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Dank sagen (28. C)

28. Sonntag im Jahreskreis C

(= 9. Oktober 2016)

Eröffnungsvers (Ps 130,3-4)
„Würdest du, HERR, unsere Sünden beachten,
HERR, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, Gott Israels.“

1. Lesung: 2 Kön 5,14-17
„Naaman kehrte zum Gottesmann zurück und bekannte sich zum HERRN“

Antwortpsalm: Ps 98,1-4

2. Lesung: 2 Tim 2,8-13
„Schäme dich nicht, dich zu unserem HERRN zu bekennen“

Ruf vor dem Evangelium (1 Thess 5,18)
Halleluja. Halleluja.
Dankt für alles; denn das will Gott von euch,
die ihr Christus Jesus gehört.
Halleluja.

Evangelium: Lk 17,11-19
„Ist keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?“

Liturgische Texte – siehe auch Schott 28. Sonntag i.J. C

Einer von zehn Geheilten dankt – ein Samariter

Lk 17,11 Und es geschah auf dem Hinweg nach Jerusalem
und er selbst kam hindurch
mitten durch Samaria und Galiläa

12 und (als) er selbst hineinkam in ein Dorf
begegneten ihm zehn lepra(kranke)* Männer,
die sich hinstellten von ferne

13 und diese, sie hoben an mit lauter Stimme
sagend zu Jesus:
      „Vorsteher/ Meister zeige Mitleid/
      erbarme dich unser/ bebarme uns!“

14 Und (sie) gesehen habend, sprach er zu ihnen:
      „(Von hier) weggegangen,
      zeigt euch selbst den Priestern.*“

* Lepröse = Aussätzige;
Aussatz und verschiedene Hautkrankheiten
schlossen vom Zusammenleben mit anderen Menschen aus.
Erst wenn die dafür zuständigen Priester
die Heilung festgestellt hatten,
war die Rückkehr in die alte Lebensgemeinschaft wieder erlaubt.
(vgl. Lev 13 – 14)

Und es geschah in dem sie selbst sich hinwegbegaben
wurden sie gereinigt.

15 Einer aber aus ihnen, gesehen habend,
dass er geheilt worden war,
er wandte sich zurück –
mit sehr großer Stimme verherrlichte er den Gott

16 und er fiel auf (das) Angesicht
neben den Füßen von ihm
danksagend ihm –
und dieser war ein Samariter.

17 Antwortend aber – der Jesus sprach:
      „Sind nicht die Zehn gereinigt worden –
      die aber neun (anderen) – wo (sind sie)?

18  Nicht gefunden worden sich zurückwendend
      zu geben Verherrlichung/ Ehre dem Gott
      als nur der anders-volkige/ Fremde – dieser.“

19 Und er sprach zu ihm:
      „Steh auf! – geh hinweg – der Glaube (von) dir
      hat errettet dich.“

neun-zu-eins-a


zum Sonntagsevangelium = Lk 17,11-19:

Aussatz – Reinheit – Dankbarkeit

Aussatz:
– Lepra = qualvolles Verfaulen der Glieder
–> damals unheilbare Krankheit
– Lepra = wegen Ansteckungsgefahr
–> Ausgrenzung aus Familie und Dorfgemeinschaft
– Lepra = galt als Strafe Gottes für schwere Sünden
–> Ausstoßung aus der Gemeinschaft mit Gott

Fazit: Lepra = ein aussichtsloser Fall, jedoch diese 10 Menschen, die ihre Not zu einer grenzüberschreitenden Solidargemeinschaft zusammenfügt, wagen Jesus zu bitten:

„Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ –

Jesus macht die 10 aussätzigen Männer rein,
indem er ihren Glauben auf eine Vertrauensprobe stellt:
sie sollen sich – so wie sie sind – auf den Weg zu den Priestern machen (= damaliges „Gesundheitsamt“), die allein berechtigt waren, die erfolgte Heilung festzustellen und sie wieder in die Gemeinschaft mit den Menschen und mit Gott aufzunehmen.

Merkwürdig, Jesus fordert auf: handelt so, als sei die Heilung schon erfolgt, noch bevor das Wunder geschehen ist.

Im glaubenden Befolgen dieser Aufforderung Jesu geschieht die Heilung.

Neun geheilte Männer halten sich an die Anweisung Jesu und befolgen das jüdische Gesetz…

Ein geheilter Mensch kehrt um, preist Gott und dankt Jesus. –
Dieser war aus Samarien = (= Anhänger einer von der wahren Glaubensgemeinschaft verachteten Sekte.)

„Wo sind die übrigen neun?“ – fragt Jesus.
Sie sind gehorsam und befolgen die religiösen Vorschriften!

Einer von Zehn Geheilten kommt zur Danksagung (= Eucharistie).
Doch der Glaube an Gott kommt erst in der Umkehr und in der Gemeinschaft mit Jesus Christus zur Vollendung.
Dies erkennt der geheilte Samaritaner.
Aus dankbarer Liebe kehrt er um, um dem Urheber der Heilung zu danken – ihn lobt Jesus und schickt ihn seines Weges mit der Zusage:
„Dein Glaube hat dir nicht nur Heilung, sondern Rettung gebracht.“

In Seiner Umkehr und Danksagung erfährt er nicht nur körperliche Heilung, sondern die Teilhabe am endgültigen Heil, das in der Eucharistiegemeinschaft Jesu Christi besteht.

Ausgrenzung – Teilhabe – und Dankbarkeit heute
Was ist der Aussatz unserer Zeit? –
Ausgegrenzt werden… gemobbt werden, aus der Gemeinschaft gestoßen werden…

Jesus will auch heute – durch uns! – Ausgrenzungen jeder Art überwinden,
er macht uns „rein“, d.h. fähig zur Teilnahme an der Gemeinschaft mit Gott, die in der Eucharistiegemeinschaft erfahrbar werden soll.

Die Dankbarkeit über dieses Geschenk lässt uns jetzt schon teilhaben am endgültigen Heil.

Wer Gottes Gaben geschenkt bekommt, der ist aufgerufen, sich beim Geber dieser Gaben zu bedanken – die Eucharistie – Danksagung zu feiern und die Großtaten Gottes zu bezeugen. –

„Ite, missa est“ – „Geht, es ist (eure) Sendung!“ –
mit diesem Aufruf endete früher die katholische Messfeier.
Mit dem Segen Gottes beginnt unsere Sendung, das erfahrene Heil anderen zu bezeugen.

geheilter-samariter-1a

„Steh auf und geh! – Dein Glaube hat dich gerettet“
(Lk 17,19) – Grafik von G. M. Ehlert, 04.10.2016

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Aussendung

zum 14. Sonntag im Jahreskreis C – (= 03. Juli 2016)

Eröffnungsvers:
„Deiner Huld, o Gott, gedenken wir in deinem heiligen Tempel.
Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde;
deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit.“
(Ps 48,10-11)

1. Lesung: Jes 66,10-14c „Wie einen Strom leite ich den Frieden zu ihr“
–> siehe: Jes 66,10-13: Wie eine Mutter – so tröstet Gott

Antwortpsalm: Ps 66,1-3.4-5.6-7.16.20

2. Lesung: Gal 6,14-18 „Ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leib“

Evangelium: Lk 10,1-12.17-20 „Der Friede, den ihr dem Haus wünscht, wird auf ihm ruhen“

Bild und Gedanken zum Sonntagsevangelium:

Paarweise Aussendung der 72 Jünger

Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, (c) G. M. Ehlert

Jesus sendet 72 Jünger aus zur Verkündigung (c) G. M. Ehlert

„Ite! – Missa est!“
= „Geht! – Es ist (nun eure) Sendung!“
(Mit diesen Worten des Priesters endet die lateinische Messfeier)

Von der Kommunion zur Mission

Der HERR sucht aus – bildet aus – sendet aus:
–> für die Sendboten gilt:
im Gebet mit Gott verbunden bleiben;
und von IHM her den Sendungsauftrag mit Leben erfüllen!

Geht! „Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe“
– in eurer Wehrlosigkeit liegt eure Chance!

Euer erstes Wort soll eine Zusage Gottes sein:
– „Schalom“ = Gottes Friede gilt diesem Haus…

Das zweite ist: „Communio“ = Gemeinschaft:
– das Geschenk der Gastfreundschaft dankbar annehmen

Das dritte ist: Gottes Wirken ist heilsam:
– euer Wirken soll heilsam (= therapeutisch) sein

In all dem zeigt sich das Ziel der Mission (=Sendung der Christen):
„Das Reich Gottes ist euch nahe!“

In den Sendboten zeigt sich das Angesicht des Aussendenden:
„Wer euch hört, der hört mich,
und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab;
wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“
(Lk 10,16)

„Ite! – Missa est!“
= „Geht! – (eure) Sendung ist jetzt!“

Bild und Text zu Lk 10,1-11 © G. M. Ehlert, 28.06.2010

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