Schlagwort-Archive: Jahreskreis A

Christkönigsfest


–> Mittwoch, 22. November = Hl. Cäcilia

Christus Sieger – Christus König –
Christus, HERR in Ewigkeit 

Christkönigsfest – letzter Sonntag im kirchlichen Jahreskreis A

Sonntag, 26. November 2017
(Totensonntag, Ewigkeitssonntag)

Eröffnungsvers (Offb 5,12; 1,6)
Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist,
Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre.
Ihm sei die Herrlichkeit und die Herrschermacht in Ewigkeit.

Erste Lesung: Ezechiel (Ez 34,11-12.15-17)
Ihr – meine Herde – ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken

Antwortpsalm Ps 23
Der HERR ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

–>zu Psalm 23: JHWH – mein Wegbegleiter + Mahlbereiter + Heimatgeber ;
u. JHWH – mein Hirt  

Zweite Lesung: 1. Korintherbrief (1 Kor 15,20-26.28)
Christus wird seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergeben, damit Gott herrscht über alles und in allem

Ruf vor dem Evangelium (Mk 11,9.10)
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn!
Gesegnet das Reich unseres Vaters David,
das nun kommt.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 25,31-46
Der Menschensohn wird sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, und er wird die Menschen voneinander scheiden

–> Rede Jesu vom Weltgericht:  Mt 25,31-46  (Studienübersetzung)

Messtexte zum Christkönigssonntag im Jahreskreis A (Schott)

zum Christkönigssonntag

zum Sonntagsevangelium vom Christkönigsfest
Matthäusevangelium 25,31-46: Rede Jesu vom Weltgericht

Wer sind die, zu denen der König sagt: “Weg von mir ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!” (Mt 25,41b)?

Es sind die, die sich beharrlich weigern, den Bereich dessen, was unter dem Fluch Gottes steht, zu verlassen; es sind die, welche nicht bereit waren, anderen Gutes zu tun.

Mt-25.31-46aa

„Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr MIR getan.“ – Grafik zu Mt 25,31-46 – (c) G. M. Ehlert, Nov. 2017

Worauf es ankommt, wenn Christus in seiner Herrlichkeit kommt…

Hungrige speisen – wie der Junge, der seine 5 Gerstenbrote und seine 2 Fische zur Verfügung stellt, sodass Jesus die 5000 Menschen speisen konnte (siehe Joh 6,1-14);
Durstige tränken – wie die samaritanische Frau am Jakobsbrunnen, als Jesus sie in der Mittagshitze um einen Schluck Wasser bittet (siehe Joh 4,5-42)
Fremde/ Pilger beherbergen – wie diejenigen, welche Kinder (vgl. Mt 18,5) oder die Jünger (vgl. Mt 10,40-42) gastlich aufnehmen;
Nackte bekleiden – wie der Soldat Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte bevor er im Traum erfuhr, dass Christus selbst der Empfänger war;
Kranke pflegen – wie der barmherzige Samaritaner, der den Zerschlagenen sah und ihm half (siehe Lk 10,25-37)
Gefangene besuchen – wie z.B. der Sklave Onesimus den Apostel Paulus im Gefängnis besuchte (vgl. Philemonbrief 1,8-20)
Tote begraben – wie die Ratsherren Joseph von Arimatäa u. Nikodemus zusammen mit den Frauen für ein würdiges Begräbnis Jesu sorgten (siehe Joh 19,38-42)

 

(Lesejahr A) zu Mt 26,31-46: Jesu Rede vom Weltgericht

(Lesejahr B) – Evangelium: Joh 18,33-37
siehe auch zum Christkönigssonntag 2009

(Lesejahr C) zu Kol 1,12-20 u. Lk 23,35-43

Passwort und PIN zum Himmelreich:

Für viele Bereiche brauchen wir ein Passwort und eine PIN (= Persönliche Identifikations-Nummer) –

Das Passwort, das uns den Zugang zum Himmelreich eröffnet, lautet: BARMHERZIG-SEIN

und die dazugehörige PIN (= Personen in Not) werden im  Gleichnis Jesu vom Weltgericht (Mt 25,31-46) aufgeführt:

Hungernden zu essen und Durstigen zu trinken geben;
Fremde und Heimatlose aufnehmen;
Arme mit Kleidern versorgen;
Kranke besuchen und mit Gefangenen Kontakt pflegen
(und darüber hinaus Tote würdig begraben). –

Einfacher geht’s nicht.

 

Links:

Pfeil-obenzum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Advertisements

Vorbereitet für das Fest (32.A)

–> 11. November: Gedenktag Hl. Martin von Tours

Macht euch bereit zu der Hochzeit!

32. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 12. November 2017

Eröffnungsvers (Ps 88,3)
HERR, lass mein Gebet zu dir dringen,
wende dein Ohr meinem Flehen zu.

Erste Lesung: Weisheit 6,12-16
Wer die Wahrheit sucht, findet sie

Antwortpsalm Ps 63
Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott

–> zu Psalm 63: Sehnsucht nach Gott

Zweite Lesung: 1. Thessalonicherbrief 4,13-14
Gott wird durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Mt 24,42a.44)
Halleluja. Halleluja.
Seid wachsam und haltet euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt
zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 25,1-13
Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

Link: Messtexte zum 32. Sonntag im Jahreskreis A

Gedanken zum Evangelium

(32. Sonntag im Jahreskreis A)

Das Evangelium: Matthäus 25. Kapitel, Verse 1-13
Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen:

Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,
die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe:
Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.
Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch;
geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam;
die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal,
und die Tür wurde zugeschlossen.

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.

Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Meditation:

 

Zur Begegnung bereit

5 kluge u. 5 törichte Jungfrauen (c) G. M. Ehlert

Die 10 Jungfrauen im Gleichnis Jesu
sind ein Bild für die Christen im irdischen Bereich:

Jungfräuliche Menschen werden wir sein,
wenn wir noch frei und offen sind für Begegnungen und Liebe;
wenn wir noch mehr erwarten als das, was das Leben hier zu bieten hat;
wenn wir voll Hoffnung auf das Kommen des Geliebten –
auf Christus warten.

Wer aber jemanden sehnsüchtig erwartet,
der wäre töricht,
wenn er sich nicht auf Verzögerungen einstellt
und nicht auch für Wartezeiten gut vorsorgt,
damit das Licht der Hoffnung bei ihm nicht erlischt.

Jungfräuliche Menschen, die sind umsichtig,
sie sorgen für genügend Öl für alle Fälle:
wenn sie sich das Öl der geistigen Kräfte bewahren;
wenn sie mit dem Öl der Hoffnung ihre Lebenskraft am Brennen halten;
wenn sie mit dem Öl des Geistes Gottes
die Sehnsucht der Menschen zum Leuchten bringen.

Wenn aber jemand die Lampe des Lebens mit Sehnsucht gefüllt hat,
dann ist er bereit, diese Sehnsucht zu entzünden,
wenn der Ersehnte endlich kommt.
Wer klug ist, der ist zur Begegnung bereit,
wenn der Ruf des Boten ertönt:
„Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!“

So gebe uns Gott,
dass wir – mit genügend Öl der Hoffnung in den Krügen des Lebens –
bereit sind,
dem kommenden Christus entgegenzugehen.

G.M.Ehlert

zum Evangelientext –  zum Anfang der Meditation

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

.

.

.

Schein-heilig (31. A)

–> 3. November: Gedenktag Hl. Hubertus
–> 4. November: Gedenktag Hl. Karl Borromäus

Die Frage nach der Glaubwürdigkeit

31. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 5. November 2017

Eröffnungsvers (Ps 38,22-23)
HERR, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott!
Eile mir zu Hilfe, HERR, du mein Heil.

Erste Lesung: Mal 1,14b-2,2b.8-10
Ihr seid abgewichen vom Weg und habt viele zu Fall gebracht

Antwortpsalm Ps 131,1.2-3
HERR, bewahre meine Seele in deinem Frieden!

–> zu Psalm 131: Wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter… 

Zweite Lesung: 1 Thess 2,7b.9.13
Wir haben euch nicht nur am Evangelium Gottes teilhaben lassen, sondern auch an unserem eigenen Leben

Ruf vor dem Evangelium (Mt 23,9b.10b)
Halleluja. Halleluja.
Einer ist euer Vater, der im Himmel.
Einer ist euer Lehrer, Christus.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 23,1-12
Sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen

Mt-23.1-12a

„Der Größte von euch soll euer Diener sein“ – Grafik zu Mt 23,1-12 (c) G. M. Ehlert, 29.10.2017

–> siehe zu Mt 23,1-12:
„Ehrenplatz – reserviert für ‚Hochwürdigsten Herrn Prälat‘…“
(Arbeitsübersetzung u. Übertragung)

Link: Messtexte zum 31. Sonntag im Jahreskreis A

 

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

.

.

.

Gottes Liebe Leben (30.A)

Das Grundgebot: Gott im Nächsten lieben

30. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 29. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Ps 105,3-4)
Freuen sollen sich alle, die den HERRN suchen.
Sucht den HERRN und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit.

Erste Lesung: Ex 22,20-26
Wenn ihr Witwen und Waisen ausnützt, so wird mein Zorn gegen euch entbrennen

Antwortpsalm aus Psalm 18
Ich will dich lieben, HERR, meine Stärke

–> zu Psalm 18: Danklied des Königs David für Rettung und Ermächtigung

Zweite Lesung: 1 Thess 1,5c-10
Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt, um dem wahren Gott zu dienen und seinen Sohn zu erwarten

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 14,23)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält fest an meinem Wort.
Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden bei ihm wohnen.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 22,34-40
Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben; deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst

–> siehe auch Mt 22,34-40: Ziel: lieben! (30. S.i.J. A)

Link: Messtexte zum 30. Sonntag im Jahreskreis A 

Das Doppelgebot der Liebe

Das Innenziel der Bibel: Gott Liebe erweisen –
indem wir dem Nächsten Liebe erweisen

Mt-22.34-40a

Das Innenziel der Bibel: Gott u. den Nächsten lieben – (c) G. M. Ehlert, Okt. 2017

Mt 22,34-40 = Evangelium am 30. Sonntag im Jahreskreis A

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot

Als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte,
kamen sie (bei ihm) zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn:

.

Frage:

Meister, welches große Innenziel (ist) in dem (göttlichen) Gesetz* ?

(*= die Tora, die Sammlung der Lebensweisungen Gottes)?“

.

Die klare Antwort Jesu:

Du wirst Liebe erweisen

dem HERRN*, deinem Gott

*(= JHWH = Name des Gottes, der befreiend und heilend da ist)

mit deinem ganzen Herzen

und mit deiner ganzen Seele

und mit deinem ganzen Durchdenken. (= Zitat von Dtn 6,5)

Dies ist das große und vorrangige Innenziel.

„(Ein) Zweites aber (ist) gleich diesem selbst:

Du wirst Liebe erweisen

deinem Nächsten

dir gleich.“ (= Zitat von Lev 19,18)

Darin – an diesen beiden Innenzielen

hängt das (göttliche) Gesetz

und die Propheten.“
(Mt 22,34-40)

  • mit eigenen Worten: und du wirst/sollst Liebe erweisen dem, der dir im Leben zur Seite gestellt wird (dem Verwandten, dem Nachbarn, dem Fremden – ja auch dem Feind), denn er ist wie du – ein Geschöpf und Ebenbild Gottes.
    „Ich bin’s“ sagt unser Gott, der bei uns ist, um Gutes zu bewirken.

Aus dem Geometrieunterricht kennen manche noch den „Satz des Pythagoras:

a2 + b2 = c2

Mit Hilfe dieser Formel lässt mit Hilfe der beiden

bekannten Seitenlängen von a und b die unbekannte

Größe von c berechnen.

.

Angewandt auf den Bereich des christlichen Lebens:

Die wirkliche Größe der Liebe zu Gott (c2) Zwei Herzkammern der Gottes- u. Nächstenliebe

ist gleich zu setzten (=)

der Liebe zum Nächsten (a2) in Verbindung (+) mit der Liebe zu mir selbst (b²).

Oder mit anderen Worten:

Ob du Gott wirklich liebst,

erkennst du daran,

wie du mit deinem Nächsten umgehst.

.

.

.

Der Apostel Johannes sagt das so:

„Wer seinen Bruder (/Schwester) nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.“

(1 Joh 4,20)

.

Und der Apostel Paulus sagt dies so:

„Darauf kommt es im christlichen Leben an:

einen solchen Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.“

(vgl. Brief an die Galater 5,6)

.

„Erweise Liebe deinem Nächsten – dir gleich – ICH bin(s) – der ICH BIN DA!“

(Lev 19,18)

.

„Die Beziehung zu Gott dem Vater
bezeugen wir nicht nur dadurch, dass wir ihn so nennen,
sondern dadurch, dass wir uns den Anderen gegenüber wie zu unseren Brüdern und Schwestern verhalten.

Die Beziehung zu Gott dem Schöpfer
bezeugen wir nicht nur mit unseren Ansichten über die Entstehung der Welt,
sondern wesentlicher durch unsere Beziehung zur Natur.

Die Beziehung zum Geheimnis der Menschwerdung
bezeugen wir nicht nur mit jenem Vers im Credo, den wir mit einer Verneigung beim Gottesdienst rezitieren,
sondern vor allem dadurch, wie wir mit unserem eigenen Menschsein und dem Menschsein der anderen Menschen umgehen.“

(aus: Tomáš Halík, Berühre die Wunden, S. 222f)

Die Begegnung mit dem nächst besten Menschen, der meinen Lebensweg heute oder Morgen kreuzt, kann zum Schlüssel werden
Gott, den Nächsten und sich selbst Liebe zu erweisen.

Von diesem Glauben zeugt auch ein Spruch im „Warschauer Ghetto“ aus der NS-Zeit:

„Ich suchte Gott, und er entzog sich mir;
ich suchte meine Seele und fand sie nicht;
ich suchte meinen Bruder und fand sie alle drei.“

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

.

.

.

Prägekraft (29.A)

Prägende Kraft

29. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 22. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Ps 17,6.8)
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,
birg mich im Schatten deiner Flügel.

Erste Lesung: Jes 45,1.4-6
Ich habe Kyrus bei der Hand gefasst, um ihm die Völker zu unterwerfen

Antwortpsalm aus Psalm 96

Zweite Lesung: 1 Thess 1,1-5b
Wir erinnern uns vor Gott an euren Glauben, eure Liebe und eure Hoffnung

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Phil 2,15d.16a)
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Worte Christi,
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 22,15-21
Gebt dem Kaiser zurück, was dem Kaiser gehört, Gott aber, was Gott gehört

–> siehe auch Studienübersetzung zu Mt 22.15-22  (von G. M. Ehlert)

Link: Messtexte zum 29. Sonntag im Jahreskreis A

 Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis A
22. Oktober 2017

„Gebt dem Kaiser zurück, was des Kaisers ist,
Gott aber, was Gottes ist“


 

Darauf gingen die Pharisäer – beratschlagten zusammen,
wie sie ihn umklammernd binden könnten
aufgrund eines Wortes.

Und sie sandten ab zu ihm
die Jünger von ihnen
(zusammen) mit den Herodianern und sagten:

„Lehrer,
wir wissen, dass du wahr(haftig)bist
und den Willen des Gottes in Wahrheit lehrst
und nicht kümmert dich (das Urteil) von irgendeinem;
nicht nämlich blickst du auf das Zuaugende (= äußeres Ansehen) des Menschen.

Sprich nun zu uns, was du meinst:
Ist es erlaubt zu geben den Zensus (= Kopfsteuer) dem Kaiser oder nicht?

Es hatte aber erkannt (der) Jesus die Bosheit von ihnen –
so sprach er:
„Was versucht ihr mich, ihr Durchtriebenen (= Schauspieler/Heuchler)?

Zeiget her mir die Gesetzliche (= Münze) des Zensus.“

Die aber brachten herbei ihm einen Denar.

Und er sagt (zu) ihnen:
„Wessen (ist) das Bild daselbst und die Aufschrift?“

Sie sagen ihm:
„Des Kaisers.“

Darauf sagt er zu ihnen:
„Gebt zurück also das des Kaisers dem Kaiser
und das des Gottes dem Gott.“

Und da sie dies gehört hatten, staunten sie,
und sie ließen ihn und gingen fort.

(Mt 22,15-22)

Prägende Kraft - (c) G. M. Ehlert

Prägende Kraft – (c) G. M. Ehlert

Der Kaiser prägt
die Münze
und er prägt ihr
sein Bild und seine Aufschrift ein;

und er prägt mit ihr
Handel und Wandel in seinem Reich;

und eines Tages
verlangt er zurück, was ihm gehört.

So gebt dem Kaiser,
was dem Kaiser
gehört!

Medien und Konzerne prägen
unsere Konsumgüter
und sie prägen ihnen
ihre Vorstellungen und Slogan auf;
und sie prägen mit ihnen
unsere Konsumgesellschaft
und sie wollen täglich neu
nur unser Bestes: unser Geld.

Und wer gibt ihnen nicht,
was ihnen (noch
nicht) gehört?

GOTT prägt seit jeher
den Menschen
und ER prägt ihnen – dem Mann und der Frau
sein Bild und Gleichnis ein;
und ER will, dass wir mit unserem Leben
die Welt nach seinem Bilde prägen.
Und von uns erwartet ER zurück
was allein IHM gehört:
die Ehre Seines Namens!

So gebt also GOTT,
was GOTT
gehört!

siehe auch (Bild-)Meditation: Prägende Kraft (zu Mt 22,15-21)

„…vor allem gebt Gott, was Gottes ist!“

Einstieg:

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ –

Diese Aussage Jesu aus dem heutigen Evangelium gehört zu den bekanntesten Sprichwörtern.

Es wurde oft benutzt, um zu verdeutlichen, dass wir sowohl dem Staat als auch der Kirche zu dienen haben.

Und doch – was können wir mit dieser Aussage anfangen?

Heutige Reaktionen auf den Imperativ Jesu:
a) Ich habe
keinen Kaiser
und keinen Gott
also
gehört alles mir!
(= egoistische, emanzipatorische Haltung)

b) Dem Konzern gehört meine Arbeitskraft;
Schalke 04 gehört mein Samstagnachmittag;
der Bank gehört (noch) mein Haus;
dem Staat zahle ich meine Steuern;
dem Fernseher gehört mein Abend;
der Elli gehört meine Liebe;

es bleibt nichts übrig
für dich, mein Gott!

Der religiös-politische Hintergrund der Fangfrage

Um die Brisanz der Frage und die Tragweite der Antwort Jesu besser verstehen zu können, ist es gut, sich die damalige Situation zu vergegenwärtigen.

Das Volk Israel wurde von der römischen Besatzungsmacht beherrscht. Die Bewohner der besetzten Gebiete wurden quasi als Eigentum Roms behandelt. Sie mussten die sogenannte Kopfsteuer entrichten, die mit dem römischen Denar zu bezahlen war.

Die frommen Juden – besonders die Pharisäer und ihre Schüler weigerten sich diese Kopfsteuer zu bezahlen, weil sie sich als Volk Gottes verstanden, die nur die Herrschaft Gottes, nicht jedoch die Herrschaft eines Kaisers akzeptierten.

Außerdem war auf der Münze ein Abbild des Kaisers und die Aufschrift, dass dieser Kaiser wie Gott sei, was dem Bilderverbot der Juden widersprach.

Die Herodianer dagegen hatten sich angepasst, und profitierten davon, dass sie für die Römer diese Steuer eintrieben.

Diese beiden Parteien – die gesetzestreuen Pharisäer und die romtreuen Herodianer – sonst zutiefst verfeindet, hatten sich nun zusammengetan, um im Tempelbezirk Jesus mit einer Fangfrage schaden zu können.

Im jüdischen Volk herrschte über diese Steuer großer Unwille, weil sie einem ständig die verhasste Fremdherrschaft zum Bewusstsein brachte.

Daher:

Die Fangfrage:

„Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“

Wenn Jesus dies bejaht –> indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruchs des römischen Kaisers = die Pharisäer können Jesu Unglaubwürdigkeit propagieren.

wenn Jesus dies verneint –> öffentlicher Aufruf zum Steuerboykott = Rebellion – die Herodianer können ihn anklagen, wegen Auflehnung gegen die staatliche Gewalt.

Jesus steckt mit dieser Frage also in einer Zwickmühle.

Wie kann er sich aus diesem Dilemma befreien?

Die geniale Antwort Jesu:

(wie Jesus sich gekonnt aus der Affäre zieht und seinerseits die Initiative ergreift):

a.) Er lässt sich eine Steuermünze zeigen
= der Besitz einer solchen Münze bedeutete die praktische Anerkennung der römischen Regierung d.h. die Schüler der Pharisäer beugen sich de facto den Forderungen Roms.
b.) Er lässt vorlesen, was auf der Münze mit dem Kaiserbild steht: „Kaiser Tiberius, der anbetungswürdige Sohn des göttlichen Augustus“ das bedeutete die indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruches des römischen Kaisers.“

Wenn ihr also Münzen benützt, die durch Bild und Aufschrift als Eigentum des Kaisers gekennzeichnet sind, dann gebt auch dem Kaiser zurück, was ihm gehört.

Soweit – so gut!

Doch wer Jesus fragt, der riskiert, dass ihm mehr gesagt wird, als er wissen will. Der entscheidende Teil der Antwort Jesu:

gebt Gott zurück, was Gott gehört.

Was gehört Gott?

Nach pharisäischer Auffassung ist die buchstabengetreue Erfüllung der göttlichen Gebote die geforderte Gabe an Gott.

Doch zwischen den Zeilen steckt in der Antwort Jesu noch viel mehr:

Nach biblischem Verständnis trägt jeder Mensch das Bild und die Aufschrift Gottes. (vgl. Gen 1,26f: Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild)

–> Gott hat uns sein Bild eingeprägt. Also gehört IHM unser ganzes Leben.

Wie können wir Gott zurückgeben, was allein ihm gehört?

Wir Menschen gleichen einer Münze.
Wir tragen das Abbild Gottes und das Siegel seines Geistes.
Gott hat uns sein Bild eingeprägt.
Ihm gehört unser Leben.
Im Umgang mit nichtgöttlichen Mächten (Staat, Konsum…) heißt das: sich nicht zu verkaufen, denn die Kaufkraft unserer Münze „Leben“ gilt es für einen anderen Bereich einzusetzen.

Der Wert dieser Münze ist ins Spiel zu bringen, wenn es um Gottes Willen um den Menschen geht.

Sie ist täglich im Gebrauch dort, wo Menschen aus Liebe und Versöhnungsbereitschaft entsprechend dem Willen Gottes ihr Leben gestalten.

Ausstieg:

„Kleine Münze Hoffnung,
mir umsonst geschenkt:
werde ich dich teilen,
dass du Zinsen trägst,
dass du wirst zur Gabe,
die uns leben lässt,
Reichtum selbst für alle,
alle, die in Armut sind.“

Zugabe: Eine Münze aus dem göttlichen Schatz

Wir sind geschaffen als Abbild Gottes, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Du, mein Christ, bist ein Mensch; du bist also eine Münze aus dem göttlichen Schatz, du bist ein Denar mit dem Bild und der Aufschrift des göttlichen Herrschers. Mit Christus frage ich dich: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Du antwortest: Es ist Bild und Aufschrift Gottes. Dann frage ich weiter: Warum gibst du dann Gott nicht, was ihm gehört?

Wenn wir aber wirklich ein Bild Gottes sein wollen, müssen wir Christus ähnlich werden; denn er ist das Bild der Güte Gottes und „das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3); alle aber, „die er im voraus erkannt hat, hat er auch dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (Röm 8,29).

Wer also in seinem Leben und Verhalten, wer in seinem Tugendwandel Christus ähnlich und gleichförmig ist, der stellt wirklich das Bild Gottes dar; die Erneuerung dieses göttlichen Bildes aber vollzieht sich durch die vollkommene Gerechtigkeit: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Gebt jedem, was ihm gehört!

Laurentius von Brindisi

Heiligengedenktage:

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Eingeladen zum Fest (28. A)

28. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 15. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Ps 130,3-4)
Würdest du, HERR, unsere Sünden beachten,
HERR, wer könnte bestehen!
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.

Erste Lesung: Jes 25,6-10a
Der HERR wird für alle Völker ein Festmahl geben; er wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht

Antwortpsalm Ps 23,1-6

–> siehe zu Psalm 23: JHWH – mein Wegbegleiter + Mahlbereiter + Heimatgeber ;
u. Psalm 23: JHWH – mein Hirt „

Zweite Lesung: Phil 4,12-14.19-20
Alles vermag ich durch IHN, der mir Kraft gibt

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Eph 1,17-18)
Halleluja. Halleluja.
Der Vater unseres Herrn Jesus Christus
erleuchte die Augen unseres Herzens,
damit wir verstehen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 22,1-14
Ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein!

Hochzeitsgewand

–> siehe auch Studienübersetzung zu Mt 22,1-14 von G. M. Ehlert u. Gedanken zum hochzeitlichen Gewand: Eingeladen zum Fest des Glaubens

Link: Messtexte zum 28. Sonntag im Jahreskreis A

15. Oktober = Gedenktag der Heiligen Teresa von Avila
(Ordensfrau u. Kirchenlehrerin):

Von ihr stammt das dreimal dreizeilige Gedicht: Nada te turbe
mit dem Schlussvers: „Solo Dios basta!“ – Gott allein genügt!
Doch „Gott allein“ genügt nicht! – jedoch: „Gott nur ist genug!“ –
alles Irdische erfüllt uns nicht ganz – nur bei Gott ist die Fülle des Lebens.
Eine Übertragung dieses Liedes von E. Lorenz –
singbar auf die Melodie aus Taize: Nada te turbe:
 .

Nichts soll dich verwirren,
nichts soll dich beirren,
alles vergeht. (Gott nur besteht).

Gott wird sich stets gleichen.
Geduld kann erreichen
was nicht verweht. (Gott nur besteht).

Wer Gott kann erwählen,
nichts wird solchem fehlen:
Gott nur besteht. (Gott nur besteht).

 

.
Teresa-de-jesus-a

Teresa von Avila – Wohnungen des Inneren Schlosses – (c) G. M. Ehlert, Okt. 2017

siehe auch: Teresa-von-Avila_Innere-Burg

 

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Weinberg des Herrn (27. A)

Drei Weinberggleichnisse Jesu:
25. Sonntag im Jahreskreis A = 24. September 2017 (Mt 20,1-16)
26. Sonntag im Jahreskreis A = 1. Oktober 2017 (Mt 21,28-32)
27. Sonntag im Jahreskreis A = 8. Oktober 2017 (Mt 21,33-44)

Im Weinberg des Herrn

  • Was ist der rechte Lohn für die Arbeit im Weinberg des Herrn?
    Für die Arbeit am Reich Gottes gilt: Jeder bekommt einen Denar d.h. soviel, dass er und seine Familie jeden Tag genug hat für das tägliche Brot.
    Mt 20,1-16
    = 25. Sonntag im Jahreskreis A:
    –> arbeiter-im-weinberg-des-herrn-mt-201-16/ und tageslohn/

Wer von den beiden hat den Willen des himmlischen Vaters erfüllt?Wer von den beiden hat den Willen des himmlischen Vaters erfüllt?

weinberg-arbeiter

Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?“ (Mt 20,13) – (c) G. M. Ehlert

  • Wer erfüllt den Auftrag der Arbeit im Weinberg?
    Für die Arbeit am Reich Gottes gilt: Nicht fromme Absichtserklärung, sondern tatkräftiger Einsatz erfüllt den Willen des himmlischen Vaters.
    Mt 21,28-32
    = 26. Sonntag im Jahreskreis A:
    –> gottes-willen-tun/
    Wer von den beiden hat den Willen des himmlischen Vaters erfüllt?
mt 21,28-32

„Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters getan?“ (Mt 21,31) – Grafik: „Ja-Sager u. Ja-Wirker“ (c) G.M. Ehlert, 24. Sept. 2008

  • Wer ist tauglich für die Arbeit „im Weinberg des Herrn“?
    Nur wer bereit ist, Gott den erwarteten Anteil der Früchte zu bringen, dem kann die Sorge um die Menschen im Reich Gottes anvertraut werden.
    Mt 21,33-44
    = 27. Sonntag im Jahreskreis A:
    –> Mt 21,33-46
böse-Winzer2

„Böse Winzer“ – Bild zu Mt 21,33-44; (c) G. M. Ehlert

Pfeil-obenzum Seitenanfang

27. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 8. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Est 13,9.10-11 Vulgata)
Deiner Macht ist das All unterworfen, HERR,
und niemand kann sich dir widersetzen;
denn du hast Himmel und Erde gemacht
und alles, was wir unter dem Himmel bestaunen.
Du bist der HERR über alles.

Erste Lesung: Jes 5,1-7
Der Weinberg des HERRN der Heere ist das Haus Israel

Antwortpsalm Ps 80,9-20

–> siehe zu Psalm 80: Bitte für Israel – den Weinstock Gottes

Zweite Lesung: Phil 4,6-9
Was ihr angenommen habt, das tut;
und der Gott des Friedens wird mit euch sein

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 15,16)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der HERR:)
Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 21,33-44
…Er wird den Weinberg an andere Winzer verpachten

–> siehe zu Mt 21,33-46: Mord im Weinberg

 

Link: Messtexte zum 27. Sonntag im Jahreskreis A


Bild und Gedanken zum Evangelium (Mt 21,33-44)

böse-Winzer2

„Böse Winzer“ – Bild zu Mt 21,33-44; (c) G. M. Ehlert

 Im Weinberg des Herrn

Euch Priestern sind die Sakramente,
euch Lehrern und Katecheten die Hl. Schrift,
euch Christen alle guten Gaben
im „Weinberg des Herrn“ anvertraut…

Zur rechten Zeit schicke ich
Arme, Notleidende und Fremde zu euch…
um durch sie meinen Anteil der Ernte zu holen.

Doch ihr weist sie ab, bedroht sie,
und bringt sie gar um…

Wollt ihr erneut meinem Sohn
sein kostbares Erbe entreißen?

Oder gehört ihr zu dem Volk,
das voller Dank
die erwarteten Früchte bringt?

Dann habt teil an meinem Fest!

(G. M. Ehlert)

 

Pfeil-oben zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

.

 

.