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Leben gewinnen (13. A)

Hochfest: Petrus und Paulus

Donnerstag, 29. Juni 2017

Linktipp: Schott: Hl. Petrus und Hl. Paulus

13. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 2. Juli 2017

Eröffnungsvers (Ps 47,2)
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände;
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.

Erste Lesung: 2 Kön 4,8-11.14-16a
Dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ist ein heiliger Gottesmann

Antwortpsalm Ps 89,2-3,16-17.18-19

Zweite Lesung: Röm 6,3-4.6-11
Wir wurden mit Christus begraben durch die Taufe;
wir sollen als neue Menschen leben
–> siehe Röm 6,1-14 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 1 Petr 2,9)
Halleluja. Halleluja.
Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht,
eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm.
Verkündet die großen Taten Gottes,
der euch in sein wunderbares Licht gerufen hat.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,37-42
Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, ist meiner nicht würdig. –
Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf

 

Nachfolge Christi - zu Mt 10.33-42 (c) G. M. Ehlert

Nachfolge Christi – zu Mt 10,33-42, (c) G. M. Ehlert

Mt 10,37 – 42 (eine wortgetreue Übersetzung)

10,37 Der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Vater oder Mutter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert;*

* = der „passt nicht“ zu mir, wer Vater oder Mutter den Vorrang gibt;

und der Befreundende (= freundschaftlich liebende) Sohn oder Tochter über mich (hinaus)
nicht ist er meiner würdig/ wert.

38 Und wer nicht nimmt (auf sich) den Pfahl/ das Kreuz – sein (eigenes) *
und folgt hinter mir (her)
nicht er ist meiner würdig/ wert.

* nur wer bereit ist, mit all seinen „Macken“ und Begrenztheiten, mit all den Widrigkeiten, welche ein Leben in der Gemeinschaft mit Christus mit sich bringen, auf sich zu nehmen, der „passt“ zur Sendung Jesu.

39 Der gefunden habend die Seele/ das Leben – seine,
er wird verlieren sie

und der verlierend die Seele/ das Leben – seine wegen meiner/ um meinetwillen
der wird finden – sie.

***

40 Der an-/ aufnehmend euch – mich nimmt er an/ auf

und der mich an-/ aufgenommen habende – er nimmt an/ auf den gesandt habenden mich (= den, der mich gesandt hat (= Gott-Vater)).

41 Der an-/ aufgenommen habend einen Propheten – im Namen eines Propheten (= weil er ein Prophet ist)
(den) Lohn eines Propheten wird er nehmen/ erhalten;

und der an-/ aufgenommen habend einen Gerechten – im Namen eines Gerechten (= weil er ein Gerechter ist)
(den) Lohn eines Gerechten wird er nehmen/ erhalten.

42 Und der wohl zu trinken gäbe einem der Kleinen – (von) diesenein Trinkgefäß/ Becher kühlen (Wassers)
allein im Namen eines Jüngers (= weil er (Jesu) Jünger ist)

Amen – ich sage euch:
nicht – gewiss nicht – würde er verlieren/ zugrunde richten den Lohn – seinen

    ***

Wer das Leben gewinnen will…

1. „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…
• zunächst einmal muss er Abschied nehmen…

Manche Kinder, die zum ersten Mal in ein Ferienlager fahren, werden in den ersten Tagen Heimweh haben nach Vater und Mutter, nach Bruder oder Schwester.
Doch je mehr Heimweh einer hat, desto weniger kann er sich auf das Schöne einlassen, das im Lager geboten wird.
Und umgekehrt gilt, je mehr einer beschäftigt ist mit Spiel und Spaß, desto weniger denkt er an Heimweh.

Oder je mehr eine im Gottesdienst an den Sonntagsbraten denkt und dessen Geruch in der Nase spürt, desto weniger kann sie im Gottesdienst aufnehmen. 🙂

So verstehe ich die erste Aussagen aus dem heutigen Evangelium:
Wer mit seinen Gedanken und Gefühlen mehr an Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter zurückdenkt, weil er sie lieb hat, der ist nicht offen für die Gemeinschaft mit Jesus.
Er kann nicht richtig loslassen, um sich auf Neues einlassen zu können.

2. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• zunächst gilt es, das mitzunehmen, was für diese Reise notwendig ist…

Was packen wir nicht alles ein, damit es eine schöne Reise wird?

Merkwürdig ist, was Jesus uns auf die Reise mit ihm mitnehmen lässt.
„Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt…“
Was ist damit gemeint?

Wir sollen uns das Leben nicht selbst schwer machen.
Jedoch gilt es, das anzunehmen und auf sich zu nehmen, was einem im Leben zugemutet wird; auf Macht, Besitz, Prestige und Gewalt verzichten. Sein Kreuz tragen mussten damals entlaufene Sklaven und politische Rebellen, die zum Tod durch Kreuzigung verurteilt worden waren – d.h. Sein Kreuz tragen bedeutet das Ertragen von Schande und Ehrlosigkeit.
Vor allem ist damit die Bereitschaft gemeint, in der Nachfolge Jesu bereit zu sein, sein Leben einzusetzen, ja in seinem Dienst zu verausgaben.
Es kann auch heißen: Bereit sein für die Konsequenzen, die ein Leben als Christ in dieser Welt mit sich bringen kann, damit wir das wahre Leben finden, das er verheißt.

3. „Wer das Leben um meinetwillen verliert…“
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wir wollen durch Erholung mehr Leben gewinnen…

Doch Jesus sagt: „Wer sein Leben gewinnen will (wörtlich: gewonnen hat), wird es verlieren.
Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“

Wie soll das gehen – sein Leben verlieren?
Haben Sie schon einmal versucht, etwas zu verlieren?
Je mehr man es bewusst versucht, desto schwieriger wird es.
Gerade, wenn man etwas nicht verlieren will, verliert man es umso leichter. Man verliert vor allem das, wessen man sich nicht bewusst ist, weil die Gedanken, Gefühle und Erwartungen auf etwas ganz anderes gerichtet sind.

Manche meinen, man verliert sein (egoistisches) Leben, indem man hart mit sich umgeht.
Seine Seele Schmerzen leiden zu lassen, würde jedoch das Gegenteil wirken.
Man ist nie so sehr mit sich selbst beschäftigt, wie wenn man Schmerzen hat. – Denken sie nur daran, wie bewusst Sie sich Ihres Zahnes sind, wenn er Ihnen weh tut. Haben Sie keine Schmerzen, nehmen Sie nicht einmal wahr, dass Sie diesen Zahn haben.
Man konzentriert sich nie so sehr auf sich selbst, wie wenn man deprimiert ist.
Man ist nie so sehr bereit, sich selbst zu vergessen, wie wenn man glücklich ist. –
Schauen Sie nur einmal auf Kinder, die ganz intensiv in ein Spiel versunken sind. Sie vergessen Raum und Zeit und alles um sich herum.

Das spannende Spiel, der Einsatz des Lebens für andere, die Hingabe an eine Aufgabe befreit von quälenden Kreisen um sich selbst. Eigenes Leid dagegen, Schmerz, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit können die Aufmerksamkeit fesseln, wenn sie nicht „aufgeopfert“ – d.h. auf Christus hin losgelassen werden.

Vielleicht meint ja Jesus gerade das:
Wer von uns im Blick auf die Bilder der Verheißung, die uns Jesus zeigt, im Hören auf seine ansprechenden Worte und im Gespür für seine Nähe vergisst, auf sich selbst und seine Sorgen und Ängste zu achten, dass ein solcher Mensch schon jetzt teilhat am wahren Leben.

4. Wer euch aufnimmt, weil ihr Christen seid, der nimmt mich auf…
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben.
• Wichtig ist auch, wo und wie ich aufgenommen werde…

Wer bei einem Freund einkehrt, der wird freudig aufgenommen, weil er dessen Freund ist;
wer in einem Wirtshaus einkehrt, der wird gerne aufgenommen, weil er ein zahlungskräftiger Kunde ist;
wer aber irgendwo aufgenommen wird, weil er als Christ erkannt wird, der verhilft dem Gastgeber zu himmlischem Lohn.

Also liegt es an uns, dass ein anderer himmlischen Lohn bekommen kann,
indem wir uns als Christen zu erkennen geben
und es liegt am Gastgeber, sich diesem Lohn zu öffnen, indem er uns deswegen aufnimmt.
Denn „wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf“ – sagt Christus, und „wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.“

5. … das wahre Leben finden
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erleben…

Wie können wir also das wahre Leben finden, das Jesus denen verheißt, die ihm im Glauben nachfolgen?
Im Blick auf das heutige Evangelium über die Nachfolgebedingungen für die Jünger heißt das:
– die Fixierung auf das, was das Leben in der Vergangenheit prägte – Vater und Mutter – loslassen,
– die Fixierung auf Sohn und Tochter, d.h. auf seine Zukunft loslassen,
– das gegenwärtige Leben mit all seinen Vorzügen und Belastungen auf sich nehmen und einzusetzen für Christus und seine Botschaft,
das führt zu einem erfüllten Leben.

Wer mit seinen Lebensmöglichkeiten umgeht, als würde es sich um Geld handeln, also um etwas, das man einsetzen muss, mit dem man arbeiten muss, und von dem man nur dann wirklichen Gewinn hat, wenn man es letztlich weitergibt,
wer mit seinem Leben auf diese Art und Weise verfährt,
der wird seinen Hunger nach erfülltem Leben stillen.

Wer aber sein Leben – so wie es ist – bewahren möchte,
der wird am Ende gar nichts davon haben.

Nur wer sein Leben einsetzt, der gewinnt
bei Gott – bestimmt. Amen.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

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Gottesfurcht statt Menschenfurcht (12. A)

Hochfest: Heiligstes Herz Jesu

Freitag, 23. Juni 2017

Linktipp: Schott: Heiligstes Herz Jesu

Hochfest: Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Samstag, 24. Juni 2017

Linktipp: Schott: Geburt des Hl. Johannes d.T.

12. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 25. Juni 2017

Eröffnungsvers (Ps 28,8-9)
Der HERR ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.
HERR, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit.

Erste Lesung: Jer 20,10-13
Er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter

Antwortpsalm Ps 69,8 u. 10. 14. 33-34 

Zweite Lesung: Röm 5,12-15
Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 15,6b.27a)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich;
und auch ihr sollt Zeugen sein.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,26-33
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

„Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht“

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht - Grafik G. M. Ehlert, Juni 2017

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht – Grafik: (c) G. M. Ehlert

1. Menschenfurcht

vielleicht haben Sie das auch schon einmal erlebt:

In einem Gespräch kommen Themen von Kirche und Glaube zur Sprache. Die geäußerten Ansichten sind kritisch ablehnend. Nun schaut man Sie an. Was sagen denn Sie dazu – Sie gehen doch zur Kirche? – Viele trauen sich dann nicht, sich deutlich zur eigenen Überzeugung zu bekennen. Vielleicht aus Furcht davor, belächelt zu werden oder als altmodisch zu gelten… Manche passen sich an, indem sie sagen: Jeder hat da halt seine eigene Überzeugung…

Jedoch ist es beeindruckend, wenn einer weder sich von Lob oder Tadel beeinflussen lässt, sondern ruhig seine Überzeugung vertritt.

2. Von einem, der unbeirrt standhielt,

erzählt eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus:

„Ein großer, harter Samurai ging einmal einen kleinen Mönch besuchen. „Mönch“, sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, „lehre mich etwas über Himmel und Hölle!“

Der Mönch sah zu dem mächtigen Krieger auf und entgegnete voller Verachtung: „Dich etwas über Himmel und Hölle lehren? Überhaupt nichts könnte ich dich lehren. Du bist schmutzig. Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist eine Scham und Schande für die Klasse der Samurais. Geh mir aus den Augen. Ich kann dich nicht ertragen.“

Der Samurai war wütend. Er zitterte, wurde ganz rot im Gesicht, war sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und hob es in die Höhe, um den Mönch damit zu erschlagen.

„Das ist die Hölle“, sagte der Mönch sanft.

Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Ergebenheit dieses kleinen Mannes, der sein Leben hergab, um ihm diese Lehre zu geben und ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, erfüllt von Dankbarkeit und plötzlichem Frieden.

„Und das ist der Himmel“, sagte der Mönch sanft.

(Zen-Weisheit)

3. Was Menschen Kraft geben kann, dass er die Furcht vor den Menschen und ihre Bedrohung überwindet

  • Im Evangelium heute: 3 x „Fürchtet euch nicht vor den Menschen“
  • – was ist dafür ein tragfähiger Grund? –
  • – Wohin führt solche Furchtlosigkeit?…
  • Furcht vor den Menschen: Furcht nicht anerkannt zu sein; Bedrohung an Leib und Leben…
  • Die „Furcht des Herrn“ ist der Anfang der Weisheit…“
  • Gott fürchten (Handeln aus Angst vor Strafe Gottes) oder positiv aus dem Vertrauen in Gottes Hand geborgen zu sein
  • Gott ehren = ihn vor den Menschen zu bekennen – gelegen oder ungelegen

4. Beispiel Kardinal von Galen: „Nec laudibus – nec timore“

Clemens August Graf von Galen wurde im Jahr der Machtergreifung Hitlers im September 1933 zum Bischof von Münster geweiht. Er stellte seinen Dienst unter den Wahlspruch: „Nec laudibus – nec timore“ = „Das soll mein Wahlspruch sein, das soll uns allein Richtschnur sein: Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll uns bewegen! Aber das Lob Gottes zu fördern sei unser Ruhm, selbst in heiliger Gottesfurcht zu wandeln sei unser beharrliches Streben.“

Damals konnte noch niemand die Tragweite dieses Spruches ahnen. Doch schon bald verspürte er die Verantwortung, sich den kirchen- und glaubensfeindlichen Bestrebungen der Nazis entgegenzustellen ohne Furcht und ohne menschliches Lob dafür zu erwarten.

Seine unerschrockene Solidarität mit den Leiden der Verfolgten in den Konzentrationslagern kann bis heute als vorbildliche Haltung gelten. Bischof von Galen setzte sich vehement für die christlichen Werte und die Würde jedes Menschen ein.

Als die nationalsozialistische Regierung auf ihrer Kirchenfeindlichkeit beharrte, Klöster beschlagnahmte und geistig behinderte Menschen zu ermorden begann, erhob er dagegen seine gewaltige Stimme und hielt am 13. und 20. Juli und am 3 August 1941 seine in aller Welt berühmt gewordenen Predigten, die ihm bis heute den Beinamen „Löwe von Münster“ eintrugen.

5. Wahre Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht

Den Inhalt dieses Evangeliums hat auch der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der 1945 von den Nationalsozialisten im KZ hingerichtet wurde, 1937 in seinem Buch „Nachfolge“ in die Worte gefasst:

„Die Macht, die den Menschen für kurze Zeit auf dieser Erde gegeben ist, ist nicht ohne Gottes Wissen und Willen. Fallen wir in die Hände der Menschen, trifft uns Leiden und Tod durch menschliche Gewalt, so sind wir doch dessen gewiss, dass alles von Gott kommt. Er, der keinen Sperling fallen sieht ohne sein Wollen und Wissen, er lässt den Seinen nichts geschehen, als was ihnen und der Sache, für die sie stehen, gut und nützlich ist. Wir sind in Gottes Händen. Darum fürchtet euch nicht!“

*Angenommen, du würdest verhaftet, weil du Christ bist –
gäbe es genügend Beweise,
dich wegen deines Lebens aus dem Glauben an Gottes Liebe
zu überführen?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Flügge werden (11. S. A)

11. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 18. Juni 2017

Eröffnungsvers (Ps 27,7.9)
Vernimm, o HERR, mein lautes Rufen, sei mir gnädig und erhöre mich.
Du bist meine Hilfe: Verstoß mich nicht,
verlass mich nicht, du, Gott, meines Heils!

Erste Lesung: Ex 19,2-6a
Ihr sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein heiliges Volk gehören

–> Vorbereitungen der Gotteserscheinung auf dem Sinai (Ex 19,1-19)

Antwortpsalm Ps 100,1-3.4-5

–> zu Psalm 100

Zweite Lesung: Röm 5,6-11
Da wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, werden wir erst recht gerettet werden durch sein Leben

Ruf vor dem Evangelium (Mk 1,15)

Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
Halleluja.

Evangelium: Mt 9,36 – 10,8
Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und sandte sie aus

Aussendung-Zwölf-1

Aussendung der Zwölf Apostel (Mt9,36-10,8), Zeichnung (c) G. M. Ehlert, 15.06.2017

–> siehe auch: „Die Mannschaftsaufstellung Jesu

 

auf Adlers Flügeln getragen

1. „… der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet“
– die Bildersprache Gottes auf dem Sinai

„Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern angetan habe, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher gebracht habe.“ (Ex 19,4)

  • Der Adler = König der Lüfte
  • Der Adler = Symboltier für Deutschland (siehe €)
  • Der Adler = Symbol für den Schutz, den Gott uns gewährt

2. Getragen auf Adlerflügeln
– wenn Adler flügge werden

Was dieses „Getragensein auf Adlerflügeln“ bedeutet, prägte sich mir tiefer ein, als ich auf folgende Erzählung stieß, wie Adler sich verhalten, damit ihre heranwachsenden Adlerjungen fliegen lernen:

Hoch in den Bergen kann man manchmal die Adler sehen – die Könige der Vögel.

Ihre riesigen Flügel können zwei Meter weit sein. Kaum jemand hat ihr Nest aus der Nähe gesehen. Es liegt versteckt in den Felsenwänden. Meist legen die Adler zwei Eier. Und wenn sie ausgebrütet sind, haben Adlervater und Adlermutter viel zu tun. Hin und her fliegen sie mit der Nahrung für den kleinen Adler.

Aber dann, so erzählt man, passiert etwas Besonderes. Ich weiß nicht, wer es gesehen hat. Die großen Vögel bleiben weg. Sie lassen ihre Jungen allein. Nicht nur für ein paar Stunden; ganze Tage lang. Die Jungen piepen und werden immer ängstlicher. Sie haben Hunger. Werden sie sterben? Wenn sie beinahe ganz erschöpft sind, hören sie den Flügelschlag des Vaters. Hoch über dem Nest. Sie sind nicht verloren. Und nun ist auch die Mutter wieder da. Die Jungen strecken den mageren Hals und sperren den Schnabel auf. Doch die Mutter tut etwas Unerwartetes. Sie fliegt auf das Nest zu. Und schon ist es geschehen. Sie hat einen kleinen Adler aus dem Nest gestoßen. Ängstlich flattert er mit seinen schwachen Flügeln. Er hat keine Kraft. Eine Zeitlang hält er sich in der Luft. Dann lassen ihn seine Flügel im Stich. Er beginnt zu stürzen.

Auf diesen Augenblick hat der Adlervater gewartet. Rasch fliegt er herbei, streift den kleinen Adler von unten und fängt ihn mit seinen Flügeln auf. Er bringt ihn zum Nest zurück. Gleich darauf fliegt die Mutter wieder auf das Nest zu und scheucht den anderen Adler über den Rand. Auch er taumelt ein wenig in der Luft, flattert mit seinen Flügeln und muss dann aufgeben. Auch dieses Junge lässt der Vater auf seinen Flügeln notlanden und trägt es ins sichere Nest zurück. So geht das nun jeden Tag ein paar Mal, bis die Jungadler stärkere Flügel bekommen haben und selber fliegen können.

(aus: Eleonore Beck/Paul König, Meine Bilderbibel, Verlag Friedrich Bahn, Konstanz/Butzon & Bercker, Kevelaer ³1988)

Die Adlereltern sind scheinbar sehr grausam zu ihren Adlerjungen.
Doch dieses „Hinaus geschubst“ werden ist die einzige Chance, den Jungvögeln zu helfen, damit sie fliegen lernen. – Und sie werden ja nicht ins Bodenlose fallengelassen –

Sie machen gerade dann, wenn ihre eigenen Kräfte versagen die großartige Erfahrung: wir werden auf Adlerflügeln getragen. So bekommen sie Mut zum Fliegen.

Das anscheinend grausame Verhalten des Adlers ist in Wahrheit eine Lebenshilfe für die heranwachsenden Adlerjungen. Erst im Rückblick wird dies deutlich.

3. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“ –
die väterliche und mütterliche Sorge Gottes für sein Volk Israel

So geht Gott mit seinem Volk Israel um: Israel musste von Gott „aus der Nestwärme Ägyptens“ heraus geschubst werden in die Freiheit und Ungeborgenheit der Wüste hinein. Hier schien das Volk „abzustürzen ins Bodenlose“ – Hunger und Durst, Angst vor dem Untergang – all das lässt das Volk zweifeln und gegen Gott murren.

Doch immer wieder darf es die Erfahrung machen: Gott ist da, er rettet uns, er fängt uns auf, er sorgt für uns.

4. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“
– wie Gott die Kirche „hinauswirft“ in die Freiheit

„Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“ – daran erinnert Gott heute auch seine Kirche.
Auch Jesus hat seine 12 Apostel „heraus geschubst“ aus der Nestwärme der Nähe Jesu, damit sie „flügge“ werden und erfahren, dass auch sie fähig sind, die Botschaft von der Liebe und Freiheit, in die Gott uns führen will, zu verkünden.

Und im Laufe der Kirchengeschichte sind die Christen immer wieder „heraus geschubst“ worden aus liebgewordenen Traditionen durch den Heiligen Geist, wenn sie sich in bestehenden Situationen zu sehr eingerichtet hatten.

Doch auch die Kirche durfte immer wieder erfahren, wie sie von Gott auf Adlerflügeln getragen wurde, besonders dann, wenn sie ins Bodenlose abzustürzen drohte.

5. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen habe“ –
Gott schubst auch mich hinaus aus dem warmen Nest

Vielleicht kennen auch Sie solche Erfahrungen, dass Sie sich „heraus geschubst“ fühlen:
– bei einer neuen Aufgabe – vor der Sie Schiss haben;
– oder in einer schweren Situation – vor der Sie sich fürchten;
– oder in einer großen Not – wo Sie ins Bodenlose abzustürzen drohen…

Doch vielleicht können Sie auch – im Rückblick auf solche Situationen – dankbar singen: „Lobe den Herren… der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet“ (GL 392,2)

6. „…wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe“ – von der Zuversicht des Glaubens

Erinnert euch! – sagt Gott uns ganz persönlich – „wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe“,

Wie ein Adler seine Jungen auf ihr Leben in der Freiheit der Lüfte vorbereitet, so bereitet Gott sein Volk in der Wüste auf ihre Aufgabe als ein „Königreich von Priestern“ vor;

so bereitet Jesus seine Apostel – und auch uns – auf unseren Dienst in der Welt vor.

„die auf den Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, Schwingen wachsen ihnen wie Adlern. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ (Jes. 40,31)

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

ausgesandt

zum 15. Sonntag im Jahreskreis B (12. Juli 2015)
Evangelium: Mk 6,7-13

6,7 Und es wurden herbeigerufen die Zwölf
und er ((= Jesus)) begann diese auszusenden
(je) zwei (und)
zwei*

* damit ihr Zeugnis Gültigkeit beanspruchen kann

Und er gab diesen Vermögen
über die unreinen Geister

8 Und er wies diese an (folgendes):
    nicht eines sollten sie aufheben (= mit sich tragen) auf den Weg
    außer einen Stock
.     nicht Brot, nicht Reisesack, nicht in den Gürtel hinein Kupfer(geld)

9    sondern sich unterbindend Sandalen
.     und nicht sollten sie anziehen zwei Untergewänder.“

10 Und er sagte ihnen:
      „
wo (immer auch) ihr hineinkommen werdet in ein Haus,
.     dort bleibet
    bis ihr hinaus kommt von dort

11  und welcher Ort nicht aufnehmen wird euch
.    und nicht hören wird auf euch
.    hinausgehend von dort schüttelt ab den Staub unter den Füßen
.    zum Zeugnis ihnen (gegenüber).“

12 Und hinausgehend verkündeten sie (folgendes):
.    „Sie sollen umkehren*“

* Meta-noite = um-, neu-, mit-denken, Sinnes- und Verhaltensänderung

13 und viele Dämonen warfen sie heraus
und salbten mit (Oliven-)Öl viele Kraftlose (= Kranke)
und therapierten (= heilten) sie.

zur Auslegung siehe auch: „Aussendung der 72 Jünger

siehe auch: „Sammlung + Stärkung + Sendung

Berufspraktikum

zum 15. Sonntag im Jahreskreis B:
Evangelium: Mk 6,7-13

Mk 6,7-13

7 Und es wurden herbeigerufen die Zwölf 
und er ((= Jesus)) begann diese auszusenden
(je) zwei (und) zwei*

Und er gab diesen Vermögen
über die unreinen Geister 

8 Und er wies diese an
dass sie nicht eines aufheben (= mit sich tragen) sollten auf den Weg
außer einen Stock
nicht Brot, nicht Reisesack, nicht in den Gürtel hinein Kupfer(geld) 

9 sondern sich unterbindend Sandalen
und nicht sollten sie anziehen zwei Untergewänder 

10 Und er sagte ihnen
wo (immer auch) ihr hineinkommen werdet in ein Haus,
dort bleibet
bis ihr hinaus kommt von dort 

11 und welcher Ort nicht aufnehmen wird euch
und nicht hören wird auf euch
hinausgehend von dort schüttelt ab den Staub unter den Füßen
zum Zeugnis ihnen (gegenüber). 

12 Und hinausgehend
sie verkündeten, dass sie umkehren* sollen 

13 und viele Dämonen warfen sie heraus
und salbten mit (Oliven-)Öl viele Kraftlose (= Kranke)
und therapierten (= heilten) sie.

zur Auslegung siehe auch: „Aussendung der 72 Jünger

siehe auch: „Sammlung + Stärkung + Sendung

Osterzeit

zu Johannes 21,1-35: Offenbarung des Auferstandenen am See von Tiberias

2. Sonntag der Osterzeit – Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit – Weißer Sonntag:

Thomas bekannte: "Mein Herr und mein Gott!" - Grafik zu Joh 20,19-31; 15.04.2012 (c) G. M. Ehlert

siehe auch:

Ostersonntag – Evangelium vom Tag = Joh 20,1-18:

siehe: Joh 20,3-10: Wettlauf Petrus – Johannes zum Grab
und: Joh 20,11-18: Die Begegnung zwischen Maria von Magdala mit dem Auferstandenen