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2. Fastensonntag C

2. Fastensonntag (= „Reminiscere“) –
Jahreskreis C

Sonntag, 17. März 2019

Liturgische Texte zum 2. Fastensonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers:

Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiae tuae, quae a saeculo sunt: ne umquam dominentur nobis inimici nostri: libera nos Deus Israel ex omnibus angustiis nostris.

Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit. Lass unsere Feinde nicht triumphieren! Befreie uns, Gott Israels, aus all unseren Nöten.
(Ps 25,6.2.22)

2-Reminiscere

Tagesgebet
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Genesis (Gen 15,5-12.17-18)
Abraham glaubte dem HERRN – der HERR schloss mit ihm einen Bund

Antwortpsalm: Ps 27, 1.7-8.9.13-14
„Der HERR ist mein Licht und mein Heil“

2. Lesung: aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi (Phil 3,17 – 4,1)
Christus wird uns verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes 

Ruf vor dem Evangelium (Mt 4,4b) 
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Evangelium nach Lukas (Lk 9,28b-36)
Während Jesus betete, veränderte sich das Aussehen seines Gewandes

* * *

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EvangelientextLk 9,28b-36 (Studienübersetzung)

28 Es geschah aber nach diesen Worten ungefähr acht Tage
und beiseite nehmend (den) Petrus und (den) Johannes und (den) Jakobus
er stieg hinauf auf den Berg, um zu beten.

29 Und es geschah in dem beten/ während er betet
das Aussehen des Gesichtes von ihm – verändert
und das Gewand von ihm leuchtend/ weiß strahlend.

30 Und siehe –
zwei Männer sprachen miteinander mit ihm
der eine, der war Mose und (der andere) Elia,

31 die waren sehend gemacht worden in Herrlichkeit/ Glanz
sie sagten den Hinausweg/ Exodus/ Ausgang/ Auszug von ihm
der im Begriff sei/ der sich sollte erfüllen/ vollständig werden in Jerusalem.

32 Der aber Petrus und die mit ihm
sie waren beschwert/ bedrückt/ belästigt worden vom Schlaf;
vollends wach werdend aber sahen sie die Herrlichkeit/ den Glanz von ihm
und die zwei Männer, die zusammenstehen (mit/ bei) ihm.

33 Und es geschah
in dem sich trennen ihrer von ihm
sprach der Petrus zu dem Jesus:
Vorsteher/ Meister/ Lehrer – ideal/ gut/ schön ist es uns, hier zu sein
und wir mögen/ können machen Geräte des Schattens/ Zelte/ Hütten – drei –
eine für dich und eine für Mose und eine für Elia
nicht (ein-)sehend was er sagte.

34 Dieses aber er sagend/ während er dieses zu ihm sagte
geschah/ wurde (eine lichte) Wolke
und überschattete diese
sie erschraken/ fürchteten sich/ bekamen Ehrfurcht in dem hineingeraten von ihnen in die (lichte) Wolke.

35 Und eine Stimme geschah aus der (lichten) Wolke sprechend:
„Dieser – er ist – der Sohn (von) mir – der auserwählte (für mich) –
(auf) diesen höret!“

36 Und in dem Geschehen der Stimme
es wird befunden Jesus allein
und diese schwiegen/ verschwiegen
und nicht einem abkündigten/ verkündigten sie in jenen der Tage
nicht eines, was sie gesehen hatten.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Verklärung Christi“

Verklärung Christi – (c) G. M. Ehlert, 2008

Blau

Blau des weiten Himmels
Blau des tiefen Meeres 

Aus der Nähe betrachtet
sieht man nicht
das Blau der Luft des Himmels
das Blau des Wassers des Meeres 

Nur ein Blick in die Weite und Tiefe
entdeckt das Blau der Sehnsucht
das Blau des unfassbaren Geheimnisses 

Blau

Blau der Treue des himmlischen Vaters
Blau des tiefen Glaubens 

Mitten darin
Klarheit
Licht der Herrlichkeit
Gottes
Licht der Klärung:

„In Deinem Licht schauen wir das Licht…“
„Jesus Christus – Gottes geliebter Sohn – auf IHN gilt es zu hören!“ 

Alles klar?!
dann geht es hinab
kraft des Glaubens
die Treue Gottes den Menschen zu zeigen.

(G. M. Ehlert)

vgl. auch die Bildmeditation zu Mt 17,1-9

* * *

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Impulse

Aufstieg:

Heraus aus der Ebene des Alltags
Hinauf auf einen hohen Berg
– Überblick gewinnen
– Durchblick bekommen
– Ausblick erhalten.

Gipfelerfahrung:

Jesus sprach von Kreuz und Kreuzesnachfolge
Er nimmt drei Vertraute mit hinauf auf einen hohen Berg:
– Ort der Gottesbegegnung – wie bei Mose und Elija
– Ort der Gottesoffenbarung – in Jesus leuchtet Gottes Herrlichkeit auf
– Ort der Gottesmitteilung: „Dieser ist mein geliebter Sohn; auf IHN sollt ihr hören“

Abstieg: 

Wieder herein in die Ebene des Alltags –
hinab mit der Erfahrung von „Lichtsekunden“ für dunkle Stunden
– im Rückblick auf die Nähe Gottes – erneuter Hinblick auf die Menschen
– mit dem Einblick in verheißene Herrlichkeit – erneuter Anblick der Realität
– aus dem gestärkten Glauben mit erneuter Liebeskraft der verheißenen Hoffnung entgegen.

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung: zu Abraham

–> zum Antwortpsalm: Psalm 27: Geborgenheit in Gott

–> 2. Lesung: –

–> Evangelium: Lk 9,28-36
siehe auch: Verklärung (Markus 9,2-10) und „Ver-klärung“ (Mt 17,1-9)

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 2. Fastensonntag i.J. C

Gedenktage:

– 17. März: Patrick = g
– 19. März: Josef = H

* * *

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Stand: 11. März 2019

In rechter Ordnung lerne Jesu Passion“ –
Die Namen der Sonntage der Fastenzeit / Passionszeit:
1. Fastensonntag: Invocabit
2. Fastensonntag: Reminiscere
3. Fastensonntag: Oculi
4. Fastensonntag: Laetare
5. Fastensonntag: Iudica
Palmsonntag: Palmarum
Ostern: Resurrexi

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

 

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Wiederkunft Christi (33.B)

„Von der Wiederkunft Christi“

Sonntag, 18. November 2018 – Volkstrauertag

Liturgische Texte zum 33. Sonntag im Jahreskreis B

Eröffnungsvers: (vgl. Jer 29,11.12.14)
So spricht der HERR:
Ich sinne Gedanken des Friedens und nicht des Unheils.
Wenn ihr mich anruft, so werde ich euch erhören
und euch aus der Gefangenschaft von allen Orten zusammenführen.

Tagesgebet
Gott, du Urheber alles Guten,
du bist unser Herr.
Lass uns begreifen, dass wir frei werden,
wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,
und dass wir die vollkommene Freude finden,
wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

ERSTE Lesung aus dem Buch Daniel (Dan 12,1-3)
Gottes Volk wird in der Zeit der Not gerettet

Antwortpsalm: Psalm 16,5 u. 8.9-10.2 u. 11 
Behüte mich Gott, denn ich vertraue auf dich. 

ZWEITE Lesung aus dem Hebräerbrief (Hebr 10,11-14.18)
Durch ein einziges Opfer hat Christus die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt  

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 21,36)
Halleluja. Halleluja.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr hintreten könnt vor den Menschensohn.
Halleluja.

Evangelium aus dem Markusevangelium (Mk 13,24-32)
Von Erschütterungen – als Vorboten der Wiederkunft Christi

* * *
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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

Markus 13,24-32 (= Evangelium vom 33. Sonntag im Jahreskreis B)

24. … in jenen Tagen
nach jener Bedrängnis (von Krieg, Naturkatastrophen und Verfolgungen…)
wird sich die Sonne verfinstern
und der Mond wird nicht (mehr) sein Licht geben.

25. Und die Sterne werden aus dem Himmel herabfallen
und die Mächte – die in den Himmeln – werden erschüttert werden.

26. Und (dann) wird sichtbar werden der Sohn des Menschen
wiederkommend in Wolken und mit großer Kraft und Herrlichkeit.

27. Und ER wird aussenden die Boten/ Engel
und ER wird zusammenführen die Auserwählten
aus den vier Wind(richtung)en
vom äußersten der Erde bis zum äußersten der Himmel.

28. Aber von dem Feigenbaum lernt das Sinnbild:
Wenn schon/ endlich sein Zweig zart geworden ist
und herauswachsen lässt das Blatt,

ihr erkennt (folgendes):
Nahe ist der Sommer.

29. Genauso auch
ihr sollt dann sehen,
wenn ihr all dieses geschehen seht – (folgendes):
Er?/ Sie?/ Es? ist nahe vor der Tür.*

30. Amen, ich sage euch:
Gewiss nicht wird diese Generation vergehen,
bis dies alles geworden.

31. Der Himmel und die Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden gewiss nicht vergehen.

32. Aber betreffs jenes Tages – und der Stunde – keiner kennt sie.
auch nicht die Boten/ Engel im Himmel,
auch nicht der Sohn,
sondern nur der Vater.

* * *

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Bild zur Meditation:

„Wenn ihr all dies geschehen seht…

mk-13a

Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. – Grafik zu Mk 13,1-37 (c) G. M. Ehlert

„… dann seht: ER/ SIE/ ES steht vor der Tür.“

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Impuls zum Evangelium

* Er/ Sie/ Es ist nahe vor der Tür.

ES = das Ende, der Tod
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in vielen Kalendern: TOTENSONNTAG

SIE = die Vollendung, die Ewigkeit
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in der evangelischen Tradition:
EWIGKEITSSONNTAG.

ER = Christus, der König der Herrlichkeit
so feiern die Katholiken am letzten Sonntag im Kirchenjahr das Hochfest:
CHRISTKÖNIG.

Wenn ER – Christus – nahe vor der Tür steht,
dann ist dies das Ende dieser vergänglichen Welt,
dann wird offenbar die Vollendung der Ewigkeit.

 

Wenn wir am Ende sind – steht ER vor der Tür

1. Der „Super-GAU“ – und was ist dann?
– Meldungen von Unglücken, plötzlicher Verkehrstod, Terroranschlägen oder Naturkatastrophen… schrecken uns auf. Tod – Katastrophen, Anzeichen des Endes? Klimakatastrophen, Ozonloch: Anzeichen gar eines Weltendes?

GAU = größter anzunehmender Unfall
– wenn für einen persönlich seine bisherige Welt zusammenbricht;
– wenn für ein ganzes Volk durch Krieg, Flucht und Vertreibung die bisherige Lebenswelt zusammenbricht;
– wenn durch kosmische Katastrophen sämtliche Lebensmöglichkeiten auf der Erde zusammenbrechen
was ist dann?

2. Der Evangelist Markus beschreibt solch einen GAU
in der Rede Jesu von der Endzeit:
1. Ankündigung der Zerstörung des Jerusalemer Tempels (= die Ordnungen der Religion werden zerstört)
2. Ankündigung von Irrlehrern, Götzendienst, Kriegen, Hungersnöten, Verfolgungen, Verrat bis in die Familien hinein, Lynchjustiz, Chaos
3. kosmische Katastrophen: Verfinsterung der Sonne, Erschütterung der Kräfte des Himmels.
Was wird dann sein? – Das endgültige Chaos – Sinnlosigkeit?
Die Botschaft des Glaubens lautet ganz klar: Nein!

Der Evangelist zeigt, dass es ein Leben nach der größtmöglichen Katastrophe gibt. Selbst nach dem GAU, dem Untergang der Welt, sieht er eine Zukunft für alle, die an Christus glauben. Selbst wenn die Welt untergeht, dürfen sie darauf hoffen, dass der Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit kommt, um die Seinen aus allen Himmelsrichtungen zusammenzuholen.

3. Das Bild vom Feigenbaum

Das Evangelium überliefert uns ein Gleichniswort Jesu: Das Bild vom Feigenbaum.
Im Unterschied zu den übrigen Bäumen Palästinas zur Zeit Jesu verliert der Feigenbaum im Herbst seine Blätter und sieht aus wie verdorrt. Insofern lässt sich gerade an den Zweigen und Trieben des Feigenbaums der Eintritt der warmen, trockenen Jahreszeit, der Zeit des Reifens und der Ernte ablesen. Der sprossende Feigenbaum wird so zum Zeichen für „den Einbruch des Lebens in den Bereich des Todes.“

Die Knospen, die jungen Blätter und die Triebe des Feigenbaums weisen auf den nahen Sommer hin.

„Es knospt
unter den Blättern
das nennen sie Herbst.“
Hilde Domin

Doch die bange Frage bleibt: Werden diese Knospen einmal aufblühen?
Wird es erneut einen Sommer geben?

((Wir Christen glauben nicht an eine Reinkarnation = Wiedergeburt zu einem neuen irdischen Leben, sondern wir glauben an die Auferstehung = einem endgültigen Leben in der liebenden Gegenwart Gottes!))

4. Nicht das endgültige Aus, sondern ER steht vor der Tür
Auf manchen Türen steht das englische Wort: Exit. Gemeint ist: Hier ist der Ausgang.
exit: Ausgang, beenden, Abgang, aussteigen, Ausfahrt
exitus = Herausgehen, Ausgang; Ende, Ziel, Schluss; Tod, Untergang; Ergebnis, Erfolg.

5. Unser Leben hat ein Ende – doch darüber hinaus auch ein Ziel

Was ist hinter dieser Tür auf der Exit steht?
Untergang oder: Aufgang
Katastrophen – oder: endgültige Rettung
Zusammenbruch – oder: Anbruch des Reiches Gottes
wir sagen: k.o. alles ist dahin – oder: Gott sagt: o.k. ich mache neu
Endeoder: Vollendung, Ziel
Unsinn – sinnlos – oder: sinnvoll – Sinn
Blätter fallen herab – oder: darunter zeigen sich Knospen

„…Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht,
dass das Ende vor der Tür steht.

Das Ende? – Andere Übersetzung: ER = Christus steht vor der Tür!
Das ist die Verheißung des Glaubens:
Wenn wir am Ende sind: dann steht ER als Retter vor der Tür.

 

* * *
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Links:

–> zum Antwortpsalm Psalm 16Mein Erbteil ist der HERR
u.  Vom wahren Lebensglück – und wie ich es erlange   

–> zum Evangelium – siehe Mk 13,24-32: Wenn Himmel und Erde vergehen  (33. B)

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott 33.S.i.J.B

–> zum Christkönigssonntag: Christus – König

–> verschiedene Bezeichnungen für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Tod-Christus-Ewigkeit

–> Gedenktage:

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 11. Nov. 2018

Ach – Jerusalem

Die Tränen Christi – im Blick auf die Stadt Jerusalem

Beim feierlichen Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem klagt er im Blick auf diese Stadt Jerusalem (= „Gründung des Friedens“):

„41 Und als er sich näherte – sehend die Stadt –
klagte er auf sie zu/ (weinte er über sie)
42 sagend (folgendes):
„(ach) wenn du (doch) erkannt (hättest) an diesem Tag – ja auch du
das zum Frieden (führende)
nun aber wurde es verborgen vor deinen Augen,
43 dass sie kommen werden – die Tage – über dich;
und sie werden aufwerfen/ errichten – die Feinde dein –
einen (Belagerungs-)wall (vor) dir
und sie werden ringsum einschließen dich
und sie werden zusammenhalten dich von allen Seiten her
44 und sie werden zu Boden schmettern/ dem Boden gleichmachen dich
– (ja) dich und deine Kinder in dir
und nicht (wegsenden)/ lassen Stein auf Stein in dir,
dafür, dass du nicht erkannt hast die (rechte) Zeit deiner Heimsuchung.“
(Lk 19,41-44)

Jesus kommt als der gute „Hirt und Bischof eurer Seelen“ (1 Petr 2,25)
– Hirt = Pastor;
– und als „Bischof der Seelen“ (episkopos = Aufseher = Supervisor = der die Übersicht hat)

Jesus kommt zur Visite/ Visitation* = zur „Heimsuchung“ – er kommt in „sein Haus“…

*Ziel einer (Arzt-)Visite ist es,
dass sich der Arzt kümmert und Vertrauen weckt.
Bei der Visitation ist das ähnlich,
weil der Bischof kommt, sich kümmert und schaut, wie es der Gemeinde geht,
um zu bestärken, wo Dinge gut gehen
und zu schauen, woran wir kranken
und wo unsere Selbstheilungskräfte mobilisiert werden können.

Jesus „kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Joh 1,11)

daher klagt er voller Trauer:
„Ach, wenn du doch erkannt hättest
an diesem Tag deiner Heimsuchung,
was dir Frieden/ Heilung/ Heil bringt…“
(Lk 19,42)

Noch einmal stimmt Jesus die Totenklage über Jerusalem an auf seinem Kreuzweg:
Es folgte ihm eine große Menge des Volkes,
darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte:
„Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder!
Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen:
Selig die Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen: „Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu!“ (Hos 10,8)
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?“
(Lk 23,27-31)

Das biblische Buch der Klagelieder

Auch die Klagelieder des Jeremias sind ein Buch voller Tränen – im Blick auf die zerstörte Stadt Jerusalem (siehe –> Klagelieder-Einführung )

1. Klage im Blick auf das zerstörte Jerusalem – „Jerusalem ist ohne Trost“ (Klgl 1,1-22)

2. Klage im Blick auf die Zerstörungen – „Gottes Gericht ist erbarmungslos“ (Klgl 2,1-22 )

3. Eine persönliche Klage – „Hoffnung trotz gebrochener Lebenskraft“ (Klgl 3,1-66)

4. Klage im Blick auf die Folgen des Zornes Gottes – „Hoffnung auf Gerechtigkeit“ (Klgl 4,1-22)

5. Klage um Zuwendung und Wiederherstellung Israels – „die notwendige Umkehr“( Klgl 5,1-22)

Im jährlichen Gedenken am  „9. Av“ wird auch in der jüdischen Tradition an die Zerstörungen des Jerusalemer Tempels
– im Jahr 586 v. Chr.
– im Jahr 70 n. Chr.
– und die Niederschlagung des Bar Kochba Aufstandes 135 n. Chr.
erinnert. = ein jährlicher „Tag der Tränen“.

Mit Jesus sollten auch wir weinen über die Zerstörung von Städten und Lebensräumen in unseren Tagen: Aleppo, Mossul…

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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1. Advent: wachsam sein


Advent – Ankunft

Zum 1. Adventssonntag im Jahreskreis B (= 30. November 2014)

Evangelium: Mk 13,24-37: Erschütterungen – Vorboten der Wiederkunft Christi – Seid wachsam!

 

Mk 13,24. … in jenen Tagen
nach jener Bedrängnis (von Krieg, Naturkatastrophen und Verfolgungen…)
wird sich die Sonne verfinstern
und der Mond wird nicht (mehr) sein Licht geben.

25. Und die Sterne werden aus dem Himmel herabfallen
und die Mächte – die in den Himmeln – werden erschüttert werden.

26. Und (dann) wird sichtbar werden der Sohn des Menschen
wiederkommend in Wolken und mit großer Kraft und Herrlichkeit.

27. Und ER wird aussenden die Boten/Engel
und ER wird zusammenführen die Auserwählten
aus den vier Wind(richtung)en
vom äußersten der Erde bis zum Äußersten der Himmel.

28. Aber von dem Feigenbaum lernt das Sinnbild:
Wenn schon/endlich sein Zweig zart geworden ist und herauswachsen lässt das Blatt,
ihr erkennt (folgendes):
Nahe ist der Sommer.

29. Genauso auch
ihr sollt dann sehen,
wenn ihr all dieses geschehen seht – (folgendes):
Er?/ Sie?/ Es? ist nahe vor der Tür*.

30. Amen, ich sage euch:
Gewiss nicht wird diese Generation vergehen,
bis dies alles geworden.

31. Der Himmel und die Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden gewiss nicht vergehen.

32. Aber betreffs jenes Tages – und der Stunde – keiner kennt sie.
auch nicht die Boten/Engel im Himmel,
auch nicht der Sohn,
sondern nur der Vater.

*Er/Sie/Es ist nahe vor der Tür.

ES = das Ende, der Tod
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in vielen Kalendern: TOTENSONNTAG

SIE = die Vollendung, die Ewigkeit
so heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr in der evangelischen Tradition:
EWIGKEITSSONNTAG.

ER = Christus, der König der Herrlichkeit
so feiern die Katholiken am letzten Sonntag im Kirchenjahr das Hochfest:
CHRISTKÖNIG

zum 1. Advent: Seid wachsam!

zum 1. Advent: Seid wachsam (c) G. M. Ehlert, 30.11.2014

33. Seht zu! Seid nicht verschlafen!
Ihr habt nämlich nicht (im Voraus) erkannt, wann die rechte Zeit ist.

34. Wie ein Mensch, (der) verreist,
verreist/ er verlässt sein(e) Haus(Gemeinschaft)
und übergibt seinen Dienern die Vollmacht –
einem jeden sein Werk/Tätigkeitsbereich
und dem Türhüter (folgendes):
er solle wachsam sein.

35. Seid als wachsam!
Nicht habt ihr erkannt nämlich (im Voraus)
wann der Herr des Hauses (wieder-)kommt;
ob abends, oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder frühmorgens.

36. Nicht soll er – wenn er plötzlich wiederkommt – euch vorfinden tiefschlafend.

37. Das aber, was ich euch sage,
sage ich allen:
seid wachsam!

siehe auch: Advent-2014

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert