Schlagwort-Archive: Aussätziger

28. Sonntag C

28. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 13. Oktober 2019

1. Lesung: (2 Kön 5,14-17) Der Heide Naaman taucht krank unter – und taucht geheilt als Gottesverehrer wieder auf
2. Lesung: (2 Tim 2,8-13) Wer mit Christus gestorben ist, wird auch mit ihm leben
Evangelium: (Lk 17,11-19) Rein geworden kehrt der Samariter zurück, um Dank zu sagen und Gott zu ehren

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Einsatz gegen Aussatz (6.B)

6. Sonntag im Jahreskreis B

 11. Februar 2018

Eröffnungsvers (Ps 31,3-4)
Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Tagesgebet
Gott,
du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: Lev 13,1-2.43ac.44ab.45-46 
Der Aussätzige soll abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers

Antwortpsalm: Ps 32,1-2.5.10-11
Du bist mein Schutz, o HERR,
du rettest mich und hüllst mich in Jubel. 

–> zu Psalm 32: Aufklärung über Sünde u. Vergebung

2. Lesung: 1. Korintherbrief 10,31 – 11,1 
Nehmt mich zum Vorbild, wie ich Christus zum Vorbild nehme

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Lk 7,16)
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet trat unter uns auf:
Gott nahm sich seines Volkes an.
Halleluja!

Evangelium: Mk 1,40-45 
Der Aussatz verschwand, und der Mann war rein

–> Liturgische Texte siehe auch Schott-Messbuch 6. Sonntag im Jahreskreis B

 

***

zum 6. Sonntag im Jahreskreis B: Evangelium = Markus 1,40 – 45

„Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.“

Ein Aussätziger kam zu Jesus...

„Ich will es – werde rein!“ – Grafik zu Mk 1,40-45, (c) G. M. Ehlert, 06.02.2012

„Ich will es – werde rein!“

1,39 Und ER (= Jesus) kam verkündigend
in die Synagogen von ihnen
in das ganze (Gebiet) des Galiläas
und die Dämonen austreibend.

40 Und es kommt zu ihm ein Lepröser*
beiseiterufend ihn
[und kniefallend]
und sagend zu ihm (folgendes):

Wenn du willst,
vermagst du mich zu reinigen.

41a Und zuinnerst erregt
streckte er aus seine Hand
berührte ihn

41b und er sagte zu ihm;
„Ich will, werde gereinigt;“

42 Und sogleich kam weg von ihm die Lepra,
und er wurde gereinigt.

43 Und ergrimmend wegen ihm
sogleich trieb er hinaus ihn

44 und er sagt zu ihm;
sehe zu, (dass du zu) keinem in keiner Weise
sprichst,
sondern gehe weg
selber zeige dich dem Geweihten (= Priester)*
und bringe dar wegen der Reinigung deiner
das Zugeordnete des Moses*,
hin zum Zeugnis ihnen.

45 Der aber hinausgekommen
fing an zu verkündigen viel
und verbreitete das Wort,
so dass in keiner Weise er vermochte,
öffentlich in eine Stadt hineinzukommen,
sondern draußen auf öden Orten blieb er;
und sie kamen zu ihm allseitig (=von allen Seiten).

* lepros = Leprakranker, Aussätziger
Aussatz und verschiedene Hautkrankheiten schlossen nach dem Gesetz des Moses vom Zusammenleben mit anderen Menschen aus. Erst wenn die dafür zuständigen Priester die Heilung festgestellt hatten, war die Rückkehr in die ursprüngliche Lebensgemeinschaft wieder möglich (vgl. Lev 13-14).

Jesus heilt einen Aussätzigen – Collage zu Mk 1,40-45; (c) G. M. Ehlert, 06.02.2012

 

Einsatz gegen den Aussatz

1. Aussatz – unrein, unrein

• Aussatz – Lepra: heute eine heilbare Krankheit, damals tödlich; Hautpartien an den erkrankten Stellen schwellen an und werden eitrig. Die Wunden stinken. Langsam – aber unaufhörlich – frisst sich die Krankheit fort. Alle Teile des Körpers werden befallen. Ohne Medikamente starben die Kranken qualvoll nach Jahren der Aussonderung aus ihrem Dorf.
• Zum Schutz vor Ansteckung wurden sie aus der Gemeinschaft der Menschen ausgestoßen. Sie mussten
„unrein, unrein“ rufen und durften keinem zu nahe
kommen.
• Und sie waren aufgrund ihrer „Unreinheit“ auch aus der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen – so glaubte man es.

• Auch den Gesunden, den „Reinen“ war es verboten, mit diesen „Unreinen“ Kontakt aufzunehmen, um nicht selber unrein zu werden.

2. Ein Aussätziger kommt auf Jesus zu

Ein Aussätziger übertritt das Verbot des Mose – sich anderen Menschen zu nahen – er tritt in das Kraftfeld Jesu hinein und mutet sich ihm zu.
Er hat den Mut des Verzweifelten und ein grenzenloses Vertrauen: „Herr, wenn du willst, hast du die (göttliche) Kraft, mich rein machen!“

3. Jesus hat Mitleid

Es geht ihm buchstäblich unter die Haut – das Schicksal dieses Aussätzigen.
Jesus übertritt das Verbot des Mose – in Berührung mit einem Unreinen zu kommen – er hält ihn mit seiner Hand fest und heilt ihn und hebt damit auch seine Isolation auf.
Dann schickt er ihn mit einem Redeverbot fort – hin zu den Priestern. Damit er dort auch offiziell für rein erklärt werden kann; und als Zeichen dafür, dass Jesus selbst das Gebot des Mose einhält.
Doch ob der Geheilte sich daran hält, erfahren wir nicht.

4. Doch der Geheilte verkündet es überall

Jedoch etwas anderes erfahren wir:
Jesus hatte dem Geheilten ausdrücklich verboten, davon zu erzählen. Doch der Geheilte verkündet überall:
„Jesus ist der Heiland der Menschen – seht, er hat mich rein gemacht.“
Die Folge davon ist, dass nun Jesus sich nur noch an einsamen Orten aufhalten kann – wie zuvor der Ausgegrenzte.

Fazit: Eine Geschichte voller Verbote, die nicht eingehalten werden – zum Heil der Menschen und im Dienste des Glaubens an Jesus, den Heiland der Menschen.

Das Beispiel Jesu, in direkte Berührung zu treten mit den Aussätzigen, den Unberührbaren hat im Laufe der Kirchengeschichte viele Nachfolger gefunden:

• Franziskus küsst einen Aussätzigen, vor dem er sich bisher geekelt hat. Damit beginnt für ihn seine Bekehrung.
• Damian de Veuster: „Mit Liebe Lepra heilen“
• Ruth Pfau: „Wohin die Liebe führt“

5. Aussätzige heute – gefordert ist unser Einsatz

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden auch bei uns Menschen, die an Lepra erkrankt waren, aus-gesetzt. Eine solche Siedlung der Aussätzigen war zum Beispiel das sog. „Kinderhaus“ – heute ein Stadtteil von Münster.

Leprakranke gibt es bei uns nicht mehr – weltweit ist der Einsatz gegen Lepra mit moderner Medizin weiterhin notwendig.

Doch die Frage bleibt: wo berührt das damalige Geschehen uns? Was sind die Aus-sätzigen unserer Zeit u. unserer Gesellschaft?

• Aus-sätzige in unserer Umgebung können Menschen sein, die aufgrund von psychischer Erkrankung von uns als absonderlich angesehen werden und aus unserem Blickfeld abgesondert werden;
• „Aus-sätzige“ sind auch Menschen, die mit den Normen der Gesellschaft in Konflikt geraten sind, auch mit ihnen wollen viele nichts mehr zu tun haben;
• Auch in unseren binnenkirchlichen Kreisen gibt es „Aussätzige“, die aufgrund von bestimmten Überzeugungen oder Lebensweisen ausgegrenzt werden.

Das Evangelium lädt in besonderer Weise ein, die verschiedenen Ausgrenzungen zu überwinden.

Hier ist auch unser „Einsatz gegen den Aussatz“ gefragt.
Die für „unberührbar“ erklärten,
direkt berühren und anrühren;
statt Isolation – Integration;
statt Ausgrenzung – Eingliederung;
damit für alle nicht der Tod, sondern neues Leben blüht.

 

siehe auch: „sich anstecken

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

sich anstecken


zum Evangelium (= Markusevangelium 1,40-45)
vom 6. Sonntag im Jahreskreis B = 15. Februar 2015

Mk 1,40-45:
Jesu Einsatz gegen den Aussatz – nicht Isolation, sondern Integration
zum Bibeltext Mk 1,39-45

siehe auch: „Einsatz gegen Aussatz

Ansteckung – Anstecker – anstecken

Karneval lädt dazu ein – die Welt anders zu betrachten
das heißt: mit Humor – der ist niemals zu verachten.

Mit Humor das Evangelium heut‘ beseh’n,
zeigt es, wie eine dreifache Ansteckung kann gescheh’n:

1. sich anstecken = sich infizieren

Wenn man von Ebola, Grippe und Viren fängt an zu küren,
wir oft in uns Sorge vor Ansteckung verspüren.

wir haben Angst uns zu infizieren
die Folgen davon bekommen die Kranken zu spüren.

„Vorsicht Ansteckungsgefahr!“ – rufen wir laut heraus
und schließen Betroffene aus uns‘rer Gemeinschaft aus.

Aussätzige werden ausgesetzt – ganz ungeniert,
werden isoliert und exkommuniziert…

Manche reden von der reinen „deutschen Leitkultur“
von Nächstenliebe gegenüber Fremden ist da keine Spur.

Als erstes können wir hier sehn,
wie wir Ansteckung häufig verstehn:

wir wollen mit Infizierten nicht in Berührung kommen
das gilt auch für uns – die wir gelten als die Frommen.

Wer aus Angst um sich den Kontakt zu anderen verliert,
der ist schon selbst mit dem Geist des Bösen infiziert.

Doch Jesus zeigt Einsatz
auch gegen diesen Aussatz,
wer sich auf diese Weise isoliert,
dem zeigt er, wie er integriert.

2. anstecken = sich etwas anheften

Mit Humor das Evangelium heut‘ besehn,
zeigt sich, wie eine zweite Ansteckung kann gescheh’n.

Wir stecken uns oft Anstecker an die Brust
und bekennen damit voller Lebenslust,

womit wir gern verbunden sind,
das gilt für Erwachsene wie für’s Kind.

Schal, Trikot, Mützen und vieles mehr,
zeigen auf, was wir verehren sehr.

Jesus nimmt auf den Körperkontakt
mit dem Aussätzigen, den er mit Händen anpackt.

Er möchte mit ihm verbunden sein,
so wird er – im Blick der Frommen – selbst unrein.

Doch Jesus zeigt auf, wie er Gottes Gebot versteht,
indem er Gemeinschaft mit Ausgegrenzten eingeht.

Jesus zeigt Einsatz
gegen den Aussatz
Menschen, die man hat isoliert,
werden von ihm wieder integriert.

3. sich anstecken lassen = sich begeistern lassen

Mit Humor das Evangelium heut‘ beseh’n,
zeigt sich ein Drittes, wie man Ansteckung kann verstehn:

Der Geheilte wurde von Jesu Geist angesteckt,
– und aus seiner Krankheit auferweckt:

geht er nun hin und verkündet allen,
dass er fand bei Jesus Wohlgefallen.

Hier zeigt sich für mich auch Jesu Humor,
man stelle es sich einmal bildlich vor:

der Geheilte soll vom Wunder seiner Heilung schweigen,
das sieht doch ein jeder, dem er sich fortan wird zeigen.

Hier zeigt sich mit Humor beseh‘n
wie man Ansteckung auch kann versteh‘n.

Wen Jesu Liebe hat angesteckt,
der ist nun wahrhaft aufgeweckt

er ist berufen von Jesus zu künden,
dass in der Gemeinschaft mit ihm ist Heil zu finden.

Mit Blick auf das närrische Treiben in diesen Karnevalstagen,
beachtet das, was uns das heutige Evangelium will sagen:

Vergesst nicht, was es über Ansteckung hat gesagt,
1. schützt euch, dass der Grippe-Virus euch nicht plagt,

2. steckt euch an die Zeichen, die euch wichtig sind,
und pflegt Gemeinschaft mit dem Fremden und dem Kind.

3. und lasst euch anstecken mit Herzensfreude und Humor,
dann lockt ihr bei anderen auch ein Lächeln hervor.

Nun sagt, wenn ihr mir zustimmt – in Gottes Namen
zum Schluss meiner Predigt nicht Helau, sondern: AMEN!

 

Es sind zwei Arten von Logik des Denkens und des Glaubens:
die Angst, die Geretteten zu verlieren,
und der Wunsch, die Verlorenen zu retten.

Auch heute geschieht es manchmal, dass wir uns am Kreuzungspunkt dieser beiden Arten der Logik befinden:
der Logik der Gesetzeslehrer, das heißt die Gefahr zu bannen durch Entfernen der angesteckten Person,
und der Logik Gottes, der mit seiner Barmherzigkeit den Menschen umarmt und aufnimmt, ihn wiedereingliedert und so das Böse in Gutes, die Verurteilung in Rettung und die Ausgrenzung in Verkündigung verwandelt
.“

(Papst Franziskus in seiner Predigt am 15.02.2015)

 

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

Einsatz gegen Aussatz


zum 6. Sonntag im Jahreskreis B: (= 12. Februar 2012)
Evangelium = Markus 1,40 – 45

„Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.“

Ein Aussätziger kam zu Jesus...

„Ich will es – werde rein!“ – Grafik zu Mk 1,40-45, (c) G. M. Ehlert, 06.02.2012

„Ich will es – werde rein!“

1,39 Und ER (= Jesus) kam verkündigend
in die Synagogen von ihnen
in das ganze (Gebiet) des Galiläas
und die Dämonen austreibend.

40 Und es kommt zu ihm ein Lepröser*
beiseiterufend ihn
[und kniefallend]
und sagend zu ihm (folgendes):

Wenn du willst,
vermagst du mich zu reinigen.

41a Und zuinnerst erregt
streckte er aus seine Hand
berührte ihn

41b und er sagte zu ihm;
„Ich will, werde gereinigt;“

42 Und sogleich kam weg von ihm die Lepra,
und er wurde gereinigt.

43 Und ergrimmend wegen ihm
sogleich trieb er hinaus ihn

44 und er sagt zu ihm;
sehe zu, (dass du zu) keinem in keiner Weise
sprichst,
sondern gehe weg
selber zeige dich dem Geweihten (= Priester)*
und bringe dar wegen der Reinigung deiner
das Zugeordnete des Moses*,
hin zum Zeugnis ihnen.

45 Der aber hinausgekommen
fing an zu verkündigen viel
und verbreitete das Wort,
so dass in keiner Weise er vermochte,
öffentlich in eine Stadt hineinzukommen,
sondern draußen auf öden Orten blieb er;
und sie kamen zu ihm allseitig (=von allen Seiten).

lepros = Leprakranker, Aussätziger
Aussatz und verschiedene Hautkrankheiten schlossen nach dem Gesetz des Moses  vom Zusammenleben mit anderen Menschen aus. Erst wenn die dafür zuständigen Priester die Heilung festgestellt hatten, war die Rückkehr in die ursprüngliche Lebensgemeinschaft wieder möglich (vgl. Lev 13-14).

Jesus heilt einen Aussätzigen – Collage zu Mk 1,40-45; (c) G. M. Ehlert, 06.02.2012

Einsatz gegen den Aussatz

1. Aussatz – unrein, unrein

• Aussatz – Lepra: heute eine heilbare Krankheit, damals tödlich; Hautpartien an den erkrankten Stellen schwellen an und werden eitrig. Die Wunden stinken. Langsam – aber unaufhörlich – frisst sich die Krankheit fort. Alle Teile des Körpers werden befallen. Ohne Medikamente starben die Kranken qualvoll nach Jahren der Aussonderung aus ihrem Dorf.
• Zum Schutz vor Ansteckung wurden sie aus der Gemeinschaft der Menschen ausgestoßen. Sie mussten
„unrein, unrein“ rufen und durften keinem zu nahe
kommen.
• Und sie waren aufgrund ihrer „Unreinheit“ auch aus der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen – so glaubte man es.

• Auch den Gesunden, den „Reinen“ war es verboten, mit diesen „Unreinen“ Kontakt aufzunehmen, um nicht selber unrein zu werden.

2. Ein Aussätziger kommt auf Jesus zu

Ein Aussätziger übertritt das Verbot des Mose – sich anderen Menschen zu nahen – er tritt in das Kraftfeld Jesu hinein und mutet sich ihm zu.
Er hat den Mut des Verzweifelten und ein grenzenloses Vertrauen: „Herr, wenn du willst, hast du die (göttliche) Kraft, mich rein machen!“

3. Jesus hat Mitleid

Es geht ihm buchstäblich unter die Haut – das Schicksal dieses Aussätzigen.
Jesus übertritt das Verbot des Mose – in Berührung mit einem Unreinen zu kommen – er hält ihn mit seiner Hand fest und heilt ihn und hebt damit auch seine Isolation auf.
Dann schickt er ihn mit einem Redeverbot fort – hin zu den Priestern. Damit er dort auch offiziell für rein erklärt werden kann; und als Zeichen dafür, dass Jesus selbst das Gebot des Mose einhält.
Doch ob der Geheilte sich daran hält, erfahren wir nicht.

4. Doch der Geheilte verkündet es überall

Jedoch etwas anderes erfahren wir:
Jesus hatte dem Geheilten ausdrücklich verboten, davon zu erzählen. Doch der Geheilte verkündet überall:
„Jesus ist der Heiland der Menschen – seht, er hat mich rein gemacht.“
Die Folge davon ist, dass nun Jesus sich nur noch an einsamen Orten aufhalten kann – wie zuvor der Ausgegrenzte.

Fazit: Eine Geschichte voller Verbote, die nicht eingehalten werden – zum Heil der Menschen und im Dienste des Glaubens an Jesus, den Heiland der Menschen.

Das Beispiel Jesu, in direkte Berührung zu treten mit den Aussätzigen, den Unberührbaren hat im Laufe der Kirchengeschichte viele Nachfolger gefunden:

• Franziskus küsst einen Aussätzigen, vor dem er sich bisher geekelt hat. Damit beginnt für ihn seine Bekehrung.
• Damian de Veuster: „Mit Liebe Lepra heilen“
• Ruth Pfau: „Wohin die Liebe führt“

5. Aussätzige heute – gefordert ist unser Einsatz

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden auch bei uns Menschen, die an Lepra erkrankt waren, aus-gesetzt. Eine solche Siedlung der Aussätzigen war zum Beispiel das sog. „Kinderhaus“ – heute ein Stadtteil von Münster.

Leprakranke gibt es bei uns nicht mehr – weltweit ist der Einsatz gegen Lepra mit moderner Medizin weiterhin notwendig.

Doch die Frage bleibt: wo berührt das damalige Geschehen uns? Was sind die Aus-sätzigen unserer Zeit u. unserer Gesellschaft?

• Aus-sätzige in unserer Umgebung können Menschen sein, die aufgrund von psychischer Erkrankung von uns als absonderlich angesehen werden und aus unserem Blickfeld abgesondert werden;
• „Aus-sätzige“ sind auch Menschen, die mit den Normen der Gesellschaft in Konflikt geraten sind, auch mit ihnen wollen viele nichts mehr zu tun haben;
• Auch in unseren binnenkirchlichen Kreisen gibt es „Aussätzige“, die aufgrund von bestimmten Überzeugungen oder Lebensweisen ausgegrenzt werden.

Das Evangelium lädt in besonderer Weise ein, die verschiedenen Ausgrenzungen zu überwinden.

Hier ist auch unser „Einsatz gegen den Aussatz“ gefragt.
Die für „unberührbar“ erklärten,
direkt berühren und anrühren;
statt Isolation – Integration;
statt Ausgrenzung – Eingliederung;
damit für alle nicht der Tod, sondern neues Leben blüht.

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© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert