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aufgefangen (5.C)

5. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 10. Februar 2019

Liturgische Texte zum 5. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 95,6-7)
Kommt, lasst uns niederfallen,
uns verneigen vor dem HERRN, unserem Schöpfer!
Denn er ist unser Gott.

Tagesgebet
Gott, unser Vater,
wir sind dein Eigentum
und setzen unsere Hoffnung
allein auf deine Gnade.
Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr
und schütze uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Jesaja (Jes 6,1-2a.3-8)
„Hier bin ich, sende mich!“

Antwortpsalm: Ps 138,1-2b.2c-3.4-5.7c-8 
„Vor den Engeln will ich dir singen und spielen, o HERR.“

2. Lesung: aus dem 1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,1-11) oder: (1 Kor 15,3-8.11)
„Das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt“ 

Ruf vor dem Evangelium (Mt 4,19)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr):
Folgt mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 5,1-11)
Sie ließen alles zurück und folgten ihm nach

* * *

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

5,1. Es geschah aber,
indem die Menge (dabei war) Ihn (= Jesus) zu bedrängen
und zu hören das Wort des Gottes
und Er selbst war stehend bei dem See Genezareth

2. Und er sah zwei Boote (ab-)gestellt beim Ufer
die Fischer aber – aus ihnen ausgestiegen – wuschen die Netze.

3. Hineinsteigend aber in eines der Boote
– das war Simons –
bat er ihn von dem Erdland hinauszufahren ein wenig
sich niedersetzend aber
aus dem Boot lehrte er die (Volks-)Menge.

4. Wie er aber aufgehört hatte ein Redender (zu sein)
sprach er zu dem Simon:
fahr hinaus – hinein in die Tiefe
und lasst herunter die – eure – Netze zum Fang.

5. Und es antwortet Simon – er sprach:
Meister! Durch (die) ganze Nacht Abarbeitende/ Erschöpfte (sind wir)
nicht
eines haben wir genommen
aber auf deine Rede hin
ich werde herunterlassen das Netz.

6. Und dieses machten sie
zusammenschließend eine Vielheit der Fische
– (so) zahlreich
zerrissen wurde aber (fast) das Netz von ihnen.

7. Und sie winkten zu den Teilhabern in dem anderen Boot
(als) gekommen Seiende mitzumachen mit ihnen
und sie kamen und füllten an beide der Boote
derart, dass sie zu versinken (drohten)

8. (Dies) sehend aber Simon (Petrus) –
fiel er nieder (zu) den Knien Jesu sagend:
komme heraus – (weg) von mir,
denn: ein Mensch – ein sündiger – bin ich, HERR!

9. Verwunderung/Schrecken nämlich hatte ihn umschlossen
und alle, die mit ihm (waren),
über den Fang der Fische,
den sie zusammengefasst hatten.

10. Gleichermaßen aber auch Jakobus und Johannes – Söhne (des) Zebedäus,
die Teilhaber waren dem Simon,

und es sprach zu dem Simon der Jesus:
nicht gerate in Furcht!
Von dem Jetzt (an):
du wirst sein einMenschen-leben-fangender“*.

* griechisch: anthroopous … zoo-groon;
anthroopos = Mensch; zoo = Leben/ lebendig; agreoo = fangen
= ein „Menschenfischer“
= einer, der Menschen auffängt

11. Und herabführend die Boote auf das Erdland
fortgelassen habend alles,
gingen sie zusammen (den) Weg mit ihm.

* * *

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Bild zur MeditationVom Fische fangen zum Menschen auf-fangen

„Menschen auf-fangen“ (c) G. M. Ehlert, 04.02.2013

* * *

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Impulse

Menschenfischer sein:
nicht listig einfangen, sondern rettend auffangen“

1. umsonst – vergeblich

Petrus = erfahrener Fischer – zur besten Fangzeit – nichts (!) gefangen… er ist frustriert…

Jesus = begnadeter Redner – fordert auf mitten am Tag zum Fischfang auszufahren = er hat vom Fischen keine Ahnung – tags lässt sich doch nichts fangen – sagt die Erfahrung des Fischers – Und wie reagiert Petrus auf Jesu Aufforderung?

2. Jesus lehrt u. fordert auf, gegen alle Vernunft erneut anzufangen:

Petrus hört Jesu Aufforderung:
Fahr hinaus und werft eure Netze aus! –

Er überwindet seine Zweifel und vertraut:
Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen; u. er überwindet die Angst vor Blamage u. gehorcht.

Was könnte das heute bedeuten? –
Ausgangssituation: alles war umsonst = vergeblich

– nach der 50. Absage erneut sich bewerben
– nach einem misslungenen Projekt ein weiteres beginnen
– nach vielen entmutigenden Äußerungen („das schaffst du doch nicht…“) es trotzdem wagen…

Petrus riskiert sich vor den Augen aller lächerlich zu machen:
Am Tag erneut fischen zu wollen.
Doch er riskiert es: – und macht den Fang seines Lebens.

Auch heute gilt:
Wer sich auf Jesu Wort hin erneut aufmacht – macht den Fang seines Lebens.

Petrus erkennt nun: wer Jesus in Wahrheit ist:
nicht nur ein begnadeter Redner, sondern Jesus hat schöpferische Macht über die Fische in der Tiefe; er ist in Wahrheit der göttliche „Herr“.
und er erkennt: „Wer bin ich? – Dass Jesus gerade mir dieses Geschenk eines überreichen Fanges macht?

3. Angesichts der übermäßigen Gnade Gottes
bin ich ein armseliger Mensch

Petrus wird reich beschenkt, als Jesus mit in seinem Boot ist.
Doch anstatt zu sagen: Bleibe nun für immer bei mir,
sagt er: „Herr, geh weg von mir; ich bin ein sündiger Mensch.“

eine merkwürdige Reaktion – oder?
– wo das Licht stärker ist, da ist auch der Schatten kräftiger
– wenn einer ein überraschendes Geschenk bekommt: „Womit hab ich denn das verdient?“
– der Hauptmann von Kafarnaum: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach…“

4. Doch gerade so – im Erkennen u. Anerkennen seiner Schwäche – wird der Mensch fähig für den Ruf Jesu:

„Ich bin gekommen Sünder zu berufen – nicht Gerechte.“

Auch Paulus bezeichnet sich nach der Erscheinung des Auferstandenen als „Missgeburt“, der es nicht wert ist, Apostel genannt zu werden. „Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben.“
Und er ermutigt jeden von uns, darauf zu vertrauen, was er als Zusage Gottes erfahren hat: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn sie ist gerade in den Schwachen mächtig.“

Jesu Verheißung nicht nur an Petrus:
„Fürchte dich nicht!
Von nun an wirst du Menschen fangen!“

Menschen fangen?

– nicht wie Geheimdienste und Polizisten Terroristen einfangen und gefangen nehmen;
– sondern eher wie Freunde einen ins Straucheln geratenen Menschen auffangen.
– Oder einen, der im Begriff ist, etwas Schlimmes zu tun, abzufangen, damit er es nicht tut.
– Mit einem Menschen wieder etwas Neues anfangen

5. Mit Jesus etwas anfangen – was bedeutet das heute für uns?

– wenn wir meinen alles ist umsonst = vergeblich,
gerade dann vertrauen: „Auf dein Wort hin…“
– wenn wir überraschend einen guten Fang gemacht haben,
gerade dann erkennen: es ist umsonst = ein Geschenk der Liebe Gottes
– wenn wir angesichts eines guten Fanges daran denken, uns gut einzurichten,
gerade dann sich von Jesus losschicken lassen,
um andere aufzufangen und mit ihnen auf Jesu Wort hin
etwas Neues anzufangen.

* * *

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Links:

–> zur 1. Lesung Jesaja 6,1-2a. 3-8 „Hier bin ich, sende mich!“ –>  Jes 6.1-8

–> zum Antwortpsalm: Psalm 138: Alle Könige der Erde werden Gott lobpreisen

–> 2. Lesung: –

–> Evangelium: siehe auch: „Menschenfischer

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 5. Sonntag C

Gedenktage:

  • 14. Februar: Cyrill u. Methodius = F
    u. Valentin von Rom = g

* * *

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

.

Stand: 28. Januar 2019

 

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mitdenken und nachfolgen

Gedanken zum Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis A (= 26. Januar 2014)

Tagesevangelium = Matthäusevangelium 4,12-23
Text in einer Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert:
Mt 4,12-25: Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu (3. A)

… um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen…

Vergleich Johannes – Jesus:
Das Ende des Wirkens Johannes
         – wird zum Beginn des Wirkens Jesu

„Als man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte…
zog Jesus sich nach Galiläa zurück…“

Das Kerngebiet der Juden
         – das (geringgeschätzte Gebiet) der Heiden.

Wahl des Wirkungsortes:
Johannes:   am Jordan in Judäa
Jesus:         in Kafarnaum am See Genesareth.

Benedictus:

… Und du Kind wirst Prophet des Höchsten heißen,
denn du wirst dem Herrn vorangehen
und ihm den Weg bereiten.
Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken
in der Vergebung der Sünden.  

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe
um allen zu leuchten die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes
und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

(Lk 1,76f)

Die gleiche Botschaft
         – doch mit unterschiedlichen Konsequenzen:

„Kehrt um! (Denket mit!)
Denn das Himmelreich ist nahe! (= das Königtum Gottes)

bei Johannes:  Taufe der Umkehrbereitschaft
bei Jesus: Ruf in die Nachfolge:

Kommt her! Folgt mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen!

"Fischer zu Menschenfischer" - Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

Menschenfischer?
         – Heraus aus den Verstrickungen     

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung. Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

 

siehe auch:

zur Bedeutung von „Menschenfischer“ werden:
https://gmehlert.wordpress.com/2012/01/16/menschenfischer/

und: „Vom Fische fangen zum Menschen auffangen“:
https://gmehlert.wordpress.com/2013/02/04/menschen-auf-fangen/?relatedposts_exclude=2413

Aussendung

Bild und Gedanken zum Sonntagsevangelium
vom 14. Sonntag im Jahreskreis C = Lk 10,1-12.17-20:

Paarweise Aussendung der 72 Jünger

Aussendung der 72 Jünger durch Jesus, (c) G. M. Ehlert

Jesus sendet 72 Jünger aus zur Verkündigung (c) G. M. Ehlert

„Ite! – Missa est!“
= „Geht! – Es ist (nun eure) Sendung!“
(Mit diesen Worten des Priesters endet die lateinische Messfeier)

Von der Kommunion zur Mission

Der HERR sucht aus – bildet aus – sendet aus:
–> für die Sendboten gilt:
     im Gebet mit Gott verbunden bleiben;
     und von IHM her den Sendungsauftrag mit Leben erfüllen!

Geht! „Ich sende euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe“
– in eurer Wehrlosigkeit liegt eure Chance!

 Euer erstes Wort soll eine Zusage Gottes sein:
– „Schalom“ = Gottes Friede gilt diesem Haus…

 Das zweite ist „Communio“ = Gemeinschaft:
– das Geschenk der Gastfreundschaft dankbar annehmen

 Das dritte ist Gottes Wirken ist heilsam:
– euer Wirken soll heilsam (= therapeutisch) sein

In all dem zeigt sich das Ziel der Mission (=Sendung der Christen):
„Das Reich Gottes ist euch nahe!“

In den Sendboten zeigt sich das Angesicht des Aussendenden:
„Wer euch hört, der hört mich,
und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab;
wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.“
(Lk 10,16)

„Ite! – Missa est!“
= „Geht! – (eure) Sendung ist jetztt!“

Bild und Text zu Lk 10,1-11 © G. M. Ehlert, 28.06.2010

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert