Schlagwort-Archive: Pharisäer

22. Sonntag C

22. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 1. September 2019

1. Lesung: (Sir 3,17-18.20.28-29) übe Bescheidenheit – finde Gnade bei Gott!
2. Lesung: (Hebr 12,18-19.22-24a) hingetreten zur festlichen Versammlung
Evangelium: (Lk 14,1-14) Wer kommt auf den Ehrenplatz?

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Gottes Wort beherzigen (22. B)

„Gottes Wort beherzigen“

Sonntag, 2. September 2018

Liturgische Texte zum 22. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Ps 86,3.5)
Sei mir gnädig, o HERR. Den ganzen Tag rufe ich zu dir.
HERR, du bist gütig und bereit, zu verzeihen;
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
von dir kommt alles Gute.
Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.
Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.
Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Deuteronomium (5 Mose/ Dtn 4,1-2.6-8)
Achtet auf die Gebote des HERRN! Fügt nichts hinzu!

Antwortpsalm: Psalm 15,2-3.4.5
HERR, wer darf Gast sein in deinem Zelt,
wer darf weilen auf deinem heiligen Berg

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 1,17-18.21b-22.27)
Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach! 

Ruf vor dem Evangelium (Joh 10,27)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie, und sie folgen mir.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 7,1-8.14-15.21-23)
Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen


Evangelientext  – Übersetzung G. M. Ehlert

–> Mk 7,1-23: Von Reinheit und Unreinheit (22. S. i. J. B)

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Bild zur Meditation:

rein-unrein-ba

rein oder unrein – Grafik zu Mk 7,1-23 – (c) G. M. Ehlert 29.08.2018

Un-
reine Hände

un-
reines Herz

„Ich wasche meine Hände
in Unschuld“ –
doch aus unreinem Herzen
verurteile ich andere…

oder:
Ich habe zwar schmutzige Hände –
aber ich lebe mit einem lauteren Herzen…

„Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt,
kann ihn unrein machen,
sondern was aus dem Menschen herauskommt,
das macht ihn unrein.“
(Mk 7,15)

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Impuls zum Evangelium

Deutschland ist stolz auf seine über 500-jährige Tradition des Reinheitsgebotes beim Bier. Nichts „unreines“ soll über die Lippen in den Menschen hineinkommen.

Noch viel mehr Reinheitsvorschriften kennt die jüdische und muslimische Religion in Bezug auf Speise und Getränke, deren Verzehr erlaubt oder unerlaubt ist.

Im Evangelium (Mk 7,1-23), das am 2. September im Gottesdienst der katholischen Kirche vorgelesen wird,
geht es auch um die Frage von Reinheit und Unreinheit.

Wichtiger als was über die Lippen in den Menschen hineinkommt, ist für Jesus jedoch, was über die Lippen des Menschen aus seinem Herzen herauskommt: Gutes oder Böses. –

Eugen Roth schrieb dazu einmal folgendes zur „Seelischen Gesundheit“:

Ein Mensch frisst viel in sich hinein:
Missachtung, Ärger, Liebespein.
Und jeder fragt mit stillem Graus:
Was kommt da wohl einmal heraus?
Doch sieh! Nur Güte und Erbauung.
Der Mensch hat prächtige Verdauung.

(Aus: Eugen Roth, Sämtliche Menschen,
Carl Hanser Verlag, München Wien 1983)

In diesem Sinne wünsche ich allen „eine prächtige Verdauung.“

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Gedanken zum Verständnis der Bibel

 Vom vierfachen Schriftsinn

Die Kenntnis der Bibel – der „Heiligen Schrift“ – hat für das Leben aus dem christlichen Glauben eine wichtige Bedeutung:

„Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit,
und wer die Heilige Schrift nicht kennt,
der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit:
die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.“

Hieronymus, (347 – 420 n.Chr.) lateinischer Kirchenvater

Doch wie kann man heute die Bibel richtig verstehen?

Ist sie ein Geschichtsbuch? – ein Liebesbrief Gottes? – ein Trost- und Hoffnungsbuch? – eine „Bedienungsanleitung“ für ein gelingendes Leben?

Der Psychologe Friedemann Schulz von Thun hat sich ausführlich mit der menschlichen Kommunikation beschäftigt. 1981 hat er in seinem Buch „Miteinander reden – Störungen und Klärungen“ vier Aspekte einer Äußerung und dementsprechend vier Aspekte, wie ein Empfänger diese Äußerung verstehen kann, aufgezeigt.

Wenn einer etwas von sich gibt = „Äußerung“ – gibt er zugleich viererlei kund:

  1. das, worüber er informiert = „Sachinhalt“;
  2. das, was er dabei von sich selbst kundtut = „Selbstkundgabe“;
  3. in was für einer Beziehung er zu dem Empfänger steht = „Beziehung“
  4. wozu er den Empfänger veranlassen möchte = „Appell“.

Der Empfänger kann das Gehörte mit „vier Ohren“ empfangen:

  1. dem „Sach-Ohr“
  2. dem „Selbstkundgabe-Ohr“
  3. dem „Beziehungs-Ohr“
  4. dem „Appell-Ohr“

Was Friedemann Schulz von Thun 1981 veröffentlicht hat,
das hat im Mittelalter die Theologie im Bezug auf die Bibel – der „Äußerung Gottes“ – in der Lehre vom „vierfachen Schriftsinn“ wie folgt ausgesagt:

„Littera gesta docet,

quid credas allegoria;

moralis quid agas,

quo tendas anagogia.“

frei übersetzt:

  1. Der Buchstabe lehrt das Geschehene, (historische Dimension)
  2. die Verbildlichung zeigt an, was du glauben sollst, (theologische Dimension)
  3. die (darin enthaltene) Moral – was du tun sollst, (moralische Dimension)
  4. das „Hinaufführende“ zeigt an worauf hin du dich ausspannen darfst (eschatologische Dimension)

Die Bibel ((= Äußerung Gottes)) kann gelesen/ gehört werden als

  1. ein Geschichtsbuch ((inhaltlicher Aspekt))
    es zeigt auf, was damals geschehen ist (historische Dim.) und als
  2. ein Liebesbrief Gottes an dich und mich? ((Selbstkundgabe))
    in den Worten und Ereignissen offenbart sich Gott und seine Liebe zu den Menschen – was ich glauben darf! (theologische Dim.) und als
  3. eine Gebrauchsanweisung für ein gelingendes Leben ((Appell))
    in dem Beschriebenen kann ich erkennen, was der Wille Gottes ist – was ich also tun soll! (moralische Dim.) und als
  4. ein Trost- und Hoffnungsbuch ((Beziehungsaspekt)) – das Engagement Gottes zeigt auf, dass er das Leben des Menschen retten und vollenden will – was ich folglich erhoffen darf (eschatologische Dim.)

* * *

Anhand des Tagesgebetes vom 22. Sonntag im Jahreskreis B
lassen sich diese vier Dimensionen des „Wortes des Lebendigen Gottes“ und des „Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus“ gut aufzeigen:


Allmächtiger Gott,

von dir kommt alles Gute.

Die Bibel ((= Äußerung Gottes))
– ein Geschichtsbuch ((inhaltlicher Aspekt))
– was damals geschehen ist (historische Dim.)
 1. Lesung: „Das Wort Gottes aufmerksam/freudig hören:
„Hört – und ihr werdet leben!“

Pflanze in unser Herz
die Liebe zu deinem Namen ein.

Die Bibel – ein Liebesbrief Gottes an dich und mich ((Selbstkundgabe))
– Offenbarung Gottes – was ich glauben darf! (theolog. Dim.)
 2. Lesung: „Nehmt das Wort zu Herzen … – das die Macht hat euch zu retten“

Binde uns immer mehr an dich,
damit in uns wächst, was gut und heilig ist.

Die Bibel – eine Gebrauchsanweisung ((Appell))
– was ich tun soll! (moralische Dim.)
 2. Lesung: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach!“

Wache über uns und erhalte, was du gewirkt hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Die Bibel – ein Trost- und Hoffnungsbuch ((Beziehungsaspekt))
– was ich erhoffen darf (eschatologische Dim.)
 Evangelium: wichtiger als saubere Hände ist ein reines Herz!
„Selig, die ein reines Herz haben, – sie werden Gott schauen!“

* * *
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Links:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 30. Aug. 2018

 

verdorrte Hand – (9.B)

9. Sonntag im Jahreskreis B –
Der Sabbat – ein Tag für den Menschen

Sonntag, 3. Juni 2018

 

Liturgische Texte zum 9. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (vgl. Ps 25,16.18)
HERR, wende dich mir zu und sei mir gnädig,
denn ich bin einsam und gebeugt.
Sieh meine Not und meine Plage an
und vergib mir all meine Sünden.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet,
und gewähre uns alles, was zum Heile dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Deuteronomium (Dtn 5,12-15)
Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der HERR dort herausgeführt

Antwortpsalm: Ps 81,3-4.5-6b.6c-8a.10-11
Lobet Gott, den HERRN; denn er ist unsere Zuflucht

2. Lesung: 2. Korintherbrief  (2 Kor 4,6-11)
Das Leben Jesu wird an unserem Leib sichtbar

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 2,13-28 u. 3,1-6)
Der Menschensohn ist Herr auch über den Sabbat

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Bild zur Meditation:

mk3.1-6a

Sabbatheiligung – Heilung einer verdorrten Hand – Grafik zu Mk 3,1-6 (c) G. M. Ehlert, 02.06.2018

Evangelientext Mk 2,23-28  – Übersetzung G. M. Ehlert

2,23 Und es geschah (= Einmal als) er (= Jesus) in den Sabbat(frist)en vorüberging
durch die Saatfelder
und
(= da) begannen die Jünger von ihm
einen Weg zu machen – abrupfend Getreideähren.

24 Und die Pharisäer sagten zu ihm:
„Siehe, was sie machen in den Sabbat
(frist)en – das ist nicht erlaubt.

25 Und er sagte zu ihnen:
„Habt ihr niemals gelesen, was gemacht hat David
als er Not hatte und hungerte –
er und die mit ihm?
26 Wie er hineinging in das Haus des Gottes 
zur Zeit Abjatars eines Hohepriesters/ eines führenden Priesters
und das Brot der Aufstellung (= die Schaubrote) / verzehrte
das nicht erlaubt ist zu essen außer (den) Priestern
und er auch denen mit ihm Seienden gab?“

27 Und er sagte zu ihnen:
„der Sabbat/ Ruhetag – wegen des Menschen/ für den Menschen ist er geschehen/ geworden
und nicht der Mensch wegen des Sabbats/ Ruhetages/ für den Sabbat.

28 Daher – HERR ist der Sohn des Menschen auch des Sabbats/ Ruhetages.

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Evangelientext Mk 3,1-6 – Übersetzung G. M. Ehlert

3,1 Und er (= Jesus) ging hinein wiederum in die Synagoge (= Versammlung(sort) der Juden)
und es war dort ein Mensch – eine verdorrt-wordene Hand hatte er.

2 Und es beobachteten ihn genau/ es lauerten auf ihn
ob in den Sabbat(frist)en er ihn therapieren (= heilen) werde,
damit sie ihn anklagen könnten.

3 Und er sagt zu dem Menschen mit der verdorrten Hand:
„Habe Stand in der Mitte!“

4 Und er sagt zu ihnen:
„Ist es erlaubt in den Sabbat(frist)en Gutes zu tun oder Böses zu tun –
eine Seele/ ein Leben zu erretten oder abzuschlachten?“

Die aber schwiegen.

5 Und umherblickend auf diese mit Zorn –
zugleich betrübt über die Verhärtung
/ Verstockung der Herzen von diesen

sagt er zu dem Menschen:
„Spanne aus/ strecke aus die Hand!“

Und er spannte/ streckte sie aus
und es war wiederhergestellt die Hand von ihm.

6 Und hinausgehend –
die Pharisäer sogleich mit den Herodianern
machten sie einen Gesamtrat gegen ihn,

wie sie ihn zugrunde richten könnten.

 

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Das größte Geschenk

„Der Sabbat ist das größte Geschenk des Judentums an die Menschheit“
(Carl Gustav Jung) 

Sabbat
– siebter Schöpfungstag
– Ruhetag vom hervorbringenden Handeln
– Zeit für die Erinnerung an die Befreiung aus der Versklavung durch Gott
– Zeit für das gemeinsame Gotteslob

Sabbat schützen
– durch Überwachung der Einhaltung der Ge- u. Verbote – wie die Pharisäer
– durch Handeln entsprechend dem Sinn des Sabbatgebotes – wie Jesus

Heilung am Sabbat – Erfüllung oder Übertretung des göttlichen Gebotes?
ein Mensch hat zwei Hände, um zu handeln
– um damit Gutes zu tun, anzupacken und zu gestalten
– um sie zu falten zum Gebet…
ein Mensch mit einer verdorrten Hand
– ist handlungsunfähig geworden
– wofür kann er am Sabbat Gott loben?

Jesus erfüllt das Sabbatgebot im ursprünglichen Sinn des Schöpfers,
– indem er am Sabbat in die Synagoge – in die Versammlung geht, um Gott zu loben
– indem er auch am Sabbat heilt, damit die Geheilten nun aus ganzem Herzen Gott loben können;

doch Jesus muss in seiner Liebe ohnmächtig zusehen,
– wie sich das Herz der Hartherzigen weiter verhärtet,
– wie die Antwort auf seine Barmherzigkeit – eine umso härtere Gesetzesauslegung ist.

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Links:

zu den liturgischen Texten des 9. Sonntages im Jahreskreis B siehe auch
Schott: 9. Sonntag i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 03.06.2018

 

Prägekraft (29.A)

Prägende Kraft

29. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 22. Oktober 2017

Eröffnungsvers (Ps 17,6.8)
Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,
birg mich im Schatten deiner Flügel.

Erste Lesung: Jes 45,1.4-6
Ich habe Kyrus bei der Hand gefasst, um ihm die Völker zu unterwerfen

Antwortpsalm aus Psalm 96

Zweite Lesung: 1 Thess 1,1-5b
Wir erinnern uns vor Gott an euren Glauben, eure Liebe und eure Hoffnung

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Phil 2,15d.16a)
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Worte Christi,
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 22,15-21
Gebt dem Kaiser zurück, was dem Kaiser gehört, Gott aber, was Gott gehört

–> siehe auch Studienübersetzung zu Mt 22.15-22  (von G. M. Ehlert)

Link: Messtexte zum 29. Sonntag im Jahreskreis A

 Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis A
22. Oktober 2017

„Gebt dem Kaiser zurück, was des Kaisers ist,
Gott aber, was Gottes ist“


 

Darauf gingen die Pharisäer – beratschlagten zusammen,
wie sie ihn umklammernd binden könnten
aufgrund eines Wortes.

Und sie sandten ab zu ihm
die Jünger von ihnen
(zusammen) mit den Herodianern und sagten:

„Lehrer,
wir wissen, dass du wahr(haftig)bist
und den Willen des Gottes in Wahrheit lehrst
und nicht kümmert dich (das Urteil) von irgendeinem;
nicht nämlich blickst du auf das Zuaugende (= äußeres Ansehen) des Menschen.

Sprich nun zu uns, was du meinst:
Ist es erlaubt zu geben den Zensus (= Kopfsteuer) dem Kaiser oder nicht?

Es hatte aber erkannt (der) Jesus die Bosheit von ihnen –
so sprach er:
„Was versucht ihr mich, ihr Durchtriebenen (= Schauspieler/Heuchler)?

Zeiget her mir die Gesetzliche (= Münze) des Zensus.“

Die aber brachten herbei ihm einen Denar.

Und er sagt (zu) ihnen:
„Wessen (ist) das Bild daselbst und die Aufschrift?“

Sie sagen ihm:
„Des Kaisers.“

Darauf sagt er zu ihnen:
„Gebt zurück also das des Kaisers dem Kaiser
und das des Gottes dem Gott.“

Und da sie dies gehört hatten, staunten sie,
und sie ließen ihn und gingen fort.

(Mt 22,15-22)

Prägende Kraft - (c) G. M. Ehlert

Prägende Kraft – (c) G. M. Ehlert

Der Kaiser prägt
die Münze
und er prägt ihr
sein Bild und seine Aufschrift ein;

und er prägt mit ihr
Handel und Wandel in seinem Reich;

und eines Tages
verlangt er zurück, was ihm gehört.

So gebt dem Kaiser,
was dem Kaiser
gehört!

Medien und Konzerne prägen
unsere Konsumgüter
und sie prägen ihnen
ihre Vorstellungen und Slogan auf;
und sie prägen mit ihnen
unsere Konsumgesellschaft
und sie wollen täglich neu
nur unser Bestes: unser Geld.

Und wer gibt ihnen nicht,
was ihnen (noch
nicht) gehört?

GOTT prägt seit jeher
den Menschen
und ER prägt ihnen – dem Mann und der Frau
sein Bild und Gleichnis ein;
und ER will, dass wir mit unserem Leben
die Welt nach seinem Bilde prägen.
Und von uns erwartet ER zurück
was allein IHM gehört:
die Ehre Seines Namens!

So gebt also GOTT,
was GOTT
gehört!

siehe auch (Bild-)Meditation: Prägende Kraft (zu Mt 22,15-21)

„…vor allem gebt Gott, was Gottes ist!“

Einstieg:

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ –

Diese Aussage Jesu aus dem heutigen Evangelium gehört zu den bekanntesten Sprichwörtern.

Es wurde oft benutzt, um zu verdeutlichen, dass wir sowohl dem Staat als auch der Kirche zu dienen haben.

Und doch – was können wir mit dieser Aussage anfangen?

Heutige Reaktionen auf den Imperativ Jesu:
a) Ich habe
keinen Kaiser
und keinen Gott
also
gehört alles mir!
(= egoistische, emanzipatorische Haltung)

b) Dem Konzern gehört meine Arbeitskraft;
Schalke 04 gehört mein Samstagnachmittag;
der Bank gehört (noch) mein Haus;
dem Staat zahle ich meine Steuern;
dem Fernseher gehört mein Abend;
der Elli gehört meine Liebe;

es bleibt nichts übrig
für dich, mein Gott!

Der religiös-politische Hintergrund der Fangfrage

Um die Brisanz der Frage und die Tragweite der Antwort Jesu besser verstehen zu können, ist es gut, sich die damalige Situation zu vergegenwärtigen.

Das Volk Israel wurde von der römischen Besatzungsmacht beherrscht. Die Bewohner der besetzten Gebiete wurden quasi als Eigentum Roms behandelt. Sie mussten die sogenannte Kopfsteuer entrichten, die mit dem römischen Denar zu bezahlen war.

Die frommen Juden – besonders die Pharisäer und ihre Schüler weigerten sich diese Kopfsteuer zu bezahlen, weil sie sich als Volk Gottes verstanden, die nur die Herrschaft Gottes, nicht jedoch die Herrschaft eines Kaisers akzeptierten.

Außerdem war auf der Münze ein Abbild des Kaisers und die Aufschrift, dass dieser Kaiser wie Gott sei, was dem Bilderverbot der Juden widersprach.

Die Herodianer dagegen hatten sich angepasst, und profitierten davon, dass sie für die Römer diese Steuer eintrieben.

Diese beiden Parteien – die gesetzestreuen Pharisäer und die romtreuen Herodianer – sonst zutiefst verfeindet, hatten sich nun zusammengetan, um im Tempelbezirk Jesus mit einer Fangfrage schaden zu können.

Im jüdischen Volk herrschte über diese Steuer großer Unwille, weil sie einem ständig die verhasste Fremdherrschaft zum Bewusstsein brachte.

Daher:

Die Fangfrage:

„Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Kopfsteuer zu zahlen, oder nicht?“

Wenn Jesus dies bejaht –> indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruchs des römischen Kaisers = die Pharisäer können Jesu Unglaubwürdigkeit propagieren.

wenn Jesus dies verneint –> öffentlicher Aufruf zum Steuerboykott = Rebellion – die Herodianer können ihn anklagen, wegen Auflehnung gegen die staatliche Gewalt.

Jesus steckt mit dieser Frage also in einer Zwickmühle.

Wie kann er sich aus diesem Dilemma befreien?

Die geniale Antwort Jesu:

(wie Jesus sich gekonnt aus der Affäre zieht und seinerseits die Initiative ergreift):

a.) Er lässt sich eine Steuermünze zeigen
= der Besitz einer solchen Münze bedeutete die praktische Anerkennung der römischen Regierung d.h. die Schüler der Pharisäer beugen sich de facto den Forderungen Roms.
b.) Er lässt vorlesen, was auf der Münze mit dem Kaiserbild steht: „Kaiser Tiberius, der anbetungswürdige Sohn des göttlichen Augustus“ das bedeutete die indirekte Anerkennung des göttlichen Anspruches des römischen Kaisers.“

Wenn ihr also Münzen benützt, die durch Bild und Aufschrift als Eigentum des Kaisers gekennzeichnet sind, dann gebt auch dem Kaiser zurück, was ihm gehört.

Soweit – so gut!

Doch wer Jesus fragt, der riskiert, dass ihm mehr gesagt wird, als er wissen will. Der entscheidende Teil der Antwort Jesu:

gebt Gott zurück, was Gott gehört.

Was gehört Gott?

Nach pharisäischer Auffassung ist die buchstabengetreue Erfüllung der göttlichen Gebote die geforderte Gabe an Gott.

Doch zwischen den Zeilen steckt in der Antwort Jesu noch viel mehr:

Nach biblischem Verständnis trägt jeder Mensch das Bild und die Aufschrift Gottes. (vgl. Gen 1,26f: Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild)

–> Gott hat uns sein Bild eingeprägt. Also gehört IHM unser ganzes Leben.

Wie können wir Gott zurückgeben, was allein ihm gehört?

Wir Menschen gleichen einer Münze.
Wir tragen das Abbild Gottes und das Siegel seines Geistes.
Gott hat uns sein Bild eingeprägt.
Ihm gehört unser Leben.
Im Umgang mit nichtgöttlichen Mächten (Staat, Konsum…) heißt das: sich nicht zu verkaufen, denn die Kaufkraft unserer Münze „Leben“ gilt es für einen anderen Bereich einzusetzen.

Der Wert dieser Münze ist ins Spiel zu bringen, wenn es um Gottes Willen um den Menschen geht.

Sie ist täglich im Gebrauch dort, wo Menschen aus Liebe und Versöhnungsbereitschaft entsprechend dem Willen Gottes ihr Leben gestalten.

Ausstieg:

„Kleine Münze Hoffnung,
mir umsonst geschenkt:
werde ich dich teilen,
dass du Zinsen trägst,
dass du wirst zur Gabe,
die uns leben lässt,
Reichtum selbst für alle,
alle, die in Armut sind.“

Zugabe: Eine Münze aus dem göttlichen Schatz

Wir sind geschaffen als Abbild Gottes, ihm ähnlich (vgl. Gen 1,26). Du, mein Christ, bist ein Mensch; du bist also eine Münze aus dem göttlichen Schatz, du bist ein Denar mit dem Bild und der Aufschrift des göttlichen Herrschers. Mit Christus frage ich dich: „Wessen Bild und Aufschrift ist das?“ Du antwortest: Es ist Bild und Aufschrift Gottes. Dann frage ich weiter: Warum gibst du dann Gott nicht, was ihm gehört?

Wenn wir aber wirklich ein Bild Gottes sein wollen, müssen wir Christus ähnlich werden; denn er ist das Bild der Güte Gottes und „das Abbild seines Wesens“ (Hebr 1,3); alle aber, „die er im voraus erkannt hat, hat er auch dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (Röm 8,29).

Wer also in seinem Leben und Verhalten, wer in seinem Tugendwandel Christus ähnlich und gleichförmig ist, der stellt wirklich das Bild Gottes dar; die Erneuerung dieses göttlichen Bildes aber vollzieht sich durch die vollkommene Gerechtigkeit: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Gebt jedem, was ihm gehört!

Laurentius von Brindisi

Heiligengedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Zachäus (31. C)

31. Sonntag im Jahreskreis C

(= 30. Oktober 2016)

Eröffnungsvers (Ps 38,22-23)
„HERR, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott!
Eile mir zu Hilfe, HERR, du mein Heil.“

1. Lesung: Weisheit 11,22 – 12,2
„Du hast mit allen Erbarmen, weil du alles liebst, was ist“

Antwortpsalm: Psalm 145,1-2.8-9.10-11.13c-14

2. Lesung: 2. Thessalonicherbrief 1,11 – 2,2
„Der Name Jesu soll in euch verherrlicht werden und ihr in ihm“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 3,16)
Halleluja. Halleluja.
So sehr hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen einzigen Sohn hingab,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Halleluja.

Evangelium: Lukas 19,1-10:
Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist“

Liturgische Texte – siehe auch Schott 31. Sonntag i.J. C

Zöllner Zachäus

Triptychon Zachäus- oder: „Wenn Jesu Erbarmen mit den Armen die Reichen erreicht“
(c) G. M. Ehlert, 30.10.2007

zum Tagesevangelium:

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Stand: 20.06.2018

Zweierlei Gebet (30. C)

30. Sonntag im Jahreskreis C

(= 23. Oktober 2016)

Eröffnungsvers (vgl. Ps 105,3-4)
„Freuen sollen sich alle, die den HERRN suchen.
Sucht den HERRN und seine Macht,
sucht sein Antlitz allezeit.“

1. Lesung: Sir 35,15b-17.20-22a
„Das Flehen der Armen dringt durch die Wolken“

Antwortpsalm: Ps 34,2-3.17-18.19.23

2. Lesung: 2 Tim 4,6-8.16-18 
„Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 2 Kor 5,19)
Halleluja. Halleluja.
Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt
und uns das Wort der Versöhnung anvertraut.
Halleluja.

Evangelium: Lk 18,9-14 Gleichnis Jesu vom Gebet des Pharisäers und des Zöllners
„Der Zöllner kehrte als Gerechtfertigter nach Hause zurück vor dem Pharisäer“

Liturgische Texte – siehe auch Schott 30. Sonntag i.J. C

siehe auch: Pharisäer u. Zöllner (Lk 18,9-14)

 

Geh, und handle genauso…

1. Gott sei Dank, ich bin nicht so…

Eugen Roth, Verfasser hintergründig-humorvoller Gedichte über Menschlich-Allzumenschliches, hat zum Gleichnis des heutigen Sonntags die folgenden Verse geschrieben:

„Ein Mensch betrachtete einst näher
die Fabel von dem Pharisäer,
der Gott gedankt voll Heuchelei,
dass er nicht wie der Zöllner sei. –
Gottlob, sprach er mit heitrem Sinn,
dass ich kein Pharisäer bin.“

Am Anfang steht oft der Vergleich mit einem anderen Menschen:
„Meins ist besser, größer, schöner… als deins.“

Die eigene Person wird durch vermeintliche oder wirkliche Vorzüge aufgewertet und der andere wird dabei abgewertet.

Das erzeugt Aggressionen
und die entladen sich im Versuch, den anderen niederzumachen, einander zu bekriegen.

So war es schon bei Kain und seinem Bruder Abel.
Der eine – Kain – fühlte sich benachteiligt, weil sein Opfer nicht angenommen wurde, und aus Eifersucht erschlug er seinen Bruder Abel, dessen Opfer angenommen worden war.

2. Das Gleichnis Jesu vom Pharisäer und vom Zöllner

Das Evangelium des vergangenen Sonntags (Lk 18,1-8) sprach von der Ausdauer im Gebet, das heutige (Lk 18,9-14) zeigt, in welcher Gesinnung der Christ beten soll.

„Gott sei Dank, dass ich nicht so bin wie dieser angeberische Pharisäer.
Ich stelle meine Frömmigkeit nicht so zur Schau.
Ich halte mich lieber vornehm zurück.
Gott, meine Demut, das ist mein größter Stolz!“

Wenn wir so denken, wenn wir uns mit anderen vergleichen, um selber besser dazustehen, dann handeln wir aus der gleichen Gebetshaltung, die diesen Pharisäer erfüllt. Selbstgefälligkeit, Stolz und Selbstgerechtigkeit.

3. Die Selbstgerechtigkeit des Pharisäers

Der Pharisäer im Evangelium: Sein Eifer ist vorbildlich:
– er fastet weit über das geforderte Maß hinaus, d.h. zur Sühne für die Verfehlungen all jener Juden, die das Gesetz Gottes nicht halten.
– er zahlt als „Kirchensteuer“ freiwillig mehr als erforderlich.

Die Haltung des Pharisäers in der Erzählung Jesu wird erst da bedenklich, wo er anfängt, sich mit anderen Menschen zu vergleichen.
In dem Augenblick hört sein Gespräch mit Gott auf, und er kreist nur noch um sich selbst. –
Seine Gerechtigkeit wird zur Selbstgerechtigkeit.

4. Die demütige Haltung des Zöllners

Der Zöllner hingegen (ein ausbeuterischer Betrüger, der mit den verhassten Römern paktierte) hat gar nichts vorzuweisen, das einen Vergleich mit anderen aushalten würde.

Er kommt – anders als der Pharisäer – von sich selbst los
und findet das Gespräch mit Gott.
Ihm bleibt gar nichts anderes übrig, als Gott um sein Erbarmen anzurufen.

5. Wir in der Rolle des Pharisäers und des Zöllners

Wenn wir z.B. Gott dafür danken, dass unsere Ehe in Ordnung ist, dass unsere Kinder noch gläubig sind und sich um einen christlichen Lebensstil bemühen, ist das ganz in Ordnung.

Sobald wir aber anfangen, uns mit anderen zu vergleichen, deren Ehe zerbrochen ist, deren Kinder aus der Kirche ausgewandert sind, kommen wir auf eine gefährliche Bahn.

6. Das Urteil Jesu:

Dieser – der reumütige Zöllner – stieg als ein Gerechtfertigter in sein Haus hinab mehr als jener.

Die Selbstgerechtigkeit, der Stolz und die Verachtung der Mitmenschen wiegen mehr als die vorbildlichen Werke der Frömmigkeit des Pharisäers und machen all seine Verdienste zunichte.

Gott ist und handelt anders, als wir es erwarten;
er belohnt nicht automatisch das Gute und bestraft das Böse.
Er liebt grenzenlos und ohne Berechnung.
Er ist grenzenlos zur Versöhnung bereit, wenn der schuldig gewordene Mensch sich ihm öffnet – wie der reumütige Zöllner des Evangeliums.

7. Christliche Mission

Eine solche Haltung der Barmherzigkeit trägt zum Frieden bei im Großen wie im Kleinen.

Die missionarische Aufgabe der Kirche ist es, die Menschen im Geist Gottes zu befähigen, Werkzeuge des Friedens zu werden – wie z.B. Mutter Teresa, die am 4. Sept. 2016 heiliggesprochen wurde.

Der einfache Weg

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede!

Text auf Mutter Teresas Visitenkarte

Christliche Mission bedeutet:
Geh, und handle genauso!

pharis-u-zollner

zu Lk 18,9-14 Zweierlei Gebet (c) G. M. Ehlert

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

aus Vergebung leben

zum 11. Sonntag im Jahreskreis C (= 12. Juni 2016)

Eröffnungsvers:
„Vernimm, o HERR, mein lautes Rufen,
sei mir gnädig und erhöre mich.
DU bist meine Hilfe: Verstoß mich nicht,
verlass mich nicht, du Gott meines Heils!“
(Ps 27,7.9)

1. Lesung: 2 Sam 12,7-10.13: Der HERR hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben
–> siehe: „David – ein Mann nach dem Herzen Gottes“ (besonders S. 19-21)

2. Lesung: Gal 2,16.19-21: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“

Evangelium: Lk 7,36-50 u. 8,1-3: „Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat“
–> Übersetzung Ehlert +  Text und Bild-Meditation – Jesus und die Sünderin im Haus des Pharisäers Simon