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Vergebungsbereitschaft (24. A)

 

24. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 17. September 2017

 

Eröffnungsvers (vgl. Sir 36,18.21-22)
HERR, gib Frieden denen, die auf dich hoffen,
und erweise deine Propheten als zuverlässig.
Erhöre das Gebet deiner Diener und deines Volkes.

Erste Lesung: Sir 27,30 – 28,7
Vergib deinem Nächsten das Unrecht,
dann werden dir, wenn du betest, auch deine Sünden vergeben

Antwortpsalm Ps 103,1-2.3-4.9-10.12-13

–> siehe auch: Ps 103: „Hohelied der Barmherzigkeit Gottes

Zweite Lesung: Röm 14,7-9
Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem HERRN

Ruf vor dem Evangelium (Joh 13,34ac)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der HERR):
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 18,21-35
Nicht nur siebenmal musst du vergeben, sondern siebenundsiebzigmal

–> siehe auch:  Mt 18,21-35 (Studienübersetzung von G. M. Ehlert)

 

Ordnung des Rechts : Ordnung der Gnade

mt-18.21-35a

„Ordnung des Rechts : Ordnung der Gnade“ – Zeichnung zu Mt 18.21-35; (c) G. M. Ehlert, 11.09.2017

Prolog:
Petrus fragt, wie oft die Ordnung der Gnade – der Vergebung angewandt werden kann,
bevor die Ordnung des Rechts anzuwenden ist: bis zu sieben Mal???
Jesus antwortet: „nicht nur bis zu sieben Mal sondern bis zu 70 und 7 Mal!!!“

Gleichnis Jesu
1. Akt: Ein König setzt einen Termin für einen Rechenschaftsbericht der einzelnen Ministerien an. – Ein Minister wird zu ihm gebracht, dessen Rechenschaftsbericht ein Defizit von 10.000 Talenten (ca. 4 Milliarden €) aufweist.
Dieser Minister erfleht eine Fristverlängerung, in der er das gesamte Defizit ausgleichen will (= faktisch total unmöglich).
Doch diesem König geht dies so zu Herzen, dass er diesen Minister in Freiheit lässt (er belässt ihn in seinem Amt!) und ihm sogar die gesamte Schuld erlässt. (Dies ist in der Ordnung des Rechts absolut unverständlich, allein in der göttlichen Ordnung der Gnade zu verstehen!)

2. Akt: Dieser begnadigte Minister trifft im Anschluss an seine eigene Begnadigung einen Mitarbeiter in seinem Ministerium, dem er einmal 100 Denare (= 4 Monatsgehälter) geliehen hatte. Von diesem verlangt er nun eine sofortige Zurückzahlung.
Als dieser Mitarbeiter von ihm eine Fristverlängerung erfleht, in der er das Geschuldete zurückzahlen will (= realistisch möglich), verweigert es ihm der Minister (wozu er mit Berufung auf die Ordnung des Rechts berechtigt ist!) und lässt ihn gefangen nehmen.

3. Akt: Dieser Vorfall kommt durch andere Mitarbeiter des Ministeriums dem König zu Ohren. Als er ihn zur Rede stellt, reagiert der König (verständlicherweise) empört, denn er hatte erwartet, dass der Minister, bei dem großzügig die göttliche Ordnung der Gnade angewandt wurde, nun auch bereit ist, Gnade vor Recht zu gewähren.
Die Konsequenz: Auch bei ihm wird nun nach der Ordnung des Rechts verfahren und er wird gefangen gehalten werden – „solange bis dieser abgeben/ vergelten würde all das Geschuldete – ihm“ (Mt 18,34).

Soll das bedeuten, bis er die ganze Schuld (= 10.000 Talente) bezahlt habe – ihm, dem König? (Bei einem normalen Arbeitseinkommen würde das ca. 200.000 Jahre dauern – das wäre „die Hölle“)
oder
soll das bedeuten, bis er die ganze Schuld (= 100 Denare) abgegeben/vergolten habe  – ihm, dem Mitarbeiter? (Damit könnte der Mitarbeiter – entsprechend der Ordnung des Rechts – seine Schuld begleichen und wäre auch wieder frei.)
Das Gleichnis Jesu lässt beide Möglichkeiten offen; an uns liegt es, wie wir entscheiden.

Epilog des Gleichnisses Jesu:
„Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder (seinem Mitmenschen) nicht von ganzem Herzen vergibt.“ (Mt 18,35)
Denn: „wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.“ (Mt 7,2)

 

 

Link: Messtexte zum 24. Sonntag im Jahreskreis A

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

Von Lähmungen geheilt

Quadragesima (= 40 Tage) = Österliche Bußzeit:

zur Fastenzeit: „fasten + beten + Almosen geben

zum 1. Fastensonntag (26. Februar 2012): Evangelium von der Versuchung Jesu in der Wüste (Mt 4,1-11; Mk 1,12-13; Lk 4,1-13)
Versuchungen Jesu

zum 7. Sonntag im Jahreskreis B (= 19. Februar 2012)
Evangelium: Mk 2,1-12: „Von Lähmungen geheilt“

zu Karneval (carne-vale = Fleisch ade!) –> siehe Masken

eine möglichst wortgetreue Übersetzung (von G. M. Ehlert): mk2.1-12 ehlert

„Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ – Grafik zu Mk 2,1-12 (c) G. M. Ehlert, 13.02.2012

Als Jesus ihren Glauben sah,
sagte er zu dem Gelähmten:
 „Deine Sünden

sind dir vergeben!“

„Er lästert Gott.
Wer kann Sünden vergeben
außer dem einen Gott?“

„Steh auf,
nimm deine Tragbahre,
und geh nach Hause!“
Der Mann stand sofort auf,
nahm seine Tragbahre
und ging vor aller Augen weg.

Da gerieten alle außer sich;
sie priesen Gott und sagten:
So etwas haben wir noch nie gesehen.

In einer mittelalterlichen Auslegung des heutigen Evangeliums (Mk 2,1-12) heißt es in einem Segensgebet: 

„Jesus Christus,
der den bettlägerigen Gelähmten geheilt hat,
reinige eure Herzen von allem Vergehen
und schütze euch durch die Hilfe seines Segens.
Und er,
der allein den Menschen ihre Sünden vergeben kann,
möge euch von allen euren Sünden freisprechen,
wenn er, der Heilige, sich euer erbarmt.
Indem euch das zuteil wird,
möget auch ihr,
– so wie der Gelähmte geheilt wurde
und in sein Haus zurückkehrte –
gereinigt und würdig
zum himmlischen Vaterland gelangen.“  

(Bischöfliches Segensgebete 546)