Schlagwort-Archive: Fürchtet euch nicht

19. Sonntag A

 

19. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 9. August 2020

1. Lesung: (1 Kön 19,9a.11-13a) von der neuen Gotteserfahrung des Propheten Elija...
2. Lesung: (Röm 9,1-5) von der Rettung Israels im Glauben an Christus…
Evangelium: (Mt 14,22-33) von der Begegnung Jesu mit den Jüntern auf stürmischer See…

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Gottesfurcht statt Menschenfurcht (12. A)

Hochfest: Heiligstes Herz Jesu

Freitag, 23. Juni 2017

Linktipp: Schott: Heiligstes Herz Jesu

Hochfest: Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Samstag, 24. Juni 2017

Linktipp: Schott: Geburt des Hl. Johannes d.T.

12. Sonntag im Jahreskreis A

Sonntag, 25. Juni 2017

Eröffnungsvers (Ps 28,8-9)
Der HERR ist die Stärke seines Volkes,
er ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten.
HERR, hilf deinem Volk und segne dein Erbe,
führe und trage es in Ewigkeit.

Erste Lesung: Jer 20,10-13
Er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter

Antwortpsalm Ps 69,8 u. 10. 14. 33-34 

Zweite Lesung: Röm 5,12-15
Anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Joh 15,6b.27a)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich;
und auch ihr sollt Zeugen sein.
Halleluja.

Evangelium: Mt 10,26-33
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten

„Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht“

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht - Grafik G. M. Ehlert, Juni 2017

Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht – Grafik: (c) G. M. Ehlert

1. Menschenfurcht

vielleicht haben Sie das auch schon einmal erlebt:

In einem Gespräch kommen Themen von Kirche und Glaube zur Sprache. Die geäußerten Ansichten sind kritisch ablehnend. Nun schaut man Sie an. Was sagen denn Sie dazu – Sie gehen doch zur Kirche? – Viele trauen sich dann nicht, sich deutlich zur eigenen Überzeugung zu bekennen. Vielleicht aus Furcht davor, belächelt zu werden oder als altmodisch zu gelten… Manche passen sich an, indem sie sagen: Jeder hat da halt seine eigene Überzeugung…

Jedoch ist es beeindruckend, wenn einer weder sich von Lob oder Tadel beeinflussen lässt, sondern ruhig seine Überzeugung vertritt.

2. Von einem, der unbeirrt standhielt,

erzählt eine Geschichte aus dem Zen-Buddhismus:

„Ein großer, harter Samurai ging einmal einen kleinen Mönch besuchen. „Mönch“, sagte er in einem Ton, der sofortigen Gehorsam gewohnt ist, „lehre mich etwas über Himmel und Hölle!“

Der Mönch sah zu dem mächtigen Krieger auf und entgegnete voller Verachtung: „Dich etwas über Himmel und Hölle lehren? Überhaupt nichts könnte ich dich lehren. Du bist schmutzig. Du stinkst. Deine Klinge ist rostig. Du bist eine Scham und Schande für die Klasse der Samurais. Geh mir aus den Augen. Ich kann dich nicht ertragen.“

Der Samurai war wütend. Er zitterte, wurde ganz rot im Gesicht, war sprachlos vor Wut. Er zog sein Schwert und hob es in die Höhe, um den Mönch damit zu erschlagen.

„Das ist die Hölle“, sagte der Mönch sanft.

Der Samurai war überwältigt. Das Mitgefühl und die Ergebenheit dieses kleinen Mannes, der sein Leben hergab, um ihm diese Lehre zu geben und ihm die Hölle zu zeigen! Langsam senkte er sein Schwert, erfüllt von Dankbarkeit und plötzlichem Frieden.

„Und das ist der Himmel“, sagte der Mönch sanft.

(Zen-Weisheit)

3. Was Menschen Kraft geben kann, dass er die Furcht vor den Menschen und ihre Bedrohung überwindet

  • Im Evangelium heute: 3 x „Fürchtet euch nicht vor den Menschen“
  • – was ist dafür ein tragfähiger Grund? –
  • – Wohin führt solche Furchtlosigkeit?…
  • Furcht vor den Menschen: Furcht nicht anerkannt zu sein; Bedrohung an Leib und Leben…
  • Die „Furcht des Herrn“ ist der Anfang der Weisheit…“
  • Gott fürchten (Handeln aus Angst vor Strafe Gottes) oder positiv aus dem Vertrauen in Gottes Hand geborgen zu sein
  • Gott ehren = ihn vor den Menschen zu bekennen – gelegen oder ungelegen

4. Beispiel Kardinal von Galen: „Nec laudibus – nec timore“

Clemens August Graf von Galen wurde im Jahr der Machtergreifung Hitlers im September 1933 zum Bischof von Münster geweiht. Er stellte seinen Dienst unter den Wahlspruch: „Nec laudibus – nec timore“ = „Das soll mein Wahlspruch sein, das soll uns allein Richtschnur sein: Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll uns bewegen! Aber das Lob Gottes zu fördern sei unser Ruhm, selbst in heiliger Gottesfurcht zu wandeln sei unser beharrliches Streben.“

Damals konnte noch niemand die Tragweite dieses Spruches ahnen. Doch schon bald verspürte er die Verantwortung, sich den kirchen- und glaubensfeindlichen Bestrebungen der Nazis entgegenzustellen ohne Furcht und ohne menschliches Lob dafür zu erwarten.

Seine unerschrockene Solidarität mit den Leiden der Verfolgten in den Konzentrationslagern kann bis heute als vorbildliche Haltung gelten. Bischof von Galen setzte sich vehement für die christlichen Werte und die Würde jedes Menschen ein.

Als die nationalsozialistische Regierung auf ihrer Kirchenfeindlichkeit beharrte, Klöster beschlagnahmte und geistig behinderte Menschen zu ermorden begann, erhob er dagegen seine gewaltige Stimme und hielt am 13. und 20. Juli und am 3 August 1941 seine in aller Welt berühmt gewordenen Predigten, die ihm bis heute den Beinamen „Löwe von Münster“ eintrugen.

5. Wahre Gottesfurcht überwindet Menschenfurcht

Den Inhalt dieses Evangeliums hat auch der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der 1945 von den Nationalsozialisten im KZ hingerichtet wurde, 1937 in seinem Buch „Nachfolge“ in die Worte gefasst:

„Die Macht, die den Menschen für kurze Zeit auf dieser Erde gegeben ist, ist nicht ohne Gottes Wissen und Willen. Fallen wir in die Hände der Menschen, trifft uns Leiden und Tod durch menschliche Gewalt, so sind wir doch dessen gewiss, dass alles von Gott kommt. Er, der keinen Sperling fallen sieht ohne sein Wollen und Wissen, er lässt den Seinen nichts geschehen, als was ihnen und der Sache, für die sie stehen, gut und nützlich ist. Wir sind in Gottes Händen. Darum fürchtet euch nicht!“

*Angenommen, du würdest verhaftet, weil du Christ bist –
gäbe es genügend Beweise,
dich wegen deines Lebens aus dem Glauben an Gottes Liebe
zu überführen?

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert