Darstellung des Herrn – 02.02.


2. Februar = Fest der Darstellung des Herrn

Kerzenweihe und Prozession…

„Gott, du Quelle und Ursprung allen Lichtes,
du hast am heutigen Tag
dem greisen Simeon Christus geoffenbart
als da Licht zur Erleuchtung der Heiden.
Segne + die Kerzen,
die wir in unseren Händen tragen
und zu deinem Lob entzünden.
Führe uns auf dem Weg des Glaubens und der Liebe
zu jenem Licht, das nie erlöschen wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.“

Eröffnungsvers (vgl. Psalm 48,10-11)
„Wir haben dein Heil empfangen, o Gott, inmitten deines Tempels.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.“

1. Lesung: Maleachi 3,1-4
Dann kommt zu seinem Tempel der HERR, den ihr sucht

Antwortpsalm (Ps  24,7-8.9-10)

2. Lesung: Hebräer 2,11-12.13c-18
Er musste in allem seinen Brüdern (und Schwestern) gleich sein

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Lk 2,32)
Halleluja. Halleluja.
Ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für das Volk Israel.
Halleluja

Evangelium: Lukas 2,22-40 (oder 2,22-32)
Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast

siehe zum Evangelium des Festtages: Lk 2,22-38 (eine wortgetreue Arbeitsübersetzung)

siehe auch zum Gebet des greisen Simeon: „Nunc dimittis

Liturgische Texte – siehe auch Schott: Fest Darstellung des Herrn

 

Ein denk-würdiges Fest, was die Kirche am 2. Februar (= 40 Tage seit der Geburt Christi) seit dem Anfang des 5. Jahrhunderts her feiert.

Ein Fest mit unterschiedlichen Namen.

– als „Fest der Begegnung“ in Jerusalem seit dem 5. Jahrhundert bezeugt.

– Offizielle Bezeichnung dieses Festes war in der römischen Kirche bis 1960: „Reinigung Mariens„.

– Später verbindet sich mit diesem Tag in Rom Lichterprozession,

und in Gallien Kerzenweihe; daher die volkstümliche Bezeichnung „(Mariä) Lichmeß„.

– Offizielle Bezeichnung heute: Darstellung des Herrn Jesus Christus im Tempel – 40 Tage nach seiner Geburt (vgl. Lk 2,22-39)

– seit 1997 begeht die Kirche an diesem Tag auch den Tag des gottgeweihten Lebens.
.

Einige Impulse zu den verschiedenen Bezeichnungen dieses Festes, das wir am 2. Februar (= 40 Tage nach dem Geburtsfest Jesu) feiern:

  • Reinigung Mariens-

Der Name „Februar“ kommt vom römischen Fest der Reinigung, Februa, das zu Ehren des Gottes Lupercus gefeiert wurde. Es war ein Fest spiritueller Reinigung, wenn gleich es auch zu einer Orgie entartete.

Das christliche Fest „Darstellung des Herrn“ (Mariä Lichtmess) hat es ersetzt als Lichterfest. Der ursprüngliche Name dieses christlichen Festes war „Das Fest der Reinigung“.

Wie jede jüdische Mutter kam auch Maria zum Tempel, um – vierzig Tage nach der Geburt ihres Sohnes – rituell gereinigt zu werden, um so wieder am Gottesdienst teilnehmen zu können.

„Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung.“  

Reinigung Mariens (Purificatio)

Diese heute schwer nachvollziehbare Vorstellung gab es auch in unserer Kirche noch bis ins vergangene Jahrhundert – Aussegnung der Mütter bei der Taufe.

  • Lichtmess –

Die tiefe Verankerung der Licht-Symbolik und der Lichterprozession in der liturgischen Feier am 2. Februar hat im deutschen Sprachgebiet die volkstümliche Bezeichnung „Lichtmess“ hervorgebracht

Die Lichterprozession geht auf eine alte heidnische Sühneprozession in Rom zurück, die verdrängt werden sollte.

Das Licht im christlichen Gottesdienst nimmt auf den Evangeliumsbericht Bezug, in dem Jesus von dem greisen Simeon als

„Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung Israels“

begrüßt wird.

Christus = das Licht unseres Lebens. Und auch wir sind berufen, unser Licht am Licht des Wortes Gottes zu entzünden und dann dieses Licht in unsere dunkle Welt zu bringen.

  • Darstellung des Herrn

    – „Aufopferung“ – „zur Verfügung stellen“

„Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.“

Bsp. Abraham ist bereit, seinen Erstgeborenen Isaak blutig Gott zu opfern –> (Doch Gott will nie! ein Menschenopfer – daher wird zunächst ein Widder als Ersatzopfer geopfert –> später wurde der Widder bei armen Leuten ersetzt durch ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

„Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf,
um es dem Herrn zu weihen.“

Darstellung des Herrn

(Darauf nimmt auch das 4. Geheimnis im freudenreichen Rosenkranz Bezug, in dem es heißt: …gebenedeit ist Frucht deines Leibes – Jesus, den du o Jungfrau im Tempel aufgeopfert hast.)

Sein Leben dem Herrn weihen – sich ganz dem Willen Gottes zur Verfügung zu stellen. (Wie eine Kerze, die bereit ist sich zu verzehren – nur so kann sie Licht geben!)

  • Fest der Begegnung (Hypapante)-

Die orthodoxe Kirche akzentuiert dieses Fest als“Fest der Begegnung des Herrn“

Jesus begegnet in dem greisen Simeon und in der Prophetin Hanna den Vertretern des Gottesvolkes, die die Messiaserwartung weitergetragen haben.

Als die Eltern Jesus hereinbrachten…
nahm Simeon – vom Geist in den Tempel geführt –
das Kind in seine Arme und pries Gott…

Die Begegnung des Herrn mit Simeon, dem gerechten Greis und Anna, der alten Prophetin, ist zugleich:
– Symbol der Begegnung des Heils des Neuen Bundes mit dem Alten Bund, am Ende seiner Jahre.

(Tatsächlich endete mit der Festigung des christlichen Gottesdienstes der Tempeldienst im Jerusalemer Tempel ein für alle mal.)
– Erkenntnis der Begegnung der im Gottessohn wiederhergestellten menschlichen Natur mit der durch Sünden gealterten Menschheit
– Heilbringende Begegnung für die einzelne Menschenseele, der die Hoffnung bereits lange erstorben war, dass sie jetzt das neue Leben empfängt.
In dieser Begegnung wird der menschlichen Natur Erneuerung, Heilung und Wiederherstellung der Teilhabe am göttlichen Leben zuteil.

  • Tag des gottgeweihten Lebens

Der Tag des geweihten Lebens, der seit 1997 am Fest der Darstellung des Herrn weltweit begangen wird, gibt dem Fest einen besonderen Akzent:

das Licht, das Christus selbst ist, spiegelt sich im Leben von geweihten Männern und Frauen wieder.

Christus, der „Gesalbte“, ist der „Gott Geweihte“ schlechthin. In Ihm wurzelt die gemeinsame Grundberufung aller Christen: Wir sind in Jesus Christus Gott geweiht zum Heil der Welt.

Die Mitglieder der Gemeinschaften des geweihten Lebens (Orden, Apostolische Gemeinschaften, Säkularinstitute) leben in einer sichtbaren Ausdrücklichkeit, was die Berufung aller Getauften ist.

Sie sind Menschen, die ihr Leben ganz Gott zur Verfügung stellen, indem sie im Alltag ganz nach den Ratschlägen des Evangeliums leben. So werden sie zum Licht für die Welt.

Alfred Delp, kann uns für die gemeinsame Zukunft die Richtung weisen.
Er, der an Lichtmess 1945 hingerichtet wurde,
leuchtet uns den Weg mit einem sehr schönen Wort:

“Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Licht in unser Leben und in unsere Welt kam,
dann hat sein Leben einen Sinn gehabt“.

Darstellung des Herrn im Tempel - Fest der Begegnung

Darstellung des Herrn im Tempel – Bild: (c) G. M. Ehlert

 

3. Februar = Gedenktag des Heiligen Bischofs und Martyrers Blasius

Zum Blasiussegen

Eine kleine Anekdote: Da kommt einmal ein junger Mann und sagt vor dem Blasiussegen: „Ich brauche den Blasiussegen nicht zu empfangen, ich esse sowieso keinen Fisch.“ Immerhin – er kannte die Legende vom Heiligen Blasius, der vor seinem Martyrium einen Jungen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, durch sein Gebet geheilt hat.  „Ich esse sowieso keinen Fisch, da brauche ich den Blasiussegen nicht.“ Und dann hat ein anderer zu diesem jungen Mann gesagt: „Weißt du, der Blasiussegen ist dafür da, damit alles geheilt wird, woran wir im Leben schwer schlucken müssen.“

Wenn Sie in ihrem Leben etwas haben, woran Sie schwer schlucken müssen, dann ist es gut, den Blasiussegen zu empfangen und mit einem Gott zu rechnen, der Heil und Heilung schenkt.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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