Schlagwort-Archive: Seligpreisungen

Wohl und wehe (6.C)

6. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 17. Februar 2019

Liturgische Texte zum 6. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 31,3-4)
Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Tagesgebet
Gott,
du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jeremía (Jer 17,5-8)
„Verflucht, wer auf Menschen vertraut;
gesegnet, wer auf den HERRN sich verlässt“

Antwortpsalm: Ps 1,1-2.3.4 u. 6 
„Gesegnet, wer auf den HERRN sich verlässt.“

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,12.16-20)
„Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos“ 

Ruf vor dem Evangelium (Lk 6,23ab)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr):
Freut euch und jubelt!
Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 6,17.20-26)
Selig, ihr Armen! – Weh euch, ihr Reichen!

* * *

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Und ER (=Jesus) erhob seine Augen zu seinen Jüngern und sagte:

 Glückselige, die Armen:
(denn) euer ist das Königtum Gottes.
Jedoch:
Weh euch, den Reichen,
(denn) weg habt ihr euren Herbeigerufenen/ Beistand.
Glückselige, die Hungernden jetzt:
(denn) gesättigt werdet ihr.
Weh euch, die vollgestopft wordenen jetzt:
(denn) hungern werdet ihr.
Glückselige, die Weinenden jetzt:
(denn) lachen/ heiter sein werdet ihr.
Weh euch, die Lachenden jetzt:
(denn) trauern werdet ihr und klagen.
Glückselige seid ihr, wenn euch hassen die Menschen, und wenn sie euch ächten und fluchen und euren Namen als bösen verwerfen – um des Menschensohnes willen. Weh, wenn zu euch angenehm sprechen alle Menschen
Freut euch an jenem Tag und hüpft.
Siehe! nämlich euer Lohn (ist/ wird sein) groß im Himmel.
Denn so machten es ihre Väter mit den Propheten. denn gerade so machten es ihre Väter mit den Pseudopropheten.

(Lk 6,20-26)

* * *

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Bild zur Meditation:

selig-wehe-text-a

Vom Wohl und Wehe – (c) G. M. Ehlert, 30.01.2019

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Impulse

O welch ein Glück! – O welch ein Unglück!

Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben gewonnen! Holen Sie sich ihren Gewinn ab!
Herzlichen Glückwunsch – sagen wir:
– bei Geburtstagen, Jubiläen,
– beim Erreichen von Zielen u. Bestehen von Prüfungen.

O welch ein Unglück!
Sie sind aber zu bedauern – sagen wir:
– nach traurigen Schicksalsschlägen,
– bei einer schweren Erkrankung…

Doch wer ist wirklich zu beglückwünschen / wer zu bedauern? –
Wer etwas hat bzw. etwas verloren hat?
oder: wer etwas schönes/ schlimmes zu erwarten hat?

gute oder erschwerende Voraussetzungen zur Nachfolge Jesu
Das Evangelium (Lk 6,20-26) zeigt auf, was aus der Sicht Jesu gute oder erschwerende Voraussetzungen für den Weg der Jüngerschaft = der Nachfolge Jesu sind:

Das erste: Jesus sieht (liebevoll) seine Jünger an: – er schenkt ihnen Ansehen.
Auch ich darf mich immer wieder von Jesus anschauen lassen.
Ich bin angesehen bei Gott.

Armut – Hunger – Trauer – Verfolgung
glücklich zu preisen, wer die folgenden 4 Voraussetzungen mitbringt:
– „ihr Armen“ – materiell, geistig,
gemeint ist die Haltung der Armut = leere Hände
– „die ihr jetzt – auf dem Weg der Nachfolge – hungert“ – nach Brot, oder nach Gerechtigkeit…
gemeinst ist die Haltung der Sehnsucht
– „die ihr jetzt – auf dem Weg der Nachfolge – weint“ über den Zustand dieser Welt…
gemeint ist die Haltung des Mitgefühls
– „die – weil sie zu Christus gehören – Benachteiligungen zu ertragen haben“…
gemeint ist die Haltung der Tapferkeit
= ihr Lohn im Himmel wird groß sein.

Herzlichen Glückwunsch, wer in diesem Sinn arm, hungrig, traurig ist und von Menschen deshalb ausgegrenzt wird.

Reichtum – Sattheit – Vergnügungen – Schmeicheleien
Oder wird uns Jesus mit seinem „O weh!“ bedauern, weil wir eine der folgenden 4 Voraussetzungen mitbringen?
Weh euch:
– „die ihr jetzt reich seid“… (Hände, die festhalten sind nicht frei zu empfangen…)
– „die ihr jetzt satt seid“… (= vollgestopft u. abgestumpft)
– „die ihr jetzt lacht“ – (= über andere lacht, )…
– „die von jedermann geschmeichelt werden“
sie sind zu bedauern, denn sie haben es schwer, sich zu öffnen für die Botschaft und Wirklichkeit des Reiches Gottes.

Und wo stehen wir?
Sind wir nach den Kriterien Jesu eher zu beglückwünschen oder zu bedauern?
Haben wir gute Voraussetzungen, das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit annehmen zu können…
oder müssen wir erst anderes loslassen, was uns bisher in seinen Bann zieht: Besitz, Übersättigung oder die Ausschau nach Vergnügen?

Was in den Augen der Menschen als gute Lebensbedingungen erscheint: Reichtum, Sättigung, Vergnügungen und Anerkennung, das kann den Weg zu Gott erschweren. Und dazu sagt Jesus sein O weh! O weh!.

Doch zu beglückwünschen ist ein Mensch, der auf dem Weg zur vollkommenen Freude geht in der Nachfolge Jesu.

Ein Beispiel dafür ist Franziskus, der freiwillig auf Reichtum, Sättigung, Vergnügungen und Anerkennung bei den Menschen verzichtete und in frei gewählter Armut Christus nachfolgte.

Wer auch in den Widrigkeiten seines Lebens sich nicht aus dem inneren Gleichgewicht bringen lässt aus der Verbundenheit mit Christus heraus, dem gilt: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gewonnen! Holen Sie sich ihren Gewinn ab!

Glück oder Unglück

War ein Bäuerlein,
hatte nur ein Pferd.
Lief das Pferd davon –
und ist nicht heimgekehrt.
Kamen alle Nachbarn an,
klagten laut: „Du armer Mann!
So ein Unglück! So ein Unglück!
So ein Unglück, nein!“
Doch das Bäuerlein sprach leis‘:
„Ob’s ein Unglück ist, wer weiß?!“
Morgen bin ich schlauer…“

Als das Pferd tags drauf
durch das Hoftor schritt,
brachte es dem Bäuerlein
noch ein Wildpferd mit.
Kamen alle Nachbarn an,
freuten sich: „Du guter Mann!
So ein Glück, hej! So ein Glück, hej!
So ein Glück, hej, hej!“
Doch das Bäuerlein sprach leis‘:
„Ob’s ein Glück ist, nun, wer weiß?!
Morgen bin ich schlauer…“

Und des Bauern Sohn
ritt das Wildpferd ein.
Stürzte von dem Pferd
und brach sich ein Bein.
Kamen alle Nachbarn an,
klagten laut: „Du armer Mann!
So ein Unglück! So ein Unglück!
So ein Unglück, nein!“
Doch das Bäuerlein, sprach leis‘:
„Ob’s ein Unglück ist, wer weiß?!
Morgen bin ich schlauer…“

Als ein Krieg im Land ausbrach,
zog man die Burschen ein.
Nur des Bauern Jungen nicht
mit dem gebroch’nen Bein.
Kamen alle Nachbarn an,
freuten sich: „Du guter Mann!
So ein Glück, hej! So ein Glück, hej!
So ein Glück, hej, hej!“
Doch das Bäuerlein sprach leis‘:
„Ob’s ein Glück ist, nun wer weiß?!
Morgen bin ich schlauer…“

Dein Verhängnis ist
doch vielleicht dein Glück?!
Und dein Hauptgewinn
bricht dir das Genick?!
Sei heut‘ zufrieden, dass Du lebst
und noch einen Finger hebst.
Morgen oder übermorgen
oder überübermorgen kommt…
der Tod.

(Gerhard Schöne, nach einer orientalischen Parabel)

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung: Jeremia 17,5-11 Fluch und Segen

–> zum Antwortpsalm: zu Psalm 1 + 2: = „Das Doppelportal“ zum gesamten Psalter
.      Psalm 1 und 2 (Bild und textgetreue Übersetzung)

–> 2. Lesung: –

–> Evangelium: Lk 6,20-26 Vom Wohl und Wehe
siehe auch: „Die Feldrede Jesu im Lukasevangelium

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 6. Sonntag C  

Gedenktage:

  • 14. Februar: Cyrill u. Methodius = F
    u. Valentin von Rom = g

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 17. Februar 2019

 

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Glückwunsch Jesu (4. A)


Die liturgischen Texte des 4. Sonntages im Jahreskreis A

(29. Januar 2017)

Eröffnungsvers (Psalm 106,47)
„Hilf uns, HERR, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen deinen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.“

1. Lesung: Zef 2,3; 3.12-13
Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk

Antwortpsalm (Ps 146,5.u.7. 8-9b. 9c-10)

2. Lesung: 1 Kor 1,26-31
Das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt

Ruf vor dem Evangelium: (Mt 5,12a)
Halleluja. Halleluja.
Freut euch und jubelt:
Euer Lohn im Himmel wird groß sein.
Halleluja

Evangelium: Mt 5,1-12a
Selig, die arm sind vor Gott

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 4. Sonntag im Jahreskreis A

 

Gedanken zum Evangelium vom 4. Sonntag im Jahreskreis A (= Mt 5,1-12):

Die Seligpreisungen in der Bergpredigt Jesu

Als Jesus die vielen Menschen sah…

die wie Schafe ohne Hirten orientierungslos waren

stieg er auf einen Berg.

so wie Mose auf den Berg Sinai stieg,
um dort die Wegweisungen Gottes zu empfangen

Jesus erscheint hier als der neue Mose, der sein Volk aus dem Land der Begrenzungen herausführt.

Er setzte sich

Jesus wird hier beschrieben als der neue „Gesetzeslehrer“,
der sich auf seinen Lehrstuhl setzt.

und seine Jünger traten zu ihm.

so wie Mose um sich die Ältesten versammelte.

Dann begann ER zu reden und lehrte sie.

Nun ist es nicht mehr Gott, der zu Mose spricht,
sondern Jesus kündet selbst im Geist Gottes die „neue Lehre“.

„Selig,
wer meine Worte hört…

Das Herzstück
der Berglehre Jesu:
Die „Um-schreibung“
der Lebensweisungen Gottes
von den Steintafeln des Sinai
in die Herzen der Menschen
hinein

… und danach
handelt.

(G. M. Ehlert zu Mt 5,1-12 u. 7,24)

Hört, wen Jesus glücklich preist:

Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt - Bild (c) G. M. Ehlert, 23.01.2011

8 + 1 Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt – (c) G. M. Ehlert, 23.01.2011

3. Glückselige, die Armen im Geiste,
denn ihnen ist die Königsherrschaft der Himmel.

4. Glückselige, die Trauernden,
denn ihnen wird beigestanden werden.

5. Glückselige, die Sanftmütigen,
denn sie werden als Erbteil erhalten das Erdland.

6. Glückselige, die Hungernden und Dürstenden nach der Gerechtigkeit,
denn sie werden gesättigt werden.

7. Glückselige die Barmherzigen,
denn sie werden barmherzigt werden.

8. Glückselige, die im Herzen Reinen,
denn sie werden Gott erschauen.

9. Glückselige, die Friedenmacher,
denn sie werden Söhne (u. Töchter) Gottes gerufen werden.

10. Glückselige, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen,
denn ihrer ist die Königsherrschaft der Himmel.

11. Glückselige seid ihr,
wenn sie euch schmähen und verfolgen
und betrügerisch allerart Böses euch nachsagen
um meinetwillen.

12. Freut euch und frohlocket,
denn euer Lohn wird viel sein in den Himmeln.

Nämlich genauso verfolgten sie die Propheten, welche vor euch (waren).

 

siehe auch: 8 + 1 Seligpreisungen Jesu in der Bergpredigt

.

Gottes Maßstab ist „ver-rückt“:

nicht: „Kleider machen Leute!“
sondern: „Kleiner machen, Leute!“ –
und: „Kleine macht ER zu Leuten.“

Die Maßstäbe unserer Welt

Wir beglückwünschen Menschen, die etwas Besonderes erreicht haben:
– Herzlichen Glückwunsch zu einem besonderen Geburtstag…
– Herzlichen Glückwunsch zu einer bestandenen Prüfung…
– Herzlichen Glückwunsch zu einem besonderen Gewinn…

Jesus beglückwünscht Menschen, die bereit sind, Besonderes von Gott zu empfangen:
– Herzlichen Glückwunsch allen, die leere – aber empfangsbereite – Hände und Herzen haben (Arme im Geiste, Sanftmütige, Verfolgte…)
und
– Herzlichen Glückwunsch allen, die jetzt schon sich für den Aufbau des Reiches Gottes einsetzen (Barmherzige, Friedensstifter, Standhafte in Verfolgung…)

Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 1,26-31):

Der Völkerapostel Paulus schreibt an die kleine christliche Gemeinde in der Großstadt Korinth:

„Seht doch auf eure Berufung, Brüder und Schwestern!
Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,
sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen,
und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen.
Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt:
         das, was nicht ist, um das, was etwas ist, zu vernichten,
         damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott.“

Gott ist ver-rückt.

Ja, in den Augen der Welt ist er bescheuert!
In den Augen der Weisen dieser Welt ist er ein törichter Narr!

Gott ist ver-rückt, wenn er zu allen Zeiten besonders einfache Menschen beruft.  –
So gibt es ja auch in unserer Gemeinde – oder in den kirchlichen Verbänden wie z.B. in der KAB nicht viele Mächtige. Aber gerade deswegen ist dort Platz für Sie und für mich.

In den Augen des Apostels Paulus aber ist Gott in einem anderen Sinn „ver-rückt“:
Er rückt die bestehenden Verhältnisse zurecht.

Gott ist ver-rückt, denn er hat Sie und mich erwählt:

– nicht wegen unserer Vollkommenheit, sondern mit unserer Unvollkommenheit;

– nicht wegen unserer Erfolge, sondern mitten in unserem Scheitern…

– nicht weil wir etwas Besonderes wären, sondern weil wir – ohne etwas Besonderes zu sein, so von Gott geliebt sind…

– nicht wegen unserer Kenntnisse, sondern mit all unserem Nichtwissen und unseren Irrtümern, die wir vertreten…

– nicht wegen unserer Sicherheiten, die wir zu bieten haben, sondern mitten in unserer Verunsicherung und Hilfsbedürftigkeit…

Gott ist ver-rückt, denn er erwählt
nicht nur die, die auf der Glücksseite des Lebens sind, sondern vor allem die, die auf der Schattenseite leben müssen…

Das, was der Apostel Paulus damals seiner kleinen christlichen Gemeinde in der großen Hafenstadt Korinth sagte, lässt sich heute vielleicht auch so ausdrücken:

Der Maßstab: „Kleider machen Leute!„, der das Denken unserer Welt beherrscht,
gilt vor Gott nicht.

Den Weisen, Mächtigen und Einflussreichen, die sich auf den Weltwirtschaftsgipfeln und Weltsicherheitskonferenzen treffen, könnte eher gesagt werden:

Kleiner machen, Leute!

Und den Verzagten sollte gesagt werden:

Kleine macht ER zu Leuten!“

„Wer sich also rühmen will, der rühme sich des Herrn“

wie Maria, die in ihrem Magnifikat singt:

Meine Seele preist die Größe des Herrn.
Und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut…

Gottes Maßstäbe sind ver-rückt, denn „die Kleinen, die kommen bei Gott groß ‚raus!“

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Allerheiligen

zum Hochfest Allerheiligen

1. Lesung: Offb 7,2-4.9-14: Ich sah eine große Schar aus allen Nationen und Sprachen; niemand konnte sie zählen

2. Lesung: 1 Joh 3,1-3: Wir werden Gott sehen, wie er ist

Evangelium: Mt 5,1-12a: Die Seligpreisungen Jesu
siehe auch:
8+1 Seligpreisungen

 

Allerheiligen – das Fest des offenen Himmels

Allerheiligen richtet unseren Blick auf das Ziel, für das Gott uns geschaffen und bestimmt hat: es ist daher „das Fest des offenen Himmels“:

Die Präfation vom Allerheiligenfest:

“In Wahrheit ist es würdig und recht, dir allmächtiger Vater zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu rühmen.

Denn heute schauen wir deine heilige Stadt, unsere Heimat,
das himmlische Jerusalem.

Dort loben dich auf ewig die verherrlichten Glieder der Kirche,
unsere Brüder und Schwestern, die schon zur Vollendung gelangt sind.

Dorthin pilgern auch wir im Glauben, ermutigt durch ihre Fürsprache
und ihr Beispiel und gehen freudig dem Ziel der Verheißung entgegen.

Darum preisen wir dich in der Gemeinschaft deiner Heiligen
und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit:

Heilig, heilig, heilig…“

1. Lesung vom Allerheiligenfest: Offb 7,2-4.9-14:

Dann sah ich vom Osten her einen anderen Engel emporsteigen;
Er hatte das Siegel des lebendigen Gottes
und rief den vier Engeln, denen die Macht gegeben war,
dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,

mit lauter Stimme zu:


Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu,
bis wir den Knechten unseres Gottes
das Siegel auf die Stirn gedrückt haben.

Und ich erfuhr die Zahl derer, die mit dem Siegel gekennzeichnet waren.
Es waren 144.000 aus allen Stämmen der Söhne Israels,
die das Siegel trugen.

Aus dem Stamm Juda, Ruben, Gad, Ascher, Naftali, Manasse, Simeon, Levi, Issachar, Sebulon, Josef, Benjamin trugen je 12.000 das Siegel.

Danach sah ich:
Eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm
und trugen Palmzweige in den Händen.
Sie riefen mit lauter Stimme:
Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt,
und von dem Lamm.
Da fragte mich einer der Ältesten:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen, und woher sind sie gekommen?
Ich erwiderte ihm:
Mein Herr, das musst du wissen.
Und er sagte zu mir:
Es sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen,
sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.

Gemeinschaft der Heiligen

Gedanken zu den Tagen:
Reformationstag (31. Oktober)
Allerheiligen (1. November)
Allerseelen (2. November)

„Wir glauben an die Gemeinschaft aller Christgläubigen:
derer, die hier auf Erden pilgern;
(sie bedürfen der ständigen “Re-formation” – d.h. sie müssen immer wieder sich zurückbesinnen auf die “ursprüngliche Form = Christus)
– derer, die nach Abschluss des Erdenlebens geläutert werden;
(an sie denkt die Kirche am “Allerseelentag”, an alle, die im Purgatorium (= “Fegefeuer” besser “Reinigungsort”) sich befinden)
und derer, die die himmlische Seligkeit genießen;
(= die Gemeinschaft aller Heiligen)
sie alle bilden zusammen die eine Kirche.
Wir glauben desgleichen, dass in dieser Gemeinschaft die barmherzige Liebe Gottes und seiner Heiligen stets unseren Gebeten Gehör schenkt.“
(SPF 30 – Credo des Volkes Gottes: Feierliches Glaubensbekenntnis vom 30. Juni 1968 von Papst Paul VI.).

Gedanken zu: Reformationstag – Allerheiligen – Allerseelen

vgl. auch Gedanken zum königlichen Hochzeitskleid:
Eingeladen zum Fest des Glaubens” (und: 3-Stände-der-Kirche )

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert