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Erfüllt (3.C)

3. Sonntag im Jahreskreis C

Sonntag, 27. Januar 2019

Liturgische Texte zum 3. Sonntag im Jahreskreis (C)

Eröffnungsvers (Ps 96,1.6 )
Singet dem HERN ein neues Lied, singt dem HERRN, alle Lande!
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum.

Tagesgebet
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
dass wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…

1. Lesung: aus dem Buch Nehemía (Neh 8,2-4a.5-6.8-10)
„Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, vor und gab dazu Erklärungen, so dass die Leute verstehen konnten“

Antwortpsalm: Ps 19,8.9.10.12 u. 15
Deine Worte, o HERR, sind Geist und Leben

2. Lesung: aus dem1. Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 12,12-31a)
„Ihr seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm“

Ruf vor dem Evangelium (vgl. Jes 61,1)
Halleluja. Halleluja.
Der HERR hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja!

Evangelium aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 1,1-4 und 4,14-21)
Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt

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EvangelientextÜbersetzung G. M. Ehlert

–> Lk 4,16-44 Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

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Bild zur Meditation:

Primizpredigt Jesu - Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

Primizpredigt Jesu – Zeichnung (c) G. M. Ehlert 20.01.1998

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Impulse zur Predigt Jesu in Nazaret:

 

Heute – wurde erfüllt dieses Wort
in euren Ohren

Als Jesus die Verheißungen des Propheten Jesaja vorgelesen hatte, waren die Augen aller in der Synagoge erwartungsvoll auf ihn gerichtet. Und seine Predigt war kurz – nur ein Satz: „Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ – Doch dieser Satz aus dem Munde Jesu schlug ein wie eine Bombe.

Doch der Reihe nach.
1. Das „Geheimnis“ von Nazaret
„Was kann aus Nazaret schon Gutes kommen?“ (Joh 1,46 )
Die heutige Großstadt Nazaret (120.000 Einwohner) war in der Zeit Jesu ein kleines unbekanntes Dorf.
In den Heiligen Schriften der Juden und in außerbiblischen Dokumenten jener Zeit wird dieser Ort gar nicht erwähnt.
(Was kann dann aus Nazaret also schon Gutes kommen?)

Doch vermutlich waren die Bewohner Nazarets stolz auf ihre Herkunft. Die Sippe der Nazarener berief sich darauf, dass sie Nachkommen des Königs David seien. Denn der Name „Nazaret“ – aramäisch „Nazara“ – leitet sich her vom hebräischen Wort NeZeR = Spross.
Und den biblischen Verheißungen gemäß werde ein Spross aus dem Hause Davids einmal der Messias sein. Daher waren Bewohnern Nazarets gerade die messianischen Verheißungen des Propheten Jesaja besonders wichtig.

2. Jesus – die erfüllte Jesajaverheißung
– dass Jesus, der 30 Jahre verborgen in Nazaret gelebt hat, aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, war nichts Besonderes. Einen solchen Lektorendienst durfte im damaligen Synagogengottesdienst jeder männliche Jude, seit seiner Bar-Mizwa (mit 12-13 Jahren) übernehmen.
– auch dass Jesus, nachdem er einige Zeit aus Nazaret fort gewesen war (Taufe im Jordan, 40-tägigen Wüstenaufenthalt, Predigt und Heilungen in Galiläa) nun ein paar Worte im Anschluss an die Prophetenlesung an die Gemeinde richten will, entsprach der damaligen Gottesdienstpraxis.

Doch der kurzen Satz, den Jesus im Anschluss an die messianischen Verheißungen des Propheten Jesaja sagt, ist in den Ohren der Bewohner Nazarets ungeheuerlich. „Heute (!) hat sich das Wort, das ihr eben gehört habt, erfüllt (!).“

Das „heute“ der Erlösung Gottes
Das „Heute“ in der Verkündigung Jesu ist hier – wie öfters im Lukasevangelium – keine Terminangabe, sondern eine „Heilszusage“.
Lk 2,11: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.“
Lk 19,5: Jesus beim Zöllner Zachäus: „Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“ und:
Lk 19,9: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren.“
Lk 23,43: Jesus zum reumütigen Schächer am Kreuz: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

3. Jesu „prophetische Spiritualität“
Doch was hat sich in Jesus denn im einzelnen erfüllt:

a) gesalbt und ermächtigt
„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt.“ – Lukas geht es darum, durch dieses Zitat Jesus als den Heilsbringer in einem umfassenden Sinne darzustellen. Jesus ist derjenige, auf dem der Geist Gottes ruht.

b) gesandt für Gerechtigkeit und Befreiung
Gott hat Jesus gesandt,
– „den Armen eine gute Nachricht zu bringen“ – d.h. von materieller Not zu befreien:,
– „den Gefangenen die Entlassung zu verkünden“ – d.h. soziale Ausgrenzung zu überwinden
– „den Blinden das Augenlicht wiederzugeben“ – d.h. von körperlicher Not zu befreien:
– „die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen“ d.h. seelische Not zu überwinden.
Da Jesus sich nach dem Lukasevangelium besonders der Sünder annimmt, ist für Lukas hier sicher auch die Befreiung von Sünden gemeint.

c) ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen
„alle Jubeljahre“ einmal – d.h. alle 50 Jahre sollte es so ein „Gnadenjahr des Herrn“ geben, d.h. ein Jahr der Befreiung aus Schuldenlast und Versklavung. = das Jahr, das willkommen ist dem Herrn.
Und Jesus behauptet gerade hier in Nazaret, dass mit ihm „heute“ ein solches Heilsjahr begonnen hat. –
Er ruft hier ein „außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit Gottes“ aus.

4. Erfüllung des Wortes Gottes – „in deinen Ohren“
Ich komme noch einmal auf den einzigen Satz der Predigt Jesu zurück:
„Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“ – so steht es in der Einheitsübersetzung, die ich vorhin vorgelesen habe.
wörtlich aus dem Griechischen übersetzt heißt es jedoch:
„Heute wurde erfüllt diese geschriebenen (Worte) in den Ohren von euch.“ In euren Ohren.

Ich glaube, darin liegt etwas Wichtiges. Bevor wir die Erfüllung der Verheißungen Gottes in unserem alltäglichen Leben erfahren, erfüllen sie sich zunächst in unserem Innern, dadurch, dass ich durch das Ohr das Wort Gottes in mein Inneres hereinlasse, dass ich dann Frieden bekomme im Herzen manchmal mitten in einer bedrängenden Notlage. Dieses Wort, das ich durch das Ohr in mich hineinlasse, bewirkt in meinem Innern den Glauben, dass Gott zu seinen Verheißungen steht.

Die Verheißungen Gottes erfüllen sich zuerst in mir und in dir und dann sichtbar in deiner Umwelt, in deinem alltäglichen Leben.

5. Verbindung von „Gottesdienst“ und „Menschendienst“ bei uns
Jesus will den ganzen Menschen erneuern, was persönliche und gesellschaftliche Auswirkungen hat. Dies ist eine Verpflichtung auch für diejenigen, die in der Nachfolge Jesu stehen.
Das Evangelium mit der Kurzpredigt Jesu gibt eine gute Anregung für eine „Spiritualität des Alltags“:
Achten Sie in der kommenden Woche einmal darauf, welches Wort Gottes Sie in Ihren Ohren haben – und versuchen Sie, dieses Wort in Ihrem Alltag mit Leben zu erfüllen.

* * *

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Links:

–> zum Antwortpsalm: Psalm 19: Wie am Himmel so auf Erden – geschehe dein Wille
Psalm 19

–> zur 2. Lesung: 1 Kor 12,12-31a: „Ein Leib – viele Glieder

–> zum Evangelium:

–> zu den Liturgischen Texten siehe auch Schott: 3. Sonntag C

–> siehe auch: Predigt Jesu in Nazaret
–> und: Lk 4,16-30 u. 31-44: Unterschiedliche Wirkung der vollmächtigen Lehre Jesu

Gedenktage:

– 27. Januar: Angela Merici = g

– 31. Januar: Johannes Bosco = G

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert

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Stand: 26. Januar 2019

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Christus – Licht der Welt (3. A)


Die liturgischen Texte des 3. Sonntages im Jahreskreis A 

(22. Januar 2017)

Eröffnungsvers (Psalm 96,1.6)
„Singt dem HERRN ein neues Lied,
´singt dem HERRRN alle Lande!
Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht,
Macht und Glanz in seinem Heiligtum!“

1. Lesung: Jes 8,2.3b – 9,3
In Galiläa, dem Gebiet der Heiden, sieht das Volk ein helles Licht

Antwortpsalm (Ps 27,1.4.13-14)

2. Lesung: 1 Kor 1,10-13.17
Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen

Ruf vor dem Evangelium: (Mt 4,23b)
Halleluja. Halleluja.
Jesus verkündete das Evangelium vom Reich
und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.
Halleluja

Evangelium: Mt 4,12-23 (oder: Mt 4,12-17)
Jesus verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, im Gebiet von Sebulon und Naftali, denn es sollte sich erfüllen, was durch Jesaja gesagt worden ist

Text in einer Arbeitsübersetzung von G. M. Ehlert:
Mt 4,12-25: Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu (3. A)

Liturgische Texte – siehe auch Schott: 3. Sonntag im Jahreskreis A

 

Gedanken zum Evangelium vom 3. Sonntag im Jahreskreis A

… um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen…

Vergleich JohannesJesus:

Das Ende des Wirkens Johannes
           – wird zum Beginn des Wirkens Jesu

„Als man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte…
zog Jesus sich nach Galiläa zurück…“

Das Kerngebiet der Juden
           – das (geringgeschätzte Gebiet) der Heiden.

Wahl des Wirkungsortes:
Johannes: am Jordan in Judäa
Jesus: in Kafarnaum am See Genesareth.

Benedictus:

… Und du Kind wirst Prophet des Höchsten heißen,
denn du wirst dem Herrn vorangehen
und ihm den Weg bereiten.
Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken
in der Vergebung der Sünden.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe
um allen zu leuchten die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes
und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.
(Lk 1,76f)

Die gleiche Botschaft
           – doch mit unterschiedlichen Konsequenzen:

„Kehrt um! (Denket mit!)
Denn das Himmelreich ist nahe! (= das Königtum Gottes)

bei Johannes: Taufe der Umkehrbereitschaft
bei Jesus: Ruf in die Nachfolge:

Kommt her! Folgt mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen!

„Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ – Grafik von G. M. Ehlert, 17.01.2012

Menschenfischer?

– Heraus aus den Verstrickungen

Die Verheißung Jesu, dass er aus seinen Gefolgsleuten „Menschenfischer“ machen will, ist für mich auf den ersten Blick keine sympathische Verheißung. Vielleicht denken auch Sie an Leute, die andere ansprechen und mit Verlockungen umgarnen, sie verführen wollen. „Missionare“, die ihr Fangnetz um jemanden schlingen: ihn mitziehen, gegen seinen Willen…

Doch wenn wir ausgehen von Situationen, wo Menschen durch das soziale Netz fallen, wo sie hängengelassen werden oder in einen bodenlosen Abgrund zu versinken drohen, da ist es gut, wenn es ein Netz von guten Beziehungen gibt, das trägt, das Menschen das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

Für solche Menschen ist das Bild von einem Fangnetz, das sie trägt und hält, ein Bild von Rettung und Freiheit.

In diesem Sinne sollen die Herausgerufenen in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern werden.

Diese Lebensweise Jesu bewegt mich, auch Sie zu einer solchen Lebensweise der Liebe zu bewegen.

Von einem solchen Menschenfischer, der aus diesem Geist der Liebe lebt, erzählt folgendes Lied:

siehe auch:
Menschenfischer“ werden

und: „Vom Fische fangen zum Menschen auffangen

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Gedanken – Meditationen – Einblicke

© Georg Michael Ehlert

(c) G. M. Ehlert