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Freundschaftsdienst (6.O.B)


6. Sonntag der Osterzeit Rogate (Bittsonntag) (= 6. Mai 2018)

Vocem iucunditatis

O-6

Vocem iucunditatis annuntiate, et audiatur, alleluia,
nuntiate usque ad extremum terrae,
liberavit Dominus populum suum, alleluia.“

„Verkündet es jauchzend, damit man es hört, Halleluja;
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Der HERR hat sein Volk befreit. Halleluja.“
(vgl. Jes 48,20)

Tagesgebet:
Allmächtiger Gott,
lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn

1. Lesung:  Apg 10,25-26.34-35.44-48
Auch auf die Heiden wurde die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen

Antwortpsalm: Ps 98,1.2-3b.3c-4
Der HERR hat sein Heil enthüllt vor den Augen der Völker

2. Lesung: 1 Joh 4,7-10
Gott ist die Liebe

–> zu 1 Joh 4,7-10: Gott ist die Liebe!

Evangelium:  Joh 15,9-17
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt

–> zu Joh 15,9-17: Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt
siehe auch: „In Liebe verbunden

 

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zum 6. Sonntag der Osterzeit (B)

„Ich habe euch Freunde genannt…“

In Christus bleiben bringt reiche Frucht

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Joh 15,5)
Das war das Evangelium des letzten Sonntags.
Das heutige Evangelium schließt unmittelbar an Evangelium des letzten Sonntags an. Noch einmal geht es um das Stichwort „bleiben“.
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9) –
Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt bei uns Christen reiche Frucht hervor.

„Firm“ bleiben in der Verbundenheit mit Christus

Seit unserer Taufe gehören wir als Rebzweige zu Christus, dem wahren Weinstock. –
In der Firmung wird besiegelt, dass wir nun firm – d.h. fest, sicher, geübt und gestärkt genug sind, um selber Zeugnis geben zu können von der Botschaft unseres Glaubens.

Der Markenartikel unserer „Firma“ ist die Liebe Gottes.
Von dieser Liebe sollen wir Zeugnis geben in unserem Leben.
Das ist unser Auftrag als gefirmter Christ.

Worin sich in unserem Leben erweisen kann, dass wir in der Firmung besiegelt wurden mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist – das zeigt sich an drei besonderen Früchten des Geistes Gottes:

Die erste Frucht: die Liebe

Die erste und grundlegende Frucht, die in uns wächst, wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist die Liebe.

Aber Liebe nicht in erster Linie als Gebot: „Liebt einander!“ Nein, Liebe bedeutet zunächst einmal etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache: Du bist von Gott geliebt!

„Bleibt in meiner Liebe“, sagt Jesus.
Es geht nicht darum, dass wir uns Liebe irgendwie aus den Fingern saugen, sondern dass wir zunächst das Geschenk annehmen, dass Gott uns liebt.

Erst derjenige, der sich so richtig „eingehüllt“ weiß in die Liebe Gottes, der kann überhaupt richtig den Anderen lieben.

Diese Liebe ist auch nicht etwas, das wir produzieren müssten. Sie ist eine Frucht, die wächst. Ein Zweig am Baum produziert ja auch nicht Früchte, sondern er ‚trägt’ gleichsam diese Früchte.

Die grundlegende Frucht liegt in der Tatsache: Du bist von Gott geliebt, ohne Wenn und Aber. Und wenn nichts Liebenswertes mehr in dir ist, wenn du dich selber schon nicht mehr ausstehen kannst, wenn alle mit dem Finger auf dich zeigen, dann gilt das immer noch, dass Gott dich liebt.

Der Apostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief mit einem jubelndem Unterton: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (vgl. Röm 8,39) Es kann mit uns passieren, was will. Gott wird nicht aufhören, uns zu lieben.
Denn so sagt der erste Johannesbrief: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8) schlechthin!
Er kann gar nicht anders, als lieben.

Jesus schenkt uns sein Geheimnis – es ist ganz einfach:
„Bleibt in meiner Liebe“ und
„Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Die zweite Frucht: die Freude

Die zweite Frucht, die in unserem Evangelium genannt wird, die wächst, wenn wir mit Christus verbunden sind, ist die Freude.

Es ist der erklärte Wille Gottes, dass unser Leben geprägt ist von einer überströmenden Freude, dass wir randvoll frohe Menschen sind. Nicht umsonst heißt die Botschaft, die wir zu verkünden haben, nicht „Liebesbotschaft“, obwohl die Liebe ganz wichtig ist, sondern sie heißt „Frohe Botschaft“. Es ist eine Nachricht der Freude.

Unser Leben soll geprägt sein von einer ganz tiefen Freude.
Aber damit wir uns nicht missverstehen: Freude, die hier gemeint ist, ist etwas anderes als Lustigkeit. Manche Menschen sind nicht froh, sie sind nur lustig.

Die Freude, die Jesus meint, die Frucht, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, sie existiert auch dann noch, wenn es – menschlich gesehen – nichts Frohes mehr gibt in unserem Leben. Wenn man vielleicht von Sorge niedergebeugt ist, wenn man Lasten zu tragen hat, dann gilt diese Freude Jesu immer noch.

Denn diese Freude hat ihre Wurzeln nicht in einer vergänglichen Glückserfahrung; diese Freude hat ihre Wurzeln in Jesus Christus.

Wenn ein Mensch in Christus ist, mit Christus verbunden ist, dann wächst diese Frucht der Freude. Und das Tiefste bei dieser Freude ist dies: Das ganz große Fragezeichen hinter jeder menschlichen Freude ist ja der Tod. Der Tod ist nur noch Schmerz, Mühsal und Trauer.

Aber die christliche Freude, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, die bleibt auch dann noch, wenn Menschen dem Sterben in ins Auge sehen müssen. Ich habe das oft erlebt, wie Menschen, bei aller menschlichen Trauer einen tiefen Frieden hatten, ja sogar Freude.

Die dritte Frucht: die Freundschaft

Schließlich eine dritte Frucht die wächst, wenn man mit Christus verbunden ist.
Diese Frucht ist die Freundschaft mit Jesus Christus.

Jesus sagt heute im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ich nenne euch Freunde.“ (vgl. Joh 15,15)

In der Bibel wurden vor den Jüngern Jesu nur Abraham ( in Jak 2,23) und Mose ( in Ex 33,11) „Freunde Gottes“ genannt.
Und hier nennt Jesus, der Sohn Gottes seine Apostel erstmals „Freunde“.

Das typische Kennzeichen von Freunden ist, dass sie keine Geheimnisse vor einander haben. Jesus sagt: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15) Jesus nimmt uns mit hinein in die ganz tiefe Beziehung, die zwischen ihm und seinem Vater besteht.

Und wenn jemand wirklich entdeckt: Mein Leben ist eine Freundschaft mit Christus, dann hat das Auswirkungen auf ganz viele praktische, christliche Lebensbereiche. Das hat Auswirkungen auf unser Beten. Dann ist Beten nicht mehr eine Pflichtübung, dann wird Beten eine Art „Freundschaftsverkehr mit Gott“, wie Theresa von Avila einmal sagt. Wie ein Freund mit seinem Freund redet.

Doch eine Freundschaft muss man pflegen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt es anschaulich:
„Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.“

Jesus erwartet nicht, dass wir einen Katalog von religiösen Pflichten erfüllen. Nein, Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und er wirbt darum, dass wir uns auf seine Freundschaft einlassen.

Hingabe aus Liebe – ein Freundschaftsdienst

Im Evangelium sagt Jesus heute: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für die Freunde.“ (Joh 15,13) Jesus hat sein Leben in den Tod gegeben für uns, für seine Freunde. Sein Tod am Kreuz ist gleichsam das Siegel auf die Freundschaft, die er uns anbietet. Wenn wir in jeder Heiligen Messe den Leib Christi in unsere Hände gelegt bekommen, und wenn dann der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und wenn wir unser „Amen“ dazu sagen, dann ist es gleichsam das Amen zur Freundschaft, die Jesus uns anbietet. Dieses Amen bedeutet dann: Ja Jesus, ich will auch dein Freund sein. Amen.

zu Joh 15,9-17 siehe auch: „Ziel: Liebe

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 02.05.2018

 

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In Liebe verbunden


6. Sonntag der Osterzeit (B) – (10. Mai 2015 – Muttertag)

2. Lesung: 1 Joh 4,7-10: „Gott ist die Liebe!“

Evangelium: Joh 15,9-17

„Ich habe euch Freunde genannt…“

In Christus bleiben bringt reiche Frucht

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Joh 15,5) Das war das Evangelium des letzten Sonntags.
Das heutige Evangelium schließt unmittelbar an Evangelium des letzten Sonntags an. Noch einmal geht es um das Stichwort „bleiben“.
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9)  –
Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt bei uns Christen reiche Frucht hervor.

„Firm“ bleiben in der Verbundenheit mit Christus

Seit unserer Taufe gehören wir als Rebzweige zu Christus, dem wahren Weinstock. – In der Firmung wird besiegelt, dass wir nun firm – d.h. fest, sicher, geübt und gestärkt genug sind, um selber Zeugnis geben zu können von der Botschaft unseres Glaubens.

Der Markenartikel unserer „Firma“ ist die Liebe Gottes. Von dieser Liebe sollen wir Zeugnis geben in unserem Leben. Das ist unser Auftrag als gefirmter Christ.

Worin sich in unserem Leben erweisen kann, dass wir in der Firmung besiegelt wurden mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist – das zeigt sich an drei besonderen Früchten des Geistes Gottes:

Die erste Frucht: die Liebe

Die erste und grundlegende Frucht, die in uns wächst, wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist die Liebe.

Aber Liebe nicht in erster Linie als Gebot: „Liebt einander!“ Nein, Liebe bedeutet zunächst einmal etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache: Du bist von Gott geliebt!

„Bleibt in meiner Liebe“, sagt Jesus. Es geht nicht darum, dass wir uns Liebe irgendwie aus den Fingern saugen, sondern dass wir zunächst das Geschenk annehmen, dass Gott uns liebt.

Erst derjenige, der sich so richtig „eingehüllt“ weiß in die Liebe Gottes, der kann überhaupt richtig den Anderen lieben.

Diese Liebe ist auch nicht etwas, das wir produzieren müssten. Sie ist eine Frucht, die wächst. Ein Zweig am Baum produziert ja auch nicht Früchte, sondern er ‚trägt’ gleichsam diese Früchte.

Die grundlegende Frucht liegt in der Tatsache: Du bist von Gott geliebt, ohne Wenn und Aber. Und wenn nichts Liebenswertes mehr in dir ist, wenn du dich selber schon nicht mehr ausstehen kannst, wenn alle mit dem Finger auf dich zeigen, dann gilt das immer noch, dass Gott dich liebt.

Der Apostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief mit einem jubelndem Unterton: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (vgl. Röm 8,39) Es kann mit uns passieren, was will. Gott wird nicht aufhören, uns zu lieben. Denn so sagt der erste Johannesbrief: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8) schlechthin! Er kann gar nicht anders, als lieben.

Jesus schenkt uns sein Geheimnis – es ist ganz einfach:
„Bleibt in meiner Liebe“ und
„Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Die zweite Frucht: die Freude

Die zweite Frucht, die in unserem Evangelium genannt wird, die wächst, wenn wir mit Christus verbunden sind, ist die Freude.

Es ist der erklärte Wille Gottes, dass unser Leben geprägt ist von einer überströmenden Freude, dass wir randvoll frohe Menschen sind. Nicht umsonst heißt die Botschaft, die wir zu verkünden haben, nicht „Liebesbotschaft“, obwohl die Liebe ganz wichtig ist, sondern sie heißt „Frohe Botschaft“. Es ist eine Nachricht der Freude.

Unser Leben soll geprägt sein von einer ganz tiefen Freude.
Aber damit wir uns nicht missverstehen: Freude, die hier gemeint ist, ist etwas anderes als Lustigkeit. Manche Menschen sind nicht froh, sie sind nur lustig.

Die Freude, die Jesus meint, die Frucht, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, sie existiert auch dann noch, wenn es – menschlich gesehen – nichts Frohes mehr gibt in unserem Leben. Wenn man vielleicht von Sorge niedergebeugt ist, wenn man Lasten zu tragen hat, dann gilt diese Freude Jesu immer noch.

Denn diese Freude hat ihre Wurzeln nicht in einer vergänglichen Glückserfahrung; diese Freude hat ihre Wurzeln in Jesus Christus.

Wenn ein Mensch in Christus ist, mit Christus verbunden ist, dann wächst diese Frucht der Freude. Und das Tiefste bei dieser Freude ist dies: Das ganz große Fragezeichen hinter jeder menschlichen Freude ist ja der Tod. Der Tod ist nur noch Schmerz, Mühsal und Trauer.

Aber die christliche Freude, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, die bleibt auch dann noch, wenn Menschen dem Sterben in ins Auge sehen müssen. Ich habe das oft erlebt, wie Menschen, bei aller menschlichen Trauer einen tiefen Frieden hatten, ja sogar Freude.

Die dritte Frucht: die Freundschaft

Schließlich eine dritte Frucht die wächst, wenn man mit Christus verbunden ist. Diese Frucht ist die Freundschaft mit Jesus Christus.

Jesus sagt heute im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ich nenne euch Freunde.“ (vgl. Joh 15,15)

In der Bibel wurden vor den Jüngern Jesu nur Abraham ( in Jak 2,23) und Mose ( in Ex 33,11) „Freunde Gottes“ genannt.
Und hier nennt Jesus, der Sohn Gottes seine Apostel erstmals „Freunde“.

Das typische Kennzeichen von Freunden ist, dass sie keine Geheimnisse vor einander haben. Jesus sagt: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15)  Jesus nimmt uns mit hinein in die ganz tiefe Beziehung, die zwischen ihm und seinem Vater besteht.

Und wenn jemand wirklich entdeckt: Mein Leben ist eine Freundschaft mit Christus, dann hat das Auswirkungen auf ganz viele praktische, christliche Lebensbereiche. Das hat Auswirkungen auf unser Beten. Dann ist Beten nicht mehr eine Pflichtübung, dann wird Beten eine Art „Freundschaftsverkehr mit Gott“, wie Theresa von Avila einmal sagt. Wie ein Freund mit seinem Freund redet.

Doch eine Freundschaft muss man pflegen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt es anschaulich:
„Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.“

Jesus erwartet nicht, dass wir einen Katalog von religiösen Pflichten erfüllen. Nein, Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und er wirbt darum, dass wir uns auf seine Freundschaft einlassen.

Hingabe aus Liebe – ein Freundschaftsdienst

Im Evangelium sagt Jesus heute: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für die Freunde.“ (Joh 15,13)  Jesus hat sein Leben in den Tod gegeben für uns, für seine Freunde. Sein Tod am Kreuz ist gleichsam das Siegel auf die Freundschaft, die er uns anbietet. Wenn wir in jeder Heiligen Messe den Leib Christi in unsere Hände gelegt bekommen, und wenn dann der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und wenn wir unser „Amen“ dazu sagen, dann ist es gleichsam das Amen zur Freundschaft, die Jesus uns anbietet. Dieses Amen bedeutet dann: Ja Jesus, ich will auch dein Freund sein. Amen.

zu Joh 15,9-17 siehe auch: „Ziel: Liebe

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Bleibt in mir

zum 6. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr B)
Evangelium Joh 15,9-17: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe

zum 5. Sonntag der Osterzeit (Lesejahr B)
Evangelium: Joh 15,1-8:
In lebendiger Verbindung mit Christus bleiben

Christus – der wahre Weinstock

ICH BIN der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer

Jede Rebe an mir, die keine Frucht trägt,
reißt er ab,
und jede, die Frucht trägt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht trägt.

Schon seid ihr rein
durch das Wort, das ich euch gesagt habe.
Bleibt in mir, und auch ich in euch. 

Wie die Rebe nicht Kraft hat Frucht zu tragen
von sich aus
– es sei denn sie bleibe am Weinstock,
so auch ihr nicht
– es sei denn ihr bleibt in mir. 

ICH BIN der Weinstock, ihr die Reben.

Wer in mir bleibt und auch ich in ihm
der trägt viel Frucht,
denn ohne mich vermögt ihr nichts zu tun. 

Wenn einer nicht in mir bleibt,
wird er hinausgeworfen wie die Rebe
und verdorrt;
und die sammelt man
und in das Feuer wirft man sie
und sie verbrennt. 

Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
so erbittet, was ihr wollt,
und es wird euch geschehen 

Dadurch wird mein Vater verherrlicht,
dass viel Frucht ihr tragt
und meine Jünger werdet.

(Joh 15,1-8 – Übersetzung: G. M. Ehlert)

 
siehe: „Christus – der wahre Weinstock

siehe auch: Bild-Meditation: „Weinstock

siehe auch: Psalm 80: Bitte für Israel, den Weinstock Gottes

Christus, der „wahre Weinstock“


Gedanken zum 5. Sonntag der Osterzeit „Cantate Dominum“

Eröffnungsvers:

Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er hat wunderbare Taten vollbracht   und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker. Halleluja. (Ps 98,1-2)

 

Wo ist das „wahre Israel“ – der „wahre Weinstock“?

Der Weinstock (bzw. der Weinberg) ist in der Bibel zu einem Symbol für das von Gott auserwählte Volk geworden.

(vgl. Psalm 80,9ff; Jes 5,1-7: Das Lied vom Weinberg; Hos 10,1)

In der Zeit Jesu gab es verschiedene Überzeugungen davon, wo „das wahre Israel“ nach dem babylonischen Exil zu finden ist.

Einig waren sich alle darin, dass das Exil das große Gericht Gottes über das schuldig gewordene Volk Israel gewesen sei. Doch welchen Stellenwert hatte es nun nach dem Exil?

– die Tempelpriester (Sadduzäer) waren der Überzeugung, dass das „wahre Israel“ dort ist, wo wie vor dem Exil im Tempelkult die rechten Opfer dargebracht werden,

– die Pharisäer verstanden sich als der „heilige Rest“, der wahre Kern Israels. Durch treues Halten der Gebote der Tora (der Lebensweisung Gottes) galt es sich für die kommende (messianische) Heilszeit vorzubereiten.

– die Essener legten besonders die Reinheitsgebote der Tora ganz streng aus und erwarteten – so vorbereitet – in der (bald bevorstehenden) apokalyptischen Endzeit am Reich Gottes teilzuhaben.

 

Wo ist der „wahre Weinstock“?

Die Antwort Jesu im Johannesevangelium (15,1-8):

Das „wahre Israel“ ist in mir – Jesus – verkörpert
und in all denen, die zu mir gehören (kyriakä = zum Herrn gehörend – die Kirche)

 

ICH BIN der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer (georgos = wörtl. Erdwirker)

Jede Rebe (wörtl. Brechliche) an mir, die keine Frucht trägt,
schneidet er ab,
und jede, die Frucht trägt,
beschneidet er, damit sie mehr Frucht trägt.

Schon seid ihr rein
durch das Wort, das ich euch gesagt habe.
Bleibt in mir, und auch ich in euch.

Wie die Rebe nicht Kraft hat Frucht zu tragen
von sich aus – es sei denn sie bleibe am Weinstock,
so auch ihr nicht – es sei denn ihr bleibt in mir.

ICH BIN der Weinstock, ihr die Reben. 

Wer in mir bleibt und auch ich in ihm
der trägt viel Frucht,
denn ohne mich vermögt ihr nichts zu tun.

Wenn einer nicht in mir bleibt,
wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt.
und die sammelt man
und in das Feuer wirft man sie
und sie verbrennt.

Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
so erbittet, was ihr wollt,
und es wird euch werden.

Dadurch wird mein Vater verherrlicht,
dass viel Frucht ihr tragt
und meine Jünger werdet.

 

Wo ist das „wahre Israel“? – oder:
Wo ist die „wahre Kirche Christi“?

Die anspruchsvolle Antwort Jesu:

Nicht die Unterschiede in Geschlecht, sozialem Status, Nationalität oder Religionsgemeinschaft sind entscheidend, sondern der „wahre Weinstock“ ist dort, wo das Leben der Menschen viel Frucht trägt (in der Weise, wie Christus Gott und Menschen geliebt hat und liebt).

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Ich-bin-Worte Jesu

Sieben ICH – BIN – Worte Jesu im Johannesevangelium

 

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ICH BIN das Brot des Lebens;

wer zu mir kommt, wird nicht hungern

und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.

(Joh. 6,35)

 

 

ICH BIN das Licht der Welt;

wer mir nachfolgt wird nicht in der Finsternis wandeln,

sondern wird das Licht des Lebens haben.

(Joh. 8,12)

 

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ICH BIN die Tür;

wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden

und wird ein- und ausgehen und die Weide finden.

(Joh. 10,9)

 

 

ICH BIN der gute Hirte;

der gute Hirte gibt sein Leben für die Schafe.

(Joh. 10,11)

 

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ICH BIN die Auferstehung und das Leben;

wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.

(Joh. 11,25)

 

 

 

ICH BIN der Weg, die Wahrheit und das Leben,

niemand kommt zum Vater außer durch mich.

(Joh. 14,6)

 

 

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ICH BIN der wahre Weinstock

und mein Vater ist der Winzer. (Joh. 15,1)

ICH BIN der Weinstock, ihr die Reben.

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,

der bringt reiche Frucht…

(Joh 15,5)

 

ICH BIN

 

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                                                                         der Gute Hirt

 

                                                        die Tür                  die Auferstehung

                                                                                              u. das Leben

 

                                   das Licht der Welt                                      der Weg + die Wahrheit

                                                                                                            + das Leben

 

               das Brot des Lebens                                                                   der wahre Weinstock

 

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Weinstock

„ICH BIN
der Weinstock – ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht“ (Joh 15,5)

Weinanbau + Weintrauben + Weinberg + Winzer + Weinstock + Weinkelter + Wein + Himmlisches Fest


áDer Anfang des Weinanbaus .
w-noah

Erst nach der Sintflut – nachdem Gott seinen Bogen als Zeichen des Bundes mit der Schöpfung in die Wolken setzte –  kommt durch den, der Noach – Tröster – genannt wird, der Wein in den Blick der Menschen.

„Noach wurde der erste Ackerbauer und pflanzte einen Weinberg. Er trank von dem Wein, wurde davon betrunken und lag entblößt in seinem Zelt.“ (Gen 9,20-21)

So fängt sie an – die Geschichte mit dem Wein –  der dafür da ist, dass er „das Herz des Menschen erfreut“ (Ps 104,15)

„Der Wein ist das Leben für den Menschen, wenn er ihn trinkt in rechtem Maße“ (Sir 31,27)

áDie Frucht des Weinstocks .
w-kundschafter

Die Frucht des Weinstocks wird zum Symbol für das gelobte Land:  Die Kundschafter des Volkes Israel kamen in dieses verheißene Land.

„Dort schnitten sie eine Rebe mit einer Weintraube ab und trugen sie zu zweit auf einer Stange…“ (Num 13,23)

Denn das Land, das Gott seinem auserwählten Volke gab, war berühmt für seine Weingärten und seinen Wein.

áIsrael – der Weinberg Gottes .
w-nabot

In Friedenszeiten „saß jeder unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum“ (1 Kön 5,5)Doch gab es um die Weinberge oft Streit.

Isebel, die Frau des Königs Ahab lässt Nabot steinigen,  weil er den Weinberg – das Erbe seiner Väter – um Gottes Willen dem König Ahab nicht überlassen hatte. Nur gewaltsam konnte der ungerechte König von dem Weinberg Besitz ergreifen.  (vgl. 1 Kön 21,1-29) – (vgl. auch Jesu Gleichnis von den bösen Winzern Mk 12,1-12)

Der Weinstock und der Weinberg werden ein Symbol für das Volk Israel. Wechselvoll ist die Geschichte Gottes mit diesem „Weinstock“:

„Du hobst in Ägypten einen Weinstock aus, du hast Völker vertrieben, ihn aber eingepflanzt.  Du schufst ihm weiten Raum; er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.  Sein Schatten bedeckte die Berge, seine Zweige die Zedern Gottes. Seine Ranken trieb er hin zum Meer und seine Schößlinge bis zum Eufrat. Warum rissest du seine Mauern ein? Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus. Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um,  die Tiere des Feldes fressen ihn ab. Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! Blick vom Himmel herab, und sieh auf uns! Sorge für diesen Weinstock und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.“ (Psalm 80,9-16)

áGott – der Winzer .
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Jesus sprach im Abendmahlssaal zu seinen Jüngern:

„Ich bin der Weinstock, der wahre, und mein Vater ist der Winzer.  Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab,  und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er,  damit sie mehr Frucht bringt.“ (Joh 15,1-2)

Die hohe Kunst des Winzers ist es, mit großer Ausdauer und Geduld Schädliches und Unfruchtbares vom Weinstock abzuschneiden und wild wachsendes an den Rebzweigen zurechtzuschneiden, denn der Ruhm des Weinstocks liegt allein darin,  dass er reiche Frucht bringt.

áChristus – der wahre Weinstock .

w-christus„ICH BIN der Weinstock, ihr seid die Reben.  Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.“ (Joh 15,5)

Weinstock & Reben oder Leib & Glieder sind Bilder für Christus und seine Kirche:

Wir sind nicht Trauben sondern Reben. Wir sind nicht Frucht sondern Werkzeug Gottes.Die Trauben erfreuen des Menschen Herz. Die Rebzweige werden zurückgeschnitten und zurechtgebogen. Und doch hat Gott es vorgezogen die Rebzweige in sein Werk einzuspannen und mitzuarbeiten lassen an seiner Schöpfung. Der Mensch wird relativiert – in Christus in Beziehung gesetzt zu seinem Schöpfer und alle Leistung ist Frucht der Gnade Gottes.

áDie Weinkelter Gottes .
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Die Weinkelter ist in der Bibel vor allem ein Symbol für den Zorn Gottes im Gericht:Gottes Engel „erntete den Weinstock der Erde ab  und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.“ (Offb 14,19b) Aber der Zweck des Kelterns ist dabei doch letztlich:  Gewinnung des Weines der Freude.

„Gekeltert muss die Traube sein – nimm die Gaben an! damit sie aufersteht im Wein – nimm die Gaben an!“

áDer Kelch des Segens .
w-kelch

Jesus nahm nach dem Mahl den Kelch mit Wein,dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach:

„Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes,  mein Blut,  das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden.  Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

áAusblick auf das himmlische Festmahl .
w-hochzeitsmahl

Jesus verwandelt auf der Hochzeit zu Kana Wasser in Wein.Dieser „gute Wein“ ist ein Zeichen himmlischer Herrlichkeit. Es hat mit Jesus schon begonnen  und gibt uns einen Vorgeschmack auf das himmlische Hochzeitsmahl.Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt reiche Frucht hervor:

  • Freude

Wie Wein „das Herz des Menschen erfreut“ (PS 104,15), so führt das Erfülltsein mit der Liebe Gottes zur Freude.

  • Bereitschaft zu liebender Hingabe

Der Wein wird wegen seines Wohlgeschmacks gerühmt;  noch mehr jedoch die Liebe (Hld 1,4; 4,10)

  • Freundschaft

„Gib einen alten Freund nicht auf; denn ein neuer hält nicht zu dir.  Neuer Freund, neuer Wein: Nur alt trinkst du ihn gern.“ (Sir 9,10)

á .
w-stock-christus

(c) G.M. Ehlert, Mai 2003 Weinstock

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert