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Berglehre Jesu (5.-8. A)

 … Und ich sage euch:

Der 4. – 9. Sonntag im Jahreskreis A enthält als Evangelium
jeweils einen Abschnitt aus der Berglehre Jesu (= Mt 5,1 – 7,29)
– eine der 5 großen Reden Jesu im Matthäusevangelium.

Eine Zusammenfassung siehe:
Jesu Berglehre:
+ Erkenne, wer du bist!
+ Beurteile, wie du leben sollst!
+ Handle dementsprechend!

Hier ein Überblick über die Evangelienabschnitte der einzelnen Sonntage:

4. Sonntag i. J. A (= 29. Januar 2017)
– Matthäus 5,1-11: Die Seligpreisungen Jesu
siehe: „Glückwunsch Jesu“

5. Sonntag i.J. A (= 5. Februar 2017)
– Matthäus 5,12-16: Bildworte vom Salz der Erde und vom Licht der Welt
siehe auch: „Salz der Erde“

6. Sonntag i.J. A (= 12. Februar 2017)
– Matthäus 5,17-37:  Über die Erfüllung der Weisung Gottes u. die neuen Thesen (I.)
siehe auch: grenzenlose Gerechtigkeit

7. Sonntag i.J. A (= 19. Februar 2017)
– Matthäus 5,38-48:   … die neuen Thesen (II.)
siehe auch: grenzenlose Gerechtigkeit
siehe auch: „Friedensinstrument

8. Sonntag i.J. A (= 26. Februar 2017)
– Matthäus 6,24-34:  Von der rechten Sorge
siehe: Mt 6,24-34
siehe auch:  
„In God we trust“

9. Sonntag i.J. A (= entfällt im Jahr 2017)
Matthäus 7,21-27: (Abschluss der Berglehre) Auf Gott gebaut

und Aschermittwoch (= 01. März 2017)
– Matthäus 6,1-6.16-18: Vom Beten u. Fasten u. Almosen geben
siehe:  Mt 6,1-18
siehe auch: „
Beten + Fasten + Almosen geben

Die liturgischen Texte des 5. Sonntages im Jahreskreis A

(5. Februar 2017)

Eröffnungsvers (Psalm 95,6-7)
„Kommt, lasst uns niederfallen,
uns verneigen vor dem HERRN, unserem Schöpfer!
Denn er ist unser Gott.“

1. Lesung: Jesaja 58,7-10
Wenn du den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf

Antwortpsalm (Ps 112,4-5.6-7.8-9)

2. Lesung: 1 Korinther 2,1-5
Ich habe euch das Zeugnis Gottes verkündigt: Jesus Christus, den Gekreuzigten

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 8,12)
Halleluja. Halleluja.
So spricht der HERR:
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.
Halleluja

Evangelium: Mt 5,13-16
Euer Licht soll vor den Menschen leuchten

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 5. Sonntag im Jahreskreis A

 

Salz der Erde – Licht der Welt

Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn das Salz töricht gemacht wird,
mit was wird dann gesalzen werden?
Zu nichts mehr ist es stark genug;
außer dass es weggeworfen
und von den Leuten zertreten wird.

Ihr seid das Licht der Welt.
Nicht vermag eine Stadt, die auf einem Berg liegt, verborgen zu bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Hohlmaß (Scheffel) darüber,
sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.

So soll euer Licht vor den Menschen leuchten,
damit sie eure guten Werke sehen
und euren Vater im Himmel verherrlichen.

(Mt 5,13-16)

Die Bedeutung des Salzes – die Aufgabe der Christen

Kostbarkeit

Das heute alltägliche Salz ist im Grunde kostbarer als Gold und Edelsteine. – Ohne Gold und Edelsteine können wir Menschen gut leben; nicht jedoch ohne Salz. – Ohne einen gewissen Salzgehalt im Körper stirbt der Mensch.

Das Nötigste im Leben des Menschen sind: Wasser, Feuer, Eisen und Salz,
kräftiger Weizen, Milch und Honig, Blut der Trauben, Öl und Kleidung.
Sir 39:26

Daher war das Salz in der Antike auch sehr kostbar. –
Wichtige Handelsstraßen heißen „Salzstraßen“, „Hellweg“.

So kostbar und lebensnotwendig sind überzeugte Christen für unsere Welt, welche die Verbundenheit der Menschen mit Gott immer wieder aufzeigen..

Jedes Speiseopfer sollst du salzen,
und deinem Speiseopfer sollst du das Salz des Bundes deines Gottes nicht fehlen lassen;
jede deiner Opfergaben sollst du mit Salz darbringen.
Lev 2:13

Schmelzkraft

Im Winter streut man Salz auf vereiste Gehwege und Straßen, damit das Eis schmilzt und man nicht mehr ausrutschen kann – Es gibt auch viel tödliche Kälte und Rutschgefahr in unserer Gesellschaft, ja auch in unseren Familien und in unseren Gemeinschaften.

Da können und sollen wir Christen „Salz der Erde“ sein: auflösend, befreiend und vergebend, damit Menschen nicht ins Rutschen geraten.

Wo Salz ist, da wird Erstarrtes wieder beweglich.

Konservierungs- und Reinigungskraft

Salz schützt vor Fäulnis: Die einzige Möglichkeit, Fische und Fleisch haltbar zu machen, war früher sie in Salz zu legen, um sie vor Fäulnis und Verderb zu retten. – Auch zum Reinigen brauchte man Salz.

Durch Beigabe von Salz wird krankmachendes Wasser gesund.
2 Kön 2,20ff

Es gibt heute auch viele faule Stellen in Staat und Kirche, in Gemeinde und Familien. Mit dem Salz des Evangeliums können wir das Leben der Menschen vor Verfall bewahren.

„Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“
(Mk 9,50)

Salz trägt und heilt

Beim Baden im Toten Meer, das einen Salzgehalt von über 30 % hat, konnte ich einmal die schöne Erfahrung machen, dass ich von diesem Wasser ohne eigene Schwimmbewegungen getragen. – Und salzhaltiges Wasser reizt die Haut und trägt so zur Heilung bei – daher werden Kuren in Solebädern verschrieben.

So können auch wir Christen, wenn wir genügend Salz haben, auch andere mittragen und zur Heilung beitragen, die sonst unterzugehen drohten, in den Meeresfluten unserer Zeit.

Würzkraft

Am bekanntesten ist wohl, dass das Salz der Speise den richtigen Geschmack gibt.

Was wäre eine Suppe oder Pommes frites ohne Salz – fad und geschmacklos. – Doch auch eine versalzene Suppe schmeckt scheußlich.

Es kommt also auf die richtige Dosierung an.

Ein Wort zur Unzeit ist ein Braten ohne Salz,
im Mund des Ungebildeten findet es sich dauernd.
Sir 20:19

Auch mit dem Salz der Liebe im menschlichen Zusammenleben ist es genauso. Ohne Liebe stirbt das menschliche Leben, bei zuviel liebevoller Umarmung jedoch erstickt es.

Wenn man das Salz bei einer Speise herausschmeckt, ist zuviel gesalzen worden, denn das Salz ist ein verborgenes Gewürz – es bringt den Eigengeschmack der Speisen zur Geltung.

So können und sollen auch wir Christen den je eigenen Geschmack der Menschen am Leben durch das Salz unserer Liebe zur Geltung bringen und sollen ihnen durch unseren Beitrag nicht das Leben versalzen.

Ein schöner Brauch ist es, bei einem Einzug in ein neues Haus den neuen Nachbarn Brot und Salz zu schenken als Zeichen der Gastfreundschaft.

Christen als das Salz der Erde

„Ihr seid das Salz der Erde!“ – Diese Zusage Jesu gilt für alle Christen. Doch diese Zusage Jesu ist zugleich eine Lebensaufgabe.

Daher wurde früher bei der Taufe dem Täufling ein wenig Salz auf die Zunge gestreut, und der Priester sagte dazu: „Empfange das Salz der Weisheit …“

Das heißt: Gib dem ganzen Leben Würze durch die Weisheit, die von Gott kommt!

„Eure Worte seien immer freundlich, doch mit Salz gewürzt;
denn ihr müsst jedem in der rechten Weise antworten können.
Kol 4,6

Wenn wir Christen also das Salz der Erde sind (!),
dann gehört es zu unserer Aufgabe, uns in das Geschehen dieser Welt einzumischen.

Denn
– ohne Salz gibt es kein Leben;
– ohne Salz vereist der Boden, auf dem wir stehen und wir rutschen aus;
– ohne Salz trägt das Wasser schlechter und ihm fehlt die Heilkraft;
– ohne Salz können Grundwerte und Grundhaltungen in unserer Gesellschaft schlecht bewahrt werden;
– und ohne eine Prise Salz fehlt dem Leben der richtige Geschmack.

Was wäre unsere Zeit ohne Christen, welche die Kraft des Salzes in sich bewahren? Sie wäre so fad wie eine Suppe ohne Salz.


 

Der Buchstabe des Gesetzes tötet –
der Geist ist es, der lebendig macht
.
– Kernpunkte der “Berglehre Jesu” (Mt 5,17-48)
– Evangelium des 6. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,17-37)
+ Evangelium des 7. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,38-48)

siehe: grenzenlose Gerechtigkeit

 

Die „Super“-Thesen Jesu in seiner Berglehre
Mt 5,17-48

 

Nicht Aufhebung,      sondern Erfüllung

des Gesetzes

17 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Denkt nicht,
ich sei gekommen,
um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben,
sondern um zu erfüllen.

18 Amen, das sage ich euch:
Bis Himmel und Erde vergehen,
wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen,
bevor nicht alles geschehen ist.

19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt
und die Menschen entsprechend lehrt,
der wird im Himmelreich der Kleinste sein.

Wer sie aber hält und halten lehrt,
der wird groß sein im Himmelreich.

20 Darum sage ich euch:
Wenn eure Gerechtigkeit nicht überfließt,
mehr als die der Schriftgelehrten und Pharisäer,
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Verdeutlichung an 6 Beispielen

„Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt wurde“

Ich aber sage euch“

statt „alte“ Gesetzesmoral      überfließende Gerechtigkeit

nicht erst      sondern schon
der Mord           die innere Ablehnung
→ radikale Bejahung

21 Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt worden ist:
Du sollst nicht töten;
wer aber jemand tötet,
soll dem Gericht verfallen sein.

22 Ich, ja ich sage euch (darüber hinaus):
Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt,
soll dem Gericht verfallen sein;
und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!,
soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein;
wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!,
soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23 Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst
und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
24 so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen;
geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder,
dann komm
und opfere deine Gabe.

25 Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner,
so lange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.
Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen,
und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben,
und du wirst ins Gefängnis geworfen.

26 Amen, das sage ich dir:
Du kommst von dort nicht heraus,
bis du den letzten Cent bezahlt hast.

nicht erst      sondern schon
der Ehebruch      der lüsterne Blick
→ radikale Zuwendung

27 Ihr habt gehört,
dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.

28 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht,
hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt,
dann reiß es aus und wirf es weg!
Denn es ist besser für dich,
dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt,
dann hau sie ab und wirf sie weg!
Denn es ist besser für dich,
dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

nicht erst                          sondern schon
die ungesetzliche Scheidung      jede Scheidung
→ radikale Verantwortung

31 Ferner ist gesagt worden:
Wer seine Frau aus der Ehe entlässt,
muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.

32 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Wer seine Frau entlässt,
obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt,
liefert sie dem Ehebruch aus;
und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist,
begeht Ehebruch.

nicht erst      sondern schon
der Meineid      das „Jein“/der Schwur
→ radikale Wahrhaftigkeit

33 Ihr habt gehört.
dass zu den Alten gesagt worden ist:
Du sollst keinen Meineid schwören,
und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.

34 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Schwört überhaupt nicht,
weder beim Himmel,
denn er ist Gottes Thron,
35 noch bei der Erde,
denn sie ist der Schemel für seine Füße,
noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.

36 Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören;
denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.

37 Euer Ja sei ein Ja,
euer Nein ein Nein;
alles andere stammt vom Bösen.

nicht erst                     sondern schon
die willkürliche Vergeltung      die „Retourkutsche“/ der Schlagabtausch
→ radikale Versöhnungsbereitschaft

38 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist:
ein Auge anstelle eines Auges
und ein Zahn anstelle eines Zahnes.

39 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
dem, der euch etwas Böses antut, stellt euch nicht entgegen,
sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt,
dann halt ihm auch die andere hin.

40 Und wenn dich einer vor Gericht bringen will,
um dir das Hemd wegzunehmen,
dann schenke ihm auch den Mantel.

41 Und wenn dich einer zwingen will,
eine Meile mit ihm zu gehen,
dann geh zwei mit ihm.

42 Wer dich bittet, dem gib,
und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

nicht erst                sondern schon
der Hass der Freunde      der Feindeshass
→ grenzenlose Liebe

43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist:
Du sollst deinen Nächsten lieben
und deinen Feind hassen.

44 Ich – ja ich sage euch (darüber hinaus):
Liebt eure Feinde
und betet für die, die euch verfolgen,
45 damit ihr Söhne und Töchter eures Vaters im Himmel werdet;
denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten,
und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46 Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben,
welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?
Tun das nicht auch die Zöllner?

47 Und wenn ihr nur eure Brüder und Schwestern grüßt,
was tut ihr damit Besonderes?
Tun das nicht auch die Heiden?

48 Ihr werdet/sollt also sein
zum Ziel gelangt/vollendet/volljährig/erwachsen/ vollkommen –

wie der Vater von euch – der in den Himmeln –
zum Ziel gelangt/vollendet/vollkommen ist.

.

Der Buchstabe des Gesetzes tötet –
der Geist ist es, der lebendig macht.

Nicht erst der Mord,
sondern schon das Zürnen
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Versöhnung hat Vorrang vor liturgischem Opfer

rechtzeitiger Friedensschluss
bewahrt vor Verurteilung durch ein weltliches Gericht

Nicht erst der vollzogene Ehebruch,
sondern schon der begehrende Blick
widerspricht dem Geist des Weisungen Gottes

Nicht erst eine ungesetzliche Scheidung,
sondern jede Scheidung
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Nicht erst ein Meineid und ein Eidesbruch,
sondern schon jeder Schwur
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Jedes eurer Worte sei wahrhaftig

Nicht erst eine willkürliche Vergeltung,
sondern schon jeder Gedanke an Vergeltung
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

vielmehr soll Böses mit Gutem vergolten werden

Nicht erst ein Hass gegenüber dem Nächsten
sondern schon mangelnde Liebe gegenüber dem Feind
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Eure Liebe soll Gottes Weisungen gemäß alle umfassen,
so wie seine Liebe grenzenlos ist.

Nicht erst das Tun des Bösen,
sondern schon das Unterlassen des Guten
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

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Taufe des Herrn – (1. A)

 Fest der Taufe des Herrn

Am Sonntag nach dem Hochfest „Erscheinung des Herrn“ („Heilige Drei Könige“) feiert die Kirche das Fest der Taufe Jesu durch Johannes im Jordan.  – Mit der Taufe im Jordan tritt Jesus nach ca. 30 Jahren des verborgenen Lebens in Nazaret in die Öffentlichkeit.

Mit diesem Fest endet die Weihnachtszeit. Dieser Sonntag ist zugleich der 1. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis. (Im Jahr 2017 ist dies der Jahreskreis A – in dem vor allem Abschnitte aus dem Matthäusevangelium in den Sonntagsgottesdiensten verkündet werden).

Die liturgischen Texte des Festes TAUFE DES HERRN (8. Januar 2017)

Eröffnungsvers (vgl. Mt 3,16-17)
„Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel,
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und die Stimme des Vaters aus den Himmel sprach:
Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.“

1. Lesung: Jes 42,5a.1-4.6-7
Seht, dies ist mein Knecht, an ihm finde ich Gefallen
–> Jes 42,1-9 = 1. Gottesknechtslied

Antwortpsalm (Ps 29,1-2.3ac-4.3bn u. 9b-10)

2. Lesung: Apg 10,34-38
Gott hat Jesus gesalbt mit dem Heiligen Geist

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Mk 9,7)
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel tat sich auf, und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
Halleluja

Evangelium: Mt  3,13-17
Als Jesus getauft war, sah er den Geist wie eine Taube auf sich herabkommen
–> Mt 3,13-17: Taufe Jesu und Gottes Zusage

Johannes tauft Jesus im Jordan
(= Fest Taufe des Herrn = 8. Januar 2017)
+
Er sagt: Seht, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
(= 2. Sonntag im Jahreskreis A = 15. Januar 2017)
Gedanken zum Evangelium Johannes 1,29-34: siehe „Zeugnistag

Zwei Begegnungen zwischen Jesus mit Johannes in einem Bild:

Johannes tauft Jesus im Jordan  +  Seht, das Lamm Gottes,  das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Bild von G.M. Ehlert 2002

zum Fest Taufe des Herrn (c) G. M. Ehlert, Januar 2002

1.
Johannes, der Täufer wirkt in der Wüste Juda am Unterlauf des Jordan
und verkündet Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
So kommt auch Jesus zu Beginn seines öffentlichen Wirkens zu ihm
und lässt sich von ihm im Jordan taufen.

Davon berichten Matthäus, Markus und Lukas in ihren Evangelien.

z.B. Mt 3,13-17: (Evangelium am Fest der Taufe des Herrn – Lesejahr A)

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa
an den Jordan zu Johannes,
um sich von ihm taufen zu lassen.

Johannes aber wollte es nicht zu lassen
und sagte zu ihm:

„Ich müsste von dir getauft werden,
und du kommst zu mir?“

Jesus antwortete ihm:

„Lass es nur zu!
Denn so können wir die Gerechtigkeit,
(die Gott fordert), ganz erfüllen.“

Da gab Johannes nach.

Als Jesus getauft war,
stieg er sogleich aus dem Wasser herauf.
Und siehe,
da öffnete sich der Himmel
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube
auf sich herabkommen.

Und siehe,
eine Stimme aus dem Himmel sprach:

„Dieser ist mein geliebter Sohn,
an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“

2.
Ein weiteres Mal begegnet Jesus Johannes wieder
als Johannes sich in Betanien, jenseits des Jordans
(in der Nähe vom See von Galiläa) aufhält.
Von dieser weiteren Begegnung berichtet der Evangelist Johannes in seinem Evangelium. Joh 1,29-34 (= Evangelium am 2. Sonntag im Jahreskreis A)

Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zukommen und sagt:

„Seht, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Dieser ist es, von dem ich gesagt habe:
Nach mir kommt einer, der mir voraus ist,
weil er vor mir war.
Auch ich kannte ihn nicht.
Aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser,
um Israel mit ihm bekanntzumachen.“

Und Johannes bezeugte:

Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam
wie eine Taube
und auf ihm blieb.

Auch ich kannte ihn nicht;
aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen,
er hat mir gesagt:
Auf wen du den Geist herabkommen siehst
und auf wem er bleibt,
der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.

Das habe ich gesehen,
und ich bezeuge:

Er ist der Sohn/der Erwählte Gottes.

3.
Am folgenden Tag stand Johannes wieder
da
und zwei von seinen Jüngern.

Indem er auf Jesus blickte,
der vorüberging,
sagte er:
„Seht, das Lamm Gottes.“

Und die beiden Jünger hörten ihn so reden
und folgten Jesus.

(Joh 1,35-37)

siehe auch:
Taufe des Herrn (2013)- „Mit Jesus über den Jordan gehen“
siehe zu Johannes, dem Täufer auch:

In God we trust

Bild und Gedanken zum Sonntagsevangelium (Mt 6,24-34) vom 8. Sonntag im Jahreskreis A (= 27. Februar 2011)

„In God we trust“ –
so steht es auf den US-Dollarscheinen.
Ist Yen (¥), Euro (€) oder Dollar ($)
oder aber   יהוה = JHWH = „der HERR“
mein Gott, dem ich vertraue?

„Ihr könnt nicht beiden dienen,
Gott und dem Mammon.“

Wovon lebe ich?
                Was nährt mich wirklich?
                Was ist gut für meinen Leib?

„Sorgt euch nicht um euer Leben
und darum, dass ihr etwas zu essen habt…
Seht euch die Vögel des Himmels an:
Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen;
euer himmlischer Vater ernährt sie.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“

Womit bekomme ich Ansehen?
                Was kleidet mich wirklich?
                Was ist schön für meine Seele?

„Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung?
Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch:
Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet,
das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird,
wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!“

Wofür will ich leben?
                Was erfüllt mich wirklich?
                Was ist wahrhaft Licht für meinen Geist?

„Euch muss es zuerst um Gottes Reich
und um seine Gerechtigkeit gehen;
dann wird euch alles andere dazugegeben.“

(vgl. Mt 6,24-34)

IN GOD WE TRUST – ¥ € $

aber

welchem Gott
vertraue ich
mich an

?

„In God we trust – ¥ € $“ – © G. M. Ehlert, 21.02.2011

* * * * *

„Sorgt euch also nicht um morgen;
denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
Jeder Tag hat genug eigene Mühsal.“
(Mt 6,34)

Zur Haltung der Sorglosigkeit, was den morgigen Tag betrifft, siehe auch das afghanische jüdische Märchen

„Morgen ist morgen – Gott sei gepriesen Tag um Tag“

In der Hauptstadt seines Landes lebte einmal ein guter und gerechter König. Oft verkleidete er sich und ging unerkannt durch die Straßen um zu erfahren, wie es mit seinem Volk stand. Eines Abends geht er vor die Tore der Stadt. Er sieht aus einer Hütte einen Lichtschein fallen und erkennt durch das Fenster: ein Mann, offenbar ein Jude, sitzt an seinem zur Mahlzeit bereitetem Tisch und ist gerade dabei, den Lobpreis zu Gott über das Mahl zu singen. Als er geendet hat, klopft der König an die Tür: ‚Darf ein Gast eintreten?‘ ‚Gerne‘, sagt der Mann, ‚halte mit, mein Mahl reicht für uns beide.‘ Während des Mahles sprechen die beiden über dieses und jenes. Der König – unerkannt – fragt: ‚Wovon lebst du? Was ist dein Gewerbe?‘ ‚Ich bin Flickschuster‘, antwortet der Mann. ‚Jeden morgen gehe ich mit meinem Handwerkskasten durch die Stadt, und die Leute bringen mir ihre Schuhe zum Flicken auf die Straße.‘ Der König: ‚Und was wird morgen sein, wenn du keine Arbeit bekommst?‘ ‚Morgen?‘, sagt der Flickschuster, ‚morgen? Gott sei gepriesen Tag für Tag!‘

Als der Flickschuster am anderen Tag in die Stadt geht, sieht er überall angeschlagen: Befehl des Königs: In dieser Woche ist auf den Straßen meiner Stadt jede Flickschusterei verboten! Sonderbar, denkt der Schuster. Was doch die Könige für seltsame Einfälle haben. Nun, dann werde ich heute Wasser tragen; Wasser brauchen die Leute jeden Tag. Am Abend hat er so viel verdient, dass es für beide zur Mahlzeit reicht. Der König, wieder zu Gast, sagt: ‚Ich hatte schon Sorge um dich, als ich die Anschläge des Königs las. Wie hast du dennoch dein Geld verdienen können?‘ Der Schuster gibt Bescheid. Der König: ‚Und was wird morgen sein, wenn du keine Arbeit findest?‘ ‚Morgen? Gott sei gepriesen Tag um Tag.‘

Als der Schuster am anderen Tag in die Stadt geht, um wieder Wasser zu tragen, kommen ihm Herolde entgegen, die rufen: ‚Befehl des Königs: Wassertragen dürfen nur solche, die eine Erlaubnis des Königs haben!‘ Sonderbar, denkt der Schuster, was die Könige für seltsame Einfälle haben. Nun, dann werde ich Holz zerkleinern und in die Häuser bringen. Er holt seine Axt und am Abend hat er so viel verdient, dass das Mahl für beide wieder bereitet ist. Und wieder fragt der König: ‚Und was wird morgen sein, wenn du keine Arbeit findest?‘ ‚Morgen? Gott sei gepriesen Tag um Tag!‘

Am anderen Morgen kommt dem Flickschuster in der Stadt ein Trupp Soldaten entgegen. Der Hauptmann sagt: ‚Du hast eine Axt, du musst heute im Palasthof des Königs Wache stehen. Hier hast du ein Schwert.‘ Nun muss der Flickschuster den ganzen Tag Wache stehen und verdient keinen Pfennig. Abends geht er zu seinem Krämer und sagt: ‚Heute habe ich nichts verdienen können. Aber ich habe heute Abend einen Gast. Ich gebe dir das Schwert als Pfand – gib mir, was ich zum Mahl brauche.‘ Als er nach Hause kommt, geht er zuerst in seine Werkstatt und fertigt ein Holzschwert, das genau in die Schwerthülle passt. Der König wundert sich, dass auch an diesem Abend wieder das Mahl bereitet ist. Der Schuster erzählt alles und zeigt den König verschmitzt das Holzschwert. ‚Und was wird morgen sein, wenn der Hauptmann die Schwerter inspiziert?‘ ‚Morgen? Gott sei gepriesen Tag und Tag!‘

Als der Schuster am anderen Morgen den Palasthof betritt, kommt ihm der Hauptmann entgegen, an der Hand einen gefesselten Gefangenen: ‚Das ist ein Mörder. Den musst du hinrichten!‘ ‚Das kann ich nicht‘, ruft der Jude voll Schrecken aus. ‚Ich kann keinen Menschen töten.‘ ‚Doch, du musst es, es ist Befehl des Königs.‘ Inzwischen hat sich der Palasthof mit vielen Neugierigen gefüllt, die die Hinrichtung eines Mörders sehen wollen. Der Schuster schaut in die Augen des Gefangenen. Ist das ein Mörder? Dann wirft er sich auf die Knie und mit lauter Stimme, so dass alle ihn beten hören, ruft er: ‚Gott, Du König des Himmels und der Erde: wenn dieser Mensch ein Mörder ist und ich ihn hinrichten soll, dann lass mein Schwert aus Stahl in der Sonne blitzen! Wenn dieser Mensch aber kein Mörder ist, dann mache, dass mein Schwert aus Holz ist.‘ Alle Menschen schauen atemlos zu ihm hin. Er zieht das Schwert, hält es hoch – und siehe: Es ist aus Holz. Ein gewaltiger Jubel bricht aus. In diesem Augenblick kommt der König von der Freitreppe seines Palastes, geht geradewegs auf den Flickschuster zu, gibt sich zu erkennen, umarmt ihn und sagt: ‚Von heute an sollst du mein Ratgeber sein.

(veröffentlicht bei: Johannes Bours, Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt, S. 60 – 63, Herderverlag Freiburg)

grenzenlose Gerechtigkeit

Der Buchstabe des Gesetzes tötet
                      der Geist ist es, der lebendig macht
.
– Kernpunkte der „Berglehre Jesu“ (Mt 5,17-48)
– Evangelium des 6. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,17-37)
+ Evangelium des 7. Sonntages im Jahreskreis A (Mt 5,38-48)

Das Gesetz im Geist Jesu erfüllen, (c) G. M. Ehlert

Nicht erst der Mord,
sondern schon das Zürnen
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
Versöhnung hat Vorrang vor liturgischem Opfer
rechtzeitiger Friedensschluss bewahrt vor Verurteilung durch ein weltliches Gericht

Nicht erst der vollzogene Ehebruch,
sondern schon der begehrende Blick
widerspricht dem Geist des Weisungen Gottes

Nicht erst eine ungesetzliche Scheidung,
sondern jede Scheidung
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Nicht erst ein Meineid und ein Eidesbruch,
sondern schon jeder Schwur
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
Jedes eurer Worte sei wahrhaftig

Nicht erst eine willkürliche Vergeltung,
sondern schon jeder Gedanke an Vergeltung
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
vielmehr soll Böses mit Gutem vergolten werden

Nicht erst ein Hass gegenüber dem Nächsten
sondern schon mangelnde Liebe gegenüber dem Feind
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes

Nicht erst das Tun des Bösen,
sondern schon das Unterlassen des Guten
widerspricht dem Geist der Weisungen Gottes
 

Eure Liebe soll Gottes Weisungen gemäß alle umfassen,
so wie seine Liebe grenzenlos ist.

siehe auch: nicht aufheben sondern erfüllen

„Gesetz und Propheten“ bilden einen Rahmen,
der im Geiste Jesu mit Werken der Liebe erfüllt werden soll.“
die „größere Gerechtigkeit“ ist die von Liebe zu allen überfließende Gerechtigkeit.
„Ama, et fac, quod vis“ (Augustinus) = „Liebe, und dann tu, was du willst!“

Überfließende Gerechtigkeit (Mt 5,17-48) – (c) Georg Michael Ehlert, 13.02.2011

 Das Herzstück
der Berglehre Jesu:
Die „Um-schreibung“
der Lebensweisungen Gottes
von den Steintafeln des Sinai
in die Herzen der Menschen
hinein

„Ein neues Gebot“ – (c) G. M. Ehlert, Febr. 2011

ICH BIN
         nicht gekommen, Gesetz und Propheten aufzulösen
         sondern zu erfüllen 

Gottes Berge
         Horeb auf dem Sinai
         Berg der Seligpreisungen in Galiläa 

Gottes Weisungen
         Das Zehnwort auf Tafeln aus Stein
         Die Berglehre Jesu in Herzen aus Fleisch 

Gottes Auftrag
         seine Gebote treu zu bewahren
         wer den Nächsten liebt, hat das Gesetz erfüllt.

(G. M. Ehlert)