Schlagwort-Archive: Jesus

6. Sonntag A

6. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 16. Februar 2020

1. Lesung: (Sir 15,15-20) Gottes Lebensweisungen
2. Lesung: (1 Kor 2,6-10)  Das Große, das Gott den Liebenden bereitet hat...
Evangelium: (Mt 5,17-37) Superthesen Jesu 

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Berglehre Jesu 4.-9.S.i.J.A

Die Bergpredigt im Matthäusevangelium

1. Rede Jesu: Von der wahren Gerechtigkeit 5,1 – 7,29

Dekalog-Seligpreisung

Aufbau der Bergpredigt (Mt 5,1 – 7,29)

Einleitung (5,1f)

Erkenne, wer du bist – vor dem Angesicht Gottes!
A. Die Adressaten
1. Die Seligpreisungen (5,3-12) – 4. S. A
2. Die Aufgabe der Jünger für die Welt (5,13-16) – 5. S. A
Salz der Erde  u.
Licht der Welt

Beurteile, wie du leben sollst – vor dem Angesicht Gottes!
B. Die „überfließend größere Gerechtigkeit“
1. Die Erfüllung des Gesetzes (5, 17-20) – 6. S. A +
2. Die „Super-Thesen“ (5,21-48) 
zu Versöhnung (5,21-26)
zu Ehebruch (5,27-30)
zu Ehescheidung (5,31-32)
zum Schwören (5,33-37)
zur Gewaltlosigkeit (5,38-42) – 7. S. A
zur Feindesliebe (5,43-48)
3. Gute Werke – 3 evangelische Räte (6,1-18)  – Aschermittwoch
Der Grundsatz: Gerechtigkeit vor Gott (6,1)
Almosen (6,2-4)
Beten (+ Vaterunser) (6,5-15)
Fasten (6,16-18)
4. Grundhaltungen im Bezug zur Welt (6,19 – 7,11) 
Gefahren des Reichtums – Besitzlosigkeit (6,19-24) –
Die rechte und die falsche Sorge (6,25-34) – 8. S. A
Heuchlerisches Richten (7,1-5)
Wahrung des Heiligen (7,6)
Vertrauen beim Beten (7,7-11)
Die Goldene Regel (7,12)

Handle danach – vor dem Angesicht Gottes!
C. Leben mit der Weisung Jesu (7,13-27) – 9. S. A
Die beiden Wege (7,13f)
Warnung vor falschen Propheten – Gute Früchte (7,15-23)
Das Haus auf dem Felsen (7,24-27)

Schlussnotiz: (7,28f)

 * * *

Der 4. – 9. Sonntag im Jahreskreis A enthält als Evangelium jeweils einen Abschnitt aus der Berglehre Jesu (= Mt 5,1 – 7,29) – der ersten der 5 großen Reden Jesu im Matthäusevangelium.

Hier ein Überblick über die Abschnitte der einzelnen Sonntage:

4. Sonntag i. J. A
(entfällt im Jahr 2020 wegen des Festes Darstellung des Herrn am So 2. Februar)
–> Mt 5,1-12: Seligpreisungen der Bergpredigt
–> 8+1 Seligpreisungensiehe: (pdf)
–> „Glückwunsch Jesu“

5. Sonntag i.J. A (= 9. Februar 2020)
–> Mt 5,12-16:  „Salz der Erde“
–> Salz der Erde – Licht der Welt

6. Sonntag i.J. A (= 16. Februar 2020)
–> Mt 5,17-37:  Erfüllung der Weisung Gottes u. die neuen Thesen (I.)
–> grenzenlose Gerechtigkeit

7. Sonntag i.J. A (= 23. Februar 2020)
–> Mt 5,38-48:   … die neuen Thesen (II.)
–> grenzenlose Gerechtigkeit
–> „Friedensinstrument

Aschermittwoch (= 26. Februar 2020)
–> Mt 6,1-6.16-18: Beten + Fasten + Almosen geben
–> Mt 6,1-18 (Arbeitsübersetzung pdf)

siehe auch:
·  Mt 6,9-13 Das Vater unser 

8. Sonntag i.J. A (entfällt in 2020)
–> Mt 6,24-34 (Arbeitsübersetzung pdf)
–> „In God we trust“
–> Was wahrhaft wichtig ist im Blick auf das Leben mit Gott

9. Sonntag i.J. A (= entfällt im Jahr 2020)
–> Mt 7,21-27: Auf Gott gebaut

* * *

Links:
Die Berglehre Jesu (Mt 5,1 – 7,29) – eine Arbeitsübersetzung

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 3. Februar 2020

 

2. Sonntag A

2. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 19. Januar 2020

1. Lesung: (Jes 49,3.5-6 ) Der Gottesknecht – zum Licht für die Völker …
2. Lesung: (1 Kor 1,1-3) … an die Geheiligten in Christus Jesus …
Evangelium: (Joh 1,29-34 ) Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt …   

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Neujahr 2020

Neujahr –
Oktavtag von Weihnachten –
Hochfest der Gottesmutter Maria –
Weltfriedenstag

Mittwoch, 1. Januar 2020

Liturgische Texte zum Hochfest der Gottesmutter Maria

Eröffnungsvers: (vgl. Jer 29,11.12.14)
Gruß dir, heilige Mutter, du hast den König geboren,
der in Ewigkeit herrscht über Himmel und Erde.

Tagesgebet
Barmherziger Gott,
durch die Geburt deines Sohnes
aus der Jungfrau Maria
hast du der Menschheit das ewige Heil geschenkt.
Lass uns (auch im neuen Kalenderjahr) immer und überall
die Fürbitte der gnadenvollen Mutter erfahren,
die uns den Urheber des Lebens geboren hat,
Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott;
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

ERSTE Lesung aus dem Buch Numeri (Num 6,22-27)
So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen

–> zur 1. Lesung: Num 6,22-27 Der Aaronitische Segen

Antwortpsalm: Psalm 67,2-3.5.6 u. 8
Gott sei uns gnädig und segne uns.  

–> zum Psalm 67: Bitte um Gottes Segen – im Blick auf alle Völker

ZWEITE Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater (Gal 4,4-7)
Gott sandte seinen Sohn, geboren von einer Frau, damit wir die Sohnschaft erlangen  

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 21,36)
Halleluja. Halleluja.
Einst hat Gott zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;
heute aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.
Halleluja.

Evangelium aus dem Lukasevangelium (Lk 2,16-21)
Als acht Tage vorüber waren, gab man dem Kind den Namen Jesus

–> zum Evangelium:
Lk 2,16-21 Beschneidung u. Namensgebung Jesu (Neujahr ABC)

* * *

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Der 8. Tag nach der Geburt – Beschneidung und Namensgebung Jesu

2,21 Und als erfüllt wurde der achte Tag des Beschneidens* von ihm
und es wurde gerufen sein Name Jesus (= Gott rettet),
der gerufen wurde von dem Engel/ Boten
bevor sie (= Maria) ihn aufgenommen hatte in die Leibeshöhle.

* vgl. Gen 17,9-14: Beschneidung als Bundeszeichen
„Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation. Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. Das soll geschehen zum Zeichen des Bundes zwischen mir und euch. Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen, seien sie im Haus geboren oder um Geld von irgendeinem Fremden erworben, der nicht vor dir abstammt. Beschnitten muss sein der in deinem Haus Geborene und der um Geld Erworbene. So soll mein Bund, dessen Zeichen ihr an eurem Fleisch tragt, ein ewiger Bund sein. Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen.“

An diesem geheiligten Ritus (als äußeres Zeichen des Bundes und als ein Akt ritueller Reinigung) hingen die Juden mit ganzer Seele, mehr als an allem andern, mehr als an ihrem Leben, wie man zur Zeit der Makkabäer sah, als sich die jüdischen Mütter lieber töten ließen, als dass sie darauf verzichteten, ihre Söhne beschneiden zu lassen. (vgl. 1 Makk 1,63; 2,46)

–> zur Bedeutung der Beschneidung Jesu

* * *

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Bild zur Meditation:

„Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn,
geboren von einer Frau und geboren unter dem Gesetz …

Gal4.4-7a

Durch Gottes Sohn – erlangen wir die „Sohnschaft“; Grafik zu Gal 4,4-7 von G. M. Ehlert, 31. Dez. 2018

„… damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen
und damit wir die Sohnschaft erlangen.“
(Gal 4,4-5)

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Impuls zum  1. Januar:

Goodbye 2019 + Welcome 2020

„FÜR DAS VERGANGENE: DANK – FÜR DAS KOMMENDE: JA!“
(Dag Hammarskjöld)

Goodbye – ein „gutes Tschüss“ sagen – im Blick auf das vergangene Jahr 2019:

Was hatten wir für Hoffnungen in das Jahr 2019 gesetzt?

– im Blick auf die noch junge Bewegung „Friday for future“ …
– im Blick auf das „Superwahljahr“ und unsere Demokratie…
– im Blick auf einen Ausweg aus der Krise der Kirche…
– im Blick auf persönlich gesetzte Ziele…

Goodbye sagen – trotz unerfüllter Erwartungen
– im Blick auf die Schöpfung Gottes und ihre Bewahrung…
– im Blick auf die Konflikte in der Welt und das Handeln der Verantwortlichen…
– im Blick auf die Kirche und der Zaghaftigkeit in der Aufarbeitung von Missbräuchen und anstehender Reformen…
– im Blick auf Unerreichtes und persönliches Versagen…

Ein „gutes Tschüss“ sagen können wir,
– wenn wir für persönliches Versagen um Verzeihung bitten können…
– wenn wir das Gewordene mit der Bitte um Vollendung in Gottes Hand zurücklegen können…
– wenn wir für das Gute und Beglückende von ganzem Herzen DANK sagen können…

In diesem Sinne „Goodbye 2019“.

Welcome – ein „Willkommen“ sagen – im Blick auf das kommende Jahr 2020:

Wir können planen und uns Gutes vornehmen…
Wir können viel von anderen erwarten…
Wir können auf viel Glück hoffen…
Können wir auch jeden neuen Augenblick so annehmen, wie er kommt
und darin einen Anruf Gottes entdecken – der auf unsere Antwort wartet?

Erbitten wir Gottes Segen
und sagen wir dann zu dem – wer und was im Jahr 2020 kommen will – ein herzliches „welcome“.

* * *

  • Die meisten feiern am 1. Januar den Beginn eines neuen Kalenderjahres.
  • Am „Oktavtag“ von Weihnachten feierte die katholische Kirche (bis 1960) den Tag der Beschneidung Jesu.
    (siehe auch: Beschneidung-Jesu)
  • Seitdem feiert die katholische Kirche an diesem Tag das Hochfest der Gottesmutter Maria.  (siehe auch: 1. Januar)

Der Festtag der Gottesmutter Maria war wohl das erste Marienfest der römischen Kirche und geht auf die Zeit vor dem Konzil von Ephesus (431) zurück. Im Laufe der Zeit geriet es aber wegen der zunehmenden Bedeutung der Marienfeste am 25. März und am 15. August wieder in den Hintergrund.

  • Seit 1968 ist der erste Tag des Jahres auch der Weltfriedenstag.Die Päpste veröffentlichen jeweils am 8. Dezember eine Botschaft für diesen Tag.

Am 1. Januar 2020 gibt es zum 53.sten Mal diese Friedensbotschaft.

Im Jahr 2020 steht die Botschaft von Papst Franziskus unter dem Thema:

Der Frieden als Weg der Hoffnung:
Dialog, Versöhnung und ökologische Umkehr

(–> die Botschaft des Papstes im Wortlaut)

Jahreslosung 2020:

Ein schöner Brauch ist in der evangelischen Herrnhuter Brüdergemeine vor vielen Jahren entstanden: das Jahr unter einen bestimmten biblischen Gedanken zu stellen, der jeweils ausgelost wird.

Die Jahreslosung für 2020 ist aus dem Markusevangelium aus einer Heilungsgeschichte Jesu entnommen und lautet:

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
(Mk 9,24)

zur Jahreslosung siehe auch: „Jahreslosung 2020

* * *

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Links:

–> zu den Liturgischen Texten siehe Schott: Hochfest der Gottesmutter Maria

–> verschiedene Neujahrswünsche

–> Neuer Anfang

–> für die Zeit zwischen Weihnachten und Epiphanie (6. Januar) siehe Bild-Meditation: Zwölf heilige Nächte

–> Gedenktage:

Der heiligste Name Jesu ist seit 2002 ein nicht gebotener Gedenktag, der am 3. Januar gefeiert wird. (siehe: Namen Jesu)

Vor allem in der Ostkirche wird die Anrufung des Namens Jesu gepflegt; im Westen wird er seit dem 15. Jahrhundert verehrt – insbesondere von Franziskanern. Das 1721 eigeführte Fest wurde zunächst an unterschiedlichen Tagen begangen. In der Anrufung des Namens Jesu erbitten Christen die helfende Gegenwart Jesu in den Anliegen unserer Zeit.

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 30. Dez. 2019

sehen können (30.B)

„aufblicken können“

Sonntag, 28. Oktober 2018

Liturgische Texte zum 30. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Psalm 105,3-4)
Freuen sollen sich alle, die den HERRN suchen.
Sucht den HERRN und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
mehre in uns den Glauben,
die Hoffnung und die Liebe.
Gib uns die Gnade,
zu lieben, was du gebietest,
damit wir erlangen, was du verheißen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Jeremia (Jer 31,7-9)
Blinde und Lahme, tröstend geleite ich sie heim

Antwortpsalm: Psalm 126,1-2b.2c-3.4-5.6
Großes hat der HERR an uns getan. Da waren wir fröhlich.

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 5,1-6)
Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks

Ruf vor dem Evangelium (vgl. 2 &im 1,10)
Halleluja. Halleluja.
Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen
und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 10,46-52)
Rabbuni, ich möchte wieder sehen können

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 10,46-52 (= Evangelium vom 30. Sonntag im Jahreskreis B)

Rabbuni, ich möchte aufblicken können

(10,45 Und sie kommen hinein (nach) Jericho.)

Heilung des blinden Bartimäus bei Jericho (Mk 10,46-52)

46 Und hinausgehend – er (= Jesus) – von Jericho
und die Lernenden (von) ihm
und (eine) Menge ziemlich (groß)
der Sohn des Timäus – Bartimäus,
[der] Blinde – bettelnd saß er neben dem Weg.

47 Und hörend, dass es Jesus, der Nazarener ist,
begann er zu schreien und zu sagen:
„Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner.“

48 Und es verwarnten ihn viele,
damit er verstumme;

der aber in vielem (noch) mehr schrie er:
„Sohn Davids, erbarme dich meiner.“

49 Und stehen bleibend der Jesus sprach
„Ruft ihn herbei.“

Und man ruft herbei den Blinden sagend zu ihm:
„(Nur) Mut!, richte (dich) auf!, ER ruft dich!“

50 Der aber – abgeworfen habend sein Gewand –
sprang auf kommend zu dem Jesus (hin).

51 Und antwortend ihm der Jesus sprach:
„Was willst du – (ja) du (das) ich (dir) tun soll?“

Der aber Blinde sprach (zu) ihm:
„Rabbuni (= mein Lehrer), dass ich aufblicken (kann).

52 Und der Jesus sprach (zu) ihm
„Gehe hin! Der Glaube dein hat gerettet dich.“

Und sogleich konnte er aufblicken
und er folgte ihm (nach) auf dem Weg.

Einzug Jesu in Jerusalem (Mk 11,1ff)

(11,1 Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen…)

* * *

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Bild zur Meditation:

„Was willst du, dass ich dir tun soll?…

Jesus heilt den blinden Bartimäus

„Jesus und Bartimäus“ – zu Mk 10,46-52 – Grafik (c) G. M. Ehlert, Okt. 2018

… Rabbuni, ich möchte aufblicken können.“

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Impuls zum Evangelium 

1. Bartimäus
– ist blind (=Weltverlust)
– hockt außerhalb der Stadt am Wegesrand (=Gemeinschaftsverlust)
– und bettelt (=Ichverarmung)
= ein Bild der Erbärmlichkeit.
–> Meine Blindheit? – mein Betteln? – wo sitze ich draußen vor?

2. Jesus kommt vorbei
– Bartimäus hört es und ruft
 –> Vertraue ich dem Wort, dass Jesus mir nahe ist?

3. Leute wollen ihn daran hindern
– Er schreit nur noch lauter.
–> Rufe, ja schreie ich um Hilfe – auch inneren/ äußeren Widerständen zum Trotz?

4. Jesus bleibt stehen, lässt ihn herbeirufen
–> diese Aufforderung Jesu steht im Zentrum der Erzählung!

5. Leute (die Jünger?) ermutigen ihn
– Er springt auf, wirft seinen Mantel ab und eilt zu Jesus
–> Lasse ich mich rufen? – Eile ich sofort hin?

6. Jesus erfragt seinen Wunsch: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“
– Bartimäus bittet: „Rabbuni, dass ich wieder aufsehen kann!“
–> Was antworte ich auf die Frage Jesu?

7. Jesu Zusage: „Gehe hin, dein Glaube hat dich gerettet!“
– Sehend geworden folgt Bartimäus ihm nach.
–> Wie reagiere ich auf die Worte Jesu?
          – Folge ich daraufhin Jesus nach auf seinem Weg?

 

* * *
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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 126: Heimkehrer – mit Tränen säen – mit Jubel ernten

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 30.S.i.J.B

–> Meditation zu Bartimäus

–> zum Sonntag der Weltmission = 28. Okt. 2018: „Gott ist uns Zuflucht und Stärke

–> Oktober = Rosenkranzmonat, siehe: Rosenkranzgebet

–> Gedenktage:

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 27. Okt. 2018

verdorrte Hand – (9.B)

9. Sonntag im Jahreskreis B –
Der Sabbat – ein Tag für den Menschen

Sonntag, 3. Juni 2018

 

Liturgische Texte zum 9. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (vgl. Ps 25,16.18)
HERR, wende dich mir zu und sei mir gnädig,
denn ich bin einsam und gebeugt.
Sieh meine Not und meine Plage an
und vergib mir all meine Sünden.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet,
und gewähre uns alles, was zum Heile dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Deuteronomium (Dtn 5,12-15)
Denk daran: Als du in Ägypten Sklave warst, hat dich der HERR dort herausgeführt

Antwortpsalm: Ps 81,3-4.5-6b.6c-8a.10-11
Lobet Gott, den HERRN; denn er ist unsere Zuflucht

2. Lesung: 2. Korintherbrief  (2 Kor 4,6-11)
Das Leben Jesu wird an unserem Leib sichtbar

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 2,13-28 u. 3,1-6)
Der Menschensohn ist Herr auch über den Sabbat

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Bild zur Meditation:

mk3.1-6a

Sabbatheiligung – Heilung einer verdorrten Hand – Grafik zu Mk 3,1-6 (c) G. M. Ehlert, 02.06.2018

Evangelientext Mk 2,23-28  – Übersetzung G. M. Ehlert

2,23 Und es geschah (= Einmal als) er (= Jesus) in den Sabbat(frist)en vorüberging
durch die Saatfelder
und
(= da) begannen die Jünger von ihm
einen Weg zu machen – abrupfend Getreideähren.

24 Und die Pharisäer sagten zu ihm:
„Siehe, was sie machen in den Sabbat
(frist)en – das ist nicht erlaubt.

25 Und er sagte zu ihnen:
„Habt ihr niemals gelesen, was gemacht hat David
als er Not hatte und hungerte –
er und die mit ihm?
26 Wie er hineinging in das Haus des Gottes 
zur Zeit Abjatars eines Hohepriesters/ eines führenden Priesters
und das Brot der Aufstellung (= die Schaubrote) / verzehrte
das nicht erlaubt ist zu essen außer (den) Priestern
und er auch denen mit ihm Seienden gab?“

27 Und er sagte zu ihnen:
„der Sabbat/ Ruhetag – wegen des Menschen/ für den Menschen ist er geschehen/ geworden
und nicht der Mensch wegen des Sabbats/ Ruhetages/ für den Sabbat.

28 Daher – HERR ist der Sohn des Menschen auch des Sabbats/ Ruhetages.

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Evangelientext Mk 3,1-6 – Übersetzung G. M. Ehlert

3,1 Und er (= Jesus) ging hinein wiederum in die Synagoge (= Versammlung(sort) der Juden)
und es war dort ein Mensch – eine verdorrt-wordene Hand hatte er.

2 Und es beobachteten ihn genau/ es lauerten auf ihn
ob in den Sabbat(frist)en er ihn therapieren (= heilen) werde,
damit sie ihn anklagen könnten.

3 Und er sagt zu dem Menschen mit der verdorrten Hand:
„Habe Stand in der Mitte!“

4 Und er sagt zu ihnen:
„Ist es erlaubt in den Sabbat(frist)en Gutes zu tun oder Böses zu tun –
eine Seele/ ein Leben zu erretten oder abzuschlachten?“

Die aber schwiegen.

5 Und umherblickend auf diese mit Zorn –
zugleich betrübt über die Verhärtung
/ Verstockung der Herzen von diesen

sagt er zu dem Menschen:
„Spanne aus/ strecke aus die Hand!“

Und er spannte/ streckte sie aus
und es war wiederhergestellt die Hand von ihm.

6 Und hinausgehend –
die Pharisäer sogleich mit den Herodianern
machten sie einen Gesamtrat gegen ihn,

wie sie ihn zugrunde richten könnten.

 

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Das größte Geschenk

„Der Sabbat ist das größte Geschenk des Judentums an die Menschheit“
(Carl Gustav Jung) 

Sabbat
– siebter Schöpfungstag
– Ruhetag vom hervorbringenden Handeln
– Zeit für die Erinnerung an die Befreiung aus der Versklavung durch Gott
– Zeit für das gemeinsame Gotteslob

Sabbat schützen
– durch Überwachung der Einhaltung der Ge- u. Verbote – wie die Pharisäer
– durch Handeln entsprechend dem Sinn des Sabbatgebotes – wie Jesus

Heilung am Sabbat – Erfüllung oder Übertretung des göttlichen Gebotes?
ein Mensch hat zwei Hände, um zu handeln
– um damit Gutes zu tun, anzupacken und zu gestalten
– um sie zu falten zum Gebet…
ein Mensch mit einer verdorrten Hand
– ist handlungsunfähig geworden
– wofür kann er am Sabbat Gott loben?

Jesus erfüllt das Sabbatgebot im ursprünglichen Sinn des Schöpfers,
– indem er am Sabbat in die Synagoge – in die Versammlung geht, um Gott zu loben
– indem er auch am Sabbat heilt, damit die Geheilten nun aus ganzem Herzen Gott loben können;

doch Jesus muss in seiner Liebe ohnmächtig zusehen,
– wie sich das Herz der Hartherzigen weiter verhärtet,
– wie die Antwort auf seine Barmherzigkeit – eine umso härtere Gesetzesauslegung ist.

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Links:

zu den liturgischen Texten des 9. Sonntages im Jahreskreis B siehe auch
Schott: 9. Sonntag i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 03.06.2018

 

Sehnsuchtsrufe im Advent

Die O-Antiphonen

 

Das Herzstück im kirchlichen Stundengebet in der Adventszeit
sind die besonderen Antiphonen zum Magnifikat in der Vesper –
die sogenannten O-Antiphonen:

O Sapientia (17. Dez.)
O Adonai (18. Dez.)
O radix Jesse (19. Dez.)
O clavis David (20. Dez.)
O Oriens (21. Dez.)
O Rex gentium (22. Dez.)
O Emmanuel (23. Dez.)
(O Virgo virginum) (24.Dez.)

siehe auch: „Herr, send herab uns deinen Sohn“ –
ein Lied aus dem Gotteslob zu den O-Antiphonen (GL 222)

7 x O komm…

Mit sieben Namen
preist die Kirche den Herrn
in den letzten Tagen vor Weihnachten –
die Antwort auf die alten Verheißungen:

oh Sapientia – o Weisheit, die zeigt, was nötig ist;
oh Adonai – o mein Herr, der uns den Weg führt;
oh Radix Jesse – o Wurzel, aus der alles wird;
oh Clavis David – o Schlüssel, der unsere träume deutet;
oh Oriens – o Aufgang, Glanz des ewigen Lichtes;
oh Rex gentium – o König, vor dem alle ein Volk sind;
oh Emmanuel – o Gott mit uns; du Licht gegen all unsere Dunkelheit.

Mit dem 17. Dezember beginnen die letzten 8 Tage auf Weihnachten zu, der sogenannte Hohe Advent. Schon seit dem 8. Jahrhundert werden an den letzten sieben Tagen vor Weihnachten in der Vesper, dem Abendgebet der Kirche, die sogenannten O-Antiphonen gesungen.

Antiphon
(= wörtlich „Gegenklang“ / Echo) ist ein Kehr- und Rahmenvers eines Psalms.
Die besonderen Rahmenverse zum Magnifikat – dem Lobgesang der Gottesmutter Maria – in der Vesper vom 17. – 23. Dezember beginnen jeweils mit dem Sehnsuchtsruf O.

Die Buchstaben A und O weisen hin auf den ersten und letzten Buchstaben im griechischen Alphabet: das Alpha und das Omega. In der Offenbarung des Johannes wird Christus als das Alpha und Omega bezeichnet (vgl. Offb 22,23).
Christus ist das „A und O“ der Welt – der, auf den es wirklich ankommt.

Oh!
– ist ein tiefer menschlicher Laut. Es sieht und hört sich an wie ein offener Mund, der noch nicht weiß, ob er klagen oder staunen soll.

Veni! – Komm!
Dieser Ruf spielt eine große Rolle in den verbreiteten Rufliedern der Antike.
Urerlebnis der Menschen ist die Ankunft, das Kommen. (Menschen – Einsamkeit – Sehnsucht – Erwartung – Heimkehr …)
Die 7 O-Antiphonen des Advents sind Variationen über den Schluss der Offenbarung des Johannes (Offb 22, 16):
„Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der glänzende Morgenstern. Wer hört, der spreche: Komm! Wer dürstet möge kommen… Der dies bezeugt, Spricht: Ja, ich komme bald. Amen. Komm, Herr Jesu!“

Die einzelnen Antiphonen drücken die Sehnsucht nach dem Kommen des Herrn aus. In einer gewissen Steigerung weisen sie darauf hin, dass der Gott, der von Anfang an der Herr der ganzen Welt ist, der sich in der Geschichte dem Volk Israel in besonderer Weise offenbart hat, nun kommen wird, um alle Menschen aus der Finsternis zum Licht des Lebens zu führen.

Die Antiphonen beginnen jeweils mit einer Anrufung Christi mit einem Titel, der aus dem Alten Testament stammt. Es sind die folgenden:

Sapientia – Weisheit,
Adonai – Mein Herr,
Radix Iesse – Wurzel Isais,
Clavis David – Schlüssel Davids,
Oriens – Morgenstern,
Rex – König,
Emmanuel – „Gott-mit-uns!“.

Nach der genannten Anrufung werden die einzelnen Themen näher ausgeführt
und jede Antiphon endet mit dem flehentlichen Ruf „veni…“ – komm! und einer Bitte.

I. Ruflieder uralter Sehnsucht

Die sieben O-Antiphonen sind in ihrer Textform gleich gestaltet.
Sie beginnen mit jeweils einer Anrufung, die mit ihren verschiedenen alttestamentlichen Bildern jeweils als Aussagen über Christus zu verstehen sind. Dann folgt jeweils der sehnsuchtsvolle Gebetsruf: „Komm!“
und es wird das ersehnte Ziel des Kommens zum Ausdruck gebracht.

Diese O-Antiphonen übernehmen damit die Form der sogenannten „Ruflieder“, mit der in vorchristlicher griechischer und römischer Religion jeweils die kultisch gefeierte Ankunft („Adventus“) der Götter – nach Augustus auch der als Götter verehrten Kaiser – besungen wurde.
Die römische Liturgie übernimmt für ihre Feier der Vorbereitung auf Weihnachten, die dem „Advent“ zugehörige Liedform der „Ruflieder“.

II. Prophetische Visionen

Die älteste Handschrift, die uns der Text der sieben O-Antiphonen überliefert, ist das Responsoriale von Compiègne (2. Hälfte des 9. Jh., PL 78, 732f). Hier wird noch eine 8. Antiphon angefügt, die sich jedoch an die Jungfrau Maria richtet.

Die einzelnen O-Antiphonen sind eine „wunderbare Schau“, in der verschiedene biblische, besonders alttestamentliche Texte der Not und der Hoffnung auf Heil anklingen. Sie werden jeweils auf die Ankunft/ Wiederkunft Christi bezogen.

III. Kosmische Ordnung
Sowohl bei der Siebenzahl (bzw. der Zahl acht) als auch bei dem Aufbau der Antiphonen ist eine verborgene Symbolik zu entdecken. „Sieben ist das Zur-Vollendung-Kommen, die achte erklärt und zeigt, was vollendet ist.“ (Amalar von Metz). Charakteristisch für mittelalterliches Denken ist, dass es von „Stufen“ spricht, von einem stufenweisen Prozess der Annäherung. Es legt sich die Vermutung nahe, dass mit den sieben O-Antiphonen auf die sieben Planeten Bezug genommen wird.
Den Planeten – in der Reihenfolge ihrer Entfernung von der Erde – Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond (Uranus, Neptun u. Pluto wurden erst in der Neuzeit entdeckt) ist gemeinsam, dass nur sie – von der Erde aus gesehen (!) – vor dem Fixsternhimmel in festen Bahnen um die Erde sich bewegen.

In die Harmonie der kosmischen Bahnen sah sich der mittelalterliche Mensch selbst eingebunden. Diese sieben Planeten tragen die Namen mythischer Gottheiten und sie symbolisieren verschiedene Kräfte im Menschen.

In den O-Antiphonen erklingt der Ruf nach Erlösung aller dieser Kräfte des Menschen, die durch die mythischen Gottheiten symbolisiert werden. Mit ihrem eindringlichen Ruf „Komm!“ sind die O-Antiphonen ein christliches Lied, das der Sehnsucht des Herzens Ausdruck verleiht, die Verheißung Christi möge sich endlich erfüllen:

„Seht, ich mache alles neu“
(Offb. 21,5).

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17. Dezember: O Sapientia – o Weisheit

O Sapientia,
quae ex ore Altissimi prodisti
attingens a fine usque ad finem
fortiter suaviter disponensque omnia:
–veni ad docendum nos viam prudentiae.

–> O Sapientia (YouTube)

O Weisheit,
die du aus dem Mund des Höchsten hervorgegangen bist –
umspannend von einem Ende bis zum anderen
mit Macht und mit Milde ordnend das All:
– komm, uns zu lehren den Weg der Klugheit.

Lob auf Gottes Weisheit:
Sir 24,3: “Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor…”
Weish 8,1: “Machtvoll entfaltet sie ihre Kraft von einem Ende zum andern und durchwaltet voll Güte das All.”
Jes 40,14: “Wer könnte ihm (= Gott) zeigen den Weg der Klugheit?”

Diese Antiphon ruft nach Christus, der schöpferischen Weisheit Gottes als dem Lehrer, der Macht hat. Er soll in uns bewirken, den rechten Weg zu gehen.

Saturn als letzter der (damals) sichtbaren Planeten in unserem Sonnensystem deutet die Grenze des Lebensbereiches an, er geht nur langsam voran, sein Licht ist matt.

So bedeutet Saturn das Prinzip der Begrenzung des Lebens. Begrenzung bedeutet zugleich aber auch Formung; ohne Grenzsetzung gibt es keine Ordnung, keinen Weg, verliert sich alles.

So meint Saturn die zwar leidvolle, zugleich aber auch notwendige Erfahrung der Grenze auf dem Weg des Reifens zur Weisheit.

Es ist nicht schwer, in der ersten O-Antiphon den Ruf nach der positiven, heilenden Kraft des Saturn zu entdecken. Hinzu kommt, dass – beginnend mit dem 17. Dezember, an dem diese Antiphon gesungen wird – im Alten Rom die Feier der Saturnalien begann, die seit der Kaiserzeitdurch sieben Tage hindurch begangen wurde.

o-antiphon-4-17

Christus ist die Weisheit,
das dem Vater wesensgleiche Wort.
In diesem Wort der Weisheit hat Gott die Welt erschaffen
und in ihm erhält er die Welt am Leben.

Weil durch Jesus Christus alles entstanden ist,
ist die Welt schon seit ihrem Anbeginn
ganz von ihm erfüllt und wird von seiner Kraft und Milde geordnet.

Gott hat seine Weisheit schon dem Volk Israel kundgetan,
doch in Jesus Christus kommt das Wort,
durch das Gott die Welt erschaffen hat, selbst in diese Welt.

Die Weisheit Gottes spricht selbst zu uns
und offenbart uns den Weg der Weisheit und der Einsicht.

Der Mensch hat die Wahl, sich für die Weisheit Gottes
oder seine eigene Weisheit zu entscheiden.

Wir bitten darum, dass Christus auch in unserem Herzen geboren werde
und uns den Weg der Weisheit lehre, damit wir leben, wie es recht ist vor Gott.

Jesus, du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, zeige uns den Weg zum Leben!

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18. Dezember: O Adonai – o mein Herr

O Adonai et Dux domus Israel –
qui Moysi in igne flammae rubi apparuisti
et ei in Sina legem dedisti:
– veni ad redimendum nos in brachio extento.

–> O Adonai (YouTube)

O Herr und Führer des Hauses Israel –
der du Mose in der Feuerflamme des Dornbuschs erschienen bist
und ihm auf dem Sinai das Gesetz gegeben hast:
– komm und erlöse uns mit erhobenem Arm.

Zugrunde liegt Ex 6,3ff = die Verheißung Gottes
an Mose, sein Volk mit machtvoll erhobenem Arm aus der Knechtschaft Ägyptens zu erlösen und herauszuführen. Hinweis in Mi 5,1 auf den „Führer des Hauses Israel“
Zur Erscheinung Gottes im Dornbusch vgl. Ex 3,2 u. am Sinai vgl. Ex 19ff.

Diese Antiphon ruft nach Christus, dem Offenbarwerden der Herrschaft des Wortes Gottes in einer Weltordnung, die besser ist als die, in der wir leben.

Jupiter ist in der Mythologie der „Höchste“ der Götter, der „Herr“ des Himmels, der Inbegriff aller Rechtsordnung.
Diese „Souveränität“ kommt in dem nach ihm benannten Planeten darin zum Ausdruck, dass er zwölf Jahre für seinen Umlauf um die Sonne benötigt, so viele Jahre, wie das Sonnenjahr Monate hat.
Das Jupiterjahr ist ein Jahr höherer Ordnung.
So bezeichnet Jupiter das Streben des Menschen nach einer neuen, besseren Weltordnung – korrespondierend jener Gottesherrschaft, nach der wir in der 2. O-Antiphon rufen, zudem nach begründeter Ansicht der Jupiter der Stern ist, der zusammen mit dem Saturn der Stern ist, dessen besondere Erscheinung nach Mt. 2,2 auf den Messias verweist. 

o-antiphon-4-18

Wir sehnen uns nach der Wärme und dem Licht des Feuers,
wir sehnen uns nach Nähe, nach einem Antlitz, das sich uns zuneigt.
Wir sehnen uns nach Freiheit.

Herr Jesus, wenn du uns befreist, sind wir wirklich frei (Joh 8,36).
Komm Herr und mach uns frei!

Gott ist wie ein nie verlöschendes Feuer –
und wir sollen uns von diesem Feuer entfachen lassen.

Gottes Feuerflamme, sie zeigt sich uns im Heiligen Geist. Wir wissen, dass er am ersten Pfingstfest in Feuerzungen auf die Jünger herabkam und ihnen die Kraft gab, von Jesus Christus Zeugnis zu geben. Das war kein einmaliges Ereignis. Pfingsten ereignet sich immer neu. In Taufe und Firmung wird jeder Mensch hinein genommen in die Gemeinschaft der Geisterfüllten. Doch leicht wird der Glaube zur Routine, der Funken springt nicht über.

Habe ich die Sehnsucht, dass Gottes Feuer in mir zu brennen beginnt?

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19. Dezember: O Radix Jesse – O (Spross aus der) Wurzel Isais

O radix Jesse,
qui stas in signum populorum –
super quem continebunt reges os suum,
quem gentes deprecabuntur:
– veni ad leberandum nos, jam noli tardare.

–> O Radix Jesse (YouTube)

O (Spross aus der) Wurzel Isais,
der du stehst als Zeichen für die Nationen – 
vor dem die Könige ihren Mund schließen,
den die Völker anflehen:
– komm, uns zu befreien, säume nicht länger.

Grundtext ist die prophetische Verheißung aus Jes 11,1-10, die die machtvolle Wirkung des aus der Wurzel Isais aufgehenden Sprosses betont.
Vgl. auch die Aussagen aus den Liedern vom leidenden Gottesknecht: Jes 52,15; 53,2.7

Diese Antiphon ruft nach Christus, dem Herrscher, der ganz anders ist als die, die wir kennen, nach dem verheißenen Neuanfang, nach dem ganz Anderen,
der die Mächtigen dieser Erde endlich zum Schweigen bringt.

Mars – nach dem römischen Kriegsgott benannt
– symbolisiert die Aggressivität und Vitalität im Menschen, seine Antriebskraft und Schaffens- freude. Astrologisch beherrscht Mars das neue Aufsprießen der Natur im Frühjahr, wenn die Sonne im Tierkreiszeichen Widder steht.
Die Initiative Gottes zu unserem Heil beginnt mit dem „Spross“ aus der Wurzel Isais, nach dem wir in der 3. O-Antiphon rufen.

o-antiphon-4-19

Aus der Wurzel Isais wächst ein Zweig empor,
ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht.
Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm,
der Geist der Weisheit und der Erkenntnis,
der Geist des Rates und der Stärke,
der Geist des Wissens und der Frömmigkeit
und es erfüllt ihn der Geist der Gottesfurcht.
(Jes 11,1-3)

Jesus aus Nazaret (= Sprossdorf) ist dieser Spross aus der Wurzel Isais
der verheißene König. Ihn flehen die Völker an, dass er sie herausführt aus Dunkel und Finsternis in sein Licht.

Das Königtum Christi ist anders als das der weltlichen Könige.
Sein Reich, das Reich Gottes, ist nicht von dieser Welt.
Hier in dieser Weltzeit umspannt es verborgen alle Völker der Erde
und wird erst am Ende der Zeiten offenbar werden.

Die Sterndeuter fragten nach dem neugeborenen König der Juden (Mt 2,2)
und vor Pilatus sagt Jesus selbst: „Ja, ich bin ein König.“ (Joh 18,37)

Beten wir mit dem Schächer am Kreuz:
„Herr, denk an mich, wenn Du mit Deiner Königsmacht kommst!“
(Lk 23,42)

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20. Dezember: O clavis David – O Schlüssel Davids

O clavis David et sceptrum domus Israel –
qui aperis et nomo claudit;

claudis et nemo aperit:
– veni et educ vinctum de domo carceris,
sedentem in tenebris et
umbra mortis.

–> O clavis David (YouTube)

O Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel –
der du öffnest und niemand
schließt;
du schließt, und niemand
öffnet:
– komm und führe den Gefangenen aus dem Kerker,
den, der sitzt in Finsternis
und Schatten des Todes.

Grundlage ist Jes 22,20, wo Eljakim berufen wird als Verwalter im Hause Davids die Schlüssel übertragen bekommt. –
Gen 49,10 spricht davon, dass das Zepter von Juda nie weichen wird. –
In Jes 9 wird das Kommen dieses verheißenen Herrschers aus Juda auf dem Thron Davids gefeiert.
In Lk 1,78f besingt Zacharias Christus als das aufstrahlende Licht…

Diese Antiphon ruft nach Christus, nach der Macht, die wie die Strahlen der Sonne
in der Finsternis befreiend wirken, mit gleichsam königlicher Autorität
aus der Todesangst herauszuführen vermag.

Der strahlende Sonnenball – Symbol für Christus, die Sonne der Gerechtigkeit. Unter dessen Strahlen ist das Leben auf der Erde schlechthin überhaupt erst möglich. Die Sonnenstrahlen lassen die Samen aus der finsteren Erde aufkeimen und Frucht bringen.

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Der Zugang zum Heil Gottes,
der bisher nur dem Volk Israel offen stand und den Heiden verschlossen war,
wird durch Christus allen Völkern eröffnet.
So werden alle Menschen aus Finsternis und Tod befreit.

Aphrahat, der Persische Weise, beschreibt,
wie Christus nach seinem Tod die Gefangenen aus der Unterwelt befreit:

Er betrat die Scheol und führte die Gefesselten heraus.
Mit dem Bösen kämpfte er, bezwang ihn und trat ihn nieder,
durchbrach seine Bahnen und plünderte seinen Besitz;
er zerbrach seine Pforten und riss seine Riegel ab.
Er versiegelte unsere Seelen mit seinem eigenen Blut.
Er ließ die Gefangenen frei aus der verschlossenen Grube.

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21. Dezember: O Oriens – O Morgenstern

O Oriens,
splendor lucis aeternae –
et sol justitiae:
– veni et illumina
sedentes in tenebris et umbra mortis.

–> O Oriens (YouTube)

O Morgenstern,
Glanz des ewigen Lichtes –
und Sonne der Gerechtigkeit:
– komm und erleuchte,
die sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes.

Dass der Herr wie ein Stern aufgeht, wird in Jes 60,2 gesagt,
und nach Jes 62,1 steigt in Jerusalem sein „Glanz“ auf.
Die Deutung als „Morgenstern“ ist von Offb 22,16 her gerechtfertigt.

Diese Antiphon ruft nach Christus, nach dem Licht der Gerechtigkeit, das die Menschen aus der Todesverfallenheit retten kann.

Die Venus – ist der Morgenstern, nach dem die 5. O-Antiphon ruft.
Der Ruf nach „Gerechtigkeit“ ist der Ruf nach der Venus.
Sie ist ein Bild für das Streben nach Ausgeglichenheit, Harmonie, Schönheit und Gerechtigkeit.
In Verbindung mit Mars gebiert sie – mythologisch gesprochen – Eros, die Liebe.

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Wir leben in der Spannung zwischen dem „schon“ und dem „noch nicht“.

Wir gehen dem Morgenstern entgegen, dem Aufgang der Sonne – Christus.

Er ist schon gekommen als Licht der Welt,
aber sein Glanz hat noch nicht alle Herzen erfasst und durchdrungen.

Wir beten darum, dass in uns und allen Menschen
das Licht Christi immer stärker leuchten möge.

Herr Jesus, strahlender Morgenstern, Licht der Welt,
die Nächte sind oft lang und lasten schwer auf uns:
die Dunkelheit des Geistes, die Nacht der Seele.
Gib uns Hoffnung, bis der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen.
Komm und erleuchte uns mit dem Strahl deines Lichtes.
Mach die Finsternis in unseren Herzen hell
und lass uns dereinst in die neue Stadt Jerusalem gelangen,
deren Leuchte du bist und in der es keine Nacht mehr geben wird.

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22. Dezember: O Rex gentium – O König der Völker

O Rex gentium, et desideratus earum –
lapisque angularis, qui facis utraque unum:
– veni et salva hominem, quem de limo formasti.

–> O Rex gentium (YouTube)

O König der Völker und ihr Ersehnter –
du Schluss-stein, der du die beiden vereinigst:
– komm und heile den Menschen, den du aus Lehm gebildet hast.

Vgl. Ps 47,9: dass Gott als König herrscht vgl. Eph. 2,20, wo von Christus als dem „Schluss-stein“ die Rede ist, der alles zusammenhält. Alle Menschen sind nach Gen 2,7 aus Lehm gebildet.

Diese Antiphon ruft nach Christus, nach dem, der die Entfremdung der Menschen aufzuheben vermag in einer Neuen Einheit und Gemeinschaft, in einem neuen Frieden.

Der Merkur symbolisiert alles Machen und Kombinieren sowie die Fähigkeit zur Mitteilung, zur Kommunikation, nach der die 6. O-Antiphon ruft.

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Der Glaube sieht in Jesus Christus die sehnsüchtige Erwartung des Volkes Israel nach dem Messias erfüllt.
Doch er ist nicht allein der König von Israel.
Seine Herrschaft reicht über die Grenzen des Volkes hinweg über die ganze Erde.

Paulus greift im Epheserbrief diesen Gedanken auf, indem er zeigt, dass Jesus Juden und Heiden – also alle Menschen – in dem einen gemeinsamen Glauben vereint und somit auch die mit dem Messias verbundene Friedensverheißung der Propheten erfüllt.

Er ist unser Friede.
Er vereinigte die beiden Teile
(Juden und Heiden)
und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder. …
Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut;
der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.
Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten
und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.
(Eph 2,14.17.19-21)

Du Heiland, den die Völker ersehnen, komm und rette unsere heillose Welt!

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23. Dezember: O Emmanuel – O „Gott-mit-uns“

O Emmanuel, Rex et legifer noster – 
exspectatio gentium et Salvator earum:
– veni ad salvandum nos, Domine Deus noster.

–> O Emmanuel (YouTube)

O „Gott-mit-uns“, König und unser Gesetzgeber
du Erwartung der Völker und ihr Retter:
– komm und rette uns, Herr, unser Gott.

Die Geburt des Emmanuels aus der Jungfrau ist nach Jes 7,14 das prophetische Heilszeichen.
Nach Mt 1,23 hat sich dieses Zeichen in der Geburt Jesu aus der Jungfrau Maria erfüllt. Sein Name bezeichnet, was er ist: Retter/Heiland (vgl Lk 2,11)
zu „Herr, unser Gott“ vgl. Ps 99,8 u. Ps 106,47.

Diese Antiphon ruft nach Christus, nach dem „Gott-mit-uns“, dem göttlichen Heiland und Retter, der in der Unbeständigkeit dieser Welt ersehnt wird als der Garant einer neuen Ordnung in Frieden und Gerechtigkeit.

Der Mond ist nach antikem Verständnis die Grenze zwischen Himmel und Erde, zugleich in seinem steten Wandel Bild der diesseitigen Welt, Bild auch der Kirche auf ihrer irdischen Pilgerschaft.
Im Menschen entsprechen dem Mond die unteren Eingeweide, der Verdauungsapparat, und die „linke“, die emotionale Seite.
(Das deutsche Wort „Laune“ kommt vom lateinischen „luna“ = „Mond“).
Den Alten war auch bewusst, dass der Mond kein eigenes Licht hat, dass sein Licht vielmehr Widerschein des Lichtes der göttlichen Sonne ist.
Über der Mondsichel nun – so wurde Offb. 12,1ff gedeutet – erscheint die Frau, die den Emmanuel gebären sollte, das Zeichen der ersehnten Gottesherrschaft, unserer Hoffnung in dieser Welt.

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Wir Christen glauben, das Jesus dieser verheißene Emmanuel (= Gott mit uns) ist.

Die Evangelien bezeugen, wie sich in Jesus der „Gott-mit-uns“ als heilende, stärkende und erlösende Gegenwart Gottes erweist.

Und das ist auch das Wesentliche des Weihnachtsfestes:
Wir feiern, dass Gott mitten unter uns gegenwärtig sein will als „Gott-mit-uns!“

Diese Verheißung kann im Leben jedes einzelnen Menschen ihre Erfüllung finden. Gott steht an der Tür und wartet darauf, dass auch du ihn in dein Leben lässt.

Komm Herr Jesus, zeige deine Gegenwart,
rüttle uns wach, öffne unsere Augen, Geist und Sinn,
dass wir erkennen, was um uns herum geschieht,
dass wir aufstehen, und für Gerechtigkeit eintreten.
Lass uns deine Gegenwart erfahren – auch in der Heiligen Eucharistie –
und mach uns zu Zeugen dafür, dass du der Immanuel bist, der Gott-mit-uns.

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24. Dezember: O Virgo virginum – o Jungfrau der Jungfrauen

O Virgo virginum
quomodo fiet istud?
Quia nec primam similem visa es
nec habere sequentem.

Filiae Ierusalem, quid me admiramini?
Divi num est mysterium
hoc quod cernitis.

–> O Virgo virginum (YouTube)

O Jungfrau der Jungfrauen,
wie kann das sein?
Denn weder vor dir hast du eine Ähnliche gesehen
noch hast du eine dir Nachfolgende?
Töchter von Jerusalem, was staunt ihr über mich?
Göttlich ist dieses Geheimnis,
das was ihr seht.

Die älteste Handschrift – das Responsoriale von Compiegne – fügt noch eine 8. Antiphon hinzu: Sie hat jedoch einen anderen Charakter.
Sie richtet sich an die Jungfrau und Gottesmutter Maria.

Mit der 8. O-Antiphon ist unser sehnsuchtsvolles Rufen bis in die Tiefe unseres erdverhafteten Seins vorgedrungen.
Dass dieses Rufen sich durch alle Kräfte des Kosmos hinzog, macht zugleich die Eingebundenheit des Menschen in die ganze Schöpfung deutlich:

„Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes
(Röm 8,19).

o-antiphon-4-24

O komm, Herr Jesus, komm!

Wenn wir nun am letzten Tag vor Weihnachten, nochmals zurückschauen,
so offenbart sich in den 7 Rufen verborgen auch schon die Antwort.

O Sapientia
O
Adonai
O
Radix Jesse
O
Clavis David
O
Oriens
O
Rex gentium
O
Emmanuel
(O Virgo virginum)

Liest man nämlich die Anfangsbuchstaben der ersten Wörter der 7 O-Antiphonen rückwärts der Reihe nach, dann stehen vor uns die Buchstaben

ERO CRAS: = “ich werde da sein – morgen” –

die Verheißung, zu der uns die Antiphonen hinführen wollen, da sie die prophetischen Visionen des Alten Testamentes im Lichte des Neuen Testamentes zum Lied unseres Herzens, zum Lied der ganzen Schöpfung machen.

Die Folge der Anfangsbuchstaben gibt auch einen Sinn, wenn wir gemäß der ältesten Textüberlieferung die schon erwähnte 8. Strophe “O Virgo virginum” hinzunehmen;
aus ERO (“Ich werde dasein”) wird dann VERO CRAS: = “Wahrhaft morgen!” (= 25. Dezember).

(Grundlage dieser Gedanken zu den O-Antiphonen: Musica sacra 10/11 1985, Ein Lied vom Seufzen der ganzen Schöpfung: Die O-Antiphonen der römischen Adventsliturgie, von P. Dr. Gerhard Voss OSB und Fr. Gregor Baumhof OSB, S. 423-434)

o-antiphon-4a

7 + 1 O-Antiphonen im Advent – Grafik (c) G. M. Ehlert, Dez. 2016

 

 

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Herr, send herab uns deinen Sohn

Ein Lied aus dem Gotteslob zu den O-Antiphonen (GL 222):

Herr, send herab uns deinen Sohn,
die Völker harren lange schon.
Send ihn, den du verheißen hast,
zu tilgen uns’rer Sünden Last.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

I.
O Weisheit aus des Höchsten Mund,
die du umspannst des Weltalls Rund
und alles lenkst mit Kraft und Rat;
komm, weise uns der Klugheit Pfad.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

II.
O Adonai, du starker Gott,
du gabst dem Mose dein Gebot
auf Sinai im Flammenschein:
streck aus den Arm, uns zu befrei’n.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

III.
O Wurzel Jesse, Jesu Christ,
ein Zeichen aller Welt du bist,
das allen Völkern Heil verspricht:
eil uns zu Hilfe, säume nicht.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

IV.
O Schlüssel Davids, dessen Kraft
uns kann entziehn der ew’gen Haft:
komm, führ uns aus des Todes Nacht,
wohin die Sünde uns gebracht.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

V.
O Aufgang, Glanz der Ewigkeit,
du Sonne der Gerechtigkeit:
erleuchte doch mit deiner Pracht
die Finsternis und Todesnacht.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

VI.
O König, Sehnsucht aller Welt,
du Eckstein, der sie eint und hält:
o komm zu uns, o Herrscher mild,
und rette uns, dein Ebenbild.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

VII.
O „Gott mit uns“, Immanuel,
du Fürst des Hauses Israel,
o Hoffnung aller Völker du:
komm, führ uns deinem Frieden zu.
„Freu dich, freu dich, o Israel,
. bald kommt zu dir Immanuel.“

Herr, wir vertrauen auf dein Wort;
es wirkt durch alle Zeiten fort.
Erlöse uns, du bist getreu.
Komm, schaffe Erd und Himmel neu.

(Text: Heinrich Bone, 1847;
Melodie: Thomas Helmore 1856 nach einer franziskanischen Melodie des 15. Jahrhunderts)

siehe auch: „Die 7 + 1 O-Antiphonen“ (Power-Point-Präsentation)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert