Frommen belohnen und diejenigen, welche die Gebote Gottes nicht erfüllen, – z.B. die Heiden bestrafen? Doch Jesus verkündet, dass gerade auch an den Heiden Zeichen und Wunder geschehen.
  • Hier in diesem kleinen Kaff wohnte eine streng jüdische Sippe, die stolz darauf war, aus davidischem Geschlecht abzustammen. Sie befolgten eine strenge Torafrömmigkeit, verbunden mit der endzeitlichen Erwartung, dass aus ihrem Spross einmal der Messias kommen wird.
  • In Nazaret lernt Jesus wie schwer es ist, festgefügte Erwartungshaltungen, vor allem wenn sie religiös motiviert sind, aufzubrechen. Es gelingt ihm nicht, im Gegenteil.
  • Seine Lehre treibt sie zu Wut. Es kommt zu einem Aufstand und beinahe zu einer Lynchjustiz, der er sich gerade noch entziehen kann.

2.    Kafarnaum: „…denen aber, die ihn aufnahmen…“

Er verlässt Nazaret, den Ort seiner Herkunft und geht nach Kafarnaum, einem Ort mit Juden und Heiden am See Genezareth hinab. Dieser Ort wird nun zu seiner Wahlheimat.

Hier trauen ihm die Menschen heilende Kräfte zu – hier kann er heilsam wirken.

3.    Unterschiedliche Wirkungen der vollmächtigen Lehre Jesu:

„Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu heißen.“

in Nazaret (Lk 4,16-30) in Kafarnaum (Lk 4,31-44)
„alle staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen“ „Da waren sie bestürzt ob seiner Lehre, denn vollmächtig war sein Wort.“
(Skepsis): „ist das nicht ein Sohn Josefs?“ Ein Mensch mit einem dämonischen Geist bekennt:
„Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“
„Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt“ „Hinaus lief das Echo über ihn, an jeden Ort des Umlandes.“
„Von Wut erfüllt wurden da alle in der Synagoge, die das hörten.
Und sie standen auf, trieben ihn aus der Stadt hinaus…“
Die geheilte Schwiegermutter des Simon:

„Sofort stand sie auf und diente ihnen.“

„…um ihn hinunterzustoßen“ „Die Scharen suchten ihn…
und wollten ihn abhalten, sie zu verlassen.“
  • Wem gleichen wir? – Den Menschen in Nazaret mit ihren festgefügten Erwartungen, die Jesus ablehnen? Oder den Menschen in Kafarnaum, die auch in ihrer religiösen Erwartung offen sind und Jesus gerne aufnehmen?

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Links:

–> zur 1. Lesung – Jer 1,4-5.17-19: „Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt“

–> zum Antwortpsalm: Psalm 71: Gott – Zuflucht im Alter

–> 2. Lesung: 1 Kor 12,31 – 13,13: „Das ‚Zehnwort‘ (= Dekalog) der Liebe

–> Evangelium: Lukasevangelium 4,21-30
siehe Grafik zu Mk 6,1-6: Reaktionen auf Jesu Predigt in Nazaret
–> siehe: „Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

–> siehe auch: Predigt Jesu in Nazaret

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 4. Sonntag C

 

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 27. Januar 2019