Schlagwort-Archive: Himmelreich

Besitz.Los.Leben (28.B)

„Besitz.Los.Leben“

Sonntag, 14. Oktober 2018

Liturgische Texte zum 28. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Psalm 130,3-4)
Würdest du, HERR, unsere Sünden beachten,
HERR, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.

Tagesgebet
HERR, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort m Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Weisheit (Weish 7,7-11)
Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit der Weisheit

Antwortpsalm: Psalm 90,12-13.14-15.16-17
Sättige uns, HERR, mit deiner Huld! – Dann werden wir jubeln und uns freuen.

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 4,12-13)
Das Wort Gottes richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens

Ruf vor dem Evangelium (Mt 5,1)
Halleluja. Halleluja.
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 10,17-30)
Verkaufe, was du hast, und folge mir nach!  

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 10,17-30 (= Evangelium vom 28. Sonntag im Jahreskreis B)

Jesu Stellung zu Besitz und Besitzlosigkeit

17 Und (während) (des) Herausgehens (von) ihm (= Jesus) auf (den) Weg
herzu lief einer,

und kniefallend* vor ihm fragte er ihn:
„Lehrer – guter!, was soll ich tun, damit ich Leben – ewiges – erbe?“

18 Der aber – Jesus – sprach zu ihm:
„Was heißt du mich gut?
Nicht einer ist gut, wenn nicht einer: der Gott.“

19 (Um) die Innenziele weißt du:
nicht sollst du morden,
nicht sollst du ehebrechen,
nicht sollst du stehlen,
nicht sollst du Falsches bezeugen,
nicht sollst du wegnehmen,
ehrfürchtige den Vater dein und die Mutter (dein).“

20 Der aber erklärte ihm:
„Lehrer, dies alles bewahrte ich seit meiner Jugendzeit.“

21 Der aber – Jesus – ihn anblickend
liebt/ hochschätzt er ihn
und
(deshalb) sprach er zu ihm:

„(Noch) eines ermangelt dir:
geh weg, verkaufe, so vieles, wie du hast,

und gib (dies) (den) Armen,
und du wirst haben einen Schatz im Himmel;
und dann folge mir.“

22 Der aber wurde verdüstert bei dem Wort
weggehend betrübt (worden seiend),
denn nämlich er hatte Erworbenes – viel
.

23 Und umherblickend
der Jesus sagt (zu) den Lernenden/ Jünger (von) ihm:
wie schwerlich (doch) die das Geldmittel* habende
hinein
(in)
das Reich des Gottes
hineinkommen werden
.

24 Die aber Lernenden/ Jünger entsetzten sich
auf diese Worte von ihm.

Der aber Jesus wiederum antwortend
sagt (zu) ihnen:
„Kinder, wie schwerlich ist es
(die das Geldmittel habende)
in das Reich des Gottes hineinzukommen.

25 Müheloser* ist es, (dass ein) Kamel*
durch
(das) Loch (der) Nadel* durchkommt,
als (dass ein) Reicher hinein
in das Reich des Gottes hineinkommt.“

26 Die aber völlig außer sich geratend
sagten zu ihm:
„Und wer vermag (dann) gerettet zu werden?“

27 Es blickte sie an der Jesus – er sagte:
„Bei Menschen (ist) Unvermögen;
aber nicht bei Gott;
alles nämlich Vermögende (ist) bei dem Gott.“

28 (Daraufhin) fing an zu sagen der Petrus (zu) ihm:
„Siehe! Wir haben (aber doch) alles gelassen
und folgten dir
(nach)
[was wird uns demnach sein?]

29 Es erklärte ihm der Jesus:
„Amen, ich sage euch:
Nicht einer ist, welcher lässt
Haus
oder Brüder
oder Schwestern
oder Vater*
oder Mutter
oder Kinder
oder Felder
um meinetwillen und
um der Heilsbotschaft willen,

30 so er nicht Hundertfältiges nehme:
nun in dieser Frist
Häuser
und Brüder
und Schwestern
und Mütter*
und Kinder
und Felder
– (zwar unter) Verfolgungen –
und in der kommenden Weltzeit
ewiges Leben.

31 Aber viele Erste werden Letzte sein
und Letzte (werden) Erste.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Müheloser kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr…

Himmelstür-5

Müheloser kommt ein Kamel durch ein „Nadelöhr“… – Grafik zu Mk 10,25; (c) G. M. Ehlert

… als ein Reicher in das Königreich Gottes“

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Impuls zum Evangelium

zu Mk 10,17-31

sich absichern wollen – frei werden

Als der reiche Mensch in diesem Evangelium mit der Frage nach dem geglückten Leben zu Jesus kommt, da blickt ihn Jesus nicht finster an und bedroht ihn nicht etwa mit den Worten: Wenn du dich von deinem Reichtum nicht trennst, dann lässt dich Gott nicht in den Himmel hinein, dann bleibst du ausgesperrt. Nein, Jesus blickt ihn liebevoll an, liebkost ihn auf orientalische Weise und spricht gütig mit ihm. Das ist Seelsorge auf Jesu Art. Als der reiche Mensch sagt, dass er die Zehn Worte Gottes, die Zehn Wegweiser Gottes zur Freiheit des Menschen, ohnehin schon von Jugend auf befolgt, da sagt ihm Jesus: EINES fehlt dir noch. Noch behindert dich etwas auf dem Weg zur vollen Freiheit und zum sinnerfüllten Leben. Es macht dich noch etwas unfrei. Du trägst noch eine Last mit dir, die dich einengt, die dich niederdrückt, die dir das Leben schwer macht: nämlich dein materieller Reichtum.

Irrtümlich scheint Reichtum die Freiheit des Menschen zu gewährleisten. Das Gegenteil ist der Fall. Materieller Reichtum ist häufig begleitet von Angst und großer Sorge, den Reichtum zu verlieren, und von Gier und Habsucht nach Mehr, die den Menschen beherrschen und ihm die Freiheit rauben. Und materieller Reichtum kann sehr leicht auch zur Eigensucht führen und Menschlichkeit und Liebe vergessen lassen.
Jesus sagt zu dem reichen Menschen: Lass deinen Reichtum los und befreie dich von seiner Last! Tu es nicht mir zuliebe oder Gott zuliebe, sondern tu es dir selber zuliebe!

In seinem Buch „Warum der Vogel singt“ erzählt der Psychologe, Theologe und Schriftsteller Anthony de Mello von einem Sannyasi. In der Religion des Hinduismus bezeichnet Sannyasi  einen Menschen, der der Welt entsagt und in völliger Besitzlosigkeit lebt.

Ein Sannyasi hatte den Dorfrand erreicht und ließ sich unter einem Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen.
Da kam ein Dorfbewohner angerannt und sagte: „Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!“
„Welchen Stein?“ fragte der Sannyasi.
„Letzte Nacht erschien mir Gott Shiwa im Traum“, sagte der Dorfbewohner, „und er sagte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Dorfrand einen Sannyasi finden, der mir einen kostbaren Stein geben würde, so dass ich für immer reich wäre.“

Der Sannyasi durchwühlte seinen Sack und zog einen Stein heraus. „Wahrscheinlich meinte er diesen hier“, sagte er zum Dorfbewohner und gab ihm den Stein. „Ich fand ihn vor einigen Tagen auf einem Waldweg. Du kannst ihn natürlich haben.“
Staunend betrachtete der Mann den Stein. Es war ein Diamant. Er nahm den Diamanten und ging weg. Die ganze Nacht wälzte er sich im Bett und konnte nicht schlafen. Am nächsten Tag weckte er den Sannyasi bei Anbruch der Morgendämmerung und sagte: „Gibt mir den Reichtum, der es mir ermöglicht, diesen Diamanten so leichten Herzens wegzugeben.“

* * *
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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 90: Unsere Tage zu zählen lehre uns…

–> zum Evangelium: Arbeitsübersetzung mit Erläuterungen Mk 10,17-31

–> (Predigt-)Gedanken zu Mk 10,17-31: Reichtum loslassen – sich auf Jesu Weg einlassen

–>    Wie geht ein Kamel durch ein Nadelöhr? Unmöglich? –
Schauen Sie die Power-Point-Präsentation: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr …“

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 28.S.i.J.B

–> Überblick über die Evangelien vom 27.-29. Sonntag i.J. B: „Das Reich Gottes im Blick“  Jesu Aussagen zu Ehe, Besitz und Macht

–> Oktober = Rosenkranzmonat, siehe: Rosenkranzgebet

–> Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 11. Okt. 2018

Bösartiges abtrennen (26.B)

„Bösartiges abtrennen“

Sonntag, 30. September 2018

Liturgische Texte zum 26. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Dan 3,31.29.30.43.42)
Alles, was du uns getan hast, o HERR,
das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten
Verherrliche deinen Namen und rette uns
nach der Fülle deines Erbarmens.

Tagesgebet
Großer Gott,
du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Numeri (Num 11,25-29)
Wenn nur das ganze Volk zu Propheten würde“

Antwortpsalm: Psalm 19,8.10.12-13.14
Die Befehle des HERRn sind richtig – sie erfreuen das Herz

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 5,1-6)
Euer Reichtum verfault…

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja.
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 9,38-48)
Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab! 

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 9,38-48 (= Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis B) + Mk 9,49-50

38 Es berichtete/ erklärte ihm (= Jesus) der Johannes:
„Lehrer, wir sahen jemanden in dem Namen von dir hinauswerfend Dämonen
und wir hinderten ihn, weil er nicht nachfolgt uns.“

39 Der aber Jesus sprach:
„nicht hindert ihn;
nicht einer nämlich ist es,
welcher
(etwas) tun können wird (in Bezug) auf den Namen mein
und können wird schnell Schlechtes reden
(über) mich.

40 Wer nämlich nicht ist gegen uns – für uns/ zum Vorteil von uns/ an Stelle von uns ist er.

41 Wer nämlich etwa zu trinken gäbe euch das Trinkgefäß/ Becher (des) Wassers im Namen (dessen), dass ihr (des) Christus seid,
amen/ wahrlich ich sage euch (folgendes):
nicht – gewiss nicht – würde er gänzlich loslösen/ verlieren/ zugrunde richten den Lohn von ihm.

42 Und wer etwa zur Falle diente/ Anstoß zur Sünde gäbe einem der Kleinen/ Geringsten, – derer, die glaubend sind (an mich),
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es ihm/ für ihn selbst mehr,
wenn herumgelegt wird ein Eselsmühler
(= ein von einem Esel beim Mahlen bewegter Mühlstein) um den Nacken/ Hals herum von ihm
und er hinausgeworfen worden ist in das Meer/ den See.

43 Und wenn zur Falle dient/ Anstoß zur Sünde gäbe dir die Hand von dir,
schneide dieselbe ab;

gut/ erfreulich/ wünschenswert/ besser ist es für dich – verstümmelt hineinzugehen in das Leben
als – die zwei Hände habend – wegzugehen in die Gehenna
* (= Hölle)
in das Feuer – das unauslöschliche;
((44 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

*Gehenna = aus „ge hinnom“ = Tal (der Söhne) Hinnoms,
eine Talschlucht südlich von Jerusalem,
die Müllkippe der Stadt, in welcher der „Biomüll“ des Tempels und der Stadt
entsorgt, d.h. verbrannt wurde.
= „die Hölle“

45 Und wenn der Fuß von dir zur Falle dient/Anstoß zur Sünde gäbe dir –
scheide ab denselben;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es für dich hineinzugehen in das Leben lahm
als – die beiden Füße habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna*
(= Hölle)
((46 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

47 Und wenn das Auge von dir Anstoß zur Sünde gäbe dir –
wirf heraus das selbige;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser für dich ist es einäugig hineinzugehen in die Königsherrschaft des Gottes
als – zwei Augen habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna
* (= Hölle),
48 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.

49 Jeder nämlich – mit Feuer wird er gesalzen werden*.

50 Gut/ erfreulich/ wünschenswert (ist) das Salz.
Wenn aber das Salz nicht-salzend
/ kraftlos sein würde,
in was daselbst – ihr werdet zusammenfügen/ haltbar machen/ würzen?

*Das Feuer beseitigt nicht nur das Verfaulte und das Verdorbene,
sondern macht auch das Gute haltbar –
so wie die in Salz eingelegten Fische so haltbar gemacht wurden.

In der griechischen Sprache ist das Wort für „Fischer“ daher das Wort,
das wörtlich mit „Besalzer“ zu übersetzen ist,
da dies die wichtigste Tätigkeit der Fischer war. –
Und die Apostel sind berufen, Menschenfischer zu werden,
d.h. dafür zu sorgen, dass das Gute im Menschen haltbar gemacht wird.

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Bild zur Meditation:

„Bösartiges abtrennen, um das Leben zu retten“

mk-9.38-48ba

Bösartiges abtrennen – Grafik zu Mk 9,38-48 – (c) G. M. Ehlert, 22.09.2018

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Impuls zum Evangelium (Mk 9,38-48 + 49-50)

Zum Ärgernis wird, wer andere zu Fall bringt

  • Die Verherrlichung Gottes ist der lebendige Mensch…

Im Blick auf Jesus erfahren wir, was nach christlicher Sicht „heilig“ ist, d.h. was nicht angetastet werden darf: jeder Mensch, denn er ist ein Ebenbild Gottes!

  • Am Verhalten zum Kind entscheidet sich Heil oder Unheil

In dem Respekt und der Liebe Kindern gegenüber können wir zum Heil kommen

Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf…
(Mk 9,37 = Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis B)

Im skandalösen Verhalten Kindern (und den „Kleinen im Glauben“) gegenüber jedoch können wir zu Fall kommen.

Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt,
für den wäre es besser,
wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

(Mk 9,42 = Warnung des Evangeliums vom 26. Sonntag im Jahreskreis B)

  • Radikale Maßnahmen Jesu – im Dienste des Heils

Wie im Laufe des Jahres die Früchte der Erde geerntet und eingesammelt werden, so sammelt Gott die Früchte unseres Lebens ein.

Und er schaut besorgt darauf, dass nicht verfaulte Stellen die ganze Frucht verderben – oder sogar noch andere Früchte mit ihrer Fäulnis anstecken.

Die mit Fäulnis befallenen Stellen müssen beseitigt werden:

Mit Jesu Worten:

  1. Wenn dich (!) deine Hand (= dein Handeln) zum Bösen verführt, dann hau sie ab. Gemeint ist nicht eine Selbstverstümmelung, sondern dann trenn dich konsequent von einem solchen Handeln! Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen…

Wenn dich dein Fuß (= deine Mobilität) zum Bösen verführt, dann verzichte darauf, Orte und Gelegenheiten aufzusuchen, wo du zu Fall kommen könntest.

Wenn dich dein Auge (= das, was du im Blick hast) zum Bösen verführt, dann mache dich blind gegenüber all dem, was dich aus Neid oder Eifersucht zum Bösen treibt…

Denn es geht schließlich um viel mehr als um die Unversehrtheit an deinem Leib – es geht um dein Leben – dein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist besser für dich, versehrt in das Reich Gottes zu kommen,
als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden…

Da, wo die Ursache des Bösen ist, da muss die Therapie ansetzen.
Die Hand (= das Handeln),
der Fuß (= die Mobilität)
oder das Auge (= das, was wir wahrnehmen)
sind jedoch nur Ausführungsorgane dessen, was an Vorsätzen und Entschlüssen im Herzen entstanden ist.
Daher ist eine grundlegende „Herztherapie“ erforderlich.

So spricht der Prophet Ezechiel gegenüber der verbreiteten Herzenshärte der Menschen von der Verheißung einer Herztransplantation durch den besten Herzspezialisten, den es geben kann:

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust
und gebe euch ein Herz von Fleisch.“
(Ezechiel 36,26)

Ziel: die Heilung des ganzen Menschen. – die Teilhabe am ewigen Heil in der Gemeinschaft mit Gott.

  • Die Grenzen der Toleranz Jesu

Jesus ist tolerant, wenn es darum geht, Menschen gewähren zu lassen, die in seinem Namen heilend handeln, auch wenn sie nicht zum Kreis der Jünger gehören.

Er kennt keine Toleranz gegenüber der Intoleranz seiner Jünger, die dem heilsamen Handeln Gottes Grenzen setzen wollen.

Ganz kompromisslos ist Jesus jedoch da, wo andere versuchen die „Kleinen im Glauben“ durch ihr anstößiges Verhalten zu Fall zu bringen / zum Bösen zu verleiten.

Jedoch ruft Jesus keineswegs dazu auf, selbst für Vergeltung zu sorgen. Gott allein soll die Beurteilung und Behandlung solchen Tuns überlassen werden.

Mir ist keine andere Stelle in der Bibel bekannt, wo Jesus so radikal davor warnt, diesen Kleinen zum Ärgernis zu werden. (umso skandalöser ist der Missbrauch von Kindern gerade auch durch Kleriker, da so viel im Leben dieser Kinder zerstört wird).

Umgekehrt jedoch: Wer sich mit all seinen Kräften (mit Herz, mit Auge, Mund, Hand und Fuß) für Kinder einsetzt, der setzt sich für Jesus Christus selbst ein.

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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 19: Wie am Himmel so auf Erden – geschehe dein Wille und Psalm 19

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 26.S.i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 24. Sept. 2018