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31. Sonntag C

31. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 3. November 2019

1. Lesung: (Weish 11,22-12,2) Gott – „Liebhaber des Lebens“
2. Lesung: (2 Thess 1,11-2,2) würdig der Berufung
Evangelium: (Lk 19,1-10) Jesus zu Gast bei Zachäus   

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geschwisterliche Zurechtweisung (23. A)

23. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 10. September 2017

Eröffnungsvers (Ps 119,137.124)
HERR, du bist gerecht und deine Entscheide sind richtig.
Handle an deinem Knecht nach deiner Huld.

Erste Lesung: Ez 37,7-9
Wenn du den Schuldigen nicht warnst, fordere ich von dir Rechenschaft für sein Blut

Antwortpsalm Ps 95, 1-2.6-7c.7d-9

Zweite Lesung: Röm 13,8-10
Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes

Ruf vor dem Evangelium (2 Kor 5,19)
Halleluja. Halleluja.
Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt
und uns das Wort von der Versöhnung anvertraut.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 18,15-20
Wenn dein Bruder auf dich hört, so hast du ihn zurückgewonnen

Auch den sündig gewordenen Menschen achten – nicht ächten!

Jesu Empfehlungen für den Umgang mit Menschen, die sich aus der Gemeinschaft absondern:

Jesus greift eine Verhaltensregel aus den biblischen Weisungen auf: „Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.“ (Lev 19,17) und er entfaltet sie in fünf Schritten im Geist der Liebe:
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1. Schritt:  nicht ihn „herbeizitieren“, sondern zu ihm hingehen (!) und klar aber liebevoll ihn „zu-recht-weisen“ = ihm einen Weg aus dem Fehltritt heraus zeigen – mit dem Ziel: ihn wieder zu gewinnen.
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2. Schritt:  Wenn man es allein nicht schafft – vielleicht, weil man nicht den richtigen Ton getroffen hat – ein bis zwei weitere Vertraute mit hinzuziehen (als Zeugen für das Liebesbemühen) um ihn zurückzugewinnen.
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3. Schritt: Wenn das nichts hilft „sag es der Gemeinde“ – gemeint: sag es den „Herausgerufenen“ = ein Gremium, das entscheidet, wie es zwischen der Gemeinschaft und dem Betroffenen weitergehen kann.

mt-18.15-20a54. Schritt: Wenn es auch da zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt, „dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ (= Exkommunikation!???) Nein, dann soll er so behandelt werden, wie Jesus mit Heiden und Zöllnern umging = mit zuvorkommender Liebe, um ihn ganz neu für den Weg zum Leben zu gewinnen.

Jesu Handlungsmaßstab ist also folgender: Wenn ein Mitglied deiner Gemeinde sich verfehlt, dann schau nicht weg, aber kränke ihn auch nicht durch öffentlichen Tadel, sondern gehe in deiner Liebe so weit, dass du in deiner Liebe den Fehltritt vor den Augen der Welt verbirgst und den Bruder – die Schwester – auf den Weg des christlichen Lebens zurück gewinnst.
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5. Schritt Wenn selbst das keinen Erfolg hat, miteinander darum beten, dass er einen Weg zur Heilung und zum Heil findet.

Das ist das Herzensanliegen Jesu: „So will auch euer Vater im Himmel nicht, dass einer von den Kleinen verlorengeht“ (Mt 18,14) oder Jesu Gebet im Abendmahlssaal: „Vater ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ (Joh 17,24)

Fazit: Wenn sich zwei oder drei – oder mehrere – dieses Herzensanliegen Jesu zu ihrem gemeinsamen Gebet machen, dann – sind sie ganz vereint mit dem Herzensanliegen Jesu, ja dann ist er selbst ganz dabei.

geschwisterliche Zurechtweisung – Mt 18,15-20; (c) G. M. Ehlert

–> Mt 18,15-20: Glaubensbrüder zurückgewinnen
(Studienübersetzung von G. M. Ehlert)
–> „Sünder zurückgewinnen“ – Gedanken zu Mt 18,15-20

Link: Messtexte zum 23. Sonntag im Jahreskreis A

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Sünder zurückgewinnen (23.S.A)

Gedanken zum Sonntagsevangelium des 23. Sonntags im Jahreskreis A  – Mt 18,15-20
(= 7. September 2014)

zum Evangelium = Mt 18,15-20

„… so will auch euer himmlischer Vater nicht,
dass eines von diesen Kleinen verlorengeht!“   (Mt 18,14)

Wie sollen sich die Christen verhalten, wenn einer ihrer Glaubensbrüder – Glaubensschwestern – sich schwer versündigt?

Soll er bzw. sie dennoch geachtet oder geächtet werden?

Menschlich wäre nach einer schweren Verfehlung Strafandrohung bzw. Bestrafung bis hin zum Ausschluss aus der Gemeinschaft.

Christus jedoch wirbt dafür, dass alles dafür eingesetzt wird, das „verirrte Schaf“ aufzusuchen und wieder in die Gemeinschaft zurückzubringen.

Zur zweiten Verhaltensweise ein Beispiel aus dem Alltag:

Fußballspiel der Kinder
Beobachtung an einem Nachmittag auf einem Bolzplatz:
8 Kinder kommen – bilden 2 Vierermannschaften – je ein Torwort und drei Feldspieler und spielen miteinander Fußball. 
Schon nach kurzer Zeit fiel mir ein Spieler auf, der ganz besonders ehrgeizig war und einen lauten Spruch führte. Er spielte nicht schlecht, doch der gegnerische Tormann vereitelte jedes Tor.
Immer verbissener stürmte er, und immer lauter wurden seine Kommentare aus Ärger über den Tormann. Schließlich, als wieder ein Torschuss misslang, schoss er den Fußball beleidigt weg, schrie, dass er nicht mehr spielen wolle, und setzte sich mit wütender Miene an den Spielfeldrand.
Die übrigen Spieler waren überrascht von diesem Wutausbruch und sahen sich erschrocken an. Einer aus der Mannschaft – vermutlich ein guter Freund von ihm – ging schließlich zum beleidigten Mitspieler und versuchte, ihn zu beruhigen, und ihn wieder zum Mitspielen zu überreden.
Doch dieser schüttelte nur ärgerlich den Kopf und sagte, dass er ihn in Ruhe lassen solle.
Auch zwei weitere Spieler – aus jeder Mannschaft einer – vermochten ihn nicht umzustimmen.
Daraufhin kamen auch die restlichen Mitspieler und redeten beschwichtigend auf ihn ein. Doch alles Reden half nichts, der Junge blieb hart.
Da beschlossen sie in neuer Konstellation weiterzuspielen.
Doch allen war klar: mit 8 Spielern war das Fußballspiel viel schöner. .

Der Vergleich mit den Anregungen Jesu zum Wiedergewinnen dessen, der sich verrannt hat (sündigen = absondern = Verfehlung = sein Ziel verfehlen) ist nicht schwer:

Bei uns ist es oft üblich, dass wir entweder die Verfehlung des Nächsten nicht wahrnehmen wollen – so nach dem Motto: „das muss er selber wissen, was er tut…“
oder dass wir in seiner Abwesenheit den Fehltritt an die große Glocke hängen, so nach dem Motto: „hast du schon gehört, was der XY getan hat…“

Die empfohlene Verhaltensweise des Evangeliums sieht anders aus.

Jesus greift eine Verhaltensregel aus den biblischen Weisungen auf: „Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.“ (Lev 19,17) und er entfaltet sie in fünf Schritten im Geist der Liebe

1. Schritt: 
nicht ihn „herbeizitieren“, sondern zu ihm hingehen (!) und klar aber liebevoll ihn „zu-recht-weisen“ = ihm einen Weg aus dem Fehltritt heraus zeigen – mit dem Ziel: ihn wieder zu gewinnen.

2. Schritt: 
Wenn man es allein nicht schafft – vielleicht, weil man nicht den richtigen Ton getroffen hat – ein bis zwei weitere Vertraute mit hinzuziehen (als Zeugen für das Liebesbemühen) um ihn zurückzugewinnen.

3. Schritt:
Wenn das nichts hilft „sag es der Gemeinde“ – gemeint: sag es den „Herausgerufenen“ = ein Gremium, das entscheidet, wie es zwischen der Gemeinschaft und dem Betroffenen weitergehen kann.

Wenn es auch da zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt,

4. Schritt:
„dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ (= Exkommunikation!???) Nein, dann soll er so behandelt werden, wie Jesus mit Heiden und Zöllnern umging = mit zuvorkommender Liebe, um ihn ganz neu für den Weg zum Leben zu gewinnen.

Jesu Handlungsmaßstab ist also folgender:
Wenn ein Mitglied deiner Gemeinde sich verfehlt, dann schau nicht weg, aber kränke ihn auch nicht durch öffentlichen Tadel, sondern gehe in deiner Liebe so weit, dass du in deiner Liebe den Fehltritt vor den Augen der Welt verbirgst und den Bruder – die Schwester – auf den Weg des christlichen Lebens zurück gewinnst.

Eine Geschichte aus der frühen Zeit der Wüstenväter mag dies verdeutlichen:

Der Wüstenvater Ammonas
Der Altvater Ammonas kam einmal irgendwohin, um zu essen. Dort befand sich einer, der einen schlechten Ruf hatte. Es begab sich, dass eine Frau daher kam und in die Zelle des Bruders mit dem üblen Ruf ging. Als die Bewohner des Ortes das erfuhren, gerieten sie in Aufregung und taten sich zusammen, um ihn aus seiner Zelle zu vertreiben. Als sie erfuhren, dass der Bischof Ammonas am Orte sei, gingen sie zu ihm und forderten ihn auf, mit ihnen zu kommen. Als der Bruder das merkte, nahm er die Frau und verbarg sie in einem großen Fass. Wie nun die Menge eintraf, wusste der Altvater Ammonas bereits, was vorgefallen war, doch um Gottes Willen verdeckte er die Sache. Er trat ein, setzte sich auf das Fass und ordnete eine Durchsuchung der Zelle an.

Aber obwohl sie sorglich suchten, fanden sie die Frau nicht. Da sagte der Altvater Ammonas: „Was ist das? Gott soll euch vergeben!“ (dass ihr den Bruder verleumdet habt!)

Als die Leute beschämt gegangen waren, nahm er den Bruder bei der Hand und ermahnte ihn: Gib auf dich acht, Bruder!“
Nach diesen Worten ging er weg.

(Aus: „Lebenshilfe aus der Wüste. Die alten Mönchsväter als Therapeuten“, ausgewählt und eingeleitet von Gertrude und Thomas Sartory, Verlag Herder)

Wenn selbst das keinen Erfolg hat,

5. Schritt
miteinander darum beten, dass er einen Weg zur Heilung und zum Heil findet.

Das ist das Herzensanliegen Jesu: „So will auch euer Vater im Himmel nicht, dass einer von den Kleinen verlorengeht“ (Mt 18,14) oder Jesu Gebet im Abendmahlssaal: „Vater ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ (Joh 17,24)

Fazit:
Wenn sich zwei oder drei – oder mehrere – dieses Herzensanliegen Jesu zu ihrem gemeinsamen Gebet machen, dann – sind sie ganz vereint mit dem Herzensanliegen Jesu, ja dann ist er selbst ganz dabei.

So hat es Jesus den Jüngern zugesagt:
„wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.“