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Jahreslosung 2021

Jahreslosung 2021:

Jesus Christus spricht:
„Seid barmherzig,
wie auch euer Vater barmherzig ist!“

(Lk 6,36)

Aus der evangelischen Tradition stammt der Brauch, das Jahr (oder den Tag) unter ein besonderes biblisches Wort zu stellen.
Die Jahreslosung, die schon vor einigen Jahren für das Jahr 2021 ausgelost wurde, stammt aus der Feldrede Jesu im Lukasevangelium.

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  • Kontext: Lukasevangelium 6,27-38

Liebe zu den Feinden und Verzicht auf Verurteilung (Lk 6,27-38)

6,27 Euch aber, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen!
28 Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen!
29 Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd!
30 Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand das Deine wegnimmt, verlang es nicht zurück!
31 Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut auch ihr ihnen!
32 Wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Denn auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
33 Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.
34 Und wenn ihr denen Geld leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzubekommen.

35 Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurückerhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

37 Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden!

38 Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

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Jesus Christus spricht:
„Seid barmherzig,
wie auch euer Vater barmherzig ist!“
(Lk 6,36)

Barmherziger Vater

Barmherziger Vater – Grafik von G. M. Ehlert

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  • Gedanken zur Jahreslosung 2021

„Wir werden in ein paar Monaten wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“. Diesen Satz sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im April 2020 im Bundestag im Blick auf die beschlossenen Maßnahmen angesichts der Herausforderungen der Corona-Pandemie in diesem Jahr.

Im Blick auf das zurückliegende Jahr 2020 wurden mit der Corona-Krise viele unserer vermeintlichen Selbstverständlichkeiten durchkreuzt. Aber auch im Blick auf unsere Welt hat sich in diesem Jahr auch die Klima- u. Ernährungs- u. Wirtschafts- u. Migrationskrise verschärft.
Viele unserer Planungen – mussten immer wieder korrigiert werden. Es wurde deutlich, wie verletzlich menschliches Leben ist, auch wie anfällig für „Viren“ der Angst, der Verschwörungsmythen…
„Wir fahren auf Sicht.“ –
Improvisieren – sich ständig auf neue Herausforderungen einstellen – war oft angesagt.

Dabei kamen besonders menschliche und allzu menschliche Verhaltensweisen zum Vorschein:
solidarische Nächstenliebe, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Blick auf Schwächere…
aber auch Egoismus und Verantwortungslosigkeit…

In diese Situation hineingesagt wird uns ein biblisches Wort, das schon vor einigen Jahren für das Jahr 2021 ausgelost wurde:

Die Jahreslosung 2021 lautet:

Jesus Christus spricht:
„Seid barmherzig
wie euer Vater barmherzig ist.“

(Lk 6,36)

Der biblische Kontext, in dem dieses Wort Jesu steht, ist die sog. Feldrede im Lukasevangelium, wo Jesus von seiner Vorstellung vom Reich Gottes spricht. Er spricht auch davon, dass wir einander nicht Fehlverhalten vorhalten, sondern verzeihen sollen. „Seid barmherzig wie euer Vater barmherzig ist.“

Zunächst höre ich die Zusage:
Gott, der himmlische Vater ist mit einem jeden von uns barmherzig.
Dafür ist Jesus, der ewige Sohn Gottes, Mensch geworden, um uns die „Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes“ erfahrbar zu machen. Dafür zahlte er einen hohen Preis: er war bereit, diesen Weg der Liebe und Barmherzigkeit bis zum Ende zu gehen – ja bis zum Tod am Kreuz. (vgl. Phil 2,6-11)

Dann höre ich das Zutrauen und die Aufforderung Jesu
ihm auf dem Weg der Liebe und Barmherzigkeit nachzufolgen.
Barmherzig mit anderen sein ist mehr als Mitleid zu haben. Die leibliche, seelische und geistige Not eines anderen kann mich traurig machen und zu einer resignativen Grundstimmung führen.
Im Blick auf die Barmherzigkeit Gottes kann mich Leid und Schuld eines anderen jedoch auch herausfordern, ihm über das Maß der Gerechtigkeit hinaus Verständnis, Verzeihung und Hilfe entgegenzubringen. „Wir werden… wahrscheinlich viel einander verzeihen müssen.“.

Ob wir es wohl im Blick auf das Jahr 2021 wagen, uns von dieser Barmherzigkeit Gottes ergreifen zu lassen?

(G. M. Ehlert, zur Jahreslosung 2021)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 31. Dez. 2020

21. Sonntag A

21. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 23. August 2020

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