Das „Vater-unser“ konsequent leben

Das „Vater-unser“ –
konsequent leben in der Nachfolge Jesu

Vater unser im Himmel…

1. Wer bin ich? Und: Wo gehöre ich hin?
Wenn ich als Mensch in meiner Leib-Seele-Geist-Einheit im Blick auf Gott „Vater“ sagen darf, dann heißt das, dass ich ein Kind Gottes bin, von ihm mit unantastbarer Menschenwürde beschenkt; – wenn ich spreche: „Vater unser“ – so akzeptiere ich, dass dies für alle Menschen gilt.

Wir Menschen sind „Königskinder“ – Söhne und Töchter Gottes und Miterben seines Reiches. (vgl. Gal 4,1-7) Das heißt auch, dass wir Menschen füreinander „Ebenbilder Gottes“ und untereinander Geschwister sind.
Unsere Heimat ist bei Gott „im Himmel“ – d.h. wir sind hier auf Erden auf Pilgerschaft.

… geheiligt werde dein Name…

2. Was ist das Ziel meines Lebens?
Der Urwunsch, sich einen Namen machen, Ansehen bei den Menschen gewinnen, kann in seiner Maßlosigkeit zu einer teuflischen Ehrsucht werden
vgl. die Versuchung Jesu durch den Teufel: „wenn du Gottes Sohn bist, so stürze dich von der Zinne des Tempels herab…“ (Mt 4,6).

Im Vater-unser-Gebet wird dieser Urwunsch auf Gott hin ausgerichtet. Wenn ich bete: „Dein Name werde geheiligt“, dann sage ich damit, dass ich das Ziel meines Lebens finde, indem ich meine geistigen Kräfte ausrichte auf die Verherrlichung Gottes. – „Alles zur größeren Ehre Gottes, des Vaters“

… dein Reich komme…

3. Was ist meine Lebensaufgabe?
Der Urwunsch, das Streben nach Besitz und Reichtum, kann in seiner Maßlosigkeit zu einer teuflischer Habgier bzw. Geiz werden –
vgl. die Versuchung Jesu durch den Teufel: „alle Reiche der Welt will ich dir geben, wenn du dich vor mir nieder wirfst…“ (Mt 4,9)

Dieser Urwunsch wird im Vater-unser-Gebet auf Gott gerichtet: Wenn ich bete: „Dein Reich komme“, dann besagt das, dass ich bereit bin, mein Herz und mein Handeln an erster Stelle auf „das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit“ zu richten, damit das Reich Gottes unter uns Wirklichkeit werden kann – durch Jesus, Gottes menschgewordenen Sohn.

…dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden…

4. Woran soll sich mein Leben orientieren?
Der Urwunsch, seinen Willen durchsetzen zu wollen, Macht haben zu wollen, kann in seiner Maßlosigkeit zu einer teuflischen Herrschsucht werden –
vgl. der Teufel zu Jesus: „wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird…“ (Mt 4,3)

Dieser Wunsch wird im Vater-unser-Gebet auf Gott hin ausgerichtet:
Wenn ich bete: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“, dann erkläre ich mich damit bereit, dass der Einsatz meiner Willenskraft auf die Erfüllung des Willen Gottes gerichtet ist – „in der Einheit des Heiligen Geistes.“

 … unser tägliches Brot gib uns heute…

5. Mit welcher Unterstützung auf dem Lebensweg kann ich rechnen?
Wenn ich bete: „Unser tägliches Brot gib uns heute“ so ist damit die Lebensweise eines umherziehenden Pilgers angesprochen, der keine Vorräte mit auf den Weg nimmt, sondern sich nur um den nächsten Tag kümmert. –

Diese Haltung der „Besitz-losigkeit“ – die „Armut der empfangsbereiten Hände“ aus vertrauensvollen Glauben in die Sorge unseres Schöpfergottes um unsere Bedürfnisse soll uns prägen auf dem Weg zu Gott, dem Vater.
Dazu kommt als Konsequenz aus dieser Bitte: die Bereitschaft zum solidarischen Teilen aller Gaben der Schöpfung.

… und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern…

6. Wie können die Blockaden auf dem Lebensweg überwunden werden?
Wenn ich bete: „Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben (haben) unseren Schuldigern“ dann zeigt sich darin, dass Jesus in der Hartherzigkeit die Hauptgefährdung auf dem Weg zu Gott sieht. („ich habe etwas gegen dich!“ – angesammelte Schuldscheine, angestauter Groll…).

Umgekehrt zeigt sich in so einer Haltung der „Macht-losigkeit“ – im Gehorsam dem Auftrag Christi, des Erlösers gegenüber – in der Vergebungsbereitschaft der Ernstfall der Nächstenliebe.

… und führe uns (damit wir) nicht in Versuchung (erliegen),
sondern erlöse uns von dem Bösen.

7. Wie kann die Gefährdung unseres Lebens überwunden werden?
Wenn ich bete: „und führe uns (damit wir) nicht in Versuchung (erliegen), sondern erlöse uns von dem Bösen“ – dann werden wir uns der Gefährdung unseres Geistes im Hinblick auf die Verführungsmacht des Bösen bewusst. – die Verführbarkeit, sich ohne Gott Ansehen  verschaffen zu wollen.

In der Haltung – der „Jungfräulichkeit“ – d.h. als einer, der seine Anerkennung letztlich nicht von einem Partner oder von Menschen erwartet, sondern offen bleibt für das Liebeswerben Gottes und die Erfüllung aller Sehnsucht beim himmlischen Hochzeitsmahl, geben wir uns ganz in Gottes Hand in der Hoffnung darauf, dass er keinen zu Grunde gehen lässt – in der Kraft seines heiligenden Geistes.

zum Seitenanfang

Pfeil-obenzur Startseite

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Werbeanzeigen