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3. Fastensonntag A

3. Fastensonntag A

Sonntag,  15. März 2020

1. Lesung: (Ex 17,3-7) Wasser aus dem Felsen…
2. Lesung: (Röm 5,1-2.5-8) die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen…
Evangelium: (Joh 4,5-42) lebendiges Wasser, das zur sprudelnden Quelle wird… 

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Lebendiges Wasser (3.F.A)

3. Fastensonntag A

19. März 2017

zu den Liturgischen Texten vom 3. Fastensonntag

am 11./12. März 2017 feiern die Juden in diesem Jahr das Purimfest:
siehe: Gedanken zum Purimfest

am 19. März ist das Hochfest des Heiligen Josef – siehe: „Heiliger Josef

zum Evangelium am 3. Fastensonntag im Lesejahr A:
Joh 4,5-42: Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen 

 

Meditation:

Tabubruch am Jakobsbrunnen

Leben zwischen Vereinsamung und Beziehung

Stellen Sie sich Menschen vor, die von uns Katholiken, die sonntags zur Kirche gehen im Allgemeinen gemieden – ja, wegen ihrer Lebensweise verachtet werden…

– vielleicht Menschen, die einer merkwürdigen Sekte angehören…
– oder Menschen, die in bestimmten Stadtvierteln wohnen…
– oder Verwandte, die aufgrund von alten Streitereien gemieden werden…

Solch ein Mensch war damals für fromme Juden ein Samaritaner. Und wenn mittags um 12 Uhr in der größten Mittagshitze eine Samaritanerin aus dem Ort zu einem 1 km entfernten Brunnen kommt, dann muss sie wohl eine Frau sein, die aufgrund ihres Lebenswandels von allen gemieden wird.

Evangelium Johannes 4,5-42: Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen

…wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde…

Durst:

– Durst nach Wasser
– Durst nach Leben und Liebe
– Durst Jesu nach dem Glauben der Menschen

Hindernisse auf dem Weg zur Quelle:

Manchmal braucht es Skandale, um Menschen die Augen zu öffnen. Was Jesus tut am Jakobsbrunnen, ist skandalös: „So eine“, eine Samariterin, bittet er um Wasser. Obwohl man doch mit „so einer“ nicht spricht!

– Jesus setzt sich über die Konvention hinweg und bricht verkrustete Strukturen auf. Barrieren zwischen jüd. Rabbi u. samaritischen Frau (sozial, religiös, ethisch)

– Die Frau zeigt weitere Hindernisse auf: Tiefe des Brunnens, kein Schöpfgefäß…

– Jesus versucht, das entscheidende Hindernis zu überwinden: verschlossenes Herz

Der Weg zum Quellgrund:

Der durstige Jesus kommt an einem heißen Wüstentag zum Brunnen und erbittet von ihr Wasser zum Trinken – und spricht dann auf einer anderen Ebene vom „lebendigen Wasser“, das den Charakter der „Gabe Gottes“ hat. –

(Ein Wechsel in der Sprach- und Denkebene, wie er bei Johannes in den Dialogen immer wieder vorkommt.)

Jesu Bitte: „Gib mir zu trinken.“ hat unabsehbare Folgen:

Im Gespräch mit der Frau steigt Jesus mit ihr immer tiefer in den Brunnen ihres Lebens hinab. Die Frau erkennt immer klarer, wer Jesus ist:

  1. Erstaunen: Wie kannst du, als Jude, mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?
  2. Interessiertes Nachfragen: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß,… woher hast du also das lebendige Wasser?“
  3. Betroffenheit: „Bist du etwa größer als unser Vater Jakob…
  4. Sehnsucht: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.
  5. Bekenntnis: „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
  6. Ich weiß, dass der Messias kommt!“
  7. Jesu Offenbarung: „ICH BIN ES!“

 

Die neu aufsprudelnde Quelle des Lebens

– sie verkündet es den Bewohnern des Ortes
– sie erschließt somit für Jesus Zugang zu den Samaritanern
– mit dem Fazit: Bekenntnis der Samariter:
Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Gib mir zu trinken!“ – Jesus überspringt mit dieser Bitte alle Konventionen seiner Zeit und tut, was dem Leben dient. Wo die Quelle des Lebens sprudelt, da hören die Trennungen auf. Da beginnt ein gemeinsames Leben, ein wechselseitiges Geben und Nehmen, das aus der Quelle des Lebens fließt.

„Gib mir zu trinken!“ – So unscheinbar kann eine Begegnung beginnen und ins sprudelnde Leben führen.

 


Die Liturgischen Texte zum 3. Fastensonntag A

Eröffnungsvers (Psalm 25,15-16)
„Meine Augen schauen stets auf den HERRN;
denn er befreit meine Füße aus dem Netz.
Wende dich zu mir und sei mir gnädig;
denn ich bin einsam und gebeugt.“

1. Lesung: Ex 17,3-7
Gib uns Wasser zu trinken

Antwortpsalm (Ps 95,1-2.6-7c.7d-9)

2. Lesung: Röm 5,1-2.5-8
Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist

–>Röm 5,1-5: Übersetzung G. M. Ehlert;  Gottes-Liebe-ausgegossen

Ruf vor dem Evangelium: (vgl. Joh 4,42.15)
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! –
Herr, du bist der Retter der Welt.
Gib mir lebendiges Wasser, damit mich nie mehr dürstet.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium: Joh 4,5-42
Das Wasser, das ich gebe, wird zur sprudelnden Quelle, deren Wasser ewiges Leben schenkt

–> Joh 4,5-42 Gespräch Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen
+ „Begegnung am Jakobsbrunnen“ (Power-Point-Präsentation)

 

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 3. Fastensonntag A

 

Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / österliche Bußzeit/ Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit – (5. März 2017)
2. Fastensonntag: Reminiscere – (12. März 2017)
3. Fastensonntag: Oculi – (19. März 2017)
4. Fastensonntag: Laetare – (26. März 2017)
5. Fastensonntag: Iudica – (2. April 2017)
Palmsonntag: Palmarum – (9. April 2017)

Ein Merkvers: „In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“

siehe auch: 1. Fastensonntag A (Mt 4,1-11): Versuchungen Jesu in der Wüste
2. Fastensonntag A (Mt 17,1-9): Verklärung Jesu auf dem Berg
3. Fastensonntag A (Joh 4,5-42): Lebensquelle
4. Fastensonntag A (Joh 9,1-41): Licht des Lebens
5. Fastensonntag A (Joh 11,1-45): Auferweckung des Lazarus
Palmsonntag A: Passion Jesu Die Heilige Woche
und Karwoche – (Palmsonntag – Ostern)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Lebensquelle

Evangelium am 3. Fastensonntag im Lesejahr A:
Joh 4,5-42: Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen

Tabubruch am Jakobsbrunnen

Leben zwischen Vereinsamung und Beziehung

Stellen Sie sich Menschen vor, die von uns Katholiken, die sonntags zur Kirche gehen im Allgemeinen gemieden – ja, wegen ihrer Lebensweise verachtet werden…

–         vielleicht Menschen, die einer merkwürdigen Sekte angehören…
–         oder Menschen, die in bestimmten Stadtvierteln wohnen…
–         oder Verwandte, die aufgrund von alten Streitereien gemieden werden…

Solch ein Mensch war damals für fromme Juden ein Samaritaner. Und wenn mittags um 12 Uhr in der größten Mittagshitze eine Samaritanerin aus dem Ort zu einem 1 km entfernten Brunnen kommt, dann muss sie wohl eine Frau sein, die aufgrund ihres Lebenswandels von allen gemieden wird.

Evangelium Johannes 4,5-42: Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen

"Jesus u. die Samaritanerin am Jakobsbrunnen" - Grafik von G. M. Ehlert

…wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde…

Durst:

–         Durst nach Wasser
–         Durst nach Leben und Liebe
–         Durst Jesu nach dem Glauben der Menschen

Hindernisse auf dem Weg zur Quelle:

Manchmal braucht es Skandale, um Menschen die Augen zu öffnen. Was Jesus tut am Jakobsbrunnen, ist skandalös: „So eine“, eine Samariterin, bittet er um Wasser. Obwohl man doch mit „so einer“ nicht spricht!

–         Jesus setzt sich über die Konvention hinweg und bricht verkrustete Strukturen auf. Barrieren zwischen jüd. Rabbi u. samaritischen Frau (sozial, religiös, ethisch)

–         Die Frau zeigt weitere Hindernisse auf: Tiefe des Brunnens, kein Schöpfgefäß…

–         Jesus versucht, das entscheidende Hindernis zu überwinden: verschlossenes Herz

Der Weg zum Quellgrund:

Der durstige Jesus kommt an einem heißen Wüstentag zum Brunnen und erbittet von ihr Wasser zum Trinken – und spricht dann auf einer anderen Ebene vom „lebendigen Wasser“, das den Charakter der „Gabe Gottes“ hat. –

(Ein Wechsel in der Sprach- und Denkebene, wie er bei Johannes in den Dialogen immer wieder vorkommt.)

Jesu Bitte: „Gib mir zu trinken.“ hat unabsehbare Folgen:

Im Gespräch mit der Frau steigt Jesus mit ihr immer tiefer in den Brunnen ihres Lebens hinab. Die Frau erkennt immer klarer, wer Jesus ist:

  1. Erstaunen: Wie kannst du, als Jude, mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?
  2. Interessiertes Nachfragen: „Herr, du hast kein Schöpfgefäß,… woher hast du also das lebendige Wasser?“
  3. Betroffenheit: „Bist du etwa größer als unser Vater Jakob…
  4. Sehnsucht: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.
  5. Bekenntnis: „Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
  6. Ich weiß, dass der Messias kommt!“
  7. Jesu Offenbarung: „ICH BIN ES!“

Die neu aufsprudelnde Quelle des Lebens

–         sie verkündet es den Bewohnern des Ortes
–         sie erschließt somit für Jesus Zugang zu den Samaritanern
–         mit dem Fazit: Bekenntnis der Samariter:
Er ist wirklich der Retter der Welt.“

Gib mir zu trinken!“ – Jesus überspringt mit dieser Bitte alle Konventionen seiner Zeit und tut, was dem Leben dient. Wo die Quelle des Lebens sprudelt, da hören die Trennungen auf. Da beginnt ein gemeinsames Leben, ein wechselseitiges Geben und Nehmen, das aus der Quelle des Lebens fließt.

„Gib mir zu trinken!“ – So unscheinbar kann eine Begegnung beginnen und ins sprudelnde Leben führen.

Quelle des Lebens

Evangelium am 3. Fastensonntag im Lesejahr A:
Joh 4,5-42: Gespräch Jesu mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen