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Ach – Jerusalem

Die Tränen Christi – im Blick auf die Stadt Jerusalem

Beim feierlichen Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem klagt er im Blick auf diese Stadt Jerusalem (= „Gründung des Friedens“):

„41 Und als er sich näherte – sehend die Stadt –
klagte er auf sie zu/ (weinte er über sie)
42 sagend (folgendes):
„(ach) wenn du (doch) erkannt (hättest) an diesem Tag – ja auch du
das zum Frieden (führende)
nun aber wurde es verborgen vor deinen Augen,
43 dass sie kommen werden – die Tage – über dich;
und sie werden aufwerfen/ errichten – die Feinde dein –
einen (Belagerungs-)wall (vor) dir
und sie werden ringsum einschließen dich
und sie werden zusammenhalten dich von allen Seiten her
44 und sie werden zu Boden schmettern/ dem Boden gleichmachen dich
– (ja) dich und deine Kinder in dir
und nicht (wegsenden)/ lassen Stein auf Stein in dir,
dafür, dass du nicht erkannt hast die (rechte) Zeit deiner Heimsuchung.“
(Lk 19,41-44)

Jesus kommt als der gute „Hirt und Bischof eurer Seelen“ (1 Petr 2,25)
– Hirt = Pastor;
– und als „Bischof der Seelen“ (episkopos = Aufseher = Supervisor = der die Übersicht hat)

Jesus kommt zur Visite/ Visitation* = zur „Heimsuchung“ – er kommt in „sein Haus“…

*Ziel einer (Arzt-)Visite ist es,
dass sich der Arzt kümmert und Vertrauen weckt.
Bei der Visitation ist das ähnlich,
weil der Bischof kommt, sich kümmert und schaut, wie es der Gemeinde geht,
um zu bestärken, wo Dinge gut gehen
und zu schauen, woran wir kranken
und wo unsere Selbstheilungskräfte mobilisiert werden können.

Jesus „kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1,11)

daher klagt er voller Trauer:
„Ach, wenn du doch erkannt hättest
an diesem Tag deiner Heimsuchung,
was dir Frieden/ Heilung/ Heil bringt…“
(Lk 19,42)

Noch einmal stimmt Jesus die Totenklage über Jerusalem an auf seinem Kreuzweg:
Es folgte ihm eine große Menge des Volkes,
darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte:
„Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder!
Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen:
Selig die Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen: „Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu!“ (Hos 10,8)
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?“
(Lk 23,27-31)

Das biblische Buch der Klagelieder

Auch die Klagelieder des Jeremias sind ein Buch voller Tränen – im Blick auf die zerstörte Stadt Jerusalem (siehe –> Klagelieder-Einführung )

1. Klage im Blick auf das zerstörte Jerusalem – „Jerusalem ist ohne Trost“ (Klgl 1,1-22)

2. Klage im Blick auf die Zerstörungen – „Gottes Gericht ist erbarmungslos“ (Klgl 2,1-22 )

3. Eine persönliche Klage – „Hoffnung trotz gebrochener Lebenskraft“ (Klgl 3,1-66)

4. Klage im Blick auf die Folgen des Zornes Gottes – „Hoffnung auf Gerechtigkeit“ (Klgl 4,1-22)

5. Klage um Zuwendung und Wiederherstellung Israels – „die notwendige Umkehr“( Klgl 5,1-22)

Im jährlichen Gedenken am  „9. Av“ wird auch in der jüdischen Tradition an die Zerstörungen des Jerusalemer Tempels
– im Jahr 586 v. Chr.
– im Jahr 70 n. Chr.
– und die Niederschlagung des Bar Kochba Aufstandes 135 n. Chr.
erinnert. = ein jährlicher „Tag der Tränen“.

Mit Jesus sollten auch wir weinen über die Zerstörung von Städten und Lebensräumen in unseren Tagen: Aleppo, Mossul…

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Hosianna – Palmsonntag A


zu Palmsonntag (Lesejahr A)

(= 09. April 2017)

Statio: FEIER DES EINZUGS CHRISTI IN JERUSALEM

Eröffnungsvers (Mt 21,9)
Hosanna* dem Sohne Davids!
Gepriesen, der kommt im Namen des HERRN,
der König von Israel.
Hosanna* in der Höhe!

* –> zur Bedeutung des Rufes: „Hos(i)anna!“

Segnung der Palmzweige:
Allmächtiger, ewiger Gott,
segne + diese (grünen) Zweige,
die Zeichen des Lebens und des Sieges,
mit denen wir Christus, unserem König, huldigen.
Mit Lobgesängen begleiten wir ihn in seine heilige Stadt;
gib, dass wir durch ihn zum himmlischen Jerusalem gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Mt 21,1-11
Gesegnet sei ER, der kommt im Namen es Herrn!
–> siehe: Mt 21,1-11 – Der kommende Friedenskönig – Einzug Jesu in Jerusalem

Palmsonntag1a

Einzug Jesu in Jerusalem – (c) G. M. Ehlert

Wenn der Palmesel sprechen könnte…
dann könnte er uns erzählen,
wie er zu einem ‚Christophorus‘ geworden ist

„Wer sagt denn, dass ich nicht sprechen kann??? –
Schon einer meiner Vorgänger konnte sprechen – so steht es in der Bibel geschrieben.
Ich meine Bileams Esel, der den warnenden Engel sah und vor ihm auf die Knie ging,
obwohl ihn der Seher Bileam dreimal schlug, weil er den Engel Gottes nicht sah… (vgl. Num 22,21ff)

Ja, mein Schicksal ist es, dass ich vom Menschen oft geschlagen werde wie ein Sklave…

„Futter, Stock und Last für den Esel,
Brot, Schläge und Arbeit für den Sklaven.“ –
sagt der Weisheitslehrer Jesus Sirach (Sir 33,25).

Doch Gott hat Erbarmen auch mit uns geplagten Eseln.
Er spricht zum Menschen von dessen Liebespflicht,
sogar dem Esel seines Gegners Gutes zu tun:

„Wenn du siehst, wie der Esel deines Gegners unter der Last zusammenbricht,
dann lass ihn nicht im Stich, sondern leiste ihm Hilfe.“ (Ex 23,5)

Gottes Wille ist es auch, dass das Gebot der Sabbatruhe auch für uns Esel gilt. (Ex 23,12)

Doch ich will ja von etwas ganz anderem erzählen:
Ich durfte nicht nur Abraham und andere menschliche Größen tragen,
sondern sogar den „König der Könige“ –
Auf dem Weg von Nazaret nach Betlehem, als Maria ihn unter ihrem Herzen trug.
Auch bei seiner Geburt durfte ich – zusammen mit dem Ochsen – dabei sein,
denn anders als viele dummen und störrischen Menschen hat der Prophet Jesaja richtig erkannt:

„Der Ochse kennt seinen Besitzer
und der Esel die Krippe seines Herrn.“ (Jes 1,3)

Und wie hätte die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten und später zurück nach Nazaret gelingen können – ohne meinen demütigen Dienst.

Den „König des Friedens“ habe ich tragen dürfen bei seiner feierlichen Prozession zum Heiligtum in Jerusalem – kurz vor dem Pas-chafest, das in besonderer Weise in die Geschichte der Menschheit einging.
Mit Kleidern geschmückt, zog Jesus auf meinem Rücken thronend in Jerusalem ein,
genau so, wie es der Prophet Sacharja Jahrhunderte zuvor geweissagt hat:

„Juble laut, Tochter Zion!
Jauchze, Tochter Jerusalem!
Siehe, dein König kommt zu dir.
Er ist gerecht und hilft;
er ist demütig
und reitet auf einem Esel,
auf einem Fohlen,
dem Jungen einer Eselin.“ (Sach 9,9)

So bin ich demütiger Esel zu einem „Christo-phorus“ d.h. zu einem Christus-Träger geworden.“

Messfeier:

(Eröffnungsvers:
Sechs Tage vor dem Osterfest kam der HERR in die Stadt Jerusalem.
Da liefen ihm Kinder entgegen mit Palmzweigen in den Händen
und riefen:
Hosanna in der Höhe!
Sei gepriesen, der du kommst als Heiland der Welt.

(Ps 24,9-10)
Ihr Tore, hebt euch nach oben,
hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.

Wer ist der König der Herrlichkeit?
Der HERR, der Heerscharen,
er ist der König der Herrlichkeit.

Hosanna in der Höhe!
Sei gepriesen, der du kommst als Heiland der Welt.)

Jes 50,4-7
Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen, doch ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate. –> siehe: Drittes Lied vom Gottesknecht

Ps 22 (21),8-9.17-20.23-24
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
–> siehe zu Psalm 22: Geschehen auf Golgatha

Phil 2,6-11
Christus Jesus erniedrigte sich; darum hat ihn Gott über alle erhöht.
–> siehe zu Phil 2,5-11 Hymnus von Entäußerung u. Erhöhung des Sohnes Gottes

Mt 26,14 – 27,66
Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus
–> siehe zur Passion Christi: 3. Synopse Passion


Hos(i)anna!

Hosianna bzw. Hosanna ist ein Fleh- oder Jubelruf an Gott oder König (hebr.: הוֹשִׁיעָה נָּא: Hoscha-na: „Hilf doch!“ bzw. „Du Zu-Hilfe-Kommender“) und besteht aus den beiden Wörtern „Hoschia“ u. „Na“.
Im Laufe der Zeit – schon in der jüdischen Liturgie – fand ein Bedeutungswechsel statt: vom Flehruf (hoschia) mit Verstärkung („na)“) hin zu einem Heilsruf (hoschia-Na), den Christen besonders am Palmsonntag singen.

Dieser Ruf findet sich auch im Sanctus in der katholischen, orthodoxen und evangelischen Eucharistiefeier bzw. Abendmahlsliturgie.

Heilig, heilig, heilig
ist Gott, der HERR, der Heerscharen.
Erfüllt sind Himmel und Erde
von deiner Herrlichkeit.“                             (= Zitat aus Jesaja 6,3)

Hosianna (= komm zu Hilfe, Gott) in der Höhe.
Hochgelobt sei,
der da kommt im Namen des HERRN.
Hosianna (= zu Hilfe kommt Gott) in der Höhe.“  (= Zitat aus Psalm 118,25)

Der aramäische Ausdruck ist hoscha’ na – davon die Form hosanna des griechischen Neuen Testaments und katholischer Liturgie; hebräisch hoschia’ na; – von dieser Form leitete Martin Luther sein hosianna ab –
ist mit „Jehoschua“ – Josua = „JHWH (= der HERR) ist Rettung“, der hebräischen Form des Namens „Jesus“ verwandt.

Ursprünglich stammt der Ausdruck aus Psalm 118,25. Dort wird er meist nicht stehengelassen, sondern übersetzt; deutsche Bibeln haben oft „Ach, Herr, hilf doch!“. Dieser Psalm ist im Judentum ein Höhepunkt der Pessach-Liturgie, die zur Zeit Jesu im großen Stil im Jerusalemer Tempel gefeiert wurde.
Da Jesus zum Pessachfest nach Jerusalem kam, bezog man diesen sehnlichen Gebetsruf auf ihn und erwartete durch ihn die Hilfe Gottes. Der Ausdruck erscheint in den Evangelien am Palmsonntag im Zusammenhang mit dem Einzug Jesu auf dem Esel nach Jerusalem. Die Menschen, die Jesus erwartungsvoll begleiten rufen: „Hos(i)anna dem Sohne Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!“ (so Mt 21,9; mit ähnlichen Formulierungen Mk 11,9f; Joh 12,13; außerdem Lk 19,28, hier wird aber auf den Ausdruck „Hosianna“ verzichtet).

„Du bist doch der „zu-Hilfe-kommende“ Gott! Jesus, bitte „hilf-uns-doch!“

zu Palmsonntag

–> siehe auch: Palmsonntag

–> siehe auch: Psalm 118: Der “Palmsonntagspsalm

–> siehe auch: Psalm 24: Einzug des “Königs der Herrlichkeit” in sein Eigentum

siehe auch: „DIE HEILIGE WOCHE“
und „Karwoche

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:

1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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konsequente Nachfolge

13. Sonntag im Jahreskreis C (= 26. Juni 2016)

 

Eröffnungsvers:
„Ihr Völker alle, klatscht in die Hände,
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.“ (Ps 47,2)

 

1. Lesung: 1 Kön 19,15b.19-21 „Elischa stand auf und folgte Elija“
 –> siehe: Elija beruft Elischa

 .

Antwortpsalm: Ps 16,1-2.5.7-8.9.11
–> siehe: Vom wahren Lebensglück – und wie ich es erlange

 .

2. Lesung: Gal 5,1.13-18„Ihr seid zur Freiheit berufen“

.

Evangelium: Lk 9,51-62„Er entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen. – Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“

 

Übersetzung, Bild und Gedanken zu Lk 9,51-62

 

Mit Jesus auf dem Weg…

51 Es geschah aber in dem zusammen-erfüllt-werden
der Tage des Hinaufnehmens von ihm
und er selbst (= Jesus) – das Angesicht festigte er –
hineinzugehen nach Jerusalem.

52 Und er sandte ab Boten vor seinem Angesicht her.
Und gehend kamen sie hinein in (ein) Dorf der Samariter,
um ihm (ein Nachtlager) zu bereiten.

53 Und nicht empfingen sie ihn,
da sein Angesicht hin nach Jerusalem gehend war.

54 Aber (dies) sehend
sagten die Lernenden/ = Jünger Jakobus und Johannes:

Herr, willst du, (so) sagen wir,
(dass) Feuer von dem Himmel herabfährt und sie verzehrt?
[wie auch Elija es machte]*

* Doch Elija antwortete dem Hauptmann der Fünfzig:
Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel
und verzehre dich und deine Fünfzig.
Sogleich fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und seine Leute.
(2 Kön 1,10 u. 12)

55 Aber sich umwendend verwarnte er sie.

[„Ihr wisst nicht, was für ein Geist aus euch spricht.
Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschen zu vernichten,
sondern um sie zu retten.“]

56 Und sie gingen in (ein) anderweitiges Dorf.

 

57 Und während sie des Weges wanderten,
sprach einer zu ihm:
„Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.“
58 Jesus aber sprach zu ihm:
„Die Füchse haben Höhlen
und die Vögel des Himmels Nester,
der Menschensohn aber hat nichts,
wo er den Kopf hinbetten könnte.“

59 Zu einem anderen sprach ER:
„Folge mir!“
Der aber sprach:
„Herr, erlaube mir, dass ich zuerst weggehe,
meinen Vater zu begraben.“
60 Doch ER sprach zu ihm:
„Den Toten überlass es, ihre Toten zu begraben.
Du aber geh weg –
künde das Königtum Gottes an.“

61 Noch ein anderer sprach:
„Ich will dir folgen, Herr!
Doch erst erlaube mir,
dass ich mich von denen zu Hause verabschiede.“
62 Jesus aber sprach zu ihm:
„Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und rückwärts blickt,
ist tauglich für das Königtum Gottes.“

(Lk 9,51-62)

Mit Jesus auf dem Weg (c) G. M. Ehlert, 22.06.2010

Mit Jesus auf dem Weg – (c) G. M. Ehlert, 22.06.2010

Nachfolge – mit Konsequenzen

Was nicht
Was bedeutet das stattdessen
1) Keine Bleibe 1) Be-weg-lichkeit
Bindung an Jesus,
nicht an ein Ziel
Ungesichertheit
2) Kein Aufschub,
keine „alten“ Normen und Pietät
und Pflichten
2) Entschiedenheit,
absolute Priorität
Kompromisslosigkeit
Radikalität → Loslassen
Bündelung von Kräften
und Interessen
Sendung, Endgültigkeit
Freiheit von alten
Bindungen/Gesetzen,
3) Kein Rückblick 3) Ausrichtung auf Zukunft hin
bedingungslos und absolut
ohne sich zurückzuwenden

Unterwegssein mit der Verheißung Jesu: „Wer mir nach-folgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

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Jahreslosung 2016

Aus der evangelischen Frömmigkeit gibt es einen schönen Brauch,
das Jahr unter ein besonderes Bibelwort (das Jahre vorher „ausgelost“ wurde) zu stellen.

Die Jahreslosung für das Jahr 2016
ist aus dem Buch des Propheten Jesaja und lautet:

Gott spricht:
„Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet.“
(Jes 66,13)

Jesaja 66,10-13:

10. Freut euch mit Jerusalem
und jubelt in ihr alle sie Liebende
frohlockt mit ihr (ein) Frohlocken
alle „sich-in-Trauerbräuchen-befindende“ über sie

11. auf dass ihr saugt und gesättigt sein werdet
von (den) Mutterbrüsten ihrer Tröstungen,
auf dass ihr schlürfet und labt an den Zitzen ihrer Herrlichkeit.

12 fürwahr: so hat gesprochen JHWH (= der Lebenspendende):
siehe! ich (bin) ein Ausstreckender zu ihr
wie einen Strom (den) Schalom
und wie (einen) Bach reichlich strömend Herrlichkeit (den) (Fremd-)Völkern.

Und ihr werdet gesäugt (wie ein Baby)
auf (der) Seite werdet ihr getragen (wie ein Kleinkind)
und auf beiden Knien werdet ihr liebkost werden. (wie ein Kind)

13. Wie einen << isch>> (= Mann/ jeder/ irgendeiner)
von dem gilt: seine Mutter tröstet ihn (wörtl. stimmt ihn um) ((sehr))
(genau) so ICH (ja) ich tröste euch ((sehr))

und/ = ja: in/ an/ bei Jerusalem werdet ihr getröstet werden ((sehr)).“

 

troesten-1a

„Wie eine Mutter tröstet – so tröstet Gott!
Grafik zur Jahreslosung 2016, (c) G. M. Ehlert, 31.12.2015

Wie trösten Mütter?

Eine 14-jährige ‚Spezialistin‘ sagte dazu:
„Also, trösten geht ja so:
du hörst zu,
du hörst einfach nur zu,
was die andere Person erzählt.
Du lässt sie reden
und fragst ab und zu nach,
damit sie nicht meint, sie müsste aufhören,
nur weil es dir vielleicht unangenehm ist, was du hörst.
Du ermunterst sie,
davon zu reden, was sie traurig macht,
was ihr das Leben so schwer macht.
Du bleibst bei ihr.
So machen das Mütter.
Andere auch.
Mütter nehmen die Traurigen
auch in den Arm und halten sie fest.
Und lassen dich
weinen.“

… so tröstet der barmherzige Gott!

Jesajas Hoffnungsbilder

„Jesaja – Bilder der Hoffnung im Advent“

1. Advent: Jes 2,1-5:
„Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn…
… denn vom Zion kommt die Weisung des Herrn…
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern…“

2. Advent: Jes 11,1-10:
„Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor…
Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm…
Dann wohnt der Wolf beim Lamm…“

3. Advent: Jes 35,1-6a.10:
„die Steppe soll jubeln und blühen…
Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht!
Dann werden die Augen der Blinden geöffnet…“

4. Advent: Jes 7,10-14:
„Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen,
sie wird einen Sohn gebären,
und sie wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben.“

***
Hoffnungsbilder im Advent
Jesaja – Hoffnungsbilder im Advent –
Bild: (c) G. M. Ehlert, Dez. 2013

siehe Power-Point-Präsentation: „Jesaja – Hoffnungsbilder im Advent

Tränen Christi

Die Tränen Jesu

Dreimal ist in der Bibel vom Weinen bzw. von den Tränen Jesu die Rede:

  1. Die Tränen Jesu am Grab des Freundes Lazarus: (Joh 11,33-38)
  2. Das Weinen Jesu über die Stadt Jerusalem, deren Zerstörung er vorhersieht (Lk 19,41ff)
  3. Die Tränen Jesu beim Gebet im Garten Getsemani (Hebr. 5,7)

Tränen-3a

1. Die Tränen Jesu am Grab des Freundes Lazarus: (Joh 11,33-38)

In der Komposition der Schilderung von der Auferweckung des Lazarus stellt der Evangelist Johannes das Wort von den Tränen Jesu in den Mittelpunkt.

Jesus im Gebiet östlich des Jordan: 10,40-42
Nachricht vom Tod des Lazarus: 11,1-16

Die Auferweckung des Lazarus als Zeichen: 11,17-44
Ankunft Jesu in Betanien 17-19
Gespräch Jesu mit Martha: Ich bin die Auferstehung und das Leben
Begegnung mit Maria 28-32
Jesus am Grab des Lazarus 33-34
Jesu Tränen 35
Reaktion der Juden auf die Tränen Jesu 36-38
Jesu Befehl den Stein vom Grab zu nehmen 39-41a
Jesu Gebet zum Vater 41b-42
Jesu Befehl: Lazarus kommt aus der Grabhöhle heraus 43-44

Tötungsbeschluss des Hohen Rates: 11,45-53
Erneuter Rückzug Jesu: 11,54

11,33 Als Jesus sah, wie sie weinte
(gr. = klaio = ein hörbares Weinen / Schluchzen)
und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren,
            (= wie Menschen ohne Glauben, dass er Tote erwecken kann…)
war er im Innersten erregt und erschüttert.
            (= voller Zorn über solchen Unglauben)
11,34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh!
11,35 Es tränte Jesus.
(gr. = edakrüsen = ein stilles Weinen…)
11,36 Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte!
            (= sie deuten Jesu Tränen als Trauer über den Verlust eines Freundes)
11,37 Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
11,38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt,
            (= voller Zorn über die Verstocktheit der Menschen, deren verhärtetes Herz nicht einmal das größte Wunder erweichen kann)
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.

Was sind das für Tränen, die Jesus am Grabe des Lazarus weint?

  • Sind es Tränen der Trauer, die Jesus über den Tod seines Freundes Lazarus vergießt? –

Vermutlich nein, denn Jesus hat ja fest vor, ihn im nächsten Augenblick von den Toten zu erwecken.

  • Sind es Tränen des Mitgefühls mit dem Schmerz der trauernden Schwestern Marta und Maria? –

Vermutlich ja.

  • Sind es Tränen des Ergriffenseins über den Unglauben der Menschen?

Ja, Jesus erkennt im Blick auf die (untröstlich) weinenden Frauen, welche Übermacht der Tod auf die Menschen ausübt, seitdem sie im Ungehorsam die Gewissheit der Freundschaft Gottes verloren hatten und der Macht des Todes verfallen waren. Er weint darüber, wie schwer es den Menschen – selbst seinen Freunden – fällt, daran glauben zu können, dass er den Menschen aus der Macht des Todes erlösen kann und will.

  • Sind es Tränen des Zorns über die Verstocktheit der Menschen? –

Ja, Jesus weint Tränen des Zorns im Blick auf die Menschen mit einem verstockten Herzen, die er auch nicht mit der Krönung seiner Wundertaten – der Auferweckung des Lazarus – überzeugen wird, weil ihr Herz verhärtet ist, weil sie nicht glauben wollen, sondern ihn umbringen wollen.

  • Sind es Tränen im Blick auf die eigene Passion? –

Ja, auch im Blick auf seine eigene bevorstehende Passion „bis zum Tod am Kreuz“ weint Jesus, weil in dieser von Herzenshärte und Todesverfallenheit geprägten Welt er nur auf diese Weise viele Menschen zum Glauben an ihn bringen kann.

2. Das Weinen Jesu über die Stadt Jerusalem, deren Zerstörung er vorhersieht (Lk 19,41ff)

Im Blick auf die Stadt Jerusalem – kurz vor seiner Passion – weint Jesus erneut – diesmal für die Begleiter hörbar:

„Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen. Es wird eine Zeit für dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.“ (Lk 19,41-44)

3. Die Tränen Jesu beim Gebet im Garten Getsemani (Hebr. 5,7)

Und von den Tränen Jesu im Garten Getsemani berichtet der Hebräerbrief:

„Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.“ (Hebr. 5,7)

Allerheiligen

zum Hochfest Allerheiligen

Allerheiligen – das Fest des offenen Himmels

Allerheiligen richtet unseren Blick auf das Ziel, für das Gott uns geschaffen und bestimmt hat: es ist daher „das Fest des offenen Himmels“:

Die Präfation vom Allerheiligenfest:

„In Wahrheit ist es würdig und recht, dir allmächtiger Vater zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu rühmen.

Denn heute schauen wir deine heilige Stadt, unsere Heimat,
das himmlische Jerusalem.  

Dort loben dich auf ewig die verherrlichten Glieder der Kirche,
unsere Brüder und Schwestern, die schon zur Vollendung gelangt sind.  

Dorthin pilgern auch wir im Glauben, ermutigt durch ihre Fürsprache
und ihr Beispiel und gehen freudig dem Ziel der Verheißung entgegen.  

Darum preisen wir dich in der Gemeinschaft deiner Heiligen
und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit:

Heilig, heilig, heilig…“

1. Lesung vom Allerheiligenfest: Offb 7,2-4.9-14:

Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen;
Er hatte das Siegel  des lebendigen Gottes
und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war,
dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,
mit lauter Stimme zu:
Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu,
bis wir den Knechten unseres Gottes
das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.

Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren.
Es waren 144.000 aus allen Stämmen der Söhne Israels,
die das Siegel trugen.

Aus dem Stamm Juda, Ruben, Gad, Ascher, Naftali, Manasse, Simeon, Levi, Issachar, Sebulon, Josef, Benjamin trugen je 12.000 das Siegel.

Danach sah ich:
Eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.

Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm
und trugen Palmzweige in den Händen.

Sie riefen mit lauter Stimme:
Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm. 

Da fragte mich einer der Ältesten:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen? 

Ich erwiderte ihm:
Mein Herr, das musst du wissen. 

Und er sagte zu mir:
Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen,
sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.