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19. Sonntag A

 

19. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 9. August 2020

1. Lesung: (1 Kön 19,9a.11-13a) von der neuen Gotteserfahrung des Propheten Elija...
2. Lesung: (Röm 9,1-5) von der Rettung Israels im Glauben an Christus…
Evangelium: (Mt 14,22-33) von der Begegnung Jesu mit den Jüntern auf stürmischer See…

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Im Meer der Zeit

Gedanken zu Markus 4,35-41
= Evangelium vom 12. Sonntag im Jahreskreis B – (= 21. Juni 2015)

Im Meer der Zeit nicht untergeh’n...“

Sturm auf dem See - (c) G. M. Ehlert

Sturm auf dem See – (c) G. M. Ehlert

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A. Der überlieferte Text: Die Stillung des Seesturmes (Mk 4,35-41)

Und ER (= Jesus) sagt (zu) ihnen in jenem [dem] Tag (als es) Abend geworden (war):
Durchkommen sollten wir (=fahren wir hinüber) in das Jenseitige (Ufer).

Und (zurück) gelassen habend die Menge
nehmen sie IHN mit wie ER war in dem Boot,
und andere Boote waren mit IHM.

Und es wird
ein Wirbelwind – groß
und die Wogen warf er in das Boot,
so dass beladen war das Boot (mit Wasser).

Und ER war in dem Hinterdeck
auf dem Kopfkissen herabrastend (= schlafend).

Und sie erwecken IHN
und sie sagen (zu) IHM:
‚Lehrer, kümmert es dich nicht,
dass wir weggelöst werden (= zugrunde gehen)?

Und Durchweckt worden
drohte er dem Wind
und sprach (zu) dem Meer:
Schweige! Sei still!

Und es ermüdete der Wind
und es wurde (eine) Meeresstille – groß.

Und ER sprach (zu) ihnen:
Warum seid ihr verzagt?
Habt ihr noch nicht Glauben?

Und sie wurden fürchten gemacht, (eine) Furcht – groß.
Und sie sagten zueinander:
Wer ist doch dieser,
dass sogar der Wind und das Meer untenhörig sind (= gehorchen) IHM?

B. Der inhaltliche Kern der Überlieferung:

Fallwinde am See Gennesaret verursachen plötzlichen Sturm auf dem See, besonders Abends.

C. Die Bedeutung der Überlieferung für die Kirche/den Einzelnen

– Das Boot = Symbol für die Kirche

– Der See = Symbol für das Unterwegssein auf dem Meer der Zeit.

– Jesus schläft im Boot = Erfahrung der Christen, dass er zwar mit im Boot ist, dass er aber aktiv nicht einzugreifen scheint;

– Der Seesturm = Symbol für die Widrigkeiten auf dem Weg

– Die Stillung des Seesturmes = Hoffnung

– Die Frage Jesu = kritische Anfrage an den Glauben der Kirche / des Einzelnen

D. Das in dieser Überlieferung offenbar gewordene

– Jesus = Herr auch über die Naturgewalten (so wie Gott)

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Vor der Hinüberfahrt: Jesu lehrt in Gleichnissen vom Reich Gottes

  1. Die Erfahrung: Stürme auf dem Meer des Lebens, mit denen wir allein nicht fertig werden.
  2. Der angstvolle Vorwurf: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
  3. Das antwortende Geschehen: Jesus lässt durch sein machtvolles Wort Meer und Sturm verstummen.
  4. Die Frage Jesu an uns: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
  5. Die Veränderung bei den Jüngern: Aus Furcht vor dämonischen Gewalten der Natur wird (Ehr)furcht vor dem Herrn.

Nach der Hinüberfahrt: Jesus befreit im heidnischen Gebiet von Dämonen.

Jesus – Herr aller Mächte und Gewalten

Mit den Engeln singen wir:

Heilig, heilig, heilig ist Gott,
der Herr aller Mächte und Gewalten;
erfüllt sind Himmel und Erde von seiner Herrlichkeit“

Diese Wirklichkeit des Himmels
beginnt schon hier auf Erden – senfkorngroß.
Davon hast du – Jesus – vor den Menschen in Gleichnissen geredet.

Einen solchen „senfkorngroßen Glauben“
willst du nun deinen Jüngern einpflanzen:

Daher forderst du sie auf:
hinüberzufahren übers Meer zum Jenseitigen – Grenzen überschreitend.

Erfüllt sind Himmel und Erde… von deiner Herrlichkeit(?)

Mitten auf dem Meer
zeigen die Mächte und Gewalten des Sturmes und des Meeres
ihre bedrohliche Kraft.

Du aber liegst auf einem Kissen und schläfst.
Du schläfst den Schlaf des Gerechten in aller Unruhe,
weil du ganz „im Schutz des Höchsten wohnst“ (Ps 91)

Doch wir – wir sind in großer Angst,
wenn Unglück über uns hereinbricht.
Rütteln dich wach
und schreien aus tiefer Not zu dir:

Hosianna! – Ach, so hilf doch, Herr! – in der Höhe.

Aus einem großen Sturm wird – durch DEIN machtvolles Wort –
eine große Stille und eine große Furcht der Jünger.

Zuvor hatten sie eine „Heidenangst“ vor dämonischen Mächten der Natur,
nun fürchten sie eine große Furcht vor dir, dem HERRN,
dem sogar Wind und Meer gehorchen.

Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.

Du, Jesus Christus, bist gekommen im Namen Gottes, des Herrn
und wir erkannten dich nicht.

Du bist mit uns im Boot –
und wir vertrauten so wenig darauf.

Hosianna in der Höhe! – Ach, so hilfst du doch, Herr!

Solange DU schläfst – toben Wind und Wellen,
wenn DU auferweckt ein Machtwort sprichst –
ermüden Wind und Wellen werden still.

© Georg Michael Ehlert, 23. Juni 2003

Wer ist dieser, dass ihm sogar Wind und Meer gehorchen?

– Überfahrt: Krise und Rettung
– Mitten im Sturm ruht Jesus in Gott

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert