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Pfingstnovene

Pfingstnovene

Am Pfingstfest sandte der auferstandene und in den Himmel Gottes aufgefahrene Herr Jesus Christus seinen Jüngerinnen und Jüngern den Heiligen Geist.

Dieser Geist formte die Gemeinde Jesu zu seiner Kirche,
begleitete die Kirche durch die Zeit
und ließ sie zu einer weltweiten großen Gemeinschaft wachsen.

Dieser Geist Gottes stärkt auch heute unseren Glauben,
belebt unsere Hoffnung,
vertieft unsere Liebe,
als einzelne, vor allem aber als Gemeinschaft, als Kirche.

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu hatten sich auf das Kommen des Heiligen Geistes vorbereitet:
gemeinsam – im Gebet – im Abendmahlssaal in Jerusalem.

Von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten haben sie
neun Tage lang
um den Geist gebetet
– die erste Pfingstnovene –
das Neun-Tage-Gebet. (vgl. Apg 1,13-14)

Gleichbleibender Teil der Pfingstnovene:

Eröffnung:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ehre sei dem Vater
und dem Sohn
und dem Heiligen Geist

wie im Anfang
so auch jetzt und alle Zeit
und in Ewigkeit. Amen. Halleluja!


Gebet:
Atme in mir, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges denke.
Treibe mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges tue.
Locke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges liebe.
Stärke mich, du Heiliger Geist, dass ich Heiliges hüte.
Hüte mich, du Heiliger Geist, dass ich das Heilige nimmer verliere.

(dem Heiligen Augustinus zugeschrieben)


wechselnder Teil:

an Christi Himmelfahrt:
Komm herab, o Heiliger Geist, der die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt.

am Freitag (1.Tag):
Komm, der alle Armen liebt, komm der gute Gaben gibt, komm, der jedes Herz erhellt.

am Samstag (2.Tag):
Höchster Tröster in der Zeit, Gast der Herz und Sinn erfreut, köstlich Labsal in der Not.

am Sonntag (3.Tag):
In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Tod.

am Montag (4.Tag):
Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund.

am Dienstag (5.Tag):
Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund.

am Mittwoch (6.Tag):
Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein, heile du wo Krankheit quält.

am Donnerstag (7.Tag):
Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, lenke, was den Weg verfehlt.

am Freitag (8.Tag):
Gib dem Volk, das dir vertraut, das auf deine Hilfe baut, deine Gaben zum Geleit.

am Samstag (9.Tag):
Lass es in der Zeit bestehn, deines Heils Vollendung sehn und der Freuden Ewigkeit.

am Pfingstfest:
Amen. Halleluja

Gebet:
Komm heiliger Geist, heilige uns.
Erfülle unsere Herzen mit brennender Sehnsucht nach Wahrheit,
nach dem rechten Weg und nach dem vollen Leben.
Entzünde in uns dein Feuer,
dass wir selber davon zum Licht werden,
das leuchtet und wärmt und tröstet.
Lass unsere schwerfälligen Zungen Worte finden,
die von deiner Liebe und Schönheit sprechen.
Schaffe uns neu,

dass wir Menschen der Liebe werden,
deine Heiligen, sichtbare Worte Gottes.
Dann werden wir das Antlitz der Erde erneuern
und alles wird neu geschaffen.

Komm, heiliger Geist, heilige uns, stärke uns, bleibe bei uns. Amen.

(aus der Ostkirche)


Vater unser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segenswort:
Es erfülle uns der Vater mit seiner Liebe.

Es erfülle uns der Sohn mit seinem Leben.
Es erfülle uns der Heilige Geist mit seiner Kraft.

Es segne uns und alle Menschen der gütige Gott:
der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist. Amen.

* * *

–> Weitere Gebete zum Heiligen Geist

Gedanken am Fest Christi Himmelfahrt:

Komm herab, o Heil’ger Geist
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

I

Symbol des Hl. Geistes:

  • Wolke und Licht

Sichtbare Zeichen für Erscheinungen des unsichtbaren Gottes

Am Anfang der Schöpfung schwebte Gottes Geist über den Wassern.
Er brütete die gute Schöpfung Gottes aus. Als erstes strahlte sein Licht und es zerriss die finstre Nacht. Am Anfang der Neuen Schöpfung empfing Maria Gottes Sohn durch das Wirken des Heiligen Geistes. Er überschattete sie mit der Kraft Gottes und sie brachte Jesus Christus, das menschgewordene Wort Gottes zur Welt. Der Heilige Geist vermag auch heute in das „Tohu-wa-bohu“ unseres Lebens Licht hinein zu strahlen, so dass durch uns etwas Neues zur Welt kommen kann. Komm, heiliger Geist!

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Pfingstnovene (1. Tag):

Gedanken am Freitag nach Christi Himmelfahrt:

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

II

Symbol des Hl. Geistes:

  • Finger an der Hand Gottes
    Zeichen für das kraftvolle Handeln Gottes

Durch den „Finger Gottes“ – d.h. in der Kraft des Geistes treibt Jesus die Dämonen aus (Lk 11,20).
Während des Gesetz Gottes vom „Finger Gottes“ auf steinerne Tafeln geschrieben wurde (Ex 31,18), sind wir – der „Brief Christi“ (2 Kor 3,3) – geschrieben mit dem Finger Gottes in Herzen von Fleisch. Christus eröffnet seine Verkündigung der Frohbotschaft damit, dass er folgendes Wort des Propheten Jesaja mit seinem Kommen erfüllt sieht:
„Der Geist des Herrn ruht auf mir;

denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt,
damit ich den Armen Frohbotschaft bringe;
damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde
und den Blinden das Augenlicht;
damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“ (Lk 4,18-19)

Auch wir dürfen dieses Gotteswort auf uns übertragen.
Dort, wo wir leben, können wir „ein Fingerzeig“ Gottes für die Menschen sein.

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Pfingstnovene (2. Tag):

Gedanken am Samstag nach Christi Himmelfahrt:

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.

III

Symbol des Hl. Geistes:

  • Taube

Symbol des Friedens

Am Ende der Sintflut kehrte die Taube, die von Noah aus der Arche herausgelassen worden war, mit einem frischen Ölzweig im Schnabel zurück als Zeichen dafür, dass die Erde wieder fruchtbar und somit bewohnbar war. Sie kündigt den Frieden an, den Gott mit der Menschheit in einem feierlichen Bund schließt.Als Christus aus dem Wasser seiner Taufe steigt, lässt sich der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf ihn nieder und bleibt auf ihm.

Seit alters her gilt die (weiße) Taube auch als ein Friedenssymbol.

Dieser Geist des Friedens komme auch auf uns herab und bleibe allezeit bei uns.

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Pfingstnovene (3. Tag):

Gedanken am 7. Sonntag der Osterzeit

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

IV

Symbol des Hl. Geistes:

  • Hand(auflegung)
  • Darreichung
  • göttl. Macht

Durch die Hand = Macht Gottes ergriffen zu sein, bedeutet Empfang des Geistes Gottes.
Jesus heilt Kranke und segnet Kinder, indem er ihnen die Hände auflegt.

Durch Handauflegung geschieht auch heute Verwandlung der Gaben von Brot und Wein durch Gottes Geist in Leib und Blut Christi – für uns gegeben.
Handauflegung vermittelt auch heute Segen, Beruhigung und Trost.

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Pfingstnovene (4. Tag):

Montag vor Pfingsten:

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

V

Symbol des Hl. Geistes:

  • Feuer

verwandelnde Kraft der Liebe Gottes

Das Feuer symbolisiert die verwandelnde Kraft des Heiligen Geistes.
Gott selbst verwandelt das Herz der Menschen, das steinhart geworden ist, in ein Herz, das sich erwärmt für andere. (vgl Ez 36,26-28: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch…).
Johannes der Täufer kündet an, dass Jesus „mit dem Heiligen Geist und mit Feuer“ tauft (Lk 3,16).

Jesus selbst sagt von sich: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“ (Lk 12,49)
In „Zungen wie von Feuer“ (Apg 2,3) kommt der Heilige Geist am Pfingstmorgen auf die Jünger herab und verwandelt sie zu furchtlosen Zeugen der Botschaft Christi.

Auch wir können „Feuer und Flamme“ sein für das Evangelium und andere mit der Botschaft vom Heil „anstecken“.

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Pfingstnovene (5. Tag):

Dienstag vor Pfingsten:

Ohne dein lebendig Weh’n
kann im Menschen nichts besteh’n
kann nichts heil sein noch gesund.

VI

Symbol des Hl. Geistes:

  • Atem

belebend

Der Mensch kommt zum Leben, indem Gott ihm seinen Lebensatem = seinen Geist einhaucht. (vgl. Gen 2,7)
Die Jünger Jesu erhalten Anteil am neuen, österlichen Leben, indem der Auferstandene ihnen seinen Lebensatem einhaucht: „Empfangt Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, ist sie verweigert.“ (Joh 20,22f).

Alle Geschöpfe warten auf dich, Gott:
„nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin…
Sendest du deinen Geist aus,
so werden sie alle erschaffen,
und du erneuerst das Antlitz der Erde.“ (Psalm 104,29-30)

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Pfingstnovene (6. Tag):

Mittwoch vor Pfingsten:

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

VII

Symbol des Hl. Geistes:

  • Öl
  • Salbung

Sinnbild des Geistes Gottes ist auch die Salbung mit Öl.
Christus heißt „der Gesalbte“. Er ist der Messias, der Retter und Heiland der Menschen, denn er bringt uns das Heil Gottes, das alle Heilung von Krankheiten umfasst.
Durch die Salbung mit dem Heiligen Geist in Taufe und Firmung werden auch wir dazu gerufen, in unserem Leben zur Heilung der Menschen und zum Heil der Welt beizutragen.

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Pfingstnovene (7. Tag):

Donnerstag vor Pfingsten:

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

VIII

Symbol des Hl. Geistes:

  • Wind
    dynamische Kraft
    Bewegung
    Unberechenbarkeit

Das deutsche Wort „Geist“ gibt das hebräische Grundwort „ruach“ wieder, das ursprünglich Hauch, bewegte Luft, Wind bedeutet.

Jesus gebraucht das eindrucksvolle Bild vom Wind, um Nikodemus das ganz Neue dessen verspüren zu lassen, das mit Jesu Geist in die Welt gekommen ist.
„Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh 3,8)

Am Pfingsttag kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem die JüngerInnen Jesu waren. (vgl. Apg 2,2)

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Pfingstnovene (8. Tag):

Freitag vor Pfingsten:

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

IX

Symbol des Hl. Geistes:

  • Wasser
    neugeboren
    fruchtbares Leben

Bei der Taufe ist das Wasser ein Sinnbild des Wirkens des Heiligen Geistes. Ein Zeichen für die neue Geburt, durch die uns Anteil am göttlichen Leben geschenkt wird.

Der Geist ist das „lebendige Wasser“, von dem Jesus spricht (vgl. Joh 7,37ff)
und das aus dem durchbohrten Herzen Jesu am Kreuz hervorquillt (vgl. Joh 19,34)
und uns das ewige Leben schenkt. (vgl. Joh 4,10-14)

In den 7 Sakramenten entfaltet sich das göttliche Leben, das uns geschenkt ist in dieser Zeit der irdischen Pilgerschaft.

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Pfingstnovene (9. Tag):

Samstag vor Pfingsten:

Lass es in der Zeit besteh’n,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
Amen. Halleluja.

X

Symbol des Hl. Geistes:

  • Siegel(ring)

unauslöschlicher Charakter

Gott hat Christus „mit seinem Siegel beglaubigt“. (Joh 6,27)
Gott selbst, schreibt der Apostel Paulus, „der uns und euch in der Treue zu Christus festigt und der uns alle gesalbt hat, er ist es auch, der uns sein Siegel aufgedrückt und als ersten Anteil (am verheißenen Heil) den Geist in unser Herz gegeben hat.“ (2 Kor 1,21-22)

Wir haben von Christus „Brief und Siegel“ dafür, dass uns am Ende der Zeiten das Himmlische Jerusalem mit seinen Freuden erwartet.

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Gesamtbild der Pfingstnovene zum Pfingstfest:

1. Komm, o Geist der Heiligkeit,
aus des Himmels Herrlichkeit,
sende Deines Lichtes Strahl.

2. Vater aller Armen Du,
aller Herzen Licht und Ruh‘,
komm mit deiner Gaben Zahl.

3. Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
komm, o süßer Seelenfreund.

4. In Ermüdung schenke Ruh‘,
in der Glut hauch Kühlung zu,
tröste den, der trostlos weint.

5. O Du Licht der Seligkeit,
mach Dir unser Herz bereit,
dring in uns’re Seelen ein.
Pfingsten-01-c 10. Gib Verdienst in dieser Zeit
und dereinst die Seligkeit
nach vollbrachter Wanderschaft.

9. Heil’ger Geist, wir bitten Dich,
gib uns allen gnädiglich
Deiner sieben Gaben Kraft.

8. Beuge, was verhärtet ist,
wärme, was erkaltet ist,
lenke, was da irre geht.

7. Wasche, was beflecket ist,
heile, was verwundet ist,
tränke, was da dürre steht.

6.Ohne Deinen Gnadenschein
steht der arme Mensch allein,
kann nicht gut und sicher sein.

Wurzeln und Früchte von Pfingsten

PFINGSTEN-11a

„Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und stirbt… …bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12,24)
Nach dem ersten Frühlingsvollmond feierten die alten Völker ein Frühlingsfest:

Neues Leben in der Natur beginnt.

50 Tage danach… – ein Tag der Freude – feierten die alten Völker ein erstes Erntefest:

Dank für das Geschenk der ersten Früchte die Gabe Gottes zum Leben.

Das jüdische Volk fügte eine neue Bedeutung hinzu:

sie feiern Pesach = das Überschreitungsfest:

in Erinnerung daran, dass Gott sein Volk hinausführte aus dem Land der Sklaverei:

Neues Leben in Freiheit beginnt.

das jüdische Volk fügte eine neue Bedeutung hinzu:

sie feiern Schawuoth = das Wochenfest:

in Erinnerung daran, dass Gott durch Mose mit seinem Volk einen Bund schloss und ihnen die Tafeln mit den Lebensregeln schenkte:

ein Fest des Dankes für die Thora – die Gabe Gottes für das Leben als sein auserwähltes Volk.

Für die Christen kommt Neues hinzu:

sie feiern Karfreitag, Karsamstag und Ostern:

zum Gedenken des Leidens – Sterbens – und Auferstehens Jesu, des Herrn: Der „Gesalbte Gottes“ – das Weizenkorn, stirbt am Kreuz und haucht seinen Geist aus. – Im Dunkel der Erde keimt die neue Frucht der Erlösung heran. – Christus, durchbricht die Grenze des Todes:

Neues österliches Leben – befreit von der Macht der Sünde und des Todes – beginnt.

für die Christen kommt Neues hinzu:

sie feiern Pfingsten = das Geburtsfest der Kirche

zum Gedenken daran, dass Gott mit Menschen aus allen Völkern einen Neuen Bund schloss und sie mit dem Geist seines Sohnes erfüllte:

ein Fest des Dankes für die Gabe(n) des Heiligen Geistes –

die Gabe Gottes für das Leben als missionarische Kirche des Herrn.

Gesamtbild zum Pfingstfest:

PFINGSTEN

1. Komm, o Geist der Heiligkeit,
aus des Himmels Herrlichkeit,
sende Deines Lichtes Strahl.

2. Vater aller Armen Du,
aller Herzen Licht und Ruh‘,
komm mit deiner Gaben Zahl.

3. Tröster in Verlassenheit,
Labsal voll der Lieblichkeit,
komm, o süßer Seelenfreund.

4. In Ermüdung schenke Ruh‘,
in der Glut hauch Kühlung zu,
tröste den, der trostlos weint.

5. O Du Licht der Seligkeit,
mach Dir unser Herz bereit,
dring in uns’re Seelen ein.

6.Ohne Deinen Gnadenschein
steht der arme Mensch allein,
kann nicht gut und sicher sein.

7. Wasche, was beflecket ist,
heile, was verwundet ist,
tränke, was da dürre steht.

8. Beuge, was verhärtet ist,
wärme, was erkaltet ist,
lenke, was da irre geht

9. Heil’ger Geist, wir bitten Dich,
gib uns allen gnädiglich
Deiner sieben Gaben Kraft.

10. Gib Verdienst in dieser Zeit
und dereinst die Seligkeit
nach vollbrachter Wanderschaft.

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* * *

Weitere Gebete zum Heiligen Geist:

„Um die dritte Stunde soll man sich zum Gebet erheben und die Bruderschaft versammeln…
Dabei sollen sie sich an die Herabkunft des Heiligen Geistes erinnern, der zur dritten Stunde den Aposteln geschenkt wurde.
Einmütig sollen sie ihn anbeten, damit auch sie gewürdigt werden, an der Heiligung Anteil zu erlangen, dass er sie leite und zu dem hinführe, was ihnen nützlich ist.“

(Basileios der Große, aus den Längeren Regeln, 37,3)


Bevor uns die Geschäfte des Tages ganz in Anspruch nehmen, wollen wir uns Gott öffnen. Woher nehmen wir die Kraft für unser Tagewerk, wenn nicht von Gott? Wer beschenkt uns mit Liebe zu anderen Menschen, zur Arbeit, wenn nicht Gott durch seinen guten Heiligen Geist? Er ist uns Beistand, Tröster, Fürsprecher, Geist der Wahrheit und der Versöhnung, der die Verbindung zu Jesus und den Schwestern und Brüdern schafft. Ohne ihn sind wir ohne rechte Orientierung, ohne Leitung und Hoffnung für uns selbst und für die Menschen, mit denen wir leben. Unsere leeren Hände will er mit seinen guten Gaben füllen, damit wir sie weiterschenken können.


Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes

Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Weisheit:
Dein Feuer prüft alle Weisheit dieser Welt.
Dein Sturm stürzt, was mächtig,
und erhebt, was niedrig ist.

Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Einsicht:
Nur in Dir erfassen wir die göttlichen Geheimnisse.
Nur durch dich erkennen wir den Weg,
auf den wir gerufen sind.

Komm, Heiliger Geist, du Geist des Rates:
Du vertreibst Zweifel und Unsicherheit.
In dir wird uns der Wille des Herrn offenbar.

Komm, Heiliger Geist, du Geist der Stärke:
In deiner Kraft haben die Apostel, Märtyrer und Bekenner
den Mut zum Zeugnis für Christus aufgebracht.

Komm, Heiliger Geist, du Geist der Erkenntnis:
In der Schöpfung erkennen wir deine Macht,
in der Offenbarung deine Weisheit,
in der Erlösung deine Liebe.

Komm, Heiliger Geist, du Geist der Frömmigkeit:
In dir haben wir den Geist empfangen, der uns zu Söhnen Gottes macht,
und dürfen voll Freude rufen:
Abba, lieber Vater!

Komm, Heiliger Geist, du Geist der Gottesfurcht:
Du allein machst uns fähig,
die menschliche Sünde
und die göttliche Heiligkeit zu erkennen.


Heiliger Geist,

Du erfüllst die Engel,
heiligst die Gewalten
und belebst alles.
Du teilst dich in je verschiedener Weise
der ganzen Schöpfung mit.

Du schenkst uns die Gnade,
Du erleuchtest uns zur Erkenntnis Gottes.
Du vollendest die Gerechtren,
machst die Toten lebendig
und Fremdlinge zu Kindern Gottes.

Durch Dich werden die Schwachen stark,
die Armen reich,
die Unmündigen und Ungebildeten
weiser als die Gelehrten.

Du bist im Himmel und erfüllst die Erde.
Du bist überall zugegen und nirgends kennst Du Schranken.
Du wohnst in jedem Menschen
und bist ganz Gott.

Wir bitten Dich:
Nimm Wohnung in unseren Herzen
und verlass uns zu keiner Zeit.

Amen.

(Basileios der Große ca. 330 – 379)


Komm, Heiliger Geist,

und entzünde unsere Herzen in Liebe zu Dir.
Komm, Du Geist der Kraft,
und bewege unsere Seelen,
dass sie hungern und dürsten nach Dir.

Erfülle mit Deiner Gegenwart die Kirche,
dass Dein Friede nicht von ihr weiche.
Segne in ihr jede Verkündigung des Wortes,
jeden Dienst der Liebe,
jedes Amt der Leitung.
Schenke uns für die Erneuerung Deiner Kirche
Weisheit, Zucht und Frieden.

Du Tröster in aller Not,
erbarme Dich über uns;
wende Deinen Segen nicht von uns ab;
und tue mehr,
als wir zu bitten vermögen.

Amen.

(Gerhard Tersteegen, 1697 – 1769)


Komm, Heiliger Geist,

der Du im Glück die Seele bewahrst
und Beistand bist in der Not;

der Du von Missetat reinigst
und Wunden heilst.

Komm, Du Lehrer der Demütigen
und Richter der Hoffärtigen.

Komm, Du Hoffnung der Armen,
Du Kraft der Müden.

Komm, Heiliger Geist,
und erbarme Dich unser.

(Abt Johannes von Fécamp, 990 – 1078)


Du Heiliger Geist des lebendigen Gottes,

durch den Glauben darf ich jetzt dankbar erkennen,
dass Du in mir gegenwärtig bist.

In der Tiefe meines Wesens,
tiefer als alle meine Gedanken,
tiefer als meine Gefühle,
tiefer als mein Wille
hast Du Wohnung genommen.

Ich preise Dich,
ich bete Dich an,
ich liebe Dich,
ich danke Dir,
dass Du Dich so tief herabgelassen
und meinen Leib zu Deiner Herberge gemacht hast,
ja dass Du ihn Deinen Tempel nennst.

Vor allem danke ich Dir,
dass Du mir den Herrn Jesus Christus,
meinen Heiland geoffenbart hast
und mir alle Segnungen
seines Sühnetodes zugeeignet hast.

Ich möchte mich nun
für diesen neuen Tag
Deinem Vorhaben mit mir
und Deiner Führung ganz und gar ausliefern.

Leite mich
und bereite mich auf jegliche Gelegenheit vor,
Deine mächtige Kraft zu erfahren.

Lege mir heute mein Kreuz auf,
und gib mir eine besondere Möglichkeit,
meinem Ich abzusagen und abzusterben,
damit Jesus Christus in mir leben kann.

Lass mich ein Kanal
der Liebe und der Heilung,
der Kraft und des Segens
für jeden werden,
den Du mir heute in den Weg stellst
und begegnen lässt.

Das alles, o Heiliger Geist, geschehe,
damit unser liebender Vater im Himmel
verherrlicht werde
und heute an mir sein Wohlgefallen habe.

Amen.

(Larry Christenson)


Heiliger Geist,

Du Tröster,
Du liebevoller Fürsprecher und Beistand,
Dein Licht durchbricht den Nebel meines Misstrauens,
erhellt die Nacht meiner Angst.
Deine Kraft sprengt das Gefängnis meiner Selbstanklagen,
reißt die Mauern meiner Zweifel nieder,
öffnet den Teufelskreis meiner gefangenen Gedanken und Blicke.

Mit zärtlicher Hand schriebst Du
die heilenden Worte des Vaters in mein Herz:
„Mein Kind, du bist erwählt, geliebt, gerechtgesprochen.“
Du malst mir Jesus vor Augen:
sein Leben, sein Lieben, sein Leiden…
In seinem Gesicht erkenne ich den Vater:
aus dem gnadenlosen Richter
wird der Gott,
der bedingungslos für mich ist,
der mir seinen Sohn schenkt,
seinen einzigen Sohn,
sein Innerstes und Liebstes,
sein Herz.

Und endlich löst sich mein verkrampftes Herz.
Ich lasse mich fallen in Deine liebenden Arme, Vater!
Du hältst mich,
auch da noch, wo ich versage,
auch da noch, wo ich keine Worte mehr finden kann,
auch da noch, wo ich mit Deiner ganzen Schöpfung leide
an allem Unheil, Gequälten, Zerstörten, Verzerrten,
auch da noch, wo ich zu verzweifeln drohe am „Noch-Nicht“,
auch da noch, wo ich nichts mehr sehen kann
von Deinem Heil und Deiner Erlösung.

Deine Liebe hält mich.
Sie greift tiefer, als ich fallen kann,
sie ist mächtig über alle Mächte dieser Welt,
sie ist gegenwärtig in meiner Gegenwart,
in meiner Vergangenheit und Zukunft,
sie ist realer als alles Sichtbare und Vordergründige.
Sie rief mich ins Leben,
sie erwartet mich an der Schwelle des Todes.
Deine Liebe ist grenzenlos –
und doch verstehbar geworden in Jesus.
Nichts kann mich von Deiner Liebe trennen.
Nichts – nichts.

(Dorette Constam)


Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Feuerflamme Gottes des Allerhöchsten,
der Du hernieder kommst
auf uns sündige Menschenkinder,
uns zu entzünden
zur Glut der Gottesliebe.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Geist des Lebens,
der Du Totengebeine lebendig machst
und als Odem Gottes
unsere toten Herzen anhauchst,
dass wir zum Leben erwachen
und unseren Heiland und Erretter preisen.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Geist der kraft und der Stärke,
der Du zerbrichst das Hohe und Erhabene
und erniedrigst die Stolzen,
dass der Eine, Gott,
allein hoch sei.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Gottesgeist,
der Du aus Gott kommst
und die Tiefen der Gottheit erforschst
und sie denen kundtust,
die Gott lieben.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Geist der Freude,
der Du die Traurigen tröstest,
bekümmerte Herzen voll Lebens machst
und sie erfüllst
mit dem Glanz Gottes.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Geist der Wahrheit,
der Du dem Schwerte gleich
scheidest Mark und Bein
und richtest die Gedanken
und bringst das Verborgene
ans Licht.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du strahlst in der Finsternis
als das helle Gotteslicht
und erleuchtest uns,
dass wir den Weg Gottes finden
und nicht zu irren brauchen.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du schöpferischer Geist,
der Du Menschenkinder
von neuem geboren werden lässt
und Sünder
zu Kindern Gottes machst.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du Geist der Vollendung,
der Du das Bild Gottes,
in uns sündigen Menschen gestaltest
und vollendest zur göttlichen Klarheit.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du fährst wie Windesbrausen
durch Himmel und Erde
und erfüllst Deine Gemeinde
mit dem Geist der Anbetung
und des Dankes.

Anbetung Dir, o Heiliger Geist.

Du ewiger Geist,
der Du bist und warst.
Du bist dem Vater und dem Sohne gleich
und eins mit ihnen
als ewige Gottheit.

Amen.

(M. Basilea Schlink, * 1904)


O Heiliger Geist, am Anfang Du,

der sinnende, die große Ruh‘
hoch überm Ungestalten!
Du, als der Schöpfungsmorgen kam,
Dein Brausen seinen Anfang nahm
Du Sturm, nicht aufzuhalten.

Du Leben, Odem, Gotteshauch,
Du warst der Brand im Dornenstrauch,
das Feuer der Propheten!
Du bist die Sehnsucht im Advent,
Du bist die Glut, die dann noch brennt,
wenn alle Glut zertreten.

Komm, Himmelsschiff, dein Feuerbord
durchfahr‘ erleuchtend Gotteswort,
lehr seine Lieb‘ uns denken.
Und dass er nur noch göttlich heißt,
pflüg um den alten Menschengeist,
den Deinen einzusenken.

Dein Siebenkorn der Gaben streu‘.
Gieß Deinen Tau und sprieße neu,
o Wachstum, Du unbändig!
Du guter Keim in jedem Kern,
Du Güte und Du Zorn des Herrn,
Du Freude tief inwendig!

Du Jubel, der das All durchbraust,
o komm, wo Furcht und Schrecken graust,
wo einer friert und schauert.
O komm, Du Licht, Du Feuerschein,
Du unser tiefstes Fröhlichsein,
wo einer trübt und trauert.

O komm, wo Hass den goldnen Krug,
der Deine Fülle hält, zerschlug,
rett‘ die vom Tod Verneigten.
O Wort, voll Macht zur rechten Zeit,
Du Mut im Sterben, Kraft im Leid,
komm, Trost der Hergebeugten!

Komm, Liebe, sprich durch unsern mund,
nur Deine Sprache töne rund,
die Babylon vernichtet.
Davor erhebt der Höllengrund,
davon die kranke Welt gesund!
Dein Reich sei aufgerichtet.

(Franz Johannes Weinrich)


Komm, Geist, Geist des Vaters und des Sohnes.

Komm, Geist der Liebe, Geist der Kindschaft,
Geist des Friedens, der Zuversicht,
der Kraft und der heiligen Freude.
Komm, du geheimer Jubel in den Tränen der Welt.
Komm, du siegreiches Leben im Tod der Erde.
Komm, du Vater der Armen,
du Beistand der Bedrängten.
Komm, du Licht der ewigen Wahrheit.
Komm, du Liebe,
die in unsere Herzen ausgegossen ist

So komm, komm täglich neu und mehr.
Auf dich vertrauen wir.
Worauf könnten wir sonst vertrauen?
Dich lieben wir, weil du die Liebe selber bist.
In dir haben wir Gott zum Vater,
weil du in uns rufst: Abba, lieber Vater.
Wir danken dir, du Lebendigmacher,
du Heiliger Geist, der du in uns wohnst,
dass du selbst das Siegel des lebendigen Gottes
in uns hast sein wollen,
das Siegel, dass wir sein Eigentum sind.
Bleib bei uns.
Verlass uns nicht.
Nicht im bitteren Kampf des Lebens.
Und nicht am Ende, wo uns alles verlässt.
Veni, Sancte Spiritus.

(Karl Rahner, 1904-1984, Jesuit, katholischer Theologe)


Gebet um die Kraft des Heiligen Geistes

Atme in mir, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke.

Treibe mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue.

Locke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges liebe.

Stärke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte.

Hüte mich, du Heiliger Geist,
dass ich das Heilige nimmer verliere.

(dem Hl. Augustinus zugeschrieben)


Pfingstlied

Komme, geheimnisvoller Atem,
leiser zärtlicher Wind,
hauche uns an, damit wir leben,
ohne dich sind wir tot!

Komme, in Feuer und in Flammen,
zünd uns an wie ein Licht,
mache und trunken von der Liebe,
wir sind starr, tau uns auf!

Komme, Erfinder neuer Sprachen,
gieß dich aus über uns,
rede in uns mit neuen Zungen,
komm, begeistere uns!

Komme, du Hoffnung aller Armen,
schaff den Wehrlosen Recht,
dass die Gebeugten sich erheben,
dass sich Völker befrein!

Komme, du Tröster aller Müden,
Stille mitten im Lärm,
in den Terminen schaff uns Pausen,
lass uns ausruhn in dir.

Komme, du Taube übers Wasser,
bring den Ölzweig herbei,
bring uns das Zeichen für den Frieden,
den die Erde ersehnt!

Komme vom Vater und vom Sohne,
komme du schaffende Kraft,
mache uns neu, und unsre Erde
hat ein neues Gesicht!

(Lothar Zenetti)


Komm Heiliger Geist,

Du Geist der Wahrheit,
die uns frei macht.

Du Geist des Sturmes,
der uns unruhig macht.

Du Geist des Mutes,
der uns stark macht.

Du Geist des Feuers,
das uns glaubhaft macht.

Komm Heiliger Geist,

Du Geist der Liebe,
die uns einig macht.

Du Geist der Freude,
die uns glücklich macht.

Du Geist des Friedens,
der uns versöhnlich macht.

Du Geist der Hoffnung,
die uns gütig macht.

Komm Heiliger Geist!

(Theo Schmidkonz SJ)


Komm, Du Geist des Vaters und des Sohnes!

Komm, Du Geist der Freude
in die Müdigkeit unserer Herzen!

Komm, Du Geist der Befreiung
und weite unseren Blick über die eigene Enge hinaus!

Komm, Du Geist der Versöhnung
und löse die Verhärtung unserer Gedanken!

Komm, Du Geist der Hoffnung,
wenn Zweifel und Ängste uns quälen!

Komm, Du Geist des Lebens
und wecke die tiefsten Wurzeln des Vertrauens!

Komm, du Geist der Liebe
und entzünde in uns das Feuer Deiner Begeisterung!

Komm, Du Geist der Schöpfungsfreude
und lass die Strahlen deines Lebenslichtes uns treffen,
damit wir – angesteckt von dieser Glückseligkeit –
mitbauen an der Vollendung der Welt in Liebe!

Komm, Heiliger Geist.
Amen. Halleluja!


Komm, du Heiliger Geist
und erneuere in uns
das göttliche Leben
dein Geschenk in der Taufe.

Komm, du Atem Gottes
und erfülle uns neu
mit deiner Frische
und Lebenskraft.

Komm, du frischer Wind
und bringe in Bewegung
jede und jeden von uns
und deine oft träge Kirche.

Komm, du Feuer der Liebe
und entflamme uns neu
den Armen Gerechtigkeit
und Freude zu bringen.

Komm, du Taube des Friedens
und beflüg’le unser Leben
als deine Friedensboten
in unserer Welt zu wirken.

(Georg Michael Ehlert)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 03.06.2019

 

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Leben gewinnen (13. A)

Hochfest: Petrus und Paulus

Donnerstag, 29. Juni 2017

Linktipp: Schott: Hl. Petrus und Hl. Paulus

13. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 2. Juli 2017

Eröffnungsvers (Ps 47,2)
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

Erste Lesung: 2 Kön 4,8-11.14-16a
Dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ist ein heiliger Gottesmann

Antwortpsalm Ps 89,2-3,16-17.18-19

Zweite Lesung: Röm 6,3-4.6-11
Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe;
wir sollen als neue Menschen leben
–> siehe Röm 6,1-14 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 1 Petr 2,9)
Halleluja. Halleluja.
Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht,
eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm.
Verkündet die großen Taten Gottes,
der euch in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,37-42
Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht würdig. –
Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf

 

Nachfolge Christi - zu Mt 10.33-42 (c) G. M. Ehlert

Nachfolge Christi – zu Mt 10,33-42, (c) G. M. Ehlert

Mt 10,37 – 42 (eine wortgetreue Übersetzung)

10,37 Der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Vater oder Mutter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert;*

* = der „passt nicht“ zu mir, wer Vater oder Mutter den Vorrang gibt;

und der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Sohn oder Tochter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert.

38 Und wer nicht nimmt (auf sich) den Pfahl/ das Kreuz – sein (eigenes) *
und folgt hinter mir (her)
nicht er ist meiner würdig/ wert.

* nur wer bereit ist, mit all seinen „Macken“ und Begrenztheiten, mit all den Widrigkeiten, welche ein Leben in der Gemeinschaft mit Christus mit sich bringen, auf sich zu nehmen, der „passt“ zur Sendung Jesu.

39 Der gefunden habend die Seele/ das Leben – seine,
er wird verlieren sie

und der verlierend die Seele/ das Leben – seine wegen meiner/ um meinetwillen
der wird finden – sie.

***

40 Der an-/ aufnehmend euch – mich nimmt er an/ auf

und der mich an-/ aufgenommen habende – er nimmt an/ auf den gesandt habenden mich (= den, der mich gesandt hat (= Gott-Vater)).

41 Der an-/ aufgenommen habend einen Propheten – im Namen eines Propheten (= weil er ein Prophet ist)
(den) Lohn eines Propheten wird er nehmen/ erhalten;

und der an-/ aufgenommen habend einen Gerechten – im Namen eines Gerechten (= weil er ein Gerechter ist)
(den) Lohn eines Gerechten wird er nehmen/ erhalten.

42 Und der wohl zu trinken gäbe einem der Kleinen – (von) diesenein Trinkgefäß/ Becher kühlen (Wassers)
allein im Namen eines Jüngers (= weil er (Jesu) Jünger ist)

Amen – ich sage euch:
nicht – gewiss nicht – würde er verlieren/ zugrunde richten den Lohn – seinen

    ***

Wer das Leben gewinnen will…

1. „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…
• zunächst einmal muss er Abschied nehmen…

Manche Kinder, die zum ersten Mal in ein Ferienlager fahren, werden in den ersten Tagen Heimweh haben nach Vater und Mutter, nach Bruder oder Schwester.
Doch je mehr Heimweh einer hat, desto weniger kann er sich auf das Schöne einlassen, das im Lager geboten wird.
Und umgekehrt gilt, je mehr einer beschäftigt ist mit Spiel und Spaß, desto weniger denkt er an Heimweh.

Oder je mehr eine im Gottesdienst an den Sonntagsbraten denkt und dessen Geruch in der Nase spürt, desto weniger kann sie im Gottesdienst aufnehmen. 🙂

So verstehe ich die erste Aussagen aus dem heutigen Evangelium:
Wer mit seinen Gedanken und Gefühlen mehr an Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter zurückdenkt, weil er sie lieb hat, der ist nicht offen für die Gemeinschaft mit Jesus.
Er kann nicht richtig loslassen, um sich auf Neues einlassen zu können.

2. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• zunächst gilt es, das mitzunehmen, was für diese Reise notwendig ist…

Was packen wir nicht alles ein, damit es eine schöne Reise wird?

Merkwürdig ist, was Jesus uns auf die Reise mit ihm mitnehmen lässt.
„Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…“
Was ist damit gemeint?

Wir sollen uns das Leben nicht selbst schwer machen.
Jedoch gilt es, das anzunehmen und auf sich zu nehmen, was einem im Leben zugemutet wird; auf Macht, Besitz, Prestige und Gewalt verzichten. Sein Kreuz tragen mussten damals entlaufene Sklaven und politische Rebellen, die zum Tod durch Kreuzigung verurteilt worden waren – d.h. Sein Kreuz tragen bedeutet das Ertragen von Schande und Ehrlosigkeit.
Vor allem ist damit die Bereitschaft gemeint, in der Nachfolge Jesu bereit zu sein, sein Leben einzusetzen, ja in seinem Dienst zu verausgaben.
Es kann auch heißen: Bereit sein für die Konsequenzen, die ein Leben als Christ in dieser Welt mit sich bringen kann, damit wir das wahre Leben finden, das er verheißt.

3. „Wer das Leben um meinetwillen verliert…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wir wollen durch Erholung mehr Leben gewinnen…

Doch Jesus sagt: „Wer sein Leben gewinnen will (wörtlich: gewonnen hat), wird es verlieren.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Wie soll das gehen – sein Leben verlieren?
Haben Sie schon einmal versucht, etwas zu verlieren?
Je mehr man es bewusst versucht, desto schwieriger wird es.
Gerade, wenn man etwas nicht verlieren will, verliert man es umso leichter. Man verliert vor allem das, wessen man sich nicht bewusst ist, weil die Gedanken, Gefühle und Erwartungen auf etwas ganz anderes gerichtet sind.

Manche meinen, man verliert sein (egoistisches) Leben, indem man hart mit sich umgeht.
Seine Seele Schmerzen leiden zu lassen, würde jedoch das Gegenteil wirken.
Man ist nie so sehr mit sich selbst beschäftigt, wie wenn man Schmerzen hat. – Denken sie nur daran, wie bewusst Sie sich Ihres Zahnes sind, wenn er Ihnen weh tut. Haben Sie keine Schmerzen, nehmen Sie nicht einmal wahr, dass Sie diesen Zahn haben.
Man konzentriert sich nie so sehr auf sich selbst, wie wenn man deprimiert ist.
Man ist nie so sehr bereit, sich selbst zu vergessen, wie wenn man glücklich ist. –
Schauen Sie nur einmal auf Kinder, die ganz intensiv in ein Spiel versunken sind. Sie vergessen Raum und Zeit und alles um sich herum.

Das spannende Spiel, der Einsatz des Lebens für andere, die Hingabe an eine Aufgabe befreit von quälenden Kreisen um sich selbst. Eigenes Leid dagegen, Schmerz, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit können die Aufmerksamkeit fesseln, wenn sie nicht „aufgeopfert“ – d.h. auf Christus hin losgelassen werden.

Vielleicht meint ja Jesus gerade das:
Wer von uns im Blick auf die Bilder der Verheißung, die uns Jesus zeigt, im Hören auf seine ansprechenden Worte und im Gespür für seine Nähe vergisst, auf sich selbst und seine Sorgen und Ängste zu achten, dass ein solcher Mensch schon jetzt teilhat am wahren Leben.

4. Wer euch aufnimmt, weil ihr Christen seid, der nimmt mich auf…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wichtig ist auch, wo und wie ich aufgenommen werde…

Wer bei einem Freund einkehrt, der wird freudig aufgenommen, weil er dessen Freund ist;
wer in einem Wirtshaus einkehrt, der wird gerne aufgenommen, weil er ein zahlungskräftiger Kunde ist;
wer aber irgendwo aufgenommen wird, weil er als Christ erkannt wird, der verhilft dem Gastgeber zu himmlischem Lohn.

Also liegt es an uns, dass ein anderer himmlischen Lohn bekommen kann,
indem wir uns als Christen zu erkennen geben
und es liegt am Gastgeber, sich diesem Lohn zu öffnen, indem er uns deswegen aufnimmt.
Denn „wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf“ – sagt Christus, und „wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

5. … das wahre Leben finden
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…

Wie können wir also das wahre Leben finden, das Jesus denen verheißt, die ihm im Glauben nachfolgen?
Im Blick auf das heutige Evangelium über die Nachfolgebedingungen für die Jünger heißt das:
– die Fixierung auf das, was das Leben in der Vergangenheit prägte – Vater und Mutter – loslassen,
– die Fixierung auf Sohn und Tochter, d.h. auf seine Zukunft loslassen,
– das gegenwärtige Leben mit all seinen Vorzügen und Belastungen auf sich nehmen und einzusetzen für Christus und seine Botschaft,
das führt zu einem erfüllten Leben.

Wer mit seinen Lebensmöglichkeiten umgeht, als würde es sich um Geld handeln, also um etwas, das man einsetzen muss, mit dem man arbeiten muss, und von dem man nur dann wirklichen Gewinn hat, wenn man es letztlich weitergibt,
wer mit seinem Leben auf diese Art und Weise verfährt,
der wird seinen Hunger nach erfülltem Leben stillen.

Wer aber sein Leben – so wie es ist – bewahren möchte,
der wird am Ende gar nichts davon haben.

Nur wer sein Leben einsetzt, der gewinnt
bei Gott – bestimmt. Amen.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Gottesfurcht statt Menschenfurcht (12. A)

Hochfest: Heiligstes Herz Jesu

Freitag, 23. Juni 2017

Linktipp: Schott: Heiligstes Herz Jesu

Hochfest: Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Samstag, 24. Juni 2017

Linktipp: Schott: Geburt des Hl. Johannes d.T.

12. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 25. Juni 2017

Eröffnungsvers (Ps 28,8-9)
Der HERR ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.
HERR, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit.

Erste Lesung: Jer 20,10-13
Er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter

Antwortpsalm Ps 69,8 u. 10. 14. 33-34 

Zweite Lesung: Röm 5,12-15
Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 15,6b.27a)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich;
und auch ihr sollt Zeugen sein.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,26-33
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

„Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht“

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht - Grafik G. M. Ehlert, Juni 2017

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht – Grafik: (c) G. M. Ehlert

1. Menschenfurcht

vielleicht haben Sie das auch schon einmal erlebt:

In einem Gespräch kommen Themen von Kirche und Glaube zur Sprache. Die geäußerten Ansichten sind kritisch ablehnend. Nun schaut man Sie an. Was sagen denn Sie dazu – Sie gehen doch zur Kirche? – Viele trauen sich dann nicht, sich deutlich zur eigenen Überzeugung zu bekennen. Vielleicht aus Furcht davor, belächelt zu werden oder als altmodisch zu gelten… Manche passen sich an, indem sie sagen: Jeder hat da halt seine eigene Überzeugung…

Jedoch ist es beeindruckend, wenn einer weder sich von Lob oder Tadel beeinflussen lässt, sondern ruhig seine Überzeugung vertritt.

2. Von einem, der unbeirrt standhielt,

erzählt eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus:

„Ein großer, harter Samurai ging einmal einen kleinen Mönch besuchen. „Mönch“, sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, „lehre mich etwas über Himmel und Hölle!“

Der Mönch sah zu dem mächtigen Krieger auf und entgegnete voller Verachtung: „Dich etwas über Himmel und Hölle lehren? Überhaupt nichts könnte ich dich lehren. Du bist schmutzig. Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist eine Scham und Schande für die Klasse der Samurais. Geh mir aus den Augen. Ich kann dich nicht ertragen.“

Der Samurai war wütend. Er zitterte, wurde ganz rot im Gesicht, war sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und hob es in die Höhe, um den Mönch damit zu erschlagen.

„Das ist die Hölle“, sagte der Mönch sanft.

Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Ergebenheit dieses kleinen Mannes, der sein Leben hergab, um ihm diese Lehre zu geben und ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, erfüllt von Dankbarkeit und plötzlichem Frieden.

„Und das ist der Himmel“, sagte der Mönch sanft.

(Zen-Weisheit)

3. Was Menschen Kraft geben kann, dass er die Furcht vor den Menschen und ihre Bedrohung überwindet

  • Im Evangelium heute: 3 x „Fürchtet euch nicht vor den Menschen“
  • – was ist dafür ein tragfähiger Grund? –
  • – Wohin führt solche Furchtlosigkeit?…
  • Furcht vor den Menschen: Furcht nicht anerkannt zu sein; Bedrohung an Leib und Leben…
  • Die „Furcht des Herrn“ ist der Anfang der Weisheit…“
  • Gott fürchten (Handeln aus Angst vor Strafe Gottes) oder positiv aus dem Vertrauen in Gottes Hand geborgen zu sein
  • Gott ehren = ihn vor den Menschen zu bekennen – gelegen oder ungelegen

4. Beispiel Kardinal von Galen: „Nec laudibus – nec timore“

Clemens August Graf von Galen wurde im Jahr der Machtergreifung Hitlers im September 1933 zum Bischof von Münster geweiht. Er stellte seinen Dienst unter den Wahlspruch: „Nec laudibus – nec timore“ = „Das soll mein Wahlspruch sein, das soll uns allein Richtschnur sein: Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll uns bewegen! Aber das Lob Gottes zu fördern sei unser Ruhm, selbst in heiliger Gottesfurcht zu wandeln sei unser beharrliches Streben.“

Damals konnte noch niemand die Tragweite dieses Spruches ahnen. Doch schon bald verspürte er die Verantwortung, sich den kirchen- und glaubensfeindlichen Bestrebungen der Nazis entgegenzustellen ohne Furcht und ohne menschliches Lob dafür zu erwarten.

Seine unerschrockene Solidarität mit den Leiden der Verfolgten in den Konzentrationslagern kann bis heute als vorbildliche Haltung gelten. Bischof von Galen setzte sich vehement für die christlichen Werte und die Würde jedes Menschen ein.

Als die nationalsozialistische Regierung auf ihrer Kirchenfeindlichkeit beharrte, Klöster beschlagnahmte und geistig behinderte Menschen zu ermorden begann, erhob er dagegen seine gewaltige Stimme und hielt am 13. und 20. Juli und am 3 August 1941 seine in aller Welt berühmt gewordenen Predigten, die ihm bis heute den Beinamen „Löwe von Münster“ eintrugen.

5. Wahre Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht

Den Inhalt dieses Evangeliums hat auch der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der 1945 von den Nationalsozialisten im KZ hingerichtet wurde, 1937 in seinem Buch „Nachfolge“ in die Worte gefasst:

„Die Macht, die den Menschen für kurze Zeit auf dieser Erde gegeben ist, ist nicht ohne Gottes Wissen und Willen. Fallen wir in die Hände der Menschen, trifft uns Leiden und Tod durch menschliche Gewalt, so sind wir doch dessen gewiss, dass alles von Gott kommt. Er, der keinen Sperling fallen sieht ohne sein Wollen und Wissen, er lässt den Seinen nichts geschehen, als was ihnen und der Sache, für die sie stehen, gut und nützlich ist. Wir sind in Gottes Händen. Darum fürchtet euch nicht!“

*Angenommen, du würdest verhaftet, weil du Christ bist –
gäbe es genügend Beweise,
dich wegen deines Lebens aus dem Glauben an Gottes Liebe
zu überführen?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Flügge werden (11. S. A)

11. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 18. Juni 2017

Eröffnungsvers (Ps 27,7.9)
Vernimm, o HERR, mein lautes Rufen, sei mir gnädig und erhöre mich.
Du bist meine Hilfe: Verstoß mich nicht,
verlass mich nicht, du, Gott, meines Heils!

Erste Lesung: Ex 19,2-6a
Ihr sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören

–> Vorbereitungen der Gotteserscheinung auf dem Sinai (Ex 19,1-19)

Antwortpsalm Ps 100,1-3.4-5

–> zu Psalm 100

Zweite Lesung: Röm 5,6-11
Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, werden wir erst recht gerettet werden durch sein Leben

Ruf vor dem Evangelium (Mk 1,15)

Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Halleluja.

Evangelium: Mt 9,36 – 10,8
Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und sandte sie aus

Aussendung-Zwölf-1

Aussendung der Zwölf Apostel (Mt9,36-10,8), Zeichnung (c) G. M. Ehlert, 15.06.2017

–> siehe auch: „Die Mannschaftsaufstellung Jesu

 

auf Adlers Flügeln getragen

1. „… der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet“
– die Bildersprache Gottes auf dem Sinai

„Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher gebracht habe.“ (Ex 19,4)

  • Der Adler = König der Lüfte
  • Der Adler = Symboltier für Deutschland (siehe €)
  • Der Adler = Symbol für den Schutz, den Gott uns gewährt

2. Getragen auf Adlerflügeln
– wenn Adler flügge werden

Was dieses „Getragensein auf Adlerflügeln“ bedeutet, prägte sich mir tiefer ein, als ich auf folgende Erzählung stieß, wie Adler sich verhalten, damit ihre heranwachsenden Adlerjungen fliegen lernen:

Hoch in den Bergen kann man manchmal die Adler sehen – die Könige der Vögel.

Ihre riesigen Flügel können zwei Meter weit sein. Kaum jemand hat ihr Nest aus der Nähe gesehen. Es liegt versteckt in den Felsenwänden. Meist legen die Adler zwei Eier. Und wenn sie ausgebrütet sind, haben Adlervater und Adlermutter viel zu tun. Hin und her fliegen sie mit der Nahrung für den kleinen Adler.

Aber dann, so erzählt man, passiert etwas Besonderes. Ich weiß nicht, wer es gesehen hat. Die großen Vögel bleiben weg. Sie lassen ihre Jungen allein. Nicht nur für ein paar Stunden; ganze Tage lang. Die Jungen piepen und werden immer ängstlicher. Sie haben Hunger. Werden sie sterben? Wenn sie beinahe ganz erschöpft sind, hören sie den Flügelschlag des Vaters. Hoch über dem Nest. Sie sind nicht verloren. Und nun ist auch die Mutter wieder da. Die Jungen strecken den mageren Hals und sperren den Schnabel auf. Doch die Mutter tut etwas Unerwartetes. Sie fliegt auf das Nest zu. Und schon ist es geschehen. Sie hat einen kleinen Adler aus dem Nest gestoßen. Ängstlich flattert er mit seinen schwachen Flügeln. Er hat keine Kraft. Eine Zeitlang hält er sich in der Luft. Dann lassen ihn seine Flügel im Stich. Er beginnt zu stürzen.

Auf diesen Augenblick hat der Adlervater gewartet. Rasch fliegt er herbei, streift den kleinen Adler von unten und fängt ihn mit seinen Flügeln auf. Er bringt ihn zum Nest zurück. Gleich darauf fliegt die Mutter wieder auf das Nest zu und scheucht den anderen Adler über den Rand. Auch er taumelt ein wenig in der Luft, flattert mit seinen Flügeln und muss dann aufgeben. Auch dieses Junge lässt der Vater auf seinen Flügeln notlanden und trägt es ins sichere Nest zurück. So geht das nun jeden Tag ein paar Mal, bis die Jungadler stärkere Flügel bekommen haben und selber fliegen können.

(aus: Eleonore Beck/Paul König, Meine Bilderbibel, Verlag Friedrich Bahn, Konstanz/Butzon & Bercker, Kevelaer ³1988)

Die Adlereltern sind scheinbar sehr grausam zu ihren Adlerjungen.
Doch dieses „Hinaus geschubst“ werden ist die einzige Chance, den Jungvögeln zu helfen, damit sie fliegen lernen. – Und sie werden ja nicht ins Bodenlose fallengelassen –

Sie machen gerade dann, wenn ihre eigenen Kräfte versagen die großartige Erfahrung: wir werden auf Adlerflügeln getragen. So bekommen sie Mut zum Fliegen.

Das anscheinend grausame Verhalten des Adlers ist in Wahrheit eine Lebenshilfe für die heranwachsenden Adlerjungen. Erst im Rückblick wird dies deutlich.

3. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“ –
die väterliche und mütterliche Sorge Gottes für sein Volk Israel

So geht Gott mit seinem Volk Israel um: Israel musste von Gott „aus der Nestwärme Ägyptens“ heraus geschubst werden in die Freiheit und Ungeborgenheit der Wüste hinein. Hier schien das Volk „abzustürzen ins Bodenlose“ – Hunger und Durst, Angst vor dem Untergang – all das lässt das Volk zweifeln und gegen Gott murren.

Doch immer wieder darf es die Erfahrung machen: Gott ist da, er rettet uns, er fängt uns auf, er sorgt für uns.

4. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“
– wie Gott die Kirche „hinauswirft“ in die Freiheit

„Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“ – daran erinnert Gott heute auch seine Kirche.
Auch Jesus hat seine 12 Apostel „heraus geschubst“ aus der Nestwärme der Nähe Jesu, damit sie „flügge“ werden und erfahren, dass auch sie fähig sind, die Botschaft von der Liebe und Freiheit, in die Gott uns führen will, zu verkünden.

Und im Laufe der Kirchengeschichte sind die Christen immer wieder „heraus geschubst“ worden aus liebgewordenen Traditionen durch den Heiligen Geist, wenn sie sich in bestehenden Situationen zu sehr eingerichtet hatten.

Doch auch die Kirche durfte immer wieder erfahren, wie sie von Gott auf Adlerflügeln getragen wurde, besonders dann, wenn sie ins Bodenlose abzustürzen drohte.

5. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“ –
Gott schubst auch mich hinaus aus dem warmen Nest

Vielleicht kennen auch Sie solche Erfahrungen, dass Sie sich „heraus geschubst“ fühlen:
– bei einer neuen Aufgabe – vor der Sie Schiss haben;
– oder in einer schweren Situation – vor der Sie sich fürchten;
– oder in einer großen Not – wo Sie ins Bodenlose abzustürzen drohen…

Doch vielleicht können Sie auch – im Rückblick auf solche Situationen – dankbar singen: „Lobe den Herren… der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet“ (GL 392,2)

6. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe“ – von der Zuversicht des Glaubens

Erinnert euch! – sagt Gott uns ganz persönlich – „wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe“,

Wie ein Adler seine Jungen auf ihr Leben in der Freiheit der Lüfte vorbereitet, so bereitet Gott sein Volk in der Wüste auf ihre Aufgabe als ein „Königreich von Priestern“ vor;

so bereitet Jesus seine Apostel – und auch uns – auf unseren Dienst in der Welt vor.

„die auf den Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, Schwingen wachsen ihnen wie Adlern. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (Jes. 40,31)

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

ausgesandt

zum 15. Sonntag im Jahreskreis B (12. Juli 2015)
Evangelium: Mk 6,7-13

6,7 Und es wurden herbeigerufen die Zwölf
und er ((= Jesus)) begann diese auszusenden
(je) zwei (und)
zwei*

* damit ihr Zeugnis Gültigkeit beanspruchen kann

Und er gab diesen Vermögen
über die unreinen Geister

8 Und er wies diese an (folgendes):
    nicht eines sollten sie aufheben (= mit sich tragen) auf den Weg
    außer einen Stock
.     nicht Brot, nicht Reisesack, nicht in den Gürtel hinein Kupfer(geld)

9    sondern sich unterbindend Sandalen
.     und nicht sollten sie anziehen zwei Untergewänder.“

10 Und er sagte ihnen:
      „
wo (immer auch) ihr hineinkommen werdet in ein Haus,
.     dort bleibet
    bis ihr hinaus kommt von dort

11  und welcher Ort nicht aufnehmen wird euch
.    und nicht hören wird auf euch
.    hinausgehend von dort schüttelt ab den Staub unter den Füßen
.    zum Zeugnis ihnen (gegenüber).“

12 Und hinausgehend verkündeten sie (folgendes):
.    „Sie sollen umkehren*“

* Meta-noite = um-, neu-, mit-denken, Sinnes- und Verhaltensänderung

13 und viele Dämonen warfen sie heraus
und salbten mit (Oliven-)Öl viele Kraftlose (= Kranke)
und therapierten (= heilten) sie.

zur Auslegung siehe auch: „Aussendung der 72 Jünger

siehe auch: „Sammlung + Stärkung + Sendung

Berufspraktikum

zum 15. Sonntag im Jahreskreis B:
Evangelium: Mk 6,7-13

Mk 6,7-13

7 Und es wurden herbeigerufen die Zwölf 
und er ((= Jesus)) begann diese auszusenden
(je) zwei (und) zwei*

Und er gab diesen Vermögen
über die unreinen Geister 

8 Und er wies diese an
dass sie nicht eines aufheben (= mit sich tragen) sollten auf den Weg
außer einen Stock
nicht Brot, nicht Reisesack, nicht in den Gürtel hinein Kupfer(geld) 

9 sondern sich unterbindend Sandalen
und nicht sollten sie anziehen zwei Untergewänder 

10 Und er sagte ihnen
wo (immer auch) ihr hineinkommen werdet in ein Haus,
dort bleibet
bis ihr hinaus kommt von dort 

11 und welcher Ort nicht aufnehmen wird euch
und nicht hören wird auf euch
hinausgehend von dort schüttelt ab den Staub unter den Füßen
zum Zeugnis ihnen (gegenüber). 

12 Und hinausgehend
sie verkündeten, dass sie umkehren* sollen 

13 und viele Dämonen warfen sie heraus
und salbten mit (Oliven-)Öl viele Kraftlose (= Kranke)
und therapierten (= heilten) sie.

zur Auslegung siehe auch: „Aussendung der 72 Jünger

siehe auch: „Sammlung + Stärkung + Sendung

Osterzeit

zu Johannes 21,1-35: Offenbarung des Auferstandenen am See von Tiberias

2. Sonntag der Osterzeit – Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit – Weißer Sonntag:

Thomas bekannte: "Mein Herr und mein Gott!" - Grafik zu Joh 20,19-31; 15.04.2012 (c) G. M. Ehlert

siehe auch:

Ostersonntag – Evangelium vom Tag = Joh 20,1-18:

siehe: Joh 20,3-10: Wettlauf Petrus – Johannes zum Grab
und: Joh 20,11-18: Die Begegnung zwischen Maria von Magdala mit dem Auferstandenen