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alles für Gott (32.B)

„Alles meinem Gott zu Ehren“

Sonntag, 11. November 2018

Liturgische Texte zum 32. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (Psalm 88,3)
HERR, lass mein Gebet zu dir dringen,
wende dein Ohr meinem Flehen zu.

Tagesgebet
Allmächtiger und barmherziger Gott,
wir sind dein Eigentum,
du hast uns in deine Hand geschrieben.
Halte von uns fern, was uns gefährdet,
und nimm weg, was uns an Seele und Leib bedrückt,
damit wir freien Herzens deinen Willen tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem 1. Buch der Könige (1 Kön 17,10-16)
Die Witwe machte aus der Handvoll Mehl ein kleines Gebäck und brachte es zu Elija heraus 

Antwortpsalm: Psalm 146,6-7.8-9b.9c-10
Lobe den HERRN, meine Seele.

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 9,24-28)
Christus wurde ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen

Ruf vor dem Evangelium (Mt 5,3)
Halleluja. Halleluja.
Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 12,38-44)
Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern 

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 12,38-44 (= Evangelium vom 32. Sonntag im Jahreskreis B)

Das Scherflein der armen Witwe“

12,38: Und in seiner Lehre sagte er (= Jesus):

Blicket (weg) von den Schriftkundigen
(vor denen) die in Roben wandeln wollen
und in den Märkten Grüße (erwarten)

39 und vordere Sitzplätze in den Synagogen
und vordere Lagerstätten in den Gastmählern

40 welche die Häuser der Witwen Herabfressende
und in fernschweifigem Vorwand Betende (sind)
sie werden nehmen ein umso härteres Urteil.

41 Und sitzend gegenüber dem Schatzgewahrsam*
schaut er wie die (Volks)menge wirft Kupfer(geld)
in den Schatzgewahrsam.

* Schatzgewahrsam
= Schatzkammer mit 13 Behältern für die verschiedenen Tempelopfer
12x für den Tempelschatz,

1x für freiwillige Gaben;

Und viele Reiche warfen aus (= hinein) vieles

42 Und es kam eine bettelarme Witwe
sie warf aus (= hinein) zwei Lepta*,
das ist ein Kodrantes*.

* Lepton = gering,
= das kleinste Geldstück (hellenistischer Prägung)

* Kodrantes = kleine römische Münzeinheit

43 Und herzu rufend seine Jünger
s
prach er zu ihnen:
„Amen, ich sage euch (folgendes):
Die Witwe, diese, die bettelarme
mehr als die vielen warf sie hinein
in den Schatzgewahrsam;

44 alle nämlich aus ihrem Überhabenden
warfen sie aus (= hinein)
diese aus ihrem Entbehrenden
alles, so vieles, wie sie hatte,
warf sie aus (= hinein)
ihr ganzes Lebenserhaltendes.*“

* Lebenserhaltendes (gr. bios = Leben, Existenz)

* * *

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Bild zur Meditation:

Zwei Lepta – das Scherflein der Witwe…

zwei-lepta

„… sie hat alles gegeben, was sie besaß – ihren ganzen Lebensunterhalt.“

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Impuls zum Evangelium

Zwei Lepta

Was sind schon zwei Lepta?

Ein Lepta = ein Weniges die kleinste Kupfermünze
(entsprechend der Kaufkraft umgerechnet ca. 0,50 €).
Zwei Lepta zweimal so gut wie nichts

Was sind diese zwei Lepta der armen Witwe?

Alles, was sie hat ihr ganzer Lebensunterhalt.
Diese zwei Lepta wirft sie in den Gotteskasten hinein

Übrigens: als Martin Luther sich daran machte, diese Geschichte ins Deutsche zu übersetzen, fiel ihm eine Münze seiner Zeit ein.
Das „Scherflein“ = eine mickrige und nahezu wertlose Münze. – Klein.
Luther hatte das Wort und die Überschrift gefunden, die sprichwörtlich werden sollten.
Das „Scherflein der armen Witwe“.

Daraus konnte sich die Aufforderung entpuppen, sein „Scherflein“ beizutragen.
Das sagen wir bist heute.
Manche aus bewusster Bescheidenheit, wenn sie eine große Gabe geben.
Andere, wenn sie eine Kleinigkeit in den Klingelbeutel werfen.

Aber leicht verstellt sich dabei der Blick auf das Ursprüngliche:
denn diese Witwe gibt mit ihrem „Scherflein“ nicht etwas ab, sondern alles.
Sie schöpft nicht aus dem Vollen, aber das Wenige, das sie hat, das gibt sie her –
ihren ganzen Lebensunterhalt – ihr ganzes Leben
in der großartigen Haltung:

„Alles meinem Gott zu Ehren,
alle Freude, alles Leid.
Weiß ich doch, Gott wird mich lehren,
was mir dient zur Seligkeit…“

* * *
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Links:

–> zur 1. Lesung: 1 Kön 17,10-16

–> zum Antwortpsalm Psalm 146: Preislied auf Gott, den Herrn und Helfer Israels

–> zum Evangelium – siehe: „Zwei Lepta

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 32.S.i.J.B

–> Gedenktage:

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 08. Nov. 2018

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zum 10. Sonntag im Jahreskreis (C) – 5. Juni 2016:

Eröffnungsvers:
„Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.“
(Ps 27,1-2)

1. Lesung: 1 Kön 17,17-24 Elija erweckt den Sohn einer Witwe wieder zum Leben

2. Lesung: Gal 1,11-19 Gott offenbarte dem Paulus seinen Sohn, damit er ihn unter den Heiden verkündige

Evangelium: Lk 7, 11-17: Die Auferweckung des Sohnes einer Witwe in Nain 

Bild-Meditation zu Lukas 7,11-17

An den Kreuzungspunkten des Lebens

Grafik von G. M. Ehlert

Auferweckung des jungen Mannes von Nain durch Jesus

Jesus kommt im „Zug der Hoffnung“
aus Kafarnaum, wo er den todkranken Diener
des heidnischen Hauptmannes geheilt hat.

Eine Witwe kommt im „Zug der Hoffnungslosigkeit“
aus dem Tor von Nain heraus,
um ihren einzigen Sohn zu Grabe zu tragen.

In Schunem – 2 km von Nain entfernt –
hatte vor langer Zeit der Prophet Elischa
ein Kind vom Tode auferweckt.

Jesus verliert Jerusalem
das Ziel seines Lebensweges nicht aus dem Blick,
wo ihn Tod und Auferstehung erwarten.

Doch schon hier –
am Kreuzungspunkt der Wege – zeigt Jesus,
dass Gott auf sein Volk schaut
und neues Leben schenkt,
indem er den jungen Mann auferweckt
und ihn seiner Mutter zurückgibt.

„Auferweckung“ – Grafik u. Gedanken zu Lk 7,11-17
von G. M. Ehlert, © 03.06.2010

„zu neuer Hoffnung auferweckt“

Der Zug der Hoffnung – mit Jesus, dem Anführer des neuen Lebens

Jesus kommt nach Nain = ‚die Liebliche’ genannt
mit ihm seine Jünger und eine große Menschenmenge.
Sie haben Wunderbares mit ihm erlebt.
Ein Zug der Hoffnung
mit Jesus dem „Anführer des neuen Lebens“
ein Zug ins Leben

–> welche Hoffnung verbindet mich mit Jesus?

Der Zug der Hoffnungslosigkeit – mit der Witwe u. dem Trauerzug

Aus Nain heraus kommt – in bitterer Trauer
eine Witwe auf dem Weg, ihren einzigen Sohn –
ihre letzte Hoffnung auf Leben zu begraben
ein Zug der Hoffnungslosigkeit
mit den Leichenträgern
ein Zug zum Grab.

–> welche Hoffnung muss ich – wie die Witwe – zu Grabe tragen?

Das Zusammentreffen: Das machtvolle Mitgefühl Jesu

Die Menschen im Zug der Hoffnung
treffen auf die Trauernden
im Zug der Hoffnungslosigkeit.
In Jesus wird das göttliche Mitgefühl geweckt
darin zeigt er sich als der Kyrios (= Herr)
als er diese trauernde Witwe – in ihrer Hoffnungslosigkeit – sieht
und dass er den Trauerzug zum Stillstand bringt.

–> wo wird heute die „Option Jesu für die Armen“ deutlich?

Das „Machtwort“ Jesu: zur Witwe: „Weine nicht!“ und „Junger Mann, dir sage ich, werde auferweckt.“

1. Das Heilshandeln Jesu an dem toten Sohn
2. um ihn der Witwe wieder lebend zurückzugeben u. ihr so neu Zukunft und Hoffnung zu schenken.

–> wo erfahre ich, dass gestorbene Hoffnung wieder auferweckt wird?

Reaktion: Furcht und Verherrlichung

„Alle wurden von Furcht ergriffen;
sie verherrlichten Gott und sagten:
Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: (wie Elija!)
ja noch mehr:
Gott hat sich seines Volkes angenommen, wörtl.: ‚besucht’“

vgl. Benedictus: …“durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“ (Lk 1,79)

–> welche Reaktion zeige ich –
furchtsames Verstummen oder lobpreisendes Bekennen?

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Zwei kleine Münzen


zum 32. Sonntag im Jahreskreis B – (08.11.2015)

1. Lesung: 1 Kön 17,10-16: „Die Witwe von Sarepta machte aus der Handvoll Mehl ein kleines Gebäck und brachte es zu Elija hinaus“
2. Lesung: Hebr 9,24-28: „Christus wurde ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen“

Evangelium: Mk 12,38-44:

Das Scherflein der armen Witwe

12,38: Und in seiner Lehre sagte er (= Jesus):

Blicket (weg) von den Schriftkundigen
(vor denen) die in Roben wandeln wollen
und in den Märkten Grüße (erwarten)

39 und vordere Sitzplätze in den Synagogen
und vordere Lagerstätten in den Gastmählern

40 welche die Häuser der Witwen Herabfressende
und in fernschweifigem Vorwand Betende (sind)
sie werden nehmen ein umso härteres Urteil.

41 Und sitzend gegenüber dem Schatzgewahrsam*
schaut er wie die (Volks)menge wirft Kupfer(geld)
in den Schatzgewahrsam.

* Schatzgewahrsam
= Schatzkammer mit 13 Behältern für die verschiedenen Tempelopfer
12x für den Tempelschatz, 1x für freiwillige Gaben;

Und viele Reiche warfen aus (= hinein) vieles

42 Und es kam eine bettelarme Witwe
sie warf aus (= hinein) zwei Lepta*,
das ist ein Kodrantes*.

* Lepton = Gering, = das kleinste Geldstück (hellenistischer Prägung)
* Kodrantes = kleine römische Münzeinheit

43 Und herzu rufend seine Jünger
s
prach er zu ihnen:
„Amen, ich sage euch (folgendes):
Die Witwe, diese, die bettelarme
mehr als die vielen warf sie hinein
in den Schatzgewahrsam;

44 alle nämlich aus ihrem Überhabenden
warfen sie aus (= hinein)
diese aus ihrem Entbehrenden
alles, so vieles, wie sie hatte,
warf sie aus (= hinein)
ihr ganzes Lebenserhaltendes.*“

* Lebenserhaltendes (gr. bios = Leben, Existenz)

2 Lepta - das "Scherflein der Witwe"

2 Lepta – das „Scherflein der Witwe“

siehe auch: „Zwei Lepta

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Scherflein der Witwe

zum 32. Sonntag im Jahreskreis B – (11.11.2012)
zur 1. Lesung: 1 Kön 17,10-16
Evangelium: Mk 12,38-44: „Das Scherflein der armen Witwe

12,38: Und in seiner Lehre sagte er (= Jesus):

Blicket (weg) von den Schriftkundigen
(vor denen) die in Roben wandeln wollen
und in den Märkten Grüße (erwarten) 

39 und vordere Sitzplätze in den Synagogen
und vordere Lagerstätten in den Gastmählern

40 welche die Häuser der Witwen Herabfressende
und in fernschweifigem Vorwand Betende (sind)
sie werden nehmen ein umso härteres Urteil.

41 Und sitzend gegenüber dem Schatzgewahrsam*
schaut er wie die (Volks)menge wirft Kupfer(geld)
in den Schatzgewahrsam. 

* Schatzgewahrsam = Schatzkammer mit 13 Behältern für die verschiedenen Tempelopfer 12x für den Tempelschatz,
1x für freiwillige Gaben;

Und viele Reiche warfen aus (= hinein) vieles

42 Und es kam eine bettelarme Witwe
sie warf aus (= hinein) zwei Lepta*,
das ist ein Kodrantes*.

* Lepton = Gering, = das kleinste Geldstück (hellenistischer Prägung) 
* Kodrantes = kleine römische Münzeinheit

 43 Und herzu rufend seine Jünger
s
prach er zu ihnen:
„Amen, ich sage euch (folgendes):
Die Witwe, diese, die bettelarme
mehr als die vielen warf sie hinein
in den Schatzgewahrsam;

44 alle nämlich aus ihrem Überhabenden
warfen sie aus (= hinein)
diese aus ihrem Entbehrenden 
alles, so vieles, wie sie hatte, 
warf sie aus (= hinein)
ihr ganzes Lebenserhaltendes.*“

* Lebenserhaltendes (gr. bios = Leben, Existenz)

siehe: „Zwei Lepta

beharrliches Bitten

zum 29. Sonntag im Jahreskreis C (= 17. Oktober 2010)
Tagesevangelium: Lukas 18,1-8

… Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht

1. Bedrohtes Leben – Leid, Schuld, Krankheit u. Tod
– Das Leben ist manchmal schier unerträglich…
– für viele auf der Welt: tägl. Kampf ums Überleben…
– bei uns: Erfahrung der Verletzlichkeit: Leid, Schuld, Krankheit u. Tod.

–> Wie gehen wir mit solchen Erfahrungen um?
–          Ausblenden / verdrängen?
–          Vertröstung…
–          Resignation? 

2. Betet – allezeit und unermüdlich
– allezeit, d.h. in allen Lebenslagen
– unermüdlich, d.h. beharrlich à Bsp. die Witwe im Ev.

–> Not lehrt beten? – Wir haben oft unsere Not mit dem Gebet:
–          Ent-täuschung vom Bittgebet und seiner „Wirkungslosigkeit“
–          Jesu Einladung: Beharrlichkeit: Steter Tropfen höhlt den Stein wie bei dem ungerechten Richter im Ev.
–          Jesu Folgerung: vom ungerechten Richter zum Liebenden Gott:

 3.       Gebetserhörung zugesagt – Zeitpunkt ungewiss
Wenn schon der ungerechte Richter – der „Richter Gnadenlos“ – der Witwe, die ihn nicht bestechen kann, zu ihrem Recht verhilft,
umso mehr wird Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien zu ihrem Recht verhelfen.

Unverzüglich! – sagt Jesus. 

Unverzüglich? – Genau das ist das Problem.
Die Erfüllung unserer Bitten lässt oft sehr lange auf sich warten.
Gott – ist kein Automat: Gebet herein – gewünschte Ware heraus.
Gott – ist auch kein Ersatz unserer menschlichen Unfähigkeiten
Gott – ist auch kein Lückenbüßer, der dort automatisch eingreift, wo wir versagen… 

  • Gottes Beistand ist uns zugesagt
    Was Jesus uns zusagt im Blick auf das Gebet:
    Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche und Bitten,
    doch er erfüllt alle seine Verheißungen.

Das „Rechte“, was wir jederzeit von Gott erwarten dürfen ist sein Beistand in Leid, Not und Tod.

Ich bin JHWH – ich bin der, der da ist für euch! = sein Name.

4. Aufruf zur Beharrlichkeit
–         nicht nachlassen mit dem Bittgebet, wenn es um eine gerechte Sache geht. „Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht!“
–         Zuversicht und Gebet gehören zusammen und sind Ausdruck unseres Glaubens.
–         Wer zuversichtlich betet, der hält Gott all das hin, was ist, in der Hoffnung, dass Gott Wandlung zum Guten schenkt. (Paulus: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben alles zum Guten führt.“) 

  • Vom verdorrten Baum, der nach langer Zeit aufblüht
    In einem russischen Film „Opfer“ von 1986 (d.h. vor der Wende!) erzählt der in eine Krise geratene Intellektuelle Alexander seinem Sohn die folgende Geschichte, während er einen verdorrten Baum in den Boden pflanzt:

…Einmal, vor sehr langer Zeit, verstehst du, da lebte ein alter Mönch in einem orthodoxen Kloster, Pamwe hieß er, der pflanzte auf einem Berg einen trockenen Baum, genau so. Und zu seinem Schüler, das war ein Mönch, der hieß Joann Kolow, sagte Pamwe, er solle diesen Baum täglich wässern, bis er zum Leben erwachen würde…
und so füllte Joann jeden Morgen in aller Frühe einen Eimer mit Wasser und machte sich auf den Weg. Er stieg hinauf auf den Berg und wässerte den trockenen Baumstamm, und am Abend, als es schon dunkel war, da kehrte er zurück ins Kloster. Und so ging das drei ganze Jahre lang.
Aber dann, eines schönen Tages, kam er auf den Berg und sah, dass sein ganzer Baum übersät war mit Blüten!

Und man kann sagen, was man will, diese Methode, dieses System hat etwas Großartiges. Weißt du, manchmal, da sage ich mir, wenn man jeden Tag zu der gleichen Zeit ein und dieselbe Sache tun würde, wie ein Ritual, unerschütterlich, systematisch, jeden Tag ständig zu genau der gleichen Zeit, dann würde sich die Welt verändern. Etwas in ihr würde sich verändern, es könnte gar nicht anders sein. 

5. Zuversichtlich leben
Wer zuversichtlich aus dem Glauben an Gottes Beistand lebt, der überwindet sowohl Resignation als auch bloßen Zweckoptimismus.
Ein Mensch voller Zuversicht sieht klar, was ist, aber zugleich: was sein könnte.
Er sieht, wie Gott die Welt und die Menschen will.
Zuversicht haben heißt: allen Widerständen zum Trotz
beharrlich darauf vertrauen, dass Gott mich, die Menschen und die Zustände in der Welt zum Guten verwandeln kann. 

28 Jahre Friedensgebete in Leipzig
Von solch zuversichtlichem Glauben sind seit nunmehr 28 Jahren die berühmt gewordenen Montagsgebete um den Frieden in Leipzig geprägt.
Im Herbst 1982 begannen Menschen in Leipzig mit den sogenannten Montagsgebeten um den Frieden. Ein paar Jahre später standen diese wöchentlichen Gebete kurz vor dem Aus. Doch beharrlich und voller Zuversicht hielten die Beterinnen und Beter durch. Und so erwuchsen schließlich aus diesen Friedensgebeten die Montagsdemonstrationen, die maßgeblich zum Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 mit beitrugen.

Einen solchen senfkorngroßen Glauben, der auch dann noch voller Zuversicht ist, wenn unsere berechtigten Bitten sich lange nicht zu erfüllen scheinen –  wünsche ich Ihnen und mir. Amen

Gottloser Richter + beharrlich bittende Witwe + der Barmherzige Gott

"Verschaff mir Recht" (Lk 18,1-8) (c) G. M. Ehlert, 05.10.2010

Wach auf + steh auf!

Bild-Meditation zu Lukas 7,11-17 –
Evangelium vom  10. Sonntag im Jahreskreis C

An den Kreuzungspunkten des Lebens

Grafik von G. M. Ehlert

Auferweckung des jungen Mannes von Nain durch Jesus

Jesus kommt im „Zug der Hoffnung“
aus Kafarnaum, wo er den todkranken Diener
des heidnischen Hauptmannes geheilt hat.

 Eine Witwe kommt im „Zug der Hoffnungs-
losigkeit“ aus dem Tor von Nain heraus,
um ihren einzigen Sohn zu Grabe zu tragen.

 In Schunem – 2 km von Nain entfernt –
hatte vor langer Zeit der Prophet Elischa
ein Kind vom Tode auferweckt.

 Jesus verliert Jerusalem
das Ziel seines Lebensweges nicht aus dem Blick,
wo ihn Tod und Auferstehung erwarten.

Doch schon hier –
am Kreuzungspunkt der Wege – zeigt Jesus,
dass Gott auf sein Volk schaut
und neues Leben schenkt,
indem er den jungen Mann auferweckt
und ihn seiner Mutter zurückgibt.

 „Auferweckung“ – Grafik u. Gedanken zu Lk 7,11-17
von G. M. Ehlert, © 03.06.2010

 

 „zu neuer Hoffnung auferweckt“

Der Zug der Hoffnung – mit Jesus, dem Anführer des neuen Lebens

Jesus kommt nach Nain = ‚die Liebliche’ genannt
mit ihm seine Jünger und eine große Menschenmenge.
Sie haben Wunderbares mit ihm erlebt.
Ein Zug der Hoffnung
mit Jesus dem „Anführer des neuen Lebens“
ein Zug ins Leben 

–> welche Hoffnung verbindet mich mit Jesus?

Der Zug der Hoffnungslosigkeit – mit der Witwe u. dem Trauerzug

Aus Nain heraus kommt – in bitterer Trauer
eine Witwe auf dem Weg, ihren einzigen Sohn –
ihre letzte Hoffnung auf Leben zu begraben
ein Zug der Hoffnungslosigkeit
mit den Leichenträgern
ein Zug zum Grab.

–> welche Hoffnung muss ich – wie die Witwe – zu Grabe tragen?

Das Zusammentreffen: Das machtvolle Mitgefühl Jesu

Die Menschen im Zug der Hoffnung
treffen auf die Trauernden
im Zug der Hoffnungslosigkeit.
In Jesus wird das göttliche Mitgefühl geweckt
darin zeigt er sich als der Kyrios
als er diese trauernde Witwe – in ihrer Hoffnungslosigkeit – sieht
und dass er den Trauerzug zum Stillstand bringt.

 –> wo wird heute die „Option Jesu für die Armen“ deutlich?

Das „Machtwort“ Jesu: zur Witwe: „Weine nicht!“ und „Junger Mann, dir sage ich, werde auferweckt.“

1. Das Heilshandeln Jesu an dem toten Sohn
2. um ihn der Witwe wieder lebend zurückzugeben u. ihr so neu Zukunft und Hoffnung zu schenken.

–> wo erfahre ich, dass gestorbene Hoffnung wieder auferweckt wird?

Reaktion: Furcht und Verherrlichung

„Alle wurden von Furcht ergriffen;
sie verherrlichten Gott und sagten:
Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: (wie Elija!)
ja noch mehr:
Gott hat sich seines Volkes angenommen, wörtl.: ‚besucht’“

 (vgl. Benediktus: …“durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“)

 –> welche Reaktion zeige ich –
furchtsames Verstummen oder lobpreisendes Bekennen?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert