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Bösartiges abtrennen (26.B)

„Bösartiges abtrennen“

Sonntag, 30. September 2018

Liturgische Texte zum 26. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Dan 3,31.29.30.43.42)
Alles, was du uns getan hast, o HERR,
das hast du nach deiner gerechten Entscheidung getan,
denn wir haben gesündigt, wir haben dein Gesetz übertreten
Verherrliche deinen Namen und rette uns
nach der Fülle deines Erbarmens.

Tagesgebet
Großer Gott,
du offenbarst deine Macht vor allem im Erbarmen und im Verschonen.
Darum nimm uns in Gnaden auf,
wenn uns auch Schuld belastet.
Gib, dass wir unseren Lauf vollenden
und zur Herrlichkeit des Himmels gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Numeri (Num 11,25-29)
Wenn nur das ganze Volk zu Propheten würde“

Antwortpsalm: Psalm 19,8.10.12-13.14
Die Befehle des HERRn sind richtig – sie erfreuen das Herz

ZWEITE Lesung aus dem Jakobusbrief (Jak 5,1-6)
Euer Reichtum verfault…

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja.
Dein Wort, o Herr, ist Wahrheit;
heilige uns in der Wahrheit!
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 9,38-48)
Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab! 

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 9,38-48 (= Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis B) + Mk 9,49-50

38 Es berichtete/ erklärte ihm (= Jesus) der Johannes:
„Lehrer, wir sahen jemanden in dem Namen von dir hinauswerfend Dämonen
und wir hinderten ihn, weil er nicht nachfolgt uns.“

39 Der aber Jesus sprach:
„nicht hindert ihn;
nicht einer nämlich ist es,
welcher
(etwas) tun können wird (in Bezug) auf den Namen mein
und können wird schnell Schlechtes reden
(über) mich.

40 Wer nämlich nicht ist gegen uns – für uns/ zum Vorteil von uns/ an Stelle von uns ist er.

41 Wer nämlich etwa zu trinken gäbe euch das Trinkgefäß/ Becher (des) Wassers im Namen (dessen), dass ihr (des) Christus seid,
amen/ wahrlich ich sage euch (folgendes):
nicht – gewiss nicht – würde er gänzlich loslösen/ verlieren/ zugrunde richten den Lohn von ihm.

42 Und wer etwa zur Falle diente/ Anstoß zur Sünde gäbe einem der Kleinen/ Geringsten, – derer, die glaubend sind (an mich),
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es ihm/ für ihn selbst mehr,
wenn herumgelegt wird ein Eselsmühler
(= ein von einem Esel beim Mahlen bewegter Mühlstein) um den Nacken/ Hals herum von ihm
und er hinausgeworfen worden ist in das Meer/ den See.

43 Und wenn zur Falle dient/ Anstoß zur Sünde gäbe dir die Hand von dir,
schneide dieselbe ab;

gut/ erfreulich/ wünschenswert/ besser ist es für dich – verstümmelt hineinzugehen in das Leben
als – die zwei Hände habend – wegzugehen in die Gehenna
* (= Hölle)
in das Feuer – das unauslöschliche;
((44 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

*Gehenna = aus „ge hinnom“ = Tal (der Söhne) Hinnoms,
eine Talschlucht südlich von Jerusalem,
die Müllkippe der Stadt, in welcher der „Biomüll“ des Tempels und der Stadt
entsorgt, d.h. verbrannt wurde.
= „die Hölle“

45 Und wenn der Fuß von dir zur Falle dient/Anstoß zur Sünde gäbe dir –
scheide ab denselben;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser ist es für dich hineinzugehen in das Leben lahm
als – die beiden Füße habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna*
(= Hölle)
((46 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.))

47 Und wenn das Auge von dir Anstoß zur Sünde gäbe dir –
wirf heraus das selbige;
gut/ angenehm/ wünschenswert/ besser für dich ist es einäugig hineinzugehen in die Königsherrschaft des Gottes
als – zwei Augen habend – hinausgeworfen zu werden in die Gehenna
* (= Hölle),
48 wo deren Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.

49 Jeder nämlich – mit Feuer wird er gesalzen werden*.

50 Gut/ erfreulich/ wünschenswert (ist) das Salz.
Wenn aber das Salz nicht-salzend
/ kraftlos sein würde,
in was daselbst – ihr werdet zusammenfügen/ haltbar machen/ würzen?

*Das Feuer beseitigt nicht nur das Verfaulte und das Verdorbene,
sondern macht auch das Gute haltbar –
so wie die in Salz eingelegten Fische so haltbar gemacht wurden.

In der griechischen Sprache ist das Wort für „Fischer“ daher das Wort,
das wörtlich mit „Besalzer“ zu übersetzen ist,
da dies die wichtigste Tätigkeit der Fischer war. –
Und die Apostel sind berufen, Menschenfischer zu werden,
d.h. dafür zu sorgen, dass das Gute im Menschen haltbar gemacht wird.

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Bild zur Meditation:

„Bösartiges abtrennen, um das Leben zu retten“

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Bösartiges abtrennen – Grafik zu Mk 9,38-48 – (c) G. M. Ehlert, 22.09.2018

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Impuls zum Evangelium (Mk 9,38-48 + 49-50)

Zum Ärgernis wird, wer andere zu Fall bringt

  • Die Verherrlichung Gottes ist der lebendige Mensch…

Im Blick auf Jesus erfahren wir, was nach christlicher Sicht „heilig“ ist, d.h. was nicht angetastet werden darf: jeder Mensch, denn er ist ein Ebenbild Gottes!

  • Am Verhalten zum Kind entscheidet sich Heil oder Unheil

In dem Respekt und der Liebe Kindern gegenüber können wir zum Heil kommen

Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf…
(Mk 9,37 = Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis B)

Im skandalösen Verhalten Kindern (und den „Kleinen im Glauben“) gegenüber jedoch können wir zu Fall kommen.

Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt,
für den wäre es besser,
wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

(Mk 9,42 = Warnung des Evangeliums vom 26. Sonntag im Jahreskreis B)

  • Radikale Maßnahmen Jesu – im Dienste des Heils

Wie im Laufe des Jahres die Früchte der Erde geerntet und eingesammelt werden, so sammelt Gott die Früchte unseres Lebens ein.

Und er schaut besorgt darauf, dass nicht verfaulte Stellen die ganze Frucht verderben – oder sogar noch andere Früchte mit ihrer Fäulnis anstecken.

Die mit Fäulnis befallenen Stellen müssen beseitigt werden:

Mit Jesu Worten:

  1. Wenn dich (!) deine Hand (= dein Handeln) zum Bösen verführt, dann hau sie ab. Gemeint ist nicht eine Selbstverstümmelung, sondern dann trenn dich konsequent von einem solchen Handeln! Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen…

Wenn dich dein Fuß (= deine Mobilität) zum Bösen verführt, dann verzichte darauf, Orte und Gelegenheiten aufzusuchen, wo du zu Fall kommen könntest.

Wenn dich dein Auge (= das, was du im Blick hast) zum Bösen verführt, dann mache dich blind gegenüber all dem, was dich aus Neid oder Eifersucht zum Bösen treibt…

Denn es geht schließlich um viel mehr als um die Unversehrtheit an deinem Leib – es geht um dein Leben – dein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott.

Es ist besser für dich, versehrt in das Reich Gottes zu kommen,
als unversehrt in die Hölle geworfen zu werden…

Da, wo die Ursache des Bösen ist, da muss die Therapie ansetzen.
Die Hand (= das Handeln),
der Fuß (= die Mobilität)
oder das Auge (= das, was wir wahrnehmen)
sind jedoch nur Ausführungsorgane dessen, was an Vorsätzen und Entschlüssen im Herzen entstanden ist.
Daher ist eine grundlegende „Herztherapie“ erforderlich.

So spricht der Prophet Ezechiel gegenüber der verbreiteten Herzenshärte der Menschen von der Verheißung einer Herztransplantation durch den besten Herzspezialisten, den es geben kann:

Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz
und lege einen neuen Geist in euch.
Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust
und gebe euch ein Herz von Fleisch.“
(Ezechiel 36,26)

Ziel: die Heilung des ganzen Menschen. – die Teilhabe am ewigen Heil in der Gemeinschaft mit Gott.

  • Die Grenzen der Toleranz Jesu

Jesus ist tolerant, wenn es darum geht, Menschen gewähren zu lassen, die in seinem Namen heilend handeln, auch wenn sie nicht zum Kreis der Jünger gehören.

Er kennt keine Toleranz gegenüber der Intoleranz seiner Jünger, die dem heilsamen Handeln Gottes Grenzen setzen wollen.

Ganz kompromisslos ist Jesus jedoch da, wo andere versuchen die „Kleinen im Glauben“ durch ihr anstößiges Verhalten zu Fall zu bringen / zum Bösen zu verleiten.

Jedoch ruft Jesus keineswegs dazu auf, selbst für Vergeltung zu sorgen. Gott allein soll die Beurteilung und Behandlung solchen Tuns überlassen werden.

Mir ist keine andere Stelle in der Bibel bekannt, wo Jesus so radikal davor warnt, diesen Kleinen zum Ärgernis zu werden. (umso skandalöser ist der Missbrauch von Kindern gerade auch durch Kleriker, da so viel im Leben dieser Kinder zerstört wird).

Umgekehrt jedoch: Wer sich mit all seinen Kräften (mit Herz, mit Auge, Mund, Hand und Fuß) für Kinder einsetzt, der setzt sich für Jesus Christus selbst ein.

* * *
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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 19: Wie am Himmel so auf Erden – geschehe dein Wille und Psalm 19

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 26.S.i.J. B

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 24. Sept. 2018

Verwandtschaft Jesu – (10.B)

10. Sonntag im Jahreskreis B –
Wahlverwandtschaft Jesu

Sonntag, 10. Juni 2018

Liturgische Texte zum 10. Sonntag im Jahreskreis (B)

Eröffnungsvers: (Ps 27,1-2)
Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Tagesgebet:
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Genesis 3,9-15
Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und den Nachwuchs der Frau

Antwortpsalm: Ps 130,1-2.3-4.5-6b.6c-7a u. 8
Beim HERRN ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle

2. Lesung: 2. Korintherbrief (2 Kor 4,13 – 5,1)
Wir glauben, darum reden wir

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 17,17)
Halleluja. Halleluja!
(So spricht der Herr:)
Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen.
Und wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde ich alle an mich ziehen.
Halleluja!

Evangelium: Markusevangelium (Mk 3,20-35)
Das Reich des Satans hat keinen Bestand

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Bild zur Meditation:

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An Jesus scheiden sich die Geister – Grafik zu Mk 3,20-35 – (c) G. M. Ehlert, 05.06.2018

 


Evangelientext Mk 3,20-35 – Übersetzung G. M. Ehlert

Jesus – von allen guten Geistern verlassen?

3,20 Und er (= Jesus) kommt (/sie kommen) ins Haus.
Und es kommt zusammen wiederum die Volksmenge,
so dass sie es nicht einmal vermochten Brot zu essen.
21 Und als es hörten die Seinen,
kamen sie heraus zu greifen ihn,
man sagte nämlich: „Er sei außer sich geraten.“

22 Und die Schriftgelehrten,
die von Jerusalem herabgestiegen waren, sagten: „den Beelzebul* hat er!“
Und: – „In/ Mit dem Anführer der Dämonen wirft er heraus die Dämonen.“

* Beel-zebul: von Baal = Herr und Zebul = Fürst,
= „Herr der Fürsten“
= ein Götze von der Stadt Ekron im Philisterland (vgl. 2 Kön 1,2ff); 

Beel-zebub: = eine Entstellung des Namens = „Herr der (Mist-)fliegen“ 

23 Und sie herrufend redete er in Gleichnissen zu ihnen:

„Wie vermag der Satan den Satan herauszuwerfen?
24 Und – wenn ein Königtum gegen sich selber sich spaltet,
nicht vermag Bestand haben dieses Königreich.
25 Und – wenn ein Haus gegen sich selber sich spaltet, nicht vermag dieses Haus Bestand haben.
26 Und – wenn der Satan aufgestanden wäre gegen sich selber und gespalten wäre, so vermag er nicht Bestand haben, sondern es hat ein Ende.
27 Sondern – nicht vermag es jemand in das Haus des Starken hineinkommend die Gefäße ihm zu rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt, und darauf sein Haus ausraubt.

28 Amen, ich sage euch:
alles wird nachgelassen den Söhnen des Menschen
die Versündigungen und die Gotteslästerungen,
soviel sie auch lästern mögen.

29 Wer auch immer aber gotteslästerlich ist
in
(Bezug auf) den Heiligen Geist,
hat bis in Ewigkeit/ Weltzeit hin keinen Nachlass,
sondern ewiger Versündigung ist er schuldig;“

30 sie sagten nämlich, er habe einen unreinen Geist.

.
31 Und es kommen seine Mutter und seine Brüder
und draußen stehend sandten sie zu ihm –
ihn rufend.

32 Und es saßen um ihn herum die Volksmenge,
und man sagt ihm:
„Siehe, deine Mutter und deine Brüder [und deine Schwestern] draußen suchen dich.“

33 Und anhebend sagt er zu ihnen:
„Wer sind meine Mutter und meine Brüder [und meine Schwestern]?“

34 Und umherblickend auf die um ihn ringsum Sitzenden sagt er:
„Seht – meine Mutter und meine Brüder.

35 Wer auch immer nämlich tut den Willen Gottes,
der ist mir Bruder und Schwester und Mutter*.“

* Maria ist nicht nur die biologische Mutter Jesu –
mehr noch ist sie auch im geistlichen Sinne Mutter Jesu,
da sie ganz bereit ist den Willen Gottes zu tun.

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Was ist die „Sünde gegen den Heiligen Geist?“

Sünde heißt: sich absondern von Gott
Sünde gegen den Heiligen Geist heißt: sich absondern von der Überzeugung, dass Gottes Geist die Liebe und das Verzeihen ist.
Wer also gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens lästert, wird nie annehmen können, dass er von Gott angenommen ist – solange wie er gegen diesen Geist der Liebe und des Verzeihens eingestellt ist. –
Hier endet die Macht Gottes, welche eine Macht der Liebe und des Verzeihens ist. Wer sich nicht lieben lassen will, der kann nicht die Gemeinschaft mit Gott erfahren, denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8)

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Wer gehört zur Familie?

– wer miteinander blutsverwandt ist?
– wer in den Kreis einer Familie aufgenommen ist?
– wer zur Familie dazugehören möchte?

Jesus sagt, dass er Gott zum Vater hat –
und er sagt, dass auch wir Gott zum Vater haben.
Dann ist folglich Jesus – unser Bruder…
und auch wir untereinander Geschwister.

Wir sind Geschwister Jesu –
nicht im Sinne von biologischer Verwandtschaft,
sondern im Sinne von Glaubensverwandtschaft.

Jesus sagt im Evangelium:
„Wer den Willen Gottes erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mk 3,35)

Wir – ob Mann oder Frau – können „Mutter Jesu“ sein,
wenn wir ihn heute „zur Welt bringen“ –
wenn seine Botschaft durch uns „Hand und Fuß“, „Stimme und Herz“ bekommt.

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Links:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 05.06.2018

geschwisterliche Zurechtweisung (23. A)

23. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 10. September 2017

Eröffnungsvers (Ps 119,137.124)
HERR, du bist gerecht und deine Entscheide sind richtig.
Handle an deinem Knecht nach deiner Huld.

Erste Lesung: Ez 37,7-9
Wenn du den Schuldigen nicht warnst, fordere ich von dir Rechenschaft für sein Blut

Antwortpsalm Ps 95, 1-2.6-7c.7d-9

Zweite Lesung: Röm 13,8-10
Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes

Ruf vor dem Evangelium (2 Kor 5,19)
Halleluja. Halleluja.
Gott hat in Christus die Welt mit sich versöhnt
und uns das Wort von der Versöhnung anvertraut.
Halleluja.

Evangelium: Matthäus 18,15-20
Wenn dein Bruder auf dich hört, so hast du ihn zurückgewonnen

Auch den sündig gewordenen Menschen achten – nicht ächten!

Jesu Empfehlungen für den Umgang mit Menschen, die sich aus der Gemeinschaft absondern:

Jesus greift eine Verhaltensregel aus den biblischen Weisungen auf: „Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.“ (Lev 19,17) und er entfaltet sie in fünf Schritten im Geist der Liebe:
mt-18.15-20a2

1. Schritt:  nicht ihn „herbeizitieren“, sondern zu ihm hingehen (!) und klar aber liebevoll ihn „zu-recht-weisen“ = ihm einen Weg aus dem Fehltritt heraus zeigen – mit dem Ziel: ihn wieder zu gewinnen.
mt-18.15-20a3

2. Schritt:  Wenn man es allein nicht schafft – vielleicht, weil man nicht den richtigen Ton getroffen hat – ein bis zwei weitere Vertraute mit hinzuziehen (als Zeugen für das Liebesbemühen) um ihn zurückzugewinnen.
mt-18.15-20a4

3. Schritt: Wenn das nichts hilft „sag es der Gemeinde“ – gemeint: sag es den „Herausgerufenen“ = ein Gremium, das entscheidet, wie es zwischen der Gemeinschaft und dem Betroffenen weitergehen kann.

mt-18.15-20a54. Schritt: Wenn es auch da zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt, „dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ (= Exkommunikation!???) Nein, dann soll er so behandelt werden, wie Jesus mit Heiden und Zöllnern umging = mit zuvorkommender Liebe, um ihn ganz neu für den Weg zum Leben zu gewinnen.

Jesu Handlungsmaßstab ist also folgender: Wenn ein Mitglied deiner Gemeinde sich verfehlt, dann schau nicht weg, aber kränke ihn auch nicht durch öffentlichen Tadel, sondern gehe in deiner Liebe so weit, dass du in deiner Liebe den Fehltritt vor den Augen der Welt verbirgst und den Bruder – die Schwester – auf den Weg des christlichen Lebens zurück gewinnst.
mt-18.15-20a-6a
5. Schritt Wenn selbst das keinen Erfolg hat, miteinander darum beten, dass er einen Weg zur Heilung und zum Heil findet.

Das ist das Herzensanliegen Jesu: „So will auch euer Vater im Himmel nicht, dass einer von den Kleinen verlorengeht“ (Mt 18,14) oder Jesu Gebet im Abendmahlssaal: „Vater ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ (Joh 17,24)

Fazit: Wenn sich zwei oder drei – oder mehrere – dieses Herzensanliegen Jesu zu ihrem gemeinsamen Gebet machen, dann – sind sie ganz vereint mit dem Herzensanliegen Jesu, ja dann ist er selbst ganz dabei.

geschwisterliche Zurechtweisung – Mt 18,15-20; (c) G. M. Ehlert

–> Mt 18,15-20: Glaubensbrüder zurückgewinnen
(Studienübersetzung von G. M. Ehlert)
–> „Sünder zurückgewinnen“ – Gedanken zu Mt 18,15-20

Link: Messtexte zum 23. Sonntag im Jahreskreis A

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Sünder zurückgewinnen (23.S.A)

Gedanken zum Sonntagsevangelium des 23. Sonntags im Jahreskreis A  – Mt 18,15-20
(= 7. September 2014)

zum Evangelium = Mt 18,15-20

„… so will auch euer himmlischer Vater nicht,
dass eines von diesen Kleinen verlorengeht!“   (Mt 18,14)

Wie sollen sich die Christen verhalten, wenn einer ihrer Glaubensbrüder – Glaubensschwestern – sich schwer versündigt?

Soll er bzw. sie dennoch geachtet oder geächtet werden?

Menschlich wäre nach einer schweren Verfehlung Strafandrohung bzw. Bestrafung bis hin zum Ausschluss aus der Gemeinschaft.

Christus jedoch wirbt dafür, dass alles dafür eingesetzt wird, das „verirrte Schaf“ aufzusuchen und wieder in die Gemeinschaft zurückzubringen.

Zur zweiten Verhaltensweise ein Beispiel aus dem Alltag:

Fußballspiel der Kinder
Beobachtung an einem Nachmittag auf einem Bolzplatz:
8 Kinder kommen – bilden 2 Vierermannschaften – je ein Torwort und drei Feldspieler und spielen miteinander Fußball. 
Schon nach kurzer Zeit fiel mir ein Spieler auf, der ganz besonders ehrgeizig war und einen lauten Spruch führte. Er spielte nicht schlecht, doch der gegnerische Tormann vereitelte jedes Tor.
Immer verbissener stürmte er, und immer lauter wurden seine Kommentare aus Ärger über den Tormann. Schließlich, als wieder ein Torschuss misslang, schoss er den Fußball beleidigt weg, schrie, dass er nicht mehr spielen wolle, und setzte sich mit wütender Miene an den Spielfeldrand.
Die übrigen Spieler waren überrascht von diesem Wutausbruch und sahen sich erschrocken an. Einer aus der Mannschaft – vermutlich ein guter Freund von ihm – ging schließlich zum beleidigten Mitspieler und versuchte, ihn zu beruhigen, und ihn wieder zum Mitspielen zu überreden.
Doch dieser schüttelte nur ärgerlich den Kopf und sagte, dass er ihn in Ruhe lassen solle.
Auch zwei weitere Spieler – aus jeder Mannschaft einer – vermochten ihn nicht umzustimmen.
Daraufhin kamen auch die restlichen Mitspieler und redeten beschwichtigend auf ihn ein. Doch alles Reden half nichts, der Junge blieb hart.
Da beschlossen sie in neuer Konstellation weiterzuspielen.
Doch allen war klar: mit 8 Spielern war das Fußballspiel viel schöner. .

Der Vergleich mit den Anregungen Jesu zum Wiedergewinnen dessen, der sich verrannt hat (sündigen = absondern = Verfehlung = sein Ziel verfehlen) ist nicht schwer:

Bei uns ist es oft üblich, dass wir entweder die Verfehlung des Nächsten nicht wahrnehmen wollen – so nach dem Motto: „das muss er selber wissen, was er tut…“
oder dass wir in seiner Abwesenheit den Fehltritt an die große Glocke hängen, so nach dem Motto: „hast du schon gehört, was der XY getan hat…“

Die empfohlene Verhaltensweise des Evangeliums sieht anders aus.

Jesus greift eine Verhaltensregel aus den biblischen Weisungen auf: „Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.“ (Lev 19,17) und er entfaltet sie in fünf Schritten im Geist der Liebe

1. Schritt: 
nicht ihn „herbeizitieren“, sondern zu ihm hingehen (!) und klar aber liebevoll ihn „zu-recht-weisen“ = ihm einen Weg aus dem Fehltritt heraus zeigen – mit dem Ziel: ihn wieder zu gewinnen.

2. Schritt: 
Wenn man es allein nicht schafft – vielleicht, weil man nicht den richtigen Ton getroffen hat – ein bis zwei weitere Vertraute mit hinzuziehen (als Zeugen für das Liebesbemühen) um ihn zurückzugewinnen.

3. Schritt:
Wenn das nichts hilft „sag es der Gemeinde“ – gemeint: sag es den „Herausgerufenen“ = ein Gremium, das entscheidet, wie es zwischen der Gemeinschaft und dem Betroffenen weitergehen kann.

Wenn es auch da zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt,

4. Schritt:
„dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“ (= Exkommunikation!???) Nein, dann soll er so behandelt werden, wie Jesus mit Heiden und Zöllnern umging = mit zuvorkommender Liebe, um ihn ganz neu für den Weg zum Leben zu gewinnen.

Jesu Handlungsmaßstab ist also folgender:
Wenn ein Mitglied deiner Gemeinde sich verfehlt, dann schau nicht weg, aber kränke ihn auch nicht durch öffentlichen Tadel, sondern gehe in deiner Liebe so weit, dass du in deiner Liebe den Fehltritt vor den Augen der Welt verbirgst und den Bruder – die Schwester – auf den Weg des christlichen Lebens zurück gewinnst.

Eine Geschichte aus der frühen Zeit der Wüstenväter mag dies verdeutlichen:

Der Wüstenvater Ammonas
Der Altvater Ammonas kam einmal irgendwohin, um zu essen. Dort befand sich einer, der einen schlechten Ruf hatte. Es begab sich, dass eine Frau daher kam und in die Zelle des Bruders mit dem üblen Ruf ging. Als die Bewohner des Ortes das erfuhren, gerieten sie in Aufregung und taten sich zusammen, um ihn aus seiner Zelle zu vertreiben. Als sie erfuhren, dass der Bischof Ammonas am Orte sei, gingen sie zu ihm und forderten ihn auf, mit ihnen zu kommen. Als der Bruder das merkte, nahm er die Frau und verbarg sie in einem großen Fass. Wie nun die Menge eintraf, wusste der Altvater Ammonas bereits, was vorgefallen war, doch um Gottes Willen verdeckte er die Sache. Er trat ein, setzte sich auf das Fass und ordnete eine Durchsuchung der Zelle an.

Aber obwohl sie sorglich suchten, fanden sie die Frau nicht. Da sagte der Altvater Ammonas: „Was ist das? Gott soll euch vergeben!“ (dass ihr den Bruder verleumdet habt!)

Als die Leute beschämt gegangen waren, nahm er den Bruder bei der Hand und ermahnte ihn: Gib auf dich acht, Bruder!“
Nach diesen Worten ging er weg.

(Aus: „Lebenshilfe aus der Wüste. Die alten Mönchsväter als Therapeuten“, ausgewählt und eingeleitet von Gertrude und Thomas Sartory, Verlag Herder)

Wenn selbst das keinen Erfolg hat,

5. Schritt
miteinander darum beten, dass er einen Weg zur Heilung und zum Heil findet.

Das ist das Herzensanliegen Jesu: „So will auch euer Vater im Himmel nicht, dass einer von den Kleinen verlorengeht“ (Mt 18,14) oder Jesu Gebet im Abendmahlssaal: „Vater ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin.“ (Joh 17,24)

Fazit:
Wenn sich zwei oder drei – oder mehrere – dieses Herzensanliegen Jesu zu ihrem gemeinsamen Gebet machen, dann – sind sie ganz vereint mit dem Herzensanliegen Jesu, ja dann ist er selbst ganz dabei.

So hat es Jesus den Jüngern zugesagt:
„wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.“

Lamm Gottes


zum 2. Sonntag im Jahreskreis B:
Evangelium: Joh 1,35-42
zum Text (Joh 1,29-51 eigene Übersetzung)

„Seht das Lamm Gottes!“

Paschalamm – Opferlamm – Osterlamm
Das Mahl des Lammes

 

Seit mehr als 200 Jahren ist der Hase in Deutschland als Zeichen der Fruchtbarkeit und als Symbol für das Osterfest bekannt und
beliebt.

In seinem Schatten steht das Lamm, das jedoch das viel ältere Symboltier für Ostern ist.

Das Lamm gilt in vielen Kulturen als Symbol der Unschuld und der Demut und ist ein häufiges Opfertier.

In der Liturgie an Gründonnerstag, Karfreitag und an Ostern hören wir vom Paschalamm, vom Opferlamm und vom Osterlamm.

Das Paschalamm

Am Gründonnerstag schauen wir auf Christus, der für uns Christen das neue Paschalamm geworden ist.

Im Zentrum des jüdischen Pessachfestes, das auch die Grundlage des Letzten Abendmahles Jesu war, steht das Mahl eines einjährigen Lammes, das im Tempel in Jerusalem zum jüdischen Pessachfest Gott geschenkt, geschlachtet und dann im Kreis der Familie als Zeichen der Gemeinschaft mit Gott gegessen wurde.

Zum Pessach-Fest (Pessach oder Pascha heißt Übergangsfest) aß man gemeinsam dieses Lamm in Erinnerung an die Befreiung des Volkes aus der Sklaverei in Ägypten. (vgl. Exodus 12,1-13,16).

Das Lamm wurde damals – auf Gottes Geheiß hin – gegessen und mit seinem Blut wurden die Türpfosten bestrichen und so ging das von Gott angedrohte Unheil am Volk Gottes vorüber und das Volk Israel blieb verschont.

Dank dem Blut des Paschalammes wurde Israel zu einem heiligen Volk, das durch einen Bund mit Gott verbunden war.

An Gründonnerstag feiert die Kirche das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern.

Jesus selbst feierte mit seinen Jüngern das Pascha – diesen Übergang von der Sklaverei zur Freiheit.

Schon in dieser Paschafeier – im Hinblick auf seinen bevorstehenden Tod am Kreuz – wird Jesus selber zum neuen Paschalamm, wenn er sagt: „Dies ist der Kelch des neuen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird.“

Wir Christen sehen daher in Jesus Christus „das wahre Osterlamm“, durch sein Blut „haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden“ (vgl. Kol 1,12-20) geschenkt bekommen.

(siehe auch: „Agnus-Dei„)

Das Opferlamm

Am Karfreitag schauten wir auf die Passion Christi, wie er „wehrlos wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wird.“ (vgl. Jer. 11,19)

Der Prophet Jesaja verheißt, dass der gerechte Knecht Gottes leiden muss. Er vergleicht in einem seiner Gottesknechtsliedern den Gerechten mit einem Opferlamm, das stellvertretend für uns alle die Sünden der Menschen hinwegträgt.

Dieses Bild greift Johannes der Täufer auf, als er auf Christus zeigt und sagt: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde(n) der Welt.“ (Joh 1,29)

Und dies ist geschehen, indem Jesus den Leidensweg bis zum Tod am Kreuz auf sich nahm, um uns zu befreien aus der Verstrickung in das Böse.

Paulus spricht davon, dass Jesus Christus als „unser Paschalamm“ geopfert wurde am Kreuz. (vgl. 1 Kor 5,7)

In Mel Gibsons Film: „Passion Christi“ fließt viel Blut. Entscheidend für unsere Erlösung ist jedoch nicht das
Maß der Grausamkeit, das Jesus in seiner Passion zu erleiden hatte. Entscheidend ist vielmehr das Maß seiner Liebe zu Gott und zu allen Menschen, d.h. seine Leidenschaft, sein Leben einzusetzen für die Menschen bis zur letzten Konsequenz. Dieses Maß seiner Liebe hat uns erlöst.

Schon die frühe Christenheit verstand dieses Lamm nicht als reines Opferlamm, das in einem grausamen blutigen Sühneopfer
hingeschlachtet wird. So etwas hätte Gott nicht nötig und der Sinn dieses Bildes wäre auch verfehlt. Denn das Pessach-Lamm war bei den Juden ja das freudige Gedächtnis an ihre Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten. Und auch im Jesaja-Text
liegt der Sinn des Gottesknechtes nicht in seiner grausamen Vernichtung, sondern in seiner strahlenden Erhöhung
nach seinem Tod.

Das Osterlamm

Zum Osterfest gehört das Lamm dazu.

In einem Osterlied singen wir:

„Kommt zu des Lammes Ostermahl,
geschmückt mit weißen Kleidern all,
Christus, dem Herrn, singt Lob und Ehr,
der uns geführt durchs Rote Meer! Alleluja.

Das Osterlamm erinnert uns an das „Pascha-Mysterium“ –
wie das Ostergeheimnis auch genannt wird.

Wir feiern den Übergang vom Tod zum Leben, von der Verstrickung in Schuld zur Freiheit der Kinder Gottes. Wir selbst haben Anteil erhalten an diesem Ostergeheimnis durch die Taufe. Bei der jährlichen Tauferneuerung am Osterfest erinnern wir uns daran, dass wir jetzt schon Anteil am göttlichen Leben haben.

Die Bedeutung und der Sinn von Jesu Tod strahlt für uns erst aufgrund seiner Auferstehung auf.
Die Auferstehung wird nun zum christlichen Sinn des Pessachfestes; das christliche Osterfest feiert das siegreiche Leben. Jesus ist Sieger über den Tod. Aus dem passiven
Lamm ist ein aktiver Sieger mit einer Siegesfahne geworden. Und so finden wir in den Darstellungen der Kunst das Lamm mit der Osterfahne, auf der ein Kreuz dargestellt ist als Zeichen für Christus, der vom Tod erstanden ist.

"Osterlamm" - Zeichnung von G. M. Ehlert, 2004

Das Mahl des Lammes

Und an Ostern feiern wir, dass wir durch die Auferstehung Jesu von den Toten zum himmlischen Hochzeitsmahl des Lammes
geladen sind. Die scheinbare Niederlage des Gekreuzigten – so der Sinn dieses Hoffnungsbildes – wird sich am Ende als großer Sieg erweisen, weil die Liebe letztlich stärker ist als Gewalt und Tod.

Gott wird auch uns zum ewigen Osterfest laden.
Denn auch unsere Namen stehen aufgrund der Taufe im
Buch des Lebens, in dem mit 7 Siegeln versiegelten Buch des Lammes Gottes.

Nicht der Tod, sondern die Auferstehung hat das letzte Wort.
Das ist die hoffnungsvolle Botschaft von Ostern.

Christus, der wie ein Opferlamm am Kreuz starb, er ist siegreich auferstanden und lädt uns ein zum himmlischen Mahl des Lammes.  In jeder Eucharistiefeier feiern wir das, dass
Christus uns den Zugang zum Himmel eröffnet hat.

 

(zu Joh 1,35-51 siehe auch: „Kommt und seht!“

zu Paschalamm + Opferlamm + Osterlamm siehe auch: „Seht-das-Lamm-Gottes„)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Jesus und die Ehebrecherin

zum 5. Fastensonntag im Lesejahr C:
„Jesus und die Ehebrecherin“ (Joh 8,1-11)

  1Dtn 22,22
Wenn ein Mann dabei ertappt wird, wie er bei einer verheirateten Frau liegt, dann sollen beide sterben, der Mann, der bei der Frau gelegen hat, und die Frau. Du sollst das Böse aus Israel wegschaffen.  22:23  Wenn ein unberührtes Mädchen mit einem Mann verlobt ist und ein anderer Mann ihr in der Stadt begegnet und sich mit ihr hinlegt,  22:24 dann sollt ihr beide zum Tor dieser Stadt führen. Ihr sollt sie steinigen, und sie sollen sterben, das Mädchen, weil es in der Stadt nicht um Hilfe geschrien hat, und der Mann, weil er sich die Frau eines andern gefügig gemacht hat. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.2vgl. Jer17,13: „Du Hoffnung Israels, Herr! Alle, die dich verlassen, werden zuschanden, die sich von dir abwenden, werden in den Staub geschrieben; denn sie haben den Herrn verlassen, den Quell lebendigen Wassers.3vgl. Dtn 17,6-7: Wenn es um Leben oder Tod eines Angeklagten geht, darf er nur auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin zum Tod verurteilt werden. Auf die Aussage eines einzigen Zeugen hin darf er nicht zum Tod verurteilt werden.
Wenn er hingerichtet wird, sollen die Zeugen als erste ihre Hand gegen ihn erheben, dann erst das ganze Volk. Du sollst das Böse aus deiner Mitte wegschaffen.

8,1 

 

3

  

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Jesus aber ging hin auf den Ölberg.In der Morgenfrühe aber tritt er wiederum im Heiligtum auf und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich –
sie lehrend.Es führten herbei aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau beim Ehebruch ertappt und stellten sie in die Mitte.

Und sie sagen zu ihm:
„Lehrer, diese Frau ist ertappt worden beim Ehebruch bei der Tat selbst:

In dem Gesetz aber hat uns Mose befohlen, derartige zu steinigen.1

Du aber, was sagst du (dazu)?

Dies aber sagten sie, ihn versuchend,
damit sie ihn anklagen können.

Jesus aber beugte sich nieder
und schrieb mit dem Finger auf die Erde.2

Als sie aber dranblieben ihn zu fragen,
beugte er sich hoch und sprach zu ihnen:

„Der ohne Sünde ist von euch
werfe als erster einen Stein auf sie.“3

Und abermals beugte er sich nieder (und) schrieb auf die Erde.

Als sie das jedoch gehört hatten,
gingen sie hinaus, einer nach dem anderen –
angefangen von den Ältesten

und er blieb – er allein und die Frau, die in der Mitte stand.

 Es beugte sich aber Jesus hoch und sprach zu ihr:
„Frau, wo sind sie?
Hat keiner dich verurteilt?

Sie aber sprach:
„Keiner, Herr.“

Es sprach aber Jesus:
„Auch ich verurteile dich nicht:
Geh! (und) von nun an sündige nimmermehr.“

 

Statt Hartherzigkeit – Barmherzigkeit

Steinhart
     sind nicht nur die Mauern des Tempelbezirks;
     sind auch die Herzen der Pharisäer und Schriftgelehrten

 Stein des Anstoßes –
     eine Ehebrecherin, auf frischer Tat ertappt
     das Gesetz ist steinhart: sie muss gesteinigt werden.

 Als Stolperstein
     Jesus in den Weg gelegt:
     „Nun, was sagst du dazu?“

 Vom Stolperstein zum Baustein eines neuen Weges –
     oder:
     von der Hartherzigkeit zur Barmherzigkeit

 Was den Stein ins Rollen bringt:
     „Der von euch werfe als Erster einen Stein auf sie – 
     der ohne Sünde ist“ – ist Seine Antwort

 Da bleibt kein Stein auf dem anderen:
     die Mauer der Verhärtung bricht auf;
     Stein für Stein wird abgelegt

 Wenn einem ein Stein vom Herzen fällt…
     Du wirst nicht verurteilt – sondern freigesprochen:
     Dein Leben wird dir neu geschenkt.

 (Bild und Text: © G. M. Ehlert, 25.03.07)

 

  „Der von euch
werfe als Erster einen Stein auf sie –

Jesus und die Ehebrecherin (c) G. M. Ehlert

 der ohne Sünde ist.“
(Joh 8,7)