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Pfingstfest

Pfingstfest – Geburtstag der Sendung der Kirche

Zum Abschluss der Osterzeit feiern die Christen am 50. Tag nach dem Osterfest das Pfingstfest. –

*Die Seiten 7 Sonntage der Osterzeit
und re-qu-ie-m c-r-e-s(ce)
geben einen Überblick über die 50 Tage der Osterzeit

Die Bezeichnung Pfingsten kommt vom griechischen Wort „pentecoste“ = „der Fünfzigste“. Gefeiert wird an diesem Fest die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger und Jüngerinnen Jesu fünfzig Tage nach der Auferstehung Jesu.
Über dieses Ereignis berichtet die Apostelgeschichte.

* zu Apg 2,1-13 siehe: Das Pfingstgeschehen

Mit diesem Ereignis beginnt die Sendung der Kirche, zu Menschen aus allen Völkern zu gehen und sie mit dem Geist der Liebe Gottes vertraut zu machen.

Die Juden feierten (und feiern es bis heute) an diesem Tag das Erntefest „Shawuot“. An diesem Festtag erinnern sie sich auch an die Gabe der Tora fünfzig Tage nach dem Auszug aus Ägypten am Gottesberg Horeb.

* Wurzeln und Früchte von Pfingsten
– Zusammenhang des jüdischen Festes Shawuot und dem christlichen Pfingstfest

Besondere Gottesdienste zur Einstimmung auf das Pfingstfest

Zur Einstimmung auf das Pfingstfest empfiehlt es sich, jeden Tag zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstsonntag in einem besonderen Gebet um die Kraft des Heiligen Geistes zu beten. d.h. eine Pfingstnovene zu beten – nach dem Vorbild der Apostel, die zusammen mit der Gottesmutter Maria in diesen 9 Tagen „einmütig im Gebet“ im Abendmahlssaal in Jerusalem versammelt waren.

* Hinweise zum 9-tägigen Gebet:
Pfingstnovene

Die katholische Kirche kennt in ihrer Gottesdiensttradition die Feier von Vigilien = Nachtwachen. Besonders vor den großen Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten wurden solche nächtlichen Gebets- und Meditationsgottesdienste gehalten. Daraus hat sich zum einen die Christmette in der Heiligen Nacht vor dem Weihnachtstag und die Osternachtfeier vor dem Ostersonntag entwickelt.
Die Vigil vor dem Pfingstfest ist jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten.

* Aufbau und Texte für eine Pfingstvigil

Liturgische Texte zum Pfingstsonntag

Eröffnungsvers:

„Spiritus Domini replevit orbem terrarum, Alleluia,
et hoc quod continet omnia, scientiam habet vocis, Alleluia.“

„Der Geist des Herrn erfüllt den Erdkreis. Halleluja!
In ihm hat alles Bestand. Nichts bleibt verborgen vor ihm. Halleluja.“ (Weish. 1,7)

1. Lesung: Apostelgeschichte 2,1-11
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen zu reden

Antwortpsalm: Psalm 104,1-2.24-25.29-30.31 u. 34
Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu

2. Lesung: 1. Korintherbrief 12,3b-7.12-13
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen

(oder Römerbrief 8,8-17: Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes)

Pfingst-Sequenz:

Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finst’re Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut;
köstlich Labsal in der Not.

In der Unrast schenkst du Ruh‘,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig‘ Weh’n
kann im Menschen nichts besteh’n,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit besteh’n,
deines Heils Vollendung seh’n
und der Freuden Ewigkeit.

Evangelium: Joh 20,19-23*
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch: Empfangt den Heiligen Geist!

oder Joh 15,26-27; 16,12-15

* siehe: Joh 20,19-23 (siehe Ostersonntag)

zu den liturgischen Texten von Pfingstfest siehe auch:
–> Vorabend;
–> Pfingstsonntag:
–> Pfingstmontag

Gebete zum Heiligen Geist

–> Sammlung von Gebeten zum Heiligen Geist

Komm, du Heiliger Geist
und erneuere in uns
das göttliche Leben
dein Geschenk in der Taufe.

Komm, du Atem Gottes
und erfülle uns neu
mit deiner Frische
und Lebenskraft.

Komm, du frischer Wind
und bringe in Bewegung
jede und jeden von uns
und deine oft träge Kirche.

Komm, du Feuer der Liebe
und entflamme uns neu
den Armen Gerechtigkeit
und Freude zu bringen.

Komm, du Taube des Friedens
und beflüg’le unser Leben
als deine Friedensboten
in unserer Welt zu wirken.

(Georg Michael Ehlert)

Meditationen in Wort und Bild zum Pfingstfest

Dornbusch-Pfingsten-5a

Dynamik der Liebe Gottes – Pfingstikone (c) G. M. Ehlert, Mai 2017

Pfingsten –
Wenn die Liebe Gottes
das Herz des Menschen entflammt

Pfingsten heißt: „Der fünfzigste (Tag)“ –
eine Meditation in 50 Worten zum Pfingstfest:

Pfingsten

Wind entfacht
Feuersglut
Herz entbrennt

Maria sagt JA
und sie empfing
vom Heiligen Geist…

Jesu Passion –
im Tod am Kreuz
haucht er den Geist aus…

An Ostern
haucht der Auferstandene
den Jüngern den Geist ein…

Seit Pfingsten
entfachen sie das Feuer des Geistes
damit das Herz vor Liebe brennt.

Impuls zum Pfingstfest:

Am Fest der Pfingsten
– sind die Geschenke am Geringsten?!?

  • Weihnachten = ein „sehr großes Fest“:
    viele Geschenke und 3 Wochen Schulferien…
    • Ostern = ein „großes Fest“:
    Ostereier und Osterhase und 2 Wochen Schulferien…
    • Doch Pfingsten:
    gerade mal 1-2 Tage Pfingstferien –

„Am Fest der Pfingsten –
da sind die Geschenke am geringsten.“

Was feiern wir Christen?
• Weihnachten:
Gott schenkt uns in Jesus seinen Sohn…
• Ostern:
Durch Tod und Auferstehung Jesu werden wir erlöst und bekommen Anteil am ewigen Leben
• Und Pfingsten?
Das jüdische Volk feiert am 50-sten Tag nach dem Pessachfest (= Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten) Shawuot = den fünfzigsten Tag, an dem Gott auf dem Gottesberg Horeb dem Volk die Tora als die Gabe der Lebensweisungen Gottes schenkte;
und wir Christen feiern 50 Tage nach Ostern das Geschenk des Heiligen Geistes.

Das Feuer seiner Liebe befähigt uns, die Tora im Sinne Jesu zu verstehen, zu leben und liebend weiterzugeben.

„Sind am Fest der Pfingsten –
die Geschenke am geringsten?

Es liegt an uns!
Das Pfingstfest sagt:
Wir sind Gottes Geschenk für die Welt!

Wenn wir uns durch Gottes Geist entflammen lassen…
wenn wir aus dem Evangelium leben und davon Zeugnis geben…
wenn wir die empfangenen Gaben Gottes liebend weitergeben…
dann wird Pfingsten zu einem „großartigen Fest“ der Liebe Gottes für alle Menschen in dieser Welt.

Brauchtum zum Pfingstfest:

Ein religiöses Brauchtum wie die Bescherung unterm Weihnachtsbaum oder das Ostereiersuchen hat sich rund um das Pfingstfest kaum entwickelt.

Schön wäre es z.B.

  • an Pfingsten Pfingstrosen zu verschenken

Pfingstrosen (eine Art der Hahnenfußgewächse) sind eine beliebte Zierpflanze, die nach dem Pfingstfest benannt ist – sie steht vor allem wegen ihrer Blütezeit mit diesem Fest in zeitlichem Zusammenhang.

Sie sind ausdauernde Pflanzen mit krautigen oder verholzenden Stengeln ohne Dornen, zusammengesetzten Blättern und großen weißen, gelben, rosafarbenen oder roten Blüten, denen heilende Wirkung zugeschrieben wird.

  • Pfingsttauben basteln…
    z.B. eine Pfingst-Taube aus Papier falten (Origamitechnik):Origami-taube-a

Die Taube galt im alten Orient eine (göttliche) Liebesbotin.
Auch die Brieftauben brachten früher Botschaften zu den Menschen.
Gottes Botschaft am Pfingstfest:
Ich habe dir meine Liebeskraft zum weitergeben geschenkt.

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 07.06.2019

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Werke der Barmherzigkeit

Gebet um – 7 Gaben des Geistes –

Kraft für die 7 Werke geistiger Barmherzigkeit

 

Dreifaltiger Gott,

Hungernde speisen

erfülle mich mit dem Geist der Weisheit,

            damit ich Unwissende recht zu lehren vermag…

                        und ihnen so gute Nahrung für den Geist gebe;

Durstige tränken

erfülle mich mit dem Geist der Frömmigkeit,

            damit ich für Lebende und Tote bete…

                        und so ihren Durst nach Gnade tränke;

Nackte bekleiden

erfülle mich mit dem Geist der Einsicht,

            damit ich bereit bin Beleidigungen zu verzeihen…

                        und so die Nackten des Geistes mit Verzeihung bekleide;

Fremde beherbergen

erfülle mich mit dem Geist der Erkenntnis,

            damit ich Lästige ertrage…

                        und so sie im eigenen Herzen beherberge;

Kranke pflegen

erfülle mich mit dem Geist der Stärke,

            damit ich Trauernde tröste…

                        und so den Kranken des verletzten Herzens beistehe;

Gefangene erlösen

erfülle mich mit dem Geist des Rates,

            damit ich Zweifelnde beraten vermag…

                        und sie so aus innerer Gefangenschaft erlöse;

Tote begraben

erfülle mich mit dem Geist der Gottesfurcht,

            damit ich Irrende zurechtweise…

                        und so ihnen helfe, ihre Sünden zu begraben,

 

damit wir gemeinsam zu ewigen Leben auferstehen.

 

(G. M. Ehlert, 17. Nov. 2007)

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

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(c) G. M. Ehlert