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Freundschaftsdienst (6.O.B)


6. Sonntag der Osterzeit Rogate (Bittsonntag) (= 6. Mai 2018)

Vocem iucunditatis

O-6

Vocem iucunditatis annuntiate, et audiatur, alleluia,
nuntiate usque ad extremum terrae,
liberavit Dominus populum suum, alleluia.“

„Verkündet es jauchzend, damit man es hört, Halleluja;
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Der HERR hat sein Volk befreit. Halleluja.“
(vgl. Jes 48,20)

Tagesgebet:
Allmächtiger Gott,
lass uns die österliche Zeit in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn

1. Lesung:  Apg 10,25-26.34-35.44-48
Auch auf die Heiden wurde die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen

Antwortpsalm: Ps 98,1.2-3b.3c-4
Der HERR hat sein Heil enthüllt vor den Augen der Völker

2. Lesung: 1 Joh 4,7-10
Gott ist die Liebe

–> zu 1 Joh 4,7-10: Gott ist die Liebe!

Evangelium:  Joh 15,9-17
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt

–> zu Joh 15,9-17: Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt
siehe auch: „In Liebe verbunden

 

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zum 6. Sonntag der Osterzeit (B)

„Ich habe euch Freunde genannt…“

In Christus bleiben bringt reiche Frucht

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Joh 15,5)
Das war das Evangelium des letzten Sonntags.
Das heutige Evangelium schließt unmittelbar an Evangelium des letzten Sonntags an. Noch einmal geht es um das Stichwort „bleiben“.
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9) –
Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt bei uns Christen reiche Frucht hervor.

„Firm“ bleiben in der Verbundenheit mit Christus

Seit unserer Taufe gehören wir als Rebzweige zu Christus, dem wahren Weinstock. –
In der Firmung wird besiegelt, dass wir nun firm – d.h. fest, sicher, geübt und gestärkt genug sind, um selber Zeugnis geben zu können von der Botschaft unseres Glaubens.

Der Markenartikel unserer „Firma“ ist die Liebe Gottes.
Von dieser Liebe sollen wir Zeugnis geben in unserem Leben.
Das ist unser Auftrag als gefirmter Christ.

Worin sich in unserem Leben erweisen kann, dass wir in der Firmung besiegelt wurden mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist – das zeigt sich an drei besonderen Früchten des Geistes Gottes:

Die erste Frucht: die Liebe

Die erste und grundlegende Frucht, die in uns wächst, wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist die Liebe.

Aber Liebe nicht in erster Linie als Gebot: „Liebt einander!“ Nein, Liebe bedeutet zunächst einmal etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache: Du bist von Gott geliebt!

„Bleibt in meiner Liebe“, sagt Jesus.
Es geht nicht darum, dass wir uns Liebe irgendwie aus den Fingern saugen, sondern dass wir zunächst das Geschenk annehmen, dass Gott uns liebt.

Erst derjenige, der sich so richtig „eingehüllt“ weiß in die Liebe Gottes, der kann überhaupt richtig den Anderen lieben.

Diese Liebe ist auch nicht etwas, das wir produzieren müssten. Sie ist eine Frucht, die wächst. Ein Zweig am Baum produziert ja auch nicht Früchte, sondern er ‚trägt’ gleichsam diese Früchte.

Die grundlegende Frucht liegt in der Tatsache: Du bist von Gott geliebt, ohne Wenn und Aber. Und wenn nichts Liebenswertes mehr in dir ist, wenn du dich selber schon nicht mehr ausstehen kannst, wenn alle mit dem Finger auf dich zeigen, dann gilt das immer noch, dass Gott dich liebt.

Der Apostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief mit einem jubelndem Unterton: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (vgl. Röm 8,39) Es kann mit uns passieren, was will. Gott wird nicht aufhören, uns zu lieben.
Denn so sagt der erste Johannesbrief: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8) schlechthin!
Er kann gar nicht anders, als lieben.

Jesus schenkt uns sein Geheimnis – es ist ganz einfach:
„Bleibt in meiner Liebe“ und
„Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Die zweite Frucht: die Freude

Die zweite Frucht, die in unserem Evangelium genannt wird, die wächst, wenn wir mit Christus verbunden sind, ist die Freude.

Es ist der erklärte Wille Gottes, dass unser Leben geprägt ist von einer überströmenden Freude, dass wir randvoll frohe Menschen sind. Nicht umsonst heißt die Botschaft, die wir zu verkünden haben, nicht „Liebesbotschaft“, obwohl die Liebe ganz wichtig ist, sondern sie heißt „Frohe Botschaft“. Es ist eine Nachricht der Freude.

Unser Leben soll geprägt sein von einer ganz tiefen Freude.
Aber damit wir uns nicht missverstehen: Freude, die hier gemeint ist, ist etwas anderes als Lustigkeit. Manche Menschen sind nicht froh, sie sind nur lustig.

Die Freude, die Jesus meint, die Frucht, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, sie existiert auch dann noch, wenn es – menschlich gesehen – nichts Frohes mehr gibt in unserem Leben. Wenn man vielleicht von Sorge niedergebeugt ist, wenn man Lasten zu tragen hat, dann gilt diese Freude Jesu immer noch.

Denn diese Freude hat ihre Wurzeln nicht in einer vergänglichen Glückserfahrung; diese Freude hat ihre Wurzeln in Jesus Christus.

Wenn ein Mensch in Christus ist, mit Christus verbunden ist, dann wächst diese Frucht der Freude. Und das Tiefste bei dieser Freude ist dies: Das ganz große Fragezeichen hinter jeder menschlichen Freude ist ja der Tod. Der Tod ist nur noch Schmerz, Mühsal und Trauer.

Aber die christliche Freude, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, die bleibt auch dann noch, wenn Menschen dem Sterben in ins Auge sehen müssen. Ich habe das oft erlebt, wie Menschen, bei aller menschlichen Trauer einen tiefen Frieden hatten, ja sogar Freude.

Die dritte Frucht: die Freundschaft

Schließlich eine dritte Frucht die wächst, wenn man mit Christus verbunden ist.
Diese Frucht ist die Freundschaft mit Jesus Christus.

Jesus sagt heute im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ich nenne euch Freunde.“ (vgl. Joh 15,15)

In der Bibel wurden vor den Jüngern Jesu nur Abraham ( in Jak 2,23) und Mose ( in Ex 33,11) „Freunde Gottes“ genannt.
Und hier nennt Jesus, der Sohn Gottes seine Apostel erstmals „Freunde“.

Das typische Kennzeichen von Freunden ist, dass sie keine Geheimnisse vor einander haben. Jesus sagt: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15) Jesus nimmt uns mit hinein in die ganz tiefe Beziehung, die zwischen ihm und seinem Vater besteht.

Und wenn jemand wirklich entdeckt: Mein Leben ist eine Freundschaft mit Christus, dann hat das Auswirkungen auf ganz viele praktische, christliche Lebensbereiche. Das hat Auswirkungen auf unser Beten. Dann ist Beten nicht mehr eine Pflichtübung, dann wird Beten eine Art „Freundschaftsverkehr mit Gott“, wie Theresa von Avila einmal sagt. Wie ein Freund mit seinem Freund redet.

Doch eine Freundschaft muss man pflegen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt es anschaulich:
„Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.“

Jesus erwartet nicht, dass wir einen Katalog von religiösen Pflichten erfüllen. Nein, Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und er wirbt darum, dass wir uns auf seine Freundschaft einlassen.

Hingabe aus Liebe – ein Freundschaftsdienst

Im Evangelium sagt Jesus heute: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für die Freunde.“ (Joh 15,13) Jesus hat sein Leben in den Tod gegeben für uns, für seine Freunde. Sein Tod am Kreuz ist gleichsam das Siegel auf die Freundschaft, die er uns anbietet. Wenn wir in jeder Heiligen Messe den Leib Christi in unsere Hände gelegt bekommen, und wenn dann der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und wenn wir unser „Amen“ dazu sagen, dann ist es gleichsam das Amen zur Freundschaft, die Jesus uns anbietet. Dieses Amen bedeutet dann: Ja Jesus, ich will auch dein Freund sein. Amen.

zu Joh 15,9-17 siehe auch: „Ziel: Liebe

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 02.05.2018

 

In Liebe verbunden


6. Sonntag der Osterzeit (B) – (10. Mai 2015 – Muttertag)

2. Lesung: 1 Joh 4,7-10: „Gott ist die Liebe!“

Evangelium: Joh 15,9-17

„Ich habe euch Freunde genannt…“

In Christus bleiben bringt reiche Frucht

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige. Wer in mir bleibt, und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“ (Joh 15,5) Das war das Evangelium des letzten Sonntags.
Das heutige Evangelium schließt unmittelbar an Evangelium des letzten Sonntags an. Noch einmal geht es um das Stichwort „bleiben“.
„Bleibt in meiner Liebe!“ (Joh 15,9)  –
Das Bleiben in der Liebe Gottes bringt bei uns Christen reiche Frucht hervor.

„Firm“ bleiben in der Verbundenheit mit Christus

Seit unserer Taufe gehören wir als Rebzweige zu Christus, dem wahren Weinstock. – In der Firmung wird besiegelt, dass wir nun firm – d.h. fest, sicher, geübt und gestärkt genug sind, um selber Zeugnis geben zu können von der Botschaft unseres Glaubens.

Der Markenartikel unserer „Firma“ ist die Liebe Gottes. Von dieser Liebe sollen wir Zeugnis geben in unserem Leben. Das ist unser Auftrag als gefirmter Christ.

Worin sich in unserem Leben erweisen kann, dass wir in der Firmung besiegelt wurden mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist – das zeigt sich an drei besonderen Früchten des Geistes Gottes:

Die erste Frucht: die Liebe

Die erste und grundlegende Frucht, die in uns wächst, wenn wir mit Jesus verbunden sind, ist die Liebe.

Aber Liebe nicht in erster Linie als Gebot: „Liebt einander!“ Nein, Liebe bedeutet zunächst einmal etwas ganz anderes, nämlich die Tatsache: Du bist von Gott geliebt!

„Bleibt in meiner Liebe“, sagt Jesus. Es geht nicht darum, dass wir uns Liebe irgendwie aus den Fingern saugen, sondern dass wir zunächst das Geschenk annehmen, dass Gott uns liebt.

Erst derjenige, der sich so richtig „eingehüllt“ weiß in die Liebe Gottes, der kann überhaupt richtig den Anderen lieben.

Diese Liebe ist auch nicht etwas, das wir produzieren müssten. Sie ist eine Frucht, die wächst. Ein Zweig am Baum produziert ja auch nicht Früchte, sondern er ‚trägt’ gleichsam diese Früchte.

Die grundlegende Frucht liegt in der Tatsache: Du bist von Gott geliebt, ohne Wenn und Aber. Und wenn nichts Liebenswertes mehr in dir ist, wenn du dich selber schon nicht mehr ausstehen kannst, wenn alle mit dem Finger auf dich zeigen, dann gilt das immer noch, dass Gott dich liebt.

Der Apostel Paulus schreibt einmal im Römerbrief mit einem jubelndem Unterton: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes.“ (vgl. Röm 8,39) Es kann mit uns passieren, was will. Gott wird nicht aufhören, uns zu lieben. Denn so sagt der erste Johannesbrief: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8) schlechthin! Er kann gar nicht anders, als lieben.

Jesus schenkt uns sein Geheimnis – es ist ganz einfach:
„Bleibt in meiner Liebe“ und
„Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“

Die zweite Frucht: die Freude

Die zweite Frucht, die in unserem Evangelium genannt wird, die wächst, wenn wir mit Christus verbunden sind, ist die Freude.

Es ist der erklärte Wille Gottes, dass unser Leben geprägt ist von einer überströmenden Freude, dass wir randvoll frohe Menschen sind. Nicht umsonst heißt die Botschaft, die wir zu verkünden haben, nicht „Liebesbotschaft“, obwohl die Liebe ganz wichtig ist, sondern sie heißt „Frohe Botschaft“. Es ist eine Nachricht der Freude.

Unser Leben soll geprägt sein von einer ganz tiefen Freude.
Aber damit wir uns nicht missverstehen: Freude, die hier gemeint ist, ist etwas anderes als Lustigkeit. Manche Menschen sind nicht froh, sie sind nur lustig.

Die Freude, die Jesus meint, die Frucht, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, sie existiert auch dann noch, wenn es – menschlich gesehen – nichts Frohes mehr gibt in unserem Leben. Wenn man vielleicht von Sorge niedergebeugt ist, wenn man Lasten zu tragen hat, dann gilt diese Freude Jesu immer noch.

Denn diese Freude hat ihre Wurzeln nicht in einer vergänglichen Glückserfahrung; diese Freude hat ihre Wurzeln in Jesus Christus.

Wenn ein Mensch in Christus ist, mit Christus verbunden ist, dann wächst diese Frucht der Freude. Und das Tiefste bei dieser Freude ist dies: Das ganz große Fragezeichen hinter jeder menschlichen Freude ist ja der Tod. Der Tod ist nur noch Schmerz, Mühsal und Trauer.

Aber die christliche Freude, die aus der Verbundenheit mit Jesus wächst, die bleibt auch dann noch, wenn Menschen dem Sterben in ins Auge sehen müssen. Ich habe das oft erlebt, wie Menschen, bei aller menschlichen Trauer einen tiefen Frieden hatten, ja sogar Freude.

Die dritte Frucht: die Freundschaft

Schließlich eine dritte Frucht die wächst, wenn man mit Christus verbunden ist. Diese Frucht ist die Freundschaft mit Jesus Christus.

Jesus sagt heute im Evangelium: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte, ich nenne euch Freunde.“ (vgl. Joh 15,15)

In der Bibel wurden vor den Jüngern Jesu nur Abraham ( in Jak 2,23) und Mose ( in Ex 33,11) „Freunde Gottes“ genannt.
Und hier nennt Jesus, der Sohn Gottes seine Apostel erstmals „Freunde“.

Das typische Kennzeichen von Freunden ist, dass sie keine Geheimnisse vor einander haben. Jesus sagt: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15,15)  Jesus nimmt uns mit hinein in die ganz tiefe Beziehung, die zwischen ihm und seinem Vater besteht.

Und wenn jemand wirklich entdeckt: Mein Leben ist eine Freundschaft mit Christus, dann hat das Auswirkungen auf ganz viele praktische, christliche Lebensbereiche. Das hat Auswirkungen auf unser Beten. Dann ist Beten nicht mehr eine Pflichtübung, dann wird Beten eine Art „Freundschaftsverkehr mit Gott“, wie Theresa von Avila einmal sagt. Wie ein Freund mit seinem Freund redet.

Doch eine Freundschaft muss man pflegen.

Ein afrikanisches Sprichwort sagt es anschaulich:
„Auf dem Weg zu deinem Freund soll kein Gras wachsen.“

Jesus erwartet nicht, dass wir einen Katalog von religiösen Pflichten erfüllen. Nein, Jesus bietet uns seine Freundschaft an. Und er wirbt darum, dass wir uns auf seine Freundschaft einlassen.

Hingabe aus Liebe – ein Freundschaftsdienst

Im Evangelium sagt Jesus heute: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für die Freunde.“ (Joh 15,13)  Jesus hat sein Leben in den Tod gegeben für uns, für seine Freunde. Sein Tod am Kreuz ist gleichsam das Siegel auf die Freundschaft, die er uns anbietet. Wenn wir in jeder Heiligen Messe den Leib Christi in unsere Hände gelegt bekommen, und wenn dann der Priester sagt: „Der Leib Christi“, und wenn wir unser „Amen“ dazu sagen, dann ist es gleichsam das Amen zur Freundschaft, die Jesus uns anbietet. Dieses Amen bedeutet dann: Ja Jesus, ich will auch dein Freund sein. Amen.

zu Joh 15,9-17 siehe auch: „Ziel: Liebe

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert