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Abgelehnt (4.C)

4. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 3. Februar 2019

Liturgische Texte zum 4. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 106,47)
Hilf uns, HERR, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen!
Wir wollen denen heiligen Namen preisen,
uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.

Tagesgebet
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, dass wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jeremía (Jer 1,4-5.17-19)
„Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!“

Antwortpsalm: Ps 71,1-2.3.5-6.15 u. 17
Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit.

2. Lesung: aus dem1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,31 – 13,13) oder: (1 Kor 13,4-13)
„Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Jes 61,1)
Halleluja. Halleluja.
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 4,21-30)
Wie Elija und Elischa, so ist Jesus nicht nur zu den Juden gesandt

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

–> Lk 4,16-44 Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

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Bild zur Meditation: Ablehnung Jesu in seiner Vaterstadt Nazaretmk-6-1-6

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Impulse zur Reaktion auf die Predigt Jesu in Nazaret:

Kein Prophet wird akzeptiert in seiner Vaterstadt

ein außerbiblisches Jesuswort:

„Es gibt keinen Propheten, der in seinem Dorf aufgenommen wird.
Ein Arzt pflegt die, die ihn kennen, nicht zu heilen.“

(Thomasevangelium Logion 31)

Das musste auch Jesus in seiner Heimatstadt Nazaret erfahren als er zu Beginn seines öffentlichen Wirkens auch in der Synagoge von Nazaret predigt.

Zuerst staunen alle über den beeindruckenden Inhalt seiner Predigt. Doch dann lehnen sie ihn ab, weil er doch nur ein Sohn Josefs ist.

Warum ist das so?

  • Die Herkunftsfamilie und die „Sandkastenfreunde“ aus dem Heimatort trauen einem oft keine besondere Entwicklung zu?
  • damals: „Ist das nicht ein Sohn Josefs?“…
  • heute: wie – der Bauernjunge will ein guter Arzt sein? – Das trauen wir dem nicht zu.
  • Das Vorurteil: genetischer Fehlschluss: von der Herkunft auf die Güte eines Menschen zu schließen?
  • der kommt doch aus einem guten Haus… wie konnte der nur so niederträchtig handeln?…

1.    Nazaret: Von Bewunderung zur Ablehnung

„Bewunderung und Ablehnung – dieses paradoxe Verhalten, dem auch ein paradoxes Gefühl entspricht, ist kennzeichnend für das Verhalten vieler zu Jesus (auch heute)

  • Die Ablehnung kann die Kehrseite der Bewunderung werden, wenn deutlich wird, dass eine Beziehung zu ihm zur Veränderung des eigenen Lebens führen müsste. Da entscheidet sich, ob Bewunderung und Verehrung zur Abhängigkeit führen oder für das eigene unverwechselbare Leben frei machen. ….Bewunderung ohne Veränderung zur Lebenserweiterung – das hat Jesus, soweit wir das aus den Evangelien ablesen können, offensichtlich abgelehnt.
  • Da, wo der Mensch, den wir bewundern, sich nicht in dieser Bewunderung sonnt, sondern die Frage stellt: Und was bedeutet das für dich selbst? Welche Kräfte und Gaben bewunderst du bei mir, die du selbst hast?
  • Wohin sollten sich nun die Verwandten, die Bewohner von Nazaret verändern? Nazaret bedeutet seinem Namen nach: „Ort des Sprosses“ (aus dem Hause Davids).Jesus bekräftigt nun bei seinem Auftritt in seiner Vaterstadt, dass sich die Verheißung des Messias in IHM erfüllt hat. Doch sie sind irritiert. Denn er erfüllt bestimmte Erwartungen nicht. (Einen Messias haben wir uns doch ganz anders vorgestellt…) – Wenn er kommt, wird er doch die Frommen belohnen und diejenigen, welche die Gebote Gottes nicht erfüllen, – z.B. die Heiden bestrafen? Doch Jesus verkündet, dass gerade auch an den Heiden Zeichen und Wunder geschehen.
  • Hier in diesem kleinen Kaff wohnte eine streng jüdische Sippe, die stolz darauf war, aus davidischem Geschlecht abzustammen. Sie befolgten eine strenge Torafrömmigkeit, verbunden mit der endzeitlichen Erwartung, dass aus ihrem Spross einmal der Messias kommen wird.
  • In Nazaret lernt Jesus wie schwer es ist, festgefügte Erwartungshaltungen, vor allem wenn sie religiös motiviert sind, aufzubrechen. Es gelingt ihm nicht, im Gegenteil.
  • Seine Lehre treibt sie zu Wut. Es kommt zu einem Aufstand und beinahe zu einer Lynchjustiz, der er sich gerade noch entziehen kann.

2.    Kafarnaum: „…denen aber, die ihn aufnahmen…“

Er verlässt Nazaret, den Ort seiner Herkunft und geht nach Kafarnaum, einem Ort mit Juden und Heiden am See Genezareth hinab. Dieser Ort wird nun zu seiner Wahlheimat.

Hier trauen ihm die Menschen heilende Kräfte zu – hier kann er heilsam wirken.

3.    Unterschiedliche Wirkungen der vollmächtigen Lehre Jesu:

„Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. Die ihn aber aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu heißen.“

in Nazaret (Lk 4,16-30) in Kafarnaum (Lk 4,31-44)
„alle staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund kamen“ „Da waren sie bestürzt ob seiner Lehre, denn vollmächtig war sein Wort.“
(Skepsis): „ist das nicht ein Sohn Josefs?“ Ein Mensch mit einem dämonischen Geist bekennt:
„Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes“
„Kein Prophet ist willkommen in seiner Vaterstadt“ „Hinaus lief das Echo über ihn, an jeden Ort des Umlandes.“
„Von Wut erfüllt wurden da alle in der Synagoge, die das hörten.
Und sie standen auf, trieben ihn aus der Stadt hinaus…“
Die geheilte Schwiegermutter des Simon:

„Sofort stand sie auf und diente ihnen.“

„…um ihn hinunterzustoßen“ „Die Scharen suchten ihn…
und wollten ihn abhalten, sie zu verlassen.“
  • Wem gleichen wir? – Den Menschen in Nazaret mit ihren festgefügten Erwartungen, die Jesus ablehnen? Oder den Menschen in Kafarnaum, die auch in ihrer religiösen Erwartung offen sind und Jesus gerne aufnehmen?

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Links:

–> zur 1. Lesung – Jer 1,4-5.17-19: „Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt“

–> zum Antwortpsalm: Psalm 71: Gott – Zuflucht im Alter

–> 2. Lesung: 1 Kor 12,31 – 13,13: „Das ‚Zehnwort‘ (= Dekalog) der Liebe

–> Evangelium: Lukasevangelium 4,21-30
siehe Grafik zu Mk 6,1-6: Reaktionen auf Jesu Predigt in Nazaret
–> siehe: „Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

–> siehe auch: Predigt Jesu in Nazaret

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 4. Sonntag C

 

Gedenktage:

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 27. Januar 2019

 

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konsequente Nachfolge

13. Sonntag im Jahreskreis C (= 26. Juni 2016)

 

Eröffnungsvers:
„Ihr Völker alle, klatscht in die Hände,
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel.“ (Ps 47,2)

 

1. Lesung: 1 Kön 19,15b.19-21 „Elischa stand auf und folgte Elija“
 –> siehe: Elija beruft Elischa

 .

Antwortpsalm: Ps 16,1-2.5.7-8.9.11
–> siehe: Vom wahren Lebensglück – und wie ich es erlange

 .

2. Lesung: Gal 5,1.13-18„Ihr seid zur Freiheit berufen“

.

Evangelium: Lk 9,51-62„Er entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen. – Ich will dir folgen, wohin du auch gehst“

 

Übersetzung, Bild und Gedanken zu Lk 9,51-62

 

Mit Jesus auf dem Weg…

51 Es geschah aber in dem zusammen-erfüllt-werden
der Tage des Hinaufnehmens von ihm
und er selbst (= Jesus) – das Angesicht festigte er –
hineinzugehen nach Jerusalem.

52 Und er sandte ab Boten vor seinem Angesicht her.
Und gehend kamen sie hinein in (ein) Dorf der Samariter,
um ihm (ein Nachtlager) zu bereiten.

53 Und nicht empfingen sie ihn,
da sein Angesicht hin nach Jerusalem gehend war.

54 Aber (dies) sehend
sagten die Lernenden/ = Jünger Jakobus und Johannes:

Herr, willst du, (so) sagen wir,
(dass) Feuer von dem Himmel herabfährt und sie verzehrt?
[wie auch Elija es machte]*

* Doch Elija antwortete dem Hauptmann der Fünfzig:
Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel
und verzehre dich und deine Fünfzig.
Sogleich fiel Feuer vom Himmel und verzehrte ihn und seine Leute.
(2 Kön 1,10 u. 12)

55 Aber sich umwendend verwarnte er sie.

[„Ihr wisst nicht, was für ein Geist aus euch spricht.
Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschen zu vernichten,
sondern um sie zu retten.“]

56 Und sie gingen in (ein) anderweitiges Dorf.

 

57 Und während sie des Weges wanderten,
sprach einer zu ihm:
„Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.“
58 Jesus aber sprach zu ihm:
„Die Füchse haben Höhlen
und die Vögel des Himmels Nester,
der Menschensohn aber hat nichts,
wo er den Kopf hinbetten könnte.“

59 Zu einem anderen sprach ER:
„Folge mir!“
Der aber sprach:
„Herr, erlaube mir, dass ich zuerst weggehe,
meinen Vater zu begraben.“
60 Doch ER sprach zu ihm:
„Den Toten überlass es, ihre Toten zu begraben.
Du aber geh weg –
künde das Königtum Gottes an.“

61 Noch ein anderer sprach:
„Ich will dir folgen, Herr!
Doch erst erlaube mir,
dass ich mich von denen zu Hause verabschiede.“
62 Jesus aber sprach zu ihm:
„Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat
und rückwärts blickt,
ist tauglich für das Königtum Gottes.“

(Lk 9,51-62)

Mit Jesus auf dem Weg (c) G. M. Ehlert, 22.06.2010

Mit Jesus auf dem Weg – (c) G. M. Ehlert, 22.06.2010

Nachfolge – mit Konsequenzen

Was nicht
Was bedeutet das stattdessen
1) Keine Bleibe 1) Be-weg-lichkeit
Bindung an Jesus,
nicht an ein Ziel
Ungesichertheit
2) Kein Aufschub,
keine „alten“ Normen und Pietät
und Pflichten
2) Entschiedenheit,
absolute Priorität
Kompromisslosigkeit
Radikalität → Loslassen
Bündelung von Kräften
und Interessen
Sendung, Endgültigkeit
Freiheit von alten
Bindungen/Gesetzen,
3) Kein Rückblick 3) Ausrichtung auf Zukunft hin
bedingungslos und absolut
ohne sich zurückzuwenden

Unterwegssein mit der Verheißung Jesu: „Wer mir nach-folgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12)

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert