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Besitz.Los.Leben (28.B)

„Besitz.Los.Leben“

Sonntag, 14. Oktober 2018

Liturgische Texte zum 28. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Psalm 130,3-4)
Würdest du, HERR, unsere Sünden beachten,
HERR, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.

Tagesgebet
HERR, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort m Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Weisheit (Weish 7,7-11)
Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit der Weisheit

Antwortpsalm: Psalm 90,12-13.14-15.16-17
Sättige uns, HERR, mit deiner Huld! – Dann werden wir jubeln und uns freuen.

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 4,12-13)
Das Wort Gottes richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens

Ruf vor dem Evangelium (Mt 5,1)
Halleluja. Halleluja.
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 10,17-30)
Verkaufe, was du hast, und folge mir nach!  

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 10,17-30 (= Evangelium vom 28. Sonntag im Jahreskreis B)

Jesu Stellung zu Besitz und Besitzlosigkeit

17 Und (während) (des) Herausgehens (von) ihm (= Jesus) auf (den) Weg
herzu lief einer,

und kniefallend* vor ihm fragte er ihn:
„Lehrer – guter!, was soll ich tun, damit ich Leben – ewiges – erbe?“

18 Der aber – Jesus – sprach zu ihm:
„Was heißt du mich gut?
Nicht einer ist gut, wenn nicht einer: der Gott.“

19 (Um) die Innenziele weißt du:
nicht sollst du morden,
nicht sollst du ehebrechen,
nicht sollst du stehlen,
nicht sollst du Falsches bezeugen,
nicht sollst du wegnehmen,
ehrfürchtige den Vater dein und die Mutter (dein).“

20 Der aber erklärte ihm:
„Lehrer, dies alles bewahrte ich seit meiner Jugendzeit.“

21 Der aber – Jesus – ihn anblickend
liebt/ hochschätzt er ihn
und
(deshalb) sprach er zu ihm:

„(Noch) eines ermangelt dir:
geh weg, verkaufe, so vieles, wie du hast,

und gib (dies) (den) Armen,
und du wirst haben einen Schatz im Himmel;
und dann folge mir.“

22 Der aber wurde verdüstert bei dem Wort
weggehend betrübt (worden seiend),
denn nämlich er hatte Erworbenes – viel
.

23 Und umherblickend
der Jesus sagt (zu) den Lernenden/ Jünger (von) ihm:
wie schwerlich (doch) die das Geldmittel* habende
hinein
(in)
das Reich des Gottes
hineinkommen werden
.

24 Die aber Lernenden/ Jünger entsetzten sich
auf diese Worte von ihm.

Der aber Jesus wiederum antwortend
sagt (zu) ihnen:
„Kinder, wie schwerlich ist es
(die das Geldmittel habende)
in das Reich des Gottes hineinzukommen.

25 Müheloser* ist es, (dass ein) Kamel*
durch
(das) Loch (der) Nadel* durchkommt,
als (dass ein) Reicher hinein
in das Reich des Gottes hineinkommt.“

26 Die aber völlig außer sich geratend
sagten zu ihm:
„Und wer vermag (dann) gerettet zu werden?“

27 Es blickte sie an der Jesus – er sagte:
„Bei Menschen (ist) Unvermögen;
aber nicht bei Gott;
alles nämlich Vermögende (ist) bei dem Gott.“

28 (Daraufhin) fing an zu sagen der Petrus (zu) ihm:
„Siehe! Wir haben (aber doch) alles gelassen
und folgten dir
(nach)
[was wird uns demnach sein?]

29 Es erklärte ihm der Jesus:
„Amen, ich sage euch:
Nicht einer ist, welcher lässt
Haus
oder Brüder
oder Schwestern
oder Vater*
oder Mutter
oder Kinder
oder Felder
um meinetwillen und
um der Heilsbotschaft willen,

30 so er nicht Hundertfältiges nehme:
nun in dieser Frist
Häuser
und Brüder
und Schwestern
und Mütter*
und Kinder
und Felder
– (zwar unter) Verfolgungen –
und in der kommenden Weltzeit
ewiges Leben.

31 Aber viele Erste werden Letzte sein
und Letzte (werden) Erste.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Müheloser kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr…

Himmelstür-5

Müheloser kommt ein Kamel durch ein „Nadelöhr“… – Grafik zu Mk 10,25; (c) G. M. Ehlert

… als ein Reicher in das Königreich Gottes“

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Impuls zum Evangelium

zu Mk 10,17-31

sich absichern wollen – frei werden

Als der reiche Mensch in diesem Evangelium mit der Frage nach dem geglückten Leben zu Jesus kommt, da blickt ihn Jesus nicht finster an und bedroht ihn nicht etwa mit den Worten: Wenn du dich von deinem Reichtum nicht trennst, dann lässt dich Gott nicht in den Himmel hinein, dann bleibst du ausgesperrt. Nein, Jesus blickt ihn liebevoll an, liebkost ihn auf orientalische Weise und spricht gütig mit ihm. Das ist Seelsorge auf Jesu Art. Als der reiche Mensch sagt, dass er die Zehn Worte Gottes, die Zehn Wegweiser Gottes zur Freiheit des Menschen, ohnehin schon von Jugend auf befolgt, da sagt ihm Jesus: EINES fehlt dir noch. Noch behindert dich etwas auf dem Weg zur vollen Freiheit und zum sinnerfüllten Leben. Es macht dich noch etwas unfrei. Du trägst noch eine Last mit dir, die dich einengt, die dich niederdrückt, die dir das Leben schwer macht: nämlich dein materieller Reichtum.

Irrtümlich scheint Reichtum die Freiheit des Menschen zu gewährleisten. Das Gegenteil ist der Fall. Materieller Reichtum ist häufig begleitet von Angst und großer Sorge, den Reichtum zu verlieren, und von Gier und Habsucht nach Mehr, die den Menschen beherrschen und ihm die Freiheit rauben. Und materieller Reichtum kann sehr leicht auch zur Eigensucht führen und Menschlichkeit und Liebe vergessen lassen.
Jesus sagt zu dem reichen Menschen: Lass deinen Reichtum los und befreie dich von seiner Last! Tu es nicht mir zuliebe oder Gott zuliebe, sondern tu es dir selber zuliebe!

In seinem Buch „Warum der Vogel singt“ erzählt der Psychologe, Theologe und Schriftsteller Anthony de Mello von einem Sannyasi. In der Religion des Hinduismus bezeichnet Sannyasi  einen Menschen, der der Welt entsagt und in völliger Besitzlosigkeit lebt.

Ein Sannyasi hatte den Dorfrand erreicht und ließ sich unter einem Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen.
Da kam ein Dorfbewohner angerannt und sagte: „Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!“
„Welchen Stein?“ fragte der Sannyasi.
„Letzte Nacht erschien mir Gott Shiwa im Traum“, sagte der Dorfbewohner, „und er sagte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Dorfrand einen Sannyasi finden, der mir einen kostbaren Stein geben würde, so dass ich für immer reich wäre.“

Der Sannyasi durchwühlte seinen Sack und zog einen Stein heraus. „Wahrscheinlich meinte er diesen hier“, sagte er zum Dorfbewohner und gab ihm den Stein. „Ich fand ihn vor einigen Tagen auf einem Waldweg. Du kannst ihn natürlich haben.“
Staunend betrachtete der Mann den Stein. Es war ein Diamant. Er nahm den Diamanten und ging weg. Die ganze Nacht wälzte er sich im Bett und konnte nicht schlafen. Am nächsten Tag weckte er den Sannyasi bei Anbruch der Morgendämmerung und sagte: „Gibt mir den Reichtum, der es mir ermöglicht, diesen Diamanten so leichten Herzens wegzugeben.“

* * *
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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 90: Unsere Tage zu zählen lehre uns…

–> zum Evangelium: Arbeitsübersetzung mit Erläuterungen Mk 10,17-31

–> (Predigt-)Gedanken zu Mk 10,17-31: Reichtum loslassen – sich auf Jesu Weg einlassen

–>    Wie geht ein Kamel durch ein Nadelöhr? Unmöglich? –
Schauen Sie die Power-Point-Präsentation: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr …“

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 28.S.i.J.B

–> Überblick über die Evangelien vom 27.-29. Sonntag i.J. B: „Das Reich Gottes im Blick“  Jesu Aussagen zu Ehe, Besitz und Macht

–> Oktober = Rosenkranzmonat, siehe: Rosenkranzgebet

–> Gedenktage:

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 11. Okt. 2018

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Bösartiges abtrennen (26.B)

„Bösartiges abtrennen“

Sonntag, 30. September 2018

Liturgische Texte zum 26. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Dan 3,31.29.30.43.42)
Alles, was du uns getan hast, o HERR,
das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten
Verherrliche deinen Namen und rette uns
nach der Fülle deines Erbarmens.

Tagesgebet
Großer Gott,
du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Numeri (Num 11,25-29)
Wenn nur das ganze Volk zu Propheten würde“

Antwortpsalm: Psalm 19,8.10.12-13.14
Die Befehle des HERRn sind richtig – sie erfreuen das Herz

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 5,1-6)
Euer Reichtum verfault…

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja.
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 9,38-48)
Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab! 

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 9,38-48 (= Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis B) + Mk 9,49-50

38 Es berichtete/ erklärte ihm (= Jesus) der Johannes:
„Lehrer, wir sahen jemanden in dem Namen von dir hinauswerfend Dämonen
und wir hinderten ihn, weil er nicht nachfolgt uns.“

39 Der aber Jesus sprach:
„nicht hindert ihn;
nicht einer nämlich ist es,
welcher
(etwas) tun können wird (in Bezug) auf den Namen mein
und können wird schnell Schlechtes reden
(über) mich.

40 Wer nämlich nicht ist gegen uns – für uns/ zum Vorteil von uns/ an Stelle von uns ist er.

41 Wer nämlich etwa zu trinken gäbe euch das Trinkgefäß/ Becher (des) Wassers im Namen (dessen), dass ihr (des) Christus seid,
amen/ wahrlich ich sage euch (folgendes):
nicht – gewiss nicht – würde er gänzlich loslösen/ verlieren/ zugrunde richten den Lohn von ihm.

42 Und wer etwa zur Falle diente/ Anstoß zur Sünde gäbe einem der Kleinen/ Geringsten, – derer, die glaubend sind (an mich),
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es ihm/ für ihn selbst mehr,
wenn herumgelegt wird ein Eselsmühler
(= ein von einem Esel beim Mahlen bewegter Mühlstein) um den Nacken/ Hals herum von ihm
und er hinausgeworfen worden ist in das Meer/ den See.

43 Und wenn zur Falle dient/ Anstoß zur Sünde gäbe dir die Hand von dir,
schneide dieselbe ab;

gut/ erfreulich/ wünschenswert/ besser ist es für dich – verstümmelt hineinzugehen in das Leben
als – die zwei Hände habend – wegzugehen in die Gehenna
* (= Hölle)
in das Feuer – das unauslöschliche;
((44 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

*Gehenna = aus „ge hinnom“ = Tal (der Söhne) Hinnoms,
eine Talschlucht südlich von Jerusalem,
die Müllkippe der Stadt, in welcher der „Biomüll“ des Tempels und der Stadt
entsorgt, d.h. verbrannt wurde.
= „die Hölle“

45 Und wenn der Fuß von dir zur Falle dient/Anstoß zur Sünde gäbe dir –
scheide ab denselben;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es für dich hineinzugehen in das Leben lahm
als – die beiden Füße habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna*
(= Hölle)
((46 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

47 Und wenn das Auge von dir Anstoß zur Sünde gäbe dir –
wirf heraus das selbige;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser für dich ist es einäugig hineinzugehen in die Königsherrschaft des Gottes
als – zwei Augen habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna
* (= Hölle),
48 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.

49 Jeder nämlich – mit Feuer wird er gesalzen werden*.

50 Gut/ erfreulich/ wünschenswert (ist) das Salz.
Wenn aber das Salz nicht-salzend
/ kraftlos sein würde,
in was daselbst – ihr werdet zusammenfügen/ haltbar machen/ würzen?

*Das Feuer beseitigt nicht nur das Verfaulte und das Verdorbene,
sondern macht auch das Gute haltbar –
so wie die in Salz eingelegten Fische so haltbar gemacht wurden.

In der griechischen Sprache ist das Wort für „Fischer“ daher das Wort,
das wörtlich mit „Besalzer“ zu übersetzen ist,
da dies die wichtigste Tätigkeit der Fischer war. –
Und die Apostel sind berufen, Menschenfischer zu werden,
d.h. dafür zu sorgen, dass das Gute im Menschen haltbar gemacht wird.

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Bild zur Meditation:

„Bösartiges abtrennen, um das Leben zu retten“

mk-9.38-48ba

Bösartiges abtrennen – Grafik zu Mk 9,38-48 – (c) G. M. Ehlert, 22.09.2018

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Impuls zum Evangelium (Mk 9,38-48 + 49-50)

Zum Ärgernis wird, wer andere zu Fall bringt

  • Die Verherrlichung Gottes ist der lebendige Mensch…

Im Blick auf Jesus erfahren wir, was nach christlicher Sicht „heilig“ ist, d.h. was nicht angetastet werden darf: jeder Mensch, denn er ist ein Ebenbild Gottes!

  • Am Verhalten zum Kind entscheidet sich Heil oder Unheil

In dem Respekt und der Liebe Kindern gegenüber können wir zum Heil kommen

Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf…
(Mk 9,37 = Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis B)

Im skandalösen Verhalten Kindern (und den „Kleinen im Glauben“) gegenüber jedoch können wir zu Fall kommen.

Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt,
für den wäre es besser,
wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

(Mk 9,42 = Warnung des Evangeliums vom 26. Sonntag im Jahreskreis B)

  • Radikale Maßnahmen Jesu – im Dienste des Heils

Wie im Laufe des Jahres die Früchte der Erde geerntet und eingesammelt werden, so sammelt Gott die Früchte unseres Lebens ein.

Und er schaut besorgt darauf, dass nicht verfaulte Stellen die ganze Frucht verderben – oder sogar noch andere Früchte mit ihrer Fäulnis anstecken.

Die mit Fäulnis befallenen Stellen müssen beseitigt werden:

Mit Jesu Worten:

  1. Wenn dich (!) deine Hand (= dein Handeln) zum Bösen verführt, dann hau sie ab. Gemeint ist nicht eine Selbstverstümmelung, sondern dann trenn dich konsequent von einem solchen Handeln! Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen…

Wenn dich dein Fuß (= deine Mobilität) zum Bösen verführt, dann verzichte darauf, Orte und Gelegenheiten aufzusuchen, wo du zu Fall kommen könntest.

Wenn dich dein Auge (= das, was du im Blick hast) zum Bösen verführt, dann mache dich blind gegenüber all dem, was dich aus Neid oder Eifersucht zum Bösen treibt…

Denn es geht schließlich um viel mehr als um die Unversehrtheit an deinem Leib – es geht um dein Leben – dein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist besser für dich, versehrt in das Reich Gottes zu kommen,
als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden…

Da, wo die Ursache des Bösen ist, da muss die Therapie ansetzen.
Die Hand (= das Handeln),
der Fuß (= die Mobilität)
oder das Auge (= das, was wir wahrnehmen)
sind jedoch nur Ausführungsorgane dessen, was an Vorsätzen und Entschlüssen im Herzen entstanden ist.
Daher ist eine grundlegende „Herztherapie“ erforderlich.

So spricht der Prophet Ezechiel gegenüber der verbreiteten Herzenshärte der Menschen von der Verheißung einer Herztransplantation durch den besten Herzspezialisten, den es geben kann:

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust
und gebe euch ein Herz von Fleisch.“
(Ezechiel 36,26)

Ziel: die Heilung des ganzen Menschen. – die Teilhabe am ewigen Heil in der Gemeinschaft mit Gott.

  • Die Grenzen der Toleranz Jesu

Jesus ist tolerant, wenn es darum geht, Menschen gewähren zu lassen, die in seinem Namen heilend handeln, auch wenn sie nicht zum Kreis der Jünger gehören.

Er kennt keine Toleranz gegenüber der Intoleranz seiner Jünger, die dem heilsamen Handeln Gottes Grenzen setzen wollen.

Ganz kompromisslos ist Jesus jedoch da, wo andere versuchen die „Kleinen im Glauben“ durch ihr anstößiges Verhalten zu Fall zu bringen / zum Bösen zu verleiten.

Jedoch ruft Jesus keineswegs dazu auf, selbst für Vergeltung zu sorgen. Gott allein soll die Beurteilung und Behandlung solchen Tuns überlassen werden.

Mir ist keine andere Stelle in der Bibel bekannt, wo Jesus so radikal davor warnt, diesen Kleinen zum Ärgernis zu werden. (umso skandalöser ist der Missbrauch von Kindern gerade auch durch Kleriker, da so viel im Leben dieser Kinder zerstört wird).

Umgekehrt jedoch: Wer sich mit all seinen Kräften (mit Herz, mit Auge, Mund, Hand und Fuß) für Kinder einsetzt, der setzt sich für Jesus Christus selbst ein.

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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 19: Wie am Himmel so auf Erden – geschehe dein Wille und Psalm 19

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 26.S.i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 24. Sept. 2018

Vergebungsbereitschaft (24. A)

 

24. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 17. September 2017

 

Eröffnungsvers (vgl. Sir 36,18.21-22)
HERR, gib Frieden denen, die auf dich hoffen,
und erweise deine Propheten als zuverlässig.
Erhöre das Gebet deiner Diener und deines Volkes.

Erste Lesung: Sir 27,30 – 28,7
Vergib deinem Nächsten das Unrecht,
dann werden dir, wenn du betest, auch deine Sünden vergeben

Antwortpsalm Ps 103,1-2.3-4.9-10.12-13

–> siehe auch: Ps 103: „Hohelied der Barmherzigkeit Gottes

Zweite Lesung: Röm 14,7-9
Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem HERRN

Ruf vor dem Evangelium (Joh 13,34ac)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der HERR):
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 18,21-35
Nicht nur siebenmal musst du vergeben, sondern siebenundsiebzigmal

–> siehe auch:  Mt 18,21-35 (Studienübersetzung von G. M. Ehlert)

 

Ordnung des Rechts : Ordnung der Gnade

mt-18.21-35a

„Ordnung des Rechts : Ordnung der Gnade“ – Zeichnung zu Mt 18.21-35; (c) G. M. Ehlert, 11.09.2017

Prolog:
Petrus fragt, wie oft die Ordnung der Gnade – der Vergebung angewandt werden kann,
bevor die Ordnung des Rechts anzuwenden ist: bis zu sieben Mal???
Jesus antwortet: „nicht nur bis zu sieben Mal sondern bis zu 70 und 7 Mal!!!“

Gleichnis Jesu
1. Akt: Ein König setzt einen Termin für einen Rechenschaftsbericht der einzelnen Ministerien an. – Ein Minister wird zu ihm gebracht, dessen Rechenschaftsbericht ein Defizit von 10.000 Talenten (ca. 4 Milliarden €) aufweist.
Dieser Minister erfleht eine Fristverlängerung, in der er das gesamte Defizit ausgleichen will (= faktisch total unmöglich).
Doch diesem König geht dies so zu Herzen, dass er diesen Minister in Freiheit lässt (er belässt ihn in seinem Amt!) und ihm sogar die gesamte Schuld erlässt. (Dies ist in der Ordnung des Rechts absolut unverständlich, allein in der göttlichen Ordnung der Gnade zu verstehen!)

2. Akt: Dieser begnadigte Minister trifft im Anschluss an seine eigene Begnadigung einen Mitarbeiter in seinem Ministerium, dem er einmal 100 Denare (= 4 Monatsgehälter) geliehen hatte. Von diesem verlangt er nun eine sofortige Zurückzahlung.
Als dieser Mitarbeiter von ihm eine Fristverlängerung erfleht, in der er das Geschuldete zurückzahlen will (= realistisch möglich), verweigert es ihm der Minister (wozu er mit Berufung auf die Ordnung des Rechts berechtigt ist!) und lässt ihn gefangen nehmen.

3. Akt: Dieser Vorfall kommt durch andere Mitarbeiter des Ministeriums dem König zu Ohren. Als er ihn zur Rede stellt, reagiert der König (verständlicherweise) empört, denn er hatte erwartet, dass der Minister, bei dem großzügig die göttliche Ordnung der Gnade angewandt wurde, nun auch bereit ist, Gnade vor Recht zu gewähren.
Die Konsequenz: Auch bei ihm wird nun nach der Ordnung des Rechts verfahren und er wird gefangen gehalten werden – „solange bis dieser abgeben/ vergelten würde all das Geschuldete – ihm“ (Mt 18,34).

Soll das bedeuten, bis er die ganze Schuld (= 10.000 Talente) bezahlt habe – ihm, dem König? (Bei einem normalen Arbeitseinkommen würde das ca. 200.000 Jahre dauern – das wäre „die Hölle“)
oder
soll das bedeuten, bis er die ganze Schuld (= 100 Denare) abgegeben/vergolten habe  – ihm, dem Mitarbeiter? (Damit könnte der Mitarbeiter – entsprechend der Ordnung des Rechts – seine Schuld begleichen und wäre auch wieder frei.)
Das Gleichnis Jesu lässt beide Möglichkeiten offen; an uns liegt es, wie wir entscheiden.

Epilog des Gleichnisses Jesu:
„Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder (seinem Mitmenschen) nicht von ganzem Herzen vergibt.“ (Mt 18,35)
Denn: „wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“ (Mt 7,2)

 

 

Link: Messtexte zum 24. Sonntag im Jahreskreis A

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Himmelsschlüssel (21.A)

21. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 27. August 2017

Eröffnungsvers (Ps 86,1-3 )
Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, HERR,
hilf deinem Knecht, der dir vertraut, sei mir gnädig, o HERR:
Den ganzen Tag rufe ich zu dir.

Erste Lesung: Jes 22,19-23
Ich lege ihm (= dem neuen Tempelvorsteher) den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter

Antwortpsalm Ps 138,1-2b.2c-3.6.u.8

Zweite Lesung: Röm 11,33-36
Aus ihm (= Christus) und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung

Ruf vor dem Evangelium (Mt 16,18)
Halleluja. Halleluja.
Du bist Petrus – der Fels -,
und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen,
und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 16,13-20
Du bist Petrus, ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben 

Linktipp: Schott – 21. Sonntag im Jahreskreis A

Gedanken zum Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis A
= Mt 16,13-20

Text (Mt 16,13-20) in einer Arbeits-Übersetzung von G. M. Ehlert:

Es kam aber (der) Jesus in die Gegend
Cäsarea Philippis
er fragte seine Jünger sagend:
„Was sagen die Menschen
wer der Menschensohn sei?“
Diese aber sprachen:
„Die einen – Johannes der Täufer;
andere – Elija;
weitere aber – Jeremia
oder sonst einer der Propheten.“
Sagt er zu ihnen:
„Ihr aber – was sagt ihr, wer ich sei?“
Es antwortete aber Simon Petrus
sprechend (zu ihm):
„Du bist der Christus (= der Messias = der Gesalbte)

der Sohn des Gottes, des Lebendigen.“
Es antwortete aber der Jesus sprechend zu ihm:
„Selig bist du, Simon, Sohn des Jona,
denn nicht Fleisch und Blut hat dir das enthüllt,
sondern mein Vater – der in den Himmeln.“
Und ich aber – dir sage ich:
„Du bist Petrus (= der Fels)

und auf diesen Felsen will ich erbauen
meine Kirche (= Versammlung der Herausgerufenen).
Und die Tore des Hades (= Unterwelt)
werden sie nicht überwältigen.
Ich werde geben dir
die Schlüssel zum Königtum der Himmel,
und was immer auch du bindest auf Erden –
gebunden wird es sein in den Himmeln.
Und was immer auch du lösest auf Erden –
gelöst wird es sein in den Himmeln.“
Darauf herrschte er die Jünger an:
Niemandem sollten sie sagen,
dass er (= Jesus) der Christus sei.

Gedanken zum Evangelium:

Die Schlüsselfrage: Wer bin ich für dich – wer bist du für mich?

Eine Schlüsselfrage: wer bekommt einen eigenen Haustürschlüssel?

  • Einen Zugang zum Evangelium erschließen

– Eine Schlüsselszene im Matthäusevangelium ist dieser Abschnitt (Mt 16,13-20), der so etwas wie einen Wendepunkt im Evangelium bildet – von nun an geht Jesus gezielt nach Jerusalem = dem Ort, wo er sterben und auferstehen wird.

– Die Schlüsselfrage:
Wer bin ich für dich – wer bist du für mich?

– 3 Schlüsselworte:
Christus – Petrus – Schlüssel des Himmelreiches –
geben Aufschluss

  • Das 1. Schlüsselwort: Christus = der Gesalbte – der Messias

Das Bekenntnis des Petrus:
„Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“
= der ersehnte Befreier / Retter / Erlöser Israels
jedoch nicht als politischer Befreier u. strahlender Held
sondern als leidender Gottesknecht. (Doch das erkennt Petrus noch nicht)

  • Das 2. Schlüsselwort: Petrus = der Fels – Fundament der Kirche

Das Bekenntnis Jesu über Petrus:
„Du bist Petrus = der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen…“
= Festigkeit, beständiges Fundament – Charakteristik Gottes
Fels in Jerusalem = Ort des Tempels,
Abraham als Fels der Welt
Petrus jedoch ist alles andere als standhaft und zuverlässig,
er wird geschildert als leidenschaftlicher und wankelmütiger Mensch.

  • Das 3. Schlüsselwort: Die Schlüssel des Himmelreiches

Die Vollmacht und der Auftrag Jesu an Petrus:
„Ich werde dir die Schüssel des Himmelreiches geben.
Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein.
Was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

vgl. Jes 22,19-23 Schlüsselübergabe an den neuen Palastvorsteher

aufschließen – einen Zugang eröffnen – in Verbindung bringen mit dem Himmelreich Gottes – „binden“ an den Bund Gottes mit uns Menschen.

= Schlüssel der WahrheitSchlüssel-Wahrheit

verschließen – abschließen – von dem Bereich der Bedrohung/des Bösen trennen – „lösen“ von Verstrickungen in Schuld und Sünde.

= Schlüssel der LiebeSchlüssel-Liebe

  • Zum Abschluss: Ein Schlüsselsatz:

Die Schlüsselfrage lautet:
„Wer Jesus für mich ist? – Einer der für mich ist!
Was ich von Jesus halte? – Dass er mich hält!“ (Lothar Zenetti)

Aus einem aufrichtigen Bekenntnis zu Jesus kann dann ein glaubwürdiges Bekenntnis Jesu vor den Menschen folgen, wenn auch wir mit den Schlüsseln der Wahrheit und der Liebe anderen Menschen einen Zugang zu Jesus Christus und seinem Reich der Liebe erschließen.

vgl. auch: „Sich zu Christus bekennen“ und
Du König auf dem Kreuzesthron

siehe auch: „Jesus und Petrus

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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(c) G. M. Ehlert

Das Reich Gottes im Blick

Die Evangelischen Räte
(ehelos + besitzlos + machtlos)
im Blick auf das Reich Gottes

zum 27. Sonntag im Jahreskreis B

1. Lesung: Gen 2,18-24
2. Lesung: Hebr 2,9-11
Evangelium: Mk 10,2-16
siehe:

zum 28. Sonntag im Jahreskreis B 

1.  Lesung: Weish 7,7-11
2. Lesung: Hebr 4,12-13
Evangelium: Mk 10,17-30 Wie kommt ein Reicher in das Himmelreich?
(–> eigene (Arbeits-)Übersetzung: Mk 10,17-31)

zum 29. Sonntag im Jahreskreis B

1. Lesung: Jes 53,10-11 Sein Leben als Sühnopfer hingeben
2. Lesung: Hebr 4,14-16 „in Versuchung geführt – ohne zu sündigen“  
Evangelium: Mk 10,35-45
„Ehrenplätze im Himmelreich“
(–> Eigene (Arbeits-)Übersetzung: Mk 10.35-45)

Die Evangelischen Räte: Ehelosigkeit – Besitzlosigkeit – Machtlosigkeit

Ehe und Ehelosigkeit:
Mk 10,2-9: „Was Gott zusammengespannt hat, ein Mensch trenne es nicht!“
Mk 10,10-12: Jüngerbelehrung + ((Mt 19,10-12: Jesu Wort über die Ehelosigkeit))

Zum Geist der Kindschaft:
Mk 10,13-16: „Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.

Reichtum und Besitzlosigkeit:
Mk 10,17-22: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“

Jüngerbelehrung:
Mk 10,23-27: „Der Lohn der Nachfolge Jesu“
Mk 10,28-30:

Macht und Machtlosigkeit:
Mk 10,32-34: „Die Ohnmacht Jesu – Ankündigung von Kreuz und Auferstehung“

Vom Herrschen und vom Dienen:
Mk 10,35-45: „…wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein“

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–> zu den Evangelischen Räten siehe auch: „Kultivierung der Urwünsche

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 15. Okt. 2018

Petrus u. Paulus

Petrus & Paulus

Petrus und Paulus werden häufig in einem Atemzug genannt.
Seit Mitte des 3. Jahrhunderts wird ihr Gedächtnis gemeinsam am 29. Juni gefeiert.

Was verbindet zwei so unterschiedliche Männer der Kirche?

Petrus und Paulus sind starke, zum Teil gegensätzliche Führungspersönlichkeiten.
Beide sind Juden, doch während der verheiratete Petrus als einfacher Fischer im Kernland Israels lebt, stammt der unverheiratet bleibende Paulus aus gebildeter Schicht in der jüdischen Diaspora, ist römischer Bürger und mit der griechischen Kultur vertraut.

Die unterschiedliche Herkunft der beiden prägt ihre jeweilige Sendung als Apostel:

„Petrus hat als erster den Glauben an Christus bekannt und aus Israels heiligem Rest die erste Kirche gesammelt. Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht und die Berufung zum Lehrer der Heiden.“ (Präfation des Festtages).

Beide kennen in ihrer Biographie das Versagen:

Der Hochmut des Petrus im Abendmahlssaal: „Wenn alle dich (= Jesus) verlassen – ich nicht“ wird durch seine dreimalige Verleugnung im Hof des Hohepriesters gebrochen.

Paulus wird „vom hohen Ross“ als Christenverfolger heruntergeholt durch seine Vision vor Damaskus: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“

Für beide beginnt ein neues Leben auf dem Fundament der Gnade und Liebe Gottes, das sie auf ihre je eigene Art zu Säulen der Kirche werden lässt.

„Auf verschiedene Weise dienten beide Apostel der einen Kirche, gemeinsam empfingen sie die Krone des Lebens“ (Präfation des Festtages)

In seiner Predigt beim Vespergottesdienst zum Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus am 28.06.2007 in St. Paul vor den Mauern in Rom sagte Papst Benedikt XVI.:

„Eine uralte Tradition aus der Zeit der Apostel erzählt, dass unweit von diesem Ort ihre letzte Begegnung vor ihrem Martyrium stattfand: Die beiden haben sich umarmt und einander gesegnet. Und auf dem Hauptportal dieser Basilika sind sie zusammen dargestellt, mit den Szenen des Martyriums der beiden. Von Beginn an hat die christliche Tradition daher Petrus und Paulus als unzertrennlich voneinander erachtet, auch wenn jeder von ihnen einen anderen Missionsauftrag zu erfüllen hatte: Petrus hat als erster den Glauben an Christus bekannt; Paulus wurde damit beschenkt, diesen Reichtum vertiefen zu können. Petrus hat die erste Gemeinschaft der Christen gegründet, die aus dem auserwählten Volk stammten; Paulus wurde der Apostel der Heiden. Mit verschiedenen Charismen arbeiteten sie beide für den gleichen Zweck: für den Aufbau der Kirche Christi.“

Petrus und Paulus - Grafik von G. M. Ehlert, 11.06.2012

Petrus & Paulus – (c) Georg Michael Ehlert, 11.06.2012

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

mitdenken und nachfolgen

Gedanken zum Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis A (= 26. Januar 2014)

Tagesevangelium = Matthäusevangelium 4,12-23
Text in einer Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert:
Mt 4,12-25: Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu (3. A)

… um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen…

Vergleich Johannes – Jesus:
Das Ende des Wirkens Johannes
         – wird zum Beginn des Wirkens Jesu

„Als man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte…
zog Jesus sich nach Galiläa zurück…“

Das Kerngebiet der Juden
         – das (geringgeschätzte Gebiet) der Heiden.

Wahl des Wirkungsortes:
Johannes:   am Jordan in Judäa
Jesus:         in Kafarnaum am See Genesareth.

Benedictus:

… Und du Kind wirst Prophet des Höchsten heißen,
denn du wirst dem Herrn vorangehen
und ihm den Weg bereiten.
Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken
in der Vergebung der Sünden.  

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe
um allen zu leuchten die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes
und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

(Lk 1,76f)

Die gleiche Botschaft
         – doch mit unterschiedlichen Konsequenzen:

„Kehrt um! (Denket mit!)
Denn das Himmelreich ist nahe! (= das Königtum Gottes)

bei Johannes:  Taufe der Umkehrbereitschaft
bei Jesus: Ruf in die Nachfolge:

Kommt her! Folgt mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen!

"Fischer zu Menschenfischer" - Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

Menschenfischer?
         – Heraus aus den Verstrickungen     

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung. Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

 

siehe auch:

zur Bedeutung von „Menschenfischer“ werden:
https://gmehlert.wordpress.com/2012/01/16/menschenfischer/

und: „Vom Fische fangen zum Menschen auffangen“:
https://gmehlert.wordpress.com/2013/02/04/menschen-auf-fangen/?relatedposts_exclude=2413