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Berglehre Jesu 4.-9.S.i.J.A

Die Bergpredigt im Matthäusevangelium

1. Rede Jesu: Von der wahren Gerechtigkeit 5,1 – 7,29

Dekalog-Seligpreisung

Aufbau der Bergpredigt (Mt 5,1 – 7,29)

Einleitung (5,1f)

Erkenne, wer du bist – vor dem Angesicht Gottes!
A. Die Adressaten
1. Die Seligpreisungen (5,3-12) – 4. S. A
2. Die Aufgabe der Jünger für die Welt (5,13-16) – 5. S. A
Salz der Erde  u.
Licht der Welt

Beurteile, wie du leben sollst – vor dem Angesicht Gottes!
B. Die „überfließend größere Gerechtigkeit“
1. Die Erfüllung des Gesetzes (5, 17-20) – 6. S. A +
2. Die „Super-Thesen“ (5,21-48) 
zu Versöhnung (5,21-26)
zu Ehebruch (5,27-30)
zu Ehescheidung (5,31-32)
zum Schwören (5,33-37)
zur Gewaltlosigkeit (5,38-42) – 7. S. A
zur Feindesliebe (5,43-48)
3. Gute Werke – 3 evangelische Räte (6,1-18)  – Aschermittwoch
Der Grundsatz: Gerechtigkeit vor Gott (6,1)
Almosen (6,2-4)
Beten (+ Vaterunser) (6,5-15)
Fasten (6,16-18)
4. Grundhaltungen im Bezug zur Welt (6,19 – 7,11) 
Gefahren des Reichtums – Besitzlosigkeit (6,19-24) –
Die rechte und die falsche Sorge (6,25-34) – 8. S. A
Heuchlerisches Richten (7,1-5)
Wahrung des Heiligen (7,6)
Vertrauen beim Beten (7,7-11)
Die Goldene Regel (7,12)

Handle danach – vor dem Angesicht Gottes!
C. Leben mit der Weisung Jesu (7,13-27) – 9. S. A
Die beiden Wege (7,13f)
Warnung vor falschen Propheten – Gute Früchte (7,15-23)
Das Haus auf dem Felsen (7,24-27)

Schlussnotiz: (7,28f)

 * * *

Der 4. – 9. Sonntag im Jahreskreis A enthält als Evangelium jeweils einen Abschnitt aus der Berglehre Jesu (= Mt 5,1 – 7,29) – der ersten der 5 großen Reden Jesu im Matthäusevangelium.

Hier ein Überblick über die Abschnitte der einzelnen Sonntage:

4. Sonntag i. J. A
(entfällt im Jahr 2020 wegen des Festes Darstellung des Herrn am So 2. Februar)
–> Mt 5,1-12: Seligpreisungen der Bergpredigt
–> 8+1 Seligpreisungensiehe: (pdf)
–> „Glückwunsch Jesu“

5. Sonntag i.J. A (= 9. Februar 2020)
–> Mt 5,12-16:  „Salz der Erde“
–> Salz der Erde – Licht der Welt

6. Sonntag i.J. A (= 16. Februar 2020)
–> Mt 5,17-37:  Erfüllung der Weisung Gottes u. die neuen Thesen (I.)
–> grenzenlose Gerechtigkeit

7. Sonntag i.J. A (= 23. Februar 2020)
–> Mt 5,38-48:   … die neuen Thesen (II.)
–> grenzenlose Gerechtigkeit
–> „Friedensinstrument

Aschermittwoch (= 26. Februar 2020)
–> Mt 6,1-6.16-18: Beten + Fasten + Almosen geben
–> Mt 6,1-18 (Arbeitsübersetzung pdf)

siehe auch:
·  Mt 6,9-13 Das Vater unser 

8. Sonntag i.J. A (entfällt in 2020)
–> Mt 6,24-34 (Arbeitsübersetzung pdf)
–> „In God we trust“
–> Was wahrhaft wichtig ist im Blick auf das Leben mit Gott

9. Sonntag i.J. A (= entfällt im Jahr 2020)
–> Mt 7,21-27: Auf Gott gebaut

* * *

Links:
Die Berglehre Jesu (Mt 5,1 – 7,29) – eine Arbeitsübersetzung

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 3. Februar 2020

 

Schlüsselfrage (21. S. A)

Gedanken zum Evangelium vom 21. Sonntag im Jahreskreis A
= Mt 16,13-20
(= 24. August 2014)

Text (Mt 16,13-20) in der Übersetzung von G. M. Ehlert:

Es kam aber (der) Jesus in die Gegend
Cäsarea Philippis
er fragte seine Jünger sagend:
   „Was sagen die Menschen
     wer der Menschensohn sei?“
Diese aber sprachen:
   „Die einen – Johannes der Täufer;
     andere – Elija;
     weitere aber – Jeremia
     oder sonst einer der Propheten.“ 
Sagt er zu ihnen:
   „Ihr aber – was sagt ihr, wer ich sei?“ 

Es antwortete aber Simon Petrus
sprechend (zu ihm):
   „Du bist der Christus (= der Messias = der Gesalbte)
     der Sohn des Gottes, des Lebendigen.“ 

Es antwortete aber der Jesus sprechend zu ihm:
   „Selig bist du, Simon, Sohn des Jona,
     denn nicht Fleisch und Blut hat dir das enthüllt,
     sondern mein Vater – der in den Himmeln.“ 

Und ich aber – dir sage ich:
   „Du bist Petrus (= der Fels)
     und auf diesen Felsen will ich erbauen
     meine Kirche (= Versammlung der Herausgerufenen).
     Und die Tore des Hades (= Unterwelt)
     werden sie nicht überwältigen.
     Ich werde geben dir
     die Schlüssel zum Königtum der Himmel,
     und was immer auch du bindest auf Erden –
     gebunden wird es sein in den Himmeln.
     Und was immer auch du lösest auf Erden –
     gelöst wird es sein in den Himmeln.“ 
Darauf herrschte er die Jünger an:
Niemandem sollten sie sagen,
dass er (= Jesus) der Christus sei.

Gedanken zum Evangelium:

Die Schlüsselfrage: Wer bin ich für dich – wer bist du für mich?

Eine Schlüsselfrage: wer bekommt einen eigenen Haustürschlüssel?

  • Einen Zugang zum Evangelium erschließen

– Eine Schlüsselszene im Matthäusevangelium ist dieser Abschnitt (Mt 16,13-20), der so etwas wie einen Wendepunkt im Evangelium bildet – von nun an geht Jesus gezielt nach Jerusalem = dem Ort, wo er sterben und auferstehen wird.

– Die Schlüsselfrage:
Wer bin ich für dich – wer bist du für mich?

– 3 Schlüsselworte:
Christus – Petrus – Schlüssel des Himmelreiches –
geben Aufschluss

  • Das 1. Schlüsselwort: Christus = der Gesalbte – der Messias

Das Bekenntnis des Petrus:
„Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“
= der ersehnte Befreier / Retter / Erlöser Israels
jedoch nicht als politischer Befreier u. strahlender Held
sondern als leidender Gottesknecht. (Doch das erkennt Petrus noch nicht)

  • Das 2. Schlüsselwort: Petrus = der Fels – Fundament der Kirche

Das Bekenntnis Jesu über Petrus:
„Du bist Petrus = der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen…“
= Festigkeit, beständiges Fundament – Charakteristik Gottes
Fels in Jerusalem = Ort des Tempels,
Abraham als Fels der Welt
Petrus jedoch ist alles andere als standhaft und zuverlässig,
er wird geschildert als leidenschaftlicher und wankelmütiger Mensch.

  • Das 3. Schlüsselwort: Die Schlüssel des Himmelreiches

Die Vollmacht und der Auftrag Jesu an Petrus:
„Ich werde dir die Schüssel des Himmelreiches geben.
Was du auf  Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein.
Was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

vgl. Jes 22,19-23 Schlüsselübergabe an den neuen Palastvorsteher

aufschließen – einen Zugang eröffnen – in Verbindung bringen mit dem Himmelreich Gottes – „binden“ an den Bund Gottes mit uns Menschen.

= Schlüssel der WahrheitSchlüssel-Wahrheit

verschließen – abschließen – von dem Bereich der Bedrohung/des Bösen trennen – „lösen“ von Verstrickungen in Schuld und Sünde.

= Schlüssel der  LiebeSchlüssel-Liebe

  • Zum Abschluss: Ein Schlüsselsatz:

Die Schlüsselfrage lautet:
„Wer Jesus für mich ist? – Einer der für mich ist!
Was ich von Jesus halte? – Dass er mich hält!“    (Lothar Zenetti)

Aus einem aufrichtigen Bekenntnis zu Jesus kann dann ein glaubwürdiges Bekenntnis Jesu vor den Menschen folgen, wenn auch wir mit den Schlüsseln der Wahrheit und der Liebe anderen Menschen einen Zugang zu Jesus Christus und seinem Reich der Liebe erschließen.

vgl. auch: „Sich zu Christus bekennen“ und
Du König auf dem Kreuzesthron

siehe auch: „Jesus und Petrus

Petrus u. Paulus

Petrus & Paulus

Petrus und Paulus werden häufig in einem Atemzug genannt.
Seit Mitte des 3. Jahrhunderts wird ihr Gedächtnis gemeinsam am 29. Juni gefeiert.

Was verbindet zwei so unterschiedliche Männer der Kirche?

Petrus und Paulus sind starke, zum Teil gegensätzliche Führungspersönlichkeiten.
Beide sind Juden, doch während der verheiratete Petrus als einfacher Fischer im Kernland Israels lebt, stammt der unverheiratet bleibende Paulus aus gebildeter Schicht in der jüdischen Diaspora, ist römischer Bürger und mit der griechischen Kultur vertraut.

Die unterschiedliche Herkunft der beiden prägt ihre jeweilige Sendung als Apostel:

„Petrus hat als erster den Glauben an Christus bekannt und aus Israels heiligem Rest die erste Kirche gesammelt. Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht und die Berufung zum Lehrer der Heiden.“ (Präfation des Festtages).

Beide kennen in ihrer Biographie das Versagen:

Der Hochmut des Petrus im Abendmahlssaal: „Wenn alle dich (= Jesus) verlassen – ich nicht“ wird durch seine dreimalige Verleugnung im Hof des Hohepriesters gebrochen.

Paulus wird „vom hohen Ross“ als Christenverfolger heruntergeholt durch seine Vision vor Damaskus: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?“

Für beide beginnt ein neues Leben auf dem Fundament der Gnade und Liebe Gottes, das sie auf ihre je eigene Art zu Säulen der Kirche werden lässt.

„Auf verschiedene Weise dienten beide Apostel der einen Kirche, gemeinsam empfingen sie die Krone des Lebens“ (Präfation des Festtages)

In seiner Predigt beim Vespergottesdienst zum Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus am 28.06.2007 in St. Paul vor den Mauern in Rom sagte Papst Benedikt XVI.:

„Eine uralte Tradition aus der Zeit der Apostel erzählt, dass unweit von diesem Ort ihre letzte Begegnung vor ihrem Martyrium stattfand: Die beiden haben sich umarmt und einander gesegnet. Und auf dem Hauptportal dieser Basilika sind sie zusammen dargestellt, mit den Szenen des Martyriums der beiden. Von Beginn an hat die christliche Tradition daher Petrus und Paulus als unzertrennlich voneinander erachtet, auch wenn jeder von ihnen einen anderen Missionsauftrag zu erfüllen hatte: Petrus hat als erster den Glauben an Christus bekannt; Paulus wurde damit beschenkt, diesen Reichtum vertiefen zu können. Petrus hat die erste Gemeinschaft der Christen gegründet, die aus dem auserwählten Volk stammten; Paulus wurde der Apostel der Heiden. Mit verschiedenen Charismen arbeiteten sie beide für den gleichen Zweck: für den Aufbau der Kirche Christi.“

Petrus und Paulus - Grafik von G. M. Ehlert, 11.06.2012

Petrus & Paulus – (c) Georg Michael Ehlert, 11.06.2012

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Entscheide dich und handle

Jesu Berglehre: Erkenne, wer du bist! + Beurteile, wie du leben sollst! + Handle dementsprechend!

Erkenne, wer du bist – vor dem Angesicht Gottes!
– du wirst selig gepriesen
– du bist Salz der Erde
– du bist Licht der Welt 

Beurteile, wie du leben sollst – vor dem Angesicht Gottes!
– du hast gehört… – ich aber sage dir…
– du sollst in rechter Weise fasten + beten + Almosen geben
– „alles, was du von anderen erwartest, das tue ihnen!“ 

Handle danach – vor dem Angesicht Gottes!
– gehe den mühsamen Weg des Lebens
– höre auf den, der gute Frucht bringt
– sei ein Mensch, der sein Lebenshaus auf Gott, den Felsen, gebaut hat 

"Entscheide dich!" - zu Mt 7,13-27, (c) G. M. Ehlert, 02.03.2011

Abschluss der Bergpredigt – Matthäusevangelium 7,13-27:

Kommt herein durch das enge Tor!

Denn das Tor ist breit
und der Weg geräumig,
der ins Verderben führt,
und viele sind es, die da hereinkommen.

Doch das Tor ist eng
und bedrängend ist der Weg,
der hinführt in das Leben
und nur wenige finden ihn.

Hütet euch
vor den falschen Propheten,
die zu euch kommen in Gewändern der Schafe,
innen aber sind sie räuberische Wölfe.
Von ihren Früchten her werdet ihr sie erkennen.

Nicht etwa von den Dornigen erntet man Beeren
oder von den Disteln Feigen?
Also jeder gute Baum bringt hervor ideale Früchte
aber der faulige Baum bringt hervor  böse Früchte.
Weder vermag ein guter Baum böse Früchte hervorzubringen
noch ein fauliger Baum ideale Früchte.
Jeder Baum, der nicht ideale Frucht hervorbringt,
wird herausgehauen und ins Feuer geworfen.

Demnach also:
von ihren Früchten aus,
werdet ihr sie erkennen.

Nicht jeder, der zu mir sagt: „Herr! Herr!“
wird hineinkommen in die Königsherrschaft der Himmel,
sondern der Wirkende den Willen meines Vaters in den Himmeln.

Viele werden zu mir reden an jenem Tag:
„Herr, Herr“, prophezeiten wir nicht in deinem Namen
und trieben in deinem Namen Dämonen aus
und wirkten in deinem Namen viele Wunder?

Und dann werde ich ihnen antworten:
Niemals kannte ich euch;
entweichet von mir,
ihr, die Gesetzlosigkeit Wirkenden.

Daher,
jeder, der diese meine Worte hört
und entsprechend handelt,
wird gleichgesetzt werden
einem klugen/besonnenen Menschen,
der sein Haus aufbaute auf den Felsen.
Und als der Regen herabtriefte
und die Wasserfluten kamen
und die Winde wehten
und fielen hin auf das Haus
und es fiel (dennoch) nicht,
denn es war gegründet worden auf den Felsen.

Und jeder, der diese meine Worte hört
und nicht entsprechend handelt,
wird gleichgesetzt werden
einem törichten Menschen,
der sein Haus aufbaute
auf den Sand.
Und als der Regen herabtriefte
und die Wasserfluten kamen
und die Winde wehten
und rüttelten an dem Haus,
und es fiel,
und sein Fall war groß.

„Entscheide dich!“ – Gedanken zu Mt 5 – 7 u. Skizze zu Mt 7,13-27
© G. M. Ehlert, 02.03.2011

Auf Gott gebaut

 Abschluss der Bergpredigt (Matthäusevangelium 7,21-27)
= Sonntagsevangelium vom 9. Sonntag im Jahreskreis A (= 6. März 2011)

Vor Gott BeSTAND haben

Gottes Wort hören + danach handeln (Mt 7,24f)
Hörer des Wortes sein + Täter des Wortes werden (vgl. Jak 2,14ff)
einen Glauben haben – der in der Liebe wirksam ist (Gal 5,6)

Haus auf Fels - Haus auf Sand gebaut; Zeichnung zu Mt 7,21-27; (c) G. M. Ehlert

Fundament meines Lebens

Wenn ich
– Jesus im Gebet als den Herrn der Welt anriefe,
– in seinem Namen prophezeite,
– und Menschen von Dämonen befreite,
– in seinem Namen gar Wundertaten wirkte…
hätte aber seine Liebe nicht, 

wäre mein Lebenshaus
nur auf sandigem Grund erbaut
und die Stürme des Lebens
würden es zum Einsturz bringen… 

Wenn ich aber
meine Hoffnung ganz auf den Gott des Lebens setze
und einen Glauben habe,
der in der Liebe wirksam ist, 

dann ist mein Lebenshaus
auf Gott, dem wahren Fels, erbaut
und die Stürme des Lebens
können es nicht ins Wanken bringen. 

Fundament meines Lebens – Zeichnung u. Gedanken zu Mt 7,21-27,
© G. M. Ehlert, 28.02.2011