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Zwölf heilige Nächte 26.12.-06.01

Zwölf „heilige“ Nächte – zwischen Weihnachten und Epiphanie

„Bezeichnung für die PERCHTENNÄCHTE, die RAUNÄCHTE,
die ZWÖLF NÄCHTE, die ZWÖLFTEN
oder das DODEKAHEMERON der Orthodoxie
zwischen Weihnachten und EPIPHANIE,
dem 25. Dezember und dem 6. Januar.
Raunächte hieß diese Zeit, weil in ihnen geräuchert wurde:
Der Bauer räucherte Haus und Hof,
um sich dem Heiligen zu unterstellen und alle böse Gefahr abzuwehren.
Perchtennächte waren es, weil in dieser Zeit die Dämonen tobten.
567 erkannte die Synode von Tours die zwölf Tage als Festzeit an,
weil sie das neue und das alte Weihnachtsfest,
den neuen (25. Dezember) und den alten Neujahrstag (6. Januar)miteinander verbanden.“
(Prof. Dr. theol. Manfred Becker-Huberti, Köln)

Jörg Zink schrieb 1995 in seinem Buch „Zwölf Nächte – Was Weihnachten bedeutet“,
dass wir in einer Zeit leben, wo es nur noch schwer möglich ist,
in den Tagen des Advents zur Stille zu finden.
Sein Vorschlag: die „12 Heiligen Nächte“ zwischen Weihnachten und Erscheinung des Herrn
die in den germanischen Ländern seit alters her als die „Rauen Nächte“ begangen wurden,
wieder neu zu füllen mit Meditation und Stille.

Meine Gedanken zum „Königsweg“ mit seinen 10 Abschnitten
sind ein Angebot für einen geistlichen Weg durch die Weihnachtszeit.

24. Dezember – Heilige Nacht
– Der Heilig-Abend

25. Dezember – Weihnachten
– Meditation darüber, was es bedeutet, dass Gott Mensch wird.

26. Dezember – Stephanus
– ein wahrhaft „königlicher“ Mensch sein

27. Dezember – Johannes der Apostel
– 1. eine Zeit des leuchtenden Sternes

28. Dezember – Unschuldige Kinder
– 2. eine Zeit der (Ent-) Scheidung

29. Dezember
– 3. Zeiten der Trockenheit

30. Dezember
– 4. Zeiten im Meer der Zeit

31. Dezember – Silvester
– 5. Zeiten der fruchtbaren Erwartung

1. Januar – Maria Gottesmutter – Neujahr
– 6. Zeiten des Herrschers dieser Welt

2. Januar
– 7. Zeiten der Sabbatruhe

3. Januar – Heiligster Name Jesu
– 8. den Tag der neuen Sonne, den Tag des Herrn

4. Januar
– 9. Zeiten nächtlicher Träume

5. Januar
– 10. Zeiten auf dem neuen Weg

6. Januar – Epiphania Domini – Erscheinung des Herrn


24. Dezember Heilige Nacht
Der Heilig-Abend
kann mit einer häuslichen Krippenfeier mit Liedern und Geschenken gefüllt werden,

25. Dezember – Weihnachten der Abend des 1. Weihnachtstages
bietet sich an zur Meditation darüber, was es bedeutet, dass Gott Mensch wird.

12 Verse aus dem 2. Kapitel des Matthäusevangeliums:
1. Als nun Jesus geboren war
in Betlehem in Judäa
in den Tages des Königs Herodes, siehe
Magier aus dem Aufgang
fanden sich ein in Jerusalem.


26. Dezember – Stephanus
(der Name bedeutet: „die Krone“)

Stephanus - Bild (c) G. M. Ehlert

Stephanus – 1. Märtyrer

Wahrhaft „königliche“ Menschen erfahren auf ihrem „Königsweg“
zu Christus – und mit Christus im Herzen zurück –
verschiedene Zeiten auf ihrem Weg der „Neu-Schöpfung“:

2. Sie sprachen:
„Wo ist der neugeborene König der Juden?
(das ist die erste Frage im Neuen Testament)
Wir haben nämlich erschaut
seinen Stern in dem Aufgang
und sind gekommen,
um ihm Verehrung zu erweisen.“

Was sind das für Menschen,
die so reden und handeln?

27. Dezember – Johannes der Apostel

1. eine Zeit des leuchtenden SternesKweg-0

Entdecke auch du den Stern,
der am Himmel deiner Sehnsucht
aufleuchtet.

3. Als das der König Herodes hörte
geriet er in Erregung
und ganz Jerusalem mit ihm,


28. Dezember – Unschuldige Kinder

2. eine Zeit der (Ent-) Scheidung
Kweg-1

Wenn du die Bedeutung deines Sternes der Verheißung erkennst, dann mache es wie die Sterndeuter und brich auf Neues zu entdecken, denn dies ist die Sternstunde deines Lebens.

4. und er ließ zusammenkommen
alle Hohepriester
und Schriftgelehrten des Volkes
und erfragte von ihnen:
wo der Messias geboren werde.


29. Dezember

3. Zeiten der Trockenheit
Kweg-2

Lass auch du dich
durch Schwierigkeiten auf dem Weg
nicht davon abhalten, den Ort der Verheißung weiter zu suchen.

5. Sie sagten ihm:
„In Betlehem in Judäa:
so nämlich ist geschrieben durch den Propheten:


30. Dezember

4. Zeiten im Meer der Zeit
Kweg-3

Auch du darfst im Meer der Zeit nicht untergehen.
Doch auch für deine Zeit gilt:
„Das Gestern, Heute und Morgen
sind in Gott geborgen.“

6. ‚Und du Betlehem, (im) Land Juda,
keineswegs bist du die geringste
unter den Fürstenschaften Judas!
aus dir nämlich wird hervorgehen ein Fürst,
der weiden wird mein Volk Israel.'“

31. Dezember – Silvester

5. Zeiten der fruchtbaren Erwartung
Kweg-4

Drei Kraftzentren
geben auch deinem Leben Dynamik:
– die Kräfte des Leibes, des Geistes und des Herzens
– voller Erwartung dem Ziel entgegenzugehen.

7. Darauf rief Herodes heimlich die Magier zu sich
erkundete genau von ihnen
die Zeit der Erscheinung des Sternes,

1. Januar – Maria Gottesmutter – Neujahr

6. Zeiten des Herrschers dieser Welt
Kweg-5

Ent-täuschungen bleiben auch dir nicht erspart.
Doch wenn die Täuschung erkannt ist, kann es erneut weitergehen.

8. und schickte sie nach Betlehem sagend:
„Geht hin und forscht genau
nach dem Kind.
Sobald ihr es gefunden habt, berichtet mir,
damit auch ich hingehe
und ihm Verehrung erweise.“

2. Januar

7. Zeiten der Sabbatruhe
Kweg-6

Auch dein Leben braucht „Sabbatzeiten“ –
Zeiten der Neuorientierung nach dem Stern, der über deinem Leben leuchtet.

9. Sie aber hörten auf den König
und brachen auf
und siehe
der Stern, den sie erschaut in dem Aufgang,
voraus zog er ihnen,
bis er hinkam und stillstand
an dem Ort, wo das Kind war.
10. Sehend aber den Stern,
erfreuten sie sich großer Freude sehr.


3. Januar – Heiligster Name Jesu

8. den Tag der neuen Sonne, den Tag des Herrn
Kweg-7

„Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder
und kommet, o kommet nach Betlehem.
Christus der Heiland stieg zu uns hernieder.
Kommt, lasset uns anbeten… den König den Herrn.“

11. Und sie gingen in das Haus
erschauten das Kind
bei Maria, seiner Mutter,
und sie warfen sich nieder –
ihm Verehrung erweisend –
und öffneten ihre Schätze.
Sie brachten ihm zum Geschenk
Gold und Weihrauch und Myrrhe.


4. Januar

9. Zeiten nächtlicher Träume
Kweg-8

Traumbotschaften empfangen…
Traumbotschaften deuten…
den Traumbotschaften folgen.

12. Und gewiesen im Traum
nicht zurückzukehren zu Herodes…


5. Januar

10. Zeiten auf dem neuen Weg
Kweg-9

„Seid gewiss:
Ich bin bei euch alle Tage
bis zur Vollendung der Welt.“
(Mt 28,20)

(12b) …entwichen sie
auf einem anderen Weg

in ihr Land.


6. Januar – Epiphanie
= Erscheinung des Herrn („Hl. Drei Könige“)

Kweg-a

Der Königsweg“ – Grafik von G. M. Ehlert

Siehe auch

  • Mt 2,1-12 Sterndeuter suchen und finden den neugeborenen König der Juden
    = Studienübersetzung mit Erläuterungen (pdf)
  • Der Königsweg = Bild u. Gedanken zu Mt 2,1-12
    = eine Power-Point-Präsentation

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand 26.12.2020

Weihnachten 2020

Weihnachten – 25. Dezember

–> zu den Liturgischen Texten zum Weihnachtsfest

„Ihr werdet den Himmel geöffnet
und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen
über dem Menschensohn“ (Joh 1,51)

Weihnachtsweg-9a

„Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.“ (Joh 1,51) – Grafik von G. M. Ehlert, Dez. 2019


Bildlegende:

„Ihr werdet den Himmel geöffnet
und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen
über dem Menschensohn.“ (Joh 1,51)

Auf dem Weihnachtsbild sehen wir vor dem sternenübersäten Himmel eine Raute – gebildet aus zwei gleichseitigen Dreiecken. Im oberen Dreieck eine hell leuchtende Stadt. In Serpentinen führt ein Weg bis zur Spitze, dem königlichen Palast. Im unteren Dreieck eine Landschaft. In Serpentinen führt ein Weg hinab. In der Mitte des Bildes das Stadttor. Drei Reisende sind auf ihren Reittieren am Stadttor Jerusalem, der Hauptstadt Israels angelangt.

„Stern über Betlehem, zeig uns den Weg…“

Ein leuchtender Stern hat sie bis hierher geführt. Doch „wo ist der neugeborene König der Juden?“ (Mt 2,2) – Hinein in die Stadt und hinauf bis zum Palast des Königs? – oder hinaus aus der Stadt und hinab bis nach Betlehem, der Stadt Davids?

„Wir ziehen vor die Tore der Stadt.
Der Herr ist nicht mehr fern…“

Ganz unten in dem nach unten weisenden Dreieck ist die Krippe Jesu – sie bildet ein „X“ (= griechisch Chi) – der Anfangsbuchstabe für Christus. In einem „ α “ = Alpha, Anfang, in der Futterkrippe das neugeborene Kind, umgeben von Maria und Josef. Aus dem „ α “ wird ein „ @ “ = At-Zeichen – das Adresszeichen bei E-Mails. Jesus ist Gottes „E-Mail“ – Gottes „Liebesbrief“ an die Menschen: Sein ewiges Wort ist in Jesus ein sterblicher Mensch geworden (vgl. Joh 1,14). Das „@“ ist in der Mitte von einem „#“ = Doppelkreuz. Wenn so ein Hashtag vor einem Wort steht, wird dies zum Schlagwort, das von Suchmaschinen im Internet leichter gefunden werden kann. Und Christus will gefunden werden nicht nur im Internet: „#Weihnachten – das #Fest der #Geburt_Christi.“

„Vom Himmel hoch, da komm ich her,
ich bring euch gute neue Mär…“

Mehrere „#“ übereinander bilden auf dem Bild eine Himmelsleiter. Auf ihr schweben neun Engel (= Hinweis auf die neun Engelchöre) auf und nieder. Weihnachten feiern wir: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16) Jesus stellt die Verbindung zwischen Gott und Welt ein- für allemal wieder her.

„Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis…“

Diese Himmelsleiter – im Rot der Liebe – verbindet – wie im Traum des Stammvaters Jakob (vgl. Gen 28,12) – den Himmel, den Ort, wo יהוה = JHWH, der ewig liebende Gott, wohnt mit der Erde, dem Lebensraum seiner Geschöpfe. Auf dieser Leiter wird Jesus, der Mensch gewordene Gottessohn, als erster wieder hinaufsteigen und uns das Tor des Himmels öffnen. (vgl. Joh 3,13) Das „ Ω “ (= Omega = Ziel) ist diese geöffnete Himmelstür. Doch um dahin zu gelangen, führt kein Weg am Kreuz (= in der Mitte der Leiter) vorbei.

„Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!“

Wir können 14 Sterne am nächtlichen Himmel und 14 Häuser in der Stadt Jerusalem zählen; 14 ist die Zahl Davids (D=4 W=6 D=4) und Jesus ist der wahre Sohn aus dem Geschlecht Davids. Auf dem Bild sind draußen vor der Stadt 7 Personen zu sehen und Jesus als die „8. Person“. Er ist der Erlöser der ganzen Fülle (= 7) der Menschen.

„Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder
und kommet, o kommet nach Betlehem.
Christus der Heiland stieg zu uns hernieder.
Kommt, lasset uns anbeten… den König, den Herrn!“

* * *

Am Heiligen Abend: (24. Dezember)

Eröffnungsvers: (vgl. Ex 16,6-7)
„Heute sollt ihr es erfahren:
Der HERR kommt, um uns zu erlösen,
und morgen werdet ihr seine Herrlichkeit schauen.“

1. Lesung: Jes 62,1-5
Der Herr hat an dir seine Freude

2. Lesung: Apg 13,16-17.22-25
Aus Davids Geschlecht hat Gott dem Volk Israel Jesus als Retter geschickt

Evangelium: Mt 1,1-25
Stammbaum Jesu und seine Geburt aus der Jungfrau

In der Heiligen Nacht
(Christmette oder Engelamt):

Eröffnungsvers: (Ps 2,7)
„Der HERR sprach zu mir:
Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.“

1. Lesung: Jes 9,1-6
Ein Sohn ist uns geschenkt; man nennt ihn: Fürst des Friedens

2. Lesung: Tit 2,11-14
Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten

Evangelium: Lk 2,1-14
Geburt Jesu in Betlehem u. Botschaft der Engel an die Hirten

Am Morgen (Hirtenamt)

Eröffnungsvers (vgl. Jes 9,1.5)
„Ein Licht strahlt heute über uns auf,
denn geboren ist uns der HERR.
Und man nennt ihn: Starker Gott, Friedensfürst,
Vater der kommenden Welt.
Seine Herrschaft wird kein Ende haben.“

1. Lesung: Jes 62,11-12
Sieh her, jetzt kommt deine Rettung

2. Lesung: Tit 3,4-7
Gott hat uns gerettet aufgrund seines Erbarmens

Evangelium: Lk 2,15-20
Die Hirten an der Krippe

Am Tag (Hochamt)

Eröffnungsvers (vgl. Jes 9,5)
„Ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt.
Auf seinen Schultern ruht die Herrschaft.“

1. Lesung: Jes 52,7-10
Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes

2. Lesung: Hebr 1,1-6
Gott hat zu uns gesprochen durch den Sohn

Evangelium: Joh 1,1-18 (Wortgetreue Übersetzung)

Meditation zum Johannesprolog

Fest des Heiligen Märtyrers Stephanus
(26. Dezember):

siehe: „den Himmel offen sehen

 

Weitere Gedanken zum Weihnachtsfest:

„Gloria et Pax“ – ein Weihnachtsbild Power-Point-Präsentation (5,28 MB)

Woher erlangen Menschen ihr Heil?

Zwischen Ochs und Esel

Gottes schönstes Wort

Die geweihte Nacht der Christgeburt

Ein neuer Anfang

Ein Lied vom göttlichen Liebeswort (Der Johannesprolog)

Krippe + Kreuz + Krone

Christus kommt – kann er bei uns ankommen?

Zwölf Heilige Nächte – Die Zeit zwischen Weihnachten u. Epiphanie

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand 23. Dez. 2020