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27. Sonntag C

27. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 6. Oktober 2019

1. Lesung: (Hab 1,2-3; 2,2-4) Schweigen Gottes – Prüfung der Glaubenskraft
2. Lesung: (2 Tim 1,6-8.13-14) Von dem Geist der Glaubenskraft
Evangelium: (Lk 17,5-6 u. 7-10) Unser Glaube – kraftvoll wie ein Senfkorn?  

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Ernte-Dank-Fest

zum Ernte-Dank-Fest (= Sonntag, 3. Oktober 2010 = Tag der Deutschen Einheit):

Danken und teilen – für mehr Menschlichkeit

I. Der Sinn des menschlichen Lebens…

Worin besteht der Sinn menschlichen Lebens?
Der reiche Landwirt in der Geschichte, die Jesus erzählt,
scheint den Sinn des Lebens darin zu sehen:
– Güter anzuhäufen,
– Sich abzusichern,
– Hauptsache ich komm nicht zu kurz.
Doch all das hat angesichts des bevorstehenden ewigen Lebens keinen Bestand. Solche Lebensziele sind am Ende sinn-los. Doch was macht den Sinn des Lebens aus?

II. Drei Kennzeichen eines sinnvollen Lebens

Mit einer kleinen Fabel möchte ich darauf antworten:
Als die Menschen sich mit den Tieren noch verstanden, da wurden sie einmal von den Tieren gefragt, was den Menschen zum Menschen mache. Sie gaben ganz unterschiedliche Antworten:
– Wir können aufrecht gehen, wir können sprechen und denken, das könnt ihr nicht;
– wir können planen und produzieren, das könnt ihr auch nicht;
– wir können die Natur manipulieren und mehr ernten, das könnt ihr schon gar nicht;
auf einmal kamen drei Kinder des Weges, sie hielten frische Früchte in den Händen und sangen voller Freude.
Die Tiere hielten sie an und fragten sie:
Warum singt ihr so fröhliche Lieder? – Weil wir uns freuen.
Warum haltet ihr die Früchte wie einen kostbaren Schatz in euren Händen? – Weil wir dankbar sind für dieses Geschenk.
Und warum seid ihr drei zusammen? – Weil wir uns lieben. Nun brauchten die Tiere nicht mehr weiter zu fragen. – Sie wussten, was den Menschen wirklich zum Menschen macht:
– sich zu freuen;
– dankbar zu sein;
– und einander zu lieben.

III. … eine Einladung, am heutigen Erntedankfest unsere Lebenshaltungen zu überprüfen

Diese drei Kennzeichen eines sinnvollen Lebens laden uns ein, am heutigen Erntedankfest einmal unsere eigenen bevorzugten Lebenshaltungen zu überprüfen.

Dazu drei Beispiele:
– Wenn wir einen Apfel in der Hand halten – denken wir angesichts seiner frischen Farbe eher mit Sorge daran, ob er gespritzt oder genmanipuliert ist; oder können wir uns wie ein Kind einfach über diese Frucht der Natur freuen und sie herzhaft genießen? –
– In einer Jugendgruppe habe ich einmal folgendes Experiment gemacht; zu Beginn der Gruppenstunde habe ich ohne etwas dazu zu sagen, jedem eine Banane gegeben:
Die Reaktionen waren: Was soll das?, Kann man die essen?, O, die hat aber schon braune Flecken …; ich will noch eine! …
Verschiedene Reaktionen, jedoch keiner hat sich für dieses unverhoffte Geschenk bedankt. –
– Ein weiteres Experiment, das eine Pfarrgemeinde einmal an einem Fastensonntag durchgeführt hat:
Die ganze Gemeinde war ins Pfarrheim zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Am Eingang wurde jedem per Los ein Platz zugewiesen. Ungefähr 20 % hatten Glück und bekamen ihren Platz an einem übervoll gedeckten Tisch; die anderen 80 % mussten an Tischen Platz nehmen, wo es für jeden nur eine Handvoll Reis und Wasser gab. – So sieht es auch in unserer Welt aus. –

Als das Essen begann, dachten die am reich gedeckten Tisch nur an sich und langten kräftig zu; keiner kam auch nur auf die Idee mit den anderen zu teilen. … Im Gegenteil, sie verhöhnten die zu kurz gekommenen: Ihr habt halt das Pechlos gezogen.
Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten hätte. Ich hätte vermutlich genauso gedankenlos gegessen ohne an die anderen zu denken.
Und Sie? –

IV. Unterschiedliche Lebenshaltungen

An den Reaktionen lassen sich unterschiedliche Lebenshaltungen ablesen:
– Sich Sorgen machen – oder sich wie ein Kind freuen und genießen können;
– Das Gegebene horten – oder sich für das Geschenk bedanken;
– Nur daran denken, selber nicht zu kurz zu kommen – oder über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, in der Bereitschaft, mit anderen zu teilen.

V. Ernte-Dank-Fest – sich freuen, danken und teilen

Das heutige Erntedankfest lädt uns ein
– sich über die Früchte der Erde, die wir in diesem Jahr wieder ernten konnten zu freuen und sie zu genießen;
Das heutige Erntedankfest ruft uns auf,
– darüber nachzudenken, wem wir dies verdanken und dann auch dem Geber aller Gaben zu danken;
Das heutige Erntedankfest fordert uns schließlich auf,
– die Gaben der Schöpfung gerecht miteinander und mit anderen zu teilen. – Denn:

Der schönste Dank für Gottes Gaben besteht darin,
dass man die Gaben Gottes voll Liebe weitergibt.

Dies charakterisiert ein sinnvolles Leben:
– sich über alltäglichen Gaben des Lebens zu freuen;
– dem Geber aller guten Gaben zu danken
– und aus Liebe miteinander zu teilen.

Wer so lebt, der erwirbt sich obendrein noch einen Schatz für’s ewige Leben. Amen.