Schlagwort-Archive: Johannes der Täufer

Johannes d.T.

Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Hochfest – Montag, 24. Juni 2019

1. Die Kirche feiert nur von drei Personen den Tag der Geburt als ein eigenes Fest: Christi Geburt an Weihnachten (25. Dezember); Mariä Geburt am 8. September und die Geburt des Täufers Johannes am 24. Juni.

2. „Sein Name ist JOHANNES!“ – d.h. „Gott hat sich als gnädig erwiesen“

3. Johannes ist schon von Beginn an dazu berufen, dem kommenden Christus den Weg zu bereiten.

Weiterlesen

Werbeanzeigen

Taufe des Herrn (1.C)

Fest der Taufe des Herrn

Sonntag, 13. Januar 2019

Abschluss der Weihnachtszeit

Liturgische Texte zum Fest der Taufe des Herrn (C)

Eröffnungsvers (vgl. Mt 3,16-17)
Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel,
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und die Stimme des Vaters aus dem Himmel sprach:
Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
bei der Taufe im Jordan
kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab,
und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart.
Gib, dass auch wir,
die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind,
in deinem Wohlgefallen stehen
und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung Jes 42,5a.1-4.6-7
Seht, das ist mein Knecht, an ihm finde ich Gefallen

Antwortpsalm Ps 29,1-2.3ac-4.3b. u. 9b-10
Der HERR schenkt seinem Volk den Frieden

(oder:
1. Lesung Jes 40,1-5.9-11
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alle Sterblichen werden sie sehen

Antwortpsalm Ps 104,1-2.3-4.24-25.27-28.29-30
Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, wie groß bist du!)

2. Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 10,34-38)  
Gott hat Jesus gesalbt mit dem Heiligen Geist

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Mt 3,16-17; Mk 9,7)
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel öffnete sich, und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
Halleluja!

(oder:
2. Lesung aus dem Paulusbrief an Titus (Tit 2,11-14; 3,4-7)
Er hat uns gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 3,16)
Halleluja. Halleluja.
Johannes sagte:
Es kommt einer, der stärker ist als ich.
Mit dem Heiligen Geist und mit Feuer wird er euch taufeen.
Halleluja.)

Evangelium aus dem Lukasevangelium (Lk 3,15-16.21-22)  
Jesus ließ sich taufen; und während er betete, öffnete sich der Himmel 

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Evangelium im Lesejahr C: Lukas 3,15-16. 21-22

15 Erwartend aber (war) das Volk
und alle (waren) Durchdenkende in ihrem Herzen
betreffend den Johannes,
ob nicht etwa er selbst der Christus sei, 

16 Es gab zur Antwort ihnen sagend der Johannes:
„Ich – nur (ins) Wasser tauche ich euch ein,
es kommt aber der Stärkere als ich,
          welchem ich nicht groß genug bin
          zu lösen die Riemen der Sandalen von ihm,
er selbst wird euch eintauchen in heiligem Geist und Feuer. 

((Verse 17 – 20))

21 Es geschah aber
in dem sich eintauchen lassend all das Volk,
auch Jesus (wird) eingetaucht
und betend
wird geöffnet der Himmel 

22 und herab steigt der Geist der Heilige
          in Gestalt sichtbar wie eine Taube
auf ihn

Und eine Stimme aus dem Himmel geschah:
„Du bist mein Sohn, der Geliebte,
an dir (habe ich) Wohlgefallen.“

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Bild zur Meditation:
Taufe-Jesu1

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Impulse zum Fest der Taufe des Herrn:

„Das ganze Volk war voller Erwartung!“
Zu Hunderten, vielleicht zu Tausenden sind damals die Menschen aus Jerusalem und von überall her zum Jordan geströmt, um Johannes zu hören.
„Das ganze Volk war voller Erwartung!“
Und im Stillen dachten sie: Ob Johannes nicht vielleicht selber der Messias ist?

Kurz eine Zwischenfrage: Gilt das für uns auch, dass wir voller Erwartung sind?
Voller Erwartung, dass wir damit rechnen: Wann tut Gott endlich etwas?
Wenn wir sonntags zur heiligen Messe kommen, sind wir dann voller Erwartung, dass Gott uns heute trifft, dass er uns anspricht?

„Das ganze Volk war voller Erwartung.“
Wenn wir nichts mehr erwarten, dann ist das so, als wenn wir dem Wirken Gottes einen Riegel vorschieben, ihm die Hände binden. Wer nichts mehr erwartet, der darf sich nicht wundern, dass letztlich das ganze Christenleben furchtbar langweilig wird.

„Ich taufe mit Wasser…“
Die Menschen damals haben große Erwartungen gehabt an Johannes.
„Ob er vielleicht selbst der Messias ist…?“
Doch er wehrt ab: „Ich taufe mit Wasser.“
Wir kennen die Redensart: „Der kocht auch nur mit Wasser.“
Johannes will damit sagen. Ich bin ein Mensch wie ihr. Wenn ihr von mir etwas erwartet, dann werdet ihr immer irgendwo enttäuscht.
Das gilt heute auch. Wenn wir von Menschen etwas erwarten, dann werden wir wechselseitig enttäuscht sein, weil wir alle „mit Wasser kochen“.

Und darum wird diese falsche Erwartung der Menschen im Evangelium umgebogen. Johannes sagt: „Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich. Und er wird nicht mit Wasser taufen, sondern er wird mit Heiligem Geist und mit Feuer taufen.“

Was bei der Taufe Jesu geschieht:
Wenige Tage später kommt Jesus an den Jordan und lässt sich selber von Johannes taufen.

Er – der Gottessohn – steigt hinab zum Jordan – er steigt hinab, dorthin, wo wir Menschen sind;
Er – der Sündenlose – stellt sich in die Reihe der Sünder, die von Johannes die Taufe der Umkehr empfangen wollen;
Er – der Reine – unterzieht sich dem Taufbad der Reinigung.

Und dann geschieht das, was man mit einer „Gottesoffenbarung“ umschreiben kann.
„Während er betete (= die Verbindung mit Gott pflegte)
– öffnete sich der Himmel –
– und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, –
wie am Anfang der Schöpfung, wo Gottes Geist über den Wassern schwebte;
– und eine Stimme aus dem Himmel sprach: – wie bei der Gottesoffenbarung am Sinai…
– „Du bist mein geliebter Sohn, – vgl. Ps 2
– an dir habe ich Gefallen gefunden.“ – vgl. Gottesknechtslied bei Jesaja.

Bei der Taufe Jesu geschahen entscheidende Dinge.
Mich erstaunt, dass auf diese göttliche Offenbarung hin überhaupt keine Reaktion berichtet wird. Nur Johannes scheint sie wahrgenommen zu haben.
Er bezeugt an anderer Stelle von diesem Erlebnis:
„ Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. …
Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.“ (Joh 1,33f).

Auch für uns Getaufte gelten diese drei Aussagen dieser Gottesoffenbarung.
1. Auch bei unserer Taufe öffnet sich der Himmel und Gottes Geist kommt auf uns herab
Das ist ein Bild dafür, dass Gott selbst die Verbindung mit uns aufnimmt.
Israel, das Volk Gottes hatte im Laufe der Geschichte den Eindruck gewonnen: Durch unsere Sünde ist der Himmel verschlossen. Wir kommen nicht mehr zu Gott durch. Gott hört uns nicht. Er greift auch nicht ein.
Doch das Evangelium sagt: Der Himmel öffnet sich über dir.
Du kannst mit Gott Verbindung aufnehmen durch das Gebet.
(Das griechische Wort für beten bedeutet: seine Wünsche zu Gott hin richten).
Wenn wir unsere Wünsche zu dem lebendigen Gott hin richten, dann öffnet sich der Himmel und Gottes Geist steht uns bei.

2. Gott sagt als erstes auch zu uns: Du bist mein geliebter Sohn / du bist meine geliebte Tochter.
Das gilt für jede und jeden von uns, denn durch die Taufe sind wir in die große Gottesfamilie aufgenommen worden.
„Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.“
Und an anderer Stelle: „Wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht, den Geist, in dem wir rufen: ABBA, guter Vater…“
Das heißt auch: das verheißene Erbe – die Gemeinschaft mit Gott im Himmel – kann uns keiner mehr nehmen.

3. Und auch uns wird zugesagt aufgrund der Taufe: an dir habe ich Gefallen gefunden.
Und das sagt Gott zu jeder und jedem: „Du bist ein Mensch, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Mit allen Macken und Kanten, so wie Du bist. Wenn Gott Dich anschaut, wenn er in Dein Gesicht schaut, dann ist es gleichsam so, als wenn er in einen Spiegel schaut, weil Du sein Ebenbild bist. Darum bist Du ihm ungeheuer wichtig. „Ich habe an dir Wohlgefallen.“ Das tut so gut, wenn man weiß: Gott hat an mir Wohlgefallen. Es kann nämlich sein, dass wir in Situationen kommen, wo kein Mensch mehr an uns Wohlgefallen hat, wo ich mich selber vielleicht nicht mehr ausstehen kann. Aber dann gilt immer noch. Gott hat an mir Wohlgefallen.

All das Große, das am Jordan seinen Anfang nimmt, beginnt mit dieser Haltung: „Das ganze Volk war voller Erwartung.“ Und ich wünschte mir dies Eine: Wenn wir schon keine große Erwartung haben, dann doch wenigstens eine kleine Erwartung, aber an einen großen Gott.

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

Links:

–> zum Antwortpsalm: Psalm 29: Erscheinen der Herrlichkeit Gottes in Naturgewalten

–> zum Evangelium: –

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: Fest Taufe des Herrn

–> zu Johannes d. Täufer: siehe auch: – “Zeuge für das Licht

–> zum Afrikatag (im Bistum Münster = 13. Januar 2019): missio – Afrikatag 2019

* * *

Pfeil-oben zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 10. Januar 2019

 

Johannes d. T. – 24. Juni

Geburt des Heiligen Johannes des Täufers – Hochfest

Sonntag, 24. Juni 2018

Liturgische Texte zum Hochfest der Geburt Johannes des Täufers – 24. Juni

Im Jahr 2018 verdrängt dieses Hochfest den 12. Sonntag im Jahreskreis B.

zum 12. Sonntag im Jahreskreis B siehe: „Im Meer der Zeit nicht untergehen

Eröffnungsvers: (Joh 1,6-7; Lk 1,17)
Ein Mensch trat auf, der von Gott gesandt war:
sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht
und das Volk für den HERRN bereitzumachen.

Tagesgebet:
Gott,
du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen,
das Volk des Alten Bundes
Christus, seinem Erlöser, entgegenzuführen.
Schenke deiner Kirche die Freude im Heiligen Geist
und führe alle, die an dich glauben,
auf dem Weg des Heiles und des Friedens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn…

1. Lesung: Jesaja (Jes 40,1-6)
Ich mache dich zum Licht für die Völker

Antwortpsalm: Ps 139,1-3.13-14.15-16
Ich danke dir, HERR; du hast mich wunderbar gestaltet

2. Lesung: Apostelgeschichte (Apg 13,16.22-26)
Vor dem Auftreten Jesu hat Johannes Umkehr und Taufe verkündigt

Ruf vor dem Evangelium:
Halleluja. Halleluja!
Du wirst Prophet des Höchsten heißen;
denn du wirst dem Herrn vorausgehen und ihm den Weg bereiten.
Halleluja!

Evangelium: Lukas (Lk 1,57-66.80)
Sein Name ist Johannes 

Pfeil-oben zum Seitenanfang


Bild zur Meditation: Sein Name ist Johannes = Gott ist gnädig

Benedictus-4

Benedictus – Lobgesang des Zacharias (l 1,68-79) – (c) G. M. Ehlert

Pfeil-oben zum Seitenanfang


Evangelientext Lk 1,57-66.80 – Übersetzung G. M. Ehlert

Lk 1,57: Der Elisabet (= mein Gott schwört) aber wurde angefüllt der Zeit(raum) ihres Gebärens
und sie gebar einen Sohn

58 und es hörten die ringsum (wohnenden) (= Nachbarn) und die Verwandten von ihr (folgendes):
„Groß machte (der) Herr das Erbarmen an ihr“ – mit ihr freuten auch sie sich mit.

59 und es geschah in dem Tag – dem Achten –
sie kamen zu beschneiden das Kleinkind
und benannten es nach dem Namen des Vaters von ihm ‚Zacharias‘
(= der Herr hat sich (meiner) erinnert)

60 und antwortend/ widersprechend die Mutter von ihm – sie sprach:
nein! sondern er werde genannt: ‚Johannes‘ (= JHWH (= der HERR) ist gnädig)“

61 und sie sprachen zu ihr (folgendes):
Nicht einer ist aus der Verwandtschaft von dir,
der gerufen wird mit diesem Namen.“

62 Sie nickten/ winkten zu aber dem Vater von ihm,
das, was gleichsam er wünsche (dass) gerufen werde derselbe

63 und für sich erbittend ein (Schreib-)Täfelchen
schrieb er auf – sagend – „Johannes ist sein Name!“
und es wunderten sich alle.

64 Aufgemacht wurde aber der Mund von ihm sogleich
und die Zunge/ Sprache von ihm
und er redete preisend den Gott:

…( Verse 67 – 79)

65 Und es geschah/ wurde eine (Ehr-)Furcht auf alle der ringsum (wohnenden) / Nachbarn von ihm
und in dem ganzen Bergland des Judäa wurden durchgesprochen all diese Reden/ Aussprüche.

66 Und es setzten fest alle die (dies) Hörenden in ihrem Herzen sagend:
„Was denn dieses Kleinkind sein werde“
und/ = da nämlich die Hand (des)
Herrn mit ihm war.

80 Das Kleinkind aber wuchs und erstarkte im Geist
und es war in der Wüste
solange als/ während/ bis des Tages seiner Einsetzung/ seines öffentlichen Zeigens
zu dem (Volk)
Israel.

Pfeil-oben zum Seitenanfang

 

Benedictus – Hymnus des Priesters Zacharias

(eulogätos = bene-dictus= gut gewortet = gepriesen / gesegnet)

Das Benedictus ist das Canticum (= biblischer Lobgesang) in den Laudes (= Morgengebet) des kirchlichen Stundengebetes. Täglich wird es gebetet/gesungen.

Auch wir – die Beter – sind aufgerufen, „dem Herrn die Wege zu bereiten“ wie es einst der Vorläufer Jesu – Johannes der Täufer getan hat.

Lobgesang des Zacharias bei der Beschneidung Johannes des Täufers
(8 Tage nach seiner Geburt) –  (Lk 1,57-64; 68-79; 65-66):

1,57 Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
58 Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der HERR ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
59 Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
60 Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: „Nein, er soll JOHANNES heißen.“
61 Sie antworteten ihr: „Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.“
62 Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
63 Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: „SEIN NAME ist JOHANNES“.

64 Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott:

1,68 GEPRIESEN (sei) –  (der) HERR,
der Gott [des] (Volkes)
Israel (vgl. Ps 41,14; Ps 72,18; Ps 106,48)

Denn:
Er sieht darauf (= hat darauf Acht) und macht (Er-)Lösung seinem Volk (vgl. Ps 111,9)
69 und er richtet auf ein „Horn der Rettung(= ein kräftiges Zeichen des Heils)
im Hause David, seines Knechtes/ Knaben. (vgl. 1 Sam 2,10; Ps 18,3; Ps 132,17)

70 Gleichwie er verlautet
durch den Mund seiner heiligen Propheten von Weltzeit her:

71 Rettung aus denen uns Befeindeten
und aus (der) Hand all derer uns Hassenden

72 um zu machen Erbarmen inmitten unserer Väter
und um erinnert zu werden [der] seiner heiligen Verfügung
( = Bund)

73 an den Eid, den er geschworen hat auf Abraham, unseren Vater, hin
74 dass: uns zu geben/ schenken
furchtlos – aus der Hand (der) Feinde bewahrt wordene –
gottesdienstlich
zu dienen ihm
75 in Frömmigkeit und Gerechtigkeit
vor seinen Augen all unsere Tage.

76 Und DU aber Kleinkind Prophet (des) Höchstenwirst du gerufen werden
vorangehen nämlich wirst du vor den Augen des HERRN
zu bereiten seine Wege. (vgl. Mal 3,1; Ex 23,20)

77 Um zu geben Erkenntnis der Rettung seinem Volk
in (der) Vergebung der Sünden.

78 Durch die „Eingeweide (des) Erbarmens“ (= barmherzige Liebe) unseres Gottes
wird darauf sehen (= wird darauf Acht haben)
der Aufgang (eines Sprosses (vgl. Sach 3,8; 6,12; Jes 11,1) / oder: eines Lichtes?) aus (!) (der) Höhe, (vgl. Jes 60,1f; Mal 3,20)
79 um zu erscheinen denen in Finsternis und Schatten (des) Todes Herabsitzenden (vgl. Ps 107,10; Jes 9,1; Jes 42,7)
um gerade zu richten unsere Füße auf (den) Weg (des) Friedens.
(vgl. Jes 59,8)

1,65: Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken,
und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
66 Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten:
„Was wird wohl aus diesem Kind werden?“
Denn es war deutlich, dass die Hand des HERRN mit ihm war.

Pfeil-oben zum Seitenanfang

„Zur Sommersonnenwende“

ER (= Christus) muss wachsen,
ich aber (= Johannes) muss kleiner werden.
(Joh 3,30)

An der Sommersonnenwende (= 24. Juni) feiert die Kirche
das Fest der Geburt Johannes des Täufers.
Von da an werden die Tage immer kürzer.

An der Wintersonnenwende (= 25. Dezember) feiert die Kirche
das Fest der Geburt Jesu Christi.
Von da an werden die Tage immer länger.

„ER muss wachsen – ich aber muss kleiner werden“ (Joh 3,30); (c) Georg Michael Ehlert, 19. Juni 2012

Sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt
und begann prophetisch zu reden: …

„Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen;
denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.
Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken
in der Vergebung der Sünden.
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes,
und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.“

(Lk 1,67.76-79)

.

Pfeil-oben zum Seitenanfang


Links zu Johannes d.T.:

Pfeil-oben zum Seitenanfang

___________________________________

Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Stand: 17.06.2018

Taufe des Herrn – (1. A)

 Fest der Taufe des Herrn

Am Sonntag nach dem Hochfest „Erscheinung des Herrn“ („Heilige Drei Könige“) feiert die Kirche das Fest der Taufe Jesu durch Johannes im Jordan.  – Mit der Taufe im Jordan tritt Jesus nach ca. 30 Jahren des verborgenen Lebens in Nazaret in die Öffentlichkeit.

Mit diesem Fest endet die Weihnachtszeit. Dieser Sonntag ist zugleich der 1. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis. (Im Jahr 2017 ist dies der Jahreskreis A – in dem vor allem Abschnitte aus dem Matthäusevangelium in den Sonntagsgottesdiensten verkündet werden).

Die liturgischen Texte des Festes TAUFE DES HERRN (8. Januar 2017)

Eröffnungsvers (vgl. Mt 3,16-17)
„Als Jesus getauft war, öffnete sich der Himmel,
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und die Stimme des Vaters aus den Himmel sprach:
Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.“

1. Lesung: Jes 42,5a.1-4.6-7
Seht, dies ist mein Knecht, an ihm finde ich Gefallen
–> Jes 42,1-9 = 1. Gottesknechtslied

Antwortpsalm (Ps 29,1-2.3ac-4.3bn u. 9b-10)

2. Lesung: Apg 10,34-38
Gott hat Jesus gesalbt mit dem Heiligen Geist

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Mk 9,7)
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel tat sich auf, und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!
Halleluja

Evangelium: Mt  3,13-17
Als Jesus getauft war, sah er den Geist wie eine Taube auf sich herabkommen
–> Mt 3,13-17: Taufe Jesu und Gottes Zusage

Johannes tauft Jesus im Jordan
(= Fest Taufe des Herrn = 8. Januar 2017)
+
Er sagt: Seht, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
(= 2. Sonntag im Jahreskreis A = 15. Januar 2017)
Gedanken zum Evangelium Johannes 1,29-34: siehe „Zeugnistag

Zwei Begegnungen zwischen Jesus mit Johannes in einem Bild:

Johannes tauft Jesus im Jordan  +  Seht, das Lamm Gottes,  das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Bild von G.M. Ehlert 2002

zum Fest Taufe des Herrn (c) G. M. Ehlert, Januar 2002

1.
Johannes, der Täufer wirkt in der Wüste Juda am Unterlauf des Jordan
und verkündet Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
So kommt auch Jesus zu Beginn seines öffentlichen Wirkens zu ihm
und lässt sich von ihm im Jordan taufen.

Davon berichten Matthäus, Markus und Lukas in ihren Evangelien.

z.B. Mt 3,13-17: (Evangelium am Fest der Taufe des Herrn – Lesejahr A)

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa
an den Jordan zu Johannes,
um sich von ihm taufen zu lassen.

Johannes aber wollte es nicht zu lassen
und sagte zu ihm:

„Ich müsste von dir getauft werden,
und du kommst zu mir?“

Jesus antwortete ihm:

„Lass es nur zu!
Denn so können wir die Gerechtigkeit,
(die Gott fordert), ganz erfüllen.“

Da gab Johannes nach.

Als Jesus getauft war,
stieg er sogleich aus dem Wasser herauf.
Und siehe,
da öffnete sich der Himmel
und er sah den Geist Gottes wie eine Taube
auf sich herabkommen.

Und siehe,
eine Stimme aus dem Himmel sprach:

„Dieser ist mein geliebter Sohn,
an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“

2.
Ein weiteres Mal begegnet Jesus Johannes wieder
als Johannes sich in Betanien, jenseits des Jordans
(in der Nähe vom See von Galiläa) aufhält.
Von dieser weiteren Begegnung berichtet der Evangelist Johannes in seinem Evangelium. Joh 1,29-34 (= Evangelium am 2. Sonntag im Jahreskreis A)

Am folgenden Tag sieht er Jesus auf sich zukommen und sagt:

„Seht, das Lamm Gottes,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Dieser ist es, von dem ich gesagt habe:
Nach mir kommt einer, der mir voraus ist,
weil er vor mir war.
Auch ich kannte ihn nicht.
Aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser,
um Israel mit ihm bekanntzumachen.“

Und Johannes bezeugte:

Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam
wie eine Taube
und auf ihm blieb.

Auch ich kannte ihn nicht;
aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen,
er hat mir gesagt:
Auf wen du den Geist herabkommen siehst
und auf wem er bleibt,
der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.

Das habe ich gesehen,
und ich bezeuge:

Er ist der Sohn/der Erwählte Gottes.

3.
Am folgenden Tag stand Johannes wieder
da
und zwei von seinen Jüngern.

Indem er auf Jesus blickte,
der vorüberging,
sagte er:
„Seht, das Lamm Gottes.“

Und die beiden Jünger hörten ihn so reden
und folgten Jesus.

(Joh 1,35-37)

siehe auch:
Taufe des Herrn (2013)- „Mit Jesus über den Jordan gehen“
siehe zu Johannes, dem Täufer auch:

Zeugnistag

Gedanken zum 2. Sonntag im Jahreskreis A (= 16. Januar 2011):
zum Evangelium Johannes 1,29-34:

Johannes stellt uns Jesus vor:
„Seht, das Lamm Gottes,
das hinwegträgt die Sünde der Welt“ 

Bald ist wieder Zeugnistag – Lehrer stellen über ihre Schüler ein Zeugnis aus, wie sie die schulischen Leistungen erlebt hatben…
Ein anderer Zeugnistag kann unvorbereitet kommen,
wenn einer zum Augenzeugen z.B. eines Unfalls wird
und aufgerufen wird, davon Zeugnis zu geben, was er gesehen und erfahren hat.
Und auch in der Kirche werden Zeugen gesucht, die bezeugen können, was sie von Jesus erfahren haben.

  • Johannes legt Zeugnis ab über Jesus

Im heutigen Evangelium stellt Johannes der Täufer Jesus seinen Zuhörern vor,
so wie Prominente in einer Fernsehshow vom Moderator vorgestellt werden, bevor sie selber zu Wort kommen.
Und er legt dabei ein Zeugnis darüber ab, wie er selbst Jesus erfahren hat.

Doch wie stellt Johannes seinen „Stargast“ vor?

„Seht, das Lamm Gottes,
das hinwegnimmt die Sünde der Welt“

Ich tue mich schwer mit dieser Kennzeichnung Jesu.
Und was verbinden Sie mit diesem Vergleich?

Lamm! ? =  „Lammfromm“ – „Opferlamm“ – Tiersymbol für Reinheit, Unschuld, Arglosigkeit

Die Hörer des Johannes damals dachten bei dem Vergleich mit einem Lamm sicher an:
– das Opferlamm, das zum Schlachten geführt wird;
Das Buch Jesaja 53,6-7: Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr lud auf ihn (=den Gottesknecht) die Schuld von uns allen. 
Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf. 

– das Paschalamm (Ex 12)
das Blut des Lammes, das an die Türpfosten gestrichen wurde, verschonte das Volk Israel vor dem angekündigten Unheil

– das Lamm, das auf dem Thron sitzt (Offenbarung des Johannes)
wird gefeiert als Sieger über alle Mächte des Bösen

Und Johannes, der Täufer bezeugt, was er im Glauben gesehen hat, als er Jesus im Jordan getauft hat:
Ich sah den Geist Gottes herabsteigen –
wie eine Taube aus dem Himmel –
und er blieb auf ihm.

Das war für ihn das deutliche Zeichen, dass dieser Jesus von Gott erwählt ist, dass dieser Jesus Gottes Sohn ist,
der gekommen ist, um die Menschen mit dem Geist Gottes zu erfüllen.

  • Zeugnis über Jesus – in der Eucharistiefeier

Vor der Heiligen Kommunion erhebt der Priester die gebrochene Hostie und weist auf sie hin mit den Worten Johannes, des Täufers: „Seht! Das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“ –

Seht! So ist Jesus Christus hier gegenwärtig: als stärkendes Brot, das sich für uns zerbrechen lässt, damit wir alle Anteil erhalten an seinem göttlichen Leben.

Wer die göttliche Größe dieses Liebesgeschenkes im Glauben (an-)erkennt, der wird zugleich voller Betroffenheit – wie der heidnische Hauptmann aus Kafarnaum sagen: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund“

Und er darf Christi Einladung hören und auf sich beziehen: „Selig, wer zum Mahl des Lammes geladen ist!“

  • Zeugnis ablegen über Jesus – im Alltag

Und dann – nach der Kommunion mit Christus – sendet der HERR uns aus, IHN den Menschen von heute vorzustellen

Wir müssen andere Bilder und Vergleiche finden, um den Menschen von heute deutlich zu machen, dass Jesus der Retter, der Heiland und Erlöser der Menschen ist.

Er lebt Gottes Liebe ohne weltliche Machtmittel und ist bereit, dass andere diese wehrlose Liebe ausnutzen. –
Er ist wie ein Lamm, das in unserer wölfischen Welt kaum eine Chance hat. Jesus solidarisiert sich mit den Wehrlosen. Damals wie heute.

Und er sendet auch seine Jünger ohne beeindruckende Machtmittel in die Welt – wie Schafe mitten unter die Wölfe.

Das ist das Provozierende – damals wie heute –

Jesus lebt vor, dass die Ohnmacht der Liebe letztlich mächtiger sein wird als alle Mächte und Bedrohungen dieser Welt.

Wie schwer fällt es uns jedoch, dies wirklich zu glauben und aus diesem Geist zu leben.

Auch wir sind aufgerufen, zu entdecken, wer dieser Jesus für uns ist
und davon Zeugnis abzulegen.

Haben sie schon eine Vorstellung, was Sie sagen können,
wenn Sie als Zeuge gefragt werden, wer dieser Jesus für Sie ist?